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Nr. 219

Der Ärtzcner Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: EietzenerLamillendlätter;

Areisblatt

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168. Jahrgang

Mittwoch. 18. September 1918

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Ge«eral-Anzeiger für Kberhchen

Ablehnung der Medemnote durch valsonr und Wilson.

(35£33.) Großes Hauptauartier. 17. Crvtemb. (Amtlich.)

Westl»chrr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

In Flandern rege Erkundungstätigkeit. Südlich von Ypern scheiterten Teilangriffe des Feindes. An der Kanal­stellung brachten pommerfche Grenadiere von erneuten Vor­stößen gegerr den Feind bei Sauchy-Gauchy Gefangene zurück. Zn der Gegend von Havrincourt steigerte sich der Artillerie­kampf am frühen Morgen vorübergehend zu großer Stärke Keine ZnfMterictätigkeit.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Ailette und Aisne dauerten die heftigen An- griffe des Feindes fort. Mir nahmen den Ostrand der Höhen östlich von Vauxaillon, auf der der Feind vorübergehend Fuß faßte, wieder. An der von L-affaux nach Osten führen­den Straße drückte uns der Feind etwas zurück. Am Nach­mittage nach stärkstem Artilleriefeuer erneut vorbrechende Angriffe des Feindes scheiterten an den Gegenstößen der hier kämpfenden hannoverschen, braunschweigischen und olden- durgischen Reser-vereginrenter. Sie schoben am Abend ihre Linien zum Teil wieder vor. Auch die südlich anschließende Brandenburger 5. Infanteriedivision schlug mehrfach durch Panzerwagen unterstützte Angriffe des Feindes ab. Im Süd­teile von Bailly dauerten Klemkämpfe an. In der Cham­pagne wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feindes südlich von Aipont abgewiesen.

Heeresgruppe von Gollwitz.

An der Codes Lorraine, bei St. Hilaire und westlich von Fonville führten wir erfolgreiche Unternehmungen durch. Teilangriffe des Feindes gegen Haumont und noköstlich von Ttziaucourr wurden adgewresen. Die Artillerietäti^eit be­schränkte sich auf Slö rungsfeuer.

*

Wir schössen gestern 44 feindliche Flugzeug ab. Obrr- MMmnt Lörzer errang seinen 40., Leutnant Nmnay seinen 35. nrw Leutnant Ttzny seinen 30. Lustsieg.

Der Erste Grneralauartirrmeister Ludendorfk.

*

Der «»endbericht.

Berlin. 17. Sein., abends. (WTD. Amtlich.)

Ztmschen Ailrtte und Aisne scheiterten erneute Anariffie des Feindes.

Bon den anderen Fronten nichts Neues.

»

Der Ssterreichisch.ungarische Tagesbericht.

Wien. 17. Sech. (WTD.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

Zwischen der Brenta und dem Monte Solarolo setzten dw Italiener gestern früh nach starkem, bis znm Trvmmeb- 7 cmr gesteigertem Artilleriestner ,mm Angriff an. Ihre Sturmkolonnm wurden im Brenta-Tal und vor dem Cot Eachilr durch unser Feuer zurückgrtriedcn. Auf dem Asolone verachten sie unter Wirkung unserer Batterien ihre Gräben ubcchauch nicht zu verlassen. Stuf den: Mont« Pertica. dem jsalawlo und aus dem Tasson-Rncten kam es zu erbitterten Kämpfen, m dm«en der Feind gleichfalls restlos weichen Muhte.

In anderen Abschnitten vielfach lebhafte Fliegertötite feit.

Westlicher Kriegsschauplatz.

JBet den österreichisch-ungarischen Truppen keine größe­ren Kampchandlungen.

Albanien.

Bei Pofani scheitelten erneute italienische Vorstöße.

Der Chef des Generalstabs.

MT c¥A x ? /E ernzuwenden, btt Zeitungen geben keinen Matzstab dafür, wie stch die allriecten Regierungen verhalten werden. Es ist vorauszusehen, daß diese eine gemeinsame Ant­wortnote übfassen werden, als deren Grundlage die Daily News nach Ansicht diplomatischer Kreise die Aufhebung des Vertrages von Brest-Litowsk und die Räumung von Ru Serbien, Montenegro, Frankreich und Belgien, also die Aufgabe all unserer militärischen Errungenschaften, die Herausgabe unserer Faustpfänder und Sicherheiten vor Begrün der Besprechungen annimmt. Ohne eine solche ge­meinsame Note abzuwarteu, haben aber Wilson und Balfour bereits vorgegrifsen und ihre Ansicht klar zu erkennen ge geben. *

Wilson faßt sich kurz und besteht einfach auf Anerken­nung seiner bekannten Bedingungen, während er den Kon­ferenzgedanken von vornherein ablehnt. Balfour verbreitet sich ausführlicher über dm Inhalt der Note. Aber obgleich et nach eigener Angabe die Note nur flüchtig gelesen hat und ohne Rücksprache mit seinen Regierungskollegen seine persönliche Meinung ausdrückte, so muß man doch anneh­men, daß die Ansicht der englischen Regierung von der seinen kaum gbweichen wird. Uitd so erleben wir das Schauspiel, daß die Vertreter der beiden demokratischsten Regierungen, England und Amerika, noch bevor ihnen die Note in ihrer ursprünglichen Fassung zugestellt ist, lediglich auf deren Wie­dergabe in der Presse hin, ein so wichtiges Dokument, wie es dre Note trotz allem bedeutet, als einen belang- losen Wych in den Papierkorb werfen. Unver­kennbar haben die augenblicklichen militärischen Er­folge des Feindes an der Westfront die beiden Herren aufs hohe Roß gesetzt, und machen es ihnen leichter, durch den Blutsumpf M waten, der durch ihre Schuld sich noch immer weiter über das unselige Europa ausbreiten soll.

Balfour stimmt lediglich darin mit der österreichischen Note überein, daß die gesamte Zivilisation aus dem Spiele steht, aber etr erklärt es als durchaus nicht möglich, die Vorschläge als günstig anAusehen. Einem Hohn auf die FriedensbereitschastZerklärnng Deutschlands vom 12 . ,De­zember 1916 folgt eine billige , artrische Darstellung der ge­planten Konferenz, wie sie sich nach Balfours Ansicht ab- pielen wird, eine grobe Entstellung der Payerschen Rede, die erneute Forderung einer Wiederherstellung Belgiens, erne Ablehnung der Rückgabe unserer Kolonien, die Forde­rung nach Aufhebung des Brester Friedens und als letztes dre Verwirklichung französischer Ansprüche ans reichsdeut *ches Gebiet.

Hiermit ist jede Möglichkeit einer Annäherung vvn vorn- hercm ausgeschlossen. Solange Deutschland unbesiegt dasteht, wird es niemals in eine Lostrennung reichsdeutscher und kolonialer Gebietsteile einwilligen können. Der Verständi gungspolitik hat Balfour eine klar ausgesprochene Macht­politik entgegengesetzt und so werden die schweren Würfel werterrotten müssen, bis unsere Feinde zu besserer Einsicht gekommen sind, oder die Völker der Alliierten ihre eigenen Regierungen zur Abkehr von ihrer Machtpolitik zwingen.

Man kann bereits jetzt sagen, daß die österreichisch-un­garische Note eine unzweideutige Ablehnung Erfahren hat, deren Form sich je nach dem Charakter der einzelnen Blät- rer von überlegener Ironie bis zu gewalttätigem Hasse ab- r S^beii Chore klingen zwei Auffassungen am Mutluttsten hervor und werden als die beiden einzig mög­liche hingestellt. Die Westminster Gazette faßt sie in ftl- genden Worten zusammen:

Friedensnote sind zwei Auffassungen ?>er Times" vertreten und sie sagt, festen:erch-Ungarns bedient, um diese Fris- oennvorsi >lg<p' zu machen, um Zeit 'zlu gewinnen für die Reorgani- fterung Irenes hie zweite wrrd von dem AMsterdamer

Kmrespondenteudc^^DmlpChwnicle" vertreten und geht dahin, datz dre jgmturf**: Oesterrerckz-Ungarns solchen Druck aus Dcutsch- m ^-Eig ferne Zustimmung gelben mußte. ^-^affung ,ist Uns bnwal)rsck)einlichste. Die Note kam: reumal an Deutschand bearrtwortet werden, das manämiert, um ^ Mal an O-st-rrcich-UnMrn.

^nnL srch der Grenz« der Erschüpsung nähert. Dre Antwort an Dentschiand kann knrz ui» scharf sein dre Anttvort an Ochrrrerch mntz begründet nnd aemäßig? sein. ' Es ist unnöttg, darauf hrnzuweistn, wie sehr diese 3lus- swiungen sich von der wahren Absicht der österreichisclr-un- gari,che-n Friedensnote entfernen, aber diese sehr gemäßigte Teuhermrg ,oll wiedergegeben werden, um unseren ersten

zu bestätigen, daß kein Feind die ehrlE Absncht anerkennen und ,cüer sich bemühen ioerde ste rsiie den Friedensschritt von 1016 als ein Z7iche^ der ^uten kommenden Zusammenbruches um-

weitere 5timmen zur österreichisch-ungarischen Zriedensnote

Line Rede valsours.

...London. 17. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bei dsm Mich- pauk, das das Lmirgllche Kolbnialmstitut den britischen Presseoer- tv^ern gab, hielt Balfour eine Rede, \osrdn er auf die äsbwreiMckie FnedensnotL einging. Er sagte: Man muß bei ineinen Wus- !Uhru.ngen bedenken, daß sie imnrhalb ziveier Stunden, nachdem rch die Note aus der Presse kennen gelernt hatte, niedergeschrie- sind, und daß ich kerne GAegenhest hatte, mich mit meinen zu beraten. Wl^ ich sage, rnuß daher ausschließlich als persorrliche Aeußerung eures Mitgliedes der Regierunq angesehen weiLem Ich wrlt gl^ch ausführen, daß ich mit der- östeneichiscki- nngarrschen Note in der Meinung überemstimme, daß die ganze Zivilyatron auf dem Spiele steht. Was schlagt der Feind vor. um ¥ beeiden? Nach meiner Ansicht folgendes: Kbinen Waffenstillstand, sondern Anknüpfung vvn ^Besprechungen durch mchtverantwortliche Personen. Ich verkenne nicht, daß eine solche Besprechung unter gewissen Uniständen ein kostbares Mittel sein konnte, um zu einer Uebereinstimnvung -u geborgen. Aber besteht El..A^die ge-rrngste Aussicht, daß unter den gegewoärtigen Berhalttriff«r nutzbringende Besprechungen angebahnt werden komren? ^ch kann das nicht einsehen, wie sehr ich diese Vorschläge auch gunsttg auszunchmen timnsche. Während der ganzen vier Jahre haben die DeutsckMi weder durch ihre Regierung noch durch irgendein verantworttrches Mitglied ihrer Regierung Vor- Mage gemacht, die man als ein Friedensangebot bezeichnen kann ^ovrel ich mich erinnere, kam niemals ein konkreter Vorschlag über Bedingungen, unter denen die Deutschen Frieden schließen wollten. Smd die deirtsckM und die österreichisch^unMrische Regie­rung von der Ueberzeugurm ckbgewicheir, daß die Ehrerbietung wn den Rechten anderer Völker keinesrvegs mit chren eigenen arechien und legitünen Interessen unvereinbar ist? Das lväre die größte Annäherung seitei^s der beiden Regierungen. Stellen Sie sich die BespreckMrgen einnral vor, wie die Oesterreicher sie wünschen, stellen Sie sich ein halbes Dutzend Diplomaten in einem Zimmer beieinander vor. Ihre Gespräche würden daraus genchtet sein, sich nicht bloßzustellen. Sie sind amtlich nicht verantwortlich. Stellen Sie sich vor, wie sie das von Tag zu Tag wechselnde Bild auf dem Schllachtfelde airseheu werden. chbt noch einen wichtigeren Eimocrnd gegen diese Besprechung Zu einigen kleinen Fragen, dre mit dem Frieden in Zusammen­hang stehen, muß rnan seinen Trotz und seine Eigenliebe be- zwrngen. Es gibt sehr viele Fragen, über die ich Besprechungen für unschätzbar halte. Aber nahem wir uns denr Stadiunr, \w diese Frage entschieden werden kann? Ich fürchte, nein. Bevor wir in dreses Stadium eintreten, sind noch größere Fragen zu entscheiden. Ueber diese größeren Fragen ist kein Irrtum möglich. Tie ab­

weichenden Haltungen der Regierungen sind nicht mißzuverstehen. Ihre Stellung ist mit völliger Deullichkeit mitgeteilt. Was nützt es dann, in urwerantlvortliche Besprechungen einzutveten? Lassen/ Sie mich das Mi der gegenwärtigen Lage erläutern. Bevor wir das österreichische ATrerbi-eten über Besprechungen nichtverantwort- lrcher Personen erfuhren, lasen wir die amtliche Erklärung des deut­schen Vizekanzlers. Er hielt eine lange Rede, in der er sich voll- kmnmen deullich und durchaus unmißverständlich über verschiedene wichtige Fragen äußerte. Kannten die amtlichen Stellen in Wien, die Verfasser dieser Note, die Rede des Vizekanzlers oder kannten sie kke rncht? Er ist Vizekanzler zum Teil deswegen, n?eil er der Ver­treter des deutschen Liberalismus ist, besonders weil man glaubt, daß er die Gunst der Reichstagsmehrheit besitzt. Deswegen spricht ex nicht für die Extremisten, sondern für den liberalen Flügel der Regierung. Er ist vollkommen deutlich. Nehmen Sie z. B Belgien.. Er gebrauchte merkwürdige Worte, aber ich rrehme cm, daß er sagen hf-rite, Deutschland fühle, daß es wirklich die Unabhängigkeit Bel­giens wiederherstellen müßte. Deutschland sagt nicht ausdrücklich, daß es irgend etwas tun muß, um die Wohlfahrt Bllgiens wieder- herzu)tellen, oder daß Länder, die es verwüstet, tyra-rnisieri und beraubt hat, Entschädigungen geben wird, aber es scheirtt, daß, werrn BÄgren. zu stimmen will, gewisse Aeirderungen in seinen imie- veir Verhältnissen vorzunehmen, es seine Unabhängigkeit zurück- erhalten rann. >;ch glaube, das ist die deutlichste Erkläre mg, die wir ms petzt über diese Frage von irgendeinem deutschen Regier.-rrgs- vettreter gehört haben. Achten. Sie daraus, daß sie ausdrücllich zu- was wir für eine Selb'stverständlichkeit halten, nämlich me Wiederherstellung und Entschädigung von Belgien, das so un­erhört behandell worden ist. Deutschland hat jetzt'der Bolschewiki- Regiernng 300 Millionen Much Entschädigmrg für Vereiste ab- gerunM, die es seiner Ansicht nach ton Rußland erlittet ^ ich gern wissen, was für Unrecht Rußland

-^^>^land ^ getan hat, das mit dem deutschen Un­recht an Belgien verglichen werden könnte. Sollten wir es ernst mH men, daß Teup chland 300 Millionen von Rußland nimmt und reruen Schllling Entschädigung an Belgien gibt? Wenn das die Meinung der deutschen Regierung ist, so kamt keine Besprechung ^vas nutzen. Es ist ein deutlicher und klarer Unterschied der An­schauungen und eine Besprechung würde Schwierigkeiten toefeti llrt nur stärker hervortreten lassen, aber sie könnte nicht ent­fernen. Dann scheint Deutschland auf die Rückgabe seiner Kolo- nren zu bestehen. Ich werde diese Frage nicht diskutieren, aber ich sage auch hier wieder nachdrücklich, dies ist eine Fnrge, worin eb, Mißverstandiris nicht obwalten kann, wobei die Deutschen ans der emen Sette stehen, und wir auf der anderen. Ich Halle er für un- uwgl^ daß irgendwelche Besprechungen so große Sc^vicrigs. ketten Überdrucken könitten. Oder Deutschland die Macht über jene unglücklichen Bevölkerungen zurückzugeben, die es mißbraucht hat, dre Deutschland wieder die Kontrolle über jene Flottenstützpunkte geben könnte, die es nicht itur zum Kontrolleur der Verbindungs- lrnren zwischen einem Teil des britischen Reiches machen würde/ Mchern au ch zum Herren der Linie des ganzen Verkehrs. (Bei- all3 Wie soll da durch Besprechungen eine Eirrigung erzielt wer­den? ^ch weiß es nicht. Elsaß-Lothringen ist ein anderer Punkt Teutlchlcmd erllärte in den letzten Wochen ausdrücklich, daß es nich: beabsichtige, die Gi'enzen des Deutschen Reiches zu wxdern oder deutlches Gebiet auszugeben, in dem unter allen Umständen auch Eliaß-Lochringen ettibegriffen sein wird. Wie kann eine Be- prechung rn diesem Falle Erfolg hal>en? Ich vermag es nicht zu ehen. Tann nehmen Sie Deutschlmrds ungeheuerliche An- prüche im Osten Europas. Ter liberale deittsche Vize-- kanzler hat erllärt, daß das Schicksal Polens und das Schicksal deri-endgen Völler, die der QstgreiM Rußlands benachbart' sind, owie der Friede von Bukarest, der Runränien in die Lage wres Vasallen bringt, in Kraft bleiben werden und daß Deutschland allein regeln wird, welcher Grad von Knechtschaft seinen östlichen Nachbarn auferlegt tv-erden soll. Das ist endgültig und deullich: ein Miß­verständnis ist nd^tt möglich. Keine dialektische Gewandtheit wird Emerigketten dieser Art mildern, bis diejenigen, die düs Schicksal Deutschlands leicken, ob es das Hauptquarller, der Kaiser, Kanzler, Viz-Äanzler oder der Reichstag ist, berett sind, ausrichllg zu sein oder wenigstens berett zu 'einer Lösung sind, die in Ueberein- 'timinung mit dem ist, was unsere Miierten für eine Sache der Ge- wchtrgivett und Zivilisation, des Rechts und des Friedens hallen' o lange sind bloße Besprechmvgcn nutzlos. Tie Böller der Entente-! länder wünschen ernsllich, ja sogar leidenschaftlich den Frieden, aber sie srnd nicht so töricht, mie einige ihrer Kritiker bei den Mittelmächten anMnehmen scheinen, Sie wissen sehr wohl, daß Teutschlartt, berett ist, die vorhandenen Probleme in einem ©effts anzuscheu, der sehr verschieden ist vvn dem, der ihre Staatsmänner beseelt, weshalb Besprechungen nutzlos sein fnüffen. Deswegen bin ich zu dem Schluß gezwungen, daß, wenn sie solche Vorschläge Vorbringen wie diese, sie es rchcht tun, well solche Vorschläge an.genommen werden würden, und nicht, weil sie glauben, diese Vor- chläge.könnten etwa dazu beitragen, einen Alliierten von einem anderen zu trennen.oder irgendeine Rceimmgsverschiedenhett, die unter den Miierten bestehen könnte, zu verschrrfeu, und' auf diese Weise das gemeinsame Bemührm um die Siog, das sich jetzt an allen Fronten in Frankreich. Italien, Mesopotamien, wie in stkußland Leigt zu schwächen. Ich bin mtt großem Widerstande aber fast ohne Zweifel zu der Schlußfolgerung ge­neigt, daß dieser Vorschlag nill-t ein Versuch ist, zu einem Ver- landigimgssrieden zu komnren, sondern ein Versuch, um

die Kräfte zu, schwachen, die sich an der Front als zu statk erweisen, indem man aus diejenigen ehren­

haften nnd doch irregeleiteten Gefühle zu wirken versucht die nach ihrer Ansicht in allen Ländern bestehen und welche glauben eure Mrkimg zu ihren Gunsten herbeizusühren. die ihren Ahsichtv.r dienen soll. Der Vorschlag kann den Frieden nicht bringen, und ich bttr so gut wie sicher, daß er keine Uneinigkett unter den Allltterllut Hervorrufen wird. Ich glaube, daß in vollstem Ma^ gegenseitiees Vertrauen herrscht. Alles, was dieses Land tun kann, ist gesebelxm und wird geschehen, !um sich ein gegenseitiges Vertramm zu erlvlteri Wenn der deutsche Versuch beabsicküigt. sich in Mäsident Wilsons Farben zu kleiden, oder eine Rolle zu spieleil, von der er annimmt 'XU; )«* Mtson gefallt, so ist er sehr plump, weil er unaufrichtig ist' Wie er sich mich kleiden ma^, die gepanzerte Faust kommt immer- wreder Mm Vorschem, und sicherlich sind auch diejenigen im dre glauben, daß VerhrndlUngen niemals wirksam oder nutll>rinoend sind bis drejemgen, die für die deutsche Polttik verantn^rtlich sind, verstelren daß durch bloßes Leihen oder schickte Anwendung von Wlljvns Worten durch ihre Politik in demselben Augenblick, wv sie ubreall den Lehren Wilsons zmoiderhandelu, auch'nicht der ein- fiach^tc Bürger m den allüerten Ländern irre«EhrL werden kann.