11^2^8 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) vienstag. 22. Oktober *9*8
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 22. Oktober 1918.
* Ans dem M ilit ärWochenblatt. Befördert' gim Smigtmaim: d. ObU. d Res. Sck^inberg (I Darmstabt) im KldQrt R.:i. zu Lts. d. Res - die BizefelLw.: Boos (Worms), ^bert. Malt» (ll ^armsüadt). Brüning (I Darnrsladt); zu Lts. d. Lbw-J. .1 Autg - die Dlzcselbw.: Weitzel (II Larmftadt)! Gnvtrum (I ^armstnbt) : Dünner. Beter, d. Lbw. 1. Ausg. (MainF) Absch. blnvis) '.^. für die weitere Tauer des Krieges zum Kriegs^ aiusbenzarzt aus Widerruf ernannt: der brndsturMpfliÄtige, ntil emer Kriegsstelle aut Widerruf beliehene Arzt Dr. Geyer, ^rarrz (Gießen).
^zeichnunq Dem Fahrer. Mlly Kern, in einem Fuß-Art.-Regt. im Westen. Sohn des Oberpostschaffners Wilhelm Kern, wurde das Eiserne Kreuz 2 Klasse verliehen.
.. ^ " f i r * n ä ö Ii f cf) e r Gefangenschaft hat Grena-
E Adolf Schmitt von hier. Mittelweg 18, geschrieben, der rn der 2 Kvn,*xrgnre Jns.^Regts 408 war, und feit 20. August 1918 vermißt ist.
Landkreis Gießen.
** Leihgestern, 19. Okt Dem Geometer Otto Schäfer, als Unteroffizier im Felde, wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse per- liehen.
** Nonnenrot den 20. Oft. Ter Gefreite Wilhelm F.r i tz. Inhaber der Hessischen Tapiferteitswedaille. wurde mit dem Eisernen Kreuz aus gezeichnet.
Heffm-Nassau.
-- Limburg, 20. Oft. Die auf der Lahndrücke stehende <Ll Nepmnuk-Sbatue, ein Bildwerk des 14. Jahrhmckerts, wurde in der Nacht zum Samstag ömi Bubenhanden erheblich beschädigt. Auf dre Ermittlung der Täter setzte die Stadtverwaltung eine Belohnung von 200 Mark aus.
Letzte Xlacbrtrtftcn.
D v neueste ikricht der Heeresleitung
(WTB.) Großes Hauptquartier, 22. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
An der Lys und Schelde Jnfanteriegefechte. Mehrfach suchte der Feind mit kleineren und stärkeren Abteilungen dir Flüsse zu überschreiten. Nordöstlich von Kortrik drang er mit Panzerwagen, südöstlich von Kortrik mit starken Kräften gegen unsere Linien vor. Er rourde überall verlustreich abgewiesen. Vizewachtmeister Müller der 9. Batterie Feld-Ar- tillerie-Neginrents Nr. 221 vernichtete hierbei 6 Panzerwagen des Gegners. Engländer besetzten die von uns geschonten Kirchtürme von St. Amand mit Maschinengewehren, beiderseits von Solesmes und La Cateau hat der Feind seine Angriffe nicht erneuert. In nächtlichen Teilmi griffen sieten die Gehöfte von Amerval in seine Hand.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Französische Angriffe, die am Morgen nördlich der Serre. am ddachmittag auf breiterer Front zwischen Oise und Senre gegen unsere Linien vorbrachen, wurden abgewiesen. Nordwestlich von Desbrecourt führten schlesische Truppen einen erfolgreichen Gegenangriff durch.
Auf den Aisne-Hohen östlich von Vouzieres dauern heftige Kümpfe an. Württembergische Regimenter haben im Verein mit preußischen und bayerischen Bataillonen den Feind in erfolgreichen Gegenangriffen die Höhen östlich von Bandy, zwischen Bollay und Chestres und nördlich von Fa- laise wieder entrissen und gegcn starke G gnargriffe des Gegners behauptet. Oestlich von Olizy scheiterten Teilnngrifft des Feindes.
Heeresgruppe von Gollwitz.
Nach heftiger Artillerievorbereitung griff der Amerikaner nördlich von Sormneranes in breiterer Front beiderseits von Bantheville an. Im Feuer und im Gegenstoß sind die Ang.'iff.' des Gegners ge ch eitert. Vornehmlich im Feuer unserer Maschinengewehre und Jnfanreriegefechte erlitt der Amerikaner überall hohe Verluste.
*
Aus einem Geschwader von etwa acht seindlichen Flugzeugen. das Ortschaften im Lahntal angriff, wurden vier Flugzeuge abgeschossen.
Leutnant Beltjens errang seinen 35. Lustsieg.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nordöstlich von Krusevac und am Bukovik scheiterten feindliche Angriffe. Erfolgreiche eigene Unternehmungen bei Trubarevo an der südlichen Morava.
^ Der Erste Generalquartiermeifter
Ludendorff.
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Die Flucht der Zivilbevölkerung im Westen.
Berlin. 21. Okt. (WDB. Nichbamtl.) Erschütternde Bilder werben aus Belgien und Nardfrankreich rwn dem Elend der vor den englischen und französischen Granaten flüchtenden Bevölkerung! berichtet. Alle deutschen Kolonnen sind mit Flüchtlingen beladen, oft mehr als den Kerben zugemntet werben dürfte. Tie Fahrer teilen Essen und Brot info den Unglücklichen. Selbst die Batterien müssen helfen, all die fortzuschaffen, drc vor den englischen und fraru, zöfisch en Grii7:uten fMchden. Auf den Protzen sitzen Greise, alte
Mütterchen und Köcher, und die gutmütigen Kanoniere gehen nebenher und helfen die Hmtdwügelchen mit dem armseligen Hausrat ziehen^ Wo es geht, nehmen die Eisenbahnzüge und Autokolonnen Flüchtlinge auf. Doch toeder Wagen noch Züge reick^n für dre Aufnahme aller aus, und so sieht man zwis,chm den Kolonnen und marschierenden deutschen Truppen Arm und Reich bmrt durcheinander zu Fuß durch Regen und Kot trotten. Hier fahrt der Sohn seine Mutter aus einer Schiebkarre, dort sitzt ein berühmter Colliet am Straßenrand. Müde, und bleich kaut er sein Brot das ein deutscher Soldat mit ihm teilte. Tann senkt sich kalt und faucht die Tämmerung herab, und der Regen rieselt weiter. Ta und dort bricht ein Wag.en. Tas Jammergeschrei der Betroffenen die im Straßen schmutz i\;e Habselig-ststten zusammen suchen, gellt durch die Nacht. So gehl der Marsch, bis die Unterkünfte erreicht sind, wo, so gut es gehen will, Quartier und Verpflegung bereu gehalten sind. — Tie aber den Mut haben, der Gefahr zu trotzen und lieber in ihrem Heim sterben als es verlassen mochten, verbarrikadieren die Kellervffnungen. schaffen Matratzen und Lebensmittel hinunter und harren angstvoll des Augenblicks, bis entweder ihre Häuser über ihnen Zusammenstürzen oder sie die ein rückenden englischen und französischen Truppen als „^freier" begrüßen können.
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Erfolge unserer Luftstreitkräfte in Flandern.
Berlin, 21. Okt. -(WTB. Nichtamtlich.) Der am 14. 10. ein setzende Großangriff in Flandern war durch äußerst starken feindlichen Fliegereinsatz begleitet.Zahlreiche Geschwader drangen zum Bombenabwurf weit in unser Hrntergelände vor. Unseren zusammen gefaßten Jagdstreirkräften gelang es mittags, in zahlreichen Luftkämpfen der feindlichen zahlenmäßigen Ueberlegen-- heit Herr zu werden und den Gegner hinter seinen Linien festzuhalten. 30 feindliche Flu gzeuge wurden allein über dem Schlachtfelde in Flandern durch unsere Jagdflieger zum Absturz gebracht. Oberleutnant Auffarth schoß an diesem Tage allein 3 Flugzeuge ab und errang seinen 26. und 28. Sieg. Ter Angriff novdloestlich von Boulers wurde von einem Infanterieflugzeug vor Beginn erkannt und durch Funkspruch recht- . itig der Führung gemeldet. Iw weiteren Verlauf der Kämipfe teilte der Flieger aus wedrigstier Höhe ständig die vordere Linie st. Unsere Schlachtstaffeln griffen teilweise aus lO Meter Höhe in n Verkehr in den feindlichen -OrffckMflen ein. Vorbrechendej Tanks und anmarschier ende Infanterie wurden mit Maschinen- wehren und Bomben angegriffen, Die Bombengeschwader hegten zahlreiche Fahrzengkolonnen hinter den feindlichen LiniÄr mit 2800 Kilogramm Sprengstoff und störten den Verkehr dirrch wob (gezieltes Mafchineugewehrfeuer mit bestem Erfolg. Ballone erkannten aus der Reede von Dünkirchen lebhaften Schiffsverkehr und sichteten feindliche Minenlegboote. An der gesamten Westfront verlor der Gegner am 14. 10. 40 Flugzeuge, davor, 3 durch Flugabttrehrkanonen. Leutnant Vreuß schoß seinen 20. feindliches Flugzeug ab. Tie Jagdstaffel 28 errang ihren 100. Luft- sieg. Unsere Verluste betragen nur 4 Flugzeuge.
Wechsel im italienischen Oberbefehl.
Berlin, 22. Okt. Me dein Berliner Tageblatt aus Genf berichtet wird, veröffentlicht die Schweizerische Presse eine Meldung, die besagt, daß General Tiaz nicht mehr Oberkomm a ndi er e n de r d e ri ta l i e n is che n Arme e f e i. Wie schon früher genreldet, bestanden seit längerer Zeit Unstiminig- k e i t e n zwischen D i a z u n o F o ch, der vergeblich eine Offensive an der italrenischpn Front verlangt hatte. Die Alliierten/ scheinen daraufhin die Entlassung von Dia^ und seine Ersetzung durch den Herzog von Aosta verlangt zu haben.
Esir Eistnßahnunglück in Oesterreich.
Wien, 21. Okt. (WTB. Nichtamtlich.» Die Südbahndrrek- tion teilt den Blättern mit: Letzte iliacht fuhr der gestern abend von Wien abgegangene Schnellzug beim Einfahrtssignal in Kapfenberg aus einen vorbei fahrenden Güterzug. wodurch die rückwärtigen Wagen entgleist lsind. Die Lokomotive eines aus der Station ausftchrmrden Personenzuges wurde umgeworfen Von dem Schnellzug wurden der 'Dienstwagen, Salonwagen und Ge- päckwagen zertrümmert und gerieten in Brand. Bon dem Zug- Personal der drei Züge wurden mehrere verletzt. Unter den Passagieren wurden bisher 15 Tote und 50 Verletzte gezählt. Unten den Getöteten befinden sich der Maschinendirekwr der Sülchahn Grundner und dessen Gattin.
Zeichnet 9.Kriegsanleihe
bei der
»■ .
Bank für Handel und Industrie '^Niederlassung Gießen in Gießen, Johannesstr. 1 - Ecke Neuenweg
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Wir weisen wiederholt doraut hin, daß die Zahlungen für sämtliches Vieh, das zur Schlachtung abgsgebm nnrd, ausschließlich durch den -Oberhessischen Viehhandelsverband direkt auf die von den, Verkäufer gewünschte Kasse oder Bank erfolgt.
Wenn die Zahlung durch den mit der Ablieferung betrauten Händler oder aus eine sonstige Weise an geboten wird, bitten wir. nicht daraus einzugel-en und uns Mitteilung davon zu machen, da in solchen Fällen der Verdacht besteht, daß die Tiere nüht an uns abgeliesert werden, sondern im Schleichhandel oersck>wrnden.
Gießen, den 18. Oktober 1918. 799lc
Gberhessischer Viehhandelsverband.
Ter Vorsitzende:
Pros. Rosen der g.
Ueberficht der Abfahrtszeiten der Personen- und Schnellzüge aus vahnhof Gießen.
Gültig vom l. Oktober 1918 ab. Obne Gewähr:
Richtung
nach
Abfahrt
Borm
Cajsel
Nachm.
DIL« 158 53? 820 D i01ö
n. tzowek b Marbura b Mardurq
W 1239 318 D 330 539 640 D 758
nut s. Mil. 2 -3 91 . b. Marburg f Mil
W83f> D1042 Dil® D11M
Dorm.
Franlsurt a. M.
Nachm.
W407 W5Q5 0 602 6 42 D758 D810
\\7 Kowel Or's-Verkehr Bad-
” Frondsurl Noucheim-Friedberg
ausgeschlossen
1213 W 1222 218 W228 452 580
2.-3. Hl. Samstag hält nichti Srrch-
W7« 8in 8R D10®
So u. Sa. Dortelweil
Dorm
Cobleuz
Nachm.
536 543 T624
fällt ob 1 4 ,0 hält nicht in bis Wetzlar,
vorübergehend aus Dutenhofen XV Anfchluh bis Limburg
0 728 TW 810 W1012
f. MN.
W 1232 TI 21 D 102 0232 331
ßftö n-)p; Weilburg. f. Mil f Mil ob Wetzlar Ln. 0™ UL? Wb. ffle^lar fchluhn.Limbg
Dorm
Cölv
Nachm.
530 T624 D1006
bis Betzdorf bis Dillenlmrg V
W1240 T224 331 54Ö
b.Dillenburg, 2.-3. ftL
ab Wetzlar nur W f ab 14 10. vorüb erg aus
631 W 757 W1048
ab Betzdorf nur W bis Dillenburg, bis tzaiaer
ab Wetzlar T 3.-4. ÄL
Dorm.
Flllda Nachm.
W 3 ^ bi» Alsfeld 810
W1232 W 223 700 W1000
hält nicht bis Laulerbach bis Grünbera,
in Göbelnrod hält nicht in Gbbe»rod
Gcln- * tm "
Hause» ,-chm.
W 540 820
hält nicht in S chiffenberg 5 nur bis Mbda. hält nicht i.Schrffenbg 118 W 615 657 W 855
h. nicht i. Schiffenberg bis jungen bis Nidda,
hält nicht i. Schiffenbg
Londors
Ueberficht der
Sch,
Dorm. W 54Q 557 Nachm. W 250 ß5t
bis Grünberg
Ankunftszeiten der Perionen, und lellzüge auf öahnhof Sietzen.
Richtung
von
Ankunft
Dorm.
Cassel
Nach«
0516 0557 634 W731 0753 0808 WY46
von von
Marburg Treysa
1207 l)10S O2« 1V2I8 514 SW 812 D9-S 1
nur für Militär Marburg
Dorm
Franksntt a. M. «»chm.
01« 147 5 25 w 619 800 0100t
v Butzbach von Friedberg
w 122 ? 200 302 312 535 6 ^
v. Friedberg Samstag»
W 826 920 D1036 Olli«
Dorm.
Coblenz
Nachm
617 805 952 TW 1144
v. Limburg v. Limburg
428 TW 651 0748 8'§ D8§5
nur f.Milit v Limburg nur f.Milit
940 O 11 23 >ällt ab 14. Oktober
— -- vorübergehend aus
Dorm.
Cöln
Nachm
552 720 805 W 933
o. Dillenburg v. Wetzlar v. Betzdorf v. Dillenburg
1200 1227 TW211 W523 6if* 3W 0 95<-
2.-3. Kl. v. Herborn vo^
fällt ab 14.10. Wetzlar
vorüb erg. aus
Dorm
Fulda
Nachm.
609 W 753 1157
v. Grünberg
748
Gcln-
Hause» N.chm
618 W740 948
v. Hungen
311 W 752
Dorm.
s!°»dars
530 W 731
W 237 61?
vo.i Grünberg von Grünberg
Die Zeiten von 6V Uhr abends bis 559 Hhx nwrqcns sin!
in den Minutenziffern unterstrichen. — W bedeutet Werktags. S bedeutet Sonntags. — O bedeutet Schnellzüge. — T bedeutet Triebwagen. — TW bedeutet Triebwagen Werktags.
Jeder &]ektpo-Inftaliäteui* fuhrt ße.


