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Nr. 25| Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Freitag. 25. Moder (y(S

Auch in Ungarn gewinnen die Bestrebungen der einzelnen BolkSstämme, zu einen, Zuscnnmen- schlub zu gelangen, täglicb mehr und mehr Boden.

Die Gesamtbevolterung Ungarns beläuft sich auf rund 20 687 00) Einwohner. Der herrschende Stamm der Magyaren erreicht mit 10 051 000 Angehörigen, noch nicht die Hälfte der Gesamt­einwohnerzahl. Die Rumänen zählen 2 949 000. die Serbokroaten 2 940 000, die Deutschen 2 C37 000 und die Slowaken 2O32 0O0. Der Rest verteilt sich auf Nuthenen, Polen, Slowenen,Italiener nsw.

Die Magyaren wohnen im ungarischen Tief­land, im O"en und in der Mitte Siebenbürgens, die Rumänen im Westen und Süden Sieben­bürgens und angrenzenden Gebieten, die Deut­schen an der niederösterreichischen und steier­märkischen Grenze und als Minoritäten in Ba- ranya <1908: 103 000), TorontLl (176 000) und Tolna, in der BLcska, der Zips, im Banat, ferner in Siebenbürgen um Kronstadt (Burzenland),

Hermannstadt, am Königsboden und »m Bislritz (Nösnerland). Die Slowakei, bewohnen die Westkarvathei, und das oberimgarische Bergland, sporadisch Bskes und Csanäd, die Rulhenen das karpalhische Waldgebirge. Serben gibt es im Südosten (BLcska, Zombor, Neusatz, TorontLl und Deines), Kroaten und Slowenen im Koinitat Zala, auch gibt es Armenier (Siebenbürgen),

Bulgaren (Banat), Jtalieiier (Fiume und Lito­rale), Albanesen. Zahlreich sind Zigeuner (in,

Südosten liiid Siebenbürgen). Magyaren und Serbokroaten treiben nieist Landwirtschaft, Viehzucht, Gewerbe: der Slowake ist Holz-, Berg- oder Bauarbeiter, viel'ach Hausierer (Rastelbmder), der Ru-

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Oie ßevölherung Ungarns

tbcnc und Runiäne Hirt oder Waldarbeiter, der Deutsche treibt tm Westen (Heanzen, Gewerbe oder Handel, in, Banat (Schwaben) auch Landwirtschaft.

Au» Stadt und Land.

Gießen, den 25. Oktober 1918.

Hessischer Dichter-Abend.

Es ist nicht zum ersten Male, daß in diesem Matte von der Deutschen Dichter-Gedächtnisstiftimg die Rede ist, deren kulturelle Bedeutung noch größeres Gewicht erhalten hat, seit mit der Her­ausgabe ausgewählter, gesunder Volksbücher die Einrichtung von Tichterabenden verbunden worden ist. Wie Geh. Rat Behaghel in einigen einleitenden Worten zum ersten Vortragsabend süü Gießen gestern in der Reuen Aula hervorhob, bildet die Deutsche Tichter-Gedächtnisstistung, deren Zweck es ist, hervorragenden Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des deutschen Volkes zu setzen, ein nicht zu unterschätzendes Kampf­mittel gegen der, Wust minderwertiger und schlechter Lektüre, dia auf den Ätarkr geworfelt wird. Nicht jeder, der das Bedürfnis nach gutem Lesestoff empfindet, hat Zeit, die Weizen körner unter der unübersehbaren Spreu der Tagestiteratur herauszusuchen. Hier einen Fingerzeig zu geben, wirkliche Dichter zu Worte kommen zu lassen, guten älteren Schriftstellern zu ihrem Rechte zu verhelfenl und jüngeren den Weg zu bahnen, das ist der Zweck dieser gemein­nützigen Stiftung. Es war naheliegend, den ersten Abend hessischen Dichter,: selbst zu widmen. Die Wahl hatte außer den bekanntes Holzamer, Bock und Edschmid die weniger bekannten Leuchs imd Walther getroffen, wahrend man andere beachtenswerte Namen vermißte. Als Vortragende waren Regisseur Karl Volck aus Gießen und Schauspieler Willy Umminger aus Frankfurt ge­wonnen. Willy Umminger bildete mit warmer biegsamer! Stimme die lyrischen Gestaltungen nach und trug eine typische Novelle des Tarmstädters Edschmid mit abgerissenem Hinwerscrr der Sätze vor, das für den Stil des Künstlers bezeichnend ist. Das weiche, auch bei stärkeren Gefühlsdurchbrüchen tonig-ver Haltens Pastellbildnis Holzamerscher Lyrik wurde durch die Auswahl dreier Gedichte bezeichnend hervor gehoben. Ten beiden anderen Lyrikern nach der knappen Auswahl gerecht zu werden, dürfte schwer fallen. Tie Blinde" von Else Leuchs wirkte durch reichen Stimmungs­gebalt, während Wilh. Walther die Gabe zu eigen scheint, groß gesehene Gestalten plastisch festzuhallen. Wertvoll war es, in der Novelle Dup Scott von,Kasimir Edschmid ein neues Kunst- wollen gemeinhin Expressiomsmus, in diesem Sondersalle besser als Dynamismus zu bezeichnen) in der Wirftmg des Vortrags kennen -,u lernen. Tie stürzende Hast ausdrucksgesteigertec Sätze erzeugte die ausmerkende Spannung, die van der eigenartigen Erzählungs­technik auch gefordert wurde. Tie Novelle selbst verdient alle Be­achtung und wird dem jungen Künstler weitere Freunde gewonnen haben. Ten breitesten Raum des Abends nahmen zwei Proben aus den Werken des mit dem Hessenlande und Gießen am engsten ver­bundenen Dichters Alfred Bock ein. In seiner Dorfgeschichte war auch der Zusammenhang mit der hessischen Heimat gewahrt.Das Schmerzenskind" zeichnet mit liebevollem Eingehen auf typische Eigenarten eiflerftchen Volkstums und psychologischen Feinsinn das Schicksal einer Ehe, die an dem Unfall des Söhnchens zer­bricht und über seinem Grabe sich fester wieder zusammen­schließt, währendDer neue Pfarrer" mit derben Strichen und saftigem Hunior von einem Schwindler erzählt, der ein echter Kerl war und den Bauern in seiner Art besser zu gefallen wußte, als der echte Pfarrer, der dem Volk-sempsinden fern steht. Karl Volk trug diese beiden Erzählungen vor, wobei auch er sich dem eigenen Stil des Dichters vollkommen anzupassen wußte. Die ursprüngliche Geradheit des Ausbaues und die Lebensechtheit der Gestalten, führte ihn in besonnenem Nachschaffen zu Höhepunkten von Vortragskunst. Somit war der erste Abend der Dichter- Gedächtnisstistung die beste Werbung für die noch folgenden.

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** Auszeichnung. Ten: Fähnrich Heinrich Walther, Fußart.-Regt. 9tr. 3, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

L. U. Von der Landesuniversität. Tie letzte Im­matrikulation für das Wintersemester findet am Sams­tag den 2 6. Oktober, vormittags 11 Uhr, in der Kleinen Aula des Vorlesungsgebäudes statt. Nach dieser Zeit wer­den Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird.

** Die landwirtschaftlichen Haushal­tungsschulen zu Langen und Lindheim eröffnen am 3. Januar 1919 einen neuen fünfmonatigen Kursus. Der Zweck und die Ausgaben der Anstalten bestehen in der Heranbildung der Mädchen aus dem Bürger- und Land­wirtsstande zu künftigen tüchtigen Hausfrauen durch an­gemessenen wirtschaftlichen Unterricht und durch praktische Unterweisung in allen in einem einfachen bürgerlichen Haus­halte vorkommenden Verrichtungen und Arbeiten. Die An­meldungen, welche bis spätestens Ende November d s. I s. erbeten werden, sind bei den Ortsschulkommissionen der Haushaltungsschulen zu Langen bzw. Lindheim einzu­reichen, welche ebenso wie die Landwirtschaftskammer selbst zu jeder werteren Auskunft gerne bereit sind. Näheres siehe im Anzeigenteil in gestriger Nummer.

** Ein P romenadenkonzert findet bei gün­stiger Witterung am Sonntag den 27. Oktober, vormittags 11V- Uhr, in der Nord-Anlage statt. Die Spftlfvlge verzeich­net: Ouvertüre zu der Oper:Das goldene Kreuz", von Brüll. Spanische Tänze Nr. 2 und 5, von Moszkowsky. Fi­nale a. b. Oper:Ariele, die Tochter der Luft", von E. Bach. ^Aennchen", Intermezzo, von Schröder.Einig und stark", Marsch, von Friedemann.

** Lichtspielhaus, Bahnhofftraße 34. Heute ist der letzte Tag des Hella-Moja- und Egede-Nifsen-Films. Mor­gen Samstag.findet die Uraufführung des Liebes- und Le- bensdramasFünf Minuten zu spät" statt. Hauptdarsteller dic>es Films sind Mia May und Bruno Kästner. Ab Diens­tag den 29. Oktober wirdDie Fürstin von Beranien", ein Lied von Lieb und Leid, gegeben.

Kreis Friedberg.

Ausd er Welterau, ,24. Okt. Die seit August im rrnver- mindertem Maße anhaltende Schleichversorgung mit Kartoffeln aus den Dörfern der Wetterau hat nur: die von .Kennern der Ver­hältnisse vorausgesagle Lage geschaffen: Die Erz enger sind kaum «noch in dec Lage, dem Ko m m u n a l v e r han d O s s e n ba ch die vorgeschriebene Pflichtmenge an Kartoffeln zuzuführen. Man kann die Kartoffelmengc, die von Hamstern aus der Wettevau geholr wurden, auf täglich mindestens 3000 Zentner bewerten, wenn'über­haupt eine Schätzung möglich ist. Die meisten Hamster wurden von der Not der Schbeichverforgung zugedrängt, viele aber triebe^ mit den Kartoffeln ,einen lohnenden Gehenützandel, und andere hamsterten aus Sport. Jetzt muß nun die Allgemeinheit unter diesen Verhältnissen leiden, da die Reichskartoffelstelle ihre An­sprüche an die Kommunalverbände aus Erfüllung der Kartosfel- liesenmgspflicht trotz des Schleichhandels in keinem Fall minder:. Es ist zrmächst eine Herabsetzung der Kopfguote der Loelbstversorger vorgesehen. Außerdem wird der heimliche Kar- toffclverkaus fortan aufs schärfste überwacht. Die Verkäufer werden ausnahmslos in Zukunft mit Gefängnis bestraft. Nickst minder aber bedroht der Kvmmunalverband auch die Käufer mit der Ver­hängung empfindlicher Strafen. Ob diese Maßnahmen nicht zu spät kommen?

Starkenburg und Rheinhessen.

I Darmstadt, 24. Okt. Heute morgen um 11 Uhr wurde m Gegenwart der Minister, des Oberbürgermeisters und zahl­reicher sonstiger geladener Gäste im Gewerbemnseum die von dem deutschen Auslandsmuseum in Stuttgart veranstaltete Kurland- Wanderausstellung eröffnet. Ter Masilzende des Mu- snrms-Vvrstandes, Konsul J© anner - Stuttgart, wies aus die Bedeutung des vor 2 Jahren ins Leben gerufenen deutschen Aus- landsmuseunrs hin, das es sich zur Aufgabe gesetzt hat. die Bande zwischen. dem Mutterlande rrnd dem Deutschtum im Ans lande immer stlter^zu knüpfen. Zu diesem Zwecke sammle es nicht nur nn Studienmaterial über das Auslandsdeutsclstum. das

am Museums sitz studiert werden .könne, sondern veranstalt auch Wanderausstellungen und Aufklärungsvorträge. Die erste dieser Wanderausstellungen, die Kurlandausstellung, wurde durch die ge- gemvärtige politische Lage nicht berührt. Sie verfolge keine poli- nschen Zie^ und wolle keine Werturteile bilden, sondern nur in rern sachlicher Weise die Grundlagen zu eigener Urteilsbildung oreten. Es schloß sich daran ein Rmrdgang durch die Ausstellung, dre rn übersichtlicher und reizvoller Anordnung einen guten Ueber- blrck über die wechselvvlle Geschichte des ,.Gottesländchens", sowie Bodenschätze und seinen Gewerbefleiß bittet ?luch in das reiche Geistesleben des Balkanlandes und in die Volkskunde des lettischen Volksstammes mit seiner eigentümlicher Volkskunst (bunte Woll-

Obreren, Holz fchnitzereien) läßt die Ausstellung einen tiefen Ernbl ur jint. Im Anschluß an die Eröffnung der Ausstellung srnoet heute abend ern öffentlicher Lichtbildvortrag über Kurland vpn Tr. Wertheimer statt. Die interessante Ausstellung wird bis Mttte Nevember in der hessischen Residenz verweilen.

Hessen-Nassau.

. ^.^^öomburg v. d. H., 23. Okt. In der außer­ordentlichen Generalvechammlung erstattete Generaldirettor Feld- Ueper d«r Geschäftsbericht über das erste Dreivierteljahr der Ak.reng:sellschaff Bad-Homburg, sämtliche Bctri-chsabteilungen ha­ben mrt Gewann gearbeitet. Ter Besuch des Bades hob sich um 15 Prozent, dementsprechend stiegen auch die Einnahmen aus den Kur^ldeim: namentlich erhöhte sich die Zahl der Frankfurter und Hamburger Abonnenten. Die wachsenden Einnahmen ermöglich- ten xnfolgedes.en die Tarbictimgen besserer künstlerischer Leistmigen m Konzert und Theater. Für den Winter muß mit entsprechenden Verlusten gerechnet werden.

Letzte Nachrichten.

Dev neueste Bericht dev Heeresleitung.

MTB.) Großes Hauptquartier, 25. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In Flandern dauern die Kämpft in der Lys-Niederung au. Der Feind, der in den südwestlichen Teil von Deinze ein- drang, wurde im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Südwest­lich von Deinze nahmen wir Teile des von den Franzosen über die Lys vorgeschobenen Brückenkopfes. Oestlich von Vive St.Elei schlugen wir einen stärkeren Angriff zwischen der Lys und ScheDe und an der Sck>e!de Teilvorst-h" des Gcgners ab. Die Zerstörung r-er Ortschaften in der Schelde-Niedenmg durch den Gegner schreitet fort. Auch das Stadtinnere von Dournm lag unter englischem Feuer. Die Abwanderung der Bevolkermrg mrs diesen Gebieten nach Osten nimmt zu. Oesb- lrch von Solesmes und Le Cateau setzte der Engländer seine gwßen Angriffe fort und dehnte sie nach Norden bis an die ^-Dchelde aus. Südlich der Schelde sind sie vor unseren Linien auf den Höhen östlich des Ecaillon-Baches gescheitert Die gegen Le Quesnoy gerichteten Angriffe drangen bis zur Bahn nordwestlich und westlich von Le Quesnoy vor. Versuche des Femdes. westlich an Le Quesnoy vorbei in nördlicher Richtung durchzustoßen, scheiterten an dem Eingreifen un­serer t*m Sepmeris und Villers Pol aus angesetzten Trup­pen. Der in breiter Fttnt gegen den Wald von Morval an- sttrrmc ? Feind konnte in Poix-Du-Nor- und Fontaine-au- Bois Fuß fassen. Im übrigen nnirde er lvestlich der Straße EngleftiiuaineLandrecies nach heftigem Kämpft zum Ste­hen gebracht. Die gestrigen Angrifft haben dem Feinde im ganzen einen Geländegeivinn von 800 bis 1000 Meier Tieft

gebracht. Größere Erfolge blieben ü/m trotz seines außer«, ordentlichen Kräftoeinsatzes auch gestern versagt.

Heeresgruppe Deurscher Kronprinz.

An der Oise, zwischen Oise und Serie und westlich der Aisne zeitweilig Artillerielunps. An der Oise scheiterten Teilvorstöße des Gegners. Zwischen Oise und Serre wurden stärkere Angriffe der Franzosen abgewiesen. Wo der Feind ui unsere Linien eindrnng, warfen wir ihn im Gegenstoß wieder zurück. In den Abschnitten beiderseits Vouzieres ließ dre Gcsechtstätigkcit nach. Die Höhen ,üblich von Chesters wurden von bayerischer und württembergischer Besatzung gegen erneute heftige Angriffe des Feindes gehalten.

Heeresgruppe Gallwitz.

Teilangriffe der Amcr kaner aus beiden Maasusern wurde» abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Feindliche Angriffe beiderseits der Morawa. Westlich des Flusses drängten sie uns in dem Gebirge südlich von Kragnjcvac etwas zurück. Oestlich des Flusses in Gegend von Parsein wurden sie abgewiesen.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

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Die Kionftrvativen und die neue Note Wilsons.

Berlin, 25. Okt. Tie deutsch-konservative Fvr^ tion des Reichstags überreickste gestern denr Re lchskanz- l e r euren BesMuß, in oem es heißt: In per neuen Note Wilsons ttxrcoen die bedingungslose Kapitnlcrtron, die Enttt-rvmMg des Kaisers, Entlassmig aller Heerführer nnd die volle illtteavachinv miter einen Gewaltsried.m gefordert. ?lns Geschlechter hiiraus würde die Annahme dieser Bedingungen jeden Denlsch.m politischer Ent- r^chkung nnd wirftchaftlichcr Knechtschaft auslie'iern Die Deutsche Ehre ^bietet, daß die Negierung solche Zumutung '.urücüveiL

LSicherheit des Reiches erfordert, daß sie das deuftche Volk znm letzten Kamps cruftuft

Di« Beratung iur österreichischen Antwort an Wilson.

Wien, 24. Oft. <WTB. Ntchbamtlich.s Meldung des Wiener £ elcgrch>hen--Kivrrespmrüer^bureans. Wie die Blätter melden, be­faßte sich eine vertraulickZe Sitzung, des Ausschusses für Aeußer« der österreichischen Delegation mit dem vom Mftrister des Aeu- ßcrn Grafen B u r i a n vorselegten Entwurf der Antwort- n ot e Oesterrerchs an Wilson. Die Tschechen waren wivhl anwesend, erklärten aber im eigenen Namen und namens der Slawen, aus prinzipielle.! Gründen an meritorischur Beratungen mcht tettzunehmen. Deleg>ierter Langenhan g-ab im Namen seiner deutschnat io n alen Parteifteunde eine Erklärung, ab, in der vetont wrrd. die Dentschen in Oesterreich .hätten durch Korrstttu- unrmg ihrer eigenen Nation als selöstärrdig^r Staat das volle uneingeschränkte Recht aller orderen Nationen des bisherigen Oeltcrrerchs anerkannt, ihren eigenen Staat zu bilden. Sie seien bereu, mit diesen selbständig gewordenen Nationen auf der Grund- kage völllger Freiheit über die Billnmg des Staatenbundes zu ver- yandeln behalten sich ftdochl jede weitere HandlungsrreiheU vor, ebenso ihre Anschauung über ihre äußere Politik, bezüglich des ba§ Deutsche Reich für den Fall, daß

dre Unmvgllchkerl Herausstellen sollte, mtt den übrigen National­isten zu eincni Bündnis zu gelangen. Bon den Deutschen in Mwrrerch werden also der Erfülllmg der Wünsche Wilsons keinerlei LchtwierigkecLen iw den Weg gelegt. Sie wmrschen vielmehr, daß dre wtzige österreichisch' Regierung den einzelnen sich üamU kon- snturerenden Mtranen den Weg.ebnet, um die Selbstverivalttma m dre Hand zu nehmen und zur Bildung einer eigenen nationalen Regierung zu schreiten, damit sich der Verständigung der 'Nationen untereinander ernc Bahn eröffnet, und daß auch von »eiten der osierreMJichen Regierung alle Hindernisse beseitigt ioecden welch der wetteren ViNäherung zwischen den kriegführenden Machen und damrr emer Beschleunigung des Friedenswerkes noch im Ware stellen Dre Deutschen betonen jedoch gegenüber Mlson, daß auch fte natursrcherwei >c ern Anrecht aus nationale Selbstbestimmung bc- fitzen wre dre ilawischn Nationen. Es würde den Wilson,eben Punkten mcht entiprechen, wenn über das Geschick mehrerer Milli- nur einseitig nach dem Willen anderer Naftone^ ?Vertretung der deutschen Oesterreichr beim ^rredenskongaeß wurde diesen Standpunkt eingehend begründen

Amerikmiische Flottenrüstunq.

R o t t e r d a m, 25. Okt. (L.-A.) Ganz eigenartige Vor- ^^/.nng^en trifft die amerikanische Regierung für die zu- künftige Abrüstung, die der Völkerbund wrdert. Der ameri- kantsche Marineminister Davids brachte nämlich im ameri­kanischen Abgeordnetenhause ein zweites Flottenbau-

ba 4 ^^j Jahre 600 Millwnen Dol­lars (2,4 Milliarden Mark) fordert zum Bau von lODread- nougths, 6 Ltnienkrcuzern und 140 kleineren Schifftn.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Be Ir.: Bennrtschastung der Runkelrüben.

Schrift m 8 13 Ziffer 3 b.-r Serorbmmfl der Reichsstclle für Gemüse und Ob,t über verbitgemüse uuo ^erb,^ obst der Ernte 1918 vom 19. Juli l. I. besftchmeii Z STm» änderung unserer Bekanntmachung vom 3. l M hiermit das Folgende.

8 1.

Der Verkehr mit Runkelrüben ist innerhalb der einzelnen Genieinden und Geinarkungen des Landes ftei und unterlieat nicht der Absatzbeschräntung im Sinne des § 1 der obenbezer^ neten Verordnung der ReiMstelle für Gemüse und Obst vom 19 2 uh Kese Ausnahn^ gilt jedoch nicht für Sendungen an

gewerbliche Betriebe, die Runkelrüben verarbeiten und in ver­arbeitetem Zustande weitnveräuße'm. Auch landnTirft'chaslliche Ver­braucher und Kleinverbraucher bedürfen zum Bezug von RuE- ruben aus anderen Genieinden oder Gemarknngen als denen ihre* Wohnortes der Genehmigung der Landes-Gemüsestelle.

§ 2 .

Diese Vorschftften treten mit der Veröffentlichung in Kraft Mainz, den 23. Oktober 1918.

Hessische Landesgemüsestelle. Verwafiungsabtcilunq Der Vorsitzende: Werner, Reg.-Rat Betr.: Wie oben. -

Die Hessische Landes-Gemüsestclle, BerwaltungSaüteiluna

au die

Grotzy. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Landes.

^"l^ Hiuweis auf obige Bekanntmachung euftrsehlen wir Ihnen, diese rn Ihren Gemeinden ortsüblich bekannt inacken zu laffen. ' ^

Mainz, den 23. Oktober 1918. 8103c

Ter Vorsitzende: W e r n c r. Rl-gierungsrat.