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168. Jahrgang

Montag, 14 - Gttover 1918

paftscheckkonts: Frankfurt a.M. 11686

SGittmgsrunddruck u. Verlag:

. .u.uifine von Lnzet^c.» f. Mp£ anp$mtmmer dis -um Jiochiniltaq vorder ohne jedePerdlndiichkelt Seilenpreise: sür örtliche Anzeigen 25 LV.,sür al« sw artige 20 Pi., sür Reklamen Mk.1. nebst 2O" o1eue-- runas-us ülag.Platzvor- schrill 20 % Anschlag. Hauvtichrl rleilcr: Au>i. Goelz. Verantwortlich für Politik: 2lng. Goelz:

Sewrrdebaii! Sieben >ür denübriacn Teil: Dr.

Remhold Zenz; int den

vrühl'scht Univ.-Such- u. Stein5ru<ferei ll. Lange.Schriftleitung, Seschästtstellr ».Druckerei. Schuistr. 7. jSuTin Gi-ben.

General-Anzeiger für Oderhesien

vankoerkehr:

Die deutsche Antwortnote an Wilson.

(DM.) Großes Hauptouarlier. 12. Oktober. (Amtlich^

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupp recht.

Wir sind aus den Stellungen »vestlich von Douai in -ückmarsige Linien zurückgegangen. Der Gegner ist langsam gefolgt und stand am Abend in der Linie Alt-VendinHar- nesHeninLietardurw östlich der Bahn Bcaumont Vrebieres. Nordöstlich von Cambrai griff der Feind zwi'chen der Schelde und St. Vaast an. Ang if ssiel der l.°ier in chmalcr Kwnr eingesttztrn englischen Divisionen mar der Durchbruch auf Valencienues. Seine Absicht ist vereitelt. Es gelang dem Feinde nur, in Iwuy und auf den Höhen östlich und südöst­lich des Ortes Fuß zu fassen. Unsere durch Panzermagen wirksam unterst ^ten Gegenstöße brachten hier den Ansturm des Feindes zum Stehen. An der übrigen Front wehrten wir den Feind vor unseren Linien ab und ftigten seinen dichten Angriffswellen schwere Verluste zu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Heftige Teilung! i ff englischer, amerikanischer uiw fran­zösischer Divisionen beiderseits von Bohain wurden vor un­seren Stellungen ubgewieffn. V

An der Oise Erkundungsgeffchte.

Nördlich von Laon haben wir den Chennu des Dames geräumt. In dem AiSne-Bogen zwischen Verry-au-Bac und südlich von Bouziers haben wir neue Stellungen bezogen. Die Bewegungen, die seit mehreren Tagen eingelritet waren, blieben dem Feinde verborgen nnö sind ungestört und plan­mäßig verlaufen. Auch in der Champagne ist der Feitld nur vorsichtig gefolgt. Der siegreiche Ausgang der großen Schlacht in der Chmnvagnr. die die Armee des General von Einem mit verhältnismäßig schwachen Kräften gegen eine gewaltige Uebermacht des französischen und amerikaninhen Heeres in lltägigem harten Ringen gewonnen hat und die beim Feinde m der Champagne infolge der außergewöhnlich hohen Ver­luste nngetretene Erschöpfung haben die restlose Durchfüh­rung dieser schwierigen Bewegung ermöglicht.

Heeresgruppe Gallwitz.

Teilkänmft beiderseits der Aire. Heftige Teilangnffe. die der Feind in den Kampfabschnitten der letzten Tage auf ^wen Maasufern führte, sind unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. Cunel und der Orneswald. die vor­übergehend verloren ginMn. wurden von sächsischen Bataillo­nen miedergnivnrmen. Die seit 15 Tagen an dem Brenn­punkte der Schlacht bei Romagne in schweren Abwehrkämpfen stehende elmß-lochringische 115. Infanterie-Division unter Generalmajor Kundt hat auch gestern die ihr anvertrauten Stellungen gegen alle Angriffe des Feindes gehalten.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

^ iS?? 5 *) frohes Hauptquartier. 13. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Im Kanalabschi,itt beiderseits vo-n Douai und dem West- t«lde von Douai stehen wir in Gefechtsfühlung mit dem Feinde. Douai hat durch feindliches Artilleriefeuer und Flie­gerbomben erheblich gelitten, stwrdöstlich von Cambrai haben wir uns in der Nacht vom 11. zum 12. Okwber vom Feinde etwas ab gesetzt. Der Feind ist gestern mittag gefolgt und stand am Abend bei AvesnesLe See und auf den Höhen des wcst- lW£n Seltenfer bei Saulzoir und Haussy. Am frühen Morgen heftiger Anilleriekampf beiderseits von Le Chateau. Zwischen DolesmeS und Le Chateau grift der Feind mit starken Kräf­ten an. Es gelang ihm. beiderseits von Neuvilly in unsere Stellung einzudringen. Unser, durch stärkstes Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff ftchrte zu vollem Erfolge urH warf den Fernd wieder zurück. Ein am Abend bei der Ferme Briastre erneut vorbrechender Tcilangriff wurde abgewiesen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

. ^ Nördlich der Oise setzte der Gegner zu starken Angriffen ^»ersetts von Vcmx Andigny, östlich von Bohain und bei Aisonville an. Bei und nördlich von Origny suchte er über die O,se in unsere Stellung einzudringen. Die Hauptlast des Mmr^es trugen thüringische Regimenter. Der Feind wurde überall, teilweise in hartem Nahkampff und im Gegenstoß, angewiesen.

Auf der Front zwisc^n Oise und AiSne ist der Feind unsere,, nickgängigen Bewegungen auch gestern nur langsam ^bend die Waldungen von St. Gobain, du Hohen nördlich der Ailette und Armfontaine erreicht. NoMlch des Retourne-Wschuittes hat er die Linie Asfeld mllt Avancon Berthes Vaux Champagne

Kräften überschritten. Feind- tungen. die südöstlich von Vouzieres über die Ais,re vorstießen, wurden gefangen genommen. Teilangnffe des Gegners bei Fonires an der Aisne wurden abgewiesen.

Heeresgruppe von Gallwitz.

Deilangriffe bes Feindes auf dem Westufer der Maas scheiterten Ernstere Känyffe hielten tagsüber östlich der Maas zwischen dem Onnentwalde und dem Wavrille nordöstlich wn Beaum-ont. an. Der Arnerikaner. der unter starkem Lkräfteernwtz seine vergeblichen Angriffe immer wieder er- neuerte, wurt^ von preußischen, säclxsi'chen. lvürttembergi- scheu, osterrerch-ungarischen Regimentern in hartem Kampfe Mrückgeworfen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

^ Dei erfolgreichen Unternehmungen westlich von Clamont und nördlich des Rhern Rhone-Kanals machten wir Ge­fangene.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Kämpfe in der Gegend von Nisch. Stärkeren Angriffen wichen unsere Limpyen befehlsgemäß auf die Höhen nördlich der Stadt aus. Nisch wurde vom Feinde besetzt.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

*

Die «tzevdverichte.

Berlin. 12. Okt.. abends. (WTB. Amtlich.)

Nördlich von Le Eatrau und auf beiden Maas­ufern sind heftige Angriffe des Feindes geschei­tert.

Berlin. 13. Okt.. abends. (WTB. Amtlich.)

Keine größeren KampMndlangen.

Die vsterreichisch-ungarischen Tage-berichte.

W i e n, 12. Okwber. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Hochfläche der Sieben ^meinden war gestern der Schauplatz heftiger, für uns erfolgreicher Känwft. Nach kur­zem Feuerschlag fetzten um 4 Uh,' früh zwischen Assa-Tal und Monte di Val Bella italienische Angriffe ein. Während die Vorstöße bei Asiago durch unser Abwehrfeuer zum Schei­tern gebracht wurden, gelang es den Franzosen und Jwlie- nern, auf dem Monte Sisemol vorübergehend in unsere Grä­ben einzudringen. Aber u,rgesäumt einsctzende Gegenstöße unserer Balaillonsreserven üici*fen den Feind sofort wieder hinaus. Auf dem Westkeil der Hochfläche brachen die An­griffe des Feindes in unserem Feuer, teils im N ehÄimpf oder Gegenstoß zusammen. Zahlreiche wte und schwrrvenvundete Gegner blieben vor rmseren Stellungen. Der Erfolg ist ebenso das Verdienst der Truppen wie der Fühnmg. Das muster­gültige Zusammenarbeiten zwischen Infanterie und Artif^- lerie war wesentlich gefördert durch die Kriegstüchtigkeit der Telegraphenverbände. Unter den opfernmtigen Kämpfern waren in ungebrochener Eintracht Söhne aller Gaue der Monarchie vertreten. Besondere Anerckennung wird den Süd- österveichern (Deutsche Slowenen. Jta'icnern) des Infan­terie-Regiments Nr. 117 u,Ä den österreichisch^urgarischen Honved-Regimentern Nr. 23 und 24 gezollt.

Balkan-Kriegsschauplatz.

In Albanien haben ,mr i^n Zusammerchrng mit dem un­gestörten Rückzug unserer Hauptkräfte die Nachhuten vom Skumbi abgezogen. Mitrowitza würbe vom Feiiche besetzt. Zwischen Nisch und Leskovac dauern die Kämpfe an.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei den österreichisch-ungarischen Streitkräften gestern kerne besonderen Kampfhandlungen. Die Tnmpen des Feld- marschallentnants Metzger haben an den letzten Abwehrkämp­fen vor Verdun hervorragenden Anteil. Die ungarischen In­fanterie-Regimenter Nr. 5 und 112 wetteiferten an Tapfer­keit mit den Feldjäger-Bataillonen Nr. 17 (Jickenburg), Nr. 25 (Brünn) und Nr. 31 (Zagreh).

Der Chef des Generalstabs.

W ieu. 13. Oklvbcr. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

. Dde Gegner haben die Angriffe in den Sieben Gemein- tätitffeif ,örie ** r Ewfgeiwmmen. Uebevall gewöhnliche Kampf-

Balkan-Kriegsschauplatz.

Albanien wird der Rückmarsch befehlsmähig fort- ur?cht sich starker Bandenzug kühlbar. Nisch wurde nach mehrlägrgen, hinhalttichen Gefich- ten dem Feinde überlassen.

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Beaumoni waren unsere Regimenter abermals lln der Abwehr anveribanischer Angriffe erfolgreich beteiligt.

Der Chef des Generalstabs.

Die deutsche Antwort an Wilson hat nur in dem Punkte Ueberraschung hervorgerusen, daß die Mittelmächte sich bereit erklären, zur Herbeisührung eines Wasfenstillftandesden Räumungsvorschlägen des Präsidenten zu entsprechen". Es geht daraus hervor, daß die neue deutsche Regierung den entschiedenen Willen hat, den Frieden schnell herbeizusüh- ren und daß sie versuchen will, viel, wenn nicht alles, aus die Ehrlichkeit des Wilsvnschen Programms zu setzen. Wir müssen die Wirkung abwarten und können heute nicht sagen, ob dieses Verfahren gut oder nicht gut war. Es wird versichert, daß auch die Oberste Heeresleitung mit der Antwortnote einver­standen war indessen, die Informationen, die uns heute zur Verfügung stehen, sind doch so unzulänglich, daß sie zur Bildung eines endgültigen Urteils nicht ausreichen. Es wäre nröglich, daß man mit der Beschleunigung der Friedens­schritte auch den Präsidenten Wilson zu schnellen Entschlüssen bringen und Quertreibereien der Londoner und Pariser Poli­tik hintan halten will. So werden wir ja nun hoffentlich recht bald erkennen, ob die Entente ganz einheitlich auf dem Stand­punkte des Wilsonschen Programms steht. In der letzten Red< Lord Greys war unseres Erachtens schon ein Versuch enthal­ten, Wilsons großem Zukunftsziel des Völkerbundes ein paar Bremsen beizugeben. Die gleichzeitige Anwendung der gleichen Grundsätze auf die Länder und Verhältnisse aller am Kriege beteiligten Völker geht insbesondere England- wahrscheinlich arg gegen den Strich. Wir müssen auf alles vorbereitet sein und dürfen nicht voreilig erwarten, daß nach den überwältigenden Beweisen unserer Friedensliebe uns nun ein gerechter und annehmbarer Friede unmittelbar be- vorstehe.

In derTäglichen Rundschau" heißt es:

Will Wilson, den wir nunmehr als Schiedsrichter der 3M£ anerkannt haben, wirklich einen Rechtsfineden zur Versöhnung der Völker und Verhinderung weiterer Kriege schiften, so könnten brir fernem Spruche über die bedrohten Landesteile mit Ruhe ent* qegenichen. Aber wir befürchten, daß es nicht nach dem Recht., sondern nach Gewalt geht, und daß die gleichen Leute, die einen Gewaltfrreden gegen andere vmr uns besiegte Völker stets dev- warfen, es billig und natürlich finden uns einen Gewaltfneden anzwun.

DieKreuzzeituvg" sagt:

TaS Zugeftchrdnis der Räumung der besetzbeu Gebiete ist in der Antwortnote mit noch größerem Entgegenkommen gegeben worden, ms man erwartete, denn wir bezweifeln, daß die vorgeschlagen^ Kommrsswn irgend etwas an den FaÜoren zu unseren Gmrsten wird ändern können. Vor allen, aber wird es notwendig sein, größere Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

DieV o s s i s ch e Zeitung" schreibt:

Tie deutsche Presse nimnrt übertpiegend den ernsten Inhalt der deutic.. .t Note mit ernster Fassung auf. Eine Ausnahme machen crmge recht§stel>ende Matter., Im übrigen hat der Ernst der Lage das polittsche Leben in einem seit langem nicht bckanmen Gv<we erweckt. Vereinigungen aller Art erheben ihre Stimme in Ausrufen und Erklärungen. Auch der engere Vorstand des Bundes

Landwirte wendet sich an die Bundes Mitglieder mit einer Daß aus dem bezüglichen Llufruf nicht hervorgeht, daß die RegreriMg nicht auf eigene Faust handelt, sondern rm Einvernehmen mit allen verantwortlichen Faktoren, Sann lticht ernen falschen Eindruck Hervorrufen.

In derM o r g e n p o ft" liest man:

Auch die Oberste Heeresleitung häkt unter den gegenwärtig«: Umstanden die Fortsetzung des Kampfes für aussichtslos und hat ßrch dann mcht bloß mit dem ersten Friedensschritt des Reichs- kmn.!ers, sondern auch mit unserer Antwortnote an Wilson ein- verstMwen erklärt. Mer die Umstände müssen nicht so bleiben wie ,:e gegenwärtig sind. Noch stehen an der Westfront Millionen wpsever opserbererter deutscher Männer, noch gibt es im deutschen Vaterlonde ivertere Millionen von Männern, die zu jedem Opfer berert wären, falls der Feind dein Vaterland Unerträgliche^ unl Utlwurdtgcs zumutOi würde. Wir wissen, daß wir Opfer b^inq^. mü,sen. Aber evng rn den: Errtschluß, nicht solche Opfer zu bringen, dre ihm an das Leben und die Ehre gehen würden, wird das deutsche ^E^es zu verhindern wissen, daß ihm solche Opfer auferle.st

Die deutsche Antwort an Wilson.

B e r l i n. 12. Okt. (WTB. Nnrllich.) J-n BrantiDvrtunq der Fragen des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Anrertta erklärt die deutsche Regierung: Die deutsche Regie- rung hat die Sätze angenommen, die Präsident Wilson in "sei ner Ansprache vom 8. Januar und in seinen späteren An­sprachen als Grundlage eines dauernden Rechtsfriedens nie dergelegt hat. Der Zweck der einzuleitenden Besprechungen wäre also lediglich der, sich über praktische Einzelheiten ihrer Anwendung zu verstürrdigen.

Die deutsche Regierung nimmt an, daß auch die Regie, rimgen der mit den Vereinigten Staaten verbundenen Mächte sich am den Bvden der Kundgebungen des Präsidenten Wib son stellen.

Die deutsche Regierung erklärt sich im Einvenriehrnen nnt der österreichisch-ungarischen Regierung bereit, zur Her­beiführung eines Waffenstillstandes den Räumungsvorschlä- ^n des Präsidenten Wilson zu entspreckfen. Sie stellt dem Präsidenteu anheim, den Zusammentritt einer gemischten ^rmmisswn zu veranlassen, der es obliegen würde, die ^ir Räumung erforderlichen Vereinbarungen zu treffen

Die jetzige putsche Regierung, die die Veranttwrttmg für den Friedensschritt trägt, ist gebildet durck) Verhirndlun- gen und m Uebereinstiinniuiig mit der gwßen Mehrheit de ' Reichstages. In itbet ferner Handlungen gestützt ans d n Willen dieser Mehrheit, spricht der Reichskanzler im Na:n. - der deutschen Regierung und des deutschen Volkes Berlin, 12. Oktober.

(m-) Solf, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.