Nr 285
Erstes Blatt
168. Jahrgang
Mittwoch. 4. Dezember W8
Der tzie^euer Anzeiger
erscheint täglich, ander Sonntags. - Beilagen:
Oittze>rerFami!iendlütter;
Areirdlütt
fSr den Nreis Gießen.
vezugspreir: monatl. Mk. 1.85, vierteljährlich Ast. 4.05. durch Abhole- m Zweigstellen monatl. Mk. t.25: durch diePost Mk. 4.05 viertel- jcihrl. ausschl. Bestellq. Fernsprech - Anschlüsse: lür die Schrll1leitung112 Verlag, Geschastostellebl Anschriit für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Postscheckkonto: Zrankfntt a.M. U686
Zwüttngrrunddruck
Annahme von Anzeigen
s. die Laqesnrlmnrer bis rinn Ocachmittag vorher
ohnejedeBerbindlichkert
Zeilenprelje:
lnr örtliche 'Anzeigen 25Pt,für auswärtige 30 'V>1, für Reklamen Mk.1.-nebst 20°/„Teue- riNigszuschlagi Platzvor- schrill 20 % Auischlag. Hauptschri'tleiler: Aug. Goeg. Verantwortlich für Politik: Mg. Goetz:
«ieken Uir den übrigen Teil: l)r. Sewerbedank Sietzen ^ ctut)olö Zenz; sur den
msr Anzeigenteil: H. Beck;
u.vrrlag: SrM'sch« Unw.-Vuch- u.Stkindruckerei rr.Lange.Schriftleitung. Si-!chSft-st-l>- «.Druckerei: Schufftr.r. ,i°mu.ch Gt,ß°n.
eneral-Anzeiger für Oberhessen
Einigkeit vor dem äußeren Semd!
Unsere Feinde, besonders der General Foch, lieben es, den TEschen allerlei Bestürzungen einzujagen. Nun scheint jedoch das französische Ultimatum wegen der Lieferung großer Lokomotiven keine andere Folge gehabt zu haben, als daß Versprechungen Erzbergers angenommen worden sind, die dahin gehen, die gegnerischen Wünsche später, nachträglich zu erfüllen. Außerdem hat unsere Wcksfenstillstandsd-ele- gation eine weitere Räumungsfrist von zwei Tagen herausgcschlagen, da über die Armee Mackensen noch keine ZuverlässigLtl Nachrichten und Entscheidungen eingegangcn
Jedenfalls bringen uns die Ereignisse jeden Tag aufs neue zur Besinnung, daß wir als Deutsche einig zusammeir- stehen müssen. Auch der „Vorwärts" erklärt:
„Es gibt keinen Zweifel, daß die Gegner entschloß en stnd, uns aufs tiefste zu demütigen und zu verletzen, jet^n Funken von Würde bei mrs zu zertreten. Der ungestüme Krtegshatz mul feinen Triunlph voll auskosden. Und da gibt es noch Lewe, die durch Tonnentreiberei die Gefahr eines Einmarsches rn Deuts cy- land vergrößern helfen." ^ r rt*
Die Einigung und Verschmelzung der Deutschen Votts- partei und der Deutschen demokratischen Partei ist inzwlschen zur Tatsache geworden, und der „Vorwärts" spottet, weil die Sozialdemokratie aus dieser Einigung natürlich ftnre Früchte zieht. Aus welcher Grundlage die genannten Parteien sich zusammengefunden haben, ist noch nicht bekannt. Der Zwang der außenpolitischen Lage wird das meiste dazu getan haben.
Lin Ultimatum 8och§.
Berlin 2 Dez. Das bekannte Verlangen der Franzos«: nach Auslieferung ' sämtlicher stärksten und besten Lokomotiven bat zu einer akuten Zuspitzung geführt. Gestern ließ General lsstn^is
Foch rer deutschen Waffenjtillstandswmmission ein UltimatttAn mit 24stündig-er Befristung iiberreichen, rn welchen! dre sranzvMche Forderung erneut ausgestellt wird. Ter Vorsitzende der deutschen Waffensstllstandsl-omnstssion ^taarchekretar Erz bergen ha sofort nachdrücklich Einspruch erhob«: und erklärt, d:e Grsullimg ^ Forderung ,väre selbst dann unmöglich, wem: man das ganze deutsche Wirtschaftsleben zum Heraussuchen der stärksten mckbestm Lokomotiven rn Unordnung brachte. Er lM den. ^Eungs^ wrschlag gemacht, daß Deutschland alle gegewvartig nr Reparadlr Kindlichen Lowmottven nach Fertigstellung abl,eiern toerde. Als Beginn der AuÄieftrung ist der 1. Februar 1919 m Borsckckig gv- brach: Ter Vermirrlungsvorschlag ist an ine Bcdmgung geknupit, v»ß die Franzosen die in Belgien und Nordfrankrerch beMugnahm- 'en^Lskomotwen in Anrechnung bringen :md ihre Zahl^naml)ast ma&tn. Die französischen Forderungen gingen über den m und Bartlaut des Wasfenstlllstandsvertrags wett hr, ans, da über ,m e Qualität der abzuliefernden Maschinen keine Bestimmung getrosten sei Tie Frist des Ultimatums ist heute vormittag 10 Uhr abge- laufen. Welche Entscheidung gefallen rst, isturoch Nicht bekannt.
Die weiteren Verhandlungen.
Berlin 3. ^ez. lPrivatelt.) Marschall Foch hat. den olitisch-arlamenvarischen Nachrichten" zufolge ersucht, daß ihm nchrgen mittag dar Direktor des BerkchrÄdrenstes m.Köln — ge- weil:: i stnatürlich der Essen bah,rprä, ident rn erner Sitzung
genaue Auskunft über das' gesamte Verkehrswesen und den Verkehrsdienst in den von den Alliierten -besetzten Gebieten gibt. Er wünscht Aufschluß über die Lage der Bahnen..den Ertrag. Zdie Versorgung mit Schienen und Wagen, d:e Arbec^verhaltnisse tzmd den Materialbezug. Als Vertreter der britischen Armee nnnmt Mi der Sitzung Major Pressey teil. ^ ^ , .
Da über das Schicksal der Armee Mackensen noch immer feine Störung geschaffen ist, hat StaatssÄoetSr Erzberger darmn ersucht, fee am Wmrdag 12 Uhr abgelantene Raumungs- srist bis Mtwaach 12 Uhr zu verlängern. D^ser Vorschlag ist angenommen worden, womit freilich noch reine Entscheidung über die sachliche Behandlung dieser Frage erreicht ick
In Aachen ha ein belgischer Ozftzier sämtliche Tickephon- lertungeii abgesbcklt und nur die Verlandungen mst Bttgum bestehn lassen. Die deutsche Wasfenstülstands'bommisswn m Spaa hat dagegen sofort Einspruch erhoben und um bat Erlaß einer Vewrd- lantg gebeten, durch die ein derartiges Vorgehen^r ^lNzwie der lalnerten Mächte verboten wrtt). um Leben und Verkehrs- t^sen der besetzten deutschen Großstädte nicht zu «schweren
Die deutsche Waffenstillstandskommisswn hat gegen die Verwendung schwarzer Truppen zur Besetzung deutschen Gebiets energisch protestiert. Nachdem dte FMnzosen durch die Heranziehung von schwarzenMamrschaftcn die Solidarität deü weißen Msse bereits.ties erschüttert haben, ftonan fte diese Krugs- poliftk durch die Entsendung schwarzer gruppen zur Besetzung schwer ©tobte. Schon ickst hst sich gezeigt, bah biz ihre schwarzen Freunde sticht fest rn der Hmrd hnom. Dte Verbrechen gegen Frauen und Mädchen haben sich namentlich den Amerikanern zu denken ge^n, die mrs ngmeü Erfahrung wissen, daß die Schwaben zügellos ftnd, wenn ,:e fteiq
gestern von der dcntschcn Woffe-cstiMmdsk°mmissi°n
relbkeitiq überreichten Vermittlungsvori chlag »nr Ab»
^^nnq her Lokomotiven war bis benfe mittag 1 Uhr bei. teTtortfcbm WaffenstilM-ndsfemmiffwi, in Sv°a mm Antivo^ ^cht^chm^nsen. Mc ondermr Meldungen sind immchtig. Es ÄSÄ Äcnmtlissimus Aoch ieine hmtschndimg ul«r den ^rElLMwrschlag noch in der heute noclMNtag .tattftndenden Sitzung der Vcrfehrstommission nberrettinkn lassen wird.
Eine Grenzsperre pegen Elsatz-Lothrin^en.
Mari^ll ssvch hat eine Grenzsperre ztvisilien Elsa^ votlrn^g n^nnd den mxaienifenhzn Ländern ungeordnet. Er hat ^§i d^s Gebiet um Ä-rrbrücken und Saarlouis rn fee rtiafr WftnugWjC Grenze mit eindezogen. Todurchwerden grämte Stffe der prei!stisch«n MMnpwvu« ohne wmtcrrs M M-Ut-Lv- fhrrn^ L-gm. Ae JZ
läufiat Kontribution von 40Millionen Mark. Hiervon sind vo? der Stadt Düren 10 Millionen Mark bis MinfeDe;.. von der Stadt Köln 30 Millioneit .Mark fe? »um 12. Dezember zu entrichten. Die Amerikaner verlangen emsvo-nlen ^Mülwnen Mark. Ort und Zeit der an Amerrkaner. Belgier und Jwanzosen! abzuliesennden Beträge werden noch beSansttgegeben.
Eindrücke aus 5paa.
Ter holländische Journalist Max Blb^ijl, , der vor einigen Tagen fidf in Spaa, Sem Sitz der aufhielt, stellt dem „Bert. Tagebl/Drachwlgende Eindrücke zur Verfügung. Im l^and HotA "Vritminu m Spaa wo vor kurzem noch Hindestbuw und ^udmdorff über Küste i gebeugt saßen, finden letzt dre Sitzmig«: der WaffenstUlstands. Kmmrission statt. Tie deutschen Vertreter, teilweise rn Uniform, wohnen im Hotel selbst oder in der Dependence F'gestuber^ . 5 ungc deutsche Schildwachen öffnen die Türen. 'Lwe smd die cMstgemübrig- gebliebenen Vertreter der großen deutschen -V",,
Gebiet General v. Winterfeldt und die übrigen Mitglieder der Kommission haben ihre Arbeckszimmer rn der zwstten Etage des Hotels. Zweimal täglich finden sie sich rm Eßsaal wc»auch.du. Vollsitzungen stattsinden, zu erium emfachen Mahl Mittags wird Mineralivasser getrunken, well dre Herren taglicy nur aus eine halbe Flasche Wstn Anspruch haben und es- vorzu!)en diese bis zum Abend aufzuheben. Die Sitzungen begrnnen morgen^
10 Uhr und dauern ungefähr bis 1 Uhr. G»ag«i! 4 Ulw kommen dann im Kommissionsmitglieder zur Bciprechimg der vetschiedenen spezial fragen zusamnien. Die meiste,: Ententeversteter tommen zu tZsttz, nur eiirzelne im Kraftwagen. AuNlend lcyön ftmd die Kraslwagen der amerikanischen Delegierten. Du Derren der Entente sind fast alle rn Uniform. Ter französisch- General Nu da nt leitet du Sitzung ein echter Soldat. Alle seine Bewsgimgen srnd kurz imd von einer brüsken Unfreundlich-keit. Er kommt rmt dem Käppi auf dem Kopf l>erem, tmrft es mll schneller Bewegung me: ne Ecke, zieht den Stuhl kurz zu sW heran wü) begmnt svsost zu lesen. Rechts ,reden ihm sitzt der englische General Haftng unv danebeir der amerikanische General Rhc^es, links der belgrsche General Telopve Und weiter nach beiden Seiten die StabsosMrerc und Adjutanten. Hinter ihn«: stehen die Tolmetschjer und Lekrstare. ^ede'r Satz wird sofort in drei Sprach,en pvoteftlftert. Deutsch, Französisch und Englisch sind die zur Konferenz zugelasseneii! Sprachen. Jckxr Vertreter spricht in seiner Muttersprache. Das hat zwar den Nacksidell, daß die Verhandlungen ziemlich lange dauern, aber amh den Vostell, daß man sich in seiner eigenen Sprache besser ausdrücken 'kann und daß man wahrend der Ueber- sctzung }Cük Worte nochmals überlegen darf. Gerade gegenüber dem General Nudant sitzt General von Winterfeldt, rafep neben ihm der Gesandte v. Hantel und die dtpLomattschen S^rtreter, lirtfe die Stabsoffiziere und Adjutanten, Bei den St-chsofftzreren fällt besonders Major Vrrntnvcmst auf, dessen man sich aus den Tagen von Brest-Litowss noch erinnest. Tie Verhandlungen sind gewissermaßen Dialoge zwischen den Generalen dftidant und von Winterfeldt. Ter Ton ist kühl, aber korrekt. Ernzelne „Entgleisungen" der Ententeherren werden von General v. Winterseldt sofost cichti^estellt. Aber die allgemeine Jnteressestlosigkeit ist die Ursache, daß auch diese Entgleisungen sehr selten Vorkommen. Tie Heroen Tjüjren zu und langweilen sich, und 'diese Langeweile äußest sich in der gleichen Weise wie auf der Schulbank. ^i£ unterl-andelnden Generale und Stabsoffiziere der Entente zeichnest Kastkaturen des Generals v. Winterfeldt und lassen diese als Erinnerung für die Deutschen zurück. Man gstvinnt de,: Eindruck, daß die Herren der Enteiste nach Spaa gekonimen smd, ohne das geringste Interesse für das Volk, mit dem sie zu verhandeln haben. General 'Nudant hat sein«<Z-Nstruftionen vor: Foch mitbekommen und Mt sich daran fest,. Eft: Besveis von großem Wohlwollen ist es schon, wenn er verspricht, über einzelne Unterftagen nähere Jnst,rüftionen von Foch, £u erbitten. Tie Erstente-Kmnmission stellt sich mts den Standpunkt, daß die Verhandlungen m &paa aus- Mießlich einen militärischen Charakter tragen, wahres die deutschen Kvmmissionenmitglieder täglich erneut darauf Hinweisen, daß die ökonomischen Sckiwvestgöstten die gleiche Lösung erwidern wu die inll itärischen. Erst in den allestetzten Tagen hat du Enteiste eine Spür von Neigmrg hierfür gezeigt, aber auch duse lstuvstachlich nur auf englischer Seite. Tie Franzosen haben sich biÄM qewergest. auf öftnomiscku Schwierigkesteii der Teutsc^n e:nM- gehen. Die wichtigste Erfährung meiner Rerse^ so schlutzt der Journalist, ist die, die ich einer Mstteckung des Generals von Winterfeldt entnahm, daß die Entente-Herren m Lipaa emfachl sich weigern, einzusehen, daß die politischen Zustände rn -tents ckMnd zurzell wftklich nickst mehr so sind, tvu vor e:mgen Wocft-n. und- daß die Revolution Deutschlands kein Trick und kerne -Üvmödii, sondern Wahrheit ist.
men werden Die Angeftgenheit wird auf einer .Konferenz, b^ sprochen werden, die heute in Towning begonnen hatund
an der Clemenceau,' Foch, Orlando und Lonmno tellnehmen. Diese Konferenz 'witt) zwei bis drei Dage dauer,:.
Reuter meldet aus London: Ter Korrespondent der ,,dN vrnr ng Post" in Washington meldet: Außer den Fragen über d:e Grrich- tmg eines Vötk^buitdes und der -reihest der Ik&x, ubm doe wahrscheinlich starke MeimnA^sättc^n^^n zwlick^
Wilson und den M liierten entstehen ^^.w^auchdie Kaiser.
frage ^skussion kommen. Lloyd ^(Poorge und Llemencean
haben gesagt, oaß der frühere Kaiser und antJere
T^eutscke bestraft werdet: müßten. Wilson hat mm aber
ausgesprochen, daß Mildening am Platze
von Kabinettsmitgliedern ist abzulesten, daß, ,der
wattig noch gegen Bestrahnu;t.t.. In Wachen ist man
zeugt, daß der Präsiderst mr dre soforttge Zilbissung, T«st1
ist und daß er jedem Vorschlag, T'eutschland ökonomisch zu boykot-.
tieren, entgegentreten wird. __.__.
London. 2. A». lRenfer.) In der DoMMtM^,'E beute eine Konferenz abge halten, an derLloyd George, Bai wur, Bonar Law. Generalstabschtt Senry Wllson,.
Foch. Elemencem!, Orlando und Sonnmo teilnehmen. Die Besprechung heiste vormittag befaßte ftch mst rcuerovtlmingen Er- örterrmg über das Datum und das Verfahren der konferenz und mit Angelegenheiten, „dre mst den ErnzelHerten über die weitere Atissührung _^^chUenstE<mdes öusainmen- hmrgen. Attch die Frage bezüglich des fruhE Kaisers^rde erwähnt. Die Erörterungen dimtten natürlich mtc ^ ^ tung der Beschlüsse, die erst nach Ankunft des Präsidenten Wilson gefccht werden ftnrnen.
Die Belgier in Aachen.
Rotterdam, 2. Dez. Dem N. Rott. Emrr. wird trn en^ soeben aus Aachen Mrückgefthtten Berichterstatter rmeJH daß gestern abend ein Teil der belgischen Satzung znder an* Ammen ift Heute früh tvav nbcvall rn w-mztzmcher umd^tchch^ Sprache eine Verordnung angelchLrgen, daß^ vorläufig^ l^r Straßenverfthr zwisck)en 7 Uhr abends 5 n S^J? ' giscker Zeit verboten ist. Kaffeehäuser, Theater Mw. bl^^ J™F t läufig geschlossen. Ji^er Transpott von Pettoneor «K der Stadt außer mst Tramlxrhnwagm ^kverboten. Alle .uemchm ansammlungen aus der Straße s u^ver^nundwetDen mit Waffengewalt mrsEMSergttprnigtt Bis MM ckTezemdS abends müssen alle Waffen abgeliefett lern. Honsfuchu^en jederzeit und überatl abgchattrn wer den. Bu rger b« auf der traße belgischen Offizieren begegnen, *1« gerfteig verlassen und ihr Haupt entblößen. Bettchtefftatter wucke, obwohl er HvllLirderj^wn »wnb^ch« .Offizieren der Hut vom Kops geschlagen. Anoeven Personen wur- den dre Hüte mst der Reitpeitsche rvm Kopf Das Erscheinen und der VerLmf «m Lerl v «» «»S Dttrcftrsttten ist verboten. Nrenwmd d^^chM«rl«^L dxx die Stadt betreten. Zwischen 4 Uhr nachmittag u-^8 Uhrmov aen^ muß in den ErdgttckK>ßräunwm aller Häuser L ichts brew«u Personen, dre diese Vcrordrrungen übertreten, werden ohne torna® erschossen werden. Ter Stadt sorw wwtt erm Buße auiett^. Zehn Geiseln müssen sich fortwährend auf dem Msthaus m- h alten Sie tragen alle 24 Stunden durch Sckhnm^eve Gesseln abgelöst. Diese Mnueranschläge sind von dem bauten Graeia unterzeichnet. ^>m Hotel des Berichterstatters vr Aack?n kamen heute früh ein belgischer Geistlicher und zwn belgische Mllllärpersonen an. Ter belgische Geistliche^ trat gegenuberemem deutscher: Priester, der früher behauptet haben soll, daß BelgiLN deutsch bleiben Irmrde, sehr wh auf.
Ausfuhrverbot Hottand».
Amsterdam. 2. Dez. Den: „Tttegaaaf" znfvltze terll ^ Niederländische Zufuhr-GesellsckMt mll daß vom Samstag ab m aus welleres keine Ausfuhr-Erlaubnis fur Waren andieMittelmächte erteilt werden wcrd Beschlußst eht wahrscheinlich im Zusammenhang niit^ der Ltiüegung deutscher Kvhlencrusfuhr nach 5)olland.
Unsere in Finnland befindlichen Trnppen.
>oerlitt 2 Dez. Tie deutsche Wassenstlllstandskommisschn mttdet aus Spaa: Die Entente hat unseren rn Finnland befindlichen Truppen freies Geleit nach Deutschland
Mgesichett.
8§rff^!n^Widmpruch^'u den^ftarm''Abmacchrngen'des 'Waffen- mllsstrndsVertrages wonach, Essaß-Lothttngen als Bestandtell Teussckm Rellhes 'anerkannt wird Die Oftenzsperre hat unaüseh- b^chFolgerl au? politischem, wirtschaftlichem und gmsftgem Gebiet.
Die verlangten Kontributionen.
Köln, 3. Dez. Wie die „Wln. Ztg."vonwol-luMerrichttt«! Seite ersähtt, l^t der Vott'itzende der srcm.zoftsckKM Mfenstll^ standskommissiorl in einer der letzten Sitzungen erw Note uber^ reicht, in der die Bedürfnisse ver Besatzungstruppen für dw nächste Zeit Lusenteldet wurden. ^ Engländer verlangen, eme vvr j
Wilson.
Washington, 2. Dez. (WTB.) Reutermeldrmg. In emer gemeinsamen Sitzung des .Kongresses trat Wüson für das neue, auf drei Jahre berechnete Flotten Programm «n. da er es für einen tmverständigen Vettu chhalte, das Flottenpwgvamm der künftigen Weltpolitik anzupassen die noch ganz unbestimmt sei. Er betrachte es als' seine oberste Pflicht, vollen Anterl an der Friedenskonferenz zu nehmen um das Ziel zu erwlchm, für «- die amerikanischen Soldaten Leben und Blut geopfert babvi. ®ci Besprechung der innerpolitischen Probleme erklärte der Präsident, er sei bereit, aus die Verwaltung der EiseNoahnen zu verzichten, sobald eine andere befriedigende Lösung ausgearbtttet woroen sei Als der Präsident seine Absicht mckteilte perswilich zur FrredenM konferenz zu gehen, erhoben sich die demokratischen Senattren mid apvlandierten stürmisch. Die Republikaner verhielten ftch ichwn- gend Die Verlesung der Botsäiaft dauette naliezu eme 5 U Stimdc. woraus Wllstw unter lebhaften: Beifall der Temvftcsten den >L>aal verließ. Nach Verlesung der Botschaft wurden zn^ Resolutronen eingebracht. In eiirer derselben schlug der Iftpublckaner Rodenberg vor, der Kongreß solle erklären, daß Wsssons Reife es chm unmöglich mache, seinen Pflichten als Prafiderst nachzukommen. Diese Resolutioii wurde einer Kommission übettmeseii.
Die Abfichten der Entente.
Haag 2. Dez Aus London meldet der „Telegttmf": Der parlamentarische Korrespondent der „Times" schreibt:
Ter (lHesckluß, Maßregett: gegen den deutichen Karfer zu ergrei.vn, ist augenscheinlick) eine Losung der Wahlftage. Ter Krregsmiuister kam m folgenden Schlüssen: 1. Es liegt in der Mackt der alliierten ReMerungen, die Lluslieftrung des Kttssers zu verlangen. 2 Tie brllisckM Regierung wird alle nötigen schritte tun, rm: die Auslieferung dmckWssetzent 3. Wenn die Auslieferung gesichett fft, ttruß der.Kaiser zum Tode verurteilt werden. Es wird mllgetellt, daß das Mttiisteriwn keinettei Aktiviren beginnen wird, bevor die alliietten Rsgierungeit ihre Zustünmung gegeben haben. Man zweifelt jedoch nicht daran, daß die französische und italienssche Regierung Mt der bellischen übeveinstim-
Ein AbschiedSerlaß des früheren Kronprinzen.
Berlin 3. Dez Unter den: 11. November hat der bisherige Kronprinz sich mll einem Erlaß von seiner Heeresgruppe verabschiedet, in dem es heißt,: __ ^
^iachdem S. M. der Kaper den Oberbefehl niedergeelgt hat. bin auch ich durch die Derhältnssse gezwungen, nun da dre Waffen ruhen, von der Führung meiner Heeresgruppe zurückzuttettn. Wte immer bisher, so kann auch heute ich meinen tapferen ArmeOt. jeden: einzelnen Mann nur aus ti-effbem Hetzen danken für ihren Heldenmut, für die Opserfreudigkell und Enltsagung, .mst der sre allen Gefah'reii llls Auge gesehen und alle Eistbehruugen willig ft'rr das Vaterland ertragei: haben, in guten mrd in bösen ^agen.
Eine Erklärung des Prinzen Heinrich.
Berlin, 3. Dez. In der .IreuMg." ettäßt PrinzHein- rich von Preußen, der Bruder Wilhelms II., folgendeKuiü>- gabe an alle Familienmitglieder des könitztich v-renßischen Hauses:
Als Set stör der zur Zeit in Preußen und dem Dents ckien Reiche wohnhaften Mitglieder des preußischen Königshauses erkläre ick hiermit, daß ^twtz der yreuordirung im Reiche und in Preußen, rvelckre ick unter dem Druck der Verhältnisse crnzuerkenn«: gezwungen bin. ich bestrebt sein werde, einer geordneten gesetz- und vcr asrungs' mäßigen Regierung zur Erlangung erträglicher Verhältnisse zu helfen, daß ich aber anderseits mich persönlich bis an mein Lebensende an die Person unseres Königs als gebunden eraäste und allos tun 'werde, was in menren Kräfte,: steht, um Schaden von ihm abzuwenden, ihn als mein alleiniges Familienoberhrustst restst>:> anerkenne Indem ich diese,: meinen Standpunkt allen Mitgliedern des königlich preußischen Hauses hiermit zur Kenntnis bringe, er hoffe ich von diesen eine gleiche Gesinnung.
Line Wendung in der bayerischen polittt.
München, 2. Dez. In der heutigen NachmittadHsitzimg des Landes-Zentral-SoldatenrateS gab Drinisterpräsident Eisner im Namen des Ministerrates des Dolksstaales Bayern eine einstimmig gefaßte Erklärung ab, in der es borgt:
Die Regienmg dos VoMstaales Bayern verbürgt sich dem ArManb? gegenüber, daß das neue StaatÄvesen in ruhiger Weise sich entwickelt und in dem Vettrauen irnd der Mitarbeit der breitesten Ddassen des Volkes verankert ist. Von den Mächtm der Entente erwarten wir. daß fte, um die Bevöllvmng Tcntschlan>s zu lnwubigen u,st> seine völistsche Kraft Mlfzuttckten. iVu tzurüchten entgegen treten, deren f>ortdmwr ^fttslünde wilder Verz-veisUnpg


