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Xttf Stadt und Land

Gießen, den 26. November 1918. Leben-mittel.

W u r ftv erkau f. Ter Becßiuf tt>.i Wurst aus unterwctti- OSi Rrntern findtt am Mittwvch,, den 27. d. M. n-ahvcnd der Üblick^n Gesck>äftsstun!den statt. Näheres siehe Anzeige.

Zwiebel-Verteilung. l Ausgabe Vtz. 7.) Bon Fre^ tag, den 29. Nov bis Dienstag, den 3. Dez. 1918 gegangen gegen j Vorlage der Lebensmittel krtto utrd Abgabe des Bezugs ab s ckMittes ! Nr. 7 in den KleinhLndelsgesMsten, bei denen die Vorbestellung i «rfolgl ist, Zwiebeln zur Ausgabe. Auf den Abschnitt aitfällt I 1 /f Pfund Ztriebeln. Siehe Anzeig.

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** Warnung vor dem Verkehrmit Kriegs- yefangencn. Wie nnr bereits verschiedentlich angedeutet, haben fick) im Verkehr mit den Kriegsgefangenen Zustände herausgebildet, die die Moral der ganzen Bevölkerung ge­fährden. Warnungen sind bisher fruchtlos geblieben. Das Polizei amt teilt uns nunmehr mit, daß es sich gezwungen sieht, von setzt cm mit rücksichtsloser Schärfe gegen alle Frauenspersonen vorzugehen, die im Verkehr mit Kriegs­gefangenen arrgetroffen werden. Jede S-chuldige wird zur Feststellung des Namens zur Wache gebracht und die Namen werden anderen Tages an dieser Stelle des Gießencr An Seigers an den Pranger gestellt.

** Zur Mitte i lang über die glückliche Ankunft zweier Wagen mit Wein in Gieftm wird uns beträtet: Es würde die Leser sicher auch interessieren zu hören, daß beim Ent­leeren dcr beiden Wagen von den dabei tätigen Mannschaften im Bessern von Vertretern des Soldatenvates, die als solche durch ihre weißen Armbinden kenntlich waren, zwei Kistenerbrvchen und die darin enthaltenen Flaschw am Orte aus ge trunken worden srt:d. Tie leeren Fkisck-cn sind über die Mauer in den Garten des Anakomie-GebÄidos geworfen ivvrden. Tie bestimmten Aussagen von sickirren Zeugen werfen ein recht hübsches Licht auf die Inständig tviderhiolte Bebaurüirng. Plünderimgen und Ti-eb- stähle kämen nicht vor. Von den Fenstern der Miniken aus kann man manckres beobaästen. was mit dieser in Widerspruch steht. Wir bcmecfni hierzu, oaß uns weiter wtgtixmbüäyß. Falle zur Kennchis gekomnnm sind. An der Plockstation Klein-Linden soll die Ausplünderung der dort Ixcktetiden Eisenbahnlvaggons durch Militär und Zivtlbevälterunq an der Tagesordnung sein. Tie Un- verschiämtlZect der Räuber geht so weit, daß sie Bahnbeamten, die dem verbrecherischen Treiben Einhalt c^bieten wülten, mit Tot­schlag drohten. Wenn die neugebildetc Sick>erchnts>lvehr nicht aus- reicht, so ist cs an der Zeit, hier und auch in Klem-Oinden eine Freiwilligemoehr zu schassen, die den festen Willen l)at, rücksichtslos Een alle Auswüchse vorzugehen. Wir sind sicher, daß es an Frei­willigen nicht fehlen wird.

** Keine Entwaffnung von Fronttruppen. Wie der Arbeiter- utrd Soldatenrat beim stellvertet-enden (^«1 klmimando 18. Armeekorps mittttll, sind Fronttrnppen selbstver­ständlich nickü zu enttvasfnen. Zu den Fronttrnppen zählen auch vorausgesckncktc, im dienstlichen Interesse tätige Militärptrsonen, wie Quartiermacher, Verbindungs-O ffiziere usw.

** Ans dem Stadttheaterbucea u.Auf die l)eute stattfindende 7. Tienslag-Abonrvement-Borstellimg sei mich an dieser Stelle ganz« besonders hingewiesen. Zur Aufführung gelangt Sha^chpeares ..Kaufmann von Venedig". Die mft Rück­sicht auf die Köhlenknappheit notwendig gewordene Zusammen-- legimg der Llorstellungen findet bereits bei der nächsten Freitags- dlbonnements-Vorstellung Anwendung, so daß also die 7. FreitagK- Äbotrnernettt-Vorstellung am Samstag den 30. Noveml^r stattsindet.

** Wirtschafttiche Demobil ma chu ng. Durch die ^ldeichskanzlerverordrrung vom 7. November 1918 über die wirt- schaftliche T-emvbilnmchlmg sind amtliche Stellen eingerichtet wor­den, mit der Aufgabe, Anordnungen zu erlassen, welche erforderlich sind, um Störungen des Wittsä-aftslebens infolge der wirtsckZaft-

Vrmdwerlier-Z^I-^UgeiDffenschaft soll eine rilärung dieser Frage Herderscttchtt locrdam Im weiteren Verlaus der Verhandlungen machlte L.r. Krrrnsrmckler noch Mitteilung, von der in Aussicht ^nommenen Lelirloig^vermittlungsstelle, die allen Handtverkern und tehrllnsen unentgeltlich, zur Verfügung steht. Llußerdem ist deadllchttgt, me Mitglicher des Ottsgewerbevercins bei der Füh- run g der B ü cher in geeigneter Weise zu unterstützen.

Eine Versammlung der Reichs-, Staats - und kommunalbeamten sowie der Bedien st eten und P en- sronäre, die außerordentlich stark besucht war, war auf gestern, abetw rn das Hotel Grvßherzog cinberufen. Sie hatte den Zweck, m dieser ernsten Zeit den Zusammenschluß aller lokalen Beamten-- vercmigungrn herbeizuführen. Nach einer längeren, eingehend-ew Aussprache, an der sich die Vertreter aller Gruppen beteiligten, wurde die folgende Entschließung einstimmig angenommeti:Die am 25. sttovember im Hotel Groß!>erzog in Gießen zahlreich ver­sammelten Reichs-, Staats- und Gerne indebeamten, sonne Ruhe- gehaltsenipsänger^stellen sich uneingeschränkt in den Dienst des deutschen Volkes. Sic sind bereit, alle von der bestehenden Regierung rm Interesse der Fortführung der Geschäfte ergehenden Anwei­sungen zu befolgen; sie sind aber in schwerer Sorge und Unruhe wegen der Sicherung ihrer Existenz. Sie sind nicht gewillt, sich bei der Geltendmachung ihrer Rechte ausschalten zu lassen, und er­warten von der neuen. Regierung, daß sie die von der allen Re­gierung übertwmmenen Verpflichtungen hinsichtlich der Sick)erhei.t threr Existenz und der Zahllmg der Besoldungen und Ruhegehälter voll und ganz übernimmt. Die Beamten fordern daher die als- baldrge Wahl und schleunigste Einberuftmg der zugesagten Na- tional Versammlung." Darauf wtirde ein^Arbeitsausschuß aus Mit­gliedern der einzelnen Gruppen der akademisch gebildeten, der mittleren und Unterbeamten der Reichs-, Staats- und Gemeinde­beamten sowie der Lehrer uttb Pensionäre gewqhlt, an den sich auch der Verein der Privat«wgestelllen anschlicßcn sott, so daß drese Organisation wohl die Zahl von über 4000 Mitgliedern um­faßt, ein unpolitischer Verein, an dem man nicht achtlos vorüber- ge!-cn kann, dessen berechtigte Wünsche und Forderungen gehört werden müssen.

** Entlassungsanzüge nur dtcrch die Militärbehörde. D^e Versorgung der aus dem .HeeresRenst aus scheidenden Uuter- vffizicre tucd Acannschtchten mit EnllassungsLnzügen erfolgt du.rck> die Ersatztruppenteile, die die Entlassuug vornehmen, und nicht mehr durch die N<tchsbekleidungsstelle und die bisher von ihr beauf­tragten Kommunal be Hörden.

** P ferdeversteigerungen. Von Toryierstag den 28. November ab finden auf dem Trieb in Gießen lExerzierplatz) täglich PhnÄevcrsteigerungen durch die PserdeÄimminron Gießen statt. An der Versteigerung dürfen sich in erster Linie imr Landwitte und Gcwerbetteibende btteiligen, die durch Bescheinigung for örtlichen Behörden (Bauernrat usw.) nachveisen, daß sie Pferde an die Heeresvettvaltung abgegeben haben und nock) nicht anderweitig tliren Bedarf au Pferden decken koirttten. Händler werden - I, Jt Zu gelassen, sttähere Auskunft wird durck- die Geschäfts- sttile des Pwvrnz^Bauernrates in Gießen, Friedrichsttaße 6 (Bttephon 166) oder durch die Pserdekormnission in Gießen (Garni- sonLmrmando) Teleplwn 2115, etteilt.

schwarz-Weiß-Lichtspiele, Scltersweg 81. Ab

sichen TenwbiliwLchung vorzrtbeugen oder abzuhelfen. Für Hessen ist vom Ministerium ein Staatskvmmissar ftir Temvbilnmchnng bestellt tvorden, der im gvnzett Lande örtliche .Demobil- Machungsausschüsse eingesetzt hat. Ter für die Stadt Gießen bestellte Temvbilmachungsausschuß besteht aus folgenden Herren: Oberbürgermeister Keller als Vorsitzender, Bauunter­nehmer Georg Becker, Oekorvom Heinttch Gott mann, Kom­merzienrat und ZigarvmfabttVant Heinrich Schirmer, Weiß- bmdermttster Cl/ristoph Schmidt II. von seiden der Arbeit­geber. Schriftsetzer .Hermann Degenhardt, Geschäftsführer Dcinrrch Fourier, Eisertdreher Karl Müller, Schreiner August Schocker vvn .seiten der Arbeitnehmer. Tie Denwbil- machungsorgane sind mit weitgehenden Befttgnissen ausgestattel, <mdi ist in der Reichs kan zlerverordnung bestimmt, drß vorsätzliche Zuwiderhandlungen usw. ihrer Ajwordnungeit nrit hohen Geld- sttafeil belegt werden können. Ter Tenwbllmacknmgs -Ausschuß ist nicht zu rvrwvchscln mit der TemobUmachungs-Ko mmii s slvn; letztere besäst sich fast aussckiließlich mit Ein gnartterungs- und Ernährungsfnageti. Der Temobilmaämngsaus- KtKul«itTiij in den nächsten Tagen dcn hiesigen Arbeitgebern in Handel, Industrie, Gewerbe und Landwittsck,gft Fragebogen zugehen lassen und envattet, daß deren Ausftlllung im Interesse der Sache möglichst umgehend und gewisscnl-ast erfolgt.

** Arbeitsbeschaffung und Ro hsto f fv ersvr- -nng für Handwerker. Am letzten Freitag fanden sich im Gttverlw'haus die Vorsitzenden der lstesi»m im Gewrwbever.ttt ge- btldcten frachvercinigitngen zusamnreu, um gemeinsam mit dem Vorsttzcnden des Ottsgetverbevereins Prof. Dr Krausmüller und dem Leiter der Handweröerberttungsstelle H. Kirchner eine Auslpracke über Arbeitsbeschaffung und Rohstoff­versorgung für d«s Handwerk lvrbeizufülwen. Bei dieser (Ze- legutheit wurde fcstgestellt, daß für einzelice Berufszweige Aussickst aus geuugettd Arbeitsaufttäge besteht, die ein»' normale FottMhrung bzw. Wiederausnahme der Bttttebe erm»glia?.n. Hierbei /oerden auch, dre mm anderer Seite bereits gttroffenen ViaßnaInnen för- dvtttch seut. Bei andaren Betriebszüoeigen dagegen sind die Aus- M^.auf Uel^rwnsung von 'Aufträgen außerordentlich genug Was dce NohstoffversorcMNg anlangl, so leiden die einzelnen Äerufs- xvetge durchlveg an dem Vllrngel mr Eigneten sttohstoffen. Durch ^th^dlunEt^mtt^m^Kr^ chiiß für Ersatzfutter, sowie d er

U löBD^rfurac 5Hfiffwr fts Kam Kalchz JinkS.

Rounrn von A. H. Adams.

(Nachdruck verboten.) (15

(Fortsetzung.)

Ddettr Name ist Jones," begann Gala^ad.

. Zu Galahads Erstauneti wurde tzwrace Lothian kreide­weiß. Er wcrrs erwen hastigen Blick' über seine Schulter, [dbcv dann kehrten seine Augen rasch wieder zu 0>alahads »rnschttldigem Gesicht zurück, wo sie 'offenbar beruhigt ver- werlten. Er beugte srch über den Ladentisch und begann vorsichtig:Sie wünschet: mick> zu spreckZen?"

Wegen einer Dmne," sagte Galahad.

Ter verwirrte Ausdruck kehrte augenblicklich tn das Eesrcht des jungen Mannes zurück.

Sie find ihr Vater'?" fragte er, nach Luft schnappend, nein!" rief Galahad lachend. ,^Fch bin nur ein Wveund von ihr.^ Fräulein Sibyl" Er hielt inne. Es jiet lhm ein, daß er chren Familiennamen nicht kannte. Es war rhnr gar mcht zum Bewußtsein gekommen, daß etn so unvergleichliches Wesen einen Familiennamen haben rmrnte Aber er. wußte die Nitmmer ihres Hauses, und' das g<mügte Galahad fühlte sich erleichtert, als er sah, baß Herr Lothurn srch des Nmnens erinnerte.

,M) die!" murmelte er in einem Tonfall, der fast wre Erlösung flau#- '

^e, 26 Nov/ bis einschließlich' Freitag 29 Nov., wirkt ömrnt Weiße m ihrem FrlrwvettlTer Sck;,ön!heitstpveis". Außerdem Else Eckersberg die Hauptrolle in dem Lustspiel schlaget, in o AktenElse als Detektiv". f

** Lichtspielhaus, Bahnhofsttaße. Die morgen zur Auf fuhrung gelangende Lichtspicloper _Tec Waffenschmied" ist nach dem Lvilem des Müncheners Beck hergestellt, dem es nach jahre- lMigm Versuchet: geglückt ist, zwischm 'FitNrbild. Gesang und Musik aus Gnmd eurer smnveicl-en Erfindung, eitu: ovllständiae Uebereruftrmmung zu erzieletr. Ddig die Filmoper immerhin als eur Erlatz at^ptr^en wetDetl, so ist es doch da.rkbar zu be- grtchen, daß eben allem durch, sie breitesten Kreisen die Kenntnisse tmterer Opern vermittelt und gute Musck im uxiljien Sinne volffstümluh gemacht wird.

Kreis Büdingen.

Ortenberg. 25. Nov. Am Samstag abend fand auf Ernladung des hte,-:geti Arbeiter- und Soldatenrates uttter Leitung des Scblossermetsters Hüs eine Versammlung in derPost" statt, m der Kttankenkassenkcmtwllertr Beckmann von Gießetr über die angebliche Cntstelmng des Krieges utrd die atrgetiblicllichen Auf- gaben amen Vortrag hiell. Mit erner nach den Airs ülrrungen aller­dings sonderbar tvirkenten Aufforderung zur Einigkeit und llnter- stellung unter dw Arbeiter- und Soldat-eirräte. die die nachträglich noch gebildeten Banern-, Bürger- utrd andere Räte höchstens als hwcttend zuzrehen könnten schloß der Vorttag, der von ettva 60 Zulwrern besucht war, keiiterlei Aussp.ache und nttr schwachen Bei­fall ausloste. Hoffentlich hött die Bürgersck>aft Ott<mbergs in kurzer auch entmal eine andere Darstellung über die Schild- wage des Ktteges. In der Nacht aus Samsttg hielten die Posten des Nestgen ^Arbeiter- imd Soldatenrates ein das Schild des Ar- lttiter- und Loldatenvates Frankurt führetides Auto an, das an- saxnnend auf der Hamstett'ahrt bcgriifen oder Scksteichhandelsware abholen sollte. Es wurde von einen: Fül)rer gefahren, der eben- salls einen Ausweis des Arbeiter- tmd Soldatenrates bei sich hatte außerdkm befand sich trockt ein Mattose und eine Dame dann. 60 Pfund Frucht, die bereits verladen waren, wurden beschlagnahmt.

Kreis Schotten.

Schotten, 23. Nov. Auf Einladung des Bauernrates Sckwtten versammelten sich vorgesteni B^rtteter aus fast allen Ge- meitrden des Kreises zur Grütidung eiens Kreis-Bauern^ vates. Landwitt Eellanus, Sitten, eröfffrete die Sitzung und erteilte Sekretär Wagner, Gießen, das Wort für das aufzustellende Programm. Er betonte die NotivendigLeit des Zusamntetischlusses der Bauern und landl:ck)en Arbeiter. Herr Kilian, Meiches, er- wetterte das bereits bekanittgegellte Programm. Auch seine Äus- sulyrungen fanden allgemem Annahme. Da noch nicht in allen Orten des Kreises Bauern rate gebildet sind, wurde nur ein vor-, lcnffiger Kreisbanernrat getvählt, dem folgende 5)erien anaehüren:

Mttches; K. Jung III., Freienseen: Forstmeister Klingel- bo»er. Gedenr; ^a^ Gröll VI., Rmmod: Th. Eellattus, Schotteti;

^ öxv ' Stumpertenrod: L. Jakob, Ulrichstein. Als vv l iusiger Vi>r ltzmder wurde schotten, bestimmt. Das festgelegte Programm für ^Lj^Eellung der Ernährung der Bevölkerung. 2. Nachdrückliche Bekämp'ung des Schlcichhandels und

der Hamsterei. 3. Sicherung der Lcmdtvittsck>aft gegen imberulenck Uebergttsse. 4. Arbtttsvertmttlimg: a) menschlick^ Ar'ceitskräiie; b) tiettsche Arbeitskräfte. 5. Kontrolle über die abgelieserten ^tzah- rungsmittel beei dcn zuständigen Berbäneen durcck ^ommi'sionen aus Bauern, Bürgern und Arbeitern bes:el>end. 6. Eng' e Ftchnmg- inahme mit den Arbeiter-, Sob.xrceti- und Bauertiratcn. 7. Be- leittgung der Wirtschafts-Ausschüsse turd Uchernahme der Befuge Nisse auf den Bauernrat. 8. Alle bisher durch Kvnnnissionen aus- übten Rechte gehen auf den Batcernrat über (ViehLommiiiiou u,w.). 9. Bekämpfung der Provisionswirtschaft.

Kreis Friedberg.

. B a d - 9? a u he i nr, 25. Ütov. Ter Berern der F o r t * 1 chri ltli chen Bolkspartei, der Mtern nach dem Kriege lerne erste Hauptversammlung abhielt, '.vaksttc als Vorsitzenden Herrn Apotl-eker Heß und beschloß sich in ZtcktinftVerein der freut)ccen demokrcttisckien Pattei in Bad-'Nauheinr^ zu trennen mte> eu^e stteng soziale fremokratisck-e Polittk zu treiben. In nächster Zeit soll eine große Versammlung einberufen werden, zu der Prof. Tr. Strecker als Redtrer erwartet tvird.

, Starkcnburg und Rheinhesftn.

n. Offenbach, 22. i)tov. Tie Stadtverordnetenvenaimm- lung trahtn die Vorlage bezüglich der einmaligen Teuerungs­zulage für städtische Lehrer, Beamte und Arbeiter etttsprechettd der Vereinbarung unter den hessischen Großstädten einstimmig au. Me Schutzmmrnschaft soll vorübergehend um 30 Mann ver­mehrt lverden. Außerdem wird eine Bürgcrwchr 'gebildet unfr von der Heeresverwaltung ausgerüstet werden. Der Ober- bürgermeister hat bei dem Arbeiter- und Soldatenrat den Antrag gestelll, daß auch die Bürgerschaft in dem Ra: vcttreteti sein möge. Für die städtischen Betriebe wird die achtstündige Arbeitszeit eingcfühtt und die dafür erfvrderlicNn Mehr­ausgaben bewllligt.

^ Hcsscn-Nassau.

r-^ an Jr U c. 25.5^. Ter Verlag desHanauer Anzeigers" bittet um Auffrahme folgender HLotiz:FluchtindieOeffcnt- l i ch k e i t! Wie der Hattauer Arbeiter- und Soldatenrat mit frem­dem Eigentum umgeht, zeigt folgendes: Ter soll 175 Jahren im Verlage des vereinigten eoangelisck)en Waisenhauses zu Hanau er sck-emeiideHatrauer Anzeiger" wurde im Woge einfacher Anord­nung zum Ptchlikattonsorgan des Hanauer Arbeiter- und Seldaten- ^^^?rmmt. In dem in bürgerlicher: Kreisen von Stadt- uiid t'^andl.rew Hanau wett verbreiteten Blatte ettcheineu jetzt nicht nur vre amtlichen Veröffentlichungen der ober: angesühtteti Stetten, viel ­mehr ist es zum großen Tell mit Attikeln ausgesüllt, die aus der ^r2 frervvn Anhängern der unabhäiigigen Sozialdemokratie, ins- l^ondere der Spattakusgruppe stammeti und das Bürgertum dtircb ihve modrige Sprache abstoßen und zur Auigabe des Bl-tttes der- Milassen. A-te Einnal/men aus dem Verlag dienen der Pflege und Erziehung unbemittelter Waisenkinder Mts Hanmt und den um- Sie sind die durch dieses rücksichisloe Venalnett altern Geschädigten. Betchverden bei dem vom Arbeiter- und Sol- ^/brat und Polizeteirektor sowie bei dem ^ntrat haben bisher Seine Abhilfe gebrackst. Wohin soll svlck^ Borgehen gegen Preßsreihcit und Sicherheit des Privat- eigentums sichren- J)t das demottalische FrtthAt? Ten von dem gesamten Burgettum ersehntm Ftteden nach Außen und im Inttern wird ern solu-cs Vorgehen uns nicht bringen. Tie Anordtmugeti

^ ??te aten J rale5 sbel-ett hierdurch im di-

reften Widerspruch tmt den Willenskundgebtcngen der neuen Re-

fr* 10? meisten Arbiter- und Soldatenräte. Un sJ? T m U - T 9 v gefährlicher Verbrecher stand

reuen 91 rt^V 888 ^ Kirchentwhlenbach bei Tr er gebv- renen VIrktter3 Jakob S.ern wegen mehrlackier Einbrechereren usw

^ Wie aus der Verhandlung hervorging, toar

^ Transpott von Görlitz <too er 15 Jahre Franksntt in Kassel etttwichen ^ b i C Attenberger Gegend, wo er einen ent', Schmidt kennen lernte. Beide verübten HL r Ern,en Bredenkote, Frankenberg und zuletzt in Wetter unt üanze Rcrhe Einbruchsdiebstähle. Dickst bei den ' ' >2stt-rn festzunehmen, ioähretid sei: Gmoise entkam. Ettuae Tage spatcw entfloh Stein aus detn Mar- Ncrger Gefangms und bogamt sofort tvieder sertc c>erbreck-erts^ Handwerk Mtckzen hier und Gießen auszusühren. Endlich gelang es ihn in Gceßen wceder fcstzunelZmen ntid nach Marburg zurück, znbnngen. Tas Uttell lautete heute mrf loeitere 12 Jahre Zuckt.

5piekplan des Gietzener Ztadttheaters.

m Tienstag 26. Nov., 7^: Ter Kaufmanu von Venedig". lGew Pr. 7. ^tenstag-Abonneni.-Vorst.) Freitag 29., 7i o- .Sodoms vf?' ft Sonntag' 1. Ter.,

lGew 7 1 / 2 :Schwarznmldmädck".

Amtlicher Teil.

Bekanntnmchnttg

Um das in den Ottschaften und auf den Landsttaßen herum- liegende lvcttvolle Heer cs gerät usw. (Waffen, Munition. Helme, Leibrtemetr. Bekleidungsstücke und so mehr) zu bergen, ist beim dtesieittgetl BezrttslfrnlMtrndo (Zimmer 24) eitce Smnmelstelle erngert artet Nwrdcn. ^

Außerhalb Gießen wohnende Pett'onen wollen das gefundene Heeresg'wät usw. mt die zuständigen Bürgermeistereien abliefern, die für die Weitettetchung an die SMnmelstekte Sorge ttaaen werden.

.M wird daraus hin gewiesen, daß jedermann, Soldat wie Zwrlist, der Heercsgerät, Waffen usw. auf der Straße sinket, es anderen Ehre machm muß, das für uns so wertvolle Ncaterral an dre Sammelstelle abzuliefern.

Atich das vaterlättdische Pflichtgefühl erwattet, daß nietnand Heeresgvrat achtlos^ am Wege liegen läßt.

^ ..Gs sei keinem zuviel, auch nur den kleinsten Gegeustaiid zur Ablieferung zu bttngen.

G ic ß e n, den 24. November 1918. X)96k

vrzirkskommanso.

v. Kropff, Major z. T. und Bezirkskommandeur.

bring^l^ ^ flcWeiT ' Ilmen eine Botschaft &u

j^Cber te-cr sind Sie, utib warum hat sie nicht ^

An der Frage des jungen Mamtes la-g ein kleines Mißtrauen verborgen; aber ein weiterer schneller For­scherblick rt: Galahafrs harmloses Gesicht beruhigte ihn )vie- fühlte, daß ihn der junge Mant: schleckst Gernufschäßung betzvachtetc. Er errötete leickst da er sich belvußt wurde, ehve armselige Figur als Kupido ab zugeben.

Äit vreler Umständlichkeit erlättterte er alles und legte ausführlich das wutrderbare Ereignis mit dem Briefe dar und das noch tvnnderlwllere Stelldichein. Darm bot er chm ehrerbietig uiw widerstrebend det: kostbaren Brief­lich^ dar. Horace nahm ihn und sah den Brief Nach­lasse durch.

,^Ja, es ist ihre Handschrift," war alles, was er sagte. Und was wünsck)et: Sie?"' fragte er dann ein tvetria un- geduldrg. °

Galahad erklärte es ihm nervös.

. ab-end!" sagte Herr Lothiat: mit unverkenn­

barem Wcherwlllcn:.Ich kann wirklich heilte abend nicht kommen, ^zch habe eine lvichtige Verabredung. Ich"

Aber Sie müssen!" sagte Galahad mit enter plötz- lrchetr Hartnäckigkeit, oie er selbst nicht begriff.

Nicht heute aberw das ist gan^ ausgeschlossen Aber morgen abends

S:e sagte l?e ute abend. Ich habe versvrochen, Sie heute abeird zu bringen," rvtederholte Galahad hartnäckch. Was würde sie von ihm denken, von ihm, der sich ihrem D:e::st zugeschworer: hatte, wenn er ihre Besebke nickst ans. führte?

Ich Latin (nicht konnnen,^ sagtesder junge Mann gereizt und feine Miene deutete an, daß er die Beertdigung des Ge­spräches wünschte.Aber ich werde ihr schreiben. 'Wie tvar die Anschrist? Sie ist nämlich umge^oger:, und sie l>at mir n:e geschrieben. . ."

Sie koirnte nicht schreiben," erwiderte Galahad schttelt, schon verletz Ldurch die bloße Ändeutttng einer Treu losch- vett seitens Sibyls.Sie tvird bewacht, mtd Ihre Briefe haben s:e nickst erreicht nicht einer."

^oagtc Horace, augenscheinlich verdutzt

r. c. f ' öic Sie an ihre alte Dldresse geschickt haben," half Galahcw ein. r

Ach, frte !" rief 5frorace, der sofort im Bllde tvar. . Sie hat s:e niemals bekommen? Das erklärt alles!"

Jhf Vater ließ sie toeöer einen Brief entpfangen noch emen schreiben. Aus diesem Grutrde bediente sie sich meiner Person. Sie sehen tmn tvvht, daß Ihr Sckt-reiben au sre kernen Zweck hat. Sie müssen selber kommen."

Können Sie tlicht mit ihr sprechen und es ihr sagen ? Ich fluetfre morgen altetrd dort jein.^

(Fottsetzung folgt.)