Nr. 262 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefien) Donnerstag, 7 . November 19(8
Ans Stndt Und Land.
Gießen, den 7. November 1918.
^ ^ n ^ 3r ei ch n üng^ Kanonier Ludwig H o f m a n n, Sohn ^ I' rmetsiers Ludtorg Hofmcrnn, erhielt die Hess. Tapfer^ TaS Eiserne Meuz 2. Kl. besitzt er schon. r 1 onaln achrrchten der Ober-Postdirektion Darm- sto^ Verlrel>en wurde das Eiserne .Kreuz 2. Klasse den Feldpoft- ^rmstndt^ uni Mohr aus Bensheim,
Hübner rn Tarmstadt; der Titel Ober-Briefträger denn Brief rräecr ach re r in Friedberg (Hessen-. Ptanmäßig angestellt als ^eUchravtengehllsin: Tie TelegravheNgehllfin Kiefer in Gießen.
t uit: , -bchtmeister K raufe von Niarklissa nach Seligenstadt «Heuen ), Postassistent Bo e hmelman n von Kneuttingen nach Mainz.- ?rreiirii[£iq ausgeschieden : Telegr ap hengehilfinnen Port in . Greben und Luise Zachmann in Drmstadt. Befördert zu Osn zieren tes Beurlanbtenstandes: Postassistent Schmitt aus Mam; und Tal egraphengehll fe Russin g aus Darmstadt.
** Der Unterricht in der Gewerblichen Fortbildungsschule fällt bis Montag den 1?. November aus. ,S Anz. in vorl. Nr.)
*' o rtr a gsabe nd Nora M e n g e l be rg. Zum Besten d7r Wcthnachtssvende 1918 für die Feldgrauen war dieser Vortragsabend in der neuen Aula der Univen'llät Veranstalter, zu dem man die Dortragskünstlerin Nora Mengelberg aus Berlin, eine Schülerin^ Milans, verpflichtet hatte. Ter Eindruck, den der Vortrag im Vorjahre hinterließ und dessen Würdigung in einer der letzten s )htfitnTfrn unseres Blattes wiederholt wurde, fand sich in allen Einzelheiten bestätigt. Tie Künstlerin trug mit völligem Verzicht auf jed:n Effekt, l diglich mit der schmiegsamen Ansdrucksfähigkeit ihrer weichen. klangvollen Stimme, jedes Wort und jedes Satzgefüge bildhaft belebend. Dichtungen von Andersen. C. F. Meyer, Liliencron, Mörike und Baumbach vor, die schon in der Auswahl einen sicheren künstlerischen Geschmack eriviesen. Besonders fesselte die künstlerisch reife Wiedergabe der „Historie von der schönen Lau" von Mörike und der neckischen Berserzählung „Das Häschen" von Bauntbach. Reicher Beifall vercrnlaßte die Künstlerin, als Zugabe noch eine scherzhafte Dichtung von Eichendorff zum Vor- .trag zu bringen.
** Volksbund für Freiheit und Vaterland, Ortsgruppe Gießen. In ^ der am 5. November abgehaltenen Mitgliederversammlung wurde, im Anschluß an den Bericht des Herrn Professors Michel über die am 26. Oktober in Berlin gepllogenen Verhandlungen des BolWbundes, folgender Beschluß gefaßt: ,^Zm Hinblick auf die Schwierigkeiten, die der treuen Regierung bereitet werden, stellt ftdji die Versammlnng einmütig aus den Boden der Entschließung, die anr 26. Oktober d. I. vom Vorstand, Arbeitsrot itnd Ausschuß des Botksbundes für Freiheit und Vaterland in Berlin gefaßt wurde, und richtet an atle Mitglieder der Ortsgruppe die dringende Aufforderung, im privaten, und öffent- lick^en Leben mit Enttschiedcnrhell dafür einzntae.cn. Tie Einschlie- ßtmg lautet: Ter Vorstand, Arbeitsrat und Ausschuß des Volksbundes für Freiheit und Vaterland, die heute in Berlin aus allen Teilen Teutscklands zu gemeinsamer Tagung versammelt sind, sprechen der tteuen Bokksrvgierung des Reiches ihr volles Mr- trauen aus. Sie erblicken in den getroffenen Maßnahmen auf den Gebieten der äußeren und inneren Politik Notwendigkeiten, die ßwar durch den Ernst der Stunde und die dem Vaterland drohende Gefahr geboten sind, zugleich aber dem Wohl unseres Volkes dienen Ter Volksbund fordert, daß die Reichsleitung alle offenen un> versteckten Widerstände, die sich der Erfüllung ihrer Aufgabe entgegenßellen, bredjeit wird. Bei Aufrichtung des neuen Deutschlands wiro der Volksbund mit allen seinen Kräften die Regierung stützen." ^ . • r
** Vorsicht bei Bestellungen? Jü letzter Zell hausen sich, die Beickyr erden, wonach! Reisende tadellose Muster vorlegen und jo hohe Bestellungen erzielen. Tem,rächst treffen die Sendungen unter Nachnahme ein. Im Vertrauen auf die gegebenen Zusich ermtgen werden die Pakete eingelösd. Es stellt sich-dann heraus, daß die gelieferten Waren nicht im geringsten den vorgezeigten Musern entsprochen, ja, daß ganz andere Waren, als bestellt, g lifiert werden. So ist- es vovge kommen. daß ein Kaufmann für mehrere raufend Mart' Lack besteltt, später aber Salz geliefert erhaltru 1-rt. Tiefen Sck^vindel kann man so zi. mich beim Vertrieb sämtlich r Ware.: fest stellen, z. B. bei Seife uwd Seifen- Ersatz, bet Bob rerwachs, besonders bei Losmerischrn und pharmazeutischen Artimln. In jüngster Zeit wird häufig echtes Kölnisches Wasser an gepriesen. Das Mustier ist reichlich sprithallig. Die ge- lückcrie War: ist ein fast wertloses parfümiertes Wasser ohne jeglichen Sprttgehalt. — Ter Oberleutnant a. D.. Ageirt, Kauf- nreun usw.. Eduard Soenke, geboren am 3. Juli 1877 zu Gluben- ft-ctn, wostnh-ait in Berlin-Schö naberg, Kunsteiner Straße 8, früher in Berlm-Wilmersdorf, Motzstraßc 39, erbie.et sich zur Lieferung von bet. «zu tag: sehr begehrtett Artikeln gegen Duplikat-Frachtbrief. Die Senkungen, die demnächst- eintreffen, enthalten jedvck) nicht die bestellten Waren, vielmehr ganz andere für die Besteller ganz unbrauchbare Produkte. So ist in einem Fall statt Schellack eine An Salz ^liefert worden.
** Tarl e husschw indel. Mit verlockenden Anpreilun- oeii suchen de Agenten der Tarlehnsschuoindelfirmen das kredit- bedürsitg' Volt zu ködern. Bewirbt tnati sich auf ein solches Angebot kiu um'ein Darlehen, so muß man zunächst einen Vorschuß für die an g'blick: lwaltung des Agenten zahlen. Tie ganze Arbeit
foeÄ Agenten l steht nun darin, daß er das formularmäßtge Gesuch von dem G:lt!eoürftigen uwtcrschreibeir läßt und an sei'.: „Haus", eine, uri: er ausdrücklich betont, „handAsgchrichtllch eingetragene Firma" in irgendeiner Großstadt, weiter gibt. Dese Firma setzt tum den Beutezug fort. Sie vaclaugt als „Infvrmatronsgebützp oder unter itgettdeiuer anderen Bezeichnung etlten Mlobetrag.
der.noch.Der Höhe des gesuchten Darlehens abgeslltft ist und als unangemessen hoch bezeichnet werden kmüß. Ist auch dieser Betrag gezahlt, so wird eine Auskunft über den Tarletzenssucher eingeholt. Tie Aprskuwft wird aber nicht von einer der maßgebenden, an- ges'ckhenen Auskunfteien erbeten, sondern sie wird von einer Winkel- Auskunftet besorgt, die iwil der: Darlehensschsvindelftrmen Hand rn Hand arbeitet. Tie Auskunft fällt natürlich derart aus, daß die an- geblickten Darlehensgeber auf Stellung von Sicherl-eitetr bestehen müssen. Es ist ganz iw ihr Ermesset t gestellt, ivelche Sicherheiten sie als genügend erachten. Jin der überwiegenden Mehrzahl der alle können die verlangten Sick/w hellen nicht gebotett werden, as Verfahren endet dann gAvohnlich damit, daß das Gesuch mangels genügender Sicherheit abgerviesen wird und daß der Tar- lehenssuchew seiner vorausgezahlten Beträge verlustig geht.
** T ie Gieß en er Laza rettzeit u n g Nr. 24 brrngt folgende Beiträge: Hagedeo, von Scheftel. Organisation und Lxtelc von S. Voß. Erwerbslosen - Fürsorge und Kleine Mitteilungen. Tie Beilage enthält: Vertrauen, von R. Strecker. Das Gießener Kriegsmuseum. Kranken- und Invalidenversicherung. Der Kriegsteilnehmer.
Landkreis Gießen.
-s- Bersrod, 5. Nov. Die Schjulzeichnung zur neunten Kriegsanleihe stieg bis jetzt über 3700 Mark gegen 2650 Mark bei der 8. Tie Gemeinde zeichnete 10 200 Niark. — Ludwig Ranft II., der schon zwei Söhne an der Weßfroitt verlor, erhielt die Nachrickch, daß mrn sein 4. Solyt als vermißt gilt, während der 3. kraul int Lazarett liegt. Der schon längere Zell vermißte Musketier Will). Heister von Winnerod hat sich mut aus der Gefangenschaft, gemeldet. — Die Grippe breitet sich hier und in der Umgegend imnter mehr aus. — Das Sammeln der Bucheckern wurde in der abgelaufenen Woche fleißig betrieben.
ga. Rüddin gshau Mn, 4. Nov. Ein übler Etnpfang wurde gestern abend mehreren Mädchen aus RüddingHausen, die sich nach dem Bahnhof Odenhausen begeben wollten, am Wald- eingang zuteil. Dort hatten sich im Walde eine Anzahl Bur scheu versteckt, die die Ueberraschten und Erschreckten mit Stein- und Knüppelwürfen emp singen, so daß sie in der Dunkelheit nicht ein noch aus wußten. Dem mutigen Verhalten einer der Uebcrsallencn ist es zu danken, daß einig: der Täter namhaft gemacht werden konnten, so daß eine „Belohnung^' der Heldentat wicht ausgeschlossen ist.
51reis Friedberg.
nt. Dortelweil, 5. Nov. In einer der letzten Nächte wurden hier nicht tveniger wie 50 Hühner, außerdem noch elliche Gänse gestohlen. Unter den Betroffenen befindet sich auch ein Eisenbahner, ellt braver Matm, der sich auch redlich plagen muß und dem seine sämtlichen fünf Gänse gestohlen tvorden sind. Das öftere Borlpmmcn der Geflügeldiebstählc läßt aus das Vor- handenseiu einer organisierten Diebesbande schließen, die in einem benachbarten Dorf ihren Sitz hat.
Kreis Wetzlar.
^ wa. Wetzlar, 5. Nov. Für das Vaterland ist gestorben: Schütze Herntann Vetter, Ins.-Regt. Nr. 71, ans Hermannstein Mit dem Eisertren Kreuz 1. Klasse tourden atisgezeichuet: Feldwebel Wilhelm Scheu ck aus Branufels. Unteroffizier Friedrich H itt- d e r.aus Obertrdorf. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurdet! ausgezeichnet: Musketier Heinrich H o fmait it aus Niederblll. Pionier Will>ejm Trolle r ans Neillirchon. Als verwundet ist weiter gemeldet: Theodor Krauß, Feldwebel-Leutnant und Führer einer Nachlrichten-Abteilung, aus Ehrntgs hausen.
Uirchliche Hacbriducn
Israelitische Religionrgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd^Anlage). Samstag 9. Nov. Vorabd.: 4.45: morg.: 9.00;, abds.: 5.00 u. 5.40. — Israelitische Neligionrgesellfchast. Sabbatfeier am 9. Nov. Freitag abd.: 4.25: Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 3.30; Sadbatausg. : 5.40. Wochengottesdienst: morg. 7.00, abds. 4.30.
Cctztc rittcyvßcyten.
Dev neneste Bevreht dev Seevesleitttng.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 7. November. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nordöstlich von Ondenaarde stießen Franzoien über die Schelde. Im Gegenangriff warfen wir sic zurück. Znnschen Schelde und Oise suchte der Feind di: vlanmüßigc For-s- führung unserer am 4. Novencber eingelciw.cn Bewegungen durch heftige Angriffe zu verhindern. Der Schwerpunkt dieser Angriffe lag nordöstlich van Palenciennes, südlich der nach Mons führenden Straße bei Bavai und bei Aulstwye an der Sambre. In schweren wcchselvollen Kämpfen hielten unsere Truppen dein feindlichen Ansturm statrd. Der Feind stand am Abend bei Quievrain, am Wcstrande von Bavai, östlich von Aulnoye, westlich von La Capelle. Zwischen der Oise und der Aisne hat der 'Gegner die Linie Vervins — Rozoy erreicht. Beiderseits von Rethel hat er die Aisne überschritten und stand am Llbend in Linie Wasigny—Novion—Pop- cten und nördlich von Tourteron. Zwischen Aisrre und Maas folgte er bis Bend resse und Mouzon.
Auf den: Ostufer der Maas setzte der Amerikaner seine heftiaen Angriffe fort. Es gelang ihm, seine Stelltmg am Brückenkopf östlich von Dun zu erweitern. Wir brachten den Feind an den Waldungen östlich von Murvaux und Fontaine zum Stehen. Oestlich von Sivry hat die bewährte Brandenburgisllc 228. Infanterie-Division ihre Stellung voll behauptet.
Der Erste Generalquartiermeister G ro ene r.
Prrsseftimmeu zum Beginn der Wafftnstillstandsvcrhand-
lim-gen.
Berlin, 7. Nov. Tie „Morgenpost" jagt: Unsere Negierung betrackitet die nettste Wils-onsche Note als gecagnere Grundlage für die Turchführung des Was senstill stau des und den Beginn der Friedensverkandlungeu. Was ivir cmpfindeil, das^zu sagen, erlasse man uns. Wir haben den Krieg verloren t.nd müssen stark genug sein, die Folgen zu tragen. Bald werden wir ftar sehen, was verwüstet ist und was es wieder aufzubauen gibt. Tie Kräfte, die uns noch verbleiben, nuissen wir znm Aufbau znsammau-, nelftnen. Tiefe durch.Unrul>:, Putsche und Kümpfe im Inirern zu zersplittern, hieße zum Unglück des Volkös noch das Verbrechen lünzufügen.
Die „T äg l iche R u n d sch a u sagt: Jene neue Note Wilsons vernichtet einige der Illusionen, mit denen bei uns sein Friedenswerk begleitet wird.
Im „B e r l. T a ge b l a t‘t" lieft matt: Wilson hat durch dte Vermittlung des Obersten House eine Einigung auf der von chm immer Lesorderten Basis errcichit. Die Vertreter der schärferen Richtung in der Etttente haben auf ihre ivellgehenden Ansprüche und Hoffnungen Verzicht leisten müssen. Dteser unbestrellbara Erfolg Wilsons läßt die Mvglichikell zu, daß bei den Friedens- Verhandlungen nicht völlig von b-ent cchgewichen wird, was man einen Rechtsfriedeir nennen kann.
In der „K r e u z zeitu n g" heißt es: Es ist theoretisch ntög- lich, daß die Friedensverhandlungen xit Angriff genommen werden, ohne daß es gelingen kömtte, einen Waffenstillstand abzuschließm. Unser Heer und seine Führer stehen vor einem Schrllt, der ihre Ehre ebenso betrifft wie die Zukunft Deutschlanids. Wir sind ohne Hoffnung, daß di: Waffen still standsLebingungen unserer militärischen Lage Rechnung ttagen werden.
Die Schadrnersatzfrage.
i. Köln, 7. Nov. (Trahtnachr.) Die „Köln. Botks-Ztg." schreibt: Soweit die Schadenersatzfvage in Frage kommt, hat die deutscke Regierung bevells bestimmte Erklärungen abgegeben. Für den Fall, daß auf dem Kongreß, der Waffenstillstand oder Frieden beschließet! soll, wirllich die Schadenersatzsrage jur_ Sprache kommt, müssen die deutschen Unterhändler energisch darauf bestehen, daß seit dem Friedensangebot der deutschen Regierung im Jahre 1916 die Fortsetzung des Krieges der deutschen Regierung nicht mehr allein zugcschoben werden kann. Von jenem Augenblick an traget! unsere Gegner die Verantwortttng für den entstandenen Schaden. Aian darf auch nicht vergessen, daß auch die deutsche Zivilbevölkerung großen Schaden erlitten hat. Die deutsche Re-^ gierung wird vielleicht gut daran tun, bei den Berhandltmgen daraus hinzuweisen, daß sie unter Umständen bereit ist. die Schuldftage de- Krieges durch eine internationale Kommission prüfen zu lasset!
Die Frage der deutschen Kolonien.
i. Köln, 7. Nov. (Trahtnachr.) Die „Köln. Volks-Ztg.^ meldet aus Gens: Tie letzten Depeschen aus Lyon melden: Tic Ansicht Pariser Kreise betreffs der deutschen Kolonien geht dahllt, daß Wilson vorläufig die englischen Annexionsabsichten bekämpft. Das hiesige Blatt „Feullle" schreibt, England wolle Amerika bestimmet!, einen Teil der Kolonien selbst zu übernehmen, wodurch eine spatere Opposition Amerikas gegen englische Annexionsabsichten mnnöglich werde.
Dir böhmische Frage.
P r a g , 6. Nov. (WTB. Nichtamtliche Aus tschechischen Kreisen verlautet, daß K'ramarz aus der Schweiz Zusicherungen mit- bvachte. daß Böhmen ungeteilt dem tscheck>o-sl>owakischen Staate zufallen soll. Das Organ der Partei Klosac „Ceske Slvwa" schreibt: Wir haben die Pflicht, mit den, Deutschen in Böhmen und Mähren zu verhandeln. Wir wissen, daß unser Staat nur dann dauernd gesickiert sein kann, wenn sich beide Nattonen in ihm zufrieden fühlen.
Brü^n 6. 9dov. (MDB. Nichtamtlich.) Die Mttgltei»er des deutschen Gemeinderates legten gestern ihre Mandate nllder, veil ihnen bei der.Uebergabc der Stadt cai die tschechische Regtecung unerhörte und demütigende Bedingungen gestellt und auch von der Volksmenge offene Gewalt gegen das Rathaus und die bisherigen deutschen Vertreter der Stadtverwaltung geübt wurde.
Einspruch französisch-englischer 'Sozialisten gegen zu Harte Waffenstillstandsbcdipgungen.
i. Köln. 7. Nov. (Trcchtn.) Die „Köln. Bolksztg." meldet aus Genf: Die Pariser sozialistische Presse plant eine Kundgebung an Wilson, falls die Bedingungen des Waffensttllstandes allzu hart seien. Auch die Lotrdoncr Liga der Eisenbahner droht mit Streik sowie Verhinderung der Abreise der 'Delegierten, falls nicht ein Frieden ohne Annexionen erfolge.
Gefangenenaustausch mit Frankreich.
Berlin, 6. Nov. (WDB. Nichtanttlich.) Wie vor einiger Zell in der Presse mitgetellt wurde, ist der Austauschl der mehr als 18 Monate in Kriegsgefangenschaft lebenden deutschen und französischen Heeresangehörigen am 16. 10. wieder ausgenommen worden. Zur Beruhigung der Angehörigen, welche die Rückkehr der- Ihrigen mit begveiflich>er Ungeduld erwarten, iei gesagt, daß. der AuLtausch sich regelmäßig vollzieht. In jeder Woche treffen ;;rri Züge mit rund 1500 deutschen kriegsgefangenet! Unkeroffizierem und Mannschaften in .Deutschland ein. Deutscherseits ge'chicht selbstverständlick- alles, um, trotz der Grippe, und m d^n Krixgs- vethcltniffen begründeten Schwierigkeiten, den ruhigen Mlav>dcs Antausches zu sichern. Der nächste Offtzierstranspnü wird etnw Mitte November in der Schweiz eintreffen.
''Die Miegsköstm Amerikas.
Washington, 6. Nov. (WTB. Nichtamtlich.' Drahtlos. Tie amerikanischen Kriegskosten beliefen sich Im Oktober auf 1 764 800000 Dollars, einschließlich der Anleihen an die Verbündeten im Betrage von 289100000 Dollars. Tie Gesamt kriegskosten werden aus 2 0 Milliarden 561 Millionen Dollars geschätzt.


