Der völkrbimdrgedankr tm Unterhaus.
i Aug. (WTB.) Die Unterhaus debatte vom
1. Augujt über den B ö l k e rbn nds g e den ke n , wovon Ren- ^ Rede Balfours mell>et, fan> bei der Bewilligung der
Neuen Kricgskrrdite statt. Der liberale Sir W. Dickt ns o n unrs dcwmrs hbl, daß Englands Krieg saus gaben nahezu 8 Milliarden Pfluch Sterling erreicht hätten: aber das Land trage die Bürden wrUig. dla cs sick beivußt sei, für ein hohes Ziel zu kämpfen. Der «Rev-ner deutete an. daß dieses Ideal der Völkerbund sei, uttd ^klagte, daß die Regierung keine Anstalten treffe, einen genauen Plan für dieses Projekt auszuarbeiten oder, wie di? französische Regierung, durch eine besondere Kommission von Nichtbeamttn iausarbeüei: $u lassen. Seines Erachtens umfasse der Völkerbund 4 Tinge: 1. müsse er {mffcmbc sein, die Heiligkeit der Verträge FU sichern: 2. dürfe keine Nation zu Gewalttätigkeiten schreiten ohne zuvor an den Völkerbund appelliert yu haben; 3. müsse zur Schlichttmg von Streitigkeiten ein Tribunal analog dem amcrila kischen Sur^eme^C-ourt geschliffen werden; 4. müßten die Nativnon des Völkerbundes das aufrichtige und ernste Bestreben haben, die Lage zu einer lebendigen Organifatto:: zu machen. Diese iZnscmrmenarbeit der Völker werde, zumal wenn m!an anfänglich eine allzu komplizierte Struktur vermeide, das gegenseitige Vertrauen fördern.
3>r Arbcitcrpartciler Thomas erklärte, er halte cs für kein Verbrechen, vom Frieden zu sprechen. Freilich wäre es ein iBerbrechen. von einem Frieden, der kein Ende mache. oder einem, ldeutschen Frieden oder einein solcher«, der die Keime eines künftigen Krieges euchaltc, zu reden, aber die Sehnsucht nach einem ehrenvollen Frieden bestehe heute in allen Go- sellschaftsschichten, und es sei ein schwerer Fehler, zu behaupten,
'E trrlle-ven Donrincons vor^ugeheir. Aber DUVen sagt, daß Deut,chland doch nicht bereit ser, mrf Vorstellungen zu hören. Wie Dnni?n imr das tvissorr, ohne vorher Besprechungen mit ihm «Msuhrt zu haben? Wierm sich herwisstellt, daß Deutschlarrd zu <nncr Wiedergeburt bereit ist. wäre es dann nicht töricht
wenn «ojr
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brozeß nicht weiter fördern, solange Deutschland nicht durch rm Felde zu schlagen ist?
eine Niederlage
*
Das englische Gesetz gegen die Ausländer.
Bern, 8. Aug. Das englisck)«e Gesetz gegen die Ausländer wurde am 2. August vom Oberhausausschuß mit einigen Abänderungen langierwnnnen. Tic Nächtigsten sind, daß feindliche drvcmoc jut niujjt lünf, wie vom Unterhaus angenommen, sondern
daß diejenigen, die von: Frieden sprächen, Feinde des Landes seien. Der Krieg sei heute keine Teanltorialfrage mehr. Kein britischer Soldat werde den Kampf rmr eine einzige Stunde fortsetzen, um Boden und reichen Landl»esitz zu erkämpfen. Daher sei es .Pflicht der Regierung, alle Wiege ausfindig zu machen, vost dener« zu l-offon sei, daß sie zürn Frieden uns) zum! Völkerbund sühoen würden. Er sei gegen den Wirtschaftskrieg. Er halte den .Boykott für eine dar wirksamsten Waffen, die der Völkerbund anivenderr könnte: er sei aber davon überzeugt, daß der Wirtschaftskrieg nach Friedens schluß einen weiteren Krieg in naher Zukunft bedeuten würde.
Der Urrionist Major Nord führte aus, ein Völkerbund, der nicht schließlich Tcutschüand einschilössc, wäre ein trauriger Ersah für das Hdeal. Andererseits scheine eine derzeitige Einbeziehung Deutschlands hen meisten Lesröen undenkbar. Der einzige Weg, die deutsche Mentalität ziu ändern, sei eine militärischst Niederlage; und das einzige Ziel, nach dem man derzeit stvoben Qnne, sei der Krieg. Es wäre eine verbuch."rische Torheit, den Völkerbmcd als Ersah für den Sieg anzu sehen. Seiner Ansicht nach setze dev Bölkerbmrd drei Tinge vvvaus: die allgemeärc ?lbrüst«mg, die wirtschaftliche Freiheit und ein universelles Schiedsgerichtsverfahren. Aber ehe sich dieser Plan dnrchfühoen lasse, müsse der Erfolg garmttiert sein, sonst wr.'-dc kein Land die bewaNnete Macht aufgeben, aus der seine Sichorhttt beruhe. Der einzig praktische Weg sei daher, von dem Bölrervundc anfänglich nicht zu viel zu erwarten. Erst wenn er sich und> Zähren bewährt habe, könnten die Nationen sagen: wir hielten uns Ar n « n und Fkotten, um :m>eve Streitigkeiten zu schlichten, haben aber jetzt einen besseren Weg kennen gelernt, und sind bereit, Kt weiter zu gehen. Man lause aber Gefahr, die bolicn Ideale des Völkerbundes zu kompromittieren ulld zu ruinieren, lvenn marr den' Völkerkunde in: ersten Jahre seines Bestehens Unmögliches zumute. Was die Bet>iupl.ung mtgehe, oaß die.Einführung von Vorzugszöllen das Ende der Völterliga-Gedanken bedeute, so löraifli wir ihr nicht bcipftichLn.
Der LLbevake Oberst Wedgewood wies darauf hin, daß der 5®öBJerfamb l'&xz dai wellenden Nati-an gewisse Oper auferkegert würde. Beispielevaise würden, die Nationen außerhalb des britischen Rvrchäs in rein britischen Angelegacheitml nritzuspvechen haben. Das sei eine bittere Mstdiz-in; aber seüres Erachtens sei es der einzige Austveg für die Welt.
- Nach der Baisour-Rede sprach dar Liberale MacoUrdy und bemerkte, die „Times" habe die Rolle, welche der Völkerbundgedanke im britischen Bolle spiele, zutreffend dadurch gekennzeichnet, daß fie schrieb, bei den künftigen allgemeinen Wahlen werde in jedem. Wlahlkveise der Völkerbund auf den Wahtprogrannnen stehen. Seines Gvachidens sollte der Völkerbund aus Völkern bestehen, die die llickerzeugung häWm, daß der Krieg an sich als ein Mittel zny Durchsetzung diplo:nattscher Forderungen verwerflich sei,
Macdonald lLlrbefterpartei) führte aus, alle O^esellschafts- schichhm. müßten begtmvch:, «inzusehen, daß der Völkerbund ein praktisches Problem sei, das irgendlvie gelöst werden müsse. Man Dune natürlich nicht sofort eine perfekte Mafckrierie schaffen, sondern nrüsse experimentieren. Jedenfalls dürfe der Völkerbund aber nicht eine Liga von Regierungen, Diplomat«: und auswärtigen ^Lenllern sein, sondern eim Liga von Parlamenten als ein Teil des allgemeinen politischen Lebens der Nationen.
Der Unionist Oberst Sykes wies auf das allgemeine Streben der arbeitenden Klassen hin, künftig dem Militärdienst zu entgehen/ und aus das allgemeine Frieldensverlangen aller Kwuflcute und Flabrikanten nach der furchtbaren Periode der Zerstörimg. Die LlMulative Wirkung dieser Einslüsse verbürge zweisellos einen dauerhaften Frieden.
Der Liberale Robertson führte aus, die Hauplschwierig- keit für die Verwirllichung des VArerbimdgedankens liege darin, dem Völkerbünde notwendig die Macht zu geb-cn, seine Entscl)ei- dungen zu erzwingen. Seines EraäMrs müßten zunächst alle ?iationen übereinkoncmen, die Rüstungen in lveitgehen- dem Maße zu vermindern. Der Bund müßte eine juri- sftsche Maschinerie besitzen, um Streitigkeiten zwischen den .Nationen zu schlickten, und die Nationen müßten sich verpflichten, Kontingente zu stellen, um eine Nation, die sich der Entsck^idung des Bundes nicht füge, zu zwingen. Der Eintritt in den Völkerbund werde somit für die beitretende Nation eine Versicherung gegen Kriegsgefahr.
Der Unicmist Tyron betonte, daß der Völkerbundgedanken hoffnungslos sei, solange Deutschland nrcht geschlagen sei.
Unter st aatssekretär Cecil schloß die Debatte mft dem Hinweis, daß dir vvcgebrachten abstrakten .Erörterungen LU keinen praktischen Ergebnissen führtmr. Er deutete aber an, daß die Regierung einen eingehenden Plan aus- arbeite, indem er die Hoffnung imssprach. daß sich in naher Zukunft eine Gelcgenl-eit für eingehende konkrete Erörterungen bietcnl. werde. Cecrl schloß, die Schwierigkeiten zur Verwirklichung des Bölkerbundgedanlens seien so groß und ernst, daß dieses Problem, von dem die Zubmft der Meirschheit abhänge, nur durch gemeinsame 3)eniühimgen aller Männer, die aufrichtigen Willens seien, durcl-geführt toerden könne.
Ein neuer Vries Lan-downeS.
Laag, 8. Aug. Lord Lan s do wn e richtet einen Brief an die „Times" als Antwort aus einen Brief Sir William Til- t>ens. Zlr diesem Briefe Lansdownes heißt es: ,L)ch werde ge- frtai, ob ich glaube, daß ein Abkommen von einer Macht ein'-
• 11)11 ^hie lang nach r>iie->eusschluß nicht naturalisiert werden dür- \r:. und oö|i die llngültrgkeitserklärung der infolge sässclier Au-
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acuen erteilten Naturalilieriuigsurknnden nicht dem Ermessen dos
Staatssekretärs dcs gemacht wird. Qh
zinnern überlassen, fom>em ihm zur Pflicht c .. c n eine lächerliche Lage geriet in der Sitzung
der äußerste fverndmfemdiliche Flügel des Oberhauses mit dem ünttage, das; lerir Natuoaliiiertcr ,eindtichfr Herkunft nachdem ot. ^ugiM ^ Mitglied des Geheimen Rates oder des Parlaments sein IlH'T ■f 5 Uck nämlich chuaus, daß bei Annahme dieser
.Maßnahme ausgerechnet drei bekannte Männer aus dem ö-ieheunen.
werden inüßtcm, nämlich Sir Edgar Speyer, Sir <,rnest Eaffell und Marquis Milfvrd Häven, wobei der Lctzt- genannte außerdem die ihn erst kürzlich zur Vertuschung seiner •oflltcnoeiger Herkunft verliehen« Peerswürde verloren haben würde
Kranken an Bord aut der Hohe von Tulctgno von einem feindlichen Unser)eeboot mit drei Torpedos anlanziert. Ein Torpedo. tra> das Schiff, ohne zu explodieren. Tie übrigen liefen vorbei^ ^as 5rriegsminrstermm (Marinesektion) hat die nötigen Sck/ritte eingeleitct, um gegen die ungeheuerlichen Vötkerrechrsverlevungew Einspruch) zu erheben.
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Kopenhagen, 9. Aug. Nach telegraphischer Meldung- des dcmychm Konjulats in Alexandrien, wurde das dänische Motorschiff „Eoluinbia^ (5570 T.) am 1. b. M. bei Port Said versenkt. >r.er Kapitän und 38 Mann w-urdcy in Port Said gelandet Der dritte Maschinist ist wal-rsckeinlich ums Leben gekommen.
Kopenhagen, 9. Aug. Die norwegische Gesandtschaft in London benchäct: Der nortvegrsche Dampfer „Alix" ist am 2 Amgust aut eine Mmc geitoßcn und an der Küste Irlands aus -Grund gesetzt worden.
Au- Finnland.
. Helsingfors . 7. Aug. (WTB.) Die Regierung hat, be ^unend imt dem 12. August, ein AufgebotderJahrqänge
i C 1 . 8 9 0 verfügt, durch das die Lücken der bisheriges
Aufgebote ergänzt werden sollen.
Der Plan für das neue Enttejahr bestimmt die Beschlag nähme der gesamten Getreideernte und fetzt folgende Rattonen fest: 10 Kilo im fyäonat für Selbstversorger, 150 Gramm £*71 Tag nrr Karteninhaber, außerdem eine Schwerarbeiterzulago Pb zu 1(X) Gramm.
,^'^'schaffung vonBa!umharz wird als St aats mono- pol erllart.
Die Lebens mittel-Einkaufs-Genossenschaft er
halt das ausicktteßliche Recht Kum Aufkauf und Verkauf cm Aus lander und «mheimische Fabriken.
D e l si n g fo r s , 8. Aug. (WTB.) Tie dritte Lesung der Ver Ittssungsvorlage begann gestern um 1 Uhr bei gefülltem Haus und v>?llbeHetzten Tribünen. Am Reqierungsftsch hatten zablreickie Se- lnawren Platz genommen. Der deutsch^ Gesandte und andere Mit gtteder des diplomatischen Korps waren erschienen. Tie Debatte dauerte bis 10 Uhr. Bei der Abftimnrnng stimmten für die Dring- SS 75 dlbgaordnote, dagegen 32. Die erforderliche Fünfsechstel- Aaenrlint war «also nicht er-zielt worden. Die Regierungsvorlage ist syr diese Landtagssefsion erledigt und kann erst nach der Neu wirhl wieder Mr Nmattmg kommen. Es ftagt sich nun. ob auf Gnnck des § 38 der noch geltenden Berfasflmg von 1772 dennoch Ärr >wnigswahl geschritten werden soll. Die MehrheitsMrteier- pnd rm alten Larttagshguse ztu einer Nachtsitzung zusammengetre ten, um Uber die Einretichnng einer Masstmpetttwn zu beraten, die dce AnwÄidung des genannten Paragraphen erfordert.
Aus der ttk^aine.
Kiew, 7. ?lrg (WT3).) Die Leitungen melden, daß die rumänische Regierung der ukrainischen Regierung eine ^ote überreichen ließ, in der sie ihre Zustrmniung zur Errichtung, diplomatischer Vertretungen in Bukarest undKiew aussprrcht. Zwecks Lösung einiger wirtschaftlicher Fragen werde die rumänische Regierung außerdem demnächst eine besondere Abordnung nach Kiew senden.
Tier Zeitung „Golos Kiewa" zufolge ist zum Vertreter der llkrarne bnm österreichischen Kommando in Odessa General von Rauch, früherer Kommandeur des Gardekor^ und Großgrundbesitzer. ernannt worden.
besuchte gestern den neu ernannten Ober- lbefehlshaber der deutschen Truppen in der Ukraine, Generaloberst von Krrchbach.
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und
die Zarenfamilie.
(Reuter.) „Times" berichten cm-
König AlfonS
, London, 8. Aug. DI_ _ _
Santander, daß König Alfons seine Bemühungen für die Angehörigen des früheren Zaren sortsetzc. Ans dringenden Telegrammen, die er erhielt, ging hervor, daß Großfürst Georg, der m Petersburg gefangen ist, sich in hoffnungslosem Zustand befindet.
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«halten Wierde, die durch ihren Einfall in Belgien bereits
non Vertrag wie einen Fetzen Papier bci/andelte. Ich ioürde es iÄcnsogern ioie Sir William Tllden vermeiden, mft Pevsö'.ilich- keiten Abkommen abzusästießen, die schon früher Verträge gebrochen haben. Aber, wenn Deutschland Bedingungen amrimntt, die mis befriedige:: können, so ergibt sich daraus, daß der Vertragsbruch
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chm konnte und daß die Vertragsbrecher eine erhallen haben. Wenn mcherte.n Deutschland
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; Magenen Völkerbundes nnrd, so hätten die i Mittel M: der Hand, es zu zivin<r'!i. seine Ver- tH:ql Ich möchte Sir William Tikdens Worte n: Der Teu'el des Militarismus ist ver- geb.'ffert. Sir William Tilden fragt mich: H die brittscbe Regierrrng sich von ihren Alliierten' -erhaaü'ttlngeir mit dem Feinde beginnen roürde?
c»on den:, uird ich habe auch nienuils von emers ndigbeft gesprochen. Ich habe au. die Nolloendig- gem-einschaftlich mit uilierrn Verbündetent
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Bratiann angeklagt.
Bukarest, 9. Aug. Der uimLkische Sei:at hat sich dem Kammerbeschlusse, lartt dem der ehenialige Ministerpräsident Bra- tianu und sieben Minister seines Kabinetts in den Anllagezustand versetzt werden, cmgeschlossen, und ztoar mit 57 von 64 Stimmen. Ein Senator stimmte dagegen, während sechs sich der Abstim- nun:g enthielten.
Teucrungsdemonfirationen im Haag.
Berlin, 9. Ar:g. Laut Meldung des B. T. ans dem Haag versammelte sich dort am Mittwoch eine große Menschenmenge vor dem Rathause, wobei es zu Demonstrationen kam, lmd zwar wegen der allgemeinen Teuerung. Berittene Polizei gab zwei Salven ab.
Oftasrita.
Lissabon, 9. Aug. (L. A.) Das hiesige Blatt „O meldet, daß der Befehlshaber der englischen Llbteilung aftika während eures Fluß Überganges ertrunken ist.
Secula'' in Ost-
ver Leetrieg.
Nerre U-Boot-Erfvlge.
Berlin. 7. Aug. (Amtlich.) Im Sperrgebiet um die Azoren Und toesllich (Mwältiars ivurdeu neuerdings wieder fünf größer^ Dampfer und ein Segler von insgesamt rund 25 000 BRT. versenkt.
Tie Labunge:: nxrren zum Teil besonders wertvoll. Mit einem der Tampser ist nebm: 370 Tonnen Munition gemünztes englisches R e g i e r u n g s g e l d im Werte von einer halben Million Mark unlergegangen.
Ter Chef des Admiralstabes der Marine.
Das Vertraue:: auf die Wähning eines Landes beruht zum Teft auf der Größe seines Metallgcldvorrates. Darum ist bei den heuttgen schwankende:: Kursen ein Berlnst an gemünztem Geld doppelt schmerzlich.
Kouingin RegentcS.
Amsterdam, 8. Aug. (WTB/ Der Schiffahrts- r a t fällte heute das Urteil über die Ursachen des Unterganges des tzvspitalschiffes „Koni na in Rrgentes". Der Rat ist der Ansicht, daß das Schiff durch einen Torpedoschuß zum Sinken gebracht wurde. Da von den: Torpedo keine Bestandteile gefunden wurden, läßt sich die Nationalität des U-Bootes, von dem der Schuß gelost wurde, nicht belveisen.
Fliegerangriff auf ein österreichisches Hofpitalfchiff.
Wien, 6. Aug. Das Kriegs Ministerium (Marinesektton) teilt aintlich mft: Am 6. August vormittags w:crde das außerhalb des Husens von Durazzo kreuzende Spitalschiff Baron Call mit Fliegerbomben angegriffen. Äon 15 abgeworfenen Bomben schlugen dreizehi: in unmittelbarer Nähe des Spftalschisses ein, ohne es zu treffen. Am gleichen Tage nachnrittag« mürbe dos Spitalschiff während der Fahrt von Durazzo nach Norden mft fast tausend,
Aus dem Reiche.
Die Wtchlrecht§svuimission des Herrenhauses.
Berlin, 9 Aug. Im Interesse einer raschen Förderung der zur Verhandlmtg stehenden Verfassungsfrage:: wird dem ^.-A. zusvlge die Wahlrechtskommission des H e r r e n h a u s e s bereits geraume Zeit vor der Wiedereröffnung des Landtages ihre Arbeiten beginnen, voraussichtlich am 4. oder 5. September.
f ., ^“9* (WTB.) In seiner heutigen Voll-
fttzung hat der Bundes rat der Vorlage betr. Äenderuna und Ergänzung Warenverzeichnisses zum Zolltarif und Anleitung für die Zollabfertigung, dem Entwurf einer Bekanntmachung zum Biersteuergesetz der Vorlage betr. Entwurf von Bierstcuer-Ausführungsbe^ «tEmungen zu dem Gesetze und betr. die Besteuerung von -'-'t.lnc ralwässern und künstlich bereiteten Getränken nebst der Nachsteuerordnung zugcstimmt unb beschlossen, da« der Re:chsf:nanzhof seinen Sitz in München haben solle. ^
Aus Qcffcn*
D«rmstadt, 8. Aug. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer setzte heute früh nach 9 Uhr seine Beratungen mtt^dem Llntvag dev Abgg. Wiegand und Uebel betr. die ander wette Feitsetzung resp. Erhöhrmg des Einkonrmens der staat- ttche:^ Untererheber ^ fort. Sie beantragen, die Großh. Regierung zu eriuchen, den jetzigen Berhälttchsen entsprechend das Einkommen der Untererheber zu erhöhen und ihi:en eine Kriegsteuerungszulage zu gewahren. D:e Regierung erllärt. daß die Untererheber Leue- rungszulageii bis zu 800 Mk. erhalte:: können. Ihr Einkonlmen wurde in dnyem Jahre um 10 Ins 20 von, Hmckert erhöht. Um 11 Uhr Mhren die Mttglieder gemeinsam mit den RcgicrungSver- ^tern nach ^vor-::s. um von da aus mit dem Regierungsdampfer „Vassm enie BesiMigmig der Strvmuserbauten aus der Strecke naai Mainz vvrMiiehme::.
Rrrs Stakt unk €anb.
Gießen, den 9. August 1918.
"Auszeichnung Gefreiter Adolf Mickel wurde mft dem Etternen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Im Besitze der Hesft- schen Dapferteitsmedaftle beffndet er sich scft Nvveinder 1916
der ftädt. Kleinverkaufsstelle für Obst d^n d Geniuse kommen Bohnen. Gelbe Rüben. Weißkraut, Wft- sMN zum Verkauf. Himbeeren sind wieder eingeLovffen und diese ohne Obstmorken abgegeben.
^ für Frü hzwiebeln. Die Revchs-
stelle für Gemüse und Ob,t hat durch Veröffentlichung im Reifte lursei^-r Nr. 182 dem Erzeugerpreis für Frühtzwiepeln ohne Kraut cvn 18 Pfennige ie Pfund mft Wirkung vom 3. August 1918 ab festgesetzt.
** Hausanschlüsse. Die Erijche Ueberland-Anlage der Provinz Oberheisen hat im März eine BekannttNachung erlassen, ttwnacl) wegen Mangels an Personal nnd Material eine Beschran- ttuig in der Ausführung von Hausanschlüssen eintrelen nuiß. Die bis 1. Jul: dieses Iähres ordnungsmäßig schriftlich ange- ineldetcn sollen nach Möglichkeit noch in diesen: Jahre fcrtigge- stellr ioerden. Alle späteren Anmeldungen können für das laufende Jahr jedoch unter keinen Umstanden mehr berücksichtigt werden. Ta trotz dieser Bclanntmackmng immer noch Anmeldmrgen ernlausen, bittet uns die Ueberland-Anlage, nochmals hierauf hinzuweisen.
* Luxus steuer. Das am 1. Lhigust d. I. in Knast getretene Umsatzsteilergesetz eitthält ftir ^ieienigen Geiverbetreiben-, den. d:e mit den nach § 8 des Gesetzes mit der crlwy'en Abgabe westeuerte«: Gegcnstä.ldeu Handel treiben, tveftgel-ende Bnchfüh- rungsvLirschriften. Es ist dort angeordnet, daß diese Steuerpflichtigen ein Lagerbuch und ein Steuerbuch zu führen haben, die beide mit .Wirkullg vom 1. Aiurust au cid richten sind, lieber die Form und der: Inhalt der Bücher gibt das Gesetz mit den dazn erlassener: Ausführungsbcsttmmnngen Auffcyluß. Der Bundesrrt hat weiter angeorünet. daß die germnrtten Ge werde treibenden ihren gesantten Lagerbestarch bis z-um 15. August spätestens aufzmnchmen h-abei:. In besonders begründeten Fällen kann das zuständige Finanzamt die Frist zur Beendig:mg der AnfnalMe bis zum 1. Oktober verlängern. Da die Steuerbehörden ang<mesen sind» die Buchführung der Ge.verbetreibenden auf ihre Richtigkeit l«ach°- zuprüsen, werden dve Gewerbetveilanden gut tun, sich mit dm erlassenen Vorfchristen vertraut zu machen und die vorgesclniebeneitz Bücher alsbald einznrichten. Tie Luxussteuer ist nicht nur twn de:: Gewerbetreibenden, sonder:: von allen Personen zu entrichten, i\e Geenitände der im § 8 des Gesetzes gemurnben Art gegen Eittgelt Ivefterliesern. Auch Privatversonen unterliegen danach der M>gabe. auch weim ste nur einmal einen der bezeichnoten Gegen- stände veräußern. In diesem Falle, und sofern es sich auch nicht 'um eine Versteigerung handelt, hat die Entrichtung der ?lligabe durch Verwendung von Steml^elmarke«: -auf den: bei jeder einzelnen Lieferung M erteilenden Cnrpftrngsbckarnttlis zu erfolgen. Die Stcmpelinarken sind bis zum Betrage von 10 Mar? bei den Postämter:: und sonst bekanntgegebenen Poststellen zu bcffes>eil.
** Gießener Waldbühne. Ter feuchte, küble Sommer bat die Pläne der Frcilichtbühnc wiederholt zu Wasser werdenl lassen. Nun ist es der Leittmg gelungen, an regnerischen Spiele tagen die Vorstellungen im Stadttlrcater abhalten zu können. In Anbettacht der schwierigen Verhälttrisse darf man dies liegrüßen,. wenn wich anderersefts zu bedauern ist, tvenn Stucke, die in derj fteien Natt:r besonders wirksam gewesen wären, mm doch Wieden das Rampenlickst erblicke:: und in Brettern und Leinwand Ersatz für echten Wald und Himmel suchen müssen. — Die gestrige Auf- führimg, die im Stadttheater stattsarch, brachte unter dem Sammelnamen „Rokoko" Goethes anmntiges Schäferspiel „Tic Laune des Verliebten" und den bekannten sstokoko-Sck)erz von Oskar Blumentbal „Ter sckslechte Ruf". Unter der gewandten Spielleitung, vbn Karl Vol ck wurde flott gespielt. In Goethes „Sanne des Verliebten" gefiel besonders Helene Kall mar als Egle durch ihr sicheres, annrnttges Spiel mft) die natürliche Sprechnvise der Verse. Auch Rudolf Jelikoff gab den Endon mit allen Vorzüge^ wieder. Heririette ,C o l b e r g in der Rolle der Llmine spielte recht ülrerzeugcmd und frisch, wußte aber nicht immer den richtigen Ton zn ftnden, wie z. B. in der Nage nbcir die Eifersucht des Geliebte:«. — Prächtig durchgeführt, voll Laime und Humor, war Blumentbals Sck>erz „Ter schlechte Ruf". Sotvvhl Adolf T e l e ck y wiie Karl Bolck gaben Proben feinster Charakterisicrimgskunst. K. E. Schaum war als unerfahrener Liebl-aber, dem der Oheim, um ihn bei den Dame:: beliebt zu machen, den Ruf eines Doni Inan a:«dichtct, voll überzeugender Nattirlichkeft. Köstlich «vairn» auch die drei Damen, Auguste Abend ro t y als schöne Gräfin, RMnot, Augn.ste Marcks als VLarquise b’Öttonumi, die ibrcnf Mam: (W. Ko ch) eifersüchtig machen will und Luise Delosea als „bittere" Gevaldü«.


