Nr. 255
Ter Anzeiger
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Erstes Blatt
168. Jahrgang
enerAm
General-Anzeiger für Oberhessen
Montag. 7. Gttober ;y^3
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(WM.) Trotzes Hauptquartier, 5. Okwber. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
lJn Flandern wardcn erneute Angriffe des Feindes »Hegen Hoog lese und Rofelaere abgeiviesen. Gegen unsere tz^ren Lmien östlich von Armentiaves ist der Feind über Bars Grenier—Fournes—Wingles und über die Bahn öst-
Artitterietätigkeit^^ ^ amöro * zeitweilig auflebende
^ ^ „Heeresgruppe Boehn.
.. .DeT Engländer setzte beiderseits von Le Catelet seine starken Angriffe fort. Er nahm Le Catelet. Die Höhen nördlich und östlich von der Stadt wurden gehalten. Der in Ranarevmr eingedrungene Feind wurde im Gegenstotz wie- der geworfen. Nördlich von St. Quentin griff der Franzose zwischen Seguchart und Morcourt an. In Lesdins und Mor- rourt faßte er Futz. Lesdins nahmen wir wieder. An der übrigen Front und südlich von St. Quentin scheiterten die feindlichen Angriffe vor unseren Linien.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und G a l l w i tz.
Franzosen und Italiener griffen erneut in Teilvor- stotzen und in einheitlich geführten Angriffen untere Stellungen auf dem Rücken und an den Hängen des Chemin des Dames zwischen Ailette und Aisne an. Schleswig Hilsteinische und württembergische Regimenter brachten die Angriffe zum Scheitern. An der Aisne- und Kanalfront sehr rege Erkundungstätigkeit.
Qestlick von Reims haben wir in vorletzter Nacht unsere vordersten Stellungen zwischen Prunay und St. Marie-ä-Py vom Feinde unbemerkt geräumt und rückwärtige Linien bezogen Der Feind ist gestern über Prunay—Dontrie—St. Souplet gefolgt^
Aus dem Schlachtselde in der Champagne nahmen wir rm Gegenangriff die noch im Besitz des Feindes verbliebenen Teile des Höhenzuges nordwestlich von Somme-Py wieder. Nach stärkster Feuervorbereitung griff der Feind beiderseits d r von Somme-Py nach Norden führenden Straße in breiter Front an. Unter schweren Verlusten für den Feind find seine Angriffe gescheitert. Brandenburger und schleswig holsteinische Gardesüsiliere, pommersche, badische und rheinische Regimenter zeichneten sich bei der Abwehr des Feindes besonders ans.
„ Beiderseits der AiSne Artilleriekamps ohne Jnsanterie- tatlgkeit.
Zwischen den Argonnen und der Maas hat der «meri- raner gestern erfolglos angegriffen. In den Argonnen und am Ostrande des Waldes schlug württembergische Landwehr seine mehrfachen Anstürme ab. Oestlich der Aire stieß er vls in H-. h? von Biermont vor. Der Ort selbst, der vor^ üvergeh.'nd verloren war. wurde wieder genommen. Beider- Ms von Gesnes wiffm badische, elsatz-lo hringische und westfalische Regimenter jeden Ansturm vor ihren Stellungen ab
Besonders ßftwer waren die amerikanischen Angriffe, vie srch beiderseits der Straße Montfaueon—Baulh.'viller gegen das Walbgelände südlich von Gubenel richteten. Wo der Feind vorübergehend in unsere Linien eindrang, war ihr sofortiger Gegenstoß wieder zurück. Das Jnfanterie-Re- grment 458 zeichnete sich hierbei besonders aus.
Auf dem äußersten linken Flügel des Angriffsftldes haben bayerische Reserve-Regirnenter ihre Stellungen voll l>e ymrptet. Der Kräfteeinsatz des Amerikaners bei seinen gestrigen Angriffen an Panzerwagen. Infanterie und Artillerie war außerordentlich! stark, seine blutigen Verluste waren außergewöhnlich! l)och.
Bei Abwehr scindlicher Panzerwagen zeichneten sich besonders ans:
In Flandern: Leutnant Eckert vom Feldartillerie-Regiment Nr. 16, die 3. Batterie vom sächs Fußartillerie-Regiment 19 unter Leutnant Postrcnecky, Vizcfcldwebel Witt der 2. Batt. vom Fußartillerie-Bataillon 12 , Oberleutnant von Glas und Leutnant Encker der 9. Batterie, bayerisches Feldartillerie- Regiment Nr. 8.
In der Champagne und an der Maas: Leutnant Nik- lasscr und Stthlin vom 4. Garde-Feldarlillerie-Regiment, Leutnant Schäfer vom Feldartillerie-Regiment Nr. 4 und Untero fizier Rackowsky von der Mincnwcrser-Kompagnie 173, Leutnant Grolhe vom Feldartillerie-Regiment Nr. 229.
o n ben beiden letzten Tagen 65 feindliche Luftsieg^ ob- ^kutnant Bäumer errang seinen 40. und 41.
Der Erste Generalguartiermeister
(WTB^) Grobes tzauptq'uar'nrr!' 6. Okwber.
Wrstlicher Krlegsschauplatz.
Heeresgruppe Kr»»prinz Rupprecht.
^ Flandern und wr Camdrai ruhiger Tag. Rege Er- kmidrmgstatigkeit an vrelen Stetten der Fwnt " Heeresgruppe Dvehn.
^ Wir gaben in vordrer SdE dm znsichen Crevceoeur and Beaurrvoir an dem Kanal in Linie Dnn'enr—Le Catelet springenden Stettungsbogcn mif »nd nahmen die dort Truppen ,n nicklvarNgi^ Linien zurück. Engländer letzten >t^ic Angriffe zwichen Le Catelet und norülus, von St. Quentin fort. Beaurevoir und M brrhaiir- bl eben ,n ihrer Harch. An der übrigen Front sind chre An ^^e twr unseren Linien gescheitert. In den Kämpfen bei ^usnicte sich das Resrrvr-Jnfanteric-Reg^
Inders m^^r ^niem .Kommandeur Major v. Lübbecke be
Wilson vor die Entscheidung gestellt.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. ^<Krirm-e Angriffe der Franzosen und Italiener am Cyemin des Dames wurden abgewielen. In Fortsetzung der am 3. Oktober begonnenen Bewegungen östlich von Reims und berderseits der Suippes haben wir in vorletzter Nacht auch unsere Stellungen am Brimont und Derru geräumt und rückwärtige Linien bezogen. Der Feind folgte im Laufe des Tages. Wrr standen am Abend mit ihm an der Suip- pes. beiderseits der Straße Reims—Neufchatel bei Lavaa- n^—Er«ye—iWut Faverger und an der Arnes in Ge"- fechitsberuhrung.
Zwischen der von Somme-Py nach Norden führenden Straße und östlich von Liry griffen Franzosen und Amerikaner erneut mit starken Kräften an. Wir haben nach schive- I?!? Kampfe unsere Stellungen restlos behauptet. Das westfalische Jnfanterie-lldcgiment 55 und das westpreußische Jn- fanterle-Regiment 149 zeütmeten sich herbei besonders aus. Dre 199. Infanterie-Division schlug den in 15 Wellen tief gegen dre Liry-Höhe anstürnrenden Feind mehrfach zurück Leutnant Narftick mit Kompagnien des Jnfanterie-9!egi- Ents 357 hrt an der Abwehr des Feindes besonderen Anteil. Der Feind erlitt h er schknerste D^rsufte ^-'^ngriffe des Gegners am Westmnde der Argonnen scheiterten. Heeresgruppe Gallwiv.
Zwischen den Argonnen und der Maas setzte der Amerikaner snne starken Angriffe fort. Oestlüh von Exermont gc- ang ies ihm bis auf die Waldhöhe etwa 1 Kilometer nörd- ich des Ortes vorzustoßen. Hier sind seine in den Nachmitl. tagSsftinden erneut vorbrockenden Angriffe gescheitert Bei- derftits der von Charpentry auf Romagne führenden Straße brachest dre Angriffe wiederum wr den Linien elsaß-lo.h- nngrscher und westfälischer Regimenter wllig zusammen. Wetter östlich drang der Feind in den Pays-Wald ein. übrigm wurde er abgewiesen.
griffen auf ein Kriegsgefangenenlager zahlreiche italienft sche Kriegsgefangene getötet und venvundet.
Ball kan -Kriegsschauplatz, südlich des S ku m b i f l u s se s Nachhutkämpfe. An ver serbischen Fwnt wurden unsere Vortruppen von Vranri- zuruckgenommen.
Der Chef des Generalstabs.
37 gliche Flirgzeugk und zwri Fesselballom Qb. Auherdem wurden von einer» frind.'ichcn un Angrif sflug auf die Pfalz befindlickM Geschwader fün Flugzeuge im Lustkampf abge'lckvssen.
„ . Südö stlicher Kriegsschauplatz.
"5 des bulgarirck«, Heeres kämv-
stE» Trilppe» wurden yerauSgelost uich sind im Rückmarfih m ihre Bersammlungsräumr. Sie stidc» den an sie grstelsten gcsie^^nnigen voll entsprv»l»en und Hervorragendes
Asiatischer Kriegsschauplatz.
Die in Palästina an der Seite unserer treuen türkischen Bundesgcno.sen käinpstnÄen deufsien Bataillone muh en im 'u" M-mchen türkischen Kräften erdrückender Endlicher lieber macht weichen und sind im Rückmarsch über Damaskus in nör-dlicher Richtung. 11
Der Erste Gcncraiauartiermeister L u V e n d o r f f.
er jetzt auf feinem Geldfack ssyt, Der spart für den Feind, wer Kriegsanleihe zeichnet, Spart für feine Kinder.
Die -lbcudberichte.
D« r l i n. 5 . Lkt.. abends. (WTB. Amtlich.)
Nordilch wn St. Quentin und in der Cham-
W ÄÄ Endlich« Angriffe abgewie- ist zimsichen den Argonnen und der Maas der mit starken Kräften fortgesetzte Ansturm der Amerikaner ge- scheitert. ^
^ . B e r l i n 6, Okt.. abends. (WM. Amtlich.)
Terlkampfe nördlich von S t. Quen tin und in der 66flm= Argon nen und der Maas wurden heftige Angriffe der Amerikaner abgewiesen.
Die österreichisch.ungarische» Tagesberichte.
Wien 5.Oktober. (WTB.) Amtlich wird vcrlautbart' Italienischer Kriegsschauplatz, h^r**?«* v-EttanO-chen ^birgsftont leb en die Kämpfe aus. «udlvh von A rago und auf dem Monte Pennna drangen ferndlrche Abteilungen in un'ere vorder- Fle wurden im Gegenstoß geworfen. Nord'- östlich des Monte Pertica entn sen wir den Italienern zur D^bsts-rung unstrer dortigen Kampftage di-Pez^Stellung Teile des bosm ch-l?er.zeM,v-inlschen Infanterie-Regiments 5 Vrrteidigungsan'agcn in erbitterten Nah ampsrn und schlugen in den eroberten Gräben drei tarke Gegenangriffe umuf Nebst sch-veren blutigen Opfern mhte der, Feind feckis Offiziere und 170 Mann als Ge-- Es wurden 18 MafMnengenrchie und z-chl- reisties Krregsgerat erbeutet. Zu gleicher Zcilt holten uu^ llt datwmllen aus den feindlichen Stellungen auf dem Gol del Orso Gefangene heraus.
Albanischer Kriegsschauplatz.
In Albanien keine grö Heren KanipHanölungen Bei DtMje sstrtzen serbische Abteilungen auf unsere Borhustn
Der Chef des Gencralstabs. Wien. 6. Oktober. (WTB.l Amtli-H wird verlmttbart^ Italienischer Kriegsschauplatz.
- «"kicren Kampfhandlungen. Bei Neuma rkt in Wudstrol wurden bei italienischen Fliegeran-
Was uns am Samstag der Reichstag und die Red« des neuen Reichskanzlers gebracht haben, war eine große Ueber- rajcyung. Ein neues, gemeinsames Friedensangebot der Miö- telmäaitc und der Türkei an den Präsidenten der Vereini»- ten (Staaten, der nochl vor kurzem so unfreundlich die Note Durians abgelehnt hatte, war von den Wenigsten erwartet worden. Indessen, mit den neuen schwerwiegenden Tatsachen, einer jo weitgehenden Umwälzung auch, unserer inneren An gelegenheiten im Rücken, sind die taktischen Bedenken, die waren und geäußert iverden mußten, heute Unfallig. Selbstverständlich- können und werden die Gegner auch jetzt triumphierend umhergehen und sagen, es liege ein neuer Ohnmachtsanfall des deutschen Kämpfers vor —, allein |te müssen, wenn sie ihre Völker nicht als völlig urteilslose Herden behandeln ivollen, dochl mit einem anderen Aufgebot geistiger Waffen auf den Plan treten und dürfen die Ansätze neuen Methode nicht einfach ignorieren. Jetzt handelt sich ^ wirklich um eine politische Friedensoffensive, deren Annahrne oder Ablehnung Folgen hat, die sich auch die Ontentc reiflich zu überlegen und ängstlicher zu prüfen haben wird, als alle vorausgegangenen Angebote. Wenn wir mit gutem Gewijsen dre Schritte der neuen deutschen Regierung zu unterstützen uns bemühen, so wird sich doch erst später ^ erweisen haben, ob die neue, gewaltige Umkehrung alles Bisherigen, die plötzliche Wendung der Dinge, eine kluge und richtige. Wendung war. Dem Außenfteherrden fehlt zu einer abschließenden Beurteilung der Dinge die Kenntnis der milwirkenden Einzelheiten. Wir wissen weder, wie groß der Druck der feindlichen Heere an der Westfront, noch wie jtark derienige Druck auf unsere leitenden Märrner sein mag, der aus der Poliftk der verbürideten Länder kommt.
>as halten wir uns lebhaft vor Augen, daß alles unsruchtbare Kritisieren jetzt unterbleiben muß. Es steht vor Ulis als die Rechthaberei. Wir wollen das Wort des neuen Reichskanzlers unterstützen, womit er der politisch Andersdenkenden im Reicks gedacht hat die er auf^rdert, sich nicht trotzig und feindlick> beiseite zu stellen, sondern in der Stunde höchster Not des Vaterlandes das Gemeinsame aller Deuffchen voranzustellen. Das Friedensangebot ist gemacht, nun muß es unterstützt und für unjere deutsche Sache verwertet werden, denn es gibt auf dem Wege, der jetzt beschritten worben ist, kein Zurücks 9^ ^^^ous Gntjcheidung oder die Haltung seiner Verbündeten ausfallen mag — wir erhalten neue Einblicke in die Weltlage, werden neue Wegweiser erblicken und auf dem Wege zu dem ersehnten Frieden die innere Einheit gewinnen, solange mt3 noch die Gefahren des Krieaes umgeben. a
Die Rede des neuen Kanzlers, des Prinzen Mar von Baden, -war rm übrigen von dem Geiste erfüttt,' dessen Ditzen wir voransgespürt haben und dessen Richtung uns bekannt war Wenn Präsident Wilson sich bererl erklärt zu verhandettt und den Waffmstittstand abzuschlietzen, so hat die deutsche Regierung nicht die Ha-iü zu einem „saulen" Frieden ansge,treckt. Die 14 Punkte Wilsons und die Grund- er daran anschließend eittwickelt hat, forbem schmerzlichen und unmöglichen Verzicht. Wrlsons Ziele waren uns in seineü ander n cednerischen Ausführungen, in denen er z. B. in Bezug auf Eftaß-Lothringen unerhörte Forderungen gestellt hat, unannehmbar. Aus der Grundlage der 14 Punkte will Prinz Max und ferne Regierung verhandeln. Es sind darin die idealen Theorien niedergelegt, die jetzt von beiden Seiten verwirklicht werden sollen. Jetzt werden wir Wilson, soweit
ftinF Lkns LÄsL!^ ^ im mten ^--de
Erfolgreiche Lufttätigkeit in Flandern.
. Berlin, 6. Okt (WTB.) Tie günstige WetterläFe gib ftwerm LAftstreitkraften <m Westfwnt Gelegen^, zu erfolgrercher Betattgung. Besonders in Flandern n^r der bc^ersettige Fttegeremsatz gwß. Mit zahlreickien Geschsb-^dertz klarte der Fernb m gwtzen Höhen ans, verhielt sich im übnigen! aber, anscheinend mwtz7der g-roßen Var-lnsbe der l<&tcn Xanc äußerst Mrück!)altend. Von der Küjte bis zur Lys beh<-rrsä>tett ftnsere Jagbkraste dre Luft voMommen, drängtior den Feind ivert über die Linien Mrrück und errangen in erbitterten Lnftsäck'ch- ^Eme J^^PR vernnchtete allein ohne eigene Berlnste 12 ftmblrche Flugzeuge und einen Fesselballon. LeMn-aut \ ^ 0 11. Luftsieg drei feiitMidje Flugzeugs
wÄ Ä 6 - ^ 37 -' Leutnant Degelow
L 22 Nach Erledigung ihrer eilientlichen Aufgaben
grrsten unsere leger nneder1Z>lt zur Entlastnng der ' In-.
fanterre wirksam m den Erdkamps ein. Unter ilirem Sckmtz? ^kampften dre Jagdjbasfcln in zahlreickien Aunstügen feindlick« und n-ahmen starke feindliche Kolmrnen vor der Angrifssfront von Staden nach Oostnieuwekerke unter Mascki-
«S'aMSg?«?
Z und 12 durch dic U°5z zum MftZ pS'
Kutnmrt Säumer «rang Jemen 38., Leutnant VelhenS s-jnm, 33., OssrzlerssteNvertteter Torr fernen 30., Leutnant v. ©eauliaw Mdarwnna, fernat 23., Leutnant Becker feinen 49. Luftsieg Wir verloren nur 5 FlNMenge.


