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** Wetturnen deS Naue- Hessen findet am Sonn­tag den 1 September 1918 auf der Rennbckhn bei der Hardt statt. Näheres siehe Anzeige.

** Unsere,K riegsgefangenen in Rußland. Da über das Los unserer Kriegsge,angenen in Rußland gegenwärtig hesond.we Besorgnisse bestehen, teilt der Bezirksausschuß O-ießen für vermssp? und klncgege alig.me Deutsch-, Ro es Kreuz, Alte ttlütir, sol? 'Nd >' mit: Seit Abschluß des Friede.s ist schon eine große La hl gefangener Deutscher zuruckgekehrt. Viele haben unter großen <3chn^erigkeiten als Einzelne die werte Reise auf eigene Faust ge- macht, andere, vor allem Invalide nnd Kranke, sind in geschlossc- lnen Transporter: üt°cr di? Grenze gekommen. Wenn dieser Zu- stron: irr letzter Zeit uafchgelassen hat, so liegt der Hauptgrund dafür in dem .Vormarsch der Tscheci»-Slowaken, durch den der schon vielfach vorbereitete Abtransport aus Sibirien und östlichen Gvn- verv?' ents rmterbrixlren wurde. Die westlichen (Gouvernements im europ.njchen Rust!and dagegen sind dank der Tätigkeit unserer deut­schen Kommissionen schon größtenteils vor: Gefangenen geräumt. Nunnrelir ver,'uck>en schtvedifche Kommissionen, die von deut che:: Rote-Kru'uz Schwestern begleitet rverdeu, nach Sibirien zln getan' ig?n, um die dort noch de Endlichen Delegierten in der Gefangenen- Mrsorge zu Nirttwstützen. Ob es diesen Kommissionen gelingen wird, mich den ^ll'Irans Port der Geangenen aus diesen Gegenden gegen- wärtig du rchzu setzen, ist bei der Verworrenheit der d-Trtigcn Ver- yalttnsse noch tticfa zu übersehen, Sobald es irgend inöglich er- schenit, soll versucht werden, mich deutsche Kommissionen nach Si­birien zu se'den. Tie hier geschilderten Verhältnisse erklären das lange Ausbleiben der deutschen Gefangenen. Grimd zur Beun­ruhigung liegt für die Ungehörigen nicht vor, Sie dürfen ver- srcl>crt >ftn, daß von deutsche Seite alles geschehen ist und weiter­hin mich geschieht, um die ttkfangcnen in Rußland zu schützen und zu verborgen, und ihren RücktrMisport nach Aiöglichkeit zu be­schleunigen.

** Kriegsbeschädigter ist keine Standes- üngabe In Anträgen auf Kapitalabfindung. in Kaufverträgen urnd sonstigen Urkunden, in Grundbucheintragungen,ufiu. werden die ' lriegpv-ersorgungsbereckstigten Nentcnenrp ünger trotz mchr- sacber Aulkläruug iinmer noch sehr oft lediglich als:der Krieg? beschädigte N. N." .der Kriegsinvalide N .N.",der Kriegsrenten- rmp äuger N. N." und ähnlich bezeichnet. Dieses Verfahren steht im AViderspruch mit dem allgemein anerkannten Bestreben der Kriegs- beschÄngtrnfürsorge, die Krnegsbescliädi g ttn sobald als möglich Wiebec den gesunden Kräften: des Volkes gleichyustellen und einzu­gliedern. Zrrr Erreichung dieses Zieles wird es beitragen, wenn dem Namen lediglich die im bürgerlichen Leben übliche Berufs­oder StcmdeKbezeichmmg beigefügt wird.

** Zucht kaninchen an Kriegsbeschädigte. Nach­dem die Kric gs - F ell - dl k tien g esell s ckxl ft bereits einmal eine beträcht­liche Summe für die- kostenlose (Abgabe von Zuchckauinchen an IKneasbesaiädigtc bereit gestellt hat, ist in letzter Zeit t me darum ein Betrag von 500 000 Markeur Förderung der Kaninchenzucht im Deutschen Reich? -von ihr Zur Verfügung gestellt worden., Auch diesmal soll die Durchführung der Maßnahmen durch Ver­mittlung b<r^ landwirtschaftlichen Zentralstellen, in Preußen also der Landwirtschastska nu.^rn, erfolgen. Etwaige Anträge auf Unter­stützung ans i ich van der Kriegs-Fell-Akttengesellschast bewillig­ten Mitteln sind demzufolge nicht unmittelbar an die Gesellschaft, tzmdern an die für den Wohnort des Gesuchstellers zuständige Lanchm^tschaftskammer oder die sonstige zuständige lant'wirtschaft- lich? Zentralstelle zu richten, im .Großherzogtum Hessen an das iGrost!'. Ministerium des Innern, Abteilung für Landioftischaft und *torüen, Darm statt.

Schweinehallun gs Verträge zu erhöhten Preisen. Di? für den 1. August d. I. festgesetzte Amnelde frist zum Abschluß von Schtveinehallungsverträgen mit der Land wirlschaftskammcr ist bis zum 1. September d. I. v-.nlängert worden. D vertragschließenden Sckilweinchalter erhalten für aus- aemäst?^ Schwein? einen Preis von 130 Mart für den Zentner LebendA.vrcht; sollte der Abruf der Sck^veine vor dem 30. No- veiler d. I. n.vtioendig sein, so wird außerdem ein Stückzu- scktlag von 30 Mark zugesichert. Schlachtschweine, für welche keine 5x3tu^gsvertrage abgeschlossen wurden, und für welche keine Haus- 1 ch-!alb 1 ungs-Genehlnigung erteilt wird, müssen restlos an den Oberh bischen ViU-bandelsverband zum Preise von 79 Mark für den Zentner Lcbeudgeivicht abgelieferl werden. Ts liegt daher im Interesse eines ieden Schoeinchalters, sich zwecks Vertrags­abschlusses an die Landwirt'chastskammer in Darmstadt zu wenden.

** Schon u n g bei de r H era nziehnn g v o n H e e res- iunfähigen zum Arbeitsdienst. Für die Heranziehung von Hceresunfähigen zum militärischen Arbeitsdienst ist jetzt die kaiserliche Verordnung ergangen, durch die die Ausführung des Geseich? geregelt ivird. Die Ersatzbehörden erster Instanz haben die eriorderlichen Maßnahmen zur Ermittlung Heeresunfähiger zu treffen, die unter das Gesetz fallen. Die Ermittlungen find schonend uns ohne Gefährdung der Stellung .der Betroffenen anzustellen. Von einem öffentlichen Aufruf zur Meldung ist abzusehen. Befreit von der Heranzie hung sind Heeresunfähige, Jbie infolge von körpcr lichen Und geistigen Gebrechen nicht arbeitsverwendungsfähig find Befreit bleiben auch Personen, die.seit längerer Zeit ein gere­gelte?- Leben führen und nutzbringende .Arbeit verrichten. Die Entscheidung hierüber trifft die Ersatzbehörde erster Instanz. lieber B?sckiverd?n entscheidet die Ersatzbchörde dritter Instanz end-, gültig. Aber die Beschwerden haben keine aufschiebende Wirkung Die Heeresunfähigen werden in Kompagnien, l>ei Bedarf in Bataillonen vereinigt Diese werden von Offizieren geführt. Nähere Vorschriften erlassen die Kriegsministerien.

** Klagen über die schlechten Postkarten. Die Handelskammer Leivzig ersuchte den Deutschen Industrie- und Han­delstag, dein: Reichspoftamt dahin vorstellig zu. werden, daß die Postkarten durch eine bessere Leimung gebrauchsfähiger gemacht wer­den. Beim jetzigen Zustand läuft beim Beschreiben dec Karten die Tinte aus, ein Kopierer: ist im möglich. Die Leimersatzmittel, die in jüngster Zeit von der einschlägigen Industrie hercrusgcbraclst: lovrden sind, können sicher für eine bessere Leimung der Postkarten Verwndung finden.

** Geflü gclpreise und G e f l ü g e l z u ch t. Man schreibt Nns: Die fikr den Derbrauckr?r höchst unerwünschten hohen E^eslü- gelpreil? i-Ov.- nigstens für di-? Geflügelzucht eine sehr erfreu« liehe Wirkung gehabt. Tie letzte Zählung des Geflügels ergibt eine Steigerung des Bestand") um mehr als 10 Milliorren Stück. ^Dieser Zugang ist in einen! Zeitraum von etwa einern Vierteljahv erreicht. Insgesamt stellt sich unser Bestand an Geflügel gegen­wärtig etwa auf 65 Millionen tStück. Hierauf ist es teilweise tzurüctz.lführen, wenn Versorgung mit tEiern neuerdings besser tzewor^"?i ist. Würde es gelingen, unsere Produktion an Eiern «einigermaßen vollständig zu erfassen und der Mlgemeinheit zur Verfügung zu stellen, bann tväre die Zuteilung allerdings noch erheblich reichlicher. Leider gelangt aber noch immer cm sehr großer- Teil der Erzeugung in die Hände des Schleichhhandels.

**Explosif, ne das tou ch er!" ImZüricher An­zeiger ' vom 12. vor. Mon. findet sich folgende Notiz: Nach Mit­teilung des Pressebureaus des schweizerischen Armoestabes seien in den letzten Tagen im Jura wiederholt kleine Gummiballons ge­funden worden, an denen in OelpapiLr eingjehüllte klein'e Blech büchsen mit einem sehr gefährlichen Sprengltoff angcbängt ge wesen seien. Auf der Umhüllung sei zu lesen:Explosif, ne Pas Wucher". Wenn wieder solche gefunden wrden, sind sie liegen zu lassen und sofort dem näkststen Militär- oder Polizeiposten anzu- »eiger Die Feinde rechnen jedenfalls damit, daß diese Ballons in gewisser Höhe platzen und dann mit ihrem Sprengstoffanhängscl aut oentschem Boden niedersallen, um bei uns an Häusern unü Feldern Brand- und sonstigen Schaden zu stiften.

** Begnadigung von entlassenen Kriegsteil- nehniern. E^i Strafe wegen einer Straftat, die vor der Ein berusung zu den Jahnen begangen war, wurde bisher ohne lver- teree. vollstreckt. w^nv der Kriegsteilnehmer endgültig entlassen wurde. Es geschah dies nur dann nicht, wenn die erkannte Strafe oder ihr noch zu vollstrcckeuder Rest nach Art nnd Höhe sich nmer- hatb der Höchstgrenzen der (^snadenerweise erhielt. Der Justizmini­ster hat jetzt angeordnet, daß auch in diesen Fällen die Strasvoll- streüun^ iuebv r ein ge leitet noch wiederaufgenommen wird. VieL- mehr ist die Entscheidung des Ministers über Befürwortung eines

Gnadenerweises unmittelbar einzuholen. Soweit in solchen Fällen

die Strafvollstreckung gegenwärtig schon eingeleitet oder wieder aufgenomnien ist, ist der Bericht zu erstatten, ohne daß die Straf­vollstreckung unterbrochcm wird. Dietz gilt auch, wenn Fälle jetzt bekannt werden oder feststellbar sind, oder später im Verlauso der Strafvollstreckung zur Kemltnis tommen.

Lanvkreis "Gießen.

zm. Trais-Horloff, 27. Aua. Gefreiter Herm. G r o t h starb den Tod fürs Vaterland. Äizewachtmeister L. I ö ckel wurde in Frankreich verwundet. Unteroffizier H. Schneider wurde zum Sergeanten befördert. Musketier Otto Schneider fiel in den Kämpfen in Frankreich.

Kreis Lauterbach.

rr. ^Schlitz 27. Ang. Das Dekanatsmissionsfest des Kreises Lauterbach fand unter großer Beteiligung am vergange­nen Soimtag im nahen Willofs statt. In per dichitbesetzten 5^irche hielt Pfarrer Zur-Nie den die Festprebigt und wies an der Hand seines Terttvortes darauf hin, daß jyfyxt Glaube und Geduld das Werk der Heideumission unmöglich sei. In der Nachversamm­lung, die im Freien statt,'and un> die von Dekan Müller-Lau- terbach cröfwet wurde, spi'ach Missionar Müller von der Basler Missionsgesellschttft über die Arbeit und Pie Erfahrungen der Mission in China. Eine Kollekte in der stattlichen Höhe von 208 Mark konnte der Mission übettviesen werden.

Starkenburg und Nheiuhessen.

I T arm stad t, 28. Aug. Durch Knaben, die ein Wespennest ausräuchern wollten, ^wurde am Sonntag der Musikpavillon in der Rezmbeha an der Heidelberger Straße in Brand gesteckt und brannte völlig nieder.

I Darmstadt, 28. Lliug. Vizekanzler von Payer wird auf einer Besuchsreise bei den süddeutschen Höfen am Freitag in Darmstadt dein Großherzog iseiue Anstvartting machen.

** Aus Rhein he s sen, im August. Ganz enorme Preise werden bei den da und dort zur Neuverpa>chtung ldmmenden Feld- jvgden gezahlt. Tie früheren Pachtsummen iverden meist um 100 bis £00. Prozent Überbote:Die Liebhaber stellen sich aus allen Teilen Deutschlands eiil. So bot eine Kölner Gesellschaft für die Gemerndesagd zu Beck:,tolsheim die bisher nie erlebte Summe von 10 000 Mark pro Jahr. Um die Jagd iedoch für die Orts- cinwohner selbst zu sicher, hat jetzt ein Bechtolsheimer Land­wirt ein Nachgebot gemacht, so daß die Jagd nochmals zur Verpachtung kommt.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 28. Aug. Im Anhang eines zu Berg sährenden SchlepMiges befand sich am Dienstag ein Motorboot, Aon dessckn Heck die türkische Flagge wehte und dessen Bug die In schrickKonstantinopel" zeigte. Das ftinkelnagelneue Boot wird einem türkischen Hafen auf den: Wasserwi-.'ge zu?xsührt.

Fr an kfu r t a. M., 28. Aug. Ter Polizei war bekannt geworden, daß in dem Möb?7lager von Fuld, Börnestraße 24,- eine Hazardsplelergesellschast hinter verschlosserren Türen ihr un­sauberes Handwerk treib?. Tie Gesellschaft Wnrie am l tzttn Sams­tag, mittags gegen 1 Uhr, ausgehoben. Das Temvrlspi.l, bei dem ks um reckst hohe Beiträge ging, hat für die Beteiligten noch ein; gerichtliches Nachspiel. Die Spieler waren durchweg dec Polizei bekannte Persönlichkeiten, die, arbeitsscheu, die Tageszeit in dem Möbcllager beim Spiel zubrachten.

** Frankfurt a. M., 28. Aug. Im nahen Griesheim wur­den am Dftoittag zwei fwlnische Juden verhaftet, die sich im Besitz großer Mengen Franlsurter Brotmarken nnd Neisebrotmarken be­standen und dannt handelten. Die Lüute, die über erhebliche Bar- mittet t-erugteu, wollen die Marken von einem Unbekannten ge­kauft haben.

--- ckst a. M., 28. Aug. Bei einem Landwirt in der Um­gebung "?hr?c der Gendarn: zur Nackpnüftmg des Viehbestandes ein. Als er im Schweinestall ein 250pfünoiges Schnxin gewahrte u:rd ob des gewichttgen Lcibcsumfanges dieses Tieres nachdenklich die Sftiwn in Falten legte, fragite er das allein im Hofe anwesende 72jährige Banernmütterlein:Womit l-abt Ihr denn das Schwein so dick gefüttert?"Mit Angst und Bange, Herr Wachtmeister," war die kurze Antwort. Um eine Erfahrung reicher verließ der Gendarm schmunzelnd den Hof.

A Marburg, 27. Ang. Auf Verlangen der hiesigen Kri­minalpolizei mußte gestern abend rh älterer Herr aus Düsseldorf, dec in Gesellschaft einer Bäuerin aus Weh.'da in einer Droschke auf dem Bahnhof an kam und mit einem Schnellzug die Heimreise 'antreten wollte, den mftgebrachten großen Koffer öffnen. Ter In­halt bestand ans allerhand jetzt sehr begehrten Eßwaren, u. a. wur­den etwa 18 Butterwecke, 40 Eier usw. dem ^Koffer entnommen und beschlagnahmt. Dem Vernehmen nach- soll der Mann schon mehrmals der hiesigen Gegend solche Besuche gemacht habm.

/X Marburg, 27. Aug. <Die zuerst im hiesigen Kreise angekommenen Frankfurter Ferienkind er, die in den .Ort­schaften südlich miserer Stadt Aufnahme gefunden hatten, traten heute.von Niederwalgern und Fronhausen aus die Heimreise an. Viele ihrer Spielgenoffen aus den Hessendörfern gaben ihnen das Geleite bis zu den Bahnhöfen.

Zi Marburg, 27. Aug. Ter Magistrat macht die Ge­flügelhalter darauf Miftnerksam, daß ihnen, wenn sie bis zum 1. Oktober nicht 10 Eier pro Huhn abgeliefert haben, 100 Gramm des Monatszuckers vom Monat Oktober für jedes Familienmitglied entzogen wird. Die Geflügelbesitzer, die schon wegen dieser Bestimmungen Besprechungen abhielten, machten gel­tend, daß schon seit länger als 8 Wochen hier kein Hühnerfutter ausgegcbcn wird und vor allen Dingen die Stadt fick, nicht um solches kümmert. Dem Viehhändler Löb Leoi in Lohra nnd dem Metzger S. Katz hier sind wegen Unzuverlässigkeit im Handel die Ausweis karten bis zum 1. Dezember entzogen worden.

= Panrod (Untertcmnns), 28. Ang. Am letzten Montag traf der König von Bulgarien in Begleitung des Prinzen Kyrill Und der Prinzessin Nadeschda in intfcnn Ort ein, um dem Dekan Tr. Friedrich Seibert einen Besuch crbzustatten. Fast zwei Stunden weilten die hohen Gäste im Kreise der Psarrerfamilie. Ter Köuig sprach dem Pfarrer seinen Dank für das von die'em verfaßte Buch Henriette von Naffau-Weilburg" in herzlicher Weise ans, das er als einen prächtigen Bftttag zur Geschick,te feines Hauses bezeich- nelte. Jvr der Unterhalttvrg erwies sich der König als ein aus­gezeichneter Kenner der nassauischen Geschichte, die ja bekanntlich auch die Geschichte seines Hauses ist. Ter Monarch unternimmt täglich von Bad-Naicheim. wo er bekanntlich zur Kur weilt, weit­ausgedehnte Fahrten durch das Nassauer Land, das er bei seinem lstesigen Besuche unserunvergleichlich schönes Nassau" nannte.

= Soden a. T., 28. Aug. Sein goldenes Doktor- jubiläUm feierte heute der weitbekannte Badearzt Geh?imer Sanitätsrat Dr. Otto T hi l e n i n s. Die Gemeirrde ließ dem ver­dienten Jubilar durch Bürgermeister Dr. Höh ihre Glückwünsche darbringen.

** Wiesbaden, 28. Aug. Das Hantieren mit Ge­schoß t e i l e n hat wieder -einen schtveren Unfall zur F)lge gelabt. Meser betraf einen llftnen Jungen, der ans dem Reitweg im Nero­tal eine Geschoßkapsel gefunden hatte. Er brachte diese mit nach Hause und gab sie seiner Mjutter. Mit einem Messer versuchte diese, das Pulver, das noch in der Hülse war, zu entfernen, worauf sie dem Jungen die Kapsel zurückgab mit dem.Bemerken, da) sei Gilt, hvas darin sei. In diesem Augenblick explodierte die Kapsel imb zerriß dem Jungen die linke Hand und zwei Glieder des rechten Zeigefingers. Anscheinend handelte cs sich um einen Zünder von einer Handgranate.

-- A ri s d e r R h ö n, 28. Ang. Bis aus den Kre^izberg wagen sich bereits die Pascher. Sckpnugaler und Schlcickchändler. Am Mon­tag, spät abends, erwisch'e die Gendarmerie auf der Kuppe mehrere Personen, die Fleisch aus bayerischen Schweineschsachtereien nach Preußen bringen wollten. Unter den Verhafteten befand sich auch ein seit langem stecklwieslich verfolgter Einbrecher aus Langenleiten.

ra. Ans Nassau. 27. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurden ausgezeickMet: Leutnant Vogt-Biebrich. Ad­jutant in einem Garde-Fuß-Arttllerie-Regiment. Leutnant der Res. Hans Neubauer-Wiesbaden, Offizier-Stellvertreter Ga f g a-Idstein und Gelreiter Otto Becker, Sohn des Kam­mermusikers O. Becker aus Bad Homburg v. d. H.

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Gewitter

M2t-srb!oglschr vkshaÄ>simgen der Station Netzen.

Höchste Temperatur am 23. bis 29. August 1918 ---- ft- 0. 15,3* Nnbrigste * , 1918 - ft- 0. 13.1°

Rieder>chlag3,3 mm,

Nrrnrr?chtes.

Ein neuer Großbrand iu Sta-nbnl.

K onst an tinopel, 28. Ang. (WTB.) Stambul ivurde wie­der von einem großen Brand hckmgesnckst, vor am 27. August mor- grms in der mittleren Stadt nah? dem alten Bvandl-erd aus brach Ein starker Wind begünstigte die Ausbrettnng, so daß gegen 250 Häuser verrcichtet wuiven. Ter Sultan ersch.Qr mitcags aul Wi Biandstätte. Um 2 Uhr nachmittags iuac der Brand fcatwltigi

* Ein Gedenktag der Da mpfschiffahrt. ^1818 kreuzte zuni erstenmal ein Dampfer den 'Atlanttschen Ozean. Schon im Jahre 1707 hatte Papin mit einem Rrddampfer die Fulda befahren. Seithn waren ans einzelnen Flüssen, der Weser, dem Rh in usw. immer wieder Versnck^ mit Danrpfschiffen gemacht worden, die aber meist nur kurze Zeit dauerten. 1787 hatte P. Miller ein Toppelboot (2 Schraubenräder hintereinander) erfun­den. Es dauerte vis zum Jahre 1818, bis es gelang, mit einem Dampfer den Atlantischen Ozean zu durchfahr-en. Es war das drei mastige DampfbottSavannah", das für die Fal-rt Neuyork - LiverpoolSt. Petersburg bestimmt war. Für diese erste Fahrt brauchte es von Davannah bis Liverpool 26 Tage, i^ön denen es 18 Tage rmter Tamtt war.

^ Reishunger krisen in China und Japan. In Ehr.ia und Japan hat Reismangcl zu Äusruhrszcnen der Bevölke­rte. 9 geführt. In jenen Ländern sind solch? Vorkommnisse nickfts Seltenes^ denn- der Reis ist das Hach>ttrahrungsmittel für che unteren Schichten der BevöLkeiung. Trotz allen Fleißes der Chinesen und höher Sorgfalt in der Bcl-arwlung des Landes süid verheerende Hungersnöte oft unvermeidlich, da Ueberschwemmmigen nnd Dürre leickft mid oft eintreten. Bei der Art, wie der Reis angebant wird, sMagen, wenn die Dürre arrhält. gleich zrvei bis drei Ernten hinter- ciuanbei' fehl. Tie Uebervölkerung, die Verteilung des Eigentums und die Zwergkultur tragen das Ihre dazu bei. We?,che 9ttlle der Reis in der Ernährung der Chinesen spielt, geht daraus yervvr, daß 'der Begriff der Glückseligkeit in per chinesischen Bilderschrift durch einen mit Reis vollgestopften Mimd aus gedrückt wird. Eine Hand voll gekvckKen Reises^ irnd eine Tasse Tee bilden die kraft- lose Mahszeit vieler Chinesen aus der großen Masse eer armen Landbevölkerung. Dazu iolnmt dam: ein? Pfeife Tabak oder Opium, um da?. Werk der Enttrarvung zu vollenden. Da die Chinesen Herz»- und gemürlos sind, und so geivinnsüchtig, daß sie selbst 5et der Rettung eines, Ertrinkenden erst um den Lohn handeln, ehe sie Hand anlege::, so ist es nickjjt so verivunderlich, wenn man hört, daß füll viele selbst über Pel^epidemien und Hungersnöte freuen, weil für die Ueberlebenden Gewinn daraus springt, Gewinn, der durch ein Massensterben erkauft nnrd. Die Engherzigkeit und» Kleinlichkeit in dec Denkart ist für die ganze geistige Verfassung des ^ Chmesentunis bezeichnend. Sie hat es auch wohl in erster Linie verschuldet, daß, so viele nutztickve. für die Kulttir des Abendlandes Hock:»bcd7u1sam gewordene Erfüwungen den Echnesen, die sie lau ge vorher kannten, überhaupt mchtS nützten. Sie kann­ten die Bnhdruckcrei, das SchiesiMlver^ den Kompaß lange, ohne daß sie sie auszunützen verstanden. Weeer in der Schriittnms- verbveitung, noch im Militär- oder Seewesen haben sie sich mit Hilfe dieser werwvllcn..Errungenschaften hervorzntun vermocht. Diese engherzige Kleinlichkeit, di? jis riicht aus oen Fesseln einer hemmenden Ueberlieserung und veralteter Methoden befreien kam:, trägt auch brckm Reisbun viel dazu bei, die Gefahr einer Hungers­not so bedrohlich i»nd akilt zu machen.

* Der Futurismus der Bolschewiki. Der Fsituris- inus ist die offizielle, nnd, wenn man bei seiner Art so sagen könnte, akadckmische Kämst der Bolschewiki geworden. Das geht aus einer Sckchlderung der Mlriseier in Petersburg hervor, die der Mimrbei- lcr derIllustration", Robert Vaucher, seinem Blatte sendet. Der Maria-Palast war bei dieser Gelegenheit mit drei riesigen futn- ristrschen Gemälden geschmückt, urrd das Astoria-Hotek prunkte mit einem solchen. Auf dem Winterpalast, d?m Generalstab, überall sah man geivaltige Rstalereien, die manchmal die ganze Fassade mies Gebäudes cinnahmen und die die Freude der Künstler zum Ausdruck bringen sollten, die den 1. Mai und das Hereinbrechen des Venen Zeitalters feierten. Eine Beschreibung dieser Gemälde ist 'äußerst schwierig. Es war ein seltsames Gemengsel von lebhaften Farben, von Dreiecken, von Vierecken, die mir der tollsten Phrntasie durcheinander gewürfelt ivaren. Man sah allerdings auch Mldcr, die nicht ganz so sehr Zuttmftsmaterei waren, und im denen man wenigstens Häuser unterscheiden kormte, die in einem Erdbeben zu­sammenzustürzen schienen, man sah Männer mit farbenprächtigen Kostümen urtb winzigen Köpfen, die die Russen auffvrderten, in die Rote Armee einzutreten.

Letzte AachnchleL

Unfall des GwMrzoAs von Oldcnburss.

Berlin, 29. ?llrg. Verschiedene Blätter berichten über einen Unfall, den der Grvscherzvg von Oldenburg gestern auf der Fahrt von Oldenburg nach Rastede beim plötzliche ?lusweichea seines Automobils vor einem gefallenen Radfahrer auf der schlüpfrigen Landstraße erlitt. Besinnungslos sei der Großhervog in das Garni- sonlazarett Lebra-cht ivorden, nw der Bruch> mehrere Rippen sestz. gestellt wurde. Später sei de:' Großherzog nach seiner Sommer- residmz nach Rastet gebracht worden.

Lloyd George an Sols.

Genf, 28. 2lug. Lloyd George wird laut Londoner Meldung des Matin :n der ^ersten Swtemberwvche auf die Rede des deut­schen Staatssekretärs.Tr. Soff antworten.

Das Ausweichen der Deutschen.

Ber n, 28. Aug.Mattn" schreibt: Das LbuÄveichen der Deut­schen verhindert m jedan Falle die volle TurckMhrunq unseren sttatcgisckLN Zwecke. Augenblicklich ist die Lage die. daß fast die ganze englische Armee, die Hälfte der französischen Armee und der Houptteil der Amerikaiier in dem Kampfe stehen, den wir seit länger als Jahresfrist vvrberefteten, um zum Ende zu kommen.

Oesterreichifche Stimmen zum Brester Ergänzungsvrrtrag.

Wien, 28. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die Reue freie Presse" bespricht die Unterzeickmung des Ergänzung^?? - > znn-

schen Mtzland und Teutschl ind und erklärt, di? Unierz'-Ymmg sredertte vor all^n die berühr.wrrdc .Tatsackie. das; eine .irrere Spannung ziviscben Deutschland und Rußlmrd. die !?iclu ans deu Folgen des Brest-Litvwsker Vertrages hätte erstell können, uick»t drohe Md daß die Wahrsä^einlichkeit einer Mgllung der bisher aroch niche gänzlich gellärten Vcrlhiltnissc in d-.m sttmidstoatt't .tzn> lau!), Ellland, Kurland und Litauen größer m'wordcn sei ^ Beschuldigung der Entente, daß der Brester Fchcde eine Gervalt- maßrrgel sei. werde durch die erfolgte Verständimmg widerlegt bk hoffentlich die Grundlage für ein ^ocbares EvüLmehmer« liefern iverde.