Nr. 21? Zweites Blatt
Sichen« Anzeiger «Sescral-Anzeiger flir SdecheA», Montag, ff>. September »4,8
Lin neuer Zrie-ensschritt Oesterreich-Ungarns
dait:
Len, 14. Sept. (WTB.) Amtlich wird verlaut
Eine objektive, gewissenhafte Prüfung der Verhältnisse aller kriegführenden Staaten Iäfjt keinen Zweifel mehr daran bestehen, daß alle Völker, auf welcher Seite sie auch kämpfen mögen, das baldige Ende des blutigen Kampfes herbeisehnen. Trotz oiesess natürlichen und begreiflichen Wunsches nach Frieden ist es bisher nicht gelungen, jene Vorbedingungen zu schaffen, die geeignet wären, die Friedensbestrebungen ihrer Verwirklichung näher zu bringen und die Kluft, die die Kriegführendens gegenwärtig noch voneinander treirnt, zu überbrücken. Es müssen' daher wirksamere Mittel und Wege in Erwägung gezogen werden, durch die den verantwortlichen Faktoren aller Länder Gelegenheit geboten werden könnte, die gegenwärtig vorhandenen Möglichkeiten einer Verständigung zu überprüfen. Ter erste Schritt, dchr Oesterreich-Ungarn einvernehmlich mit seinen Bundesgenossen zur Herbeiführung des Friedens
MN 12. Dezember 1916
unternommen hat, führte nicht zu dem gehofften Ende. Tie Grüirde hierfür lagen wohl in den damaligen Verhältnissen. Um die int stetigen Wnehmen begriffene Kriegslust ihrer Völker aufrecht zu zu erhalten, hatten die alliierten Regierungen bis zu jenem Zeitpunkte jede Erörterung des Friedensgedankens mit den strengsten Mitteln unterdrückt. So kam es, daß der Boden für eine siied-< liche Verständigung nicht entsprechend vorbereitet war. Es fehlte der nattlrliche Uebergang von der wildesten Kriegshetze zur Versöhnlichkeit. Es wäre <tt>er verfehtt, zu glauben, daß unser damaliger; Friedensschritt dennoch ganz ergebnislos blieb. Seine Früchte bestehen eben in jener nicht zu übersehenden Erscheinung, daß diä Friedensfrage seither nicht mehr von der Tagesordnung verschwunden ist. Und wenn auch die vor dem Tribunal der Oeflentlichkett geführten einschlägigen Diskussionen gleichzeitig Beweise von nicht geringen Gegensätzen sind, welche die gegeneinander kämpfenden Mächte in ihrer Auffassung über die Fricdensbedingungen heute noch trennen, so hat sich doch eine Atinosphäre gebildet, welche die Erörterung des Friedensproblems nicht mehr ausschließt. Ohne übertriebenen Optimismus kann wohl aus den Aeutzerungen verantwortlicher Staatsmänner mindestens so viel konstatiert werden, daß
der Wille, zu einer Verständigung
zu gelangen und den Krieg nicht ausschließlich durch die Macht der Waffen zur Entscheidung zu bringen, auch bei den Alliierten Staaten, bis auf einige gewiß nicht gering einzuschätzende Ausnahmen von verblendeten Kriegshetzern, allmählich doch durch- Nidrrnyen beginnt.
Dve k. u. k. Regierung ist sich dessen bewußt, daß nach den tiefgehenden Erschütterungen, die im Leben der Völker durch die verheerenden Wirkungen des Weltkrieges verursacht wurden, die ins Wanken gebrachte Wtttordrrung nicht mit eiitent' Schlage wird aufgerichtet werden können. Mühsam und langwierig ist der Weg, der zur Herstellung friedlicher Beziehungen Mischen den durch Hah und Erbitterung getrennten Völker führt. Doch ist es unsere Pflicht, den Weg der Verhandlungen zu betreten. Und wenn es auch heute noch solche verantwortlichen Faktoren gibt, die den jGegner militärisch niederringen und ihm den Willen des .Siegers vuftwrngen wollen, so kann doch Lein Zweifel mehr darüber be- ssteherr, daß dieses Ziel — angenommen, daß es überhaupt erreichbar ist — ein 'weiteres blutiges und langwieriges Ringen zur Voraussetzung hätte. Die für sämtliche Staaten und Völker Europas verhängnisvollen Folgen einer solcher! Politik würde aber auch ein späterer Sieges friede nicht mehr gal-wachen können. Nur ein Friede, der die heute noch auseinandergeh.'nden Auflassungen der Gegner in einer gerechten Weise ausgleichen könnte, würde der von allen Völkern ersehnte dauernde Friede sein.
Ist diesem Bewußtsein und unentwegt bemüht, im Interesse des Friedens tätig sein, tritt nun die österreichisch-ungarische Monarchie neuerlich mit einer Anregung hervor, um eine
direkte Aussprache
-wischen den einander feindlich gegenüber stehenden Mächten herbeizuführen. Ter ernste Friedenswille breiter Bevölkerungsschichben aller durch den Krieg in Milleidenschaft gezogenen Staaten, die unleugbare Annäherung in einzelnen kontto- versen Fragen, sowie die allgemeinversöhnlichereAtmosphäre scheinen/ der k. u. k. Regierung eine gewisse Gewähr dafür zu leisten^ daß ein im Interesse des Friedens unternommener neuerlicher Schritt, der den auf diesem Gebiete gemachten Erfahrungen Rechnung trägt, im gegenwärtigen ^Augenblick die Möglichkeit eines Erfolges bieten könnte.
Die österreichisch-ungarische Regierung hat daher belchlasien. allen Kriegführenden, Freund 'und Feind, einen von ihr für Mrg- bcrr gehaltenen Wog zu weisen und ihnen vorzuschlagen, iin freien Gedankenaustausch gemeinsam zu untersuchen, ob jene Voraussetzungen gegeben sind, welche die baldige Einleitung von Friedens- Verhandlungen als aussichtsvoll erscheinen lassen. Zu diesen Behuf« hat die k. tu. f. Regierung die Regierungen allerkriegführenden Staaten zu einer
vertraulichen und unverbindlichen Aussprache an einem Ort des neutralen Auslandes \ eingeladen und an sie eine in diesem Sinne verfaßte Note gerichtet. Mit einer Note wurde dieser Schritt zur Kenntnis des Heiligen Stuhles gebracht und hierbei an das dem Frieden zugewendete Interesse des Papstes appelliert. Ferner wurden auch die Regierungen der neutralen Staaten von her Demarche verständigt. Kas stets enae Einvernehmen, welches zwischen den vier verbündeten Mächten besteht, bietet die Gewähr dafür, daß die Verbündeten Oesterreich- Ungarns, an welche der Vorschlag gleicherweise ergeht, die in der Note entwickelte Auflassung teilen.
Das Friedensangebot, das die Mächte des Bierbundes am 2. D^emher 1916 an ihre Gegner gerichtet haben, bedeutet trotz der Wlehnung, die es erfuhr, einen wichtigen Abschnitt in der Geschichte dieses Krieges. Zum Unterschiede von den ersten 2y 2 Kriegs fahren ist von diesem Augenblick an die Frage des Friedens tm Mittelpunkt' der europäischen, ja der Weltdiskussion gestanden
i Qt 5? W&F in immer steigendem Maße beschäftigt und be- hertscht. Der Reihe nach haben fast alle kriegftihrenden Staaten zur Frage des Friedens und seiner Voraussetzungen und Bedingungen immer wieder das Wort ergriffen. Die Linie der Entwicklung dieser Erörterungen war jedoch keine einheitliche und stetige. Die ihr zu , liegenden Standpun.kte wechselten mtter dem Eim'luß der kmttta rischni und polttischen Lage, und zu ein ein greifbaren, prak- ch verwertbaren, allgeineinen Ergebnis hat sie, wenigstens bisher, ruL . Hanmerhin kann, unabhängig von allen biefen
^i. wankimgcn. lestgestellr wirden. daß de" A ßan> ter b id rs ittgen EÄNllalmngett nch im großen und ganzen etivas verringerte, und ^ unleugbaren Fort best hjms eittschiedener, bisher nicht ubtwbruckter Gegensätze teilweise eine
twn der ertremstcn KriegSzielc
w^^bi'^ttmmung betresfs der allgemeinen Grnrchprmzipwn des Wällsriedens manifestiert hat.
-iw breiten Bevöllerungsschichten ein lt ?* > Aerständiglungswillens unzweifelhaft wahrzimAnen. Auch em Vergleich der seinerzettigen Aufnahme des Fri^enswrschlages dm Bierbundmächte bei ifcat Gegnern mit ,pateren Aeußerungen von verantwortlichen St-ats- '^ auck)j von nichtverantwortlichen. aber ^MlÄvegs emslußlosen Per,ÜMchkeiten bestätigt diesen nock„ m der Antwort der Allrim- Äderungen erhoben .vurden. die auf ^ Oesterrech^UngarnS, auf eine Verkleinerung
nno, nesgehende innere llnigeslaltungen des Deutschen Reiches
^ it Äfjfa, SS« bei
RmmVnSStt»« l ’ l,en ' ../Eechrn tucic Forderungen, deren
Vernnrllichung .lnen überwältigenden Sieg vur
ch manchm Erklärung^! amtlicher Stellen'der Entente nwdittLirrt oder- zmn Test fallen gelassen. So «fcttnie ta
Mr Balfvur cmsdrücklich «m. daß Oesterreich-Ungarn seine inneren ^0 E selcht löien müfle, und daß niemand von außen her Deutschland eme Versasinug auserlegen könne. Mr Lloyd George erklärte zu Begmn dres(Ä Zahres. daß es nicht zu den Kampfzielen der ti!Inerten gehch^e. Oesterreick-t-llngarn zu zerteilen, das otto- Reich seiner türkischen IProvinzen zu berauben und Deutschland im Innern zu reformieren. Als symptomatisch kann auch gelten, daß Mr Balsour im Dezember 1917 Kategorisch die ANnalirne^uruckgewresen hat, die englische Politik hätte sich jemals U.E Lchafsnng emes lelbständigen Staates aus den linkst rhenri scheu Gebieten Teutscl,Lands engagiert
Tie Lnunziatwnen der Mittelmächte 'lassen Kernen Zweifel darüber, daß sre nur
einen Vetteiüigungskantpf
UNI die Unversehrtlieit und Sicherheü ihrer Gebiete führen. Weit ausgesprochener als aus dem Gebiete der konkreten Kriegsziele ist '“^UHg her Auffassungen hinsichtlich jener Richtlinien! ffolehen aus deren Grundlage der Friede geschlossen und die künf- ^S^Änuna Europas und der Welt aufgebaut werden soll. Prä- r formulierte in dieser Richtung in seinen Reden w$-w UQr ^ 14 -c^.l b V e ^ Jahres Grundsätze, die bei Ift T nic ^ t Widerspruch stoßen, und deren weit- ?uch auf Setten der Vierbundmächte keinem ^ande begegnen durfte vorausgesetzt, daß diese Anwendung! fernem Miü mtt den Lebensinteressen der betreffenden Staaten ^-abar ist. Allerdings ist zu bedenken, daß eine Uebereinftim- ^ Pp 1 allgemeinen Grmchsätzen nicht genügt, sondern daß Ys^^^er darum handelt, über ihre Auslegung und über ihre, Anwendung auf die emzelnen konkreten Kriegs- und Friedeiis- sragen einig zu werden.
unbefangenien Beobachter kann kein Zweifel darüber ST?« ^ <lllen krsiegsührenden Staaten ohne Ausnahme iS ör "ca? F'r^den lmü) Verständigung gewaltig verstärkt daß sich iiwntec wehr die Auflassung Bahn hricht, eine, wettere iflwlsetzung des blutigen Ringens müsse Europa in eine ^rumm«er,tatte ver-vandeln und in einen Zustand der Erschöpfung bcr Cmtwicklung traf Jahrzehnte hinaus lähmt,
durch sie jene Entscheidung ^^h die Waffen herbeizn fuhren, die von beiden Seiten in vier fahren voll ungeheurer Opftr. LeÄen und Anstrengungen ver- geblich an ge strebt irmrde.
welchem Weg Nnd auf wÄche Weise kann aber eine Der.
werden? Besteht irgend durch eine Diskussion über das Friedens Problem Führung der bisherigen Avt zu diesem Ziele zu gelangen? Frage haben wrr mcht den Mut zu bejahen. Die Tis- offenllichen Tribüne zur anderen, wie sie bisher zwischen deil Lckaatsmännern der verschiedenen Länder stattgefunden hat, war eigenllich nur
«ine Serie win Monologen.
IMk und ©egowebe griffen nicht innnanbei ein. DK Sprecher spicuchnt aneruander wrbei. Wchcrerseits war es die Oefftnilichkcit und der Aodm duffer ANSemandcrfttzungen, die ihnen die Möalich- Kuchtbarvn Fartschveitens rmchten. Be! allen üffentlichcnt nj undge bungen inner Art wird eine Form der Beredsamkeit an- nnt einer Wirkung auf gr-che Distanz und auf die Massen rechnet. Tomrt vergröhcrt man aber — beroutzt oder tm-
gegnerischen Auffassung und er. Migt Mißverstaildirlsse, die Wurzeln fassen und nicht besettigt iver- ^^Ü^bnng der führenden Staatsmänner wird, sowie sie stattgeftmdeic hat, !und noch >ähe die zuständigen Stellen der erwidern können, zum Gegenstände der leiden- ^as1lut«iÄ>er ubertteibenden Besprechungvnverantworllicher Cle- menta Mer auch dre Verantwortlichen Staatsmänner selbst veran- dre Interessen der Kriegführung durch eine ungünstige Beeinflussung der Stimmung in der Heimat zu gefährden lrStrn »sichteu vrazeitig zu oerrw-n. ^ CfÄ üarren Festhalten an extremen Standpunkten • Ä Versuch unternommen werden, zu prüfen, ob für bk Katostwphe der selbstmSüx-rffchm Fort, tetzung des Kampfes von Europa abzuwenden geeignet ist, die Grundlagen g^eben sind, so wäre jedenfalls eine auder« Methode tmmittÄlbave mündliche Erörterung zwischen der Mgierungen. nnd nur zwischen ihnen, erinäglicht. einer solchen Erörterung und gegenseitigen Beteuchttiug b^^bbnso dc^gegeiflcchlrchen Auflassmrgen der einzelnen krieg- Mhrenden Staaten zu bilden, wie auch die allgemeinen Prinzipien, dre dem Frieden und deni künftigen Verhältnis der Staaten zu^ Vafts^ dienen sollen, über die zunächst eine Einigung hntt Aüssicht, ans Erfolg versucht werden lann. Sobald eine Einj- ^undprinzipien erreicht wäre, müßte man im Ver. lauf der Be,prechuugen versuchen, sie auf die einzelnen Friedens fragM konkret anzuwenden lmrd damit deren Lösung herbeizuführen. ( ^^lT mochten hosfen daß auf Seiten keines der Kriegführenden Bedenken gegen erneu solchen Gedankenaustausch vvrliegen werden. Die Kriegshandlutt^n erführen keine Unterbrechung.
!DLe Bespaechungen gingen auch nur so wett, als sie von den Teilnehmern ftrr aussichtsbietend gehalten würden. Für die ver- tvetenen Staaten könnten darauf Leine Nachteile erwachsen Weit davmr entfernt M schaden, müßte ein solcher Gedankenaustausch 5?« Fnedens nur von Nutzen sein. Was das erste
6>el^, kmm wiederholt werden und hat vielleicht mindestens schon zur Klärung der Aufflassungen beigetragen. Berge £3 tiefcn sich wegräumen, viele ireu^is
Erkenntnisse zum Turchbruch bringen. Ströme von zurückgehaltener ^sc^rflrenndlichkett würden sich losen, in deren Wärme alles Wesentliche bestehen bllebe, dagegen manches Gegensätzliche ver- chMnden wurde, dem heute noch übermäßige Bedeutung beigemessen
™ 1^. Ueberzeugung sind alle KriegMhvenden es der
M«enschheir icpuldig, gemeinsam zu untersuchen, ob nicht jetzt, nach so viel Zähren, opfervollen, jedoch unentschiedenen Kampfes, dessen gmizer Verlauf auf eine Verständigung weist, inöglich ist, dem schreck- lichen Rsuigen ein Ende zu machen. Die k. u. k. Regierung möchte Unter den Regierungen der kriegführenden Staaten Vorschlägen.
M einer verttaulichen und imverbindlichen Ans spräche über die Grundprinzipien eines Friedensschlusses in einem Ott des neuttalen Auslandes und zil einem nahen Zeitpimkt. über den man noch Vereinbarungen zu tteffen hätte. Delegiette zu entseitden, die beauftragt waren, die Auflassung ihrer Regierungen übei' jene Prinzipien lern cm der bekmintzugeben, analoge Mitteilungen entgegen zunehmeii, wwre offene und freimütige Aufllärung-en über alle jene Punkte die der Präzisierung bedürfen, zu erbitten und zu etteilen.
Die k. u. k. Regiermig boehtt sich, die Regierimg von . durch die geneigte-Bermittlimg Eurer Exzellenz zu bitten, diese Mit- teilung zur Kenntnis der Regierung von .. . . bringen zu wollen
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r 5"ßEN-Linden, 16. Beat. Telegraphenarbetter Ge-
^ ^ bnhu t. gchürttg aus Wiescck, ist im Westen mtt dem o 1 h ^sse ausgezeichnet worden. Tas Eiserne Kttu-
-^lw!e und die Hessische TapferkeitsMedaille besitzt er schon langte Z<nt — Sein Schwager. Kanonier Ludwig Rinker, 2^Klasse Schäfers Rirtker, erhielt das Eiserne Kreu^
Kreis Friedberg.
k bbach, 14. Sept. Ttt KassinverwaltnNg des Armen«
<L? ltb am 1. Oktober 1918 mit der Stadtkasse vereinigt, -nechner Gr uni n ger hat infolge seines vorgerückten Alters ^s!3^.d^jwnierung nachgesucht. — In diesem Jahre wird infolge der Kohlennot die doppelte Menge Holz als im Vorjahre verabfolgt, und zwar 1 Meter Schettholz
Starkenburg und Rheinhessen.
^ -i } 711 fl q ^ t, 14. Sept. Das Darmftädter Rote KreuA veröffentlicht^einen sehr dringenden Aufruf zur Werbung voiil wtttvilligen Kriegspflegerrnuen. an denen ein großer Mangel be°> komtmenden Wiiiter können die Soldaten in den Darm- Lcharetten die nöttge Pflege nicht finden, wenn nicht frische Kräfte sich meldeii. — Tas bekannte Jagdschloß Kranichstein^ ^ruhmt durch seine Geweihsammlung und Jagdgemälde, d-ie in Quester Zett aus. den Bei Länden der anderen Schlöfler noch vermehtt wurden, ist vom' Gvoßhei-zog der täglichen Besichtigung f^igegeben wordeii. Ter Eintrittspreis fließt wohltätigen Zweckes
Da r m sta dt. 16. Sept. Tie elektrische Straßenbahn über- wnmtt von heute an den Transport der Postsendungen nnd Paket- i^ndwrgen von den Bahnhöfen nach den Postämterii, und ebenso dre Berbrrngimg der Milch Von den städtischen Mttchzentralenj nach den Verteil ungsstellen.
Letzte NachrLchten.
Der» netteste rZeviebt dev ^eevesleitttng.
MTB.) Großes Hauvlgunrlier, 16 . Seplemb. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Boeh n.
_ Lysurederung und Südlich vom La Bassee-
Kanal führten rmr erfolgreiche Unternehmungen durch.
^ Zwischen Havrinrourt und Epchy am frühen Nwrgen Ästiger Artrlleriekampf. dem südlich von Havrinrourt feäd- lbche Deilangriffe folgten. Der Feind wurde abgewiesen. Tagchüber blieb die Geftchtstätigkeit in mäßigen Grenzen. Nordwestlich von Dermand am Ho tuen-Walde und bet Efsigny—Le Grand Jnfanteriegesichte.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. 'Veftlge Tcilkcimpsc zwischen Ailette und Aisne. In vergeblichen Vorstößen am srühen Morgen brach der Feind am Abend erneut zum Angriff vor. Im Allgemeinen wurde er adgewiesen. Er hat die Eiubruchstelle aus den Kämpfen der Vortage etwas erweitert nnd faßte im Südtcil von Vailly Fuß. Zwischen Aisne nnd Vesle blieb die feindliche Infanterie untätig. Wir säuberten die aus den Kämpfen vom 14. September zurückgebliebenen kleinen Franzosennester.
Heeresgruppe von Gollwitz.
V^n der Eotes Lorraine bis zur Mosel äbte der Ar- ttllertekampf am Abend zeitweilig auf. Vor unserer neuen Stellung entwickelten sich mehrfach heftige Jnfanteriegefechte, rn beiden wir Gefangene machten. Am Abend stand der Feind etwa in Linie: Fres—St. Hillaive—Hamnvnt—Remberrourt und im Walde von Rapaes.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Vorstöße des Feindes an der lothringischen Front wm> den abgewiesen.
*
_ ^Als Vergeltung für da§ fortgesetzte Bewerfen deutscher L-tlwte mit Bvnrben wurden auf Paris in der vergangeneil Nacht durch die Bombengeschwader 22 000 Kilogramm Bomben ab geworfen.
Wir schossen gestern 24 feindliche Flugzeuge und 15 FejfelbaHone ab.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
Ans Stadt ttnd Land.
Gießen, den 16. September 1918.
** A u s dem Militär-Wochenblatt. Befördert Za Lts d. Res i Vizefelbw. Mittig (Mainz! der Fußatt., die Bize- wachtmstr. Kranskopf (I Tarmstadt), Ganz (Mainz) der Feldtrtt.: Ofsizierftellvertr. Höly, im Frieden im Inf.-Regt. 118, Jungk, im Frieden ,n der Tr.-Abt. 18. zu Feldwebellts.: Lange. Feldwlt (Halle a. S.), jetzt im Leibg.-J-nf.-Rsgt. 115, zum Lt. d. Ldw- Jnf. 2. dlufgebvts.
** Auszeichnung. Mnsöetter Eichenau er, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde mit der Hessischen Tapfer- reitsmedaille ans gezeichnet und zum Gefreiten befördett.
** L a n b h e u s a m m l u n g. Tie Ven ärbung der Laubblätter nnd da mtt die Rückwanderung der Nährstofsi aus den Blättern in das Holz der Bäume hat bereits in größerenr Umfange eingesetzt.
Rücksicht hierauf hat das Kriegswirtschaftsamt angvordnet.
eftw nTwm^röti; cmzustellen. Durch den «rfreulichm algesheim 11 Bomben in freies Gelände s
.umeryaule abmebenat Erklmimg Mer der (SaSma: Schulen find rn den lüngflen Wochen höchL-ll» r'ntt ngentorMlCn Schoden anzucichten.
Der Friedensschritt Oesterreich^Ungarns.
Berlin, 16. Sept. Dre „Vossisch- Zettung" glaubt zu wflssn. der Zentrumsabgeordnetc Gröber habe sich bei der Unterlxiltung der Führer der bAehchettsparttten nrit dem Reichskanzler sehr wenig befriedigt von dem gesondetten Vorgehen der österreichisch, ungarischen Regierung und der Rolle der deutschen Tiplomatie gezeigt. Im übrigen sei die Ansicht überwiegend gewesen, daß eine deutsche Beteiligung an etwaigen Friedensbesprechungen selbsb.
ländlich sei für den Fall, daß der österreichisch-ungarische Schritt nicht erfolglos bleibe. Auch hie Osrsragen wurderr in der Be^ rattmg gestreift. Heute gedenke der Reichsürnzler die Führer der nicht zur Mehrheit zäl^lenden Fraktionen zu empfangen.
, y Im „Bettmer Lokalanzeiger" heißt es: „Den neuen Friedens- sa'witt Oesterr«lck^lln.garns haben gär wegen seiner guten Absicht warm begrüßt, ledoch, unsere Bedenken nicht verhehlt, ob dieser Lchrut gegenwärtig wirklich geeigntt sei, auch den Ftteden herbei-, zusühren. W schunt uns ^oeiselhaft. ob wirklich unsere Widern jacher bei ahrer Ueberheblichkeit geneigt sein werden, überhaupt aus em solches Angebot einzugehen.
Die ..Deutsch Zeitung" sagt: Von beamteter und nicht- beamteter deuflcher Stelle ist gerade in dieser Zett stark hervor- aehoben jvorden, daß ein neues deutsches Friedensangebot in absehbarer Zeit ausgeschlossen sei. Trotzdem hat die österreichisch- ungarrsche Regierung es für angebracht gehalten, in einem Augenblick, der so ungünjtig gewählt ist, wie mir irgend möglich, ein neues Friedensangebot zu machen. Wir stehen nicht an, zu sagen, daß wir den schritt des Grafen Burian als einen schioeren Fehler ansehen und fürchten, daß unser deutsches Volk für dieses Fttedensangebot mrt schweren Opfern xm Gut Uud Blut nnrd büßen müssen. Italiens Kohlenmangel.
Berlin, 15. Sept. Trespi erklärte in einem Interview in der Dapoca, die Kohlenration könne nicht erhöht werden. Infolge schlechter Kartoffel-, Mais- und KastanienernÄ lmüsse J'wlien vorerjt für eine größere Getreideeinfuhr sorge,? und die Kohlen dafür verwenden.
Fliegerangriff aus Frankfurt und Mainz. Frankfurt (a. M., 16. Sept. (Nichtamtl.) Gestern abend gegen Vsll Uhr wurde die Stadt durch Signalraketen von »dem Anflug feindlicher Flieger in Kenntnis gesetzt. Die Abwehrgeschütze traten in Tätigkeit, doch haben die Flieger das «Weichbild der Stadt nicht erreicht. Die wahllos abgeworfenen Bomben haben keinerlei Schaden verursackft.
Mainz, 1.6.Sept. (Nichtamtl.) In der letzten Nacht ^and ern Flregcrangrrft auf die Stadt Mainz statt. Nack) den bisherigen Feststellungen wurden etwa 13 Bomben ab- geworsiti. Es entstand Sachschaden an Häusern: auch eine Kirche wurde nickst unerheblich beschädigt. Personen tvurden nicht verletzt. — Des lveiteren wird gemeldet, daß in Gau- algesheim 11 Bomben in freies Gelände abgeworfen wurden.


