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Erstes Blatt
168. Jahrgang
Zamttag, 16. November 1918
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EemrÄ-AMtzer für Oberhessen
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DK EkstUmg der Wassenstillsjandsbedmgungen.
wochenrüSdllS.
Je näl^r wir uns alle Einzelheiten und Hergänge des llinhurzes der letzten 10 Tage betrachten, desto wehr be- seftiFt sich bic Ueberzeugung, daß wir kein Recht haben zu klagten oder gar anzuklagen. Es fei denn, da» wir das grausame Geschick verdammen wollten, das uns diesen Krieg verlieren ließ. Wir könnten darüber rechten, ob es iwtwendig und unabänderlich war, daß unser heldenmütiges Volk nach so wuchtigen Proben seiner Kraft schließlich dennoch überlväl- Ligt wurde. Darüber werden wir später und bei anderen Gelegenheiten noch öfters zu reden haben. Heute ftagen wir uns jedoch nur, ob das Unterliegen im Kamps mit dem äußeren Feind diesen Umsturz unseres ganzen Staatswesens zur Folge haben mußte. Wir meinen: Die Gewalt der neu geschaffenen Tatsachen drängte unaufhaltsam dahin. Nicht Lehren und Theorien haben in dieser Revolution gesiegt, sondern ,,,deä furchtbaren Schicksals Gewalt". Wir erlebten die innere Umwälzung wie ein großes Naturereignis. Die vom „Vorwärts" Mlgedeutete kleine Vorgeschichte der Revolution, die Bewegung der Seeleute in den Hafenstädten, besagt nur wenig darüber, „üiie alles kam". Nehmen lvir einmal an, es wäre nach der Llbrciie unserer Waffenstillstands-Abordnung tmders gekommen. Dieselben erschütternden Bedingungen waren uns auferlegt worden und^Hindenburg hätte den stürmischen Abbruch, den schleunigen Rückzug der Truppen ohne die Soldatenräte organisieren müssen. Wir dürfen uns keiner Illusion darüber hingeben, daß dann die g r ö ß - ten Gefahren vor uns gestanden hätten. Da hätte, weil die Stimmrmg in Heer mrd Volk mit Unmut und Unruhe geladen war, blindwütend das glühende Erz sich selbst befreit, ein trauriger Zusammenbruch wäre erfolgt. Wir dürfen im Unglück von einer glücklichen Schickung sprechen, die uns vor dem gefürchteten Chaos bewahrt hat. Der Umsturz des Staates vermahlte sich mit einer den härtesten Schlag des Schicksals geschickt auffangenden Organisation, einer Bewegung, die Unsere Soldaten auf sich selbst besinnen ließ und die ihnen eine gewisse Sicherheit, um nicht zu sagen Begeisterung, ein- gab, roeü sie dunkel fühlen mußten, daß sie die neue Zeit begründeten, indem sie zunächst das Heer demokratisierten. Es war im Grunde keine Volkserhebung oder -empö- run g, die wir dnrchmachten, sondern eine geordnete Flucht vor der Wetterkatastrophe. Das Volk, keineswegs in feindliche Gruppen gespalten, war still und verharrte, wie ein I holländisches Blatt sich verwundert ausdrückt, in einer bei- I nahe schulmeisterlich^ Ruhe.
I - Mer nicht diese^Technik in der Ueberwältigung eines » ungünstigen Kriegsausganges bestimmt uns, die Dinge, wie sie sich abgespielt haben, zu bewundern und zu billigen. Wir stellen uns ganz und uneingeschränkt aus den Boden des Ge- I wordenen. Die „schulmeisterliche Ruhe" des deutschen Bürgertums hat ihre ganz natürlichen Gründe. Die verzehrende Glut des Krieges hatte die Grundlagen des Reiches und der ! Einzelstaaten verschoben und geändert. Wir wollen nicht, wie die Sozialdemokratie es jetzt tut, schwere Steine auf die alten Gewalten werfen, sondern wir haben uns darauf zu besinnen, daß die alten Mittel, Staat und Volk zu führen, nicht mehr ausreichten. Wir satlew wiederausbauen und dafür viele ' Milliarden auswenden. Daneben fließt ein großer Teil unseres Nationalvcrnwgens in den Besitz der Feinde. Das ist die wahre Umwälzung in unserem Volke, die denn auch ökonomische Neugestaltungen von Grund aus bedingt. Die Struktur des Staates und seiner Volksklassen ist anders ge- rvorden. Die Einrichtungen des Staates müssen sich den neuen Anforderungen anpassen, und die alte Machine konnte das nicht mehr leisten. Dieses 'Gefühl hatte fast jedermann lim deutschen Volke und darum, als die sanfte Gewalt der ' Soldaten das abgestorbene Recht bei eite warf, nahm die Revolution einen friedlichen Verlauf.
Die Varteimänner, die jetzt den niedergesunkenen Racker Staat erklettert haben, dürfen im Sattel nicht dauernd die Peitsche der .Herrschaft schwingen wollen. Wenn die meisten Deutschen sich nicht gegen die Tatsache wehren konnten und wollten, daß das alte Staatsgebi de verblaßt und verblichen, so ist damit doch nickst gesagt, daß sie der radikalsten Lösung znsteucrn wollen. Wir müssen einen gemeinsamen Rechtsboden suck-en, auf dem wir uns wieder zusammen- sinden. Es ist erfreulich, daß das Kabinett Ebert die endgültige Entscheidung über unsere künftige Staatsform und Verfassung einer konstituierenden Nationalversammlung überlassen will, zu der schon im Januar die Wahlen ausgeschrü^ bcn werden sollen. Ob es gerecht und zweckmäßig ist, daß das Wahlrecht allen Männern und Frauen von 20 Jahren an zugeteilt wird, darüber kann und wird man verschiedener Meinung sein. Im Schoße der Sozialdemokratie gibt es kroch eine Minderheit, die von einer konstituierenden Nationalversammlung überhaupt nichts wissen möchte. Für diese Leute ist jetzt eine Rede hochaktuell, die Ferdinand L a s s a l le im Jahre 1862 in einem Berliner Vürgerverein über „Ver- sassnngowesen" gehalten hat. Was ist Verfassung? Lassallc meint: die in einem Lande besteherrden tatsäckstichen I M a ch t v e r h ä t t n i s s e. Er polemisiert gegen die Art, wie das reaktionäre Preußen die „tatsächlichen" Machtver^ hältni se durch Niederschrift als Verfassung zu rechtlichen Einrichtungen gernacht habe. Dann fragt Lassalle weiter: Wann ist eine gesckxriebene Verfassu.ng eine gute und dauerhafte? Antwort: Wenn sie der wirklichen Versafsuug, den realen, im ^nde bestehenden Macht Verhältnissen entspricht. „Wo die geschriebene Verfassmrg nicht der wirklüt-en entspricht, da findet ein Konflikt statt, dein nicht Helsen ist und bei dem unbedingt auf die Dauer die gesänTiebeire Verfassung, das
bloße Blatt Papier, der wirklichen Verfassung, den tat- säclstich im Lande bestehenden Machtverhältinssen, erliegen muß." Diesen Scch mögen sich die Leute beherzigen, die den Namen des altrömischen Snavenbefreiers Spartacus sehr mit Unrecht auf ihrer Fahne tragen. Sie — und vielleicht eine flehte Minderheit unter deu „Unabhängigen" — wollen heute nicht anders Vorgehen als das reaktionäre Pc<ußen nach dem Sturmjahr 1848. Ein Vergleich des politischen Machtmittels des damaligen Königs von Preußen, nämlich des Heeres,'mit dem Machtmittel der gegenwärtigen Beherrscher Deutschlands, ist gleichfalls nicht uninteressant. Lassalle schreibt? „Das politische Machtmittel des Königs, das Heer, ist organisiert, ist in jeder Stunde beisammen, ist trefflich diszipliniert und in jedem Augenblicke bereit auszurücken; die in der Nation ruhende Macht dagegen, meine Herren, wenn sie auch in Wirklichkeit eine unendlich größere ist, ist nicht organisiert: der Wille der Nation und besonders der Grad von Entschlossenheit, den dieser Wille bereits erlangt hat oder nicht, ist ihren Mitgliedern nicht immer leicht erkennbar; keiner weiß also genau, wieviel Nebenmänner er sinden würde." — Auch heute ist die im Bürgertum ruhende Macht nicht organisiert. Und es hat sich gezeigt, daß die Soldatenräte, das Machtmittel der heute Regierenden, keineswegs gewillt sind, sich blindlings für nackte Parieizwecke gebrauck)en zu lassen. Die konstituierende Versammlung wird die tatsächlich bestehenden Machtverhältnisse zu erweisen haben, und danach wird die Verfassung gebildet.
Die wenigen machthungrigen Theoretiker ustd Ueber- revoluttonäre, die sich dem entgegenstemmen möchten, wären noch auf die Gefahren zu verweisen, die auS dem Auslände drohen. Die Entente hat uns erklärt, daß wir ihre Hilfe in der Lebensmittelfrage mir daun haben werden, wenn Ruhe mtd Ordnung im Lande aufrechterhalten bleiben. Im andern Fall würde uns sogar vielleicht ein feindlicher Einmarsch drohen. Noch äst (ber Friede sticht geschlossen. Was wird jetzt an der innere.: Geschlossenheit Deutschlands fehlen, das vnrd sich in der nahen Friederskonferenz furchtbar rächeir. Auch darum haben wir uns a lle auf den Boden der tatsächlichen Machtverhältnisse in Deutschland zu stellen.
Die Neberftthrung der U-Boote nach engrischen Häsen.
Wilhelmshaven. 15. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Aufruf cm alle U-Bools-Mannschaften! Kameraden, das Batcrlaitb ruft! Es gilt die Waffenstlllstandsbedingmtgen zu erfüllen., still nicht der Triebe weiter in die Ferne gerückt werden. Ihr kemct die krassen Beifügungen, die uns der Feind gestellt hat. Tie U-Bowe müssen bis zum 18. November nach den englischen Häsen übergeführt werden. Hier werden Männer der Zeit gebraucht, die alle Bedenken beiseite werfen mw bereit sind, für eine schnelle Abwicklung der Friedensverhandlungen noch ganz kurze Zeit dem Vaterlande widmen zu wollen. Es sind uns Gara.rtien gegeben worden, daß die Besatzungen der U-Boote sofort nach Eintreffen in England wieder zurücktransportiert werden. Um euch den Entschluß zu erleichtern, beschloß der Arbeiter- und Soldatenrat in Geineinschast mit dein Staatssekretär des Reichsmarineamtes folgendes: Sämtlich Mamt- schaften derjetrigen Schiffe, die nach den feindlichn Haien über- gesübtt werden, werden mit 10 000 Mark versichert, tvelch im Todesfälle den Angehöttgen zu zahleit sind. Im Falle eines Unfalles loird ewe errtspivchnde Sonderrente geivährt. In Anliettacht des sck>weren Dienstes'auf den U-Booten nnrd den verheirateten Kameraden dieser U-Boote außerdem für jede Ucker* führnng eine Prämie vva 500 Mark, te.l Univrl-eiratriLi eine solch ixm 300 Matt g-w.ch r. 'So'ori nach Rückk hr der U Boot-Leutc werden dieselben nach der Heimat erraffen. Kameraden! Krönt das an gefangene Werk und stellt euch ganz in den Dienst der Sach, indem ihr durch eure Bereitwilligkeit zeigt, daß euch das Wohl und Wehe des neu»7rstande:«nr Vaterlanoes am Herzen liegt! — Meldungen werden beim Arbeiter- und SoldatMrat in Kuel und Wilhelmshaven eMgegeirgenommen.
Ter Arbeiter- und Soldatenrat: Knhnt.
Wilhelmshaven, 15. Nov. (WTB. Nichtanrtlich) Folgendes ^ Sckweiben der deutschen Wa f f e n st i l l st a n d s - kommt ssion an den Herrn Reichskanzler Ebert wird znr so- svrtigen Uebermittlnng an alle U-Boots-Besatzungen unb die beteiligten Werftarbeiter mitgeteilt:
Tie nnterz-ich ^eten Mitglieder der Waffen st llban^skommi'srm haben sic!) durch eine direkte Frage Mi den englifchn Admiral Sir Roselyn Wemyß die vorbehaltlose Zusage und absolute Gewißheit verschafft, daß sämtliche Besatzungen der nach dem WaifenstiÜstandsvertrage auszuliesernden U-Boobe alsbald nach deren Einreisen in deir von England bestimmten Häfen in die deutsch Heimat Mrückbeföttert werden würden. Gs ist dadurch jede Gefahr für die persö ckich Freihüt Sicherheit der Besatzungen ansgeschossen. Erst l;t die Auolstsernng nicht innerhalb der bestimmte:! Frist, so haben die Gegner sich daS Reckt schriftlich Vorbehalten, Helaoland xc bffetzen und den Waffenstillstand sofort zu kündigen. Wollt Ihr durch nich reckstzeitige Anslieserimg der U-Boote oder durch 3erftönrng berechn die sckiwere Schuld auf Erich laden, daß der Krieg neu auftebt. neues Mutvergießen entsteht und Eure Heinrat von dem unerbittlichen Feinde verwüstet wird?
Erzberger, Graf Oberndorfs, General v. WinterscLt, Kapitän zur Sce Vanselotv.
Die Vorbereitung der Friedenskonferenz.
i. Köln, 16. Nov. (Tr«ll>tber.) Die „Köln. Ztg." meldet von der Schveizer Grenze: Genfer Meldungen des Schweizer Preß- telegraplien zufolge sind die Beratungen des Versailler .Krregs- rates wieder ausgerwmmen worden. Gegenwärtig wird der Wortlaut einer neuen Note an Deutschland festgestellt, die die Aufforderung zur Entserrdicng von Delegierten zur Friedenskonferenz chtthält und den Ort, wo diese Konscrettz sbattfinderc soll, festsetzt. Man nimmt allgemein an, daß Ver
sailles in erster Linie in Bettacht komme. Gegotrstand der Beratungen in Versailles sind cucch die inneren Vorgänge irt Deutschland und die Frage, an welche deutsche Persönlichkeit künftighin Noten des Verbandes zu richten sind. Als Bevollmächtigte Frankreichs ftrr die Friedensverhandlungen werden der ftü^ Here Ministerpräsident Briand und der Parlamerrtssührer Bourgeois genamtt.
Tie FrauLosett rrnd Elsasr-Lothringen-
Straßburg i. E., 15. Nov. (Pröv.-Tel.) Die TelephonM Verbindung mit Coltnar ist seck gestern unterbrocl>en. Nachdem! gestern an der Ensisheimer Brücke französische Patrvläl- len gemeldet wurden, dürste Eolnrar heute von ftanzösischeni Truppen besetzt sehr. In Mühlhausen erwartet man den Einzug französisckier Truptxnl für heute mittag. Die „Mühll-aus« Bollszeitung", das sozialdemokratische Organ, hat das Erscheinen eingestellt.
Paris 14. Pov. (WTB.) Havas. Der DLinistervat bv- flchäftigte sich Imit der Organisation Elsaß-Lothringens und ernannte zu Obcrkolwnissaven der (Republik für Sttaßbnrg den Generalkomtuissar fttt die öffentliche .Sick)tthei1, Paringer, für Metz den Präfekten des Departements Menrthe-et Moselle, Mir- mon, für Kolmar den Staatsrat Poulet.
F>'):r.rr;er eirilisch.'r Ä^beitervartei.
i. Köln, 16: 9io'o. Tie „Köln. Bolks-Ztg." meldet an- Ainsderdam: Reuter meldet ans Lmrdon: In der Versammlung der Arbeiterpartei n.'.rct»e erklärt, daß die Friedensbedingun-* gcn Regelungen enthalten müßten, die die deutschen und englischen Kapitalisten daran hinderten, die derctschen Arbeiter ausznbeutm. Henderson, der mit Begeisterung und Zischen begrüßt wurde, forderte die Herstellung der Internationale.
*
Die Menge der von Deutschland getvünschten LebenSmitter.
i. Köln, 16. Nov. Die Köln. Bolks--Ztg. meldet ans Bettm^ Wie wir an zuverlässiger Stelle hören, sind die Verhandlung«! über die Höhe der von. Deutschland geforderten Le^ bensmittel aus Gri:nd eines vom Kriegsernährmrgsamt auh- gesö'llten Bcrbranchsplanes jetzt abgeschlossen worden. Danach werden nach Deutschland im Monat geliefert werden: 75 000 Tonne» Fette. 150 000 Tonnen Fleisch und 230000 'Tonnen Ge-, treibe.
Berlin, 15. Nov. (WTB.) Die deutsche Regie vunq sandte eilte Note nach Washington, worin mit Tank davon Kettntnis genominen wird, daß Wilson gewillt ist, die Sendung vmi Lebensmitteln nach Deutschland in günstigem Sinne zu erwägen. Es wird darauf hingewiesen, daß größte Elle not tut. und daß die Annahme der drückenden Wassenstillstands-- bÄ>ingnngen mit ihren Folgen die Lage bei uns täglich unerttäg-» licher ntache. Die 01-efahr anarchischer Zustände könne nur bei schnellster Hilfe beseitigt !verden. Die deutsche Regierung bittet deshalb so schnell als nröglich Bettreter nach dem Haag oder einem anderen Orte zu enlsenden. um dort mit den deutschen Bevollmächtigten Einzelheiten ztl beraten. Die s)ckte regt an, daß die Angelegen^ heit vielleicht jn die b-eioährten Hände des Herrn Hoover gelegt worden könnte.
Erleichterung der Blockade?
Rotterdam, 15. daov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach deMl „Nieuwe Notterdamschen Courant^ melden „Daily News" aus Nent)ork: Die Unruhen in Deutschland machm auf die Amerikaner einen tiefen Eindruck. Deshalb werden in einigen Kreisen Lebensmittel für Deutschland und Erleichterung der Blockade als ersie Voraussetzung für die Sickterhü: des Waffenstillchrndes bettachtet. Es heißt, daß Wilson einen ans gearbeiteten Plan für den Völkerbund l?at einschließlich eines internationalen Gerichtsh-.neA für Nechtsstreitigketten und internationale Polizei für die Meere.
Der HandelSschiffSb^u in E»:glan'o.
London, 15. Nov. (WTB.) Reuter-Meldung. Unterhaus. Im Läufe der Debatte über die Lage der 0)«verksck>tsteir sagte der Parlameittssekrttär des Sänisfahrtskmtttolleurs Eiezza Wonet), der Bau von Handelsschiffen sei eingeschrärrtt worden, weil es notwendig war, so viel Olbwehrfahrnge gegen die U-Bpote zu bauen. Im Lbvril 1017 waren die dentscl^ U-Boote so erfolgreich, daß England in 9 M'vnaten ruiniert gewesen wäre, wenn die Zerstzöntngen in demselben Tencho fortgedauert hätten. Jetzt seien die Arbeiter, die früher für die Admiralität beschäftigt tvaren, für den Bau von .Handelsschiffen verfügbar, und er erwarte, daß die Erzeugung von Handelsschliffen in der nächsten Zukunft auf 3 Millionen Torrnen jährlich steigen werde. Er glaube, daß die britisch^ Dchstffahtt in Zukunft eine eberffo wichtige Rolle spielen werde, wie srrüher.
Die ParlamentSwahlen in England.
Haag, 15. Nov. Reuter meldet aus Loirdon: Bvnar Law teilte mft, daß das Parlament gegen Ende der Wockic v-ettagt werde. Lloyd George wird dem König Vorschlägen, am 25. November die Prollamation zur Ausschreibung der Wahlen zu veröffentlicheir. Tie Neuwahlen sollen dann am 14. Dezember stattsinden^ während die Stimmen am 21. oder 28. Dezember gezählt wndeu.
2 lu» Nngarn.
Budapest, 15. Nvv. (WTB.) Für die am Samstag statt- findende Prvklam ier nng der ungarische Republik wurde in der Mutigen Sitzung folgendes vereinbart: Samstag vormittag 10 Ulw hält Vas Abgeoc-dneionhalls eine Sttziurg ab. In dieser Sitzung wird der Präsident erklbttn, daß Tic! das Mgrordnctenhans infolge der Revolution auflöst Um 11 Uhr hall der ergänzte Natimialvat in der Kuppelhalle eine Litznng ab, an wttcher Mitglieder des ausgelösten Abgeordneten bau ses und Magnatenhaiff-es als Gäste teilnehinen können. In . .^n Sitzung ivrrd der Präsident die vollkommene Uitabhängigf.-it mtd Selbständigkeit proklamieren und der große Nattonalrat die Republik ansrusen lassem Ter Präsident wird sodann den BeschLnst anttag betreffend das allgentenve, gleich^, geheinte, sich auch auf die Frauen erstreckende Wahlrecht unterbreiten mit dem Arttrag^. daß der komntende Reichstag auf dieser Grundlage «wählt wwde. Ferner wird ein Gesetzentwurf betreffend die PressefteilMit und Versammlungsfreiheit sowie betreffend das Ein-Kwnmersystem vor- gefchlagen werden.


