Jtr. 267 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) l Mittwoch. 15. November ms
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 13. November t918. Eine Ruhmestat der 116 er.
^^-nt 116 zeichllrete sich ht den Kämpfen bei «ölencKmicö am 2 11. A-mz besonders ans. In dem Bestreben, die ^^!lnn G unter affen . Umftxhtfccn zu halten, trat am Albend des 0lc des ^Regiments so getrosten worden, das;
ü Y ni = WS™ 1 Saulve (nordöstlich Valenciennes)
ern rrontalc^ Z^iLwingm des Gegners verhindert werden sollte, ^o^^dav auch zur TecLrng der linken flanke drei Kompanien b^eitgeitellt wurden, die 5. Komp, im Orte St. Saulve selbst, ine lachen anderen werter rückwärts gestaffelt.
nV;^ Vorm, setzte auf die ganze Front des Rogmrents ü.arsts Trommelfeuer ein, dem um 7.30 ein starker wrnL lm^r Angriff folgte. Mit großer Erbitterung wurde gegen die miinier erneut anlturnrende feindliche Ueberinacht gedämpft.
a? nwr . cs,dein 6>egr.ver gelungen, nach einmaligem, bemi zweiten Dorswß in dem unübersicht- ncken l^-elande westlich von Nurlh vorzukommen, in das Dorf ernzndrin^en und in Richtung St. Saulve Boden zu gewinnen. Gec-en 10 uhr vorm. mußte die noch den Ort St. Saulve tapfer verteidig'!- de.). Kompanie unter Fül/rung Leutinrnt Pluemcr durchs Zuruckbregeii ihres linden Flüaels den Anschluß an die m eine neue Stellung, zurückgegangenen südlichen Nachbartrupven mck^en und ^n Ort aufgeben, als sich ein starkes.Nachdrängen aus Lt. Saulve fühlbar mackKe und eine Bedrohung des linden Flügels oegann. Wahrend^die Kompanien nördlich Sr Saulve unverändert m ihren alten Elungen zähe weiterkämpsten, wurde bei St Lault^ crn seüer Rregel nnt Front nach Südwesten und Anschluß anda^ lmde ^Marwg.:ment hergestcktt, nach. dem infolge der ent- stmcheneii erheblichen Frontvergrößerung das Einschieben der beiden Reservedoniponien, erforderlich geworden war.
Aus dieser Lurie heraus tvurde nun erneut nach St. Saulve vorgeidoßen und der zum .Teil schon in den Ort ein gedrungene Feind wieder hermlsgeworsen.
WÄcken Wert der Feind auf die Gewümung von St. Saulve und die nordoiuich davon gelegene Löhe legte, geht daraus hervor, daß er gegen 5 Uhr nachm. nach äußerst heftiger Artillerieoorbe- reitung mit zahlreichen Tands gegen die irunmehr gebildete Ab- riegclung des Regiments vorging, dort aber durch loohlgezieltes Maschrnerrgewehrfeuer und unsere Artillerie unter schweren Verlusten zur schleunigen Umdehr gezwungen wurde. I
? d^lcwember 1918 ist ein neuer Ruhmestag in der ^Nu^mte des Regiments. ^Tas beabsichtigte Aufrollen der Front nach Runden tonnte auch ftn täic?fetmi Tage infolge jdes tapferen Widerstandes unserer Hessen dem Feinde nicht gelingen.
Postsperre nach dem Westen.
Wegen Stockungen im Westen werden am IT, 13.>und 14. gewöhnliche. Wert- Md dringende Badete von Privatpersonen nach den Ober-PostdirÄtionsbezirken Aachen, Trier, Koblenz, Köln, Tüsseldors. Tortnrund, Münster und Minden seitens der Postämter nicht angenommen.
Wegen der augenblicklichen Bahnverhältnisse können vorläufig kerne ^tdvvstfeiidungen mehr.nach der Wefffwnt befördert werden: die Annahme sämtlicher Feldpostsendunge-g für die Westfront wird daher bis ^rus weiteres sofort eingestellt. Bereits aufgelieferte Sendungen werden an den Absender zurück gegeben werden.
Ter Podetverkehr rrach Steiermark, Kärnten, Krain und Ungarn äst.gesperrt worden.
Notes Kreuz.
Bei dem Kreisdomitee für Rotes ftreu# und Kriegrshilfe sind kn der Zeit vom 25. Mai bis 8. November 1918 aus folgenden Gemeinden die beigefügten Beträge eingegangen und durch den Kreisdassenvechner .Herrn Kauß überwiesen worden: a) an den Landes verein vom Roten Kreuz. Treis a. d. Lda. (Pfarrer Büchner) 12,50 Md.: b) an die Hessische Landeshypothekenbank A.--G., Tarmstadt, für hessische Krieger Herme: Ober-Bessingen (Lehrer Fakob) 10 Mk.: c) an die Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen, auf Konto des Kreiskomitees: Ober-Bessingen (Lehrer Jakob) 40 Mk., Grüningen (Pfarrer Webers 2 Mk., Ober-Bes- 'ingen (Pfarrer Ahll-eim) 13 Md., Münster (Pfarrer Mheim) 22 Md., Ober-Hörgern 93 Mk., Holzhcim (Pfarrer Freitag) 100 Md., Gießen (Bezirkssparkasse) 1000 Mk.
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** Gießener Hochschulgesellschaft. Ter 9. Vorkrug in der Vortragsreihe über Auslandskunde findet Donnerstag den 14. November, abends 8 1 / 2 Uhr, im großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes der Universität statt. Herr Professor Tr. M. Sckian svriclü über „Relig'on und politisches Leben im eure- päiscken Osten". Gäste sind willöommen.
** Tie Gradabzeichen der Vorgesetzten. Ter Soldotenvat Frankfurt hat beschlossen, daß Offiziere und Beamte des 18. Armeekorps wieder die Gradabzeicksen wagen und im Tienste als Vorgesetzte zu betrachten sind. Die Bevölkerung wird gebeten, Ausschreitungen sug endlicher Personen den beamteten Vorgesetzten gegenüber nicht zu dulden. Tiefe Bestimmung bat nach Erkundigung beim hiesigen Soldatenrat auch für Gießen Geltung.
** Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Der neue Mm „Das Himmelsschiff" kann in jeder Beziehung zum Besuche nur empfohlen werden. Aus räumlichen Gründen ist uns eine längere Besprechung nicht möglich. Wir verweisen dahier kurz aus der; Anzeigenteil unseres Blattes.
Landkreis Gießen.
** Eberstadt, 12. Nov. Dieser Xagt hat der Sohn des Ge- meinderechmers Löbrich, Ferdinand L ö b r i ch, der seit 23. August d. I. als vermißt gemeldet wurde, aus englischer Gefangenschaft geschrieben. Er war beim aktiv. Jns.-Rgt. 67 3. Komp. Ebenso haben Heinrich Ka m b e i tz aus ameril'aili'cher und Wi h L i er m a n n aus englischer Gefangenschaft sich gemeldet. Als vermißt gelten
zur Zett noch August Buß und Heinrich Naumann. Sämtliche sind Inhaber des Eisernen Kreuzes bzw. der Hessischen Tapferkeits- medaille.
Kreis Schotten.
Eichelsdorf, 11. Nov. In einem Lazarett starb der Unteroffizier Georg Baur, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Württembergischen TapferkettsmeSaüle. — Rainrob. Nach 49monatiger treuer Pflichterfüllung starb August Bieden- kapp.E — Schotten. Tie Leitung der Bezirlssürsorgestelle für die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wurde Pfarrer Römer in Ulfa übertragen. !
Kreis Friedberg.
^ ** Friedberg, 12. Nov. Ter hier gebildete Arbeiter- und
Srldatenrat hat eine Reihe von Be!kanuttnachungen erlassen, die sich im wesentlichen mit den Verö ffenttichungen anderer Soldatenräte decken.
** Butzbach, 12. Nov. Auch hier hat sich ein Arbeiter- cmd Svldatenrat gebildet, der es auf sich genommen hat, im Verein mit den bisherigen .Behörden die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe zu^ gewährlisten. Der Soldaten rat hat Vorkehrungen g-etroffen, daß keinerlei Bedrohung oder Gefährdung der öffeiitlichen und persönlichen Sicherheit durch die Insassen der Zetlenstrasanstalt erfolgen kann. Es ergeht an jeden einzelnen die erndrrnglick.e Mahnimg, fcer bisherigen Beschäftigung in unver- anderter Weise und ohne jede Unterbrechung nachzugehen uird srch den Arwrdnungen des Arbeiter- und Soldatenvates unbedingt zu fügen. ^Schädigungen des Lebens und Eigentums, Plünderung oder sonstige Ausschreitungen weroen rücksichtslos bestraft.
^ ** B u tzbach, 12. Nov. Ivr Einvernehmen mit hiesigem
Loldaten- und Arbeiterrat und auf Anordnung des Kreisamtes beabsichtigt, sofort die Einrichtung meiner Bürgerwehr zur ?luf- rech'terhaltung und Sick-erung der Ordnung vorzundhmen. Tas ^^cmemderatsmitg'lied Tr. Vogt ist damit beauftragt. Es werden alle Männer vom 20. Lebensjchr ab, im übrigen Alter unbegrenzt, svlvert sie körperlich im Stande und beruftich nicht außerhalb tätig sind, zur TeilTiahane aufgefordert. Ter Dienst wird so vor- gesehen, daß etwa alle 12 Tage einen Wehrmann die Reihe trifft.
Zuteilung in die einzelnen Wackien erfolgt durch Verlosung. Einwohner, die sich ohne .genügende Entschuldigung der Pflicht entziehen, werden nach der Gemeindsordnung mit erhöhter Steuer belegt.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 11. Nov. Heute mittag fand auf Einladung des Arbeiter- und Soldatenrates in der Händeskammer eine Besprechung mit den Verwetern sämtlicher Banken nnd Bair- kiers statt. Tie Vertreter der Reichs bank - und des Magistrats erklärten, daß die Zalflung der Arbeiter- und Soldatenlöhne wegen Mangtt an Zahlungsmitteln nicht auf Sck>Miorigkeiten stoße, uud erne Verschleppung von Geld nach dem Auslände crusgesäilossen ist. Tie Banken Westen Maßnahmen, hsaß das Hamstern von Noten unterbleibt und der bargeldlose Verkehr unter allen Umständen aufrechterhalten bleibt. Tie Frankfurter Börse blieb Samstag und heute geschlossen.
mr. Frankfurt a. M., 11. Nov. Ter vom Arbeiber- und Soldatenrat bestellte Bahühofsdommastdcrnt verbietet für die nächslen Tage alle unnötigen Reiftu. Selbst dringende Geschäftsreisen dürfen nur mit besonderer Genehmigung angetr-eten werden.
mr. Fra n k fu rt a. M., 12. Nov. Ta die Grippe dauernd zurückgeht,. kann der Unterricht an den Frankfurter Schulen am Freitag wieder ausgenommen werden.
--- Höchst a. M., 11. Nov. Der Arbeiter- und Soldatenvat hat von sämtlichen Bürgernveisterümtern des Kreises Besitz er- giffen urrd deren Perwaldung übernommen. Heute mittag fand hier eine Volkskmchgebung! für die sozialistische Republik statt, an der etwa 25 000 Personen teilnahmen. Ansprachen hielten Reich sta gsa bgeordneter Rau t e - Eilen bürg und die Parteisekretäre Specht und Walter aus Soden.
X Marburg, 11. Nov. Heute früh um 9 Uhr fand auf dem Kämpftasen vor den Gebäulichiöeiten der Iägerkaserne eine stark besuchte Volksversammlung stritt, an der Zivil und Militär gleichmäßig beteiligt war, Vizefeldtvebel Hermann nnd Jäger Pörsch hielten Ansprachen und forderten schließlich zur Vervollständigung des nnstweilen gebildeten Arbeiter- und Soldatenrates aus. Aus Vorschlag des Landgerichtsrats Klingenbiel wurde auch nock^ ein Landwirt hinzugezogen. Ter Rat setzt sich jetzt außer vier Soldaten aus einem Bürger, einem Arbeiter, einem Studenten und einem Landwirt zusammen.
öcrmiScftkf,
* Ersatzlebensmittel. Ersatzlebensmittel sind bei der Ersatzmittlabteilung des Kriegsernährungsamts bis Anfang November ingrsamt 2976 eingereicht worden. Von diesen imrrden 1889 zugelassen ^nd 1036 abgelehnt. Tie meisten Anttäge betrafen Limonaden und alkoholfteie Getränke, von denen nich' weniger als 376 Ersatzmittel ein gereicht Nncrden. 320 konnten zugelassen werden, während 47 abgelehvrt wurden. Dazu kommen noch 140 Grundstoffe, 51 Effenzen, 64 Sirupe und 90 Extratte, dic sämtlich zur Herstellung von Limonaden und alkoholfreien Getränken dienen sollen und zugelassen wurden, während von diesen Mitteln im ganzen 35 abgelehnt wurden. Heißgetränke wurden 198 erngereicht und 151 zugelaffen. An drttder Stelle kommt Bierersatz mit 133 zu gelassenen und 33 abgelebten Ersatzmitteln Getränke mit likörähnli«chem Geschmack wuvden 104 zugelassen und 93 abgelehnt, solche mit weinähnlichem Geschmack 1 zugelassen und 4 abg.lehitt. Dazu kommen rroch, zahlreiche künstliche FrucÄsäfte mit und ohne bestimmten Fruch,'angaben sowie 14 Süßstofflösungen. Mr Tee gibt es mcht wmiger als 96 zugelassene und 31 abgelehnte Ersatzmittel. Kaffee sollten 43 Mittel ersetzen, von denen aber nur 15 zugelaffen wurden. Weit geringer ist die Zahl der mehr oder weniger eßbaren Ersatzmittel. Zugelaffen wurden z. B. 28 Arten von Würsten währeir 32 Mgelelwt wurden. Fleischbrüh-Ersatzwürsel gibt es 75 zngelassene und 41 abgelekflite.
Würzen und Pasten, wurden 43 zugelassen und 29 abgelehrtt, Suppen 20 und 12.
* Friedrich der Große und sein Mundkoch. Noel, der Mundloch Friedrichs des Ewoßen, bereitete seinem Gebieter einst eine Pastete, an der dieser sich den Magen verdarb. „Wir komnten beide in die Hölle," sagte der König zu ihm. „Tut nichts, Majestät," entgegnete der Koch, .,wir sind beide an das Feuer gewöhnt."
* GuterBescheid. Dem Dichter Grabbe wurde einmal von einem Lvshändler -ein Lotterielos zugsschickt, das „unbedingt mit einem Gewinn gezogen werden" würde, weshalb der Empfänger um umgehende Ueversendung des Kaufpreises ersucht wurde. Grabbe schrieb dem Manne darauf folgendes: ,^Jhr Los, ans welches unbedingt ein sicherer Gewimi in' ?lussicht gestellt wird, behalte ich. Zur Ersparung von Porto für Geldsendungen ersuche ich Sie, die Summe, die das Los kostet, von dein sicheren Gewinne abzuzieheu und den Ueberscl^ß gefälligst auf hier anweisen zu wollen. Sollte das Los jedoch durch saften, so betrachten Sie den Verlust als Sttafe für Ihren Aberglauben."
Letzte Nachrichten.
Die Regierung an die Oberste Heeresleitung.
Berlin, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Telegramm der Volksregierung an die Oberste Heeresleitung:
^ Tie Volksregierung ist von dem Wunsche beseelt, daß leder unserer Soldaten nach den unsäglichen Leiden und deir unerhörtes Entbehrungen in kürzester Zeit rurch der Heinrat zurückkehrt. Dieies Ziel ist aber nur zu erreichen, wenn die Demobilisierung nach nttein geordneten Plane vor sich geln. Falls einzelne Truppen willkürlich zurückflulen, so gefährden sie sich selbst, ihre Kameraden und die Heimat auf ba.6 Schwerste. Ein Chaos mit Hunger und Not ^nüßte die Folge sein.
Tie Volksregierung erwartet von Euch strengste Selbstzucht, um unermeßlichen Schaden zu verhüten.
Wir ersuchen die Oberste Heeresleitung, das Feldheer von vorstehender Erklärung der Volksregierung in Kenntnis zu setzen und folgendes anzuordnen:
1. Das Verhältnis zwischen Offizier und Mann hat sich aus gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Willige Unter-« ordnung des Mannes unter den Offizier und kameradschaftliche Behandlung des Mannes durch den Vorgesetzten sind hierzu Vorbedingungen.
2. Das Vorgesetztenverhältnis des Ofsiziers bleibt bestehen. Unbedingter Gehorsam im Dienst ist von entscheidender Bedeutung für das Gelingen der Rückführung in die deutsche Heimat. Militärische Disziplin und Ordnung im Heere müssen deshalb unter allen Umständen aufrechterhalten werden.
3. 2ie Soldatenräte haben zur Aufrechterhaltung des Vertrauens zwischen Offizier und Mann beratende Sttmme in Fragen der Verpflegung, des Urlaubs, der Verhängung von Msziplinar- strafen. Ihre oberste Pflicht ist, auf die Verhinderung von Un^ ordnung und Meuterei hinzuwirken.
4. Gleiche Ernährung für Offiziere, Beamte und Mannschaften.
5. Gleiche Zuschüsse zu den Löhnungen, gleiche Feldzulageq für Offiziere imi Mannschaften.
6. Von der Waffe gegen Angehörige des eigenen Voltes ist nur
in der diotwehr und zur Verhinderung von Plünderungen Gebrauch zu machen. ,
gez. Ebert, Haase, Scheidemarrn, LandÄberg, Barth.
Der Kronprinz in Maastrich.
Amsterdam, 12. 9dov. (WTB. Nichtamtliche) Die Nieder- ländische Telegraphe 11 -Agentur erfährt aus Maastrich folgende Ein, ' zelheiten über die Ankunft des deutschen Kronprinzen: Heute nachmittag, 2 Uhr meldeten sich an der Grenze in Oud Vronhoven drei Automobile an, in denen sich fünf deutsche Offiziere befanden. Sie wurden durch einen hvlländischen Leutnant interniert. Einer der Offiziere war der frühere deutsche Kronprinz- Nach Abgabe der Waffen mußte die Gesellschaft auf die Ankunft des Garnisonkommand-os von Maastrich und das Tioisionskvm- marrdos der Gendarmerie warten, die den Kronprinzen nach dem Gouvernementsgebäude breiteten. In Abwesenheit des Kommissars der Könfgm wurde der Kronpr in z von einem Sekretär emb fangen. Er blieb nrit senren Begleitern heute Nacht in dem Gouvernementsgebäude, vor dem Polizei Wack-e hält und wartet dort die Entscheidung über sein Verbleiben in Holland aus dem Haag ab.
Deutsch-Oesterreich Bestandteil der deutschen Republik.
Wien, 13. Nov. Die Nationalversammlung hat in der gestrigen Sitzung den vom Stacttsrat v-or'geschlagenen Gesetzentwurf betreffend die P ro kta m ie r u n g btt deutsch- österreichischen Republik als Bestandteil der deutschen Republik einstimmig angenoimrren.
Die Rückkehr der Armee Mackensen.
Berlin, 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldung eines Verbindungsoffiziers in Budapest stellte die ungarische Regierung der elftem Armee und her Annee Mackensen je fwb3 Züge täglich zum Abtrmrsport zur Verfügung . 1
Verhandlungen Hollands mit der Entente.
Haag, 12. 9Lov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des Kdrrespondenz-Bureaus teilte der Minister des Innern in der Zweiten Kammer u. a mit, daß die Verhandlungeir Hollands mit der Entente in London günstig verlaufen und daß schon jetzt Schiffe mit Getreide, Oel und Fetten nach Holland unterwegs seien. Als Gegenleistung müsse Holland den Alliierten für fünf I-ahre einen Kredit von 150 Millionen Gulden zu 5 Prozent einräumen. Störungen der Ordnung in diesem Augenblick würden nur die Verhandlungen schädigen, das Betriebsleben unterbinden und Hungersnot zur Folge haben.


