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Der Reichskanzler an den Grafen Burian.

Wien, 6. Okt. (WTB.) Meldung des Wiener Telegraphar- Korvejpondenzbureaus. Der ReichEnzler Prinz Max von Baden hat an den Minister des Aeußern Grafen Burian folgende Depesche gerichtet:

In der veranttvortungsvoft«! Stunde, in der ich das mir über- wagene Amt als Reichs Kanzler übernehme, drängt es mich Eure Exzellenz in bundestreuer Gesinnung zu begrüßen. In uiiersichrtterlulM Wasfenbrüderichast haben durch vier Kriegs jahre dre verbündeten Heere dem Airsturm unserer Feinde widcrnanten. Ruhmestaten der Leere, der Verteidigungswille der Völker um. dre treue Zusammenarbeit unserer Regierungen werden uns mit Gottes Lutte zu einem ehrenvollen Frieden führen. Zn dresem L^inne darf ich Eure Exzellenz bitten, auch mir Ihre in ernsler Zeit erprobte Mitarbeit sichern zu wollen.

Graf Burian antwortete:

Für die frewrdlickJm, vom Geiste der großen und.schweren

Sbt.r 5 ^n Worte, mit welchem Eure Groscherzogliche Hoheit mrch anläßlich Ihres Amtsantrittes zu begrü^n die Güte hatterr nt ^ nc ? tiefempfundenen Dank entgegen zurre hmen. Ich brtte Euere Gwfcherzoglich Hoheit, versichert zu sein, daß all mein binnen und Trachten daraus gerichtet sein wird, in b u n d e s treuem Einvernehmen und zielbewußter Zusammenarbeit mrt der väterlich deutschen Regierung unsere bewunderungswürdi- gen Heere und Völker so bald als möglich der Segmmgen eines ehrenvollen und gerechten Friedens teilhaftig werden zu lassen.

Die neuen Exzellenzen.

B erlin, 5. Ott. (WTB.) Ter Kaiser richtete, wie derReichs- anzeiger meldet, folgeriden Erlaß an den Reichskanzler:

. , ,> 5 N Erweiterung meines Erlasses vom 27. 4. 1889 bestimme

ich, daß l amtliche Staatssekretäre für die Dauer ihres Amtes das Prädikat Exzellenz führen sollen.

Großes Hauptquartier, den 4. Oktober 1918.

Wilhelm I. R. v. Payer.

Der Eindruck in Frankreich.

Bern, 6. Ott. (WDB.) Tie Erörterungen der französi scheu Presse besagen sch heute sehr eingehend mit der neuen deutscl^n Rtzuerung des Prinzen Mar von Baden Tie Kommentare sind im allgemeinen in sachlichem Lone gehalten lmd es fehlt ihnen die früher üblich ausfällige Tonart. Die all- k^merne Schlußfolgerung der Presse lautet dahin, daß man das neue Kabinett er,t nach feinem Programm werde beurteilen können Tie Pvesio hebt allerdings durchvoeg hervor, daß eine wirkliche Par lamentarrsierung Teutschaichs erst nach Streichung urrd einsctpkev Eider DMöiNF-erung des berüchtigten Paragraphen 9 möglich sei. n> gch n^ 0cr ^ lic ^ die Presse gegen den Prinzen Stimmung zu

Die Neuyorker Börse.

Rotterdam, 5. Okt. (WTBö Nach dem- ..Nieuwe Rotter- vamscben Gtmrmtt" erfährtDaily Telegraph" aus Neu York daß rn der Hoffnung auf einen baldigen Frieden die F r i e d e n § Rainere rasch steigen und die Kriegswerte allgemein sinken. An ^r Neuyorker Börse werden Wetten darüber abgeschlossen, daß der Krieg vor Weihnachten zu Ende sein ,oird

Ter Wäshingtroner Berichterstat-er derNeuyork World" hätt essür ratsam, einen Ausruf zu erlassen,'. i,n dem die Bevölkerung ">advr gewarnt wird, sich aus ein rasches Ende des Krieges verlassen.

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Lloyd Eduard Grey übrr ^ie Völkerbundpolitik.

^ W®.) Lord Grey wird am Donnerstag,

£? 7 eit ^ v VersanrMlüng in London eine Ansprache über

« /E?b"LbVolitik Wilsons halten. Es ist dies das eE Mal daß Gvey fett seiner Entlassung 191? in der Oeffent- irchkert auftrrtt.

Schlagansall Lloyd

der Infanterie hielten sie dauernd aufmcht und brachten der

Führung wertvolle Meldungen über die Lage des eigenen und, feindlichen Feuers und den Verlauf unserer vordersten Linie ^ie Flugzeugbesatzung Leutnant Loch ne r und Vizefeldwebel Heck, die si,ch bereits zwei Tage vorher besonders hervorgetan! hatte, beschoß aus 20 Meter Höhe ein vor marschierendes feindliches Bataillon mit Maschinengewehrfeuer und Wurfgranaten und ver- u^ochte eine heillose Verwirrung. Von fünf ansahrenden Tanks ichoß die Besatzung einen in Brand, ein anderer blieb bewegungs los liegen. Mehrere feindliche Jagdflugzeuge stürzten sich auf ein; Infanterieflugzeug, um es unschädlich zu machen. Im Verlaufs des heftigen Kampfes erhielt das Flugzeug zwei Treffer im Motor und landete kurz hinter unseren Limen. Von einer in der Nähe liegenden Batterie forderte die* Besatzung sofort Feuer an gegen die erkannten Ziele. Tie Meldungen über die Beobachtungen beim Auge wurden einem Infanterieregiment übermittelt. Die er­folgreiche Tätigkeit unserer Infanterieflieger war nur möglich unter dem Schutze der Jagdflieger, die während des ganzen Tages ihre Luftüberlegenheit behaupteten und den zahlenmäßig stärkeren Gegner hinter seinen Linien zurück hielten. 7 feindliche Flugzeuge brachten sie in Luftkämpfen zum Absturz. An der ge samten Westfront verlor der Gegner nach den bisherigen Feststes langen an diesem Tage 19 Flugzeuge, und zwar 14 im Luftkamps und 5 durch Flak. Leuttiant Bäumer errang seinen 40. und 41 Leutnant Veltjens seinen 34., Leutnant Becker seinen 28. Luft sieg. Unsere Verluste betrugen 4 Flugzeuge.

Die Helden von Ba quois. '

6. Ott. (WDB.) Ein bezechfrefides

m

Georges?

6- Okt.. Nach einer Meldung der ..Reichspost" hat Lloyd George erneu Schlaganfall erlitten. Sein Be­enden soll ernst fern.

Die bulgarische Sobranje billigt den Waffenstillstand.

Sofia . 5. Ott. (WTB.) Meldung der Bulgarischen Tele ASwen-Agentur. DregehermeSitzung der Sobranse lttelchß nicht weniger als fünf Stunden dauerte, und in welcher E Kreter aller parlamentarischen Parteien der Reihe nach um !v£r über ihre Auffassungen auszusprechen,

ichloß Mrt folgender er n st r m mrgangenommenerTages- die Nationalversammlung eine Erklärung nnftPrmubeirten über die Gründe, welche zum Abschluß des Waftensttllitairdes mrt den Ententestaaten gerührt haben, gel-ört hat. Ta^d^ der Regierung und geht zur

Die Thronbesteigung des Zaren Boris.

Sofia, 4 Okt. (WTB.) Heitte fand die feierliche Thron- ?bsterguna des Zaren Boris statt. Dem Festgvttesdienst ^u.oer Kathedrale wohnten ber: sämtliche Minister, die früheren! Mrnrster RadMawow, ^ontschew, Geschow, die Generalität, der deutsche und der österreichisch-ungarische Gesandte, der deutsche! Mrlitärbevollmachtiate Oberst von Massow, deutsche und öster- ^ichisch-ungarische Offiziere sowie zahlreiche Beamte. Nach der! Eidesleistung des neuen Könrgs erfolgten Huldigungen der Volks- menge rm Schloßhos, wobei der Zar eine Ansprache hielt, in der er die Hoffnung ausdrückte, daß Bulgarien seine Einigung er-I reichen werde Die Stimmung in Softa ist wieder sehr gehoben.

in der Stadt angeschlagenes ..canifest zeigt die Äbdanmng König Ferdinands an, der sich nach arisicmt begrben habe, und die Regicriingsübernahine des Zaren

<n ?°M a : Okt, mV®. Nichtamtlich) Agence Bulgare

Lar der Unte^erchnung der ?lbdaMin»surkunde hatte der König Führer nacheinander empfangen. bk alle seinen ertltßluj, dem Thrmre zu entlagen, billigten, König Ferdinand Erließ Bulgarien gestern abend. Die Thronbesteigung des Königs

TrZVti K* und Heer sehr großer Beliebtheit er­

lreut. wird Mit hellem Jubel aulgenommen, der in frenetischen dem Een Kvmg Geretteten Ovationen seinen Ausdruck fand.'

. König ^M^hat den ersten Mas unterzeichnet, der die Demo- bililierulig der Armee anordnet.

i veröffentlicht folgende Bedingungen

unter Herren der ?8affenftillstand abgeschlossen wurde: Bulgarien räumt Äle Gebiete, lm, che bis zum Kriege Serbien und Griechen- land gehörten. Jjn ben ©rtreten. welche, wie Strumitza. von Ententetrnppen besetzt sind, wird die bulgarische Verwaltung wieder! eingesetzt. Bulgarien demobilrftert seine garize Armee mit Aus- ^371, ^ ^ te V^ im [ l r J ü en vier Kavallerieregimentern, mit

^ östliche Grenze schützen wird. Waften und Kriegsmaterial der demobilisierten Arnieeteile wer-! den von den bulgarttchen Behörden eingezoaen und unter bestimmte KErvlle «r Orientarmee gestAt. Teile der bulgarischen Armee, der-Unterzeichnung am 29. September westlich UEch befanden und abgeschnitten waren, legen die Wallen nieder undwerden bis aus weiteres zurückbehalten. Die Omzrere behalten ihre Massen. Deutschland mld Oester- reich-Ungarn wird eine vierwöchige Frist gewähtt. um ihre Truppen und ihre milftärischen Organe aus Bulgarien! zurückzuziehen Innerhalb derselben Frist müssen auch die diplv- mischen und konsularischen Bertteter der Zentralmächte, wie auch deren Staatsangehörige Bulgarien verlassen.

Berlin, 6.OR. (WDB.) Ein bezelchiiendes Beispiel für deii heldenmütigen Widerstand, den die Deutschen aus der ge sanften Fvont den Massenangriffen der Entente entgegen setzten, gibt eine Brieftaubenmeldung, die von der tapferen Besatzung des ehemaligen V a u q u o i s abgesch^ckt lvurd». Sie lautet in klasfischer Kurs«:Der Feind ersteigt von allen Seiten aris dem Nebel den Berg. Es wird erbittert gerungen, und sei es bis zum letzten Mann. Es lebe der Köllrig." Tie Helden von S&m guois haben ihre Meldung wahr gemacht. Die ^rangen bis zum letzten Mann gegen sünfzigfache Uebermacht.

Cambrai in Flammen.

Berlin. 6.Okt. (WDB.) Tie Stadt Cambrai liegt unter dauerndem schweren englischen Feuer und brennt. /

Die Riesenverluste der Engländer.

Rotterdam. 7 Okt. Nach englischen Müttern betragen die Verluste der Engländer vom April bis Oktober 34359 Offiziere und 537 469 Mannschaften.

Die Bekämpfung der Tanks.

Berlin. 6. Okt. (WB.)' Wenn die endgülttge Nieder- kämpfung der Tankwaffe im »vcsentlichen eine Frage der Technik ist. hat sich doch die Takttk überrascheird schnell auf die neue Form des Angriffs eingestellt. Gingen anfangs auch mitunter, vor allem den jungen Truppen, vor den anrollenden Tankwagen die Nerven durch, so haberi sich doch mit erstaunlicher Schnelligkeit selbst Anfänger in der TaEiekämpfung Ruhe an­gewöhnt und die fauchenden Elefanten der Westfront mit sicherem Herzschuß außer Gefecht setzt. Beeinflußt durch die starken Ver luste traten die Tanks in den letzten Tagen mit unverkennbarer Bofticht auf. Dennoch mußten sie wiederholt vor der deutschen nfanterie, selbst ohne arttllerrstische Unterstützung, kapitulieren, ne Gefangennahme der Besatzungen läßt sich die Infanterie trotz Sperrfeuer und Geländeschwierigkeiten nicht nehmen. Minen Werfer und Artillerie wetteifern untereinander, der Infanterie den Kampf zu erleichtern. Oft genügten wenige Schüsse auf nahe Entfernung, um die Tanks zu erledigen .Daß die Reste der zerstörten Geschwader mit Vollgas znrückjagen, konnte oft genug als Erfolg der kräftigen Abwehr gebucht werden.

ChalonS-sur-Marne mit Bomben beworfen.

Genf, 4.Okt. (WTB.) Havas. Chalons-snr-Marne wurde in der Nacht auf Mittwoch um 8 Uhr 30 und 11 Uhr von deutschen Fliegern mit Bo-mbeir beworfen. Eine Anzahl von abgeworfenen Bomben fiel auf ein Lazarett. Etwa 60 Kranke wurden getötet oder verwundet.

Ein Mordversuch in Belgrad.

Belgrad, 5. Ott. (WTB.) Wiener K. K. Korr.-Bur. Am 3. ds. Mts., abends, wurde gegen den Militär-Gieneral- ouverneur Generalobersten Frhrn. v. Rhemen ein An- l a g versucht. Tie 25jährige Belgrader Einwohnerin Leposava osinovic wollte dem Generalgouverneur vor dem Palais ein Attgesuch überreichen, wobei sie einen geladenen Revolver in der D/crnd trug. Ehe sie davon Gebrauch machen formte, wurde sie dank der Geistesgegenwart des Personaladjutanten Rittmeisters Lalechervitz entwaffnet,md der Mikitärpolizei übergeben. Tie Erhebungen ergaben, daß es sich um die Tat einer hock-gradig hh- sterischen, schwangeren Frau l-andelt. die wegen öffentlicher Ruhe­störung polizeilich belangt worden war.

Der Seekrieg.

Ein Angriff auf Dnrazzo.

Die Abwehrschlacht von Berdun.

Berlin, 6. Ott. (WTB.) Das Schlachtfeld vor Verdun war am 4 Oktober wieder der Schauplatz starker vergeblicher Massen- angriffe unserer Gegner. An dem Erfolge dieser Mwehrschlacht vaüenr unsere Infanterieflieger erheblfthen Anteil-, niedrigster Höhe griffen sie trotz des Tunstes und Qualms, dev über oem Schlachtselde lagerte, während des ganzen Tages in ,' zahlreichen Anflügen in den Endkamps ein. Die Verbindung mit

^ r P (WB.) Bon zuständiger Seite wird erklärt,

daß die Feststellung des Chers des Generalstabes der Italienischerr Manne, wonach amerikanische U-Bvotjäger vor Durazzo zwei feindliche U-Boote versentt hätten, vollständig unzutreffend ist Es ist Teilt U-Boot versenkt worden.

Das Wiener Kiorr.-Bureau erführt von unterrichteter Seite:

Am 2. Oktober gegen Vall Uhr vormittags wurde Durazzo von einer größeren Flotte, bestehend ans vier großen Panzer- scknffen derLeon Gambetta"- undRoma"-Masse, vier Kreuzern der ,.Chattam"-Masse und etwa 20 Zerstörern und Torpedo­booten angegriffen und stark beschossen. Die beiden Zerstörer Dinar»" undScharfschütze" und das Torpedoboot 87 , die kurz vorher ausgelaufen waren, kehrten hierauf zum Schutze der im Hafen verankerten Handels- und Transport­fahrzeuge zurück. Gleichzeitig setzte auf Durazzo ein Flieger- au griff ein. an dem gegen 15 Flieger teilnahmen. Gegen l / 2 l2 Uhr brachen Motorboote unter dem Schutze von Zerstörern zum Angriff auf die verankerten Dampfer vor. Diesem ^Angriff warfen sich unsere Einheiten mit wirksamem Feuer entgegen und wehrten ihn durch gut liegende Salven ab. Ebenso wrrrde um

12 Uhr ein zweiter Angriff gegen den Hafen abgeivehrt, wobei,..,. . M4 , 0 *. w ^ ls . ^v M ,

es gelang, ein feindliches Mo torboot zu versenken. \ Montag in Schweinsberg statt.

Dem daraus folgenden Angriff der feindlichen Zerstörer wurde

durch wirksames Feuer begegnet, ivobei auch ein gutsitzendeü Treffer.- beobachtet wurde. Inzwischen griff auch das'österreichisch- ungarische U-Boot31" in den Kampf du, und brachte einem en gli s chen Kreuzer der ^Chattam"-Klasse einen Treffer bei. der hoch st wahrscheinlich das Schiss zum Sin­ken brachte, weil später rmr nocki drei große feindliche Kreuzer gesichtet wurden. Kürz vor 2 Uhr wanütc sich der Feind ab und war gegen V*3 Uhr außer Sicht. Ter vom Feinde angerichtete Schaden an Mann und Diaterial ist sehr gering.

Ans dem Reiche.

Eine Entschließung des Reichsverbands der deutschen Presse.

H a n n o v e r, 6. Ott. Der Re ichsverband der deut­schen Presse hielt heute hier seine Telegiertenversammlung ab. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden wuröe folgende Entschlie­ßung einsttmmig angeiwmmen: Ter Reichsverband der deutschen Presse erblickt in diesen ernsten Tagen mehr denn je die Haupt­aufgabe der deutschen Presse darin, den Stolz aus die Ruh­mestaten der deutschen Waffen, das Vertrauen der uner­schütterlichen Lebenskraft des deutschen Volkes und denfreudigenOpfermut und diebegeifterteHin- g a b e jedes einzeliren an das Vaterland lebendig zu erhal­tenen d zu festigen. Dieser Ausgabe kann die deutsche Presse nur gerecht werden, wenn sie frei in ihrer Pftichtersüllung, nicht ge­hemmt durch unnötige Bevormundung und iin sicheren Besitz des allgemeinen Vertrauens unverfälschter Ausdruck des Volkswiltens! zu sein vermag. Ter Rnchsverbmrd der deutschen Presse er­wartet daher, daß die maßgebenden Stellen im

Reiche d und in den Bundesstaaten im richtigen Ver­ständnis für die großen verantwortungsvollen Auf­

gaben der^Presse in Gegenwart und Zukunft ihr die gebüh­rende Ltellung im öffentlichen Leben einräumen und bei allen die Presse berührenden MaßnalMen. in Gesetzgebuntz und Verwaltung sich der Mittvirkung der Organisation als der berufenen Verttetung der deutsck>en Presse sichern.

Im Anschluß hieran wurde in einer zweiten Enttckchießung das Verlangen ausgesprochen, daß im Falle der Einricküung eines Reichspresseamtes der Reichsverba 2 rd gehört werde, rmd der Vorstand mit der Verfolgung der Angelegenheft beauftragt. Ten größten Rarnn in den Verhandlungen nahm die Erörterung eines Gesetzentwurfes über die Rechtsverhältnisse der Redakteure ein.

Bundes der Landwirte.

der Landwirte hat folgende Ent-

Eine Kundgebung des

Ter Ausschuß des Bundes fckSeßung. gefaßt:

Wir stehen in ernstestem Kampfe um Deutschlands Zuttmft England hat den Vernick^nngskamps gegen DeutsäZlano herauf- bcschftVven, rveil deutsck-e Kraft und Tüchtigifoft seinen aus Be­herrschung und Ansbentung her Wett gerichteten Plänen im Wege standen. Wir müssen in diesem Kriege alles einsetzen, um zn^einem Frieden zu gelarrgen, der unsere wirtschrftliche und volitrschte Freiheit und Sicherheit und damit die Freiheit der Welt verbürgt.

Statthaftes daran zu setzen, um die gesamten Kräfte, das Tun und Sinnen des dentsck)tm Volkes allein diesem Ziele zuzu- ttft^ren und eS so stark zu machen, nm diesen Kamps um Sein oder Nlchffern zu bestehen, hat die Demokratie die Zeit dieser «nstrsten Not des Vaterlmrdes borutzt, um ihre eigennützigen Ziele zu verfolgen, und hat dadurch zur Sclmiächung unserer innerer^ und äußeren Front bcigettagen.

AuS dem Werdegang Deutschlands ergibt sich, daß die jetzt ge- biDete Parka men ta risch eRegierungssorm Deutschland nrckü zum Heile gereichen kann. Tetutschland und Preußen sind groß geworden durch die gemeinsame Arbeit ihrer Fürsten und Völker. Rftr in .einer kraftvollen verfassungsmäßigen Monarchie ist die Starke unseres Vaterlandes für alle Zeiten gesichert.

Dre sozialdenwkratische Zwangswirt schaftin unserer Er- ^^wungspolitik wirft hemmend ans die Arbeit der Landwirte und aller schaffenden Stände, verteuert ünd vermindert die Versorgung der Verbraucher. Deshalb fordern wir im wohlverstandenen Inter­esse unseres gesamten Volkes ihren allmählichm Abbau, mit dem dfort zu beginnen ist. Der Antrag Roes icke weift die Wege hierfür. Es ist widersinnig, auf der einen Sette dein Volke ioett° gel-ende polttische Rechte zu «Kchen und gl ächzeitig diejenigen Stände, aus welchen sein Dasein und seine Kraft zum Durchhatten beruht, rn unerträgliche Fesseln zu schlagen.

Mehr denn je erwächst den schaffenden Ständen in Stadt und Ärnd dre Pflicht, den engsten Zusammenschluß zu suchen, um die Gruirdlagen zu verteidigen, ans denen des Vaterlandes Kraft nach innen und außen beruht."

Arsr

**

Stadt And Crtwft.

Gießen, den 7. Oktober 1918. u s Zeichnung. Otto Bücher, Sohn des Schreiners . Böcher, erhielt das Eiserne .Kreuz 2. Klasse.

_ **^.Krieasanl«ihe. Wir wnsen nochmals ausdrücklich auf me Werbeversammlung hin, die Mtttwoch aberrd im Universi- tatsgebäude ftattfindet. Ein reger Besuch ist dringend zu wünschen.

** S1 ä d t i s ch e r O b st v e r k a u f. In der Turnhalle der Stadtmädchenschule in der West-Anlage gelangt gegen Ablieferiing des Abschnittes 6 Obst zum Verkauf. Am Dienstag, den 8. d. M. haben die Nummern 181. 120 und 119, am Mittwoch den 9. d. M. die yftimmern 118. 117 und 116 Güttigkdt. Tie Abholung hat vormittags von 812 Uhr und nachmittags von 25 Uhr zu erfolgen. Siehe Bekanntmachung.

* Die Städtische Kriegs fürsorge kann die Kosten ärztlicher Behandlung für unterstützte Kriegerfamilien nur dann übernehmen, wenn vor Inanspruchnahme des Arztes (in dringen­den Fällen spätestens am nächstfolgenden Tage) ein Gutschein dafür abgeholt worden ist.

** V o r s i ch t v o r G e s ch ä f t s d i c b e n. In der ver- lossenen Woche wurden aus einem Geschäft in der Plockftraße 15 Meter schwarzer Tuchswff von bedeutendem Werte ent­wendet. Als Dieb kommt offenbar eine Person in Frage, die als Kunde den Laden betreten und als niclft gleich jemand zur Bedienung erschiest, sich den Stoff aus dem hinter dem Laden gelegenen Raum angeeignet hat. Bei dieser Gele­genheit werden die Geschäftsleute nachdrücklichst davor ge­warnt, ihre Geschäfte in dieser Weise bei der heutigen Zeit unbeaufsichtigt zu lassen, da es vielfach vorkommt, daß die Kundschaft beim Betreten der Läden längere Zeit warten muß, bis jemand zur Bedienung erscheint, was geradezu )ie Gelegenheit zum Stehlen fördert. Sachdienliche Mitz^ Leitungen nimmt die hiesige Kriminalzolizei entgegen.

** Grummetdiebstahl. Vor einigen Tagen wurde von einer Wiese hinter dem Arresthaus das Grummet ent­wendet. Als Diebe kommen zwei Männer und eine Frau in Frage, die es auf zwei^ Handwa^n wegholten. Sactrdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.

** I m Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. wild heute zunr letzten Male das Dreimäderlhaus gegeben. Der Film lehnt sich en-c-er als die Operette an den ^Schubert-RvmanSchwammerl" von Rud. Hans Bartsch an und gibt daher ein von der Operetty vielfach beträchtlich abweichendes Bild, das für jeden Besucher doppelt reizvoll sein mnß. Die Ausnahmen des Films sind aus- rezeichnd und vo-n hervorragenden Kräften dargestellt. Unter- kützt wird die Vorführung durch dn verstärktes Orchester, und Gesangseinlagen von Frau M. Ro ttmann, Konzert und Operir- ängerin vom Stadttheater Mainz, die gefühlvoll imd mit Ge- chmack in den Pausen des Films Schubertsche Lieder grüß teil teils! ikt der Kompositionsanordnnng des Dre im äderl Hauses zum Vor­trag bringt.

Hessen-Nassau.

jl M a r b u r g, 5. Ott. Im Alter von 85 Jahren starb hier ein Mitglied des althessischen Adels, Tr. Phil. Ernst Frdherr Schen ck z u S ch w e i n s b e r g, Erbschcnk in Hessen. Seine Gatttn ist erst kürzlich gestorben. Die Beisetzung der Leiche findet am nächsten