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Nr. 226

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168. Jahrgang

Donnerstag, 26. September 1918

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General-Anzeiger für Oberheßen

Die Aureinanderfetzung im hauptausschch des Hei-

(WTB.) Grotzes Hauptquartier. 25. Septemb. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kro r:Prinz Nupprecht.

Rege Erkundungstätigk it in Flandern. Zwischen Moeu- vres und dem Walde von Havrincourt lebte der Artillerio- kampf uus. Bei Moeuvres scheiterten erneute Angriffe des Feindes.

Heeresgruppe Generaloberst vo n Bo ehn.

Südlich, von C'pchp nahmen wir in örtlichem Gegen­angriff die vor den Kämpfen am 22. September gehaltenen Lwien wieder.

Zwischen dem Omigmn-Bach und der Somme nahmen Engländer und Franzosen ihre Angriffe gegen St. Quentin wieder auf. Sie waren von starker Artillerie und Panzer­wagen begleitet. In Pontruet. Grieourt und Francilly-Se- jlency faßte der Gegner am frühen Morgen Fuh. Versuche des Feindes, in heftigen, sich gegen Mittag fortfctzenden An- gr'kfen die Einbruchsstellen zu erweitern, scheiterten. Durch , Artillerie und Flieger wirksam unterstützte Gegenstöße un­lerer Infanterie und Pioniere brachten gegen Mittag Pon- Iruet und Gricaurt wieder in unseren Besitz.

Die zwischen beiden Orten gelegene Höhe wurde nach wech-felvollem Kampfe wiedergenommen. Francilly-'Selency blieb in Feindechand. Au der übrigen Front brachen seine Angriffe meist schon vor unseren Linien zusammen. Wo er sie erreichte, wurde er im Gegensatz. wieder zurückgeworfen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Beste und Aisne brachen Sturmabteilungen ln die feindlichen Linien südlich von Glenne ein und brachten 85 Gefangene zurück. Ein starker Gegenangriff, den der Feind nach Abschluß dieser Kämpfe gegen unsere Ausgangs­stellungen richtete. wmÄe abgewiesen. Bei kleineren Nnt-er- uchmungen über die Besle und in der Champagne machten wir Gefangene.

*

Wir schossen gestern im Luftkampf 28 feindliche Flug­zeuge und 6 Fesselbalkine ab. Leutnant Rumey errang seinen .42., Leutnant Aaeobs seinen 30. Luftsieg.

Der Erste Genrralguartiermeisttr

Ludendorff.

ke dich gebar.

Die dich erzog zum Mann, Oie Heimat pocht Um Hilfe bei dir an.

Wer eilt nicht schnell Mit voller Hand herfür, Ständ' feine Mutter Bitten- vor der Tür?

Der Abendbericht.

Berlin, 25. Sept., abends. (WTB. Amtlich.)

Zwischen O m i g n o n - B a ch und der S o m m e wur­den erneute Angriff des Feindes abgewiesen.

*

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 25. Sept. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

An der Tiroler Süd front und zwischen der Brenta und dem Piave scheiterten italienische Erkun- dungsvorsütze. In den Sieben Gemeinden setzte der Feind gestern bei Canove seine Teilangriffe fort. Die An­greifer. Italiener und Tichecho-^Slowaken, wurden überall geworfen, an einer Stelle durch einen Gegenstoß von Pardu- bitzer Dragonern.

Der Chef des Generalstabs.

Wir haben eine parlamentarische Opposition gegen den Äterchslanzler und die bisherige Regierungsweise gehabt und haben sie noch heute das ist, kurz gefaßt, das Ergebnis der'beiden großen Verhandlungstage des Hauptausschusses unseres Reichstages. Graf Hertling sprach selbst von einer sich äußernden Mißstimmung im Volke, und suchte die Gründe dafür anzugeben. Dabei hat er in seiner diplomatischen Art vermieden, das Kind beim rechten Namen zu nennen, den es ist zweifellos, daß die ernste Stimmung, die unser Volk heute beseelt, von politischen Gruvpen und unverantwortlichen Stellen verschärft und beunruhigt wird. Ueber die ernste Lage des Reiches, die nach wie vor die Zusammenfassung aller i Kräfte des Volkes zu seiirer Verteidigung erfordert, ist von den Vertretern der Regierung, des Heeres und der Marine MN Dienstag sehr ausführlich gesprochen worden. Wir wüßten nicht, daß da irgendwelche Dinge verheimlicht worden wären, und wir glauben nicht, daß in den Geheimberatungen, zu denen der .Hauptausschuß gestern noch gelangt ist, noch viel wesentlich Neues zutage gefördert wurde. Diejenigen, die nach dem militärischen Rückschlag, der uns in den letzten Wochen getroffen hat, den Kovf verlieren und in unnützer, aufgeregter Weise nach denSchuldigen" fragen wollten/ könnten nicht energisch genug in ihre Schranken verwiesen werden. Einige Organe, die sich in der Schürung vonGroll und Zorn" heute hervortun, wollen doch nur die Lage be­nutzen, um ihre Parteikarre wieder eine Strecke vorivärts $u bringen. Ob damit dem Reich und dem Ganzen gedient ist, das ist eine andere Frage. Mr sind keine besonderen Freunde und unbedingten Anhänger des Grafen Hertling und seiner Politik, aber wir finden, daß er im Grunde nichts Wesentliches versäumt hat, was uns dem Frieden hätte näher bringet: können und tzas ist ja schließlich die entscheidende Hauptsache. Oder glaubt jemand im.Ernst, noch mehr Frie­

densangebote und Friedensversammlungen im Lande wür­den die Aussichten auf baldigen Frieden vergrößert oder ver­bessert haben? Wir brauchen nur auf die Wiener Politik zu schauen: dort i st offenbar in dem erwähnten Sinn nach etwas lebhafter gesprochen und gehandelt worden aber was war das Ergebnis? Gras Hertling hat im Streit der Meinungen über die Zukunft und ihre Ziele behutsam die Mitte gehab­ten: er hat die Politik der Reichstagsmehrheit gemacht, aber extrenre Wünsche nicht erfüllt. Das wird ihm von macht­gierigen Gruppen jetzt schwer verdacht. Ganz rich­tig charakterisiert dieKöln. Ztg." den Streit der Weltanschauungen mit folgendem Satze: Sehen die

einen, um es auf eine kurze Formel zu bringen, aus dem Weltkrieg eine Weltumwäl^ing zu einem neuen System vertrauensvollen Neben- und Miternanderlebens der Völker im pazifistischen Sinne werden, so sind die andern der Ueberzeugung, daß das Wort:Wenn du den Frieden willst, rüste zum Kriege") nach dem Krieg noch eine härtere Geltung haben wird als zuvor." Daß in der praktischen Ar­beit unserer Regierung nicht immer die Theorie in die vor­derste Linie gesollt werden kann, sollte angesichts der Haf­tung unserer Feinde selbstverständlich sein.

Unsere Regierenden müssen sich eng an das Volk und seine Gefühle halten, das ist richtig. Wo das versäumt wor­den ist, wo im Eifer des Gefechts der Kriegsminister einmal zu weft gegangen ist, konnte das im Hauptausschuß mit Recht kritisiert und zurückgewiesen werdem. Auch in Sachen des Wahlrechts sind aneifernde Worte und Folgerungen nicht weiter verwunderlich. Wer kann man von einer Neb^nregierung" sprechen, da alle Instanzen, gerade um die Einheit des Volkes herzustellen, sich auf e i n Programm geeinigt haben, wie es in der Payerschen Rede zum Ausdruck gekommen ist? Wir haben schon einmal ausgesprochen, daß uns die Beteiligung der Sozialdemokra­tie an der Regierung keineswegs als ein Unglück erschiene. Aber ihre Bedingungen! Was derVorwärts" darüber ver­öffentlicht^ hat. war ein Parteiprogramm, kein Volkspro­gramm. So hat denn auch der Hauptausschuß sich über diese Frage nicht zu einigen vermocht, und das Zentrum ist, so­weit man die Dinge überblicken kann, nicht geneigt, das sozialdemokratische Programm restlos anzunehmen. So wird vermutlich zunächst alles bleiben wie es war. Wir alle haben uns bei der Lösung dieser Fragen immer vorzuhalten, wie diese inneren Auseinandersetzun­gen auf das Ausland wirken. Und auf der anderen Seite können wir uns nicht genug das Bild der uns schmähenden, uns einen annehmbarem Frieden verweigernden feindlichen Staatsmänner' vor Augen halten!

Die Sesprechung im hauptausschutz des Reichstags.

Berlin, 25. Sept (WTB) Der Hauptausschuß des Reichstags trat heute im Anschluß an die gestrigen Aus­führungen vom Regierungstisch in die Aussprache über die all­gemeine politische Lage ein. Auch heute wohnten der Sitzung der Reichskanzler, eine Reihe von Staatssekretären, Ministern und Bundesratsbevollmächtigten, sowie außer den Mitgliedern des Ausschusses zahlreiche Abgeordnete als Zuhörer bei.

Abg. Gröber führte aus: Wechselfälle des Weltkrieges können eintreten, ohne daß man daraus^ Schlußfolgerungen aus die Gesamtlage ziehen darf. Das Vertrauen zum Heer-S sei unerschüttert. Die Ausführungen des Generals vo-n Wrisberg seien aber nicht ausreichend. Nötigenfalls müßten ver­trauliche Ergänzungen gegeben werden. Die Rede des Vize­kanzlers v. Payer in Stuttgart stellte ein Programm der Re­gierung dar, das in Uebereinltimmung mit der Obersten Heeres­leitung . ^aufgestellt wurde. Diese Ueberernstimmung erzielt zu haben, ist ein Verdienst des Grasen Hertling. Das Zentrum ist bereit, auf den Boden dieses Programms zu treten, wenn es tum nicht verkennt, daß viele Rmchstagswünsche unerfüllt ge- blisben sind. Das Haupthindernis war der Zwiesvalt zwischen der Zivilregie rung und gewissen milit arischen Stel­len. Dadurch wurde der Eindruck einer gewissen Unehrlichkcll im Anslande hervorgerusen. Der Wille der Regierung muß sich gegen alle Widerstände durchsetzen. Im Osten müssen die Rand­völker ihr Selbstbestimmungsrecht wirklich ausüben dürfen und eine Selbstverwaltung bekommen. Mit der Militärverwaltung muß Schluß gemacht werden, denn sie wird als Unterdrückung empfunden. Mit der Lösung der polnischen Frage geht es nicht vorwärts. Wie steht es mit der Behandlung der Polen in Deutschland? Die bisherige Polenpolitik form unmöglich fort­gesetzt werden.^ Ter Erlaß des Kriegsministers vom 8. August war der Gipfel verkehrter Maßnahmen. (Ter Redner verliest den Erlaß, der sich gegen die Tätigkeit der Zentralstelle für Völkerrecht zugunsten eines Vefftändigungsftiedens wendet und über die Behandlung der Versammlungen dieser Zentralstelle den stellvertretenden Generalkommandos bestimmte' Anweisungen gibt.) Tie Friedensentschließung des Reichstages vom 19. Juli ist von der Reichsregierung gutgeheißen worden. Der Reichstag kann es daher nicht leicht nehmen, wenn der K'riegsministeü gegen dieses Friedenspcogramm vorgeht. Der Erlaß muß zurück- eno-mmen tverden. Ebenso ungehörig ist das Verbot von Ver- ammlungen. in denen sür das gleiche Wahlrecht gesprochen werden soll. Diese Verwirrimg unserer Politik muß aufhören. Ter Reichstag wird den Reichskanzler unterstützen in dem Be­streben. alle 'Oitertreifereieu zu beseitigen.

Abg. Scheidemann (Soz.): Tie Gegnerschaft gegen den Grasen Herlling ist gewachsen, ist aber rein sachlich. Das letzte Jahr war das schwersle. Wir sind dem Ziele nicht näher gekommen. Tie Rückschläge im Westen haben so enttäuscht, weil man zu große Hoff­nungen erweckt hatte. Tie Aufklärungen der.Heeresverwaltung ge­nügen nicht. Man sollte offener verfahren. Nur ein reiner Ver­teidigungskrieg löst die Kräfte aus, die wir brauchen. Das militä­rische Siegesideal ist nicht das unsere. Wir verzetteln Kräfte im Osten und schwächen uns dadurch im Westen. Ter Brest er Ver­trag ist ein schlveres Hindernis für den Weltfrieden. Das Kö­nig s s p i e l in Finnland ist ein politischer Fehler. Wer er­laubt dem Prinzen von .Hessen, als Offizier seine Nationalität- znlegen? Man lasse die Finger davon. Kühlnuurns Nachfolger wurde von den Alldeutschen stürmisch begrüßt, aber die Tatsachen! waren stärkere. Tie ReichSregierung bekennt sich zur FriedenS-

entschttcßung, der Kriegs'minister aber versetzt ihr einen Fansthieb in das Gesicht. Jirnerpolitisch kümmern sich Militär und Polizei ebenfalls nicht um die LLbsichten der Regierung. Tie Eingriffe der Zensur sind unbegreiflich. Diese Tinge wirken lähmend auf die Stimmwrg der Fwnt. Unser Militär wird immer herrischer, die Regierung aber immer schwächer. Fort mit allen Nebenregierungcn Wir werden unser Verhalteir zur Regierung danach einrichten, ob sie versteht, ihre vernünftigen Wsichten durchzuführen. Wir dürfet die Tinge nicht so weiter treiben lassen.

General v. Wrisberg: Ter Erlaß des Kriegsministers richtet sich nicht gegen die Friedensentschließung des Reichstags. Dem Kriegsminister war vielmehr bekannt geworden, daß die Ver­sammlungen der Zentralstelle für Völkerrecht über den Rahmeck jener Entschließmrg hinausgehei7, und deshalb hat er den General­kommandos die Anweisung erteilt.

Aba. Fischbeck (Volkspartei): Tie Lage ist ernst, aber wir haben keinen Grund, kleinmütig zui seiir. Die politischie Leitung muß alles tun, urn die Kräfte int Innern zu starten. Obenan muß der Satz stehen, daßj nur einen reinat Verteidigungskrieg! führen. Dieser Gedanke ist gefäl/rdet worden nicht nur durch die Alldeutschen, sondern ^anchi durch amtliche Stelleir. Der Reichs­kanzler hat sich diesen Treibereien gegenüber nicht durchsetzen können. Der Wille ^var wvU da, aber die Kraft Ijat gefehlt. Man hat verjprochm, die Handhabung des Gesetzes über den Belagerunzs-, zustand zu mildern, aber es ist iricht besser, sondern schlimmer ge­worden. Die ^Militärs wollten das nicht und nrachen es nach ihrem Kopf. Sie verhindern auch, daß das Vertrauen des Vol­kes durch, die 23ahlrechtsvorlag2 neu belebt wird. Die Entladung der Erregung in einem, .Wahlkamvi ist ncht so gefährlich, wie die.Ansammlung von Groll und Berstimnrung. Tie Landräte und viele Kreisämter durchkreuzen die Politik der Regierung. Wir wollen nach Mitteln suchten, um blutige Kriege in .Zukunft im- möglich zu niachen. Setzck der Feiud diesem Bestreben seinen Vernichtungswillen entgegen, dcnm ist die Front im Innern wieder fest und unerschütterlich. Wir fordern klare Kriegsziele. Tie poli­tische Abteilung bei dec Obersten Heeresleitung durchkreuzt viel­fach den Willen der politischen Reichsleitung!. Das schafft Verwir- rimg. Der Erlaß des Kriegsmfttisters ist unentschuldbar. Wir sind einverstanden mit dem PWgramm des Herrn von Payer. Tie Regierung muß nun aber auch die Kraft haben, es durch­zusetzen.

Abg. Siresemann snat.-lib.): Das Zentnun erklärte, daß es sich auf oen Boden des Regierungsprogramms, das der Vize­kanzler von Payer m Stuttgart entwickelt hat, stellen will. Das­selbe kann ich nannns meüter Fraktion erklären. Es leiten uns da­bei dieselben Gesichtspunkte wie im Herbst 1917.

Stresemann fuhr fort: Tie Ausführckngen des Staatssekretärs von Hintze haben unsere ZuAmmnng geftmden, und wir freuwck wts, in ikyn einen so hervorragenden Kenner der osteuropäischen Verhällnin'e sehen zu können. Er wird die volle Zustimmung des Parlaments haben, wenn er den Bestrebungen entgegentritt, dis darauf hinausgehen, einer: Umsturz der heutigen russischen Verhall- nisse durch Deutschlands Eingreifen herbeizuführen. Wir sind da­mit einverstanden, daß mit den Randstaaten ^> Konventionen ab- geschlossen werden, die eine Konsolldierung ^er dortigOt Verhält^ nisse ermöglichen. Die Konsolidierurcgsbesttebungen, die in Kur- lanck'von der Milltärverwallung in Angriff genommen worden sind/ billigen wir.

Auch den russischen Zusatzverttägen stimmen wir zu, die in ihrer Gesamtheit Deutschlands Interessen wahren. Die Verhältnisse in Rumänien erfordern unsere größte Aufmerksam keck. Den Wühle­reien der Entente in Jassy muß mit größter Energie entgegen- getreten werden. »In bezug auf Belgien widerspreche ich der Auf­fassung, daß Belgiens Schuldlosigkeit erwiesen sei. Tie Regierungj sollte uns Gelegenhell geben, ihr Material kennen zu lerrren, um den falschen Auslassungen der Erttente entgegeittreten zu können. Tie Differenzen zwischen der Militärverwaltung und der politischen! Leitung auf dem Gebiete der Handhabung des Belagenmgszustan- des sind bedauerlich. Wir erhoffen in bezug auf die Wahlrechts­vorlage eine Verstärtdigung auf dem Boden der Vorlage zwischen Regierung und Herrenhaus.

Hierauf wurde die Aussprache auf Donne rstagver- t a g t. Am Nachmittag wird eine G e h e i m s i tz u u g zur Ent-. gegennahme einer ausführlichen Unterrichtung über die milllärische Lage ftattfinden.

* * *

Nach Abschluß der HaiupLausschußsitzung vom Mittwoch ver« sammelten sich die Mitglieder des Hauptausschusses wieder zu einer verrraulichen Zusammenkunft mit den Regierungsverttetcrn. Wäh­rend am Dienstag Staatssekretär v. Hintze Mitteilungen machte über die Wiener Friedensnote und die wieder beginnenden deutsch- österreichisch-nngarischcn Verhandlungen über Polen sowie über das Bundesverhältnis zwischen Deutschland rcnd Oesterreich- Ungarn, machte am Mittwoch GeneralvonWrisbergim Namen bei Heeresleitung Mitteilungen über die milllärische Lage. Die Aus. spräche, die wiedericm im Bimdesratssaale stattfand, dauerte bis nach 6 Uhr abends. Dann fand wiederum eine znft'ch.msrakttonesle Desftr-chung statt, , die aber nur von sehr kurzer Dauer war, da schon für 7 Uhr die Sozialdemokraten und für Vs8 Uhr die Fort, schrittliche Volkspartei Fraktronssitzungen einberufen hatten.

Die Kämpfe an Ser Westfront.

Berlin, 25. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Sell Anfang September verschob sich der Druck der Enalände-r geq^n die Siegfriedstellung immer mehr von Norden nach Süden. Dabei rannte Foch mit gesa mm engeballten Kräften und mit außerordentlicher Zähigkeit bald in geschlosseneni Groß­angriff, bald in starken Teilvorstößen immer wieder ver­geblich gegen die deutsche Front im Raume CambraiSt. Quentin an. Am 24. September setzte er starke englisch-ftan- zösische Kräfte gegen den Raum nordwestlich von St. Q u e n- tin an. Der Angriff gall in erster Linie der sogenanntem Tommch-Höhe Zwischen den Dorftrümmern von Po^ivruet und Grieourt. In gewohnter Weise stümnten die Engländer vor Hinter schwerstem Artilleriefeuer gingen starke' Infanterie- Massen vor, die von zahlreichen Tanks und Schlachtsliegenr begleitet wurden. Im ersten Ansturm gingen die beiden Dörfer verloren. Den planmäßig unter starkem Artilleric-

S einsetzenden deuffchen Gegenangriffen vermochte der änder iedoch nicht standzuhalten. Pontniet und Gri- court wurden wieder erol>ert. In erbittertem Ringen ge­langte schließlich auch die Tommy-Höhe, die mehrmals den Besitzer wechselte, wieder in deutsche Hand.

südlich, wo es den Frartzosen gelungen war, sich Francilly-Selencys zu bemä^ttgen, griff der Gegner uur