$te Fortschrittliche Bolk-partet über die politische Lage.
Berlin, 14. Sept. Eine Kundaebung Wer Verging veröffentlicht das Organ der FoÄchrittltchen Volkspartei, die Liberale Korrespondenz. Sie schreibt:
Durch die Presse gehen allerlei dunkle AlÜ^ltmrgen aber^Krffckn Ln bez Regierung und eine Cwschütterung der Stellung des Reichskanzlers Graf Herlling. Daß von rnancher Seite Versuche uwer- nomnren werden, die Stellung des ReichskaMlers zu mttergrabm, mag sein. Sicher ist jedenfalls, daß die Mehrhertsparbnen des Reic^tags mit diesen Treibereien nichts zu tun haben, und dah du EinLerunmg des Ausschusses der Mehr Heilsparteien mcf den 12 September mit ihren nt keinerlei Zusammenhang stand Dteje Tagung war schon im Juli beim Ausernandevgehen des Reichstages vereinbart und galt den politischen Verhältnissen rm >;nnern und nach außen, wie sie sich inzwischen gestaltet haben Für die Mehrheitsparteien stehen nicht Personen--, sondern wchLiche Fragen im Vordergründe dos Interesses. Gs gilt, dafür Sorge zu tragen daß der Kampf für das Wahlrecht in Preußen mit Entschlossenheit durchgeführt wird, und daß nach außen die Politik, zwischen Reichstagsmehrheit und Reichsregierung vereinbart ist» zulllar und ohne Hemmungen von dritter Seite zur Verwirklichung gelangt. Wir wissen, daß in beiden B^iehungen Graf Hertllng aus dem Boden des Mehrheitsprogramms steht. Nicht sicher lst aber m unseren Augen, ob diejenigen, die jetzig anscheinend emen Wechsel in der obersten Reichs'leitung herbeftnführen suchen, die Gewahr dafür bieten, daß sie im In- und Auslande als Verfechterder MehrheitsPolitik anerkannt werden können. Was uns vor allem nottut. ist Vertrauen zu dem gegebenen Wort und zur Kraft, das Wort zur Tat zu machen. Solches Vertrauen will erworben sein und kann nicht so ohne weiteres Personen entgegeiigebracht werden, bei denen zwischen dem Heute und Gestern allzu auNaUlgo Widersprüche bestehen. Aber auch vorhandenes Vertrauen will täglich neu erworben werden. Deshalb ist es jetzt an dem ReiäManzler Grafen Hertling, ernst zu machen mit dem, was er als richtig erkannt hat. Ihm steht draußen) im Volke wie rm ReickMag eme Mehrheit zur Seide, auf die gestützt ein Staatsmann mit starkem Willen sein Ziel erreichen kann. Sollten sich un eignen Hause Widerstande regen, so müssen sie beseitigt werden. Wir brauchen eine Staatsleitung, die in allen ihren Gliedern dem Volke Zuversicht einflößt und die Gewähr dafür bietet, daß nicht hinten um- gestoßen wird, was vorn aufgebaut ist. Um solche Männer fernes Vertrauens wird sich das Volk scharen und unter ihrer Führung sein letztes dransetzen, um das Land zu verteidigen und den leidlichen Vernichtungswillen zuschanden W machen. Der Feind wird dann gar bald erkennen, daß sein Triumphgeschrei zu früh ertönte, uird sich von neuem zu fragen haben, ob es nicht auch für ihn geboten ist. ehrlichem VerständigmigÄvillen entgegenzukommen. Darum 'geht cS. und die nächsten Wochen geben dem Reichskanzler Gelegenheit, sich in solcher Politik zu bewähren. Gs handelt sich um eine große Sache. Wer ihr dient, den unterstützt die Fortschrittliaic dÄkspartei, wie sie jeden bekämpft, der sich ihren Zielen widersetzt oder ihnen als hinderlich entgegcnsteht.
Sibirien nach Japan und Amerika oder über Archangelsk nach Frankreich und England zu schaffen. Das muß um leden Preis verhindert werden. Das dem russischen Volke gestohlene Gomutz unversehrt zurückgegeben werden. Ter Schutz dieses Goldes r.m Gebiet des Tsckecho-Slowaken- und Weißgardistenauffandes wird allen ehrlichen Arbeitern und Bauern anvertoaut. Nach Säuberung der Wolga, des Urals und Sibiriens von Weißgardisten und Tschecho-Slowaken werden alle Schuldigen am Raube des Gold* Vorrats festgestellt, ihr Eigentum wird beschlagnahmt und sie selbst den schwersten Strafen, einschließlich Erschießung, unterzogen werden.
Die Bekämpfung der russischen Gegenrevolution.
Moskau, 14. Sept. Auf die Protestnote des diplomatischen Korps in Petersburg vom 5. er. bezüglich des roten Terrors veröffentlicht ,Jswestiia" Nr. 198 eine ausführliche, sehr scharf Antwortnote Tschitscherins, die schließt: Wir lehnenentschiedenste jede Einmischung neutraler kapitalistischer Machte zugunsten der russischen Bourgeoisie ab und erklären, daß wir jeden Versuch der Vertreter dieser Mächte, die Grenzen des gesetzmäßigen! Schutzes der Interessen ihrer Landsleute zu überschreiten, als Versuch zur Unterstützung der russischen Gegenrevolution betrachten werden.
Eine neue Verschwörung gegen Rußland ausgedeckt.
Petersburg, 12. Sept. Nach Pressemeldungen wurde im Bereich« der vierten Arm« eine große Verschwörung.auf- gedeckt. Dtar Führer der der vierten Arm« unterstellten llral- division, General Strvmbach, bekam ein Angebot von der Entente, die vierte Armiee zu verrufen. Der General weigerte sich, dies zu tun, und brachte die ganze Angelegenheit zur Meldung.
Die Zarensamilie nicht ermordet.
Kopenhagen, 14. Sept. (WTBll Nach einer Blätternack)- richt aus Stockholm meldet das dortige Bolschewistren-Blatt ,^Fol- Vets Daqblcck", daß der Volkskommissar Tschitscherin die Meldungen über die Ermordung derZarinund ihrer Töchter sowie Gerüchte über Massenmorde an Unschuldigen dementiert.
Ein Raub in Moskau.
Wien, 15 .Sept. Dem W. K. K. T.-Korr.-Bureau wird aus Moskau gemeldet: Gestern irachmittag führte eine bewaffnete Bande einen Bombenüberfall aus den Konsumverein aus. Tie Räuber, die 300 0 00 Rubel erbeuteten, entkamen.
Aus der Krim.
Berlin, 15. Sept. Die Petersburger Telegraphen-Agen- tur bringt folgende Meldung: In der K r i m haben det Kultusminister, der Verpslegmigsminister, der Gehilfe des Ministers des Innern und der Staatskontrolleur ihre Entlassung eingereicht infolge von Meinungsverschiedenheiten über Fragen der Regelung der Beziehungen zur llkrain-e.
Frffchvar to ffesmengen mrt 750 Gramm wöchentlich aus ten Kopf der brvtve^orgungsbervchigtcni Bevölkerung für oie Zeit vom 1. Oktober 1918 bis 20. Juli 1919 von der Reiä^kattofselUckle besonders zugeteilt. Den übrigen Kommunalverbänden sollen durch die Trockenbirtoffelverwertungs-Geselffchaft Teka) von eurem noch zu bestimmenden Zeitpunkt ab Trockmkartoffelerzeugnisse zum Zwecke einer 10 °/oigm Brotstreckung geliefert werden Vis zu diesem Zeitpunkt wird ihnen als Ersah für die fehlenden Streckung:-- mittel eine Menge von 20 Gramm Mehl auf den Kopf und Tag zugewiesen. Demgemäß erhöht sich die Ration vom 1. Oktober ab einschließlich der Streckungsmittel auf 220 Gramm Mehl so daß die Brotration lvieder die alte Höhe erreicht.
Die Kämpfe bei St. Mihiel.
Berlin, 15. Sept. Wie zu erwarten war, sucht die gesamte Ententepresse die Operationen bei St. Mihiel, bei denen die erste amerikanische Armee unter Führung von General Pershing zum ersten Male geschlossen ins Gefecht trat, zu einem großen Erfolg zu stempln. Tie hieran geknüpften Erlvagungen und Hoffnungen über den Kampfwert geschlossener mnerikarüsck-er Verbände sind jedoch mindestens verfrüht, da die deutsche Führung^die Errtscyidung nicht durchAämpfte, sondern auf die vorbereitete Sehnenstellung zurückginy, sobald die seit Tagen erngeleitete Räumung du»chgefvhrt war.
Trotz aller Beute- und Siegesmeldungen ist den Amerikanern die Störung des Rüc^ugos der Deutschen aus dem Raume von St. Mchiel nickst gelungen. Um diesen ernstlich zu gefährden, mußten die Amerikaner und ^Franzosen im Norden zum mindesten die Cvmbreshöhe halben und im Süden über Thiancourt hinaus
verstoßen. Die Combveshöhe wurde jedoch wiedergewonnen lind er anrerffaniscktt Angriff durch den rechtzeitigen Ein-
im Süden der . - ^
satz der deutsche Reserven südlich Thiaucourt zum Stehen gebracht Tie Lücke zwischen der nördlick>en und südlichen Einbruchsstelle blieb bseft genug, um dar WMg der „Garnison von St- Mihiel" sicher- zustellen.
Daß von den Amerikanern an den Einbruchsstellen Gefangene gernrocht worden sind, ist selbstverständlich Tie von ihnen gemachen Angaben sind jedoch weit übertrieben. Tie Zahl der deutschen Vermißten reich auch nich annähernd an die von den Amerikanern gemeldeten Gefangenenzifsern heran. Eine derartige Fälschung läßt sich nur erklären durch die für die Entente vorliegende Notwendigkeit, aus politischen Gründen die erste Aktion der neuausgestellten amerikanischen ersten Armee unbedingt zu einem Erfolge zu stempeln, zumal der Hergang der Operationen zwischen Arras und Soissvns nich den von Fach erweckten Hoffnungen und Erwartungen entsprich.
DaS neue persische Kabinett.
Berlin, 15.Sept. Das neue persische Kabinett das am 7. August eingesetzt wurde und laut Meldung des „Temps erst nach gewaltsamer Entfernung verschiedener früherer Kabinettsmitglieder seine Arbeit aufnehmen konnte, ist mit Wussuf ed Tauleh als MinistcrpräsidOrten und Minister des Innern und Mvschawer el Memalik als Minister des Aeußern gebildet worden.
Englische Bergarbeiter in die Heimat zurückgefchickt.
Amfterdam,14. Sept. Das„Allgemein: Handelsblad" mel det aus London, >daß die in die Arm« eingereihten Berg arbeiter vom Dienste bechert und in die Bergwerke zurückgG schickt Werden sollen. Gs sollen täglich durchschnittlich 2000 Mann nach England zurückgeschickt werden. Es ist jedoch nich bekannt, wieviele im ganzen vom Dienst be'reit wer den sotten, wenn auch der Präsident des BergarbeiterverbandeZ sagte, daß mindestens 20 000 dringend nötig seien.
Amerikanische Spionagejuftlz.
Cleveland (Obio), 15. Sept. (Reuter.) Das Bundesgerrch verurteilte den Sozialisten Eugelte Deps, der viermal Kandidat der Sozialisten für die Präsidentenwahl war, wegen Verletzung des Spionagegesetzes zu zehn Jahren Gefängnis. Wie verlautet, hatte Deps in einer Rede zur Widersetzlichkeit geraten, und versuch, der Rekrutierung Schnürigkeiten zu machen. Deps wurde gegen Bürgschaft freigelassen, solange das Berufungsver- fahven schriebt.
Die Lage an der österreichisch-ungarischen Front.
B e n l i n, 15. Sept. Der L.-A. meldet aus Lugano: Der Pariser „Temps" veröffentlichte eine Unterredung seines .Korrespondenten Jean Barrere mit dem italienischen Mb- nisterpräsidenten Orlando. Dieser erklärte seine Begeisterung pk Foch und sagte m bezug auf die L age a n de r italienischen Front, es sei ein Irrtum, zu glauben, daß das österreichisch-ungarische Heer infolge der inneren Uneinigkeit in der Doppelmvnarchie geschwächt und in moralischer Auflösung begriffen sei.
Oefterreichifche Erfolge in Albanien.
Wien, 15. Sept. Unsere in Manien unter oem Oberbefehl des Generalobersten Frhrn. v. Pflanzer-Baltin kämpfenden Streitkräfte habeii neue wichtige Erfolge erzielt. In dem zu einer Höhe von 2400 Metern aufvagenden Tomorgebirge zunt Angriff übevgchcvrd, gelaiig es unseren von nie erlahmendem Angriffsgeist beseelten Truppen sich der beherrschenden Stellungen auf diesem Gebirgszuge zu bemächtigen. Die Eroberung der wichtigen und domitrierenden Höhen sichert uns den Besitz der Linie Fieri-Berat. Dantit werden die von feirwlicher Seite anläßlich der italienischen Anfangserfolge in Albanien gehoglen Hoff- Mngen auf eine durch die Wiedergewinnung der serbischen und montenegrinischen Territorien mögliche Nenanfrichtimg der Balkanfront zunichte. Der Versuch der feindlichen Heeresleitung für jene Erfolge, die ihr westlich der Adria versagt blieben, crnf der Ostlüste Ersatz zu finden, hat zu einem volleii .Mißerfolg geführt. Im
Abschluß an unser Bordrin^en im Hochgebirge gingen cmck, unsere znnschen Fieri und dem Meere kämpfenden Truppen zum Angriff
zwischen Fieri und dem Meere kämpfenden über und erzielten gleichfalls beträchlliche Fortschritte. Einige vom Feiude bis zum Aeußersten verteidigte Gehöfte bei Pojani — im 'Küstengebiet westlich von Fveri — wurden erstürmt. Bei den chl ihrer Wiederevoberung unternommenen Gegenangriffen ftihrte der Feind auf dem albanischen Kriegsschauplätze zuni ersten Male Panzerivagen ins Gefecht. Sie komtben aber das Scheitern des italienischen Ansturmes nicht verhindent.
Trotzki gegen den Goldraub der Entente.
Moskau, 14. Sept. „Prawdcft^ veröffentlicht folgenden Be- schl Trotzkis: In Kasan haben Weißgardisten und Tschecho-Slowaken sich eines Teils des Goldes, das Eigentum der Räterepublik ist, bemächtigt. Dies geschah auf Befehl französischer, englischer, japanischer und amerikanischer Kapitalisten. Tas russische Volk wei- aerte sich nach der Oktoberrevolution, ausländischen Wucherern tür die vom Zaren abgeschlossenen Anleihen Zinsen zu zahlen. Um den russischen Arbeitern und Bauern ihren (Äewinn zu entreißen, hoben sich ausländische Racker durch die in ihrem Solde stehenden Tschecho-Slowaken und Weißgardisten eines Teiles des llwldes be- mächvgt. Jetzt versuchen diese Rchrber, das erbeutete Gvtd über
Aus Ktadt unv Crtnft.
Gießen, den 16. September 1918.
Winierzeit.
In dieser Nacht hat der Uhrzeiger aus Kommando ernQi tundensprung zurück getan und das große Räderwerk des ös- entlichm Lebens ist von der Sommerzeit wie mit einem einzigen Hebeldrucke auf 'Winterzeit eingestellt worden. Die Umstellung geschah für die- meisteit Menschen im Schlafe. Nur wer mit der Bahn unterwegs oder in Nachtschicht tätig war, ftinnte den großen Zeigersrwung der Zeit verfolgen. Jeder andere stellte abends seine Uhr um eine Stimde zurück, schmunzelte vielleicht leise in dem Gedanken, am anderen Morgen eine Stunde länger Äafen zu können, und als er heute morgen erwack/te, war er mitten in der Winterzeit drin, die ihm mit einem sommerlichn Sonneumlirgen entgegenlachte. Wie schnell gewöhrt sich der Mensch! dlutomat sch, r-?ibungZlos und ganz selbstverständlich, man möckite agen, fast unbelvh et gcht heute der große Halbjahresl vechs d voi sich, dessen Ein sühn mg im Mai 1916 mit so leidenschaftlichem Für und Wider umkämpft wurde.
Säuglings- und Kleinkinderschutz.
Schon in Friedenszeiten war die Säuglingssterblichkeit in Deutschland größer als in den meisten Kulturländern. Von hundert deutschen Kindern gingen 15 bereits im ersten Lebensjahre zugrunde. Dieses Verhältnis hat sich in den vier Kriegsjahren noch ungünstiger gestaltet und es ist dringend erforderlich, durch eingreifende Maßnahmen diesem Ausfall des Bevölkerungszuwachses zu steuern. Bei den gewaltigen Blutopfern, die der Krieg unserem Baterlande auferlegt hat, darf die Zukunft unseres Volkes nicht auch noch auf diese Weise weiter gefährdet werden. Hunderttau sende) blühcrcher Menschenkinder können und muffen erhalten bleiben, wenn Kleinkinderfürsorge und Säuglingsschutz richtig ausgebmrt! werden. Ter Staat hat zu diesem Zwecke erhebliche Mittel bereitgestellt, die durch die Kreise und Gemeinden ergänzt worden sind, aber diese Mittel genügen noch nicht und nur cftw große Volks- hende kann einen zureichenden Fonds schaffen. Diese Volksspendcj ist nunmehr eingeleitel. Für Hessen begbrnt sie am Dienstag, dem Geburtstage der Grohherzogin, mit einer Haussammlung: ihr Ertrag verbleibt ausschließlich dem Hessenlande. Ein Ausruf der) Großherzogin im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes, dem sich Oberbürgermeister Keller im Namen des geschäftsführenden Ausschusses anschließt, wendet sich cm den oft bewährten Opfeqffinn des Hessen volles mit der hn:zlichni Bitte, daß jeder nach Kräften an dem großen Werke der Nächstenliebe mithelfen möge.
Der 8eelrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 15. Sept. (Amtlich.) Auf dem nördlichen Seekriegsschauplatz verlor der Feind durch die Tätigkeit unserer U-Boote weitere 8000 Br.-Reg.-Tonnen Schiffsraum. Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Berlin, 15. Sept. In der letzten Zeit sind, abgesehen von dem neulich gemeldeten französischen Truppentransport- dampser „Balcan"> die Verluste folgender beson ders bemerkenswerter Schiffe bekannt gewor den: Amerikanischer Tankdampfer Frederik R. Kellog (7127 Brutto-Reg.-Toniren), amerik. Dampfer Montana (6659 Br.-Reg.-Torrnen), Cubore (7300 Br.-R.-T.), Grays.Har bour (2273 Br.-R.-T.), Segler Dorothy N. Barett (2088 Brutto-Reg.-T.), engl. TanLampser Lake Manitoba (9674 Br.-Reg.-D)rrnen), die engl. Dampfer Wimmera (3022 Br.- Reg.-Tonnen), Penistone (4139 Br.-R.-T.), Princes Maud (1655 Br.-R.-T.), engl. Munitionsdampfer Mary Suzanne (3106 Br.-R.-T.), der japanische Dampfer Tokuyama Maru (7029 Br.-R.-T.), der französ. Dampfer Pampa (4471 Br.- Reg.-Tonnen). Schließlich wurde der amerikanische Transportdampfer Vchunt Bernon (früher „Krorrprinzessin Ce- cilie) mit 19 503 Br.-R.-T. torpediert und schwer beschcv- bigt. Ferner wurden noch als versenkt gemeldet: die amerikanischen Dampfer Lake Edon und Lake Owena. Die Schiffsliste xnthält über sie keine Angaben, so daß es sich um ganz neue Schiffe handeln dürfte.
Der erst 1917 gebaute Tanckdampser Fred^ric R. Kellog war voll beladen von Tampico nach Boston unterwegs; sein Wert einschließlich Ladung wird mit 10 Millionen Mark nicht zu hochgeschätzt sein. Die Tonnage der mit Rauminhalt versenkt genannten znwlf Schiffe betrug 58 643 Brutto-Reg.-Tonnen. Sie hätten voll beladen rund 90000 Gewichtstonnen befördern können. Um dieselbe Gewichtsmenge über Land zu befördern, würden 6000 Güterwagen von 15 Tonnen Ladefähigkeit nötig sein. Das sind 150 Nor- malgüterzüge zu je 40 Wagen. Ein Bild von der Bedeutung der Bersenkungeir können wir uns mack-en, wenn wir uns vor- stellen, Paß unter Zugrundelegung unserer Brotration von 1850 Gramm wöchentliche 150 solcher Güterzüge nötig sind, um eine Stadt von deiner Million Einwohnern für rund 49 Wochen, also beinahe ein Jahr, 'mit Getreide zu vev- sorgerr.
** A v s z e i ch n n n g e n. Der Leutnant d. L. und Konrpigni:- iührer Otw Roth, jüngster Sohn des Berlagsbuchhäudl^rs Otto Roch, i. Fa. Emil Roth, wcrvde anläßlich der letzten schw"rr< Kämt^e im We e;t mit dem Esierwil K euz 1. Klaff ' gu gezeichnet
1— Kanonier Anguß Do sch, Fußk-Art.-Ball. 98, wurde zum Gefreiten befördert.
** Nährmittel-Ausgabe. Tie bei den Kleinhäiidlern der Stadt Gießen bestellten Waren für September 1918 können von Dienstag den 17. d. M. ab gegen Vorlage des Bestellausweises zur Nährmittelkartc und Abgabe der Nährmittclmarke September (9) in Empfang genommen werden. Näl)eres siehe Bekanntmachung.
** Wurst verkauf. Tie Ausgabe der Wurst aus unterwer- tigen Rindern erfolgt Mittwoch den 18. d. M. Siehe Anzeige.
** Freibank. Dienstag, 17. Sept. 1918 von 2 bis 4 Upr Nr. 931—970 und 1051—1140.
** Das Gießener Fröbel-Seminar hat eine Ausstellung der Arbeiten der abgeherrden Schülerinnen veranstaltet, die Dienstag und Mittwoch, 16. und 17. September, von 10—1 und
2— 6 Uhr geöffnet ist.
** Gegen die Eisenbahndi ebst ähle. In letzter Zeit sind nicht nur einzelne Stückgüter, sondern auch ganze Wagenladungen durch Eisenbahüdie'ostahll abhanden getcmrmen. Um dem entgegenzutreten, haben die deutschen EisenbahnVerwaltungen vom 15. Septeinber ab das gesamte Ermittlungsverfahren einheitlich geregelt. Die bestehenden Vorschriften sind in grundlegender Weise dahin eriveitert worden, daß an alle in Frage kommenden Stellen bei Abgcnrgeit bezw. DrÄfftWen noch währcnid der Fahrt Bericht erstattet werden muß.
** Lichtspielhaus, Bühn Hofstraße 34. Bei gutem Kon-« zerte unter Leitung von Konzertmeister R Müller wird ah Dienstag „Ter Roman einer ^geschiedenen Frau", eine E'he- tragödie in fünf spannenden Mten, Kiveiter Film aus der unga- risck>en Kunstserie, sowie „Der Rubin-.Salamander" mit dem! Cl-a'vakt'er-Tarsttller Bruno Dearrli i. d. H., letzter Film aus der hier bestbekannten Bruno^Decarli-Serie, gegeben. Ab nächsten
Samstag beginnt der erste Film aus der Hella-Moja-Serie „Nur . Okto
ein Schwetterling". Ah 5. init Gesangs-Einlagen.
ktobcr erscheint „Das Dreimaderlhaus'
Aus dem Reiche.
Di« Bwtratwn.
Berlin, 15. 2ept. Der Staatssekretär des Kriegsernäh- rungsamtes hat angeordnet, daß vom 1. Oktober ab wieder eine zehnprozentige Streckung des Bootes mit Kartoffeln erfolgt. Zu diesem Zwecke wkwdeii den Kartoffelerzeiigern, soweft diese gleichzeitig Selbstversorger in Brotgetreide sind, die ersord«wlick^n Kartoffel mengen belasten. Feriver 1 verdat denjenigen Ztzommünab- verbänden, denen im ..Wirtschaftsjahr 1917 FrischiarLoffetn zur Bvvtslrwchmg waavKfev sux Sidxckung fxjvötitfw
Gietzener Ktadttheatev.
Tanzabend Sylvia Herzig.
Im Stadttheater strahlte Somrtag abend wieder einmal Terp« sychores Stern, wehte der berichmte „ffische Luftzug" aus dem Lande der grazilsten aller Musen. Eine ihrer erfolgreichsten Jüu» gerinnen ^Bherrschte die Bühne. Ebenso toie Haiorel-ove Ziegler, die unlängst die Harzen des Gießener Publckums gewann, so bricht auch Sylvia Herzig rmt der Tanzkunst konventioneller Anmut und Koketterie: cmvch sie schreibt zu einer Stilisierung, indem sie der Plastik der Bewegung die Seele klassischer Musik verleiht. Sie verfügt über hohes, darstellerisches Wmwn, starke pyckßsck^ Ausdruckssähjgtöeil und glmtzende technische Mittel. Dab^i läßt sie das literalisch. Moment zicrückttelen: man könnte eilten Mangel an sclbstschöpf^wisckxer Ge'taltmrgSkcaft empfnidun, wcmr der Ares- druck der Empfindmrg mdf so zwiivgend wäre, daß er Eingebung zu sein scheint und den Gedanken an ein „Studium" der BewecmuS nicht aufkonmen läßt. Sie Mt fick in ihren Tänzen von ;eder Süßlichkeit fern und läßt eine heitere Seele aufleuckften. die keine Sentincentalität kewrt. DaMi kommt eine glückliche Uebereinstim-. mung von Geste und sornllckjönicr, arrmutiger Erscheiiiuug und die schiftre, geschmackvolle BehändUmg der- Gewänder. Sie weiß durch cftl geschickt ausgestelltes Prvgramnr in stetem Wechsel allen Phasen des .Temperaments Ausdruck zu verleihet: und ihr tvHnisches Können vom einfachen Pas bis zur Bravourleistung des Spitzentanzes (Ballett „Giooonda" von Ponchielli und Sckxubert's Spitzengavotte aus „Rosamunde"zur vollen Geltung zu bring«r Ganz gleich, ob sie in den Frühlingsthemen von (Meg und Strauß, selbst ein Leirzhauch graziöse, heitere Anmitt eittsaltet, ob sie dem „Türkischen Tcrn^" von Grunow ihre groteske Note ausdrückt, oder in Chopms origmellent Mintitenwalzer die Gelenkigkeit .hrer Glider mit erstaunlicher Ausdauer spielen läßt, M-osztkowskis melodiöses Walzerthema, Catxllanis duftigen Schleiertanz illw- striert: immer bleibt der seltsame Reiz ihrer Erscheinung bedingt durch die Eigenart ihrer PersönlickDeit bestehen. Besonders interes
sant ivar es, die Äusdruckssvrnlen zat vergleichen, die seinerzeit Hanneiove Ziegler und j-etzt Sylvia Herzig dem Strauß'scheri
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Radetzky-Marsch gaben. Jene schneidig, scharf akzentuiert rmd auf „Wirkung" ausgehend, diese weicher und weiriger ekstasisch, trotz prickelnder Lebendigkeit. Letztere wohl entschiMar die vcwnehmewe und sympathischere Auffassung. — Die musikalische Leitung de<' Herrn Ludwin Margnth griff gcschinackwll in jede Bewegung ein, gab Farbe mrd Schrttievung. Kein Wunder, daß die Sympachie des gnttbefuchten Hauses sich zu fftürrnricbem Beifall AeigertL. M. L.


