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** Di« Wetteraussichten. Angesichts des durchweg Mb len vnb teudytx it Sommerwetters dieses Jahres, das ans die Gemüfterude sehr güristtg, uns sie Getreideernte aber

verzögernd wirkt dürfte sich für viele die Frage

^erheben, wie die Aussichten des nächstjährigen Sommers za l>e- MTtnlen sind, wirrer unsever erfahrensten und l^währiesku Wetter- kündigen, dvndreas Boß in Berlin, dessen Anteile und Wetter- vlorl^rgageu \ den Kreisen der deutschen Landwirte und Obst- tzs«tf4N aus i«,' rimiqes lZiNtieffen seit Jahren geprüft lvorden srnd, sn-'frt in der n.mesten Ninnmer derDeutschen Obscbauzcitung" er ulrer das Jtchr 1919 leider einstweilen nichts Gutes lKrr den deutschen Gc.rtenbau vermuten könne, weil das Jalw 1919 SP? r rt ^ lJ f inh -- lM 511 hocken werden dürfte.Im Frühjalw 1919 ' lt & 2 er , Jahres verlauf schon etwas sicherer vorh-?rsagcni

^ür 1919 eine Wiederholung der Trockenheit vvn 1904 unu 1911! Die Folgen mag sich jeder selbst ausveclmm. M-eierr Fecuden aber wird es dann noch schlechter^gehen. Tie jdeuTche^LandW,rrscl>ast und der deutsche Gartenbau mögen sich in diesem 'Somm er und Herbst 1918 doppelt mlstrengen, daß von der Grntt Mjtv umkommt, nichts durch Frost leidet, nichts durch schleckcke Aufbewahrung oder verfehlte Organisation verdirbt!" FM die weitere Sommerzeit dieses Falles, also für den August Uno Leptoncher. saut Boß trockneres Und sonnigeres Wetter als im Fnnr wrd Juli weraus.Die fühlen und feuckften Jmritage mufften iauch ichon Pomm-':. weil der Mai ztu warm und zu trocken gewesen. Migutt und September werden warm und mehr trocken afe feucht sein. Mlerdiugs ist es Regel, daß Um den 1. ?Hugust und gaUz befände^ um den 14. Und 19. August stärkere Regenmengen zu flaflant pflegen. Wenn nun der September meist trocken sein wird, kAo daß Tage vorherrsck-en, dann werden a^r um den

A ^ ' Ee um so kälter, so daß tonnt mit stärkeren

gercchne: werden muß: weil ja vonr September an östlich' Winde rrorlpcrrsclZeud sein werden."

^ ** L i ü>tsp i bau s , Bahnhofstraße 84. Bon morgen

Samstag ab las einschließlich Dienstag gelangten 2 hochinteressante Filmwerke zur Auffübreng. He:my Porten zeigt sich in ihrem neuesten SchauspielDas ^schlecht derer von Ringwall" und Biggo Larsen inNackprätsel". Nähere- im Anzeigenteil.

Kreis Friedbera.

** Dad-Nauheim, 8. Aug. .Sonntag, den 11. August finden zwei Konzerte auf der Terrasse des Kurhauses vcnr der aus dem Felde beurlaubtelli .Kapelle des 5. G r o ß h. Hess. Inf.- Regiments Nr. 16 8 unter Leitung ihres ?Nnsikmeisters Ernst Krauße statt.

Hessen-Nassau.

mr. Frankfurt a. M., 8. Aug. Nunmehr wurden die ersten WeK'lichen Feuerwehrleute angestellt. Sie werten zwmr nicht im Bvandsalle zur Löscharbeit, sondern im Innendienste beschäftigt. fört der letzten Sitzung dos Lebensmittelamtes wurde mitgeteilt, daßr durch die Erhöftmg des Preises für Brotgetreide eine Ber- teuerimg des Brotes von 50 >auf 62 Pfennig notwendig wird. Zur Kontrolle der Gruveerträge für Obst und Gemüse soll ein Kreis-. 'cevisor an gestellt werden. Trotz der geringen Ernte soll eine Er­laubnis zur Kelterung von ,Apfelwein im inöglichst weitgehenden Umfang erwirkt werden.

Gelnhausen, 8. Aug. Im nahen Dörfchen Kassel ent­deckte^ die Gendarmerie in der Nacht pn Niittwoch, daß aus einer Geheim schlachtern erhebliche Mimgen Fleisch fortgeschafft wurden. GS entspann sich Zwischen den Schleichhändlern und einem Gendarm ein Kämpft fti dessen Verlauf der Gendarm von seiner Schußwaffe gebrauch machen -nutzte und einen Schleichbäridler erschoß. Tie übrigen Schleichhändler ergrifteu hierauf die Flucht

GeriU>es?«al.

K. P. Frankfurt a. M., 8. i?luy. Ein Paar Sckmbe an den Mfa-nrnreny^undenEM Riemen, .über den Arm gehängt, so v elfte si-b der -0jährige Metzger Lorenz Ran den Leuten als ckiuster v!^> md nagte, ab sie nichts zu revarieren hätten. Er habe aus Zufall An Sti'ck Lever bekommen. Der Mann sah so ehriam aus, das; vier Leute nicht widerstehen konnten und rhm schuhe mitgaben. Sie 'ahen sie niemals wieder. Die Strafkammer ver­urteilte den Schwindler wegen Betrugs im Rückfälle zu 18 Dtonaten Zuchthaus and fünf Jahren Ehrverlust.

Sport.

Am kommenden Sonntag, den 11. Augussi findet auf dem Sportplätze des Vereins für Rasenspiele von 1900 an der Haardt ein Fußball-Wettspiel statt. Es treffen sich die beiden 1. Mann- 1 (haften des Fußball-KlubsHenschelwerke" Kassel und des Ver­eins für Rasen'viele von 1900 Gießen. Da beiüe Vereine über faic sehr gute Mannschaft verfügen inti> der Kasseler Verein der Meister im Kasseler Bezirk ist, wild ein sehr interessantes Spiel zu erwarten sein. Das Spiel beginnt um V*4 Uhr.

Hochschnlnachrichten.

Frankfurt a. M., 8. Aug. Die Zahl der an der Universität Frankfurt studierenden Hessen hat sich nach einer soeben erschienenen Uebersicht gegen frühere Semester erheblich vermehrt. Es studierten rm Sommerhalbjahr 1918 ins­gesamt hier 418 Hessen gegen 334 im Wintersemester 1917/18. also eine Zunahme um rund 25 Prozent. An der Gesamtzahl der Studierenden mit 2312 rm abgelaufenen Semester berechnet, waren demnach die Hessen mit 18 Prozent beteiligt. Auf die ein­zelnen Fakultäten verteilen sich für das Sommerhalbjahr 1918 die Hessen wie folgt: Rechtswissenschaftliche 105 (1917/18: 74), medizinische 117 (103), philosophische 73 (59), naturwissenschaft­liche 62 (48), Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche 61 l50).

Kiew, 7. Aug. (WTB.) Die Ukrainische Telegraphen-Agen- (tur meldet, daß der Ministerrat den Gesetzesvorschlag über die Be- Aündung einer staatlichen Universität in Kamenetz- .P o dr> l s k, bestellend aus vier Fakultäten, bestätigt hat. Im Herbst 1918 sollen bereits die historisch-philo logische und die physikalische mathematische Fakultät eröffnet werden. Unterrichtssprache ist die Ukrainische. Zeitungsnachrichten zufolge hat der Ministerrat «außerdem beschlossen, die ukrainische Volksuniversität

isn Kiew in eine staatliche ukrainische Untversrtät mit vier Fakul­täten umzugestalten.

LkiiechlLche Aacdricbterni

Israelitische Keligionsgemeindc. Gottesdienst in der Swmgoge

.(Süd-Anlage). Samstag 10. Aug. Borabd.: 8.15; morg.: 8.30; abds.; 9.05 u. 9.45. Israelitische UftlgionsgLsellschsst. Sabbat- heier am 10. Wug. Freitag abd.: 7.50; Samstag vorn:.; 8.30; nachm.: 4.30; Sabbatausg.; 9.45. Wlxbengottesd.: morg. 7.00, abds. 8.00.

Vermochte».

Rüdes heim, 8. Aug. 74 Weinversteigerungen, die im Frühjahr 1918 im Rheingau abgehalten wiceden, erbrachten die Summe von 17 713 770 Marl. .Hiervon entfallen auf die 38 Wein- versteigerimgen derBereinigung Rheingauer Weingutsbesitzeft^ 988000 Mark. Die drei Versteigerungen der Kgl. Domäne er­gaben 2 613 320 Mark. Im Vergleich zu vorstel>enden Zahlen sei erwähnt, daß die 55 Weinversteigenmgen im Frühjahr 4.917 die Summe von 9 820 716 Mark erbrachten.

K. P. Birken selb, 8. Aug. Die Sondierungen der olden- burgischen Regierung mit Landtagsabgeordneten bmsichtlich ihrer und der Bevölkerung Stinimung gegenüber eitler etwaigen Ab­tretung unseres seit 100 Jahren zum fernen Oldenburg gehörigen Naheländchens haben in unserer Bevölkerung starke Beunruhi­gung hervo-rgerufen, denn sie will die freiheitlichen Vor­züge des Großherzogtums nicht durch den Anschluß an Preußen einbüßen. Der reale Grund der regierungsseitigen Ab- tretungs- bzw. Austmischpläne ist die schwierige Finanzlage der Enllave.

* Wien, 7. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach dreitägiger Derhandlimg hat das Sckiwurgericht Urteil gegen Kurt Franke und Ewo David gefällt, die des Raubmordes an der Julie Earl, der Gesellsckiafterin der Baronin Viwante, vom 23. Februar d. I im Hotel Bristol angeklagt Mrren. Franke ivurde mit allen Stimrnen, David mit elf Stimmen gegen eine Stimme für sckxlldig befunden. Elfterer wurde zu 15 Jahren schtveren Kerkers, letzterer zum Tode durch den Strang verurteilt.

Letzte Nachrichten.

Dcr» nenestr Hcticbt der ßccre&leihina.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 9. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht.

Zwischen L)ser und Auere lebhafte nächtliche Artillerw- tätigkeit. Südwestlich von Ypern und südlich der Lys folgten stärkstem Feuer feindliche Teilangrifft, die abguviesen wurden.

Zwischen Ancre und Avre griff der Feind gestern mit starken Kräften an. Durch dichten Nebel begünslißt, drang er mit seinen Pmizerwagm in unsere Infanterie- und Artillerie­linien ein. Nördlich der Somme warfen wir den Feind im Gegcnst- aus unseren Stellungen zurück. Zlvischen Somme und Avre brachten unser.' Gegerang.-ifft' den sein Glichen An sturm ostli^^ der Linie MorconNHarboinneresEal-Fres- n4)i)Eontoire zum Stehen Wir haben Einbuße an Ge­fangenen und Genüßen erlitte:' Durch Gefansrne, die mir machten, wurden Engländer mit kanadischen und mijtrali- schen HilfSkorps. sowie Franzosen f'ftgestellt.

*

lieber dem Schlachtfelde schössen mir 36 feindliche Flug­zeuge ab.

Leutnant Löwenhardt errang seinen 49.. 50. und 51., Leutnant Udet seinen 45., 46. und 47., Leutnant Freiherr von Rülfthofen seinen 33., 34. und 35., Leutnant Kroll seinen 31. und 32., Oberleutnant Mllik seinen 29., Leutnant Kvenneckc seinen 23.. 24. und 25. und Leutnant Aufsiorch seinen 20. Luftiieg.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In einzelnen Abschnitten an der Beste lebte die Ar­tillerietätigfeit auf. Erfolgreiche Teilvorstiße beiderseits von Braisne und in der Champagne nordwestlich von Souain.

Der Erste Generalguartiermcister Ludendorff.

Ein Freihafen in Petersburg?

Kopenhagen, 8. Aug. Russische Blätter berichten, baß man in Petersburg beabsichtige, einen Freihafen einzu- richt^n, um bas wirtschaftliche Leben der Stadt wieder zu heben.

Eine englische Stimme zum Gedächtnistag des Kriegseintritts Englands.

Bern, 8. A,ug. «WTB. Nichtamtlich.- Zum Gebächtnistage des Kriegseintrittes Englands schreibt Gardiner in derDaily News": Der GrundsatzSi vis pacem, para bellum" werde nie- mand mehr täuschen. Jetzt wisse man satrsam, daß der Krieg komme, wenn dafür gerüstet werde. Einige nahmen noch ihre Zu­flucht zu der Idee, der Krieg könne dürft) den Krieg ausgetrieben Aversen. Sie glaubten, die Alliierten vermöchten eine so über­wältigende militärisft)e lleberrnacht M erlangen, daß der Feind üie wieder imstande sein werde, sich aufzurichten. 4Lber das sei eilt eitler Wahn, nimmermehr könne man der Welt durch einen Zwang Den Fragen geben. Der Gedanke, daß die Alliierten, nach der Erkämpfung des Sieges denWeltfrieden durch eine unwiderstehliche Macht zu sichern ver­

möchten, bedeutet nicht nur die Annahme des preußisft^en Glaubensbekenntnisses, sondern die Nichtachtung aller Lehren der Welt ge sch ichte. Ein sicherer Friede sei mmiöglich ohne ein neues Weltsystem, das in der Erkenntnis, daß das gemeinsame Weltmteresse den Frieden er­fordere und die Zivilisation unter den modernen Verhältnissen nicht neben dem Kriegs bestehen könne, die Wurzel des zftcieges, nämlich das Wettrüsten, beseitige imd die Maschirierie für eine gerechte Verwaltung der Weltgeschäfte schaffe.

Mentkreren in Servia.

Bern, 8. Aug. MDB. Nichtamtlich.) Tie griechischm Blätter geben naftftehuide Einzelheiten zu den Meutereien in Servia: Soldaten in UntervffHrere des 12^ I nsanterie-Reg ftnents vvu der dritten Division desertierten aus Servia und wurdm sftftieß- lich bei Pristovati in der Provinz Agrinion von dem sie verfol­genden Jägerregiment eingeholt und gefangen gemnnmen. Die Meuterer, ungefähr 300 Äann, verloren l« dem Zusammenstoß sieben Tote und 20 Vettvmidete. Der vmn Kriegsgericht in Servia zum Tode verurtellte Oberst Jannetakis war der Kommandair des 12. Infanterie -Regiments.

Die Beisetzung Hakki Paschas.

Kvnftantinopel, 7. Aug. (WTB. Nichtamttich.) Mel­dung fcer Agenoe Mllli. Nachmittags erfolgte unter großem Pomp die Beisetzung der Leichp des Botschafters Hakki Pascha. Nachdem in der Moschee Jman Pascl>a in Baschiktasch die Toten­gebete verrichtet ware.r, setzte sift) der Leichenzug in Betvegung. In den Straßen bildete eine große Menschenmenge Spalier Eine Truppenabteilung eröfsnete den Zug, dann folgten. Derwische. Den Sarg bedeckte eine rottveiße Schleift, die in Berlin auf den^Sarg gelegt worden war und die die Inschrift ttug:Letzte Grüße meiner Hoheit Hakki Pascha, Botsftmfter in Berlin." Hinter dem Sarge schritten der erste Kftmmerherr als Vertreter des Sllltans, der erste Sekretär und Flügcladjntcmt des Sultans, ferner der FlüMi' adjutant des Tbronfolgers. der töroßwesier. dep^Scheich ül Islam, die ehemaligen Grvßlwesiere Temsik Paffte und Said Halim Pascha, sämtlich? Minister, die Botschafter Deutschlands^ Oes.errc-'ch-Un­garns und Persiens, die Gesandten Bulgariens. Lpau.cns, Schwe­dens, Dänemarks mit ihrem.Personal, eine von Kaiser Wilhelm entsandte Zlbordnung, Senatoren, Deputierte, vauäisische Delegierte, militärische und zivile Würdentriger, die Direktoren versftftsdener Zlnstalten und zahlreiche sonstige Trailergästr. Naft.de.n der Zug beim B?<msoleum Jahia Essendi angelangt toar, wurde der Sarg an dem ihm gewidmeten Platze beigesetzt. Mit der Absrngung von Kvranversen schloß die Feier.

Fremdeuseindliche Kundgebungen in einem bayerischen Kurort.

Berlin, 9. Aug. Einem Telegramm desBert. Tgbl." aus München zufolge, ist es in W un s i ed l - Al e xft nd e rba d zu fremdenfeindlichen Kundgebungen gekommen Eine größere Anzahl Frauen und Kinder der Stadt Wunsiedel zog in das nahe Mezanderbad, um die dortigen Fremden zu ver­treiben. Ein Kurgast, der sich widersetzte, wurde stark verprügelt. Im Hotel Weber wurden alle Fensterscheiben eingeschlagen und das Eßgeschirr zertrümmert._

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Bctr.': Tie Bewirtschaftung der Möhren.

Wir sehen uns veranlaßt, daraus hinzuweisen, daß durch im- sere Verordnung vom 5. Okwber v. Js. in der Fassung der Ver­ordnung vom 9. Mvember v. Js. über tüe Beunrtschgftung von Weißkohl. Rotkohl, Wirsingkohl und Möhren. Möhren aller Art (rote Wäöhren oder Gelbrüben, gelbfleischige Möhren, weiße Möh­ren und Karotten) im ganzen Gebiet des Großherzogtums .Hessen nur mit unserer Genehmigung abgesetzt werden dürfen. Diese Verordnunger st recktsichauchaufdiejenigenM ob­ren . welche durchVerziehen oder Lichten der Ans­saatmöhren gewonnen werden.

Von dieser Llbsatzbeschränkung bleibt Unberührt der Absatz durch den Erzeuger an den Verbraucher, wenn nicht mehr als 5 Kilo­gramm an den gleichen Verbraucher abgesetzt werden, sowie der Ab­satz durch den Kleinhändler und der Verkehr auf öffentlichen Märk­ten. Tie Kleinhändler müssen im Besitz unserer braunen Ausweis- karte sein.

Ein übermäßiges Verziehen der Möhrenfelder, der Absatz ohne Genehmigung oder an nicht berechtigte Personen, sowie ein Ver­kauf der Möhren über den Erzeuger-Höchstpreis ist verboten.

Zu>viderl)<mdlungen gegen diese Vorschriften werden nach § 8 der Vckauntmachmig vom 5. Ollober v.^J., soweit nicht nach anderen Sttasbestimmungen eine härtere Sttase verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldsttase bis zu 10000 Mk. oder mft einer dieser Strafen bestraft. Neben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die straf­bare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter ge­hören oder nicht.

Mainz, den 17. Juli 1918.

Hessische Landcs-Gemüsestelle. Verwaltungsabteilung.

Der Vorsitzende:

Werner, Regierungsrat.

Betr.: Wie oben.

Die Hessische Landes-Gemüsestelle an die

Grosth. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Unter §)inweis auf vorstehende Bekanrttmaftnmg empfehlen wir Ihnen mit Bezugnahme auf § 10 der Bekanümachung Groß­herzoglichen Ministeriums des Innern vom 29. September v. I., diese vorstehende Bekanntmachung in Ihren Gemeinden ortsüblich veröffentlichen zu laffen. Das Polizeipersonal ivvllen Sie an- weisen, die Einhaltung der Vorschriften der Bekanntmachung zu kontrollieren und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.

Mainz, den 17. Juli 1918. 5408O

Der Vorsitzende:

Werner, Regierungsrat.

Der ßrankfutter palmenganen.

(Zu seinem 50jährigen Jubiläum.)

Der Frankfurter Palmengarten, dessen^ goldenes Jubiläum morgen, 10. Lllrgust, in ernster Stille gefeiert^ wird, verdankt seine Entstehung eigentlich den politischen Ereignissen des Jahres 1866. Herzog Adolf von Nassau hatte sein La^id verloren und gab infolgedessen auch seinen Wohnsitz in Biebrich a. Rh. auf. Die um^angreift)en Geivaft-shäuser und weltberühmten Wintergärten ließ er für 120 000 Gulden zum Verkauf ausbieten. Mit der Ver­äußerung betraute der herzogliche Hofgartendirektor Thelemann den Frankfurter Landschastsgärluer Heinrich Siesmayer. Dieser hervorragende Meister der Gartenbaukunst, dem Süddeutschland sckxm eine Fülle bedeutender gärtnerischer Sftwpfungen verdankte, wußte einflußreiche Frankfurter Persönlift)keiten für den An­kauf der Biebricher Anlagen für Frankfurt zlu be­geistern und fand dabei in Baron Ludwig v. Erlanger und Sem Zeitungsverleger Leopold Sonnemann warme und tat­kräftige Förderer seiner hochfliegenden Pläne. In Wort und Sftwift warb in erster Linie Sonnemann dem Institute in aller Welt Freunde. Herzog Adolf ließ sich unter der Voraussetzung, daß die Wintergärten nach Frankfurt kommen sollten, betvegen, deu Kaufpreis auf 75 000 Guben zu ermäßigen. Die bürgerlichen Kreise der Stadt zeichneten in kurzer Zeft 50 000 Gulden, wovon allein das Städtchen Bc>ckenheim, in dessen Gemarkung der Palmengarten seine Heimstätte finden sollte, 20000 Gulden auf- brachte. Recht zurückhaltend war die Frankfurter Finanzwelt. Nach Ausbringung der 75 000 Gulden konnte der Ankauf bewerk­stelligt werden. Mit der Sckiaffung der Anlagen wurde Heinrich Siesmayer betraut, der in ttiapp zwei Jahren ein Meister- w«nk der VOärttlerlunst fftyif. Nach Ferttgstellung der ersten Ver­mäße; ung, die einige Jahre später erfolgte, und die große Weihersläche mit Hängebrücke, Schweizerhaus und Grotttutbau

in sich schließt, fand dft Anlage allgemeine Anerkennung auch durch die Regierung, dft Siesmayer durch Verleihung des Titels Königlicher Garttubaudirektoft' ehrte. Im April 1870 fand im Palmengarten bereits die erste Pflanzen- und Blumenausstellung statt, der am 30. Juni desselben Jahres die Sommerausstellung der Gartenbau-Gesellschaft folgte. Am 6. Oktober 1870 erfolgte die Umwandlung der Palmengarten-Gesellschaft in eine A.-G. Die Eröffnung sämtlicher Gesellschaftsräume ging am 16. März 1871 vor sich. Bei der l 0jährigen Sti,tungsfeier der Gesellscliast am 10. August 1878 brannte das Palmengartenhaus nieder, der Neubau konnte bereits im November 1879 der Oeffenllichkeit übergeben werden.

In den nunmehr 50 Jahren seines Bestehens hat sich der Palmeicgarten zu einem der bedeutendsten J'.tttrtute seiner Art in Europa entwickelt. Kein Besucher Frankfurt: versäumt es, dft wimdervollen Anlagen mit ihren Palmenhamen, .BlumenHäusern und Freibeetanlagen aufzufuftx'N. Eine Schilderung dieftr welt­bekannten Stätten erübrigt sich. -

Rastlos arbeitet seit Jahren der verdienstvolle Letter des Palmengartei:s. Landesökonomierat Aug. Siebe rt, an dem Ausbau des einzigartigen Instituts.'In einer .1914 fertiggeftell- ten, aber infolge des Krieges nift)t zur Msgabe gelangten Tenk- sftwist zum 5 6 j ä b r i g c n Jnbilä u nt hört man von neuen weitausschauenden Plänen des Direktors: Umbau der Blütengalerie, Unrbau des Gesell,chaftslmufes, Ails'^au deS Pensionsfonds, Er- riftüung von GewäaMäusern zu wijsensft-aftlichen und kolomalen Zwecken Ta kam der Krieg, dft großen Pläne mußten zurück­gestellt werden Aus dem Palmengarten, als denk Garten der Schönheit, ward ein Garten fürs praktische Leben. Seit vier Jahren wird Dag um Tag in ilmt knegswirtsft'aftliche Tättgkm in wahrhaft mustergültiger und vorbildlicher Weise geübt, die von den höchsten Behörden und ersten Fachleuten glän.^nde An­erkennung findet. In welch gründlick>er und man darf wohl sagen Wissenschalllicher Weise dort KrregSgemüsebau ge­

trieben wird, davon legten dft Ausstellungen der letzten Jahre im Palmengarten beredtes Zeugnis ab. Auf die Finanzen der Gesellsck-aft hat der Krieg ungünstig eingewirkt, so'daß mit Hilfe der Stadt und eines Finanzkonsortiums vor knr^m die Zukunft des Gartens sichergestellt werden mußte.

Seit einem halben Jahrhundert war der Palmengarten ein gesell) chastlickier Mittelpunft, ein auserlesener Erholungsort und eine Stätte der 'Wissenschaft. Er stand im Dienste der Schön­heit. Welche Ausgaben das Institut im kommenden Halbjahr- Hundert erfüllen soll und muß. das lleidete Prof. Tr. H. Kle­be r g e r - Gießen vor zwei Jahren in folgende Worte: ,,Der zukünftige Palmengarten wird im Dienste der Schönheit, Wohl­fahrt und des prakfischen Lebens stehen." rh.

*

Dreitausend Pfund für den Patenbecher Karls XII. Unlängst hatte Köing Georg von England dem briti­schen Roten Kreuz einenPatenbecher Karls XII." geschcmkt, damit er verkauft kvürde. Wft nun aus Gothenburg berichtet nnrd. haben sich die Sch-weden die Gelegenheit nicht eittgeyen laffen. diese Religuie ihres größten Herrschers für ihr Land wieder zu erwerben: eine Anzahl reicher Leute der Stadt Gothenburg l?at sich zusammengetcm und das Gefäß erworben. Der Pvns, den sie dafür haben anlegen müssen, bettägt dreitausend Pfund, also, nach Friedenskurs umgerechnet, etwas über 60 000 Mk. Allerdings hal-en dft Schweden-bei dem Kaufverttage vorsichtshalber sich das 'Recht Vorbehalten? vom Kaufe zurückMtreten, falls es sich nicht um den echten Palenbecher Karls XII. handeln sollte, den der König in der Schlacht von Pulmwa einbüßte, der dmm im Be^ sitze Peters des Großen, darauf eine Zettlang in den .Händen eng. lifck?er Privatleute war und schließlich dem englisckffm Königs!>ause llderlviesen wurde. Erkeunen die Fachleute jeiwxf? den Beä>er als ecbt an, so wird er mutmaßlich einer der großen geschcctMchen Sammlungen Schwedens.einverleibt werden.