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London, 7. OK. (WTB) Wenter. In Krisen, die gewöhnlich als gut informiert gelten, kommt als allgemeine Ansicht -um Ausdritck, daß Deutschland einen groben Schritt in ocr richtigen Richtung getan har, dieser aber nicht apoß genug ist. 3n den nichtamtlichen Kreisen in London geht die Ansicht im allgemeinen dahin, daß die Vorschläge völlig aufrichtig srnd, daß sie aber nicht von der Lcebe zum Fritt>en ödes vom geklärten Geist diktiert srnd.
London. 8. OK. lWTB - Reuter erfährt aus den Kreisen oer fremden Diplomaten, das; die Ansichten, die man dort habe, denen der englischer! Regierung entsprächen, närnlich, daß die größte Vorsickst bei der Erörterung der durch die Rede des Prinzen Max geschaffener! Lage beobachtet werden müsse, bis viele Pur,Ke klarer geworden seien, als sie mangels eines amtlichen Berichts sein könn ten. Diplomattsch scheine der nächste Schritt bei Wilson zu liegen Ter Präsident legte seine Politik durchaus klar, und soweit man schließen könne, sage der Kanzler, daß Deutschland diesem Ziele beistimme. Es sei klar, daß Zusicherungen über endgültige Bürg^ »chaften folgen müßten. Bei dem gegenwärtigen Stande könne nur gesagt werden, daß die Aeußerungen des Reichskanzlers die be veutsamßen seien, die bisher von Teutschland ausgegangrn wären
London, 7. Ott. (WTV.j Reuter. „Daily Nloil" schreibt in ihrem LeitortifW: „Wenn Teutschland, Oesterreich-Ungarn und die Türkei bereit finf), die Waffen auSzuliesern, nne dies Bulgarien getan hat, und sich vom geiamten besetzten r^ebiel -urückzuzicl-en, könnte Wilsmi einen Waffen still stturd vermitteln und über einen cUlgemeinen Frieden diskutieren. Andernfalls wird kein Vorschlag, den die Mittelmächte in dieser Richtung machen können, Erwägung finden."
London. 7. OK. Wie Reuter erfährt, werden in gut- unterrichteten Dreisen noch sorgfältiger Prüfung der Rede des .Kanzlers und der Rote an Wilson folgende Kommentare gegeben. Der Vergleich zwischen dem Test der Rote an Wilson und der Rede des Prinzen Max weist wichtige Abweichungen ad. Während die deutsche Rote die Botschaft des Präsidenten an den .Kongreß vom 18. Jamrar und seine späteren Erklärungen als Grundlage für Friedensverhandlungen annimmt, sagt der Kanzler daß er sich aus den Boden des Mehrheitsprvgramms stelle, und wenn dies Programm so ist. wie es im „Berl. Tagebl." mitgeteilt worden, so werden die Tifferenzen sofort deutlich werden. AngefichS dieser» Verschi^-enhert ist die Frage berechtigt, aus dem Boden. welcher von diesen Erklärungen Deutschlands »virklich steht, des internationalen .Dokuments, das an Wilson gerietet ist. »der der an das deutsche Volk gerichteten ErKärung im ^ichs- tuge. Die Rote selbst läßt verschiedene Auslegungen zu imb iß vielleicht ^absichtlich unbestimmt.
Die Stimmung in Italien.
Bern. 7. Ott. 5WDB.) Das Wa'feirstMstandSangebot der Zentvaln, ächte bel^rrscht heute die italienische Presse. Sie nimmt zu d-.-r Frage leiden choftki che Stellung. Das Angebot sche nt der italienischen Regierung sehr ungelegen zu kommen. Aus den Kommentaren der Zeitungen geht mit aller Deutlichkeit hrv-or, daß Italien, von dem n^-ile G"bietsstrecken immer noch vom Feinde beseßt sind, heute die Liquidation des Krieges befürchtet. Das It^osnngsNvrt aller Zeitungen ist die Forderung einer sofortigen Ränimmg albr besetzten Gebiete, bewr man einen Waißm still stand abschldeßen dürfe. Denr Feinde sei nicht zu trauen, der wälnnmd der Tauer des Waffenstillstandes eirren neue?! Widerstand organisieren l^nnle. Das Angebot der Zentralmächte, das die Wilsonschen Grimdsätze glatt cckS Basis für die komm''irden Bespreck*"'7'en an. eckemr^ ist der itvll e^nsche t Pr fe höchst flein i h. di i Wilso i ch n inw iricht anzutasten wagt, rl/nen aber immerprn eine 'är Italien vorteilhafte Auslegung geben möchte.
Der Berner „Bund" zum Frieden-ftngebot.
Bern, 3. Ott. (WTB.) Ter Berner „Bund" schreibt znm Angebot des Waffenstillstandes durch die Zentralmächte» u. a.: „Ein einziges großes Aufatmen gelst durch die Welt bei dem Gedanken, daß dem furchtbaren Mitten des Krieges (£in-
getan »verden soll Mtt banger Spannung sieht man der Antwort WilsonS und feiner Verbündeten entgegen ES steht nun fest, daß die Demokratie als Sieger aus den» Bölkerkrieg hervorgeheu wird. Tie Demokratie wird den Frieden bringen. Sae allein vermag es, mid Wilson hat mm das Wort. Tie Antwort wird ihm «uht leicht fallen. Ter KriegSwille der Amerikaner und ihrer Der- oürrdeten ist daraus eingestellt, alle ihre KriegSziele zu erreichen., Da wirst sich die Frage aus, ob dies bei Änualnne des Angebotes der Zentralmäckste gesichert-erscheiitt oder ob noch weitere Waffcn- erfolae es bekräftigen sollen?
Darf man also 7wch nicht auf sofortige Erösfmmg von Frie- densverlxrndlungen schließen und muß aus jeden Fall mit schwierigen WassensttllstandShedingungen gerechnet »verden. so ist doch »ne wc-i tt ragen de Kundgebung erfolgt, die ilwe AuStckrkung um derr ganzen Erdkreis tragen wird. Ter Kanzler- und Regierungswechsel in Berlln beweist, wie ernst cs Deutschland mit dem Friedensangebot ist. Auch die Rede deS neuen ^ldeichs Kanzlers enthält größere Zugeständnisse als je."
I tttttott E fc T t nes m tg gi Datei werven. werde tch »mver^l glich zu I fßmb, Vas evt B aiZ e NLS G m üno fidjj er v Woe vk noch von
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Butter und F^t im Äuie läßt, müssen wir täglich 40 000 Litcr Vollmilch, außer Lessens (Dresbaden, FranSfurt) lieierrr.
Die Lftge in veftcrreich-Nngarn.
Wien, 6 OtL tWB.) Das Korrespondenzburean meldet: £ve von angc'blrch gut imterrichb-ter Seite stammende Meldrmg ^lieuters über Unruhen, die in Wien stattgestrnden hätten, und über Besorgnisse, daß hier die Revolution auSlwechen wurde, ist «ne plumpe Erfindung In Wien und in der ganzen Mon- archie herrscht volle Zuversicht. Wie oft die Revolulion in Oesten-eich.Uligarn vorbergesagt und durch die Tatsachen Lügen gestraft wurde, läßt sich nicht mehr feststellen. Die stete Wieder- holung dvser tendenziösen Lüge wird diesen Wunsch der kurz- nOfUgai fremde der Monarchie der Erfüllung nicht näherbringen.
Der deutsche Bolkstag in Wien.
w W,emer Korr.-Bur. Tie gestrign
Vollversammlung des deutschen v o l k s t a ge s für Oester- r e r ch. dte von Vertretern aller Kronkänder beschickt war mid an der WWrndK RetchSdagSabgeordnete uittrr Führmlg des Präsiden- ten Groß und mehrere HerrenhmrSmüglieder teilnohnien, be^ Miloß nnstimmig rmrn Aufruf o n das deutsche B o lk, in dem der ttmfttge Friede als das Ende unendlitt)er Opfer und als Verheißung euier besseren Zukunft beg-rüßt >mrd, vorausgesetzt, daß er die Dechngmigei! für ein nationales inneres Leben dm» Tmikslsnm ,merschüttert läßt. Wenn aber die Feinde auf unseres Venuchtung bestehen blieben, sei ferne andere WcchL, als in iwA trennbarer Einhert mit dem Deutschen Reiche und unter Zurück- westung kedes schniäblichen Gedankens an einen Sonderfrieden sich ^ wshren- bis zu einem nttscheidendcn Ende. Dieser SVricöl nrirfK ledensallS die völlige Ordnung in der Stellung des deutsche^ Volkes in Oesterreich herbeistllnen. Tie ^euNct>en Oesst/reich» forderten völlig mreingeschänkteS Selbst- besttmmnngsrecht. Solange aber rwch die verbündeten Heere gegen den genrnnfamen Feind kämpften, gelte es für die Deutschen na Oe1terr«ch, stch und ihrem heldenhasten Bundesgenossen, dem Deutsthen Reich emen eittscheidonden Dienst vor Abschluß diese» önngens zu leisten — In dieser Entschtießmrg werden die Volksvertreter md<^ einzelnen Ländert, ausgefvrdert, alle Vorkel>- vungml für mt Einführung des SelbstbestimmungSrcchts der Deutschen in Oesterreich zu treffen.
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»er »kichSkanzler und der polnische Regentschaft,rat.
Warschau a CTt. rSBBW.) Drr 3i ei <b 11 a n j 1 1 r richtete an bm polnischen Re ge nt s cha s, S ra > folgende« Tele- granim:
Jtei der llebe-rnahrne de« ReichSlkanzleramtes liegt mir be- ,^ü>ers Mn Herzen. d<-m hol-en Regentschrftsrat deS Königreichs Polen zu versichern, daß ich rm Einttang mit der im Reichstag «bgeKexn ErKär.mg den lestmi Entschluß habe, das Verhältnis . ZriSrY 11 2r d> ? PL bflT1 «uentstandenen Wnigreich Polen un (^nst oer (Sk retty vfleti und des Verständnisses der beibe^ 9 «? 1 & l>usmtercfstn zu gestalteir und inich um die möglichst schnelle^Veßntigimg der noch besteheichen Lasten der Okkupation zu dcnnnher^ Im Vertrauen daß der twl>c «iegentschaftSrat sowie auch die KÄnglich polnische SwatAregrerung Verständnis für
ihrer Verwirkichung d« nötig« Anordnung erlassen
Max. Prinz von Baden. ReichskaTrzler.
Warschau, 8.OK. (Prrv.-Tel.- Der Direktor des Staats- deparrements Prinz Janus Radziwill hat den 8celchs- Kanzler teleamphisch um die Freilassung der verhafteten Polen PÜsudski. Thugult und Grab^ki gebeten.
Warschau. 8. Lkober. sPriv -Tel.) Wie daS Warschauer ..Przeglad" meldet, beschloß der polnische Regerrtschaftsrat ruf Iiri- tiative des Direktors des StoatstepanementS, des Prinzen Ianusz Radziwill, den polnischen Staatsrat mrverzüglich auf- z u l ü s c n und den konstituierenden Landtag nach Warschau ei nzu berufen.
Berlin, 8. Ott. VerschieLxme Zeitungen glauben aus dem Begriißimgstelegramm des Reichskanzllecs an den polnischen Re- gentschattsvat, in dem eine inögtichst daldibe Behebung der noch bestel>mden Okkupationslasten in Aussicht gestellt wird, heransleseii zu sollen, daß die deutsche Ot'kupanon in Polen sofort aufgehoben wßirt>e. Für eine derartige Ailsleg?.mg bietet der Worilaitt des Telegramms nicht den mindesten -lnhalt. TaS Telegramm stellt vielmehr lediglich in Aussicht, daß manche unbeguem empfundene Erscheinung der Okkupationsverwallung gemildert wird.
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Die bulgarischen Unterhandlungen.
'Dosia, 6. Ott. Nach, privaten Meldungen wurde bei den Berlin Ölungen, die Liaptschew ch Salon llr rührte, von der Entente auch darauf hingennesen, daß die bulgarische Regierung vollste Gewäch breten muffe für strenge Einhaltung aller Verträge zwischen der Enterüe und Bulgarien. Das jetzige bulgarische Kvbmett ist jedoch nach Ansicht der Entente nicht geeignet, ein WerKeng ihres Willens zu sein. Deshalb T>at Mm rngedeutitt, daß eint Aenderung i m Ko bi ne t l durcl^rns «wünsch' sei. Ma- llnow erüfrnete daraufhin Borw-rchrndln-n^^' zur Neubildung des Kilan-tts. DeEntit ol! ugesti -im habeit, a'j d es ufjrnmct* Mfetzl >ci aus zivec Demokraten (Mc.liil^.o und Liaptf1>.lv), drei Rarodniken. einem Agrarier, ernem Sozialdenvokraten, einem 3ia- dikaldemokraten und lZ>eneral Lukow. dem frül^ven Führer der zweiten Arm« und Mitglied der unter Liaptschew s. Z. nach Laloniki entsandten Konl.nrisswn. Daß die Raoidniaken am stärksten vertreten^ s.'in sollen, trotzdem sie nur -?lm Sitze iu der Sobranje haben, rührt daher, daß sie als die den ÄttttelmäclOen am meisttm abgeneigte Partei gelten. Tie Rtaßnahmcn des neuen Kabinetts werden außerdem w»t, scharf überwacl-t wwden durch eine Entente- .Kommisston^, deren fnnrzösistte und englisch»' Mitglieder bereits w Sofia eingetrofferr sind. Ihre Arbeit wird bald einsetzen und dre Entstehung von Mi schallig^'tten wird nur als eine Frage von Togfw angesehen. Mmi vernrutet. daß sie der Enbnrte willkommnie Gelegenheit bieten werden, um scharfe Maßnahmen gegen Bril- garaen zu ergoeisen. Das Schicksal Sofias scheint den: Salonikis ähnlich zu »verden.
Kabtnett-wechsel in der Türkei?
Berlin, 9. Ott. Ter „Deutschen Zeitung" »vird von einem gut unterrichteten Gewährsmann aus Konstantinopel gemeldet: Im türttschen Kabinett ist eine Aenderung eingetreterr. Ter bisherige Großwesir Talaat Pascha ist durch den Senator T e v l i k P a s ch a ersetzt worden. Tevlik Pascha war bereits ernnial Großwesir und türttscher Gesandter in London. An die Stelle dos bisherigen Kriegsminisiers Envcr Pascha ist der frü^re Kriegsmmister Jzett Pasä>a getreten. Zum Ministtw des Auswar- ttgen tnurde der der Opposition angehörende Senator Achmed Ri.za Ber ernannt. Tie jetzige Zusammensetzung des Kabinetts bekundet den allgemeinen Friedenswillen des türttsch)en Volkes — Eine amtliche Bestätigung dieser Meldung liegt bisher in Berlin nicht vor Ter türttsck»en Gcsairdtschaft in B.rlin ist über den .Kabinettwechsel noch keine Mellnurg -ugegangen.
Englische Krieg"anseihe-Sieklftme.
Bern, 8 . Ott. (WTB.) Anscheimmd bedarf eS für die neue brr t i sche K rieg s a n l e i h c starker Stmrnkontra. Wie die englischen Matter melden., wird die Anleil»e..Kampagn< a-n Montag mrttog mit gleichzeitigem Abfenern sämtlicher Furgzengabw^hrg.'-- schütze begrmren. W^iteve senscttioise'lle Maßnahmen sind Umzüge von acht guofm föffnuuen durch alle Vorstädte Londons wälnrird der ganzen Woche, i.mne dieUmwandlungdeSTrafalgar L»guareS in ein durch Gefchützfeuer zerftörte- französisches Torf. Die sechs l>öchsten Arlleilx-zeichner erhalten eine 60Zentimeterhohe Granateals Prämie.
Die Kostlcnnot in England.
Berlin, 7. Ott. (WB.^ Ein Londoner Brief des „Rieutve Rotterdamschen Eourlrnt" sv-nst auf die große Ko b l e n n o t hin. der England in diesem Wirrter ent'»ogensieht. Tve Oppvsittons- blätter fallen Lloyd George besonders heftig megrn seiner nicht durchdachten rrnd tverng fürsorglichen RegiernngsMethode cm, die nur Mannschaften für die Westst-mtt zur Verfügrmg stellte und die Arbeitskräfte aus den Whlengrubon nahm, so daß England seinem schtverften Winter entgegengeht.
Au- Finnland.
Helsingfors, 7 Ott. (WTB.) Ter Landtag hat in -werter Lesung den neuen Berfas snngSentivurs mit 66 gegen 34 Stimmen angenommen Der grosse Ausscknlß liatte »roch am Vormittag tt».ntere A.-ndm^lTrgen in denwkratischer Richtung »wr- genmnmen. ttldem er das Vetorecht der jttrone in der Frage der Landesverteidigung beseitigte. Tie Abskrnmrung im Plenum zeigt, daß trotz dieses iveilgeh-nixm Entgegenkommens die für die Durch- brnrgn.ng der Vorlage in der gegenwärtigen Session ergorderliche Räehrhett schlverlich zu erlangen ist.
Aus dem Neicbe.
Rücktritt v. Daldows.
Berlin, 8. Ott. (Priv.-Tel.) Wie »vrr hören, reichte der Staatssekretär dc-s Krieflsei7nähru»tasanlts v. W a l d o w sein E n t- l a s su ng S g e 1 u ch cm. Eine Entscheidung ist indessen bisher noch nicht getroffen.
Cholerafälle in Berlin.
De rl in, 8. Okt. (WTB.) In Berlin sttid bis «um 3. Oktober morgens 17 Fälle von Cholera amtlich gemeldet worden Bon diesen sind 15 Fälle auf die Rvß-Sct>t.jch.erei in der Linienstraße zurückzuführen, uj» zwar sind zwei dieser 15 'Perscnren Alngestellte der Schlächerei. Bei zilveien von den 17 Persow^i, die in deselben Gegend »vohnar. korrntc der Genuß von Roßfleifch rarfit sicher nadjgtftriefen werden. Särnllick^ Erkrmrtte und ihre Angchörigen sind Kixrnkmhäns'etn zugesühn und unter Beobachtung gestellt. Vdn den 17 Kranken sind bis7>er 15 Personen ge- stor ben. Aus^r diesen sind znvi Fälle von Clwlera vvrgekommrn auf ernem Schiffe mrf dent Kanal bei M'ariemverder im Kreise iRrederlxrrnim. Das Sckstff ist unter Beobachtung ^stellt. Die Erkrankten fvnrie die ganze Besatzung sind dem KranknchauS in Lrebenwvlde zugefüh-rt. öwi den lviden Erkrankten ist «ne Frau gestorben. Ueber trie Enriülwngsicrsachcn finderr rroch Erniittlungen statt, die auf Berlin lrinweisen.
Aur Hessen.
- Die mangelhafte Fettversorgnug der hcsfischen Stabte.
1 Tarmstadt. 8. Ott. DaS Vcrsa-gcn der Fettversor- AUNft der hessischen Städte in der letzbn fleischlosen Woche hat zu fo lgender dringlichen An frage dos Abg. Henrich g^kühtt: Ist es der Regiermrg bekannt, daß brie Verkorgmig der grröfKTcn stabte deS Landes, mrmörtlich auch der Stadt Darm- v-öllig ungelcügende ist? Ist die Regierung bereit, iedc Mrlchluyeruug aus dem Gvoßl»erz--gtuin heraus solange einzu- stellen, als die Fettversorgmrg der Irnifeu Bersorgturgsbereckz- twrim nicht iu gleichen Unrfiauae gesichert ist. nrie im Durch- schnitt tn den übrigen Teilen des Reiches? Ist die fömiienmg fer-ner liercit, dre Lieferung von stllrtosteln in andere Buitdesstaäten \o* Iougi' zu unterlassen, als diese ihrer rreLpflickZtullg zur Lieserrmg anderer Lebensuiittel, llrsbesondcce von Fett und Fleisch nicket nach- -omm«i? — Die vom üieche zuigfsagten Lieferungen srnd ieü Wochen ausgebllebet, insbeiolndem ist Württernbera ün
A«s Stadt und fCanft.
Gießen, den 9. Oktober 1918.
Aufruf au meine lieben vberheffeu!
Aus dem Felde geht uns folgender Aufruf zu, der als eure Stimme der Feldgrauen nicht unbeachtet blerbeck.foll:
Plan und fest Wille unserer Gcgrrer ist es. uns oolb- stärchig zu Vernich?.n und unser Vaterland zu zerstückeln. Sv liebe ein jeder in der Heimat feine ganze straft hin. nnt auch wir als Frontsoldaten unsere letzte Kraft hergeben und zu jaLer Stunde mit dem Tode dazu bereit sind, dem Feirrde zu wehren. Aber nicht einmal mit Lebensgefahr braucht Ihr Eure Kameraden im Felde zu unterstützen, sondern ein jeder soll hingehen und sein Scherflein (wenn es auch noch so Nein ist) zur neunten Kriegsanleihe zeichnen, denn die,e ist die beste Antwort auf die höhnisti-e Abschlägigst unserer Gegner und das sicherste Zeichen dafür, daß Deutschland noch nicht am Rande des Zusainmenbrrlches steht. Drum se iein jeder so fest in seinem guten Willen, wie t§ unsere feldaraue Mauer an der Fwnt nwhl ist, es helfe ein jeder sein Vaterlarrd za erhalten und znttflre zur neunten Kriegsanleihe.
L. B e d, Sergeant
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** AmNiche Persona knalhrichlen. Der GvoftLerWog
hat crm 28. September dem Obettehoer an der Oberrr«!schule in Heppenheim Proß-ssor Kcnck Ho ff mann anläßlich sencer Verletzung in den Ruhefbrnd das Ritterkreuz 1. Klasse d«S Bettrirnst- ordens Philipps des «hroßmüttgen verliehen. — Der Groß Herzog ^at zum 1. Oktober 6. I. ber Berufskranlemrilegerin der Schn»^- I lern schuft des StadtkrankenhauseS Offen bach (außerordentlicher Zneiaverein deS Alice-Fruuenvevernsk). Schwester Adele Bernhard. das Silberne Tienslanszeichnungskreuz für KcMckenpflege verliehen. — Durch Entschließung Groß herzoglichen MinistenumS des Innern vom 30. September 1918 wurden die Lehramts-' wferendcrve Heinrich Pein zu Wimpfen. Friedrich Reiß, zurzeik im Felde, Mar S a l o m o n zu Schlitz. Tr. Anhut Saßmannshausen zu Ofsenbach, Tr. 5)ermann Volk zu Gießen zu Lehramtsassessoren ernannt. — Ter Großherzoa har am 28. Seit den Oberlehrer an ber Oberreal schicke in Heppenheim Professo^ Karl H o f f m a n n auf sein Nachsn chen urrter Anctvrnnung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober 1918 ab ut den Ruhestand versetzt.
** Die va terl än di sche Kundgebung zur u a m te u Kriegsat,leihe findet heute, abnrids 8 llhr pünkttich. in der neuen Universitätsaula. Eingany Ludroigstvoße, l'brtt, unter Mttltrirllurg der verstärkten GaiTnisonkapelle unter Leitung des ?Rustlleiters Bruno Herrman n mck> eines Drabew'MLfsenckrTres unter Leitung des Lehrers Otto Gör lach. Leutnatt Kobe von der In- stl^-krion der Fliegertruppen wird einen Vortrag mit Lickt bildern halten. Außerdem werderr sprechen Oberbürgermeister Keller und Professor Dr. Schi an.
** Eier-Ausgabe. Vom 10.— 16. Oktober 1918 »verden <m die Aezugsbccechügten aus die Eiermarkc sltr. 17 zwei Eier ausgegeben zum Preise von 45 Pf. für das Stück. Siehe Bekarrnt- machung.
** Wildverkauf. Zur Regelung der Verteil trug des der Lriadt Gießen Übernriesenen Wildes an die Bevölkerung sind Be- stirmnurlg-n getroffen, die aus dem Anzergenteck zu ersehen sind.
** Obstverkauf. In der Turnhalle der SkadtklUlt'enschule, Nord-Anlage. gelangt gegen Ablieferung btS Bezug»abschr.illes
der Obst marken Obst zuin Verkauf. Am Fvei'ag den 11. ds. Mts haben die Nummern 109. 108. '07 nrä» 106. am Samstag den 12. dS. MlA i Nnnm n 105. 10-1 10.4 iae> lOS <&M igfeft Siel)e Anzeigenteil.
** Petroleum. Tie Zuweisungen von Petroleum «n d« Stabt Gießen werden in diesem Jahre in (jennßcnr Höhe wie im vergangenen Jahre erfolgen Die ''-luSgabe von Perroleum mußt daher für den dringendsten Bedarf beschränkt werben. Im Gegen.- satz hierzu wird die Belieferung mit .ldarbid rn einigermaßen auS- reicheitdem Umfairge erfolgen. Es nrnß daher denjeTrigen Personen^ die nicht im Besitz ausreichender Beleuchtungsmittel sind, dnngrnp empfohlen werden, sich Karbidlampen zu besorgen. Es ist hierbei notwendig, sich die Handhabung der Lampen getrau von dem Verkäufer beschreiben zu lassen, da bei unsachgemafzer BehandlungSl« weise leicht Explosionen entstehen könucac.
** Krie gs s parkarten. Wahrend der ZeichnungSfrist der Neunten Kriegsrnleihe (23. Sep!ember bis 23. Oktober I. I. werden bei der BezitA;s^rkasse wieder die bekannten ab 1. November zu 5 Prozent verzmslich-n K ri cgS fpa rka r t c n zu 1 Marl 5 Mark und 20 Mark ausgegeben, die Ulßerdem auch bei den Sammelstellen der Psennigsparkasse erhoben werdeir können.
** Frachtstückgüter werden am 10.. 11. urrd .12. Ok- wber 1916 von Sbationen des L>rveLtiv4u.be^rriL Foanffnrt (Main) zur Beförderung nultf crivg^wmnf -n. Die miherhtlb di,-fer Sperrtage gültige Freckiste stll den Stüchuckvettand i't eingefchräntt worden. Nähere 'Auskunft erteilen die Auskunftssielle für Güterverkehr, Frankfurt (Alain), Hol-rn^ollernplatz 35, sowie die Gütecaoser- tigungen.
** Die Jahresversammlung deS Oberheffi- fchen Vereins für. Innere Mission fand gestern im ^ohanTreSsaal Ker statt. Sie lmrrde voni Vorsitzenden Prof. I). Schian mit D^nlesen vmt 2. Korl. 4 und einer ans die Zeittage eingehenden Ansprache erösftret. Auch die Innere Miffion wnl an der Arbeit für das Wohl des V«iterlarck>eä mitarbcrtetl. Die Dättgkeit des Vereins im Ergangenen Jahr verlief in den bisherigen Bahnen, neu hinzu grimmen ist die Beleck iaung an der sog. Plakatmisfion in den hiesigen Lazaretten. An die Stelle des bisherigen Rechners Fabrikbesitzer Kaufmann ist Kirchenrat Strack getreten. Die Hauptvei'handlrmgen des Tages bildete der Vortrag deS Geh. KirckxitrateS O. S ch l o ss e r - Frankfurt über „Innere Mission und ö f fe u 11 i d >e Jugend- fürsor ge", eine Frage, die durch den K-reg besonders bringend geworben ist. Tie Jugendfürsorge lu-schästigt sich mit dcr eines besondere,! Schutzes l>edürfngen Jugend: sie roird von Staat und Gemeinde auf ihre .Kosten ansgeübt: es gehört dazu die Säuglingsfürsorge und jeg!ick?e Ersatzerziehung. Zur Durch sühn mg einer^ geordneten Iug*nrdfürsorge gehört d»is Jugerrdaint mit Rechten der Berussvornmndsck)aft. Die Innere Rttssion muß diese Bnvegung begrüßen und durch Mitarbeit unterstützen. Am Abend fand in der Sladtkirche ein Festgotlesökenst statt, bei dem Pfarrer D. Dr. Preuschen - Hauserl predigte.
** Tie Fa m i l i e n un t c r st ü tzung von Eingezogenen m'w. Bei der llnterstützmig von Familien erngezogrime Vtirnnschaften hat der Bmck>esnat die AiefermrgSverbände ver- pftichtet. die Famckienunterslützungen aus ihren Mitteln, wie sie bis zmn 1. Oktober gezahlt mürben, spätestens vom 1. November zu erhöl-en. Die Erhvhmrg ist nach den örlltchert Der- hälttnsfen zu dein essen. L>iS m fünf 3Jlarf für jeben llltterstützdm »verden die Erhölnrngtm von» Reiche erstattet, zur Hälfte monatlich, zur Hälfte mit der Erst^rttuna der gesetzlichen Mrndestbeträge. Geringe Bessenmgen der Ve^älvttsse der llitterstülckeit sollen ebenso wie <-r hebt t che Besserungen gaw vorü berge l»<-nder Art regelmüsstg nicht zu, Herabsetzung oder Einstellung der FamÜien- unterstützung Veranlassung geben. Ferner darf nach einer Verfügung des KrtegSministeirmns bei Löhwrngszuschuß für die Fannlien^der llnteroffiziere deS F'ckedenSftandes auch für Kiickrer über 10 Jahre gezahlt »verden. »vc»rn sie eigenes Einkommen im Werte von mehr als 30 Mark monatlich nicht haben. auS gesmid^ hntlichcit Rückfichlen einem lohnenderen Erwerb nicht naaiyelieN kömven und deshalb im Haushalt des Unteroffiziers o!»ne entsprechendes Entgelt mck» ohiu Gegenleistlmg unterhalten meröen müssen. Aus Anlaß deS Todes der Ehefrau findet eine Ermäßigung des Lölnm»tzrÄvuschuff-Ls um den Betrar, für eine Person nicht mehr statt, wenn der eigene 5>mshalt nreitergeführt »virt). Dasselbe gilt auch für Ehescheidung und Aufhelümg der ehelichen Ge- meruschott.


