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^ LvmAoKoS., Egn^ weiter ausgebüdrt. Ter Abgeordnete Sttesemannl sich auf Gegenstünta der Reick^gesetzgebung beziehar, bedürfen der

sernt wurden nur ine rm mrlttÄrtiemtpflrchtrgen Alter stehenden hat unsren kr^Stechrnfchen Ti«rst bemängelt. Ich erinnere dem- Zustimmrmg des Reichstages.

Männer, aber auch lstertai wurden Ausnahme für Aerzte. Geist "che, Feuerwehrleute. Schutzmänner und so ch' Personen, die für das ErnährrmgÄverk tätig sind, gemacht.

^ Meine Herren! In ver gestrigen Sitzung ist von verschisdemLN Zeiten die Frage an die Regierung gestellt worden, ob sie die Grundsätze des Präsidenten Wilson ehrlich aus KN führen beabsichtige. Die Regierung weist jeden Zweifel i dieser Absicht auf das entschiedenste zurück, diachtam sie sich ist ihren Antivvrten an den Präsidenten Wilson auf den Boden seiner Botschaften gestellt hat, ist sie entschlossen, demgemäß zu handeln. Mas Elsaß - Lothringen und Polen anlangt, so ist ohne weiteres klar, daß wir, da diese Landesteile unter den 14 Punkten siusdrücllich aufgeführt sind. Mit der Regelung beider Fragen! durch die Frietansverhandlungen eiTwerstanden sind. Ueb^haupt werden wir, nackidem wir das Ml so lisch- Programm! als Grundlage des ganzen Friedenswerks angenommen haben, das Programm in allen Richtmrgen und in allen Punkten loyal rm' Sinine voller Gerechtigkeit mrd Billigkeit erfüllen. (Boavo!)

Wenn aber der Herr Abgeordnete Harten behauptet, daß wegen der nordschleswigschen Landesteile aus dem Prager Frieden ein positiver Rechtsanspruch ans eine Volksabstimmung bestehe, so muß die Regierung diese Rechtsaufstellung als irrtümlich bezeichnen, tarm der Prager Frieden schuf nach gellendem Völker recht Ansprüche nur zwischen tan Berttagsteilen, und diese An spräche ^sind, was den Artikel 5 anlangt, durch die Bcreinbarum! von 1878 aufgehoben. Das ist durch den sogenannten Optanten^ Vertrag von 1907 von der dänischen Regierimg anerkairnt. (Wider spruch bei den Unalch. Soz.) Ter Herr Abgeordnete Ricklin hat ein herbes Urteil gefällt über die in Elsaß-Lothringen einge­leitete Neugestaltung der Regierung. Die Regierung wird sich durch diese Kritik irricht abhalten lassen, auf dem für gut und richtig anerkannten Weg weiter ju schreiten. Dem elsaß--lothrmgischen Volk soll dadurch das Recht werden, die Angelegenheiten des Landes nach seinem Willen zu regeln. Der Redner der Polen hat es unternommen, mit dem Punkt 13 des Wilsonschen Programms weitgehende Ansprüche für den künftigen polnischen Staat zu begründen. Demgegenüber erkläre ich: Die deutsche Regierung hat das Programm des Präsidenten der Vereinigten Staaten offen und ehrlich angenommen. Dieses Programm begründet einen Frieden des Rechts und der Versöhnung und will nicht neue Gegensätze und Zwietracht entstehen lassen. Wenn der Redner der polnischen Fraktion erraten ließ, daß er z. B. Danzig, eine» rrnzwAfelhaft deutsche Stadt mit zwei bis drei Prozent polnischer Bevölkerung, für Polen beansprucht, so setzt er sich in schlossen (Mgens-atz zu den Grundsätzen des Prässitanten selbst, der nur Ge­biete unzweifelhaft fwlnssck)er Bevölkerung mit dem unabhängigen Polen vereint sehen will. (Sehr richtig!) An keiner Stelle des Programms ist gesagt, daß rmbestreitbar deutsche Bevölkerrmgs- Itdte Polen zugwiesen werden sollen. Die polnischen Ansprüche sielten auch potnischerseits in Einkicmg gebracht nrertan mit dem Grundsatz, wonach mcht neue Elemente von Zivist und Gegner­schaft erzeugt werden dürfen, die den F»iedtn Europas und Umtit der ganzen Welt wieder stören würden. Wenn der Redner der Pisten Ersatzansprüche aus den Kiiegsjahren Tariertet und in scharfer Form Krittk geübt hat an gewissen Eta 'nahmen der preußischen Regieowig, so brauche ich mrr daran zu erinnern, was Deutschlandmit Gut undBlutfürdie Befreiung Polens getan hat. (Zwischenruf bei der polnr- schen Fraktion:Geplündert haben sie." Stürmischer Widerspruch rechts. Mehrere Abgeordnete der deutschen Reformpartei, u. a. Wg. W er 7» e r -- Gießen, springen ruft den Zurufer, anscheincnd den Aogeordtreten Sosinski, und es entsteht ein Tumult, der einen, AuMNÄick in Tätlichkeiten auszuarten droht. Der Präsident erklärt, dag er die Sitzrmg aufbeben müsse, wenn nicht Ri, he em- trebe. Endlich tritt du Ruhe wieder ein und der Staatssekretär kann seine Rede fortsetzen.) Es tvird mir wirklich von der polnischen! Frattwn schwer gemacht, zu dem versöhnlichen Schluß zu kommen, den ick) brargen wollte. (Zuruf rechts.) Das'demokratische Tmitsck-- land, tasten versöhnliche .Stellung zu der polniscl^i Frage auck) den Polen bekannt ist, hat ben ernsten und cfrdidym Willen, mit cem MckmsckiEN Volk in einem dauernd friedlichen und fteundamchbar- lrchcn Verhältnis zu leben. Dieses Ziel liegt zweifellos auch im ^ polnischen Volkes, dessen wirtschaftliche und kulturelle Envmcklung gute Beziehungen zum Westen benötigt. Das ist aber Ezv erreichen, wenn beide Seiten das ehrlich erstreben. (Leb­hafter Beifall.)

Kriegsminifter Scheuch:

W ist heute das erste Mal, daß ich die Ehre habe, in «dieser Eigens chaft^ vor dem hohen Hause zu sprechen, in tiefernste^ ftMveren Tagen, aber nicht in verzweifelten Tagen. Und daß cs nicht verzweifelte Tage werden, das liegt bei uns un­terem Heer, tmserer Volkswirtschaft und Tüchtigkeit. Das Heer t st ni ch 1 geschjlagen, die Heimat ist nicht zu tüunne 11 gebvochen, überall fmb die Kräfte vorhanden geeignet rmsf zum erfolgreichen Widerstand zu befähigen. Dvese Kräfte- zu beleben, tu stets dem Frvntkmnpf dienstbar zu machen, ist rncme vornehmste Aufgabe. Helfen Sie mir dabei, lassen Sie cs auch Ihre vornehmste Aufgabe sein. Eine danklvrrere gibt es letzt reicht und bringen Sie der mir unterstellten Verwaltinrg das ihrer zielsicheren Arbeit besonders jetzt uncrrtbehrlrche Ver- trauen: sie verdrent es. Und chenn auch Kritik geübt wird, geschehe es rn dem Maße, die die Achtung vor den Leistungen! unserer Führer an der Front und die große Verantwortung un­terer Kommando stellen dagegen gebietet. Ziehen Sie gegen mich

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meine Herren, wenn Geschehnisse oder vermeintliche Gescheh- nrsse Sie dazu drÄrgen, sich Luft zu machen. Ich will Ihnen, wie auch früher als Chef des Kriegsamtcs Rede mrd Antwort stehen. Aber richten Sre nicht Angriffe gegen Männer, die sie nach Form und Zeitläuftenals verbitternd empfrnde'n müssen. Tic Kritik, die hier geübt wird, die soll doch wohl den Zweck verfolgen, das gegenseitige Verständnis zwi- 'JrSjP 11T! bmem hohen Hause vertretenen Anschauungen und brn Vtuffofrimgcn bei ben Behörden zu erhöhen und diese beiderseitig^ Austaffimgen einander naher zn bring-n. ein Ziel des Miiheus

Jui ^>er nicht, ob dieses Mühen gefördert wird, wenn der Führer erner Kosten wrd einflußreichen Partei, wie dies leider gesvern geschehe!: ist, stellvertretende kommandierende Generale mit tolguchttgen Menschen vergleicht. Es ist wiederum behauptet wor- den 1916 seren du M u n i t i v n s b e st e l l u n g e n vermindert worden. ^^ese Behanptnng ist falsch. Der Tatbestand ist folgender: 2, i 91 0 4 f nmrden du GrauM-ßgeschosse als Auslstlfe ein- geführt. jLie)c Aushilfe mrchte aufhören, als die .Herstellung dev

zahlenmäßig auf der Höhe war. Das war 1916 her Fall Mit diesem Zeitpunkt mußten also die Bestellun­gen an Aushrlisgeschossen vermindert werden.Mußten", rveil es nutzlos gewesen wäre, neben dem guten Strhlgußkerii den weni- aer guten Graugußkerm herzustellen.Rrchlos", denn mit diesem cl e r K ar ?. F* E gedient gewesen. Maßgebend firr die Ge­schoßzahl jmb nicht die Geschoßkerne, sondern die herstellbare Pulvernr Verminderung in* Graugußbestellung haben wohl m .einzelnen betroffenen Inbustriebezirken den Eindruck allge- ,Verminderung hervorgerusen. Eiiie solche Meinung ist E' lv^lch bewne, nicht richtig. Außerdem bot ein Wechsel in den Bestellungen zwischen Feldartillerie-Räuirition imd schwerer Arbllleriemmutwn stattgemnden. Tie Gesamtmunitionslieferung ist in stetem Anstieg gewesen, der Mimrtionsanschiib ist dauernd un- geschwckht und entspricht trotz hohen Munitionsverbrauchs und b«tz Muivitionsverlusten den Erfo-rdericisse-u der 5l^riegssühruug m vollsteni Umfange. An die P a n z e r iv a g e n ist die Forderung zu stellen daß sre m redem Gelände fahren und auch schwierige Hrndernlsse überwinden. Wir hatten schon vor dem .Kriege Pail- zerwageii, aber sie, erfülllen diese Forderungen nicht. Erst die ameri.anische Erfindung der endlosen Rauchentketttmg brachte die Losung. 1916 erschienen die ersten TanL an der eiiglischen Front an der L'vmme. Sofort setzten dann die Vvrarbeiteil für deittsche Pan-

^genüber ^an die schweren Steilfeuergeschütze, die zu Begrün des Krjxges eine ganz erhebliche Rolle gespielt haben. Ferner weise üp aus die schweren Flachfeuergeschütze hrn^ deren große ballistische Leistungen noch, von kurzem die Welt m Staunen gepetzt haben. Tie Ausrüstung der Armeen mit Feld­küchen hat sich als äußerst wertvoll errviesen. Die Mas ch i n e n- gewehranfertigung und die Konstruktion von Handwaf­fen yt dauernd gefördert worden.

Meine Herren! Ich komme zum Schluß. Ich möchte die Bitte mn Vertrauen ergänzen durch die Bitte um Hilfe. Ter Herr Rerchskmrzler hat gesagt, wir müssen dem Heere Menschen, Mittel und Mut zuführen, Taran müsien wir alle mithelfen.

*^biue Herren, da^u können Sie beitragen, hier und im Lande.

(Bettall.) Es gilt, dem Vernick-itungswillen mrserer Feinde unter Umständen den eigei^en Kampfeswillen entiivgenzusetzen. (Beifall.)

Abg. Roske (Soz.): lieber die Tanksrage hätte der Kriegs- mrnrster besser geschwiegen. Hoffentlich bringen schon die nächsten Stunden den Beweis dafür, daß die neue Regierung allen Völkern den Frieden beträchtlich näher gebracht hat. llnscr Volk ver­zweifelt nicht an der Zukunft. Es wird seine Zustände im Innern zu formen wissen. Die Polen sollten nicht nur immer Krittk üben, fte lollten anerkennen, daß viele Tausonde unserer besten Soldaten) polmscher Erde rul-en und daß die polnische Freiheit mit deut-

fchem Blltte bezahll worden ist. Auf Danzig können wir nicht

verzichten. Deutschland und Polen sind aufeinander angewiesen. Die Annexion der deutschen Kolonien wäre unvereinbar mit einem Rechtsftneden. (Sehr richtig.) Tie Nachwelt wird es nicht fassen, daß das kleine Teutschland sich gagen die ganze Welt behaupten konnte. Auch imsere Feinde können uns die Dichtung nicht ver- sagen. Jetzt kämpfen wir für unsere nackte Existenz. Utnfer Volk ist mcht verzagt,^ es muß aber Front gemacht werden gegen junker- lnilitärische Ueberhebungen, polittsche RückstandigLiteni und Widerwlllen gegen innere Erneuerung. Das W a f f e n st i l l -- ftandsangebot war schon vor der neuen Regierung vom Kronrat unter dem Kaiser und Hindenburg beschlossen. Es ist nicht länger haltbar, daß zu Ofsizieren nrrr Besitzer des Einjäh­rigen zeugnisses gemacht werden können. Das Beschwerderecht muß geändert werden. Wir verlangen einen Unterstaatssekretär für dast Krregsmimsterinm und für das Marineamt. Die Amnestie war schon gefordert und von der Regierung eingeleitet, bevor die Ihn-' abhängigen sie verlangt haben. (Zuruf: Amnestiegesetz.) Der Ber- lmer Polizeipräf ident hat gestern eine Versammlung der ssriedens- gesellschaft verboten. Er muß von seinem Posten entfernrt werden. T-eutschland muß baldigst das Frauenwahl reckst bekommen.

Präsident Fehrenbach ruft nachträglich den Abg. Dr. Berner wegen seines zwar begreiflichen, aber unparlamentari- chen Zurufs zur Ordnung.

Staatssekretär Trimborn: Für das Bersammlungsverbot ter Friedensgesellschaft ist der Polizeipräsident nicht verantwort- llch zu mack>en. Der Erlaß des früheren Knegsininisters, wonach Versammlmrgen aennst'er Friedensgesellsck-aften nicht gestattet n?er- den sollen, ist aufgehoben. Damit ist denif Verlangen der Mehrheit dieses Hausts Rechnung getragen. (Beifall.) Weiter habe ich zu er- lläoen: VersammlungMi der Friedensgefellschaft sollen in der Folge geflattet tverden. Die gestern erfolgte Verhinderung der Versamm­lung fällt dem Umstand zur Last, daß das Oberkommando über die Erlau ln riS der Versammlung nicht rechtzeitig entschiedest hatte. (Hört! Hört!) Eine Untersuchung wird erfolgen. Perfonen, die nickst geeignet sind, oder jich nicht für geeignet halten, bei der strikten Durchführung dieser Bestinimungen geivisfenhaft und ener­gisch mitzchvirken, haben ans ihrem Amte auszuscheiden. Das Pro­gramm für Zensur und Belagerungszustand wftÄ strenge drerck)^ geführt. (Beifall.)

. dlbg. Kreth (Kvns.); Die Polen würden durch die Entente memals ihre Befreiung vom russischen Joch erfahren haben. pit äußerste LmL sollte nicht zur Regierung herangezogen werden, sondern zu Aemtern, von denen sie etwas versteht. Der Vorwurf, to* Landwirtschaft treibe SalwtE oder Schleichhandel, ist rnv I-altbar Man mrvm chätze die Stimmung ans dem Land aber Zchtf sie rst ans den: Siedrpvmkt angelangl. Das deutsche ist monarchisch gestimmt und bleibt es bis ans die Knochen. Wir erheben keinen Widerspruch gegen das Vertrauens- vo-tum. Dss deattsche Volk steht einig da, wenn man eS zum letzten Dampf ausruft.

taatssekr^är Trimborn: Tie ReichUeitung stimmt dieser Anregung zu. Sie behält sich vor, ftir die Zeit zwischen den Legis- laturpeiroden besondere Vorkehrungen zu rrefsen.

Das Ges^etz wird mit dieser Aercherung angenomnren.

Sodann wird über die Vertrauensknndgc- bung für den Reichskanzler namentlich abge stimmt. Es stimmen von £68 Dlbgeordnetm 193 dafür, 52 dagegen, 23 enthalten sich Das Vertrauensvotum ist somit angemimmen.

Darauf wird vertagt.

Nächste Sitzimg Freitag 2 Uhr: Tritte Lesung, Abänderung der Verfassung für Elsaß-Lothringen.

Schuß %5 Uhr.

bei uns nicht mög l i ch. da dte »Indilstrie durch das Hmdcn bürg-Lwmamm voll in Anspruch genommen war. Wir waren m dieser Beziehung benacherligt, weil Amerika die In­dustrie der ganzen Welt zur Berftigung hatte. Tafür wurde soß-rt der Tankabwehr tot gebühvende Beachtung geschenkt und stan-

^ Payer: Herr Kreth fühlke das Be-

dllMms. nur gute Lehren zsu (geben. Wenn er mir Vvrhält, ub hätte umgelecitt, so niöchte ich denjenigen se!>en, der es in dieser Z<nt mcht getan hat. Tas Einbeziehen der Konservativen in die Regierung war ganz unmöglich. Ihre Polftik erachten wir als verkehrt. Frül-er waren die Kumservaliven durchaus damit einver- ltanden. wenn ganze Partmen von der Regierung ausgeschlossen wurden Meine g-?ftrige Rede hätte auch gelullten iverden müssen, wenn keine Lmst-rvarive Rede vorausgegangen wäre. (Beifall.)

Abg. Ledebour (Unabh. Soz.): General Ludendorss und auck) Ge.'kevalfeL»marschall o. Hindenbrirg hätten schon früher nnd nickst erst plötzlich im Sep-ember voraicssehen nvüssen, daß es nich weitergeht. Ter Zusammenbruch mnß'.e ixwausgcklehen werven nnd ^is Voll mußte rechtzeitig aufgeklärt iverdeu. Deiwgegenüber lMt Kriegsminister Sckteilch den Standpunkt verweben, daß der Krieg weitergefsthrt werden könne' In ihm zeigen sich die zwei Köpf, und Zopfe auch der neuen Regierung. So leicht gibt der Mllitaris- mns tae Waffen nicht aus der Hand. In unserer inneren Polittk hat sich nicksts grätiderr. In 5>alle wurde ein Darteigeilofse znvr aus der Schutzhaft entlassen, alSlxlld aber loieder verhaftet (Mg Kunert ruft: Sckmrkeustoeich des Militarismus! Vizepräsident Dove ruft den Abgeordneten Künert zur Ordirung und erteilt ^hch, vaer den Ztoischuruf wiederholt, einen zweiten OrGrunaS- ruf.) Wenn Abg. Nvske uns m»rwirft. daß wir uns hinsichtlich der Kriegskrrdtte an den Frakftonsbeschluß gebunden haben, so ist das eine Perfide. Der unheilvolle Einfluß des Kaisers muß beseitigt iverden. (Ruf bei den llnablfängigen: Abdanken. Vize­präsident Dove ruft den Rufer zur Ottmimg.) Wir wollen nicht einzelne Personen bekämpfen, sondern gleich das ganze monarchisckst- System beseitigen. Keine andere Einzelperson oder Familie könnte Dewkschlamd ein so gvoßeS Verdienst erweisen wie er und feine Fa­milie. T*r U-B^vt-Krieg sollte Mül ständig eingestellt werden, Weim die Polen Ansprüche ans Oberschlesien erheben, so stützen sie^ sich auf das sprachliche Prinzip inrd nicht auf das historische. Sie begeben sich damit des Anspvtchs ans Danzig mrd Westpveußcn. Ton Polen ist namentlich hinsichtlich ihrer Muttersprache bitter unrecht getan wollen. Polen darf aber nicht weibergehende terri- tonale Aüspri'ickst erheben, als es gesehen ist: auf Litauen West- pveußen, Wolhynien ufw. Dadurch, daß ich internationaler Sozialist bm. höre ich nicht auf, Deutscher zu sein. Die polnischen An- sprückne aitf Westpveußen müssen fallen. Ostpöerißen würde in der Luft hängen. Abg. Stychel tvill eine neue Statistik crufnehmen und dabm sogar die Toten mitzählen, um die Rechte Polens zu be­gründen. (Vizepräsident Dove ruft nachträglich den Abgoottmeten Ledebour wegen Beleidigung des ^lLyeordnettn Noske zur Ordnimg.)

Vi.-^cmAler v. Payer: In düsser sckstveren Schicksälsstundc dos Reiches sst eure )o\dy> Rede wäe die des 2kbg. Ledebolrr ge- mgnet, dem Vaterland schoereu Schaden zuzusügen. Die erwähnte Kundgebung des Kaisers an den Zaren liegt, wi edieJswesttja" ftlber sagt, 22 Jahre zurück. Solche Schriftsttccke sollten heicte nicht mchr Mls die Gvldwage gelegt werden. Man sollte bedenken, daß der Kaiser sich mit aller Entschlpssestheit ans den Boden deck rreuen Verhältnisse gestellt hat.

Kriegsminister Scheuch: Was ich über die Tankftage gesaat habe, widerspricht keineswegs dem. was Geneval v Stein gesagt hat. Wir haben wohl ein Modell gehabt, aber nicht den Stahl wie die Femdc. Jetzt, too wir einer Neuregelung etttgogengehen wäre es ein schwerer Fehler, neue Schwierigkeiten hervorzurnfeti.'

Abg. GotHein (Vpt.) bsantragt, die Aussprache zu sck/ließen.

Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte wird die Aussprmdi' geschlossen mrd aus Antrag des ALg. Gröber (Z.) die zweitt Lesung begonnen.

Abg. Zehnter (ft.): Wir beantragen, daß die Reihßversias- simg in Paragrchch 11 folgende Fassmrg eriM: Zur Erkläruna des Krieges im 5miiKi des Reichs ist die ZMnrmuna des

Bundesrats und des Reichstages erfockerlich Friedens Ver­träge, ftHche dtchemglm Vertrage mit fvcaixn Stoßfim, Mffy »

Graf TiSza über die Vorgeschichte des Krieges.

Budapest, 23. Okt. (WTB.) Im Laufe der Debatte über den vorläufigen Staatsl-aushalt erörterte Gras T i s z a auch die Vor­geschichte des Krieges und erklärte, er liabe bis zum letzten Augniblick gegen jede Bestrebung, ohne Zwang der äußersten Not­wendigkeit die kriegerische Lösung ^u wählen, Stellling genommen. Tisza verlas darauf eure diesbezügliche vertrauliche Ein­gabe an den König, worin es l)eißt, es müsse seines Er- ackstens Serbien die Möglichikeft gegeben werden, den Krieg zu vermeiden, imb toenn es doch zum Krieg .kommen sollte, so solle vor aller Augen bewiesen iverden, daß sich Oesterreich-Ungarn aus dem Boden gerechter Notwehr befinde. Es sei also eine in gemessenem aber nicht drohendem Tone gehaltene Note an Ser­bien zu rick^len. Tiefe Eingabe ist vom 8. Juli 1914 tattert. Tisza sagte, tafojnc Herausforderungen seitens Serbiens immer mehr zu- nahmen. Ter Text des .Ultimatums wurde in der gemeinsamen Mrnisterkonfevenz am 19. Juli festgestellt. An dieser Konferenz nahm kein einziger Vertreter Deutschlands teil. (Der Abgeordnete Ball« ruft detzwischm:In Wien nicht, aber in PotÄxim.") Tisza fuhr fort: Weder in Potsdam rwch anderwärts. Wir haben das Ultimchum in Wien befiAossen und tan Text des Ultimatums in Wien in einer gemeinsamen Mrnistrrkvnferrnz sest- geUellt. '(Ter Abgeordnete Balla ruft dazwischen: NicÄ das Ultimatum, sondern die Einleitung des Krieges wurde in Pots­dam beschlossen!) (Großer Lärm rechts.) Tisza fuhr fort: Weder auf den Beschuß, das Ullimattim abzuschickcn, noch auf den Text desselben .haben andere^ als die dazu berufenen österreichischen, uugarischm ^ und gemeinsamen Faktoren einen entscheidenden Ein­fluß ausgeübt. Tisza erklärte sodann, daß er sich in dieser ge­meinsamen Ministerkvnferenz vom 19. Juli ausdrücklich gegen Er­oberungspläne verwahrt habe und ehten dahinge landen einstim- rnigeri Beschuß erwirkt habe. Tisza verlas den auf die Beratung und Beschußfassung bezüglichen Teil des Ministerrats-Prvtokolls. Rücktritt de» Kabinetts Wekerle.

Budapest, 23. Okt. (WTB. Nichtamtl.) Korrespondenz- bureMi. Rach Eröffnung der Sitzung des Abgeordneten-^ Hauses ergriff Ministerpräsident Tr. W e k e r l e das Wort und erllärte in längerer Rede, daß die Verhältnisse sich immeck schwieriger gestalteten, so daß die Zusammenfassung aller nativ- uaren Kräfte erforderlich sei. Er halte jedoch den Augenblick nicht für geeignet, um in dieser Lage die Regierung weiterzuftihrenti Er fverde dem Könige sein Entlassungsgesuch einreichenj und vorfchlagen, eine solche Regjierunq zu berufen, die unter Teil­nahme fämtlicher Parteien des Hauses ev. auch unter Tellnahme von außerhalb des Haiises stehenden Kräften die Geschäfte über­nehme. (Lauter Beifall t>ei der Opposition.)

^eft, 25. Okc. Halbamtlich ,vird mitgeteilt: Minister­präsident Wekerle überreichte in der gestrigen Audienz die Demission der gesamten Regiening, die vom Dionarchen angenommen wurde dieser bettaute bis zur Ernennung einer neuen Regierung W e - k e r l e mit tar ^ Führung der Geschäfte. Ter König nahm die De- misiron des Ministers des Aeußern Graf Burian an und er- nairnte an sesner Stelle den Grafen Julius Andrassy.

Budapest, 25. Oft. Halbamtlich »mrd aits Fiume ge- meldet: ^re Ordnung in der Stadt ist völlig wiederherge- stEllt. Ungarische Truppen sind in die Stadt eingezogen, die di? Aufrührer völlig hinausdrängten.

Sine wichtige Konferenz 1 « London.

Bern, 24. Okt. (WTB.) Laut demPrvgres de Lyon" fand in London eine außerordentliche wichtige Konferenz statt, woran die höchsten militärischen und Marinebehörden der Entente teilnahmen. Als deren Ergeb­nis seien innerhalb tvenigec Tage Ereignisse von größte? Bedeutung für die Entente erwartbar.

Aus dem französischen Senat-

Paris, 23. Okt. (WTB. Richtamtlich.) Havas. Tubost begrüßte im Senat apr Tie^istag die befreiten Städte mrd ifae Bevölkerung und forderte sie im Hinblick arss die 1870 in Verzweif­lung Gestorbenen auf, tan Sieg und die ganze Schärfe einer Züch- tigimg und Wistargutmnchnng folgen zu lassen. P schon schloß sich diesen Worten an und lagtc: Bald wird Frankreich sein ganzes Gebiet zurückgervonnen haben, aber von Trümmern bedeckt, und tot Bevölkerung tasfelben wird auf das bestimmteste Wietarl-ersteb' lnngni erwarten, zu welchm der Feind verurteilt »vertan muß. Pichon schloß: Wir nähern ims dem Ende der Opfer, welche uns tar wilde Ueberfvll auserlegt T) und für welchen seine Anstifter die Verantwortlichkeit al^uschütteln versuchen, aber die Weis­heit Wilsons wird ihve Berechnungen zunichte macheic. Bald wird ganz Frankreich die Befreiung seines Bodens mit tan ver­bündeten Soldaten und deren Führern feiern. Die Rede wurde häufig durch Beisallskundgebnngmr unterbrockZen. Es wurde eine Eutsckfiließung eingebrackflt. die fordert, daß Mftglicktar tar grossen Ausschüsse cm Ort und Schelle die verübten Zersbörtmgen seststellen. Tebierrc, tar Senator von Lille, erklärte, daß das taussche Volk für sein- Tchen und für die Wietargutmochung einzustehen hätte. Tic Entschließlmg wurde einstimmig angenommen.

Die italienische Kammer vertagt.

Bern, 23. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach italicnischOt Blchtermeldungen erklärte Orlando tar Telegatton her sozia- listisck-eri Fraktion, die Kammer Wune infolge tar stets wechseln­den internationalen Lage zirr Zeit nicht einberufen werden.

Eine holländische Kritik der imperialistischen Welle in der Entente.

Haag, 21. Okt. In der Amsherdanver ZeitschriftMgemecur Weekblad vor Stad en Land" schreibt ^Walderer: Während bei tan Mittelmächten, vor allem in Deutschland, die soziale Demokratie ihre politische Stoßkraft aus die reaktionären Mächte des Jrilcmdes gerichtet hat, nimmt m tan Entt-nteländern die Roaktimi, die Erotarrrngssucht und tar Wille zur Ueberwältigung zu. Noch werden die Ptaasen von Demvttatve, Selbstbesfimmimgs- ix-icfjt imb dindenveigütung in überflüssigem Maß. cnrgewe-rtat Ter Zweck, tar hinter diesen banalen Worten versteckt ist. wftd immer taullichar. Zweifellos werden die kapitalistischen, ftnperia- listisckM und milftärisckfkn Elemente bei der Entente, die keines­wegs schvack> oder rcnbetautend such, einen Gemaltsrietan buichzu- s-chcn versuchen. Sie bearbeitmr die öffentlich? Meinurrg in diesem Sinne. Die .taittschfe bfrrgerlichc Demokratie ftrt vorläufig ihr Gssckckck in die Hände Wilsons gelegt, tassen Pro^frmnm die poli­tischen urrd sr^ialen Mäckfche tar Demokratie nickst verletzt. In­zwischen aber lassen die herrschenden Mächte in Italien, Frastk- reich lmd England mehr oder weniger unverblümt ernennen, daß Wilsons Programm jeive (Erwartungen nicht erfi'lllt, die an den militärischen Sieg gekmchft werden können. Dian kann nicht nrehr mit BMmnttheit sagen, daß Wilson dem Druck tar inr- perialistisck-en Kreise in tan Ententelmitarn standhalten wird. Wil­sons letzte Anttvort brtveist, daß er btcfeit Kräften nicht ganz ge­wachsten ist. Tie Enttnttesic^ialtften .haben fast gänzlich vor ihren kapitalistische Regierrmgen kapituliert. Die Ententeincperialisten rütteln in blindem Netarnvict an bai Pfeilern, frte das Gebäude eines bürgerlich denrvkratisck^i Europas int Sinne Wilsons tragen sollen Sie hoften. dies Gebäude zum Fall zu bringen und aus tarn Trtdw« mcrhauftn eine ihnen unterworfene Mett anünbarm^