Ick
Nr. 2$9 Zweites Bißt! Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OherhesieO
Mittwoch. 23. Oktober (9(8
Au» Stadt und Land.
Gießen, den 23. Oktober 1918.
Feindliche Flieger über Gießen.
Am Montag nachmittag sind mehrere feindliche Flugzeuge über Gießen hin weg geflogen, ohne Bomben abgervorfen zu haben. Weiter lahnabwärts, in der Gegend von Gladenbach, Wommelshausen, Hartenrod kam es zu einem kurzdauernden Luftkampfe, in dessen Verlauf ein englisches Flugzeug brennerch abstürzte. Beide Insassen sind tot. Zu diesem Fliegerbesuch gibt der „Wetzlarer Anzeiger" noch folgende nähere Angaben:
„Mehrere feindliche Flugzeuge überflogen gestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr unsere Gemarkung. Eine von ihnen ab geworfene Bombe fiel ins freie Feld. Auch unterhalb Albshausen fiel eine Bombe in die Wiesen am linken Lahnufer. Weder hier noch dort sind Menschen verletzt oder ist Sachschaden verursacht worden. Die Flugzeug wurden mehrfach beschossen. Wie uns berichtet wird, sind die feindlichen Flieger zwischen den im Hinber'andkrerse belLgenen Ortschaften Hartenrod, Günterrod und Endlich von deutschien Fliegern irr einen Kamps verwickelt worden, bei dem ein feindliches Flugzeug abgeschossen rvurde. Einer seiner Insassen war bereits tot, der zweite starb kurz nachher. Ferner hören wir, daß sowohl in Bermoll, wie in Königsberg und Niederweidbach, in letzterem Dorfe nutze bei der Kirche, eine Bombe abgeworfen wurde."
Da hiermit die Möglichkeit eures Fliegecbesuches in Gießeil näher gerückt ist, sei die Bevölberrrng nochmals daraus hnngewiefen, daß in einen: solchen Fable streng alle Borsichtsnlaßnahmien zu beachten sind. Nur dadirrch können UnglücksfWe vermiede:: werden. Bor allen Dingen gehört jedermann bei der Bekcnuitgabe von Niegergefahr in den Keller. I:: Wetzlar !oar M-cmn gegeben worden und wr:rde deirn-och nicht beachtet. Der Wetzlarer Anzeiger bemerkt: „Leider muß sestgesteUt werden, daß das Publikum, als der Zweck der Signale -extern t war. jsich^nwcha.nsi> nicht! an die lbe- larmten Borsichtsmaßregeln kehrte. Wer auf der Straße lvar, blieb darauf, im Gegenteil traten noch viele Leute auf sie hinaus. Die Kinder liefe:: schreiend hinter den Flugzeugen drein ruck) auf manche:: Plätzen und in machen Straßen standen sie in dichten Hausen beisammen. Das ist denn doch der höhere Unfug. Ern Unfug ifties cmch nach den aus Frankfurt a. M. und anderen Städten hinlänglich bekannte:: Vorgängen fernerhin, lvenn auch- hier die Fenster aufgerissen wurden, um den Fliegern nachzustarren. Man weiß doch allmählich oder kö:mte es wissen, wieviel Menschen auf diese Art und Weise schon ihr Leben verloren haben."
Wir hoffen, daß die Gießener Bevölkerung bei drohender Fliegergefahr sich vernünftiger und sachgemäßer verhalten wird. Als erste Regel ist zu beobachten, daß niemand aus der Straße etwas zu suchen hat. Wird dies beachtet, so ist die Gefahr gering.
Zur Sammeltätigkeit.
** Sammelt E iche l n! Neben der Sammlung von Bucheckern ist mrcki die Fortsetzung der Sammlung von Eicheln von hoher volkswn-tschssklickx-r Bedeutung und zur H erste l- T ungvvn Kaffee-Ersatz dringend geboten. Durch die Eicheln köimen vollwertige Nahrungsmittel, wie Roggen und Gerste, zum Besten der minfchiichen Ernährung eingespart werden. Auch ist das -L-ammelu von Evchell: sin lohnendes Geschäft da fürden Zent- n er Eiche l u ei n Lohn von 6,50 Werk befahlt wich. Irr Gießen können Eicheln wie bisher sowohl in den Lchacken wie auf der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes in der Alten Klinik, hier am Mittlooch und SamÄag von 4—6 Uhr, abgegeben werden. In den mrderen Orten des Kreises werden die Eicheln am besten in 5eu Sckmlan abgegeben.
** Schonung dem Walde! In diesen Wochen, die den Wald mit buch.'l-, efthel- und holzftcchmd«: Kindern bevölkern, drohen unseren Wäldern ernste Gefahren. Llltch der Laie erkennt diese unschwer an den überall herumliegenden abgerissenen Zweigen und Arsten. Tie Forsebemntei: aber machen die Erfahrung, daß die von ihnen sorgsam /sepfleglen Pflanzungen und Hegen von mutwilliger oder unbedachter Hand beschädigt und zerstört we rde n. Alle der Jugend Nahestehende müssen diese aus die Wichtigkeit der Schomrug unseres Waldes aufmerksam machen und jedem zerstörenden Mutwillen Einhalt tmr.
** Laubheugewinnung. Vom Kriegswirtschaftsamt ist nach Ltöschluß der auch im Kreise Darmstadt reichlich ausgefallenen Laubhengewinnung der Kreisleitung ein Dankschreibe:: für die überaus eifrige Tätigkeit der Lehrer imb Schüler zilgegangen. In dem Schreiben sind zwei anerkennende Aercherungur der Militärbehörden enthalte::. Ter Generälftttendant des Feldheeres drahtet:- ,,San:meleiser der Lehrer und Schüler hat sehr ersräckiches Ergebnis gezeitigt 'hrnd Feldheer in Zeiten größter Futternot unterstützt. .Pferde fressen Laubknchen gerne. ?lllen an Sammlung Beteiligten, insbesondere Lehrern uitb Schülern, gebührt uneingeschränkter, wärmster Dank." Der Kriegsminister, General Scheuch, schloß hieran: „Ich freue inich tziese Aneclemr.mg Weitergaben zu könnend Es bleibt für alle Zetten das Verdienst der de'ttschen Lehrer Und der ihrem anvertrauten Jugend, in ernster Zeit dirrch aufopfernde Tätigkeit eine drohende Gefahr von unserem Feldheer abgewendet zu haben. Durch Erhaltung des Pserdebeftandes ist die Versorgung der Front mit Mftnittron iUtb Verpckegftmg sichergestellt roorden. Die Leistung«: auch der jüngsten Schüler und Schülerinnen reihen sich Würdig den Leistungen der Junginannen in der Landwirtsckiast '4rn. D:örHchland darf stolz sein aus seine Fugend und die Aufopferung ihrer Lehrer." Tie Kreis Verwaltung schließt sich diesen' Dankesworten aus vollem Herzen an.
*
Gietzener Stadttheater.
Das Kind.
Eine Koggenstedter Komödie von Otwmar Enking.
Gießen, 22. Oktober 1918.
Ottomar Enking ist kein allzu bekannter Name. Wer jedoch ein Buch las, das seinem Träger den Ursprung verdankt, wird l damit die Eriniwrung an eine feinfühlige, liebevolle, eingehende Schilderrrng von Menschenschcksalen verbinden, die sich vb:w gewaltsame Stürme erfüllen, in ihrer verinnerlichten Schilderung ab«^. haften bleiben. Es ist ein eigener Reiz, einem derartigen, Tllttor auf der Bühne zu begegnen. die nicht das für ihn gegebene Feld ist. Nlrr eine naturallWsche Epoche, die an breiten Zustands- schilderu::gen Gefällen fand, konnte einen Stoff wie das Kind zu einem Bülmenwerk ausbaucn, und wiederum nur der Naturalismus konnte es verhüten, daß der rührende Inhalt in Rührseligkeit umschlug. So ist: das Werk zu einem innig-leisen Hymnus der Elternliebe geworden. Zwei schlickte Menschen mit grundgütige?: Nerzen läßt er um ihr Kind in Liebe sich sorgen und Opfer über Opfer bringen, bis sick nachher heransskeltt, daß das Kind der Opfer gar nicht bedurfte, daß ihre gütige Liebe törichte Opfer brachte. Und der tiefste Zug des Werkes ist es, wem: die beiden Alte:: frierend zusamme::rücken, weil sie ohne die Sorge' um ihr Znnd-überflüssig :md einsam geworden, sind.
An tue Darstellung wurden Hohe Anforderungen gestellt. Nrckt allein ein ungewohnter Dialekt, das Ostholstemische, mußte wenigstens angedeutet werden, die ganze Anlage des Werkes« ver lang te auckr ein, dauerndes Verharre:: in der etwas uube-, volsenen. Umslä:rdlichkej.L eft:es Hckwer '^''egbaren Menschsa-
** Amtliche Personalnachrichten Ter Grvßherzog hat am 18. Septe:nber d. I. dem Mitglied der ^isenüahndirelliom zu Frankfurt a. M., Königs. Preußischen Regierungs rat Tr. Fabian zu Berlin, das MUerkveuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehe::.
Landkreis Gießen.
** Mieseck, 23. Oll. W vermißt gemeldet wurde der M- terosfrzier Karl Kling nn R. J.R. 221, 1. Komp. Dohi: des Bildhauermeisters Ludwig Ktnrg.
Hesftn Nassau.
— Frankfurt a. M., 22. Oll. Gestern früh überraschte ein Kriminalbeamter einen Embrecher, als dieser von einem Einbruch in ein Pelzwarengeschäft schwer mit Beute beladm heimkeyreu wollte. Die gestohlenen Waren halte:: einen Wert von mehr als 25000 Mark. — Der bekannte Einbrecher und Hehler Georg Lückel lrnirbe Montag nachmittag in der Altstadt beim Verkauf von Brotkarten festgenomme::. In seinem Besitz befanden sich 1 3 0 2 S t ü ck gültige Brotscheine und über 10 000 Mk. Bargeld
= Gries heim a. M., 22. Oft. Auf dem hiesigen Bahnhof fuhr an von Frankfurt kommender Güterzug auf einen Rangierzug auf. Eine Anzahl Wag«en samt Jnhall wurde erheblich be- schädigt. Auch eftre größere Me,:gc Wem ^ing dabei verloren Men scheuleben - kamen nicyt zu Schade,:.
Ol Aus dem Kreise Kirchhain. 20. Oll. In Niederwald spielten einige Kinder an einer Strohpresse: dabei kroch 'das vierjährige Söhnchen der Witwe Balzer in die Presse und wurde von den anderen Kindern tolgeguetscht.
Gießener Strafkammer.
Gießen, den 18. Oktober 1918.
Am 11. Mäm l. Js. erschien der als Aushllfsschaffner am Bahnhof Gießen beschäftigte 18 Jahre alle .Karl. K. von Watzenborn bei der hiesigen Stationskasse, gab sich für den Aushilfe schaff ner Karl G. aus, ließ sich desseir Fahrgelder im Betrage von )27,30 Mark aushändige:: .und amtierte in der Rechnung über Neben gebühren für Februar 1918 mit „Gilbert 1. Kart". Er hat sich dadurch der Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug schtck- dig gemacht. Er erhielt unter Zubilligung mildernder Umstände 3 Wochen Gefängnis.
Ter wegen DiebstahlH i. R. zuletzt mit drei Jahren Zuchthaus vorbestrafte Klavierstimmer Waller W. von Halberstadt ist cmge- llagt, in der Nacht vom 21/25. April l. I. Ur Bad-stäruk^im aus den: den: Lederfabrikanten W. in Offenbach a, M. gehörigen Laden Lederivare:: im Werte von etwa 3000 Mark und die Registrier lasse N:it ellva 160 Mark Inhalt unter Bertutz::ng eines falschen Schlüssels entivendet zn haben. Am 26. April lvurde der Angeklagte auf der Silatiou Bitterfeld in: T^-Zug ohne militärische Answeispapiere von den Eisenbahnübenvachungsreisenden betroffen um> es wurde ihm eröffnet, daß er in Berlin der Polizei zugeführt werden fwürde. Nachden: der Zug sick/ wieder in Bewegung gesetzt hatte, spvcn:g der Angeklagte unter Zuritcklassung seines Reisegepäcks durch das Fenster Hinaals. Der Zug lvnrde zum Halten gebracht und der Cnrtspruugene festgenomme::. Sein Gepäck enthielt die gestohlen Lederwaren. Trotz seines Leugnens wurde er für überführt erachtet und zu 5 Jahren Zuchihaus verurteilt. Auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt und es wurde außerdem auf Zulässigkeit der Polizer- aufsicht erkannt.
Wegei: gewerbsmäßiger Wilderei in den Fi'irstlich Biüdiu.genh'chen Waldunge:: erhielten der Gärtner Georg Sch. und der Daglöhner Georg E., beide M Büdii^gen, je 4 Monate (^ef.mg- nis, ferner wurde auf Einziehung der beschtaguahw-ten zwei Büchs- ftinten, des Flobertgewelws u:ä> der beiden Rucksäcke erkannt.
Der vielfach wegen Diebstahls vorbestrafte Gärtner Mttri- imilian, Ernst W. von Kreuznach hat in hiesiger Stadt gebettelt un- bei dieser Gelegenheit aus eiMn Haufe in der Wolkengasse einen Frauenvock im Werte voi: 20— 30 Mark und an der Türe eines nicht festgestellten Ladens einen neuen Rucksack entwendet. Der Angeklagte, der vollauf gestwckig ist, erhielt wegen der beiden) Diebstähle eine Gesa:nlgefä::gnisstrafe von 8 Mbnaten und wegen Bettelns 1 Wochen Haft.
. Tie 19 Jahre alte Ellse Sch. von Sternfurth ist vom Schöffengericht Bad-Nauheim ^wegen geschlechtlichen Verkehrs mit einem sranzösischen Gefangenen, der rricht «ohne Folgen blieb, zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Ihre geger: dieses Urteil eingelegte, auf Freisprechung ^bzw .Herabminderung der Sttafe hiiMelende Berufung wurde kosteirfällig Zurückgewiesen.
Letzte ria^richrtett. neneste Nertcht der KeeVesleitnng.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 23. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die Kämpfe in der Lys-Nicderung dauern an. Heftige Angriffe des Gegners beiderseits von Deinze. Nör lick der Stadt wurden sie abgewiesen, südlich der Stadt nach anfänglichem Geländcgewinn durch Gegenstoß, westlich der Straße Deinze—Olsene zum Stehen gebracht. Oestlich von Kortrik wurden wir vom Westrande von Vichte ans den Ostrand zurückgedrückt. Beiderseits des Ottcs sind starke seiudliche Angriffe gescheitert. In erbittertem Kampfe wurde die Höhe bei Keiberg vom schlesischen Reserve - Infanterie-Regiment Nr. 10 unter seinem Kommandant Major (Nrüner gegen vier- fachen^Ansturm des Gegners gehalten.
Teilkämpse in der Schelde - Niederung beiderseits von Tournai und Baleneienncs.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich von Marle rmrutten wir den vorr'ibergchend verteidigten Brückenkopf an der Serre und Souche und nahmen unsere Linien hinter die Bachabschnitle zurück. An der Aisne wiese:: wir heftige Angriffe des Gegners beiderseits von Nan- teuil ab.
schlages. Nur tüchtige >Schauspielll:nst kann hierbei die Gefahr vermeide::, verödend zu lvirken. Diese Gefahr beschworen zu haben, ist das Verdienst der Darsteller der beiden.Alten, Karl Volck und Luise Delosöa. Sie formten poei riihrend gütige, wellftelNd- hilflose Menschen uird verstanden^ es auch>, die kleinsten Wesenszüge so mraufdringlich charakteristisch herauszuarbeiten, daß allein der Erfolg ihres Spieles den Besuch verlohnte. Besonders ein^ drucksvoll waren die beiden letzten AkffÄüsse. Während Karl V >o l ck, auch als Spielleiter sich ausgetz-eichiret bewährend, stteng! die Kurve seines Spieles einhiell, wätre bei seiner Partt:eriN eine kleine Korrektur nwglich. Das Hoft'even des von ikw für das Kind bevorzugten Freiers dürfte um ein Kleines wenigev betont sein. Neben den beiden Lllten iverde:: alle übrigen Rollen epifodeathaft, und doch wurde aich hier schauspielerisch sehr An- erkelmenswertes geleistet. §>elene Kallmar, das „Kind", verstand es mit einen: leichten Hervorkehren einer frivolen Lebens-, leichttgkeit, das Sinnlose der elterlichen Opfer recht einleuchtend zu machen. Earl Ernst Schaum stellte den befangene:: und linkischen Werber ebenso treffend dar. wie Curt L e r ch de:: selbst- üverzöge:: geschwätzigen. Wilhelm Koch traf die salbungsvolle Gottergebenheit seiner Rolle zwar gut, aber nicht so charakteristisch, wie Auguste Marcks, die vernichtende Bosheit mitsühlender Nüchstenliebc darzustellen wußte.
Alles in allem war es eine Freude, wirkliche schauspielerische Leistungen zu scheu. Und diese Feststellung ist der K!ritik lveit ^genehmer, als der ^notwendige Hinweis auf Unzulängliches. Tenn wer der Kritik ein Herunterreißen als Wohlbehagen unterscknebt, verkennt ebensose'hr das Wesen der Kritik, :me den fachlichen Ernst und die Gewiffenhaftigkeit des Krittlers. zz
.. . Auf östlichnn Aisne-Ufer. beiderseits von Vouziers und östlich von Olizy haben die Känrpfe größeren Umfang angc- lwmmen. Unter stärkstem Artillerieeinsatz griff der Feind am frühen Morgen zwisäi-en Terror: und Falaise, sowie zwischen Olizy und Bemupaire an. Auf den Höhen lmftlich von Vallay konnte der Angriff ettpas Boden gervinnen. an der übriger: Front ist er vor unseren Linien gescheitert. Auch am Nachmittage brach der Feind nach erneuter srärkster Artille rievorbereittmg zum Angriff vor. Das 1. bayerische Infanterve-Regiment unter Führung seines Kommandeurs Major Schnndtter hat in zäher Verteidigung die Höhen östlich von Chestres gegen mehrfachen Ansttrrm überlegenen Gegners gehalten. Auch auf der übrigen Fwnt wurde der Feind unter, ftchveren Verlusten ftir ihn abgewiesen.
Heeresgruppe Gallwih.
Zwischen Argonnen und Maas und zwischen Maas und sNosel rege nächtliche Fenertätigkeit. Teilangriffe westlich der Maas mW westlich der Atosel ohne beftnweres Ergebnis.
*
Leuttmnt Büchner errang ftinen 40. Luftsieg.
Der Erste Generalquarliermeister Ludendorff.
* . *
Die Vo rwürfe gegen das deutsche Heer.
, Berlin, 22. Oll. (WDB. Nichto.mllich.) Die Erttmte- zerümgen und Fmcksprüche erheben stüMg die schwer st enVvr- würfe gegen das deutsche Heer pe^cn Plüick'erung des besetzten Gebietes. Temgege::über konarte me neutrale Kommission, bie das zu räumende Gelü-et bereist, feststellen. daß an allen Brücken Posten ausgestellt worden si:ck>, die jedes Llutv mv) jeden Wagen Kontrolliere::, um etlvaicpe Plünderung^: zu vetthi-ndern. Wm.n von den Deutschen Maschinen Nnd Vorräte aus BelgLea: und Nvrdftankreich zursickg^fuhrt werden, so Ixmdett es sich dabei ii: erster Linie um. Attckerial, das von de:: Teutschnr selbst in das beletzte Gebiet für die zahlreichen dort errichtete:: kriegswirftck-asl- lrck-en^ Bettiebe gebracht lvnrde, dann aber «a<:ch um Gegenstände, die für TeucksckilQid infolge der Blockade m rer setz! ich fütb. Die ?lb- sperrung^ die die Entente über die Mittell:uiichle verhängt Hai, zwang Deutschland, das großenteils auckx fttt seine Verbündeten zu sorgen hatte, aus der privaten Wirtschaft alles heranszuziehen, Wasser zur Fortführung, des Krieges beiwtigte. Erst als die Vorräte m Deutschland zur Neige gingen, ging man dazu über, auch die bejetzwi: Gebiete in stärkeren: Maße heranzuzieheir Wenn aus den Fabriker: nnd Privathärrser:: Kupfer, Messing, Wolle ustv. herausgeholl wurde, so geschah im besetzten Gebiete nichchs anderes, als was .in Deutschland längst durchgesührt worden war, icrck: wozu die Blockade T^eutschland zloang Auf sie fällt eiir großer Teil der Härte:: zurück, Nvelche die deutsche Okkupation iür die Einwohner des besetzten Gebietes mit sichj brachte.
Lord LllnsÄowne über die Luge.
London, 22. Okt. (Reuter .) Lord Lansdowne erllirrte ft: einem Interview zu der deutsche:: dkole: Die Lage ist kritisch. 23«c müssen behutsam Vorgehen und nichts den: Zufall überlassen. Wilsons Behandlung des Falles war sowohl llug wie energisch, und wir können ihm vertrauen, daß er alles vern:eiden wird. Vor allem ist es nötig, daß keine Konzessionen gemacht loerden, die irgendwie die Kraft der überlegenen militärischen Stellung beein. ttäckftigen würden, dies gelle auch für die Frage des Waffenstillstandes. Hinsichtlich der Veränderung der Regierungsfortu sprach Lansdowne seine Zusftmmung zur Rede Lord Milners ans.
Engltmd gegen die Freiheit der Meere.
London, 22. Oll. (Privattel.) Wie Reuter erfährt, gibt das Folgende einige Ansichten wieder, die mcu: in maßgebenden Kreisen hinftchtlich der Lage, wie sie sich «aus Teuttchlands Note an Wllstxi: ergibt, vertritt: Die deittsche Note nimmt an, daß Wilson nur die Räumung der besetzten Gebiete gefordert hat, und die .Deutsche:: gehen immer noch von dieser Annahme aus. Das ist aber nicht der Fall, und dies ist ein Prrnkt, der ganz llargestelll werden sollte. Freiheit der Meere, wie sie von den Deutschen verstanden wird, kann England überhauvt nickt annehmen. Es gibt noch verschiedene Marineiragen, die der Llufklärin:g bedürfen. Andere Punkte, die bisher :wch nicht berührt wurden, umfaffeN auch die Frage der Entschädigung rnrb der Wied erherstellung.
Eine englische Grfellfchsft zur Erzgewinnung.
London, 22. Oll. (WTB. Nichtanttlich.) Reutermeldung. Tie „dRorniug Post" erfährt, daß die Verhandlungen zur Bildung einer rein britischen Gese ll s cha st nttt einem Mpttal von 5 Millionen Pfund Sterling im Gange sind, die sich mft der Gewinnung von Erzen, der«: Verarbeitung und dem Absatz von Metallprodukten befassen »oird. Die Metalle, mit denen sich die Gesellschaft licmpttächlich befassen wird, sind Krrpfer, Zinn. Blei und Anttmon. Die wichttge Metallerzeugung von Australien wird in das Gebiet der neuen Gesellschaft einbezo«wn werden.
-Ein Arnvoebefeh! des Generalobersten v. Einem.
Berlin, 22. Okt. Anläßlich seftver Erneimung zum Chef des lvestfälischeu Jnsa:ttette-Reg>ime:tts Freiherr v. Starr Nr. 16 hat General obe r st v. E ine m, Oberbefehlshaber der dritten Armee, nachstehenden Arn:rebefehl erlassen:
Tie Allerhöchste Aufzeichnung ist eine Anerkennung für die mwergleichliche Haltung der rapferen Truppe:: und die aufopfernde Tätigkeit und 5)i::gabc aller Führer, insbesondere auch des Generat- siabes. Ich danll das der Armee von ganzem Herzen und bin überzeugt, daß Seine Majestät und das Vaterland einen erneuten Beweis dafür chabeu, daß auch tvetter auf uns gerechnet rverden kann, wenn feindliche Angnffe unsere Front zu durchbrechen trachten. Nleftic Bitte für die Zukurrft geht dahin, daß Fichrer und Trripp-en dem Gegner die gleiche Kaltblüttgkeit und lleberlegenbett zaigen wie bisher. Tann Werder: seine Eingriffe auch weiterhin zerschellen, und die Geschichte wird einst nttt goldenen Lettern berichte:: über die hohe Bedeutung der ?ll>wehrschtacht in der Eham- pagne und an der Marne 1918. _'_
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Auf Grund der,§§ 14 und 12 der Verordmmg über Gemüse. Obst imd Südfrüchte vom 3. Ayttl 1917, Reichs-Gesetzblatt S. 307, wird bestimmt:
§ 1 -
Folgende Bekanntmachungen iverden aufgehoben:
* *
Tie Bekannttnachung über Frühobst für die Bnndesstaatea Bayern, Württemberg, Baden. Hessen, Elsaß-Lothring.u und Sack> sen vom 10. Mai 1918.
8 2.
Die Bekanntmachung tritt drei Tage noch ihrer Verkündung in Kraft.
Berlin, den 14. Oktober 1918. 8038e
Die Reichs stelle für Gemüse und Obst.
Der Vorsitzende: von Tilly.


