y 2 50 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffech Donnerstag. 24 . Ottober
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Line neue Rede des österreichischen Ministerpräsidenten.
Dien. 22 Oft. MDB. Nichtamtlich Al^-ord«^nhaas Ministerp, esident Frhr. v. Huffarek macht?. in einer -M'Mrisr von der Anrcgung des Minrsters des Acußern nZegen der Brldnng eines 26glwdrigm Ausschusses nach der Art des V-auptausschui1-es des Deutsch-?^ RcichAtages Mitteilung. Dieser Ausschuß, der durch eink entsprechende Anzahl von .Herrenhausmitgliedern ergänzt werden soll, soll mit den zu. den Friedensverhandlungen ziu enr- senderrdcar Bevollmächtigten in ständiger Verbindung oleroen. Präsident Gros; erklärte, er müsse es den Parteien uberlassen, eveiit. einen Antrag auf die Wahl eines solchen Ausschuss^ zn selben. Der Ministerpräsident wiederholte zunächst seine gestrige Gctta- rung bezüglich der Antwort Wilsons und erörterte eingehend das kaiserliche Manifest, loobci er u. a. sagte:
Die Neugestaltung der inneren Verhältnis,e Oesterreichs, tur die das kasierttche Manifest die Prinzipien verendet, ist bestimmt. icbem uatiormlcn Einzelstaat die Selbständigkeit zu gewähren sten Die Neugestaltung wird aber auch die gemeinsamen Interessen wirl-cnn schützen und überall dort zur Geltung bringen, wo die Gemeinsamkeit Lebensbedürfnis des einzelnen Staats,ve,ens ist. Eine solche Vereinigung aller Mäste wird insbesondere geboten sein, um die großen Aufgaben, die sich ans den Rückwrrrun- gen des Krieges ergeben, nach Recht und Billigkeit erfolgreich zu lösen mrd die Verpflichtungen des Staates ungeschmälert zu erfüllen. Die gesetzliche Kontinuität verlangt, das', die Neugestaltung auf gesetzlichem Wege zustande ttnnmt. Das Wesen der ^ache bedingt ihr Hervorwachsen aus der freien Selbstbestimmung der Völker. Ebenso wie die rirternationalen Meinungsverschiedenheiten und Interessengegensätze einvernehmlich und friedlich ausgetragen werden sollen, nrüsse auch für die Neugestaltung der inneren Ver- biältnissc der 'Weg der Vereinbarung betreten werden, einer Vereinbarung. in der sich die Völker über die Abgrenzung ihrer politischen Gerechtsame und über die Gestaltung der Wechsel,eiligen Beziehungen verständigen. Tie Selbstbestimmung mühte allen Teilen zugute kommen, wenn nicht die Freiheit des einenzur Vergewaltigung des andern tverden solle. Das Volk, das lerne Selbstbestimmung wahren will, muh auch die Selbstbestimmung der anderen achten. Beide seben sich darum auf den Weg der Veritänm- gung gewiesen. Ten Gedanken der Verstärrdigung ablehnen, ln ehe das Werk der Neugestaltung ablehnen und darum solle ohne Verzug M eine Ans spräche von Volk zn Volk geschritten werden Aus ihren Ergebnissen müßte die eigene Berechti- tung der einzelnen Staaten hervornmchsen, in allen ihre freie nationale und kulturelle Entwicklung berührenden Fragen selbständig zu entsch'iden. Für jene ^lngelegenlwiterr aber, die aus der historischen Nc tivendigkett und lvirtschrftlichen Verknüpfung heraus nur gemeinsam in wirksamer und erfolgreicher Weise wahrgenommen werden können, müßte der selbstgewollte Entschilust aller beteiligten Völker für die Sicherung des gemeinsamen Vorgehens die Gewähr leisten. In Besprechung der zu schaffenden National- r ä t e erklärte der Ministerpräsident, die Regierung werde darauf bedaM sein, in sieter Berührung mit deii Nationalräteii zu bleiben und die Arbeiten ihrer Ausschüsse nachdrücklich zn unterstützen und cnchor derlichenfal ls selbst Entwürfe für die einschlägigen Materien l^ei zubringen und bei jedem -gegebenen Anlaß die hoch- wichtige-, die Zuttmft der Völker Oesterre-chs begründende Tätigkeit der Naticmalräte zu fördern. Namentlich wird sich aber aus den Vcrliandlungen zwischen den .Nationalräten und den verschiedenen Völkern für die vermittelnde und ausgleiichende Tätigkeit der Regierung ein weites und hoffentlich auch fruchtbares Feld der Arbeit ergeben. Bis zur Schaffung von neuen Einrichtungen liege es im elemerrtai-stzm Interesse aller österreichischen Völker, dieWirksam- keit bei bisherigen Einrickchlnrgen in verständnisvoller und hin- aebende!' Weise zu unterstützen, damit nicht ein Chaos entstehe. Der Ministerpräsident verwies neuorlich auf die große Bedeutung der Lös,rüg des Fin anzprvblems und erklärte, es gebe keine größere Werrzerstörung und keinen schlimmeren Raub an Wirtschaft und Kultur, als die weitere Unterlassung einer planmäßigen, entschlossenen Mhilfe auf finanziellem Gebiete.
Der Ministerpräsident wiederholte sodann seine gestrigen Ausführungen bezüglich der Revision der dualistischen Einrichtungen und bemerkte bezüglich der ferneren Stellung Bosniens und der Herzegowina, daß nach seiner Meinung die Lösung dieser) Frage von dem geographischen, historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhang der beiden großen südslawischen Kom- plexe ausgehen sollte und daß eine Lösung, die diese beiden Komplexe durch eine Grenzlinie scheiden würde, mit den natürlichen und gesunden Entwicklnngsbedingnnqen im Gegensatz stünde.
Das Haus begann hierauf die Beratung der dringlichen Anfrage des Rumänen Jsopescul-Grecul betreffend die politische Lage, oie durch die von Ungarn beabsichtigte einseitige Lösung des dualistischen Verhältnisses geschaffen werde.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 24. Oktober 1918.
** Das Fest der Silbernen Hochzeit begehen am 28. Oktober Osftzier-Stellvertteter Ludwig H^ö h n und Frau geborene Matthes. Der Ehemann feiert seine Silberne Hochzeit im F^lde.
** Zur Erhöhung der Milch - und Butterpreise sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Regelung für Gießen von der allgemeinen Regelung der Landes-Mttch- und Fettstelle abweichr. Maßgebend für Gießen ist die am Samstag, den 15. Oktober in unserer Nummer 246 veröffentlichte Zuschrift des städtischen Lebensmittelamtes, die wir, um Irrtümer /u vermeiden. nachstehend nochmals , nieder geben: Die Buttcrpveise mußten gegen bisher eine Erhöhung erfahren, da die Landes-Milchi- und Fettstelle künftig einen .Zuschlag von 1 Mar? auf das zum Verkauf gelangende Mund Butter..erhebt. Diese Zuschläge werden aus folgenden, Grund erhoben: Ter Milchpveis für Landwirte bettägt 40 Mennig für chas Liter. Er hat eine Erhöhung von etwa ß Pfennigen gegen bisher crfalwen. Ter Mrgabepreis der Vollmilch an Verbraucher ist jedoch in der bisherigen foöbc belassen morben, um eine allzustarke Belastung der ärmeren Volksschichten, die in der Regel die größte Kinderzahl zu besitzen pflege,,, zu vermeiden. Tie Butter wird jetzt von der L-andes-Mttch- und Fertskelle ab Lager Tarmstadt zum Preis von 5,10 .Mark für das Pfund geliefert. Die Spannung von 30 Pfennig für den Klein verkauf dient zum Ausgleich für Fehlgewicht, Fracht, Rückfracht, für Kisten lrfm.
** Ein Feltregen ergießt sich über viele Gegenden des deutschen Vaterlandes. Die Bucheckern fallen jetzt allertthalben. Jedermann sann sammeln und in den Besitz von Oel gelangen. Zu diesen, Zwecke gibt er die gesammelten Bucheckern an der nächsten Abnahinestelle gegen Bezahlung ab: es werden bis zu 1,65 Mark für das Kilogramm vergütet. Er läßt sich außer dem Sammellolm auch einen Oelbezugs schein aushändigen, der zum Bezug von 60 g Del ani jedes ab gelieferte Kilogran,m Bucheckern berechtigt m,d kann dann später dieses Oel vhne Anrechnung aus seine Fetttatron, vom Kommunalverband beziehen. Der Oelbezugsschein ist der einfachst' Weg. den Oel bezug sichuzustellen. Es kann aber auch Fälle geben, in denen neben dem Oel auch an? den Besitz von Futterküchen ft'tt das Vieh besonderer Wert gelegc wird: dann wählt man statt des Oelbezugsscheins den Schlagschein. Er berechtigt seinen/ Besitzer, ebensoviel Bucheckern für den Hausbedarf schlagen zu lassen, als er ar, die öffentliche Abnahinestelle abgeliefert hat. Der Schlagücheinbesitzer muß sich eine Oelmühle suckle,,, die ihm die Vtucheln zu Oel schlägt, er muß sie auch zur Mühle bringen und Oel und Futterküchen toieder holen. Er nrnß selbst das Risiko dvcrgen, wenn das Oelerträgnis ein geringeres ist. Wer sich reichlich mit Fett versorgen will, braucht nur Bucheckern zu sammeln.
e. Die Gripve auf dem Lande. Man schreibt,ms: In vielen Lau dorten tritt die Grippe in ganz bedenklichem Maße aus, Mv es werden von der Gcsnirdhertsbehörde alle erforderlichcn| Maßrrahmw! getroffen, ein weiteres Umsichgreifen der verheerenden Krankbeit zu verhüten. Um so verwuirderlichor ist es, daß unsere Landbevölkerung sich nicht dazu entschließen kann. den üb--
lvchen Leichenschmaus mit Kaffee mtb Kuchen abzuschaffen. In engen, überfüllten Räumen sitzen die Leidtragerch'ei, oft stundenlang beisammen, bedient von Angehörigen des jetzt Verstorbenen. Wir sind die letzten, die der Abschaffung schöner, altüb erlies er ter Sitten das Wort reden, aber im Interesse der Volksgesmrdheit laüch der Bvlksernährung!) sollte doch zur Verhütung der Ansteckungsgefahr darauf gedrungen werden, daß derartige Zusammenkünfte anläßlich von Beerdigungen vorirbergehend unterbleiben.
Kreis Büdingen
. A Nidda, 23. Okt. Tie Grippe bat sich hier imb in einigen benachbarten Dörfern in der letzten Woche stark verbreitet.^ Deshalb wurden hier und in mehreren anderen Orten die Schulen! geschlossen. In Ober-WiddershHu sind beinahe 100 Personen an der Sench-' erkrankt. Sehr 'starr tritt sie anch in Wallernhansen, i Schwickartshausen und Fauerbach b. N. auf. In Fauerbach ist der Verlauf oft recht bösartig. Todesfälle kamen in der letzten Woche dort sehr zahlreich vor. In einem Häufe starben, innerhalb zwei Tagen die Frau, die Tochter und der Sohn an der Seuche.
Kreis Friedberg.
= Friedberg, 22. Okt. Die Geheimschlachtungen in Oberhessen haben nach Mitteilungen des lstesigen Kreisamtes einen solchen Umfang angenommen, baß die Fleischvwsorgung der Kvm- munalverbände der Provinz und die Schlachtviehversorgung des Heeres schwer gefährdet ist. Der Kreis Friedberg kann infolge des ständig größer werdenden Mangels an Schlachtvieh seiner Vieh- lieferungspflicht bereits nicht mehr genügen und muß schon zu Enteignungen von Schlachtvieh schreiten. Die Schuld an diesen Mißständen trägt der Schleichhandel in Verbindung mit den Ge- heimschlachtungen. Znr Bekämpfung dieser schwere,! wirtschaftlichen Gefahr wurde vom Kreisamt die schärfste Ueberivachung der Gasthäuser Und Speisewirtschaften aii$corbuet. Anderseits wurden die Ortsbehörden angewiesen, die den Wirtschaften zustehenden Zuschüsse an Fleisch von bisher 10 auf 15 Prozent zu erhöhen. Falls die Wirte sich trotzdem im Schleichhandelswege mit Fleisch versorgen, stellt das Kreisamt die Schließung ihrer Betriebe in Aussicht. — Zur Bekämpfung der G r i p pe ordnete das Kreisamt die Schließung aller im Kreise vorhandenen Kinos an. Ebenfalls steht >ein Verbot für Theatervorstellungen in Aussicht.
e. Butzbach. 22. Ott. Mit Wirkung, vom 21. Oktober wurde das hier ftehcnde Landsturm-^nf.-Ersatz-Batl. Friedberg (XVIII/34) aufgelöst.
Starkenburg und Nbeinhessen.
I Da r m sta d t, 23. Ott. Die Grippe hat hier so überhand genommen, daß das städttschc Krankenhaus überfülll ist und das Pflegepersonal nicht mehr ausreicht. Ter Direktor des Kranken-- Hauses, Medizinalrat Tr. Fischer, hat daran, eine dringende Aufforderung an die Frauen und Mädchen Tarmstadts veröffentlicht, sich dem städtischen .Krankenhaus als Aushilfe für den Pflegedienst und die Hm^wirtscliaft zur Verftignng zu stellen.
Hessen-Nassau.
ra. Biedenkopf, 23. Ott. Das Ergebnis der Ludendorfs- Spende für die Kriegsbeschädigten im Kreise Biedenkopf ergab die statlliche Summe von 35 751,17 Mk.
ra. C amberg, 23. Ott. Unsere Stadtverwaltung ermäßigte die Gemeindeeinkommensteuer von 140 aus 110 Prozent. — Den Kriegcrsa.mil ieu wurde eine besondere Teuerungszulage in der Hohe eines Vierteljahrsbetrass der städtischen Unterstützung be- willigt.
Briefkasten ver RevakNon.
Muoupme Anftageu bleibeu unberüasrchttg^
R. 5. in Tr. Mit Rück.icht aus die außerorder.tlick^n T«ue- rnngsverhältnisse find zu den nach dem Manns ci/rstsversorgungs- gesetz vom 31. Mai 1916 vorgesehenen Renten nrit Wilcknng vom 1. Juli 1918 cm widerrustichle, in Monatsbeträgen zahlbare Ren- cenznschl ägn von Alntsloegen ohne Prüfung der Bedürfnis frage zu gewähren: 1. allen Versorguugsberöchtigten, deren Ansprüche aus einer nach dem 1. Angnst 1914 stallgefundenen Dienst- le,stt,ng entilanden ist; 2. oeu auf Grund einer vor dem 2. August 1914 stattgeftmdenen A'ieustleistung vorsorgun^berechtigt gewordenen Personen, soweit sie an einem Kriege oder Lchiffbruch teilgenvmmen usw. Tie Rentenzuschläge komme,, nur für solch«' Personen in Betracht, bei denen miichestens
c, ne Erwerbsnnfähigkeil von 50 °/o vorliegt. Rentenempfängern aus der Zeit vor den, Miege können im Falle der Bedürftigkeit und Würdigkett Unterstützungen (aus Kap. 74, Titel 18, des Kriegsjahresetats) gewährt werden,° darüber hinaus können sie ^-euenrngsznlagen bis zum Bettage von 50 Mark jährlich als Pe: >. sion sz: 1 schü ^ se erhalt ei 1.
Ur. ;99. Nack miserer Ansicht ist der Besitzer zum Ersatz des vollen Schodens verpftichtec. Wer vorsätzlich das Eigentum eines anderen widerrechtllch verletzt, ist dem anderen zum Ersätze desl daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Fahrlässig handelt, wer
d, e ,m Vermehr erforderliche Sorg-falt anßer acht läßt
XriegsttLerungsbeihilsen. Nachdem Eilaß vom 13. Jul, 1918 erfaßten bic in den Rnhestrna versetzten Beamten usw., sowie verlor grmgsbcreckstigix. Hinterbliebene von solchen auf Aniordcrn außer- ordentliche Kriegs teuerungsbeilstlfen nach folgcmden Grundsätzen: 1. An FamilienznsM,ß für daS Jahrdie früheren Inhaber der Stellen der jetzigen Gel-allsllasfen 1 —10 der Desoldungsordnung 400Mk.. 11—26 und 28-36 450 Mk.. 27 und 37 -53 500 Mk.; b) die in den Rnbestand versetzten Volrsschnllehrer Bolksschnl- lehrerrnnen) 450 M.: el die in den Ruhestand versetzten technischen Lehrerinnen bis zu 450 ?N-k.: b) die Witwen der ft ü Heren Inhaber der Stellen der jetzigen (Äehaltsttasstn 1—10 der Besoldiingsovd- nung 240 Mk., 11—26 und 28—36 300 Mk.. 27 nnp 37—53 •360 Mk. : e) die Witwen der Bolksschullehrer 300 Mk. 2. An .Kiicherzulagen für jede Jahr und für jedes Kind 250 Mk. 3. Vollwaisen für jedes Jahr 300 Mk. J '
Israelitische Rcligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (^Ä»-Anlage). Samstag 26. Ott. Vorabd.: 5.00: morg.: 9 00: abds.: 5.20 n. 6.00. — Israelitische Neligionrgefellfchaft. Sabbatt feier am 26. Okt. Freitag abd.: 4.45; Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 3.30; Sabbatausg.: 6 00. Wocheiigottesdienst; morg. 7 00, abds. 4.30.
Letzte Nachrichten.
Dcv neue-t-r 2Jcvidy& Kceresleitrrng.
(WTB.) Großes Hauptauartier, 24. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In der Lys-Nirderung dauern Teillmupft an. Süd- Mestlich van Deinz^ schlug die feit 14. Oktober täglich im Kmnpf belvührtt 52. Reserve-Dirision unter Gererallkutnant Waldorf ernertte Angriffe des Feindes an der Bahn Deinze— Waregem ab. Beiderseits von Dichte setzten mir uns in der vorletztm 9tacht vom Gegner etwas ab und schlugen den Feind, der gestern in der Gegend von Kattestraat angrisf. zu- rüctt Auf feindlicher Seitt tMen sich, belgische Landeinwohner an dreien Kümpfen beteiligt. Tournai und Valenciennes liegen unter englischem Fezrer. Bei Touruai nnd in der Sckrelde- Niederung erfolgreiche Dorfeldkmnpfe.
Beiderseits von Solesmes und Le Eataau nahm der Engländer mit frisch eingesetzten Divisionen auf fast 30 Kilometer breiter Front seine mit großerr Zielen angesetzten Angriffe wieder auf. Au, Harpres-Gnrnde ist sein erster Ansturm an, frühen Morgen gescheitert. In wiederholten Angriffen stieß er im Saufe ves Tages beiderseits von Romeries in Gegend von St. Martin und Salefches und nrit Teilen
mrf BeaudignieS vor. In der Mitte der Schlachtfrout brachten wir den beide ilrit: ser Römer-Straße Le Eatcau—Bavai angreifenden Feind in der Linie Poir—Bousies zum Stehen. Südlich von Bouzieres haben die schon in den letzten Schlachte,, besonders bewährten Nadfahrerrnrppen weiteres Dor- drmgen des Gegners vert/iadert. Südöstlich von Le Eateau lind mehrsache ttustlerne des Gegner', völlig gescheitert. Zwilchen Pommereuil und Catillon impfende schleswig-holsteinische, mecklenburgische, hanseatische und würtrembergische Regnnenter Haber, gegen g-nvultige Üebermacht ihre Stellungen behauptet. Das Füsilier-Negiment Nr. 122 unter Füh- runo seines Kommarrdeurs Oberst von Alberti hat hier be- wWeres geleistet. Südlich von Catillon blieben die gegen den ^ambre—Oise-Kanal vorbrechenden Angriffe vor diesem in unsereu, Feuer liegen.
Zwischen Oise und Somme zeitweilig Arülleriekamps, dern aus dem Nordufcr der Serre feindliche Angriffe folgten. Sie wurden in unserem Feuer nnd durch Gegenstoß abgewiesen. Dcilangriffc des Gegners gegen den Souchez-Abschnitt nördlich von Pierremont scheiterten. Das engbewohnte nnd mit Flüchtlingen angefüllte Montcornct liegt unter starkem ftan- züffschen Feuer.
Oestlich der Aisnc bffchränktc sich der Feind gestern aus sehr starke, durch heftiges Feuer unterstützte Mlangriffe. Bo-ycru und Württemberger und württembergische Pioniere haben die Höhen östlich von Douzieres gegen viermaligen Ansturm behauptet. Oestlich von Douzieres taten sich in den letzten Kämpsen Teile der 1. Reserve - Jnsanterie- Division unter Major Gras von Eulenbnrg besonders hervor. Zwischen Olizy und Grandpre schlugen elsah-lochringische. thürrngrstl^e und hessische Regimenter feindliche Angriffe ab. Die Hauptlast des Kampfes trug das Jnfanterie-Regik- ment Nr. 17. das sich wiederum unter seinem Kommandeur Ma;or Stvbbe besonders bewährte.
Auf beiden Maasufern nahmen die Angriffe der Ameri- karrer Me^er größeren Umfang an. Aus dem Wald von BaMhevllle und nördlich von Cunel stieß er mit starken Kräfte,, und von Panzerwagen begleitet gegen unsere Linien vor. Er wurde abgewiesen und erlitt in unserem zusammen- gefayten Feuer besonders schwere Verluste.
Oestlich der Dtaas dauerten heftige Kämpfe um die Waldhöhen beiderseits der Straße Consenvoye—Damvillers bis zum Abend an. In hartem Kampfe und in ersolg- reichcn Gegenstößen warfen brandenbnrgische und sächfischk Bataillone den mehrfach anstürmenden Amerikaner zurück.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
In heftigen Gebirgskämpsen haben unsere Nachhuten das Beziehen neuer Stellungen beiderseits von Paracin gesichert.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
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Siegreiche Verteidigung im westen.
Berlin, 23. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Dm 19. Oktober hat der Franzose znm ersten Male wieder im Abschnitt nörd- Laon zu schärferen Angriffen angesetzt. Seine Absicht bcntand offenbar darin, den Stellungsbogen, der sich brücken ko churLig vor Serre spannt, einzustoßen. Früh morgens um o iS 13 30 -7ttn. begann der erste der fünf Angriffe, die bis um 3 Uhr nachmittags dauerten, und von denen jeder mit wuchtigem tteucrschlag mrd Vernebelung des Vorgeländes eingelettet wurde. Es gelang ^ihm jedoch, ,rur geringe örtliche Erfolge zu erzielen- bei denen „ch in Einzel ge fechten Teilhandlungen entwickelten, die für die große Erttschlußkrait und Energie der Leute sprechen. So brachten vorgeschobene Geschütze unter Führung des Leutnants! Joseph, in direktem Schuß feuernd, mehrere Wellen des Angreifers zum Stehen und fügten ihm in wechselvollem Gefecht erhebliche Verluste zu. Als durch den starken Artttleriebeschuß ein Xzil der Bedienungsmannschaften ausgefallen war, feuerten die Batterien- von ihren Offizieren bedient, wetter. Auch ans dem rechten Flügel hatten sächsische Truppen einen erfolgreichen Abwehrtag. Nachdem dort der Gegner bereits ziveimal vergeblich angegriffen hatte, ge-, lang es ihm am linken Flügel seines Bataillons in die Linien ein- zudrnrgen. Das Bataillon setzte sofott zum Gegenstoß an und führte ihn so energisch, daß iffcht nur die Stellung in einetm einziges scharfen Anüruf voll tviedergenommen wurde, sondern auch zwei Offtziere und 140 Mann der angreisenden 31. französischen Division als Gefangene zurückgebracht werden konnten. Zwei weitev^ Angriffe des schon stark geschwächten Gegners brachten die Sachsen noch am selben Tage zum Stehen.
Berli n. 23. -Okt. tWTB. Nichtamtlich.. Während die Räu- inung und Frvntverkürzmi.g den Gegner immer wieder zu neuen nrühsamen und vettustteicchnr Eckuridungsgesechten zwingen, reizen sie die eigene Truppe, dem Gegner das Nachfüblen möglichst zu erschweren und dre vorsichtig vorsühlcndsr Abtcllungen mit Ueber- vaschungen zu r^ettoirreri. Mau sieht es den Leuten an, daß ihnen das selbstgrwige Handeln in kleinen Verbänden Freude macht und ihren Ehrgeiz reizt. ?lllmählich koerden immer mehr solcher Teil- Handlungen bettnint, die für die Energie der deutschen Truppen sprechen und zeigen, daß in ihnen der frühere Kampfwille wachgeblieben ist. So hab-m am 20. an der K Mi al schleuse Pioniere wichtigen Sprengungen sich freiwillig gemeldet, die im Arttllerieseuer unter schnnerigsten Verbältnissen ausgeführt werden mußten. Viermal vnlrde die Spoengung durch düe englische Artillerie verhttwert. doch immer wieder von den rmerschrvckenen Pionieren versucht, bis sie endlich durä-geführt werden konnte. An einer anderen Stelle, wo die Meldung aus- geblieben ivar, ioie lveit der Gegner über die Hecken,md Rnbenfelder schon vvrgedrungen war, machte sich Leutnant Vesper allem aus, durchschwamm zweinml deu Kanal und brachte alle gewünschten Aufklärungen. Demselben Regiment schien sich zu einer anderen Stunde Gelegenheit 311 bieten. Engländer jenseits des Kanals gefangen zu nehmen. Sofort schleppten zwei Musketiere Bretter heran, setzten über: irrtb fingen wirklich die Engländer, auf die sie es abgesehen l-atten. An einer anderen Stelle schlugen sich in regelrechtem BmvegimgsklTieg Kapallerieabteilungen mit feindlicher Reiterei, preschten immer wieder vor und durchbrachen einige Male feindliclke Kavalleriedetachemencs. Sie gelangten mir ihren Meldungen jctn'smal nüeder zur eigenen Trup/x zarrück.
Das bolschrwistischf Regiment.
Petersburg. 20. Ott. WTB. 2cichlan,ttich Tie Prawda meldet, daß nach einem auf der Sitzung der außerordentlicheit Kommiffioir erstatteter: Bericht durch die Kommission 6 2 20 Personen verhaftet und 800 Personen erschossen wurden.
rwcha m selben Dag zum Stehen.
Fliegerangriffe auf Wiesbaden.
M ainz, 21. Okt. (WTB. Nichtamtlid, Heute Nacht erfolgten z»oei Fliegerangriffe auf die offene Siadr Wiesbaden Nach bisherigen Feststellungen tvnrdcn etwa 7 Bomlwn abgrworsen. Es entstand nicht nnerl>eblicher Sachschaden ai; Privarhänsern. So- weit bis jetzt bekannt, werderr 5 Personen, die sich rn einem dieser Häuser befanden, vcrnrißt. 8 wertere Personen wurden verletzt. In dem Badeort Wiesbaden, in dem zur Zeit Tausende von Ver- wrurdeten und Kranken Erholmrg suchen, befinden sich keinerlei militäriscj>; Ziele, die den Angriff ,rus diese Stadl rrgendwrc rechtferttgeir könnterr.


