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Kr. 257 Zweites Vlatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesieni

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Rns Stadt nnd Land.

Gießen, den 9.Oktober 1918.

Die KrieasanleihebeteiLignttg der Stadt Gießen. In einer nichtöffentlichen Sitzung hat die Stadtverord- ne^nversüminlrmg gestern beschlossen, zur 9. Kriegsanleihe 1 : Pi u l io ii Arark zu zeichnen. Die Beteiligung an den früheren Kriegsanleihen betrug:

8. Kriegsanleihe

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* 4.

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Insgesamt hat demnach die Stadt Gießen bisher 5940 000 Mark gezeichnet.

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** Die gemeinn ü tzige Organisation der Er­findertätigkeit wirst) von Geheimrat Sommer als Vorsitzen­dem der ^Gesellschaft ^ n r Errichtung, eines deut - schen Erfinderinstitutes in einem öffentlichen Vortrag, am Samstag, den 12. Oktober abends 9 l^hr, imFürstenhvf" behandelt. Tie G^ffellschrft hält ihre Jahresversamnllung am Sonn­tag, den 13. Oktober im Hörsaal des Liebig-Laboratoriums ab

oder Architekt H a mann gerichtet' werdem

** Schwein gehabt hat Metzgermeister Trinkaus, Settersweg, bei dem 14 Ferkel angekommen sind. Wenn mir uns recht erinnern, ist Metzg..wm erster TrinAaus dies Schwein vor etwa zwei Jahren schon einmal widerfahren.

** Wein - Nach steuer. Vom Heuptsteueramt Gießen wird mitgetellt: Die Amrahme, daß nur der verpflichtet sei. seinen^ Wein zur Nachsteuer anzumellen, dem ein Anmeldevordruck zn- gegangen, ist unzutreffend. Nach, § 3 der Wein-Nachsteuer-Ordirung sind steuerpflichtige Weinvorra e auch ohne besondere Aufforderung recht? ei ff g der zuständigen .Hebestelle anzuZeigen. Bei dieser Ge- legenheit wrd daran erimrert, daß die Anmeldefrist in kurzem abläuft. Tie Nachprüfung der Weinvorräte ist bereits im Gange.

** Tie Verteilun g> der Zigaretten. Zigaretten- tabak darf avach einer neuen Anvichnung des Reickjskanzlers nur noch nach den Weisungen der Deutschen Zetrale für Kriegslieferi ingen von Tabakerzeugnissen in Minden verarbeitet werden. Die Wei­sungen ergeben im Benehmen irrit der Gesellschaft. Tie Zentrale bestimmt die Art der Erzeugnisse und die Mengen, in denen die monatliche Erzauglmg für Heeres! ieferu^gen zur Verfügung zu stellen ist. Tie Zentrale kann auf die Lieferung verzichten Als Hcereslieferung gilt nur die Ausführung der Aufträge, die durch t i Zentrale vermittelt werden. Tie Gesellschaft 8arrn auf Antrag i o Zentrale ausnahmsweise für einzelne Hersteller die Ver- oibutungsmengeu .vorübergehend erhöben oder herab sehen Ein solcher Beschluß ist dem Kommissar des Reichskanzlers zur Be­stätigung vorzulegen.

Kreis Büdingen.

Ortenberg, 7. Okt. Zu einer erhebenden vaterlän- buchen Kundgebung gestaltete sich der gestrige Vortrag des <okadckeriordneten Krum m aus Gießen, den er auf Einladung des neu gegründeten, die Gemeinden unseres. Bezirkes umfassenden »vlksbundes im Gasthaus zur Bost vor einer aus allen Gemeinden gut besuchten Versammlung hielt. Ter Vortragende ging vk.n- allen Trugen sehr schrrs ins Gericht mit all deti Besserwissern, Miesmachern und Schlechtschmätzern, die durch ihr leichtfertiges«

das Vaterland in schwerste Gefahr bringen. Sodann ging cr roch einmal all die landläufigen Gründe durch, mit denen immer wvtzrr gegen die Kriegsanleihe gearbeitet wird, zeigte z. B wie ^erk^hrt es sei. aus Verärgerung über eine Maßnahme der Regie­rung den Männern und Söhnen draußen mw deni Feind die Mittel zum Kriegführen zu verweigern, die durch die Kriegsanleihe aufgebracht weiden sollen, wie jeder, der Anteils zeichnen könne und es nicht tue, den Krieg verlängere, wie töricht es sei. sein Qfep 5U Hause oder in der Kasse gesicherter zu mähren als in der Kriegsanleihe, wie noch manches aridere als das Geld zu Hause

Mittwoch, 9. Oktober (y(8

»offen fet, wenn der Krieg wirMch Wechl

«iSMhe. was I«^ch der Redner keinen Augenblick glaubt, wie das deutsche Arlk icderreü m der Lage fei, seine Schuldenlast zu verzinsen und emeneum AnfWeg nach eir-em el>rawollen Fnoden zu nehmen. Aber auch denen, bis einen Frieden utrt jeden und bte mctnen cg sei doch gleichgiltig, ob wir unkr englischer obn jran^stscher Herrschaft stünden. Zeigte der Redner an dem Beispiel von Indien mit seinen Himgersnüteii, den Lausenden dort m «mein Kahr au Hunger Slerbenden. mit seinen 80°/° Analphabeten mit seiner m einem Volk von Wasler- trdgem und Sklaven l/erabgeL.iknen Bevölkenmg. was das dent- sche Voll u>rter der Regierung dieser Völkerbeglücker zu erwarten h-rt.c. Ans Briefen Wirklicher Frontsoldaten, die lieber noch drei Jahve auschalten, als -men Frieden um jeden Preis schließen wollen, zeigte er die Stimmung unseres tapferen .Heeres dessen /- ^Entbchrunsm zu Hause mrr kleine Nadelstiche smd Mit einer begeilter en und I>egeisternden Mahnung, daß auch die Heimat vor ollen Dinarn bei der Zeichnung der Kriegsanleihe und tm tapferen Aushalten ihre volle Pflicht tu Iifolle, Nicht nur^iiitder Da erlaiidSlicbe im Herzen und im Mund s°Ern vor allen Trugen auch mit wei geöffneter Tasche, schloß er unter «challent-em Beifall seine Ausprackoe. In der Aussprache wurden die nberzeugeiiden Ausfülp/ungen iioch von Pfarrer S ch r I m p f - hirzeilharn und Piarrrr K a h II - Orten berg unter­strichen und nochmals ein ioarmer Apell an die Versammlung zur cifngen Mitarbeit gerichtet. Bürgermeister Bu rle i n - Gelnhaar der Vorsitzende des neuen Bolksbandes, leitete und schloß Me Versammlung und erhielt von dem anwesenden Regierungsvertreter volksbnndczi^iS Erfüllung aller berochltigten Wünsche des

|j Die TQZS der Keife ;

II

bringen dem tondroirt flrbett aber auch er­tragreicherme. Um.oust märe »eine Muhe, wenn der Heinde Uebermach« stegie. Der deutsche bauer von echtem Schrot und Xor« darf nicht gleichgültig bleiben, wenn deutscher Heldenarbeit guter ertrag beichiecien sein soll Deut­scher Dauer, sorge bet der .'<rjsg5^NL»nche Ab eix*rri<be Sxejz dL»itsch er ZAJiiaiL.

Kreis Alsfeld.

f , v, ^ Tienstbotenlohnes be-

pt auf dem Lande vielfach in Natnralleistungan. eine Glwfloaeir- dwOk Truchkmhrung, bei Abschluß ber Dienstverträge in den letzten Kriegsiahren die Tienstboten aus naheliegenden Gründen mit bei anderem Eifer achten unt> drängen. Das Kreisamt hat nunmehr die Gewährirng des Naturallohns, soweit es sich um be- fchlagknahmte Früchte ufw. handelt, verboten. An die Auszügler dürfm Naturallöhne narr g-Äeistet werben, wenn die Naturall ei itnnq die behördlich ^setzte Kopfmenge nicht übersteigt. Ter enL stehende Lohnausfall wird durch» Geld entschädigt

Letzte 27 Lrctiricdten.

Dev neueste Bericht der ßccreslcUtttt^.

0 MTB.) Großes Hauvtyuartier, 9. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Cambrai und St. Quentin ist die Schlacht von neuem entbrannt. Unter Einsatz gewaltiger. Artillcriemassen und unter Zusammensassnng von Panzerwagen und Flieger­geschwadern griff der Engländer im Verein mit Franzosen und Amerikanern unsere Front von Cambrai bis St.Quen- tm an. Auf dem nördlichen Angriffsfiügel war der Ansturm des tzi-nndes nach hartem Kumpfe gegen Mittag westlich der

von Cambrai auf Vohain führenden Strahen gebrochen. In den Abendstunden sind hier erneute Angriffe des Feindes gescheitert. Zu beiden Seiten in der Richtung Le Chateau nimtiyen Wmerstraste gelang dem Gegner ein tiefer Ein- orutr) in unsere Linie. Wir fingen seinen Stoß in der Linie WalincourlElincourt und westlich von Vohain auf. Aus dem Südflügel des Angriffsfeldes konnte der Gegner nur wenig Gelände gewinnen. Die südlich von Mon brehain rampsenden Truppen schlugen alle Angriffe des 7ei. des in up. er vori eren Jnfanteriestellung ab. Durch den Einbruch in per Mrtte der Schlachtfwnt in ihrer Flanke bedroht, mu^ ten sie am Abend ihren Flügel auf den Westrand von Fres-- noyLe Grurd Zurücknehm-en.

In der Champagne nahmen Franzosen und Amerikaner zwischen der Suippe und lrestlich der Aisne unter großer Kraftentfaltung ihre Angriffe wieder auf. Auch sie erstrebten nach anfgefundenen Befehlen erneut den Durchbruch durch unsere Front. Nur beiderseits von St. Etienne brach der Feind in unsere Linien ein. Ein in den Nachmittagsstundcn eingesetzter Gegenangriff warf den Feind stier wieder zurück. Ander übrigen Fwnt sind die Angriffe des Feindes völlig gc.-cheitert. Oertliche Einbruchsftellen umrd-en im Gegenstoß wieder gesäubert. Teilangriffe an der Ai.Ue und sel/r stes- tige Angriffe der Amerikaner am Ostrande des Argonner- waldes uns im Ai re-Tal wurden abgewie en.

Auf dem Ostufer der Maas griff der Feind zwischen Brabant und Ornes nach starrer Artillerie-.uirkung au. Der im Wald von Consenvoye eindringende Gegner wurde sofort zum Stehen gebracht. An der übrigen Fwnt schlugen wir ihn vor unseren Kampflinien ab.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

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4t

Wechsel im Kriegsministernnn.

b, - derlin, 9 Okt. (WTB. Nichtamtl.) Wie wir Hörem ist der Kriegsminlster General der Artillerie von Stein auf fernen Wunsch fernem Amte als Staats- und Krregsmi.lister enthoben worden. Glerchzertig ist er als Chef des Felb-Arlillerie-Regiments Jiv. öo ernamtt worden, lieber seine weitere Verwendung ist Be lmnmung noch nicht getroffen. Zu seinem Nachfolger ist General- maior Scheuch unter Beförderung zum Generalleutnant bestimmr.

Der Reichstag.

Berlin, 9. Okt. Wenn das ,-Berl. Tageblatt" riAig in­formiert kist, hat der' Rei>Hs1agispräsident die nächste Sitzung aus noich.ben Sonnabend efnberufen. ^"^-^Eichskanzler empfing gest-ern ben bulgarischen Ge- fe' spater den Arederländischeu Gesandten sowie den

dänischen Gesandten.

Die französische Kammersitzung verschoben.:

R o m, 8. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Präsident der Kammer hat an alle Deputierten folg-ende^ Telegramm ge- rich.et: Ter Ministerpräsident hat mich davon benachrichtigt, daß er der Kammerfitzung am 10. Oktober nicht beiwohnen könne des­gleichen daß Schtmerigkeiten bestehen, den Tag 1er nächsten Zu- strmmenrunft bekarmtzugeben. Die Sitzungen werden also verschoben

Sturz der Weinmostpreise.

* 9 <vP fl ' f? cn 1/Ä zufolge ist nach einer Meldung

der Psalzifchen Rundschau" seit Anfang Oktober im W e i n m o st - geschast an der Haardt plötzlich ein großer Preis- . Größere Geschäfte werden fast nirgends mehr abgeschlossen. Der Handel verhält sich passiv, well die Preise an­dauernd zurückgehen.

Gretzenev Sta-tttzearer.

Vorspruch zum 8. Oktober 1918.

Von Hermann Steingoetter.

Schwer ist die Zeit: von Westen rast ein Sturm Wie nie zuvor um pnsres Reiches Turm,

Ter Böen Jagen um die Zinnen geht.

Von Neid und Haß und Tücke prall gebläht: ^Blast weg die deutsche Warte aus der West."

Ter giere Ruf von allen Seiten gellt!

Schwer ist die Zeit: von Westen rast ein Sturm Wie nie zuvor um unsres Reiches Turm!

Wohl sind wir Sturm und Fluten längst gewohnt: Es wechselte schon fünfzigmal der Mond,

Seit sich das Wetter das sich lang geballt Erhoben hat mit wütender Gewalt.

Tie Flut bekämpften wir, doch jetzt rückt an Tie Springflut mit der Nächte Nachtorkatt: Und wechselte auch fünfzigmal der Mond,

Ter Springflut Gischt ist uns swch ungewohnt

Wie an der Küste, wenn ein Deich bedroht,

Ge'ht jetzt der'Ruf:Steht alt' vereint in Not." Tie Brandung sucht am Teich nach einem' Spalt: Gebt ihr dem Tamme wieder festen .Halt!

Tie Kämpfer kiUen ihn mit ihrem Blut,

Stopft ihr die Ritzen zu mir Geld uuS Gut!

Und hört den Rui:Stehi all vereinc in 9iot Wie an der Küste, wenn der Teich bedroht!"

Tenn reißt der lamm und bricht die Flut jetzt ein Uns Leben>de uns trifft es nicht aller,i:

Dem Söhne war der Acker noch verfchwemmt.

Dem Enkel war die Ernte noch gehemmt:

Was uns vvn Jugend heilig und vertraut.

Das Nachgefchlecbt aus Büchern nur erschaut:

Drum reißt der Tamm und bricht die 'Flut jetzt ein. Uns Lebenpe uns traf es nicht allein!

Sini wir ein Volk, das.^dieses Namens wert,

S"in ^tztes lebet, der es kann, beschert.

M.ckr Worte gelten heut, heut gllt die Tat:

Wer o.igstlrch svaren will, der übt Verrat.

Es ruft das Vaterland, es ruft in Not Tw SMnde kennt mrr ein. nur ein Gebot:

Scan Letztes, feder, der es kann, beschert Srnd wir ein Volk, das dieses Namens wert!

Twch jeder Zweifel, er sei weil verbannt'

Vom Alpenfirne bis £irm; Ostseestrand Ein jeglicher sein Sche-rflein trügt herbei.

Daß aikch die Neunte uns ein Siegen sei!

Der Feinde Hoffnung, daß der Mut uns stau Zerflattre Nebeln gleich im Sonnenblau!

Vom Mpenfirne bis zum Osffecstraud.

Sern Bestes jeder gibt dem Vaterland!

Dem Vaterland, dem neue Kraft erglüht.

Werl neuer Trieb ans innerni fttrn ihm blüht - Parter trennt nicht inehr, Aller nicht noch Stand Ern seder ist em Teil vom Vaterland

Und drum ist jeder in der tiefsten Brust Erhöhter Pflicht für Deutschland sich bewußt. W e 1 1 neuer Trieb aus innerm Kern ihm blüht Dem Vaterland- so neue Kraft erglüht!

Und so bewährt'der alte Spruch sich neu:

Bl^bst du nur einig und dir selbst getreu.

Mein deutsches Volk, daun hältst du jedem Stand Im Klampf für Haus und Herd und Vaterland! Laß' rul/en mit dem Bruder j^den Zwist.

Ern Höh res, -oahrlich, gibt's zu dieser Frist: Zn einig, Deutscher, und dir selbst getreu Bring Opfer dar und siege so aufs neu'

Das NürnbErgifch Ei.

Schauspiel in 4 Akten von Walter Harlan.

Theater im Kriege ist ein Kapitel für sich, das zu schreiben hier nicht Raum gegeben ist. Alles an ihm hat Wandlungen durch­gemacht wie sie im Kriege keinem Menschen und keinem Gemein­wesen erspart geblieben sind. Wandlungen konstruktiver und ein- schneidender noch, geistiger Art. Ta ist nichts, was sich gleich ge- vueven wäre, von der qualitativen Zusammensetzun.l- der Truppe ms zur quantitatwen Zusammensetzung der Zuhörerjchaft, von der qualltativen Auslese des zu Bietenden bis zur qualitativen Aus- nahmesahig^il der Besucher. Es erhebt sich die Frage, ob die qualitative Wertung der kritifcheu Beurteilung.der gemeinsamen!

Kurve folgen oder von einer höheren Warte aus Unzureichendes in seiner Notdurft nnd Blöße uwb'schönigt ausweiseil soll? Schwer fällt ein Nachgelxm, wenn es sich um Auf- gave eines idealeren Standpunktes handelt. Aber wiederum ist es k!; der Kritik, mit Maßen zu arbeiten, für die keme

intsprochmden. Verhältnisse mehr vorhanden, Forderungen aufzustetlen, die aus dem Bereich des Möglichen gerückt sind, pre ^.age der Theater ist unerquicklich, und wenn man weiß, wie schwer, wie es fast unmöglich für einen Theaterleller ist, eine leistungssah-lge pruppe zusammenzustellen, wenn man serner in -petractst zieht, daß es unserer Biihne heute bei der Eröfftiung noch an den wichtigsten .Kräften fehlt nicht allein, daß die größten Teil unter den Waffen stellen, an 3000 weiblichp Kruste sind an Frmrttheatern verpflichtet wenn man dies und noch manch andere Schwierigkeiten in Betracht zieht, muß die Kritik nach neuen Maßstäben suchen, denn trotz und alledem ist das Theater eine Statte sozialer Bedeutsamkeit imd kann es mich unter unzureichendsten Mitteln bleiben. Vifgabe der Krittk kann es also nicht mehr sein, m untersuchen, inwieweit die Gesamt- und Einzelleisttmg einer idealen Forderirng entsprach, sondern seftzustellen, was bei beschränkten Mitteln geleistet wirrde, was darüber hinaus doch noch geleistet werden konnte und darüber -u wachen, daß die Schwierigkeiten nicht zu einer bequemen Aus- slucht werden, sich gehen zu lassen und sich mistrengnngslvs mitMin- derwettlgem zu beMügeu. Dies gilt für Wahl der Sti'icke und für die Leistungen der darstellenden Kräfte.

Z-ur Eröffnung vo. stellm-g f löst. Dem G. bot der Stunde wurde Genüge getan durch einen Dorspruch zur Werbung für die neunte Kriegsanleihe von Hofrat Hermami Steingoetter, den wir vor­stehend wiedergeben. Gesprochen wurden die Verse von Muguste Marcks, einer neuen Kraft, deren Sprechvortrog einen glivsögen Eindruck machte

Nurnbergisch Ei ist das Werk eines Autors, dessen

Lustspiele stets liebenswürdige und gesunde Einfälle in teÄ-iisch ciowandfreier Weise verarbeiten. Tiefere künstlerische Bedeutung gzht ihm ab trotz des steten Hervortrete,is ernster, sittlicher Ge danken. Eins serner anmutigsten Werke:Ter Jahrmarkt zu Puls- Nitz gang vor z-soec Jahren hier über die Bretter' imd wurde ein- g.'hmd gawürdi<ft. Das Nürnbergisch, Ei will das traai'che Er- ftsiberschtcksal des Krurnbergw Uhrmachers Peter Heulern geben >r.er Meister hat die Idee der Taschenuhr im Kopse und weiß d-ß er sie m die Wirklichkeit pmsetzen kann. Mitten in seiner Arbeit erfahrt er, per Kehköopffrebs bedroht sein Leben. Nur eine so- sortig? Operatton kwm ihm hÄsen. Stirbt er dabei und bU erscheint nE ausgeschlossen so stirbt die Idee mit ihm Ber- weigert er die Operatton so ist sein Tod gewiß, aber er hat vor- ttr Zeit _g£nug,' fein Werk zu vollenden und in diesem Werke ulxw sich selbst hmaus fort zu leben. Ties ist der tragische Konslifi um den sich alles gruppiert. Aber dieser Konflikt erivürmt nicht' rat n^cht mit sott, tvecl Henlem von vornherein als zu staiwes' Erfinder g-zeichnet ist. um kämpfeiü» und Unsterblichkeit emerseits und Leben. Weib und L.ickstatt andererseits ernstlich zu schwanken. Seine sittliche hole J 111 ^üchts, doch alles mein Werk", Menschen Frucht ist dos Wesentliche, selbst, wenn der Mensch dai uber zugiimüe gelst entgeht seiner Entscheidung das tragisch- Moment, denn sie ist tm voraus gegeben und nicht die Frucht nner Entwicklung dramatisch, wertvoller ist die Schwester >v, R bre sich miter Henleins Lehre vom Gebot der Fruchtbar- te{ l Eus Gottesdi-enfffchaft zu emem Eheweibe umwandelt -?luch ,andlwe Nt^nftguren sind prächtig gezeichnet und technisch in veetth reinster Kontrastwirkung einander gegenüber stellt' dem Mcherndm Ai^e, demHellas berS' S'Äg «ober, dem tra-inrcTben O^lnlfen, der weitblickende Seefabrei De ha im, dem selbstlosen Ernrider Heulern, sein ^ldschirreuder L-chmegervat<w. der die Erftndimg ausbeuten will. Alles ist fttän Kruker Pernlich sauber gearbeitet, wie das Ulmoerk des Nürnoeraisch

m!' l2?5r rem ? CV r^ e ^ Hrnif( 1T ' 1x00 Aufklingens erschütternde lllalibt man doch vielfach hinter denr gan;e - ^rttke kein pulsierendes Herz zu vernehmen, sondern dos füW S*" ««« tn«fmtif(fcn Getriebes. Und dock, itm m dfe ei, .

Worte zuruckzukommen. ist dies noch ein Werk dessen Aufstellung unter den setzigen Vet-hältanffen lwtt anzuerkenn-- ist. Eine Ausführung glttchiwertöger Werke wäre nur zu begrüßen Tic Schauspielkröste sind nur tellweise verändert stn der Hauptrolle Meister Henleins bot Oskar Feige! die best.- Leistting die wir bisher von ihm kennen gelernt haben An diesem Zugeständnis soll keinerlei Einschränkung gemacht werden Else ^-c^E r vnlrch Frau Et» aiierkennensiverte Nattirlichkeit und Frisäie. Friede! Doerr als Schwester Eharitas wurde der Maqd Lottes gerechter, als dem schwierigen Uel»erggng zum HebenN-i Eeheweib Hans Heinz Heres traf im allgemeimm derr Ausdruck gemüts voller Bett' inmtl-eit incht sonderlich. Selbst >i che re-- im Au- druck ihrer Peiffönl ckittit konnten so.vohl Kvrl V o I ck als A- u' ,tte Rudolf G-oll als Seefahrer Behttim sein. Ter habgierige 'Ge- salzen ft scher Lldolf Telekys kani rocht zu Gelttmg.

Hvfrat S te i n g o e t t e r liesvrgte die Spielleitnng mit guoohn- ter Sicherheit und müsste sich mit den ihm zu Gebote VMk , Mitteln, einen ahnungsvollen Schimmer Nürnberger Let e i-- mrd Treibens um 1500 mit Schönbarllausen und Muminensch.",i aufsleigen Ku lassen 77

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