Die Bundestreue des Königs Ferdinand.
Berlin, 30. Sept. (Priv.-Tel.) Wie wir bestimmt hö ren, bat König Ferdinand Vvn Bulgarien an Kaiser Wilhelm ein Telegramm gerichtet, in dem er ihm, in gleicher Weise wie in dem Telegramm an den Kaiser von Oesterreich feiner Bundestreue versichert.
Der bulgarische Bericht»
Mazedonische Front: Westlich des Wardar setzten unsere Einheiten ihre Bewegungen d>famnäjiig fort. Zwischen Wardar wrd, Struma Kämpfe der Nachhuten mit schwachen feindlichen Kräften. Im Strumatal erfolgreiche Potroucklengefechte.
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Die Stimmung in der Türkei.
K on staut invpel, 29. Sept. (WTB.) Das os manisch Volk bestand die Probe, auf die es durch die bulgarischen Nachrichten gestellt wurde, vollkommen würdig. Die erste Uebcrrasclnnrg wich ruhiger Kaltblütigkeit, besonders nach dem Eintreffen er Nackwicht von der Ankunst deutscher und österreichischer Truppen in Bulgarien. Die Presse weist daraus hin, daß ein solcher Schritt von Malinow, dem Russen- und Ententefreund seit Eintritt in die Regierung erwarbt wurde, zumal er schon unte Rad.'slawow die Di 'zip in in der Armee unterer.ch. „Terdju won" erklärt, daß Malinow vielleicht oei Auflösung der Armee nicht anders handeln konnte, aber NiaAnow hätte eben die Auf lösung verursacht. „Tanin" sagt, Bulgarien allein habe den Scha den von einem Sonderfrieden. Einstimmig erklären die Zeitungen daß im äußersten Fall die deutschen und österrcichisä>en Truppen die Front wieder Herstellen lverden. Damit würden die Verbindungswege zwischen der Türkei und den Verbündeten aufrecht er halten.
vie Lage an der Wests ont.
Der Berichterstatter des WTB. an der Westfront meldet:
Zwischen Argonnen und Maas stockt der amerikanische Angriff. Die Maasbrücken flogen rechtzci.ig in die Lust. _ Alle Versuche, von Osten her in die Argonnen einzu- dringen, scheiterten. Die Frontal stürme aber zwischen Apremont und Brieulles brachen in dem Abwehrfeuer der in den Wald- Hügeln versteckten Maschinengewehre oder im Granat- und Sch.ap- nell Hagel der Artillerie zusamnrcn. In Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mir Tanks, Tankabwchrgeschütze, Minemverfer, Maschinen gewehre, wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien eckrbrachen, ging die Infanterie selber entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem Abschnitt des dritten Bataillons des Infanterieregiments 150 griffen die Musketiere jeden heran rasselnden Tank mit Handgranaten an und setzten aus diese Weise nicht weniger als sechs Panzerwagen- außer Gefecht.
Den Engländern ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des flandrischen Verteidigungssystems gelungen. Das schwierige Trichterfeld östlich Bpwn, das die Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit britischem Mute ^tränkt worden. Tie schwachen Schützengruppen und Maschinengewehre. die da in Schlammtrichtern mrd Wasserlöchern vor dem Houthmilster'' Walde, in Langemarck und an der Sttaße f)pern— Menin lagen, überdauerten das stundenlange feindliche Trommel- feuer.^ das neuerdings auf diese bereits tausendfach von Granaten zerrissene Erde niederging: und wenn sie auch den Einbruch der britischen und belgischen Masse:! nicht zu hindern vermochten, so räumten chre Gewehre. Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den feindlichen Sturmwellen aus. Heldenmütig unterstützten sie die Artillerie, die bis zum äußersten Widerstand leiste.e. Ars auf Nahkampsentfernung hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eppersdvrfer von einem bayerischen Artillerie- rcgiment mit einem Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang gegen den Ansturm einer mehr als zwan- zigfachen Uebermacht.
In den hochgelegenen Trümmern von Passchendale, das seit der FlandernsMacht nichts ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendorfe r, der Kommandeur eines bayerischen Jnsanterieregi-^ m en ts, mit einer Handvoll Leute und einigen Maschinengewehren bwgreich bis zum Abend aus. Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von vierzig tapferen Infanteristen stundenlang alle Angrinsversuche der Engländer.
An der Straße Hpern—Menin kamen englische Tanks über die Schlammtrichter angewackelt. Ein großer Teil wurde Erschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im Gegenstoß wuroe Decclave nri<t>ergenommen und dabei zwei verborengegangene Geschütze den Engländern wieder enttissen.
Trotz des unsichtigen Wetters und der bis zum Mittag vielfach niedergehenden Regengüsse leistete die Flieger-Führung und Kampiiruppe die wertvollsten Tienste. Bis auf 20 Meier stießen sie herunter und faßten die englischen mrd belgischen Angriffswellen mit ihren Maschinengewehren.
Flandern haben die deutschen Truppen ebenso wie in der War ine, in der Champagne und zwischen den Argonnen und der Maas dem Feinde gezeigt, daß. wenn sie auch übermächtigem Gelände preisgeben müssen, doch ihre Moral und Widerstandskraft ungebrochen ist.
^9* Die Zurücknahme hinter den Hand-
me-^Abschnitt in der Nacht zum 29. September verlittß ^lanmamg. Gegen Mittag -setzte der Belgier seine Angriffe mit starten Kräften Vvn Irordöstlich tDixmurde bis in die Gegend. Douthoultt ohne Erfolg fort. In den Nachmittags- und Abendstunden hatten weite» heftige Angriffe Zwischen Zurren und 97dorslede nur ,tÄMieitllch -staden geringen Erfolg. Ter 9 Uhr vormittags in RräLmrg Comen emgebvochene Gegner wurde am Nichmittag ^ znrückgeworfen. Ter feindliche Fliegereinsatz an den
Prnoruarsstellen war außerordentlich stark.
Nachdem «n der Cambraifront die Schlacht südlich der Strape Arras—Cambvar bis in die Nacht vmn 28. zum 29 lanq&mtrt hatte, setzte vom Seenabschnitt bei Arleux bis nörd^ Ä? ^nttn 4 Uhr morgens auf der ganzen Front 'starker Air- Mleriekamps em. ,Gegen 6 Uhr verstärkte sich das feindliche Feuer sch grofctcr Hefttgkeit. Er bei Atteux in einem .Teilhorstvs) ^.ngedrunqene Ge-ner wurde wieder zurückgeworfen. Gegen 7 Uhr vormittags traten die feindlichen Sturmlwellest. von starken Panzerwagen- und Fliegergeschwadern unterstützt Cpmoy bts^ zum Omignonbach zum Angriff an. Eprnay griff der Feind allein achtmal an. Die während v-S ganzen Tages, teckweife nach stärkster Feuer Vorbereitung wieder- bolten Ferndanstürme führten zu erbitterten, bis in die Dunkelheit: arLauernden Kämpfen. Beiderseits Gonzeaucourt verwandt-' oer ^eind rn den hartträckigen Grabenkämpfen auch F l a m m e n w e r - t e r, ebenso westlich Bellicoutt, wo er seine S türm truppen in ge- vanzerten Lastkraftwagen bis ins vorderste .Kampfgelmrde hrcan- ichattte Zwilchen Gouzeaucourt und Omignonbach wurden 5 0 IV ' ch £>f -\nc Tanks gezahlt. Bei der Lanksabwehr zeichnete s'.ck bttow^ers das Feldartcklerie-Regimeitt 108 und das 7. Bataillon des ,teldartülerie-Regiments 241 aus
blutigen Der lüfte des Feindes sind außer-
mnoetburdf FMnffpruch allein 54 Offtzrere und über 1000 Mann m Totrn und Vcrwmü>«M. Südlich des O mig non 6 a * es* Rannen ine fnndlichm Stnflriffe 8-/, Uhr morgens. In väher »«
•fflÄ tei nf Tnivvcn alle bis »um Abend mehrfach rm<?verhalten remüluhen Anstürme ab, Wcstlich St, Quentin kamen amchmnend b-absich-inte fseindanariffe in unserm Mirkunas. vollen Abwelmeuer irrcht »irr Envoicklung, Beiderseits Urvilles entnnckltenirch nach kurzem stnrüen Feuer feindliche Teilangriffe, dt- unter Ernbehalt einer größeren Anzalzl Aefangener restl-ä ab, gewieten wurden
Ältlich der SuippeS machten wir in örtlichen Kämpstm am Oerenoerg cmc größere Anzalst Gefangene. DaS starke Ar- Nll r e eun griff auch auf das Höhmgelände westlich der Suippes
, Jv der Chamh><igne begannen die ttefgegliederten feind- lrchen Angriffe am Bormittag gegen 8 Uhr nach vorhergegangener stärksten Feuerdorbcreitung. Ter Nachdruck lag zwischen Somme-Py und Ardeuil. Ge^eu abeud griffen starke feindlickie Fliegerverbändä tn den Erdkampf ein. Ter wiederholt mit Panzerwagen gegen die Hölien südwestlich Aprermmt anßürmcnde Feind rvurde abgefchlagen. Oe>.1ich Äpremout erfolgte am Bormittag in Rickckung E^ermvltt nach mehrfach abgcwiesenen Tanümgriffen ein amerikanischer Einbruch. Eigener ^Gegenstoß warf den Femd über ßnne Ausgangsstellungen zurück. Zusainmengefaßtes Artilleriefeuer schlug ver- ncchtend nr den zurückflutenden Feind. .Gleichizeittg wurde Apre- nbont, das bereits mehrmals den.Besitzer gÄvachselt Tratte, zurück- genommen. Znnsck^n Cierges und Brieulles rannte der Amerikaner mtt slarken Kräften 8 Uhr vornffttags beginnend, mech'fach gegen unsere Linien an. Ein vierter gegen den Lüdrand des Waldes von Eunel am Nachmittage unternommener Ansturm brach in unserem zu sammcn gtta ß'en Arttllerie- und Maschinen gewehr feuer ebenso verlnstveich zusammen, nste seine übrigen Anstürme bei Cierges und Brteullcs. Das 3. Bataillon des Infantierieregiments Nr. 150, ,das am 28. 9. bereits zehn feindlich' Angriffe abgewiesen hatte stttlug gestern wiederum zwei feiichliche Tarrkangriffe ab und brachte zehn Tanks zur Strecke.
Unsere Luftstreitkräfte in der Cambraifront.
^ D^rlin, 30. Sept. Trotz ttefer Bewölkung und sehr starker Leudwestnnnde waren unsere Luststteitkräfte an der Cambraifront während der beiden Großkamp tage am 26. und 27. September wieder erfolgreich kättg. Der Feind hatte vom frühen Morgen an ungezählte Kampfeinsitzer, Arbci sflugzeuge und BomLengeschwi- der zur Unterstützung der kämpfenden Infanterie eingesetzt. Trotz seiner zahlenmäßigen Ueberlegenchnt fügten ihn: unsere zusammengefaßten Jagdstaffeln in erbitterten Luftkämpsen schwere Berlustc bei. An diesen beiden Tagen wurden an der Cambraifront 3—4 feindliche Flugzeuge und drci Ballone zum Msturz gebracht. Den Hauptanäeil an dem Erfolg hatte die I a g d st a f f e l B ö l ck e, die am 27. ihren 3 0 0. L u f t s i e g errang. Leutnant R u m e y schoß seinen 43. bis 45., Leutnant B ä u m e r seinen 33. bis 35., Lent- trant Thy seinen 32., Offiziersstellver!veter M a i seinen 28. Lentnant Strommherz seinen 26. und 27., Oberleutnant Greim seinen 25. Gegner ab. Bis zum Mittag hatten imfere Jagdflieger über dem Schlachtfelde die Lust von feindlichen Ge- chwadern reingefegt. Nachmittags hielt der Gegner seine Luflstreit- krä'te hinter den eigenen Linien. Unter dem Schutze der Jagdflieger meldeten unsevc Infanterieflugzeuge ununterbrochen den Verlauf des Großkampes und hielten ständig die Verbirtdmrg mit der Jn- anterie aufrecht. Sch>lack)tstaffeln griffen in den entscheidenden Augenblicken des Kampes in zahlreickien Flügen stark besetzte ciTtblicfc Gräben, vorgel-ende Tanks, Bereitstellungen in Ortsck>af- ten und Mulden, feindliche Kolonnen, und feuernde Batterien mit Bomben, Wurfgranaten und Mascküneng-elvehren toirksam an.
ArttUerieflieger meldeten fortlaufend die Lage des feindlichen und des eigenen Feuers und leiteten zahlreiche Einschießen. Trotz des starkeu böigen Windes unterrichteten jnnsere Ballone vom frühen Morgen an ununterbr<nlxen die Führung über alle Vorgänge an der Front, stellten die Gruppierung lder feindlichen Artillerie lückenlos eft und brallsten zahlreiche, besorrders lästige feindliche Batterien zum Schweigen. Ein aufgefangener englisckier Funkspruch bezeich- nete unsere Ballone als äußerst störend und ordnete deshalb ihre verstärkte Bekämpung an. An der ganzen Westsroni wurden am 2 5., 2 6. und 2 7. September insgesamt 87 feindliche Flugzeuge abgeschossen, davon neun durch Flug- abn?ehrkanonen. Wir verloren anbeiden Tagen nurelf Flugzeuge.
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Der türkische Berichr.
Kvnstantinvpel, 29. Sept. (WTB.) Tagesbericht.
Pal ä st i n a fro n t: Tie E n gl ä n de r setzten ihren Bor- war s ch mit Kavallerie ^beiderseits der Eisenbahn fTeraa—Damaskus und nordösckich fort.
Auf der übrigen Front Rühe.
Sofia, 30. Sept. (WTB.) Generalstabsbericht vom 28. September.
Die Pläne der Enrente in Syrien.
Berlin, 30. Sept. Der bekannte syrische patriotische Älbgeordnete 5)auran Emir Scliekib Arslan hat ein Telegramm an alle kriegführenden und neutralen Staaten gerichtet, in dem er darauf hinw^ist, daß englischen Zeitungen zufolge die britifcf>c Regierung Frankreich ausgcfordert hat, die syrische Bevölkerung auf die Autonomie vor- zubereiten. Daraus sei zu ersehen, daß es sich um eine Aufteilung des Landes in zwei Zonen: Palästina unter nglischer und Syrien unter französischer Oberhoheit handle, daß also dieser Krieg für die Entente ein Eroberungskrieg sei. Emir Schekib Arlan protestiert im Namen der syrischen Gruppe im osmanischeu Parlament gegen dies Vorhaben der Entente. Er wendet sich insbesondere auch an alle liberalen Kreise Frankreichs und Englands mit )er Bitte, daß jede gewaltsame Entscheidung in Shoren nach ^riedensschluß für ungültig erklärt und die Gestaltung der ukunft des Landes der Majorität der syrischen Bevölkerung überlassen wird.
Au- Rumänien.
Bukarest, 30. Sept. (WDB.) Wie bereits gestern gemeldet, erließ der parlamentarische UntersuchungSausschuß gegen den früheren j.Bukarester Polizeipräsidenten Corbescu, der der Vertrauensmann urrd das Wev^eug B ratianu s war, einen Haftbefehl. Corbescu floh jedoch vor der Verhaftung. Heute tvird aus Jassy gemeldet, daß durch, Agenten der Sicherheitspolizei Corbescu, der sich in Budachi bei Akllerman in Bessarabien versteckt gelitten hatte, verhaftet wurde.
von
Bei
über.
ver Seekrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 30. Sept. (WTB. Amtlich.) JmSperr- g e b i e t u m E n g l a n d versenkten unsere U-Boote 15 000 Bruttv-Registertonnen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Berlin, 30. Sept. Schwedische Zeitungen berichten in vorwurfsvollem, gegen Deutschland gerichtetem Tone, daß der gesunkene schwedische Dampfer Gunhild durch eine deutsche Mine vernichtet worden sei.
Wie der englische Gesandte in Stockholm im Juni 1918 erklärte, haben die Engländer damit begonnen, das Kattegat durch Minen zu sperren. Daraufhin war Deutschland zu entsprechenden Gegerrmaß-nahnien gezwungen. Gunhild ist tm freien Seegebiet beim Minenfischen verunglückt, ein Unfall, mit dem beim Fahren in minenverseuchten Gewässern stets gerechnet werden muß. Ob es sich iu diesen: Fall um eine verankerte oder treibende Mine Handel^ ist nicht gemeldet.
Aus dem Rekche.
Ehrungen Hindrnvurgs und Ludendorffs in Oftpreuhen.
La bi au, 30. Sept. (WTB.) An dem im Kreise Labmü aelcgeiien 18 Storni, langen „Großen Fricdrichsgraben" einer Teilstrecke des Binnenschisfahrtsnx-ges Köiiigsber->-Tilsit—Nuß- laird^ hatten sich im August 19,4 die Russen sestgeseßt und hier durch zahlreiche mutwckliae Brandlegungen und durch umfassende Plünderungen in der bcfannten Weise gehaust. Durch den Sieg bei Tannenberg »ourden sie dann znm Ülbzuge gezwungen So sind die verschiedenen, an dem wichtigen Wasserlaufe sich' bin- Mhelwen Ortschaften vor der gänzlichen Zerstörung bewahrst aeblreben. Um doL GedächüfiK an die beiden Befreier Ost-
vwuvzux LHoreuiu? mii oveier wgeito zu vervrnoen. routoe rurziuy beschlossen, die Namen zweier am Friedrichsgraben gelegenen, glerchiramigen Ortschaften nach Hindenburg und Lu- d e n d o r f f zu benennen. Nachdenr die beiden Feldherren dem Landrat des Kreises ihre Zustimmung zu der Namensänderung erklärt hatten, ist nunmehr durch allerhöchsten Erlaß vom 9. Aug. ds. Js. genehmigt worden, daß hie Landgemeinde Groß-Fried- rrchsgraben 1 den Namen Hindenburg und die Landgemeinde Groß- Frredrrchsgraben 2 den Namen Ludendocsf erhält.'
. .Marmclude, Ala rmelade"!
Der Abg. Müller-Meiningen hat im Reichstag folgende Anfrage cinc;ebracht:
Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat insbesondere mtt der Art ihrer Marmeladeerzeugung schon wiederholt in werten Kreisen des deutschen Volkes Aergernis erregt. Erne Gerichtsverhandlung, die großes Auffehen erregte, hat vor kurzem von neuem bewiesen, daß die Organe dieser Reichs- stelle einen wesentlichen Teck der Obsternte Deutschlands zu verderben m der Lage sind. Es droht bei den Gepflogenheitew dieser Stelle, wie sie in jener Gerichtsverhandlung bewiesen wurden, auch in diesem Jahre, zumal da die bedenllich starke Streckung mit Rüben und Trestern berecks offen curgesagt wurde, tue Vergeudung unserer heurigen Obsternte durch die Bereitung ungenießbaren Ware wie im Jahre 1916.
Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun. um das deutsche Volk gegen die Wils gesundheitsschädliche, teils ekelhafte Verarbeitung und Vergeudung eiires großen Teiles seiner wcrtvollent Obsternte zu beschützen? Ich begnüge mich mit schrifckicher Antwort.
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K (WTB.) In bet heutigen Versammlung
ber Zcchbnbcsitzcr des Rheinisch-Westfälischen Kohlen- lyridilats wurde unter freudiger Zustimmung der Versammlung beschloffen, daß das Kohlensyndikat auf die 9. Kriegsan- ler he ^0 Millionen Mark zeichnet. Aus die 8. Kriegsanleihe zeichnete das Kohlensyndikat 60 Millionen Mark und auf die bisherigen acht Kriegsanleihen insgesamt 265 Millwiren ^rk.
Aus ßcfScm
Ays der hessischen Nalionalliberalen Partei.
Am 1' Oktober tritt der Geschäftsführer der Landespartei Dr. Otto ^ i n s e, wie aus einem an die Parteifreunde im Lande üiw wi die Patteipresse gewichteten Abschiedsschreiüen hervorgeht, von der Lertung der Geschäfte der Landespattei zurück uni einem an ihn ergaitgeneat Ruf als Syndikus des Verbandes' Mitteldeutsckier Jndusrrieller, Sitz Frankfurt a. M., Folge geben zu können.
** er
Aus Stadt unv CanA.
Gießen, den 1. Oktober 1918.
m, Dienstjubiläum ^eiett henke
Polizcifekretar P f e f f e r. Ltephan Pfeffer fbeht im 67. Lebens- mhce. Lv trat im Jahve 1872 in Pas Jnsaktterie-Regimerck 116 2“^ ™ ^lchem er im August 1875 zum Unteroffizier befördert wurde. Am 1. Oktober 18/8 wurde er bei der Gründung der Gleßcner ^,chutzlnannsä)aft in diese eingestellt. Er wurde später KriMinals-chutzmann im Jahre 1906 Wachtmeister und versieht seitdem Jahre 1909 die Stelle des Polizeisebretärs bei Großh.
^ id}mntgeii nmrben ihm verliehen: 'nSl* • E )lllg>nneme Ehrenzeckl-m mit der Inschrift
^ 0 ur laugiahrige tteue Dienste", im Jahre 1910 das Silberne im?^Philipps des Großmütigen, im Jahre 1916 das Ktteg^^hrenzevchen. Anläßlich seines 40jährigen Tienst- Mbckaums wurde chm vom Grotzherzog die Krone zum Sckbernen Kreuz des Verdienstordens LZHilchps des Großmütigen verliehen. ZT - r Irriges Dienstjubckäum feiert ebenfalls der Rats- ^ "bel, dem lwm Groß Herzog das silberne Kreuz des Verdienstordens Phckipps des Großmütigen verliehen wurde Na- hat Oberbürgermeister Keller den Jubckarrn die Glückwünsche der Stadt unter Anerkennung der der Stadt geleisteten Dienste überbracht. ü
** Sein 25jäh riges Tienstj ubiläum bei der Stadt
Götzen begeht heute Earl Weller als Sttaßcnwatter I., ferner Straßenmeister Kospar Becker und der Vorarbeiter des Stadt- gattners Heinrich Müller.
t* E. Fleischlosen Wo chen werden nach Bestimmun- gen des Kriegsernährmigsamtes eingesetzt und gelten allgemein, also sowohl rür die städtische wie für die ländliche Bevölkerung Hinweise für die fleischlose Woche vom 30. September bis Oktober von Kommunal verband und Kreisamt an verschiedenen Tagen an uns gelangt und getrennt veröffentlicht worden find, ist, m ländlichen Kteisen die Ansicht aufgetaucht, als ob die fteisch- lose Woche sür die Städter keine Geltung habe. Ties ist aber nicht der Fall. Ausgabe von Fleisch findet in dieser Woche nirgendwo im statt und ist auch für Gastwirtsck)asten verboten und strafbar
** Die Ausgabe vou Mehl an Stelle von Fleisch für Urlauber findet bei August Wallenfels, Marktplatz 17, gegen Ablieferung der Fleischmarken für die 40. Wockse statt. Fremde erhalten das Mehl in dem Kleinhandelsgeschäft von Th Schlierbach, Frankfurter Sttaße, gegen Abgabe der mit dem des Oberbürgermeisters versehenen Fleischmarken der
40. Woche.
Backen von Krankenbrvt für den Monat Oktober 1918 ist folgenden Bäckern übertragen:: C. Haas, Bleich- straße, und F. Schreiner, Lindenplatz.
Anträge auf Gaseinrichtungen. Die in der letzten Zeit aestellteii Anträge auf Gasemttchtungen können nicht wie erwünscht erledigt (werden, Iweck es an Personal, Material urü» namentlich an Gasuliren nvangelt. Es können daher nur die dringendsten Arbeiten vorgenommen werden. Siehe Bekannt« machung.
^ ^ ^ M u seumsleitung macht darauf aufmerksam»
daß das Kriegsmuseum am Landgraf-Philipp-Plad nur bis zum Eintritt der kalten Witterung zu besichttgcn ist.
** Winterfahrplan. In den zum 1. Oktober in Kraft tretenden amtlichen Winter fahrplanen werden die v o r l ä u f i gi nvchnicht verkehrendenZüge einh.ntlich durchs einen Vermerk in der folgenden Form gekennzeichnet werden: „: Verkehrt bis aus weiteres nicht." — Ferner werden in einheitlicher Form auch die Züge kenntlich gemacht werden, die bei nüttg werdenden Zng- einschrätillingen vorüber ge herid in Wdgfall kommen. Diese Zug«! erhalten in den Fahrplandrucksachen den Vermerk: „.Verkehrt bis auf weiteres nicht."
,** Schwarz-Weiß-Licht spiele. M heute bis einschließlich .Freitag wirkt Lu L'Arroiige in ihrem Charakterstück in 3 Akten „s'Lieserl voni Loisachtal". OrtgulalalifnalMen aus München, Loisachtal, Garmisch-Partenkirchen. Außerdem spielt (N)tth Meller, die bekannte Darstellerin der Marlitt-Romane, die Hauptrolle rn dem Lustspielschlagcr in 4 Akten „Ter Reffemarschall".
Landkreis Gießen.
** Eberstadt, 28. Sept. Gefreiten Heinrich Naumann wurde das Efferne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedacklle, verliehen.
a ‘ dö ^ Okt. Dem gestrigen Sturn um die
Mittagsstunde fiel unsere alte Linde, erire Zierde und Schönheit des Ortes, zum Opfer. Ihr schon viele Jahrzehnte hohler Stamm konnte der Getvalt des Sturmes nicht trotzen. Jhr«r latz hatte sie viele Jahrhundette hindurch bel)auptet. Bei ihrem äurze legte sie sich auf das neben ihr steheiide Leiter- und Backhaus, ohiie Iveitercn Sck)aden anzurichten. — Am letzten Somit ah fand mrter großer Tecknahmc der Gemeinde die ()>c- dächtnistcier für den am 1. Septeniber gefallenen Grenadier Ludwig Bellen. Sohn deS Lmrdwirts Hemrich Velten VIll. auf dem Wirberg statt. Die starke Betelligung an der Feier zeigte' nne beliebt der Gefallene war. Noch kur^ vor seinem Tode geriet er mit mehreren Kameraden in fianzösische Gefangenschaft, aus tvelcher er als der einzige wieder zu seinem Truppentecke zurück- zukehrcn vermochte.
^Klein-Linden, l.Okt. Musvetter Otto Lippert aus Klein-Linden erhielt das Eiserne Kveus 3, Klasse^


