*' Das We:nsteuergesetz ist ani 1. d. M . im Rcrcht>- (öeietzblatt IWanuigegebeat worden. Die nach diesem Gesetz er- forderlüsvn 'eigen sind von den öesttehonpen Betrieben späteste! is drel ltndj der Verkündigung des Gesetzes ;u er
statten. Di . il luirb demnach am 2L August bereits oMaufen. Zu A'.zeig ihres Betriebes bei der zuständigen Hebestelle für Rei' 1 >.'l>erbrc!u . -abgaben (Hauptsdeuerämtcr und d>ergl.> ist ver- pslirl-cl, . . u!o Hersteller oder Händler Wein gewerbsmäßig im Verteilr bringt. Zugleich mit der Betriebsanzeige sind der Sleuerstelie die Betriebs- und Lagerräume Anzumelden. Vereins gnngeti, Geiell schäften und Anstalten, die Wein gegen Entgelt abgeben unterliegen ebenfalls der Arrzeigepflicht. Im Hinblick auf den in kurzem bevorstehenden Ablauf der Anmeldepflicht empfiehlt es sich, die nötige schriftliche Anzeige alsbald zu erstatten.
** Das Rätsel von Bangalor. Im Lichtspielhaus gelangt vom Mvntag ab ern großes Filmwerk „Dos Rätsel von Bangalor" zur Aussützrung, das in wetteren .Kreisen Beachtung verdieitt. Wie ,ms mitgeleilt wird und wie wir aus einer uns vorliegenden ausfichrlväiM Beschreibung -ersehen kö-.rnen, handelt es sich nm ein mit ungewöhnlicher Pracht ausgestattet es Filmwerk, dessen Dckauplatz erst in Indien, dann in Amerika, später in Japan liegt. Der Film, der durch indische Harems, am-erikaniscki« Bars und Varietes führt, der ferner mtt dem Treiben in japanischen Teelßmsern im Geisha-Viertel von Tokio bekannt maclck, schildert die abenteuerlich'' Geschichte dev Tochter eines europäischen Gouverneurs, die von einem indischen Machthaber geraubt wird. Ein Zufall läßt einen Jugendgespielen die Spur des Mädchens finden, der die Ingendgleliebte nun befrett. Tie beide:; fliehen nach Amerika, verfolgt von dem Inder. Wieder gelingt es diesem, das Mädchen zu rauben. Er schleppt es nach Tokio ins Ioshiwara. Hier endigt die abenteuerliche Fahrt. Der Inder unterliegt endgültig Kind der treue Jugendfreund bringt die Geliebte in Sicherheit. — Ter Beginn der Vorführungen am Montag ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen.
Kreis Wetzlar.
W. A. Wetzlar, 15. Mg. Die türkische Offtziersabordnuny, welche zum Besuche der hiesigen Unteroffizierschule hier weilte, ist wieder abgeveist. Die Heroen hatten auch unserer Nachbarstadt Brmmfels einen Besuch abgestattet. Wie wir hören, haben sie sich zunächst nach Northeim in Hannover begeben, wo sich ebenfalls eine Unteroffizierschule befindet.
Hessen-Nassau
— Frankfurt a. M., 16. Ang. Im großen Lagerhaus des Westhafens riß heute mittag das Drahtseil eines Aufzuges. Der Thufziug, der mtt vier Frauen besetzt war, stürzte aus der Höhe des fünften Stockwerks in die Tiefe, verfing sich aber unterwegs noch einmal an den Wänden, so daß die Gcjwalt des Absturzes ver- dnichdert wiurde. Trotzdem erütten die Frauen erl>ebliche Verletzungen, die ihre Ueberfütznung in das .Städtische Krankenhaus bedingten.
-- Frankfurt a.M., 16. Aug. Gegen die in Bildung begriffene Gesellschaft, die im Osthafen große Reparaturwerkstätten > errichten will, nehmen Manzig große deutsche Automobttwerke, u. a. Adlerwerße, Opel, DaimLer nsw. in Eingaben an den Handels- minister und an den Magistrat der Stadt Frankfurt energisch Stellung. Die Werke weisen darauf hin, daß die Automobilfabriken 'großes Interesse daran haben, daß Wagen eigenen Fabrikats nur in eigenen Werkstätten instand gesetzt »Verden.
— Limburg, 16. Aug. Epischen hiesigen Polizeibeamterl und einem Metzger aus dem nahen Offheim kam es zu einem schweren Zusammenstoß. Der Metzger stand schon lange im Verdacht des Schleichhandels mtt Fleisch und wurde Mittwoch abend endlich dabei abgefaßt. Die Untersuchung hat bereits festgestellt, daß der Mann Ununterbrochen seit 1916 einen lohnenden Handel mit Fleisch aus Geheimschlackstungen betrieben hat. Manche Kunden erhielten sogar ganze Schweine. Der Mann wurde verhaftet
HochfchrUnachrtchten.
st Marburg, 16. AÜg. Die philosophische Fakultai der hiesigen Universität erneuerte Professor Dr. Lä>wig Freytag in Bremen und die medizttrische FaÜcktät dem Geh. Med.-Rat Adolf
Albert in Meisenheim aus Anlaß ihrer 50iährigen Doktorjubiläen ihre Dv^ordiplome.
vermischt«».
* 320O0000 Mark Verluste. Tie Verluste der deutschen Städte durch die Verfügungen über den Verkauf von Kaffee- Ersatz betragen, wie in bet Kasseler Stadtverordnetensitzung bekanntgegeben wurde, nach genauen Berechnungen 32 Mttl. Mark.
Letzte llacbrid)ten.
Der neueste Bericht der Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 17. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Zwischen Yser und Ancre nahm die Geftchtstätigkeit während der Nacht in einzelnen Abschnitten zu. Lebhafte Er- kundungstätigkeit. Erneute Vorstöße des Feindes bei Vieux- Berguin und nördlich der Ancre nnnHen abgewiesen.
Heeresgruppe Generaloberst von Boehn.
Bekderstits wm Roye setzte der Feind von neuem zu starken Angriffen an. Sie dehnten sich am Nochmittag nach Norden bis südwestlich von Ehaulnes, nach Süden bis nordöstlich von Lassigny aus. Fran^fen und Kanadier versuchten hier in immer wieder erneutem Ansturm bis in die späten Abendstunden den Durchbruch durch unsere Stellungen zu erzwingen. Die Armee des Generals von Hutier brachte ihren Angriff völlig zum Scheitern. Franzosen, die die Hauptlast des Kampfes trugen, erlitten wiederum schwerste Verluste. Bei und südlich von Hallu traf unser zusammen- gefaßtes Artilleriefeuer Bereitstellungen des Feindes und Ansammlungen von Panzerwagen. Feindliche Angriffe, die hier in den Abendstunden zur Durchführung kamen, brachen vor unseren Linien zusammen. Der Schwerpunkt dr§ gestrigen Angriffes lag beiderseits der Avre. Mehrfach wiederholte stärkste Artillerievorbereitung ging hier dem tiefgegliederten Jnfanterieangriff des Feindes voraus. Bei Goyencourt gewann der Feind vorübergehend gegen Roye etwas Boden. Unser nördlich an der Stadt vorbei vorbrechender Gegenangriff warf den Feind wieder zurück. Teile unserer vorderen Kampflinie an der Straße Amiens—Roye. die nach Abschluß des Kampfes am Abend in Besitz des Feindes blieben, wurden während der Nacht wieder genommen. Südlich! der Avre brachen die mehrfach wiederholten ftanzöfischen Angrifft vor unftren Kampflinien restlos zusammen. Vor allem kam hier die Wirkung unserer Maschinengewehre voll zur Geltung. Bei und südlich von Beuvreignes brach unser Artillerieftuer die Kraft des feindlichen Ansturmes, Nur an einigen Punkten kam es zu Jnfanteriekämpftn.^Wir schlugen den Feind zunick.
Starke Fliegertätigkeit über dem Kampftelde. Leutnant Udet errang ftinen 56. Luftsftg.
Zwischen Oise und Aisne scheiterte in den Morgenstunden ein Vorstoß des Feindes südlich von Nampcel.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Kleinere Jnfanteriegeftchte. An der Vesle lebte der Artilleriekampf vorübergehend auf.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Im Sund MM brachten Sturmabteilungen, die mtt Flammenwerfern nördlich von Largitzen in französifthe Gräben eindrangen. Gefangene zurück.
Unsere Jagdkräfte schossen aus einem Geschwader das Darinstadt mir Bomben angriff, vier englische Großftug zeuge ab.
Der Erste Generalguartiermeister \ Ludendo rff.
* * *
Die russisch-ukrainischen Frirdensverhandlungen.
Kiew, 15. Äug. (WTB.- Ter Vorsitzende der russischen Frre-- densdelegation Ratowski machte den Pressevertretern folgende Mttteiftälg über der; Sdcmd der russisch-ukrainisches Friedensverhandlungen: Erreicht sei eine Einigung in bezug ans den Waffensttllstand, die Wiederum belttmg des Äien- bcrhn-, Post- und Telegraphenverkehrs, den Warenaustausch im Werte vvn 17 Millionen Rubel und die Erri ch tung von Konsulaten. Wetter bestünden aber tiefe Gegensätze. Die Ukraine verlange für den Warenoustausch die Anwendung des russischen Tarifs von 1.904. Rußland fordere einen Z o (l b u n d. Als Dag der Loslösung von Rußland sehe die^ Ukraine in der Frage der Teilung von Staatsvermögen und Staatsschulden den Tu: des dritten Universals, den J. November 1917, an, Rußland dagegen den Tag des Abschlusses des Brester Frieden-, bat 12. Januar 1918. Außerdem verlange die Ukraine Anteil au dem russischen Staatsvermögen auch außerhalb der ukrainischen Gren- zen. Rußland schlägt ethnographische Grenzen :md eine Volksabstimmung in strittigen.Fällen vor, die.Ukraine will nur den ethnographischen Bestand an ländlicher Bevölkerung in Betracht ziehen. Trotzdem hofft Rakowski, daß der Friedensschluß gelingen »verde.
Stärkung der Sowfettruppeu.
Moskau, 15. Aug. (WTB.) Aus Orenburg wird berichtet: 6 000 Kosaken sind mtt der Waffe in der Hand zu den S owjettruppen übergegangen. In allen Städten Md Ortschaften, die von den Tschecho-Slowakc-i des- ;>t sind, verbreitet sich die revolutionäre Bewegung. Die Kasanschcn Blätter teilen mtt, daß alle Nachrichten von der Besetzung der Stadt Tetjutschi erfunden sind.
Kasan eingeschlossen.
Moskau, 14. Äug. (WTB.) Die hiesige Presse meldet: Kasan ist von Rätetvuppen ein ge schlossen und wird bombardiert. Eine Reihe englischer und französischer Untertanen wurde verhaftet. In Murom, Arsamas und Sutjarbaskok sind Kdnze.i tUttionslager für gegenrevolutionäre Offiziere errichtet worben. Die russischen Truppen in Frankreich.
Die Reste der russischen Truppen in Frankreich werden durch einen Aufruf des Rats der Volkskommissare auf- gefordert, sich gegen die Einstiellnug in die Arinee der Entente aus jede Weift zu wshven. Wer sich einstellen läßt, gilt als Fein d.
Eine Fried ensstinrme.
Stockholm, 14. Amg. (Privat-Telegramm.i In der sckwedi- schen Presse werden immer mehr Stimmeir laut, ivelchc eine Friedensaktton der schwedischen Regierung befürworten. So rührte das Blatt der Linkssvzialen „Politiken", in einem Leitartikel aus. daß die Fortsetzung des Weltkrieges sinnlos wäre, und meint, wenn jetzt die Regierung eines neutralen Landes, deren Haltung allen Verdacht einer eigennützigen Nebenabsicht mrmöglich mach, zwischen die kämpfenden Machtgruppen mtt eurem Ärrschlag zu einem Waffenstillstand treten würde, so wäre das eine Tat, nach der man sich im stillen nicht nnr in der: neutralen Ländern, fon dern auch urtter den kriegführenden Staaten gesehnt hübe. Warum sollte nicht Schweden die Initiative ergreifen, dre ihm jedenfalls viel Ehre und Dank einbringen würde. Auch „Dagens Nyheter" ist der Ansicht, daß der rechte Augenblick für ein neutrales Ein- greffen zwecks Friedensvermtttlung gekommen fei, — „Btoaista Morgenbladet" fördert zu einer .Kundgebung für den Fried«; und der Abfendung einer Deputation an den König auf. Berufung im Chamberlain-Prvzeß.
Berlin. 16. Aug. Nach der „Deutschen Zeitung^" verlautet, daß in dem Prozeß der „Frankfurter Zeitung" gegen Chamberlain von beiden Seiten Berufung eingÄegt wird.
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