Vücherlisch.
w ". "EN i e schützt sich jedermann, insbesondere «der der -oldat. o^gen die G e sckll e chts kr khei- vevausgegeben von bn Zeitschrift ..Natürliches Heil- metl«o<nl . lur praktisch- Hygiene. Hvdro-, Phow- und
Lhermvtherapie uftv., Wien, I.. Bauernmarkt 11 . -
6 ^- ^ V c - ß F' c M ^ F i jtun g e n der öcima t. 10 farbige MAcr Pottkarten n.r Heer und Heimat. Preis Mt. 1. (Erhard Sdaltlng. Oldenburg r. Gr.
Briefkasten der Bedaktion.
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. ..bteinbach. Einsendungen ohne Namensne::nu:rg können nichlt berück, :chl:g>t :verden.
Letzte ^^acHrrcHten.
Die neue Regierung.
Berlin. 14. Nov. (Amtlich) Eine Pressemeldung über die Noef i ertvert c rl un g in der Reichsten tun g hat zu Irrtum ern An- lag gegebe::. Tie Einteilung in bestimmte Ressorts bedeutet mir eane Verteilung des Arbeitsstoffes innerhalb der ReichSregierung, nn besonderen zur Erledigung der Eingänge. Die bedeutet aber verneStallS einer: Ersatz oder eine Aufhebung der bisherigen StaatS- serretgina:e. ä.ie. bisherigen Staatssekretariate behalten vielmehr nach dem Willen der Reichs- lertung ausdrücklich und uneingeschränkt ihre Arbeitsgebiete und erledigen die ihnen gegebenen Ausgaben nach den generellen Anweisungen der Reichsregierung.
Bcrlrn, 14. Nov. (Amtlich.) Nach dem Beschluß des Rates der BoltSbeauitragten sind die Reichsämter mie folgt besetzt iracben:
Auswärtiges Amt: Tr. Sols. Reichsschatzamt: Schiffer. Rmcksnnrtschaftsamt: Tr. August Müller, ReichSaml für die nnrt,chaftl:ch Temvbillsativu: Tr. Koe th. Kri.'gSernäheungS-« amt: Emanuel Wurm, Reichsarbeitsamt: Bauer, Kriegs- rnrnrsterium: S ch e ü ch, Reichsmarineamt: v. Mann, Reiä-s- justtzamt: Tr. Krause, Rcichswstamt: Rüdlin.
Ferner gehören den Reichsämtern als Unterstäatssekre- täre an: 7llwwättigeS Amt: Tr. David >Kriegsernährungstt anrt: Robert Schmidt. ReicharbeitSantt: Giesber 1 s. Ms Beigeordnete :verden den Staatssekretären zur Seite gegeben: Auswärtiges Amt: Karl Kants kn , RüchSschatzamt: Eduard Beruft e r n , Reich^wirt'chastsamt: Tr. E r d m a n n - Köln, Reichsamt für d:e ümtickaftlich Temobilisation: Büchner und Scku- rn a n n , Reichsarbeitsamt: Jäckel, Kriegsminister nun: Göhre ^ , -t. ä u m i g . Reichs marineamt: N o s k e u>rd Vogtherr, Rerchjnsttzamt: Tr. Oskar Cohn.
Staatssekretär Erzberger wird gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt die Friedensverhcm.dlungen einleiten. Wegen der Besetzung des ReichsamtS des Innern sch.reden noch Bnftxmd- lungen.
Ebert über die NalwLMlverslmmlung.
Berlin, 14. Nov. Reichskanzler Ebert hat im Gespräch Mit einem Mitglied der „Dossischen Zeitung" folgendes mitgeteilt: Wir sind fest entschlossen, die Konstituante so schnell wie i r - g e 7 l d möglich einznberufen. Jeder Verdacht, den einige bürgen-! licke Kreise gegen diese unsere Absich hegen, ist völlig imbegrüubet., Wir 'haben bereits die ersten Vorbereitungen getroffen und hoffen; bestimmt, im Ionuar zu den Wahlen zu ge la nge:t. f£er Ge dank, diese Wahlen heute, das heißt vor der Rückkehr den Truppen abzuhalten, ist darrim leider unausführbar, weil diesst weder mehr an ihren Front- und Etappen stellen feststehen, uoch andererseits sckwn in ihre HeinM zurückgekehrt sind. Sie sind in Bewegung und deshalb nicht zu fassen. Ich glaube auch, daß ihr Einwand, der Friedenskongreß werde dis zur Nationalversammlung vertagt ,verden müssen, nicht Stich hält, da vielmehr der Kongreß unabhängig von der Eröffnung dieser konstituierenden, Versammlung beginnen kann. Im Gespräch über die heutige Note Wilsons sagte der Reichskanzler: Wir laben heute Besprechungen mit führenden Faktoren gepflogen, dahinMhend, daß Schiffe, Kohlen und alles Nötige sofort bereitgestellt tverden, um die von Amerika bewilligten Nahrungsmitteln so rasch wie möglich ins Land zu bringen.
Zur Vorgeschichte der Revolution.
Berlin, 15. Nov. Unter der Ueberschrift „Wie es kam" veröffentlicht der „Vorwärts" einen Artikel über die Vorgänge, die den rrnmittelbaren Anstoß zur deutschen Revolution gaben. Gewöhnlich, heißt es da^ bezeichne.' man als Beginn den 5. November. den Tag ihres Sieges in Mel. Das ist aber nicht richtig.- In Wirklichkeit hat sie schon eine volle Woche früher eingesetzt. Kiel ist der zweite, nicht der erste Akt der Revolution. Tiefer irrste Mt spielte sich auf der gesamten Hochseeflotte ab. und zwar in Notwehr von 80 000 Menschen gegen einen alldeutschen Schurkenstreich. Das Blatt weist sodann auf die fieberhafte Propaganda der Alldeutschen für einen „nationalen Verzweiflungslamps" hin. die aber erfolglos geblieben sei. In ihrer Not seien die Alldeutschen aus das Heer verfallen, das sie noch immer durch ein gleichgesinntes OfsizierkorpS zu beherrschen glaubten. ohne vor: der revolutionären Stimmung der Truppen eine Ahnung zu haben. Ein teuflischer Plan, schreibt das Blatt, wurde lausgeheckt. Tie Flotte sollte aus'laufen und sich im Kampfe gegen einen übermächtigen Feind bis zum letzten Schiss opfern. Tas /hätte wohl 80 000 Menschen das Leben gekostet, wäre aber nach .dem Glauben der Alldeutschen ein Ereignis gewesen, um das Volk taxf) einmal mit der Stimmung der Augusttage 1914 zu erfüllen. Ter Plan sei keine Phantasie, ßnrdern durch zuverlässige Auslagen von Matrosen erwiese::. Tie Schlachtslotte habe am 28. Oktober Befehl zum Auslaufen erhalten. Es handelte sich, itne den Soldaten gesagt wurde, um ein Manöver, aber aus Abschiedsbriefen von Offizieren uno anderen Anzeichen hätte:! die Seeleute bald die Wahrchll erfahren und infolg 0 -ftsen gemeutert. Tie Ausfahrt sei verschiedene Male befohlen nwrden, aber jedesmal hätten sich die Matrosen trotz der Beruh-gungsansprachen der Offiziere widersetzt. Nackten: die Matrosen einmal soweit gegangen seien, sei in ihnen der Entschluß zun: äußerste:: Widerstand weck) geworden. Ten „Meuterern" drohte:: schwere Zuchthcrussttafen, und tatsächlich seien alsbald an tausend Matrosen in Wilhelmshaven eingesahren
und gefangen gesetzt rvorden. Auf der (inen Seite habe das Zuchthaus. aus der anbem die Freil-eit gennnkt. Die Wahl sei nicht schwer gewesen, sie sei auf die Revolution gefallen.
Ein Dementi.
Bremen, 14. Nov. Tie Meldung aus Hannover, daß hier zwanzig Angehörige der sogenannte:: fliegenden D i v t f i o ifl Bre mens standrechtlich erschossen seien, trifft, wie Boesmanns Telegraphisches Bureau durch den hiesigen Arbeiterund Soldalenrat erfährt, nicht zu.
BrannngS Antwort.
Berlin, 14. Nov. Auf das Telegramm der beide:: sozialdemokratische:: Patteien an Braut ing hat der unabhängige Abgeordnete Eduard Bernstein folgende Antwort erliallen, in der es heißt: „Ich bin sicher, daß ei:w Reaktion nicht nur unserer Genossen, sondern der ganzen öffentlichen Meinung in den Entente- ländern gegen die erdrückende Vergewaltigung deS revolutionären. Deutschlands einsetzen wird. Heute melden Zeitungstelegramme, daß Wilson und sogar Elemencean sich gegen die inhumane Maßregel ausgesprochei: haben. Tie Reaktion wird diese peri'önlicheni Strömungen noch mehr stärken."
Aus Holland.
Amsterdam, 14. Nov. In Amsterdam, im Haag und in Rotterdam sind bisher keine größeren Ruhestörungen vorgekommen. In allen drä Städten ist Mllitär zusammengezogen worden. Außerdem: werde:: Bürgerweh'en gebildet. Das Srraßen- bild ist lebhaft. Für die Tauer der Deurobilmachung ist der Äus- fchank^vow Branntwein verboten worden.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Alle einzeln aus dem Felde zurückkehrende:: Militärpersonen haben sich zwecks Verpflegung in Gießen inü> Weiterleitung unverzüglich bei dem Garnison-Komma:rdo, Zenghauskaserne, Brand- Platz, zu melden.
Für den Soldatenrat: 8735V
_ Tas Garnison -Kommando.
B e 1 r.: Sperrzeit für Tauben.
An den Oberbüraermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeirden des Kreises. .
Im Anschluß an unser Ausschreiben vom 29. März 1917 (lK'reisblatt Nr. 54/ entpsehlen tvir, mit allen Mitteln auf ein Einhalten der Tauben zur Saatzeit zu dringen. Außerdem ist das Feld schütz personal zu ermächtige::. Tauber:, die währeick der Einhaltefrist die Saaten schädigen, abzuschießen; sollten sich in Ihrer Gemarlung Niststätten verwitdeter Tauben befinden, so sind sie zu zerstören.
Gießen, den 14. November 1918.
KrciSamt Gießen.
_ Dr. Ü m ii g -1. _
Bekanntmachung.
Zur Sicherung der Volksernährung müssen di? Saaten vor der Schädigung durch die Tauben bttvahrt bleiben. Alle Taube::- halter wewen aufgesordert, die Tauben während der von dem Ortsvorstande festgesetzten Zeit stteng einzuhalten. ander::falls sie zu gewärtigen haben, daß sie gen:äß Art. 39 Abs. 1 Ziffer 2 t>es Feldstrasg srtz s bestraft und die Tauben von dem Feldschützpersonal abgeschossen werde::.
Gießen, den 14. dlovember 1918.
Kreisamt Gießen.
_ Dr. Usinger.
B e t r.: Zivilbäckereie::.
An den Oberbürgermeiftee zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Sie wollen binnen drei Tagen Mitteilen, welche Zivilbäckereien fttlliegen, in welchen Betrieben zur Feuerung Holz unnötig und wo nur Holz verwmrdbar ist, weiter, wieviel IV 2 -Kilogramm-Brote bei Tagebetrieb und wieviel bei Taynachtbetrieb erbackbar sind.
Gießen, den 13. Novcncher 1918.
Kreisamt Gieße::.
I. B.: L a n g e r m a n n.
Bekanntmachung.
Betr.: Kartoffel Versorgung durch Bezugsscheine.
Mle Kartofselerzeuger, welche belieferte Bezugsscheine noch nicht abgeliesert haben, werde:: ausgefordert, diese bis zum 20 . November ds. Js. an die Bereinigten OZetteidehändler in Gie^n abzuliefern. Später eingehende Bezugsscheine werden in den Wirt- schastskarren nicht mehr aufgerechnet werden können und eS wird keine Rücksicht bei späterer Mlieferungsaufsorderungs und Enteignung aus diese nicht ausgerechneten Meirgen möglich sein.
Gießen, den: 14. November 1918.
Kreisamt Gießen.
^ I. V.: Langermann.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Vorstehendes ist sofort ortsüblich bekanntzumachen.
Gießen, den 14. November 1916.
KreiSamt Gießen.
__ I . V.: L a n g e r m a n n. _
An den Ob'erdürgcrm?jst?r zu Gießen und die Bürger
meistereien der Landgemeii den des Kreises.
Sic wollen die Wirtschafts'^usschüsse benachrichtigen, daß die beabsichtigte Zurückziehung der in d«?r Lmrdwirtschaft arbeitenden Kriegsgefangenen vorläufig nicht durch geführt wird. Da ab«? die Abgabe der Kriegsgefangene:: im allgemeiiwu demnächst zu erfolgen hat. wolle:: Sie unigeheiü» mitteilen, :oelche Arbeitskräfte Sie für Ihre lantwrtschaftlich n Arbeiten unbedingt benötigen und wieviel Soldatc:: in Jl/rer Gemeinde zur Hiljeleistung für die Landwirtschaft beantragt rverden.
Gießen, den 13. November 1914.
KreiSamt Gieße::.
I. V.: Langcrmanu. _
Tienstnackrichten des Krci amttz Gießen.
Assistenzveterinärarzt Blume in Grüirberg hat seine Tienst- geschäfte wicHer überuonmven.
Bekanntmachung
über Maßnahmen gegen WohmmqSmangel. Vom 23 Ser« 19IS
Der Bundesrat hat auf Gru:ü> des ^ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung d»'s BuudcSratS zu wirtt'ckiaillichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichs-Gefetzbl. S. 327) folgende Verordnung erlassen:
8 1. Macht sich im Bezirk ^iner Gemeindebehörde, in dem ei>: Gyngurrgsamt errichtet ist, nach dem Ermessen der Landes- Zentralbehörde ein besonders starker Mangel an 'Wohnungen geltend, so km:n die Landeszcnrralbetzörde die Gemeinde beHörde zu den in Heu 88 2 bis 5 bezeichnet«:: Anordnunge:, ermächtigen.
Das gleiche gilt für Bezirke, in denen Berugmsie aus oeu ?,> 2 bis 5 der Bekanntmachung zum Sckmtzk derTMi rer gemäß -- 11 Ms. 1 dieser Bekanntmachung einer anderen Stelle überttageu sind.
8 2. Tie Gemeindebehörde kann untersagen, daß ohne ihre vorher gehe:: de Zustimmung
a) Gebäude oder Telle von Gebäuden abgebrochen,
b) Räume, die bis zum 1. Oktober 1918 zu Wohnzwecken lx- stimmt oder bcumtzt waren, zu andern: Zwecken, insbesondere als Fabrik-, Lager-, Werkstätten-, Dienst- oder Geschäfts- räume verwendet werden.
Tie Zustimmung darf nur versagt werden, wenn das E:::»- guugsamt sich mit der Versagung einverstanden erklärt hat
§ 3. Tie Gemeindebehörde kann anordnen, daß der Ver- fügMgsberechtigte
a) unverzüglich Anzeige zu erstatten hat, sobald eine Wohnung oder Fabrik-, Lager-, Werkstätten-, Dienst-, Geschäftsräume oder sonstige Räume unbenutzt sind,
b' ihrem Beauftragten über die unbenutzten Wohnungen und Räume sowie über deren Vermietung Auskunft zu erteilen und ihm die Besichttgung zu gestatten liat.
Als unbenutzt gellen Wohnungen und Räume der be,zeichnete:: Art, werrn sie völlig leerstehen oder :u:r zur Aufbewahrung von Sachen dienen, sofern dem Verfügr:ngsbereckstigten eine andere Auf bewahr::ng ohne Härte zugemutet werdft^ fturn, oder loenn der Verfügungsberechtigte seinen Wochrsitz dauernd oder' zeitweilig in das feindliche Ausland verleg: liat.
8 4- Hat die Gemeindebehörde dem Verfügungsberechttgten für eine unbern:tzte Wohnung oder für andere unbenutzte Räume, di« zu Wol/nzwecken geeignet sind, einen Wohnungssuchenden bezeichnet und kommt zwischer: ihnen ein iMetvertrag nicht zustande, so setzt auf Anrufen der Gemeindebehörde das Einigungsaml, falls für den Verfügungsberechtigten kein unverhältnismäßiger Nachteil zu, besorgen ist, einen Mietverttag fest. Trr Vertrag gilt als geschlossen, wenn der Wohnungssuchende nicht innerhalb eine- von: Einigungsamte zu bestimmenden Frist be: diesem Widerspruch erhebt.
TaS Einigungsantt kann dabei anordnen, daß die Genieiud« an Stelle des Wohnungssuchenden als Mieter gilt und berechtigt ist, die Mieträume dem Wohnungssuchenden weiterzuvermieten.
8 5. Auf Ansordern der Gemeindebehörde hat der Verfü gungsberechtigte der Gemeinde unbenutzte Fabrik-, Lager-, Werkstätten-, Trenst-, Geschäftsräume oder sonstige Räun:e„zur Her richtung als Wohnräume gegen Vergünmg zu überlasten. Tas Einigungsamt bestimmt die .Höhe der Hergünu:g und die Zahlunge- bedingi.ngen, wenn eine Einig::ng hierüber nicht zustande komnit Tie Gemeindebehörde ist berechtigt, den Gebrauch der hergerichteten, Räume einem Tritten zu überlassen, msbesondere sie zu vermieten.
Nach Fortfall der der Gemeindebehörde erteilten Ermächtigung (8 1) sind dem Verfügungsberechtigten die Räume in angemessener Frist zunickzugewähren. Tie Frist bestimmt, wenn eine Einigung nicht zustande kommt, das EinigmrgSamt. Au: Ver langen detz Berechtigten hat die Gemeinde den der frühere:» Zweckbestimmung und Mröstattung entt'prechenden Zustand der Raume wieder l)erznst?lke::.
8 6 . TaS Einigungsaml entscheide: nach tnlligem Ermessen. Seine Enftckeidungen sind unansechrbar.
8 7. Ans das Verfahre:: vor dem Einigimgsamte i§§ 2, 4, 5) finden die Vorschriften der Verordnung, betreffend E:n:gungS- ämter, vom 15. Tezember 1914 (ReichS-Gesetzbl. S. 511) keine Anwendung. Tas Verfahren ist gebührenfrei: daS Einigungs- amt bestimmt, :ver die baren Auslagen des Verfahrens zu ttager« hat. Im übrigen wird das Verfahren durch den Reichskanzler i\e reget r.
8 8 . Tie Lanku'sZentralbehörden können Ausführungsbesnm- mungen zu dieser Verordnung erlassen.
8 9. Macken sich im Bezirk einer Gemeindebehörde nach dem Ermesse:: der LandeSzenrralbehörde infolge besonders starken Mangels an Woh:runge:i außergewöhnliche Mß st an de geltend, so kani» die LmrdeSzentralbehörde mir Zustimmimg des RelchSkanzierS d,e Gemeindebehörde auch zu a:weren als den in den 88 2 bis 5 b«- zeichneten Anordnungen crmächttgen.
8 10. Mit (Geldstrafe biS zu eirttausend Vcart wird bestraft.
1. wer tftnem von der Gemeindebehörde gemäß 8 2 erlassenen Verbote, zuwiderhandelt,
2. tver einer von der Gemeindebehörde gemäß 8 ^ erlass ewu Anordnung zuwider vorsätzlich eine Anzeige oder eine Aus kunft nicht oder nicht rechtzeittg erstattet oder wisfentlict: unrichtige oder unvollständige Angaben mach! oder eine Besichtigung :ftcht gestattet,
3. wer einer Anordnung zuwiderhandelt, die von einer G?- meindebelrörde curs Grund der ihr gemäß 8 9 erteilten Ermächtigung erlassen worden ist.
8 11. Tiefe Verordnung tritt mft dein Tage der' Verkündung in Kraft. Ter Rerchssiurzler besttniml den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Berlin, den 23. ^eptenrber 1918.
Ter Reichskanzler.
I. V.: Dr. von Krause.
Betr.: E:::sendu:rg der KreiSabdeckereiverzeichuisse ft'ir den Monat Okwber 1918.
An die Großh. Bürgermeistereim der Landgemeinden des
Kreises.
Wir erinirer:: an die Einsendung der Abdeckereivcrzcrwtnsft für den Monat Oktober 1918.
Genaue Aufstellung ist unbedingt noüvendrg
Gießen, den 6 . November 1918.
Großherzvl'lrclu H K. eisamt Gießen.
I. B.: Wolf.
Iss ronnbcrfflinc AScutcutt iw ßerr» Ealshad Joiies.
Roman von A. H. Adams.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
EZ w<rr M gewagt, m aussichtslos. Hier war ein Weib 7 — 0 , lurch dem Schlimmer ihrer 5^rnd zu urteilen, gewiß ein junges und schönes Weib! — das ihn vertrauensvoll bat, mit ifyr nach der Dämmerung in einer Laube zu- sammcnzutreffen. Ein Weib, das er niemals gesehen hatte, eine Tame, der er nicht vorgesteltt war. Was wiirde n:an ans der Bank von ihm denken, wenn man das erftrhr? Was würde seine Frau denken — uird — schlimmer noch, was würde sie sagen, wenn sie es erführe?
Genau betrachtet, spottete die ganze Sachlage jeder Vernunft. Warn in sollte ein Weib eingesperrt oder bewacht lverden? Nach seinen (^esellsckMftsbegriffen glaudte Galahad, daß nur solche Leirte eingesperrt würden, die es verdie:tten. Tas konnte man wohl der Polizei überlassen, daKU war sie ja da! Warum sollte ein Weib gezwun- gen sein, die Hilfe eines vollkommen Fremden anzurufen? Warnm eudlich sollte sie gerade ihn, Oäalahad Jones, aussuchen?
Nein, nein; er wollte den albernen Brief zerreißen und nach .Hause gehen.
Und doch — das verführerisch? Winken jener schlanken, weißen Hand . . . Galahad Jones' unterdrückte Romantiker- soele — die Seele des Galahad, der da angeln ging ~
fühlte sich seltsam erregt bei dem Gedanken an jene weiße, hilflose Hand hinter den herausfordernd verftihrerisckMn Vorhängen. Gesetzt den Fall, es :oäre doch ein Weib, das sich in Not befände und seinen letzten, verzweifelten Hilferuf an ihn richtete — und er ginge lveiter. Außerdem hatte sie sich ihnr anvertraut, sie hatte ihg: aus der ganzen Bevölkerung von Tarlinghurst auserwählt, un: gerade seine .Hilfe zu erbitten. Was konnte es schaden, wenn er. sie aufsuchte ?
Aber die Gefahr des Endeck tt ver der: s! Wenn es jetnals hercnlskäme! Es war zu gefährlich; er hatte seine Stellung auf der Bank, seine Fvau Und seine .Ander, seine gesellschaftliche Stellung zu berücksichtigen. Er ivvllte es dock)! nicht tim.
GialahO. schaute nach seiner Uhr. Es ivurde spät. Er mußte nach: Hause zum Abendbrot. Em würde sich darüber rmntdern, wo er blieb. Wie konnte er schicklicherweise mit irgendeinem fren:den lvetblichen Wesen an diesen: Abend in: irgend jemand? Garten zusamme:rkom:::en? Zu seiner Erleichterung fiel ihm ein, daß es ein widerrechtliches Betreten: fremden Grundeigentttms sein würde. Er konnte sogar verhaftet loerden. Min, das ging nicht.
Er stopfte den Brief in seine Tasche nud kehrte um. Festen:, entschlossenen Sä-rittes, n:it gesenktem Blick, stapfte er die kleine krumme Gasse empor. Er fühlte, daß der bloße Anblick jener weißen Hand ihn wankeud auf dem er::sten Pfad der Ehrbarkeit machen würde. Er verstopfte seine ! Ohren vor dem Gesänge der Sirenen und wagte sich ent- > schlossen vorwärts in die Gefahr des Stwdsls».
Aber es nützt nichts, sich die Ohren zu verstopfen, wem: die Sirenen im 5x?rzen singen.
Als Galahad in höchster Eike, nach Ln fr schnapperw. unter dem Balkon in gleicher Entfernung zwisckren Scplla unb Charybdis hindurckwaste, kitzelte der vergessene Duft der Boronia seine Nüstern, und in fchreckensvollem Gefühle des Unheils griff er hastig nach dem Taschentuch Aber e« war zu spät.
G'alahad nieste.
Und nun plötzlich waren seine Ohren nicht ntti>r ver stopft. Aus weiter Ferne hörte er ivieder jenen fernen Musikakkord. Er erkannte ihn nun als den Gesang der Swewen. l?.or Dl>o:nantik, deren zarter Gesang r 4 den trostlosen Felsen dieser alltäglichen modernen Welt niemals verstummt. Uitd manchnml norden in einen: seltsamen Au- genblick der Sttlle diese sanften und schwernmttgen Stimmen von irgendeinen: Wanderer durch den mühseligen Engpaß des Lebens vernommen. Unter dem Heulen de-? Windes und dem Tose»: IdeS Meeres erllingen jene »vel)-rnütlgen Stimnien, und die Seele eines soläsen Rtechchen ist fiir inimer der Romantik verfallen. Die Mlrstt des Abenteuertick^l, w:rd stets in seinen: Herzen schlummern.
Galahad schaute unnftllkürlich empor
Von: Balkon herab sah er hinter je:ren neckenden. t,?r ans forderirden Vorhängen die schlaitte weiße H:md der Romantik sich schnell lftn imo her bewegen und dann verschwinden.
(galahad Jones konnte niäst mehr zurück.
(Fortsetzung


