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** Amtliche Personalnachrickten. Ter Großherzog empnng zum Vortrag: den Kabinettssekretär Tr. v. E i s f. Der Großherzog hat am W Juli dem Bezirksvorsteher der Krieger- «amnadrckast Dassia, Metmeifter Wilhelm Krämer zu Mainz, dre Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großrmttrgen verliehen Aus Grund Allerhöchster Entschließung des Grok^r-ogs vom -.1. v. M. ist dem zum König! Bayer. Gene Ä tür Da sG r o ß he r z o gtum Hessen ernannten Herrn Bankier/ u«d Rittmm^r der Reserve Moritz von Metzler zu Frankfurt Si A m?? ^ktyuatur erteilt worden. Durch Entschließung! oVtorp -.KTmftccuimv des Innern wurde der Aspirant des höheren Le hramt s ^.'r. Hermann Maas zu Butzbach zum Lehramtsassessor ernannt. Ilebertragen wurde am 29. Juli dem Lehrer Heinrich ^rey zu Grotz <r.>ulhenn vom 1. August 1918 ab eilte Lehrerstelle <m der - olkstchule zu stlein Auheim, Kreis Offenbach. Erledigt ist vom 1. 2. "ober 1918 ab eine mir einem evangelischen Theologen

am Lehrerseminar in Alzey. Melde-

** ^ 11 ? ? e * & 11 u n fl. Frau Lina Rink wurde mit dem Lh^enzeiv'^n für Kriegssürsorge ausgezeichnet.

** 2 5 - Pfennigftücke aus Nickel tverdcn ein­

gezogen und gelten vom 1. Oktober d. I. nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel.

** ^ ^ iche Bereinigung Kriegsbeschä-

digter Gietzen. Zu dem am Sonntag nachmittag 3 Uhr im opretmjfaal desPostkellcr" anberaumteu Vortrag:Wie werde ich als Kriegsbeschädigter versorgt?" waren über 50 Kameraden erschienen g.er Vorsitzende, Herr Eichcrt, erlaurerte in einem längeren Vortrag das Kranken . Invaliden- und Hinterbliebenen- Veriorgmigsgeietz unter Berücksichtigung der für die entlassenen Kriegsdeunebmer besonders wichtigen «Punkte Die daran an- 'chncnende Beratung, zu ivelcher sich Herr Kirchner von der chengen Kriegsbeschädigten Jüriorge zur Verfügung gestellt hatte, zeigte die Notwendigkeit einer öffentlichen Aufklärung über diese w wichti^n Fragen, so daß die Vereinigung sich entschlossen hat, weitere Borträge über die übrigen Versorgungsgesetze folgen zu lassen. Anfragen, auch von Nichttnitaliedern, werden bereitwilligst! erledigt.

Landkreis Gießen.

** Garben teich. 4. Aug. Dem von hier gebürtigen Lehrer k>ugo In n k wurde das Berdieirstkrenz für Kriegshilse verliehen.

** Grü n ingen, 3. Aug. Landslurmmann Jakob Mohn und Landwehrmann Wilhelm Bender wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Bei dem vracktyollen Wetter ist hier die Getreideernte in vollem Gang. Sie ist durchweg gut M nennen. Auch die Aepfel- 'und Zwetschenernte versprich die anfangs geringen Erwartungen zu übertreffen.

** Reis ki r chen, 4. Aug. Dem Sohn des verstorbenen Maurerpoliers Phil. Stumpf -von hier. Karl Stumpf, z. Z. Feldwebel in einem Landw.-Jnf.-Regt. wurde des Hessische Kriegs­ehrenzeichen i. Eisen verliehen. Stunivf ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzest 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille.

Kreis Büdingen.

44 Nidda, 2. Aug. Leutnant Jen sch erhielt das Kriegs­ehrenzeichen in Eisen. Kanonier Wilhelm Tietz das Eisernst Kreuz. Unter-Schmitten. Das Eiserne Kreuz, früher die! Hessisch: Dcwserkeitsmedaille, erhielt der 'Sergeant Adolf

Meier. Gettenau. MvÄ 13monatiger treuer Pflicht­erfüllung '' den Heldentod der Schütze Wilhelm Wetzstein.

- D i e b o rt< a. H. Bei rünern Sturmangriff starb der Schütze Wilhelm W c i n e l. .Bonba u s e u. Infolge Gasvergiftung ftarb mul. lOmonotiger treuer Pflichterfüllung der Musketier Karl Weiß Stockheim. Zum Leutnant d. Res. befördert wurde der VizewachtmMor Heinrich Spitznagel. B erg- beim Tuh Hessisch' Dapfferkeitsmedaille, früher das Eiserne ckreuH. erhielt der Musketier Heinrich Hansel.

Kreis Schotten.

Q Gedern, 4. Aug. Unteroffizier Julius Rothenber­ger kehrte wich beinahe vierjähriger Kriegsgefangenschaft als Austau sch gefangener aus der Schweiz in die Heimat zurück.

? Aus dem oberen Vogelsberg, 4. Aug. Die dies- iährige Himbeerernte liefert einen geringen Ertrag. Bezahlt werden dem Sammler für das Pfmch 1,20 Mark.

Kreis Friedberg.

Q. Bad-Nauheim, 2. Aug. Landtagsabgeordneter U l - r i ch. der zum füniundzwanzigslen Male imser Heilbad als Kurgast besucht, wurde seitens der Bade- und Kurverwaltung durch ein Glückwunschschreiben und Ueberreichung eines Blumenstraußes und des Prachtalbums von Bad-Nauheim alsJubilar" begrüßt.

--- Ausder Wetterau, 5. Aug. Tie Hamstersahrten in die Weite rau haben einen derartigen Umsang angenommen, daß sich di? beteiligten Kreise hilfesuchend an das Generalkommando in Frankfurt gewendet haben, in erster Linie um deswillen, weil dick hamsternden Großstadtscharen jetzt vielfach zu Gewalttätigkeiteist n-gen das EG^rtum der Landbewohner schreiten. Das Obst wird von den Bäumen geschlagen, die Kartoffeln reißt mast aus der Erde, die Aehrcn von deu Halmen und das Gemüse aus den Beeten. Tie Landwirte stehen den in großen Scharen die Gemarkungen dnrchsttömenden Hamstern hilflos gegenüber und müssen zusehen, wie ihnen ihr Eigentum unter den Augen bestohlen wird. Zur Steuerung dieser von Tag zu Tag schlimmer sich gestaltenden Ver­hältnisse hat nun das Generalkommondv eingegriffen. Es warnt zunächst rn öffentlichen Ausrufen die Bevölkerung vor den strafrecht­lichen Folgen dieses Unfugs, sodann aber hat es von heute ab mili­tärische Kornmandos auf alle in Frage kommenden Bahnhöfe be­ordert, die BeseA haben, mit den schafften Mitteln die Hamsterei zu unterdrücken.

Starkenburg und Nheinhessen.

D Z. T a r m ft a d t, 4. August. Am 26. August 1918 sind es 250 Jahre, daß Friedrich JaLrb Merck aus Schwem.su rt die Tarmstüdtea Engelapotheke übernommen hat. die seitdem ununter­brochen im Besitz der Familie Merck ist und aus der im Anfang des letzten Jahrchnnderts die chemische Fabrik E. Merck in Darm- lidrt herausgewachsen ist. Die Firma Merck wird diesen einzig­artigen Gedenktag durch eine dem Ernst der Zeit entsprechende Feier begehen, zu der auch der GwßherzDg sein Erscheinen zuge- sagt bat

RMK. Darmftadt, 4. Aug. Zu deni am Samstag kurz gemeldeten Eifenbahmimgilück iin hiesigen Güdecbachnhofe, dem leider zwei Men'cke'.geben zum Opfer fielen, wird uns zuverlässig ge­meldet das ti? Ursache auf deli Maschinenführer PH. Rettig iE zurück^:führen ist, da er das Haltesignal, das anscheinend rick>- tig stand, überfuhr Und damit das Unglück und seinen, sowie seines Heizers Tod selbst herbeifuhrte. R. galt im übrigen als solider und gewissenhafter Führer, der schon längere Jahre im Dienst ist und auch di? Strecke kennt. Ganz eigentümlich mutet allerdings die Teti'ach? an. daß mit dem Stellen des Haltesignals, das die rges in das .Hauptgeleise verschließt, ftck die fc das sog. töte oder Leergel«"ise öffnet. Dieser Zustand, der schon .einmal vor etwa zwei Jahren dazu führte, daß ein Führer mit seinem Z,rge ebenfalls in das Leergeleise fuhr, deu Irrtum aber rechtzeitig bemerkte und bremsen konnte, so daß i'iir rT hilbe Maschine über dem Ei-adukt in der Luft hrng, durch die KuppelMg an die Hinteren Wagen aber gehalten wurde, wäre ubdi in tzer Kriegszeit Grund genug gewesen, her schleunigst die entsprechende Abänderungen zu treffen. Von den übrigen nur leicht Deiletzten und kmvch einen Nervmchock Betroffenen sind, wie uns nntgeteilt wird, einige wieder aus dem Krankenhaus entlassen Wochen. Die Aufräumungsarberten nehmen raschen Fortgang, der Verkehr :ell ''> war nicht unterbrock m. Tie vier Güterwagen, welche hi.x Masckchi? in um etrva sieben Meter hohen, Viadukt nachgestürzt inb, uns Nb auf ihr ans getürmt hatten, wurden schon gestern oeseitigt. Eine schwere Aufgabe wird die Hebung oder Beseitigung der den ganzen Fuhnverköverkehr durch den Gräfenhäuser Weg bindernden schweren Güter7,uglokomotive sein. Da einer der Güter- wagen u. e. auch ven'cküedene Kisten mit Zündhölzern enthielt, mären verschiedene Wagen in Brand geraten, der durch Feuerivehr ir» raschem energischen Eingreifen gelöscht werden komtte. Nach einer anul irren Mitteilung des Gr. Eisenbahnbetriebsamtes I steht die Schutdsrage noch nicht fesT

Hessen-Nassau. '

Frvnkfurt a M., 3. Aug. Tie Krinünalpvlizei ver- Mitcte heute früh die vielfach gefuckch? 20jährige «Taschendiebiu Else L ades aus Nürnberg in dem LluMnblick, als sie vor dem Haupt- bahuhoj einer Dame die Geldbörse aus der Handtasche stahl. Im Beirtz der Lades fand man eine große Menge gestohlener Geld- borsen und nahezu 1000 Mark bares Geld.

wr. Frankfurt a. M., 4. Aug. Am 10. August d. I. be- Mt die Palmengarlengesellfchaft 50 Jahre. Wegen des Ernstes der Zeit wird von Jubiläumsfeftlichkeiten vorerst abgesehen.

= Frankfurt a. M., 4. Llug. Die H erstellungsarbeiten cm der vor einigen Nionaten durch Zusammenbruch zerstörten Umformerftatwn der Straßenbahn am Schillerplatz sind so rasch vorwärts geschritten, daß binnen Dtonatsfrist mit der Betriebs- anprahme des Werkes zu rechnen ist. Bon diesem Zeitpunkt an wird denn auch der Straßenbahn verkehr wieder in vollem Um­fange ausgenommen.

fl Aus dem Ebsdorfer Grund, 5. Aug. Seit einioen Tagen haben sich hier unliebsame Gäste, nämlich vielköpfig: <ftseunerfamilien. eingefunden. Sie durchziehen bettelnd die Ort-- 'Achten ^rnd helfen auf ihre Art auch b>?'. der Einbringung der Tie sofort benachrichtigte Gendarmerie beförderte schon <chwn Teil der Momaden, darunter kräftige ?)^äuner, nach Marburg.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Ju einer lßesigen Wirtschaft wurde ein Händler verhaftet, der Zwiebäcke aus feinstem Müten- mehl den Gästen zum Verkauf anbot und, trotzdem ein Zwieback, besser .^Zwiebächhen". 25 Pf. kostete, seine Ware reißend los wurde. Im Besitz des Mannes, der schon seit langem sein einträg- llches Zwiebackgeschäft betrieb, fand man annäl>ernd 2800 Mk. bares Geld. Ter Zwiebackbäcker konnte iwch nicht ausfindig ge­macht werden.

Frankfurt a. MF 4. Aug. Tie Köchin einer Wirtschaft ru der Swlzestraße wurde Samstag früb in der Küche von einem lungeu Menschen überfallen und durch Stiche in Hais und Arme schwer venetzt. Tie erheblich Verletzte nmßte dem Heiliggeisthospitall zugeführt werden, wo aus einer Wunde die abgebrochene Mrffer- spitze entfernt wurde.

= .Fulda, 1. Aug. Tie vom 20.22. August hier siatt- findende Bischofskonferenz wird voraussichtlich u. a. eine Adresse an den Papst beschließen, worin diesem der Tank der deutsch«;! Katholiken für die vielfachen Bemühungen um die Beendigung des furchtbaren Krieges und um die Herbeiführung eines gerechtes Friedens ausgesprochen wird.

Kietzener Strafkammer.

Gießen, den 3. August 1918.

Ter am 8 .April 1877 zu Wettweil (Schweiz) geborene Melker Johannes^ St. ist angeklagt, gemeinschaftlich mit einem noch nicht ergriffenen Anderen in der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1918 aus der bei Niü>er-Wöllstabt gelegenen Schlag­mühle 16 Hühner und 2 Hähne erttwendet zu haben. Tie Hühner usw. wurden an Ort und Stelle geschlachtet und in einem mit­gebrachten Koffer verpackt. Zwei weitere abgeschlachtete Hühner ließen sie am Tatort zurück. Tie Diebe begaben sich an den Bahnhof Okarben, woselbst St. festgenommen wurde, während sein Komplice flüchtig ging. Ter geständige Angeklagte erhielt 9 Mo nate Gefängnis.

Der Fabrikarbeiter Johann ^Heinrich Sch., sowie die Land­wirte Georg T. und Heinrich Sck III. von Ockst w: sind vom Schöffengericht Friedberg wegen Forstdiebstahls freigefprecheii wor­den. Gegen dieses Urteil ve/folgte die Groß:. Scaarsanwalt- schaft Berufung. Tie beiden ersten Angeklagten sind geständig, am 25. März l. I. eine dürre Buct>e von 48 Ztm. unterem Turch- miesser und zwei dürre 18 Ztm .starke Fichten abgeschnitten und entwendet zu haben. Das Holz wurde auf einem mit '2 Kühen bespannten Magen des Angeklagten T. verladen; auf dem Heim­weg wurden sie von dom Forstwart betroffen. Ter Angeklagte Heinrich Sch. zn 3 Tagen Gefängnis, den Angeklagten D. zur Heimfahrt zu dem Fuhrwerk gekommen sein. Auf Grund der eidlichen Aussage des Forsttvär'." hob das Gericht das erst­instanzliche Urteil auf und veiurteilt' den Angeklagten Johann Heinrich Sch. z u3 Tagen Gefängnis, den Angeklagten T. zur Strafe des gerichllichen Verweises, bezüglich des Ängellagvm Sch. III. wurde die Berufung zurückgewiesen.

Wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen war die Tienstmagd Anna Katharina M. von Llltenhain vom Schöffen­gericht Laubach zu einer Geldstrafe von 10 Vdark verurteilt worden. 'Gegen Mete? Urteil verfolgte die Großh. Staatsanwaltschaft zwecks Straferhöhung Berufung. Ta der B ekehr der Angeklagten mit Kriegsgefangenen in die Zeit vor Erlaß der Verordnung das stellv. Generalkommandos 18. A. K., die den Verkehr mit Kriegsge­fangenen unter Strafe stellt, fällt und deshalb eine Bestrafung «nicht möglich ist, wurde das erstinstanzliche Urteil aufgehoben« ulw die Angeklagte frei gesprochen.

Ter Landwirt Johannes L. I. von Breimgeshain ist vom Schöffengericht Schotten wegen Vergehens gegen das HUfsdienst- gesetz zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte die Großh. Sttlatsanwaltschaft zwecks Strafer­höhung Berufung. Ter Angeklagte ist der mehrfachen Aufforderung, sich in der Holzhauerei der Gemeinde Breungeshain zu beschäf­tigen, nicht >iack)gekommen. Gegen den Angeklagten, der in der Haupwerhandlung trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht er­schienen war, wurde die Geldstrafe auf 100 Mark bzw. 10 Tage Gefängnis erhöht.

Meteorologische veobachtungen der Station Gießen.

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Höchste Temperatur am 4. M» 5. August 1918 -ft 6. 15,1' Niedrigste * , » 1918 + & 12,3'

Niederchlag 3,3 mm.

Vermischtes.

Die deutsche Mode.

* Berlin, 4. dlug. (WTB.) Zu Beginn des fünften Kriegs­jahres beginnt Berlin seine erste Modewoche. Es ist ein Unter­nehmen ganz großen Stils. Während vor dem Kriege die Mode in Deutschland von Paris beherrscht wurde, machten sich die Berliner Modenhäuser während des Krieges selbständig. Ein beredtes Zeugnis der Anerkennung für die Berliner Modelle liefert die Tatsache, daß die stets wiederkehreuden Einkäufer der neutralen und verbündeten Staaten ihren Bedarf an Modellen größtenteils auch in Berlin deckten. Tie Größe der Ausstellungen, an denen sich die bekann testen Berliner Farmen beteiligten, zeugt davon, auf welch großes Interesse gerechnet wird.

Ein neues Eisenbahnunglück.

Krakau, 3. Aug. (WTB. ^Nichtamtlich.) Wie die Matter melden, erevp'.ete sich in der vergangenen Nacht bei Oswiecin ein schwerer Eisenbahnunfall Auf einer Eisenbahn­brücke bemerkte der Lokomotivführer eines gemischten Zuges vor sich einen anderen Zug und gab infolgcchessen Volldampf nach rück- wärls Wahrend dreizehn Personenwagen, die sich unmittelbar hin- ter der Lokomotive befanden, bre msten , fuhren die ntil veralteten Bremsen versehenen Güterwagen weiter. Der Druck der Güterwagen hob die Personenwagen empor, von denen fünf von der Brück: in die Weichte stürzten, während zwei am Brückengeländer hängen blieben. Durch den Unfall wittden 36 Personen leicht und ft'nff schver verletzt. ^ ^. r , _

Wien, 4. Aug. Zu dem Eflenbahnuuglück arr der Weichsel- JiNMdatwlNsbrücke bei Oswiecin ^ilt die ^rorrckahnvivettion

mit: Tie Untersuichmrg hat bisl^r ergeben, saß der Vorfall nu­dle unterbliebene Sichwimg de» "inusstrhcrrr Güterzuges durch den in Betracht kommendeu Bahilwärtcr zurück zu führen ist. Von den sieberi abgrstürzten Wagen blüo.'n drei am Brückengeländer hängen, vier nelen in den jetzt üb.r, '.iremmten Iuunoationsraumi hinab. Verletzt wurden etwa dreißig Personen, Darunter sieben schwer. Tot aufgefwideu wurd-c ein 2

Frauenlcichx in emenr abgcstür u : Wagen befinden. B aanißt rmid bisher.nicht aufgefunden ist ein Reisender.

* Wien, 2. Aug. (WTB.) Durch eine Band gewerbsmäßiger Diebe sind ans den Lagern hiesiger Spediteure eine Anzahl Kisten gestohlen worden, die von der japanischen Bot­schaft bei Beginn des Kriegszustandes mit Japan Sort hinterlegt waren und die kostbare Besitztümer im Werte von mindestens einer Vu-rtelmillionen Kronen cchhielren. Der ganz, Schatz wurde nun durch den Sicherheitswachinspeklvr bei einem Zuckerwarenhändler im siebzehnten Bezirk sestgestellt. Alle an dem Diebstahl beteiligten Personen wurden verhaftet.

Amsterdam, 3. Aug. (WTB. Nick^tcmMich)Telegraafl^ meldet aus Rotterdam, daß die Rlieinflottc der Triel Stromboot an Transport Ondernoming in Rotterdam, die aus 17 Sceppdamp- sern, 69 Rhein kähmn uaw 3 Tampskrahnen besteht, für den Betrag von 5Vr Millionen.Gulden an die Bergwerksgesellichaft in Wal­sum bei Hamborn verkauft wurde.

*

* Spielwaren sind Gegenstände des täglichen Bedarfs Aus einer Aeußerung der Volkswirtschastlichen Abteilung des KriegS- ernährungsamtes gebt hervor, daß Spielioaren insoweit zu den Gegenständen des täglichen Bedarfs zu zählen sind, als für sie bei dem größeren Teil des Volkes, insbesondere bei Kindern, ein regel- mästig wiederkehrei'des Bedürfnis vorliegt. Es gehören hierzu Ge- sellschaftsjpiele wie Lotto, Geduldspi.'le, Musikinstrumente, Mund» barmonikas.Puppenstuben, Puppenwagen, Puppenbadewannen, fofern es sich nicht um besonders wertvolle Ausführungen und LuxuS- gegenstände handelt.

Letzte Nachrichten.

Eine neue Schlacht.

Bern, 4 Aug. Die 'Einnahme von Soissons wird liier als eine nebensächliche Kpiegshandliung aufgefaßt, lau ist der Meinung, daß die Räumung von Soissons im Plane Hordenburgs liegt und daß die gogenwärtig an der Westfront eingelötete Rückziugsbewe- gung der Auftakt zu einer naueu Bewegungsschlack)kt größeren StÜs bildet.

Der tfchscho-flowakifche Aufftand.

Moskau, 5. Aug. ,^Iswestija" schreibt in einem Leitartikel: Ter tfcheckv-slowakische Airfslwid droht ein derartiger Ansteckungs- Herd im Körper des revolutionären Rußlands zu werden, daß die Krankheit den ganzen Orgamsums zu erfassen im Begriff stebt. Man hört jetzt das bennrul)igendc Bekenntnis: Wir haben die Gefahr verfcküafen, l>aben Kleinmut und Unentfchlosfenhech ge­zeigt. Unter den Arbeiter Massen machst sich Müdigkeit und AfHthie bemerkbar. Stellenweise finden wir .Fälle direkten Verrats anl der Sache der Arbeiter und Bauern, noch häuftger teilnahmsloses Verhalten der schrvercn Lage der Republik gegenüber. ?Rehr^als \e muß das Proletariat jetzt Wunder rer Initiative und Sefaft* opteung zeigen, sonst wird das ruinsche Proletariat auf den Trum - m.ru des revolutionären Rußlands seiner ges-chwundonien Größe gedenken und sich vergeblich verspäteter Mne hingeben. Ter er-, barmungslosc Feind zückt gegen euch das Messer Zerbrecht diese Waffen in seinen Händen. Zu den Waffen, Arbeiter und Bauern!

Iswestisa" dementiert heute die 9iach«richt von der Erschie­ßung der Spiridonowo.

Austausch der politischen Grsangenen zwischen Rußland und Finnland.

Stockholm, 4. Aug. Nach einer Meldurig aus HÄsing-- fors ist zwischen der Sowjetvegierung und,der finnischen rRegierruig nun ein Abkommen wegen der Freigabe der in Finnland ver­hafteten Russen mid der in Jtußland verhafteten Finnen getroffen worden. Me politischen Gefangenen, die wegen politischer Agi­tation, wegen Teilnahme am Bürgerkriege, Spionage, Kriegs- tvnterbandeschniuggel usw. bisher verhaftet wurden, 'werden über die russische Grenze, die geöffnet wird, in ihre Heimat geschickt werden. /

Friedensber-eitfchaft Englands?

Berlin, 4. Aug. (WTB. Nichtamtl.) TieNorddeuffche All­gemeine Zeitung" schreibt: Nach einer von mehreren deutschen! Blättern verbreiteten Londoner Meldung desNieuwe Rotter- damschen Courant", soll Bvnar Law auf eine Anfrage Kings im Unterhause erwidert haben, die englische Regierung sei immer be­reit, Vorschläge zur Herbeiführung eines befriedigenden Friedens zu gewähren. Auch uns war diese Nachricht aus Holland zu ge­gangen, wir l)aoen sie aber vorerst nickch nnedergegeben, nseil es uns ratsam erschien, zunächst eine unmittelbare englische Darstel­lung der Vorgänge im Unterhause abzuwarten. Erst aus ihr wird man sehen, ob die Aeußerung Bvnar Laws in Wirklichkeit von einer englischen Friedensbeveitschaft zeugt. Wir möcksten das leb­haft bezweifeln, weil Bonar Law durchaus nicht zn den Leuten ge­hört, bei denen wir diese Gesinnung voraus; ctzeu, wenn man auf das zurückblickt, was er früher über die Friedensfrage gesagt hat.

In dieser Ansicht werden wir besonders auch durch den Wort­laut der Meldung aus .Holland bestärkt. Wenn Bonar Law so geantwortet hätte, wie derMeuwe Rott. Courant" ans Londons erfährt, so niüßte man sagen, daß sich der englische Staatsmann; sehr vieldeutig ausgedrückt habe. Wir glauben zu der Berniutung berechtigt zu sein, daß die Friedensvorschläge, die Bonar Law be­friedigend fände, diese Kenrrzeichnung nur im bririschen Sinne ver­dienen würden, aber durchaus nicht im Sinne Deutschlands unds seiner Bundesgeiwssen.E Schon der bloße Gedanke an Englands' Tarifpläne weist darauf hin, daß man drüben offenkundig die Ein­rührung einer für uns und besonders mich für die deuffche Afr- beiterschaft ganz unannehmbaren Erdrosselung Teuffchlands be-^ rechneten Wirtschaftspolitik nach dem Abschluß des Krieges be-< treiben will. Ehe mithin von einer britischen Friedensbereit schach die Rede sein kann, muß die Frage geklärt iverden, was ftir Be­dingungen Bonar 'Lcyv als befriedigend ^insel-en würde. Wir un­sererseits haben keinen Anlaß, diese Frage an England zn richten- denn der Widerhall, den die bisherigen Bekundungen unseres Friedensbereitschaft im feindlichen Ausland gefunden haben, läßt d.wtlich erkennen, daß jeder weitere Schritt auf diesem Wege irur zu einer Verdächtigung Teutschlands imd zur Ermunterung dev feindlichen Kriegshetzer führt. Nach ihrer ganzen Natur find^ diese rar nicht imstande, sich vorzustellen, daß eine ernste Friedensbereit-' schaft sich sehr wohl mit einem zuverftchtlichen Kraftbewnßtten ver­einbaren läßt und bei uns tatsächlich vereinbart.. Man beschuldigt uns im feindlichen Lager zwar lwch immer der Zweidcmttgkeit- aber ivas unsere Staatsmänner über den Frieden gesagt haben, ist für alle, die richtig zu hören bereit sind, vollkommen genügend, um unseren Anspruch daraus zu begründen, daß mau letzt vor allem mal jenseits eine Antwort gebe, die von uns als befriedigend an­erkannt werden taut. .

Kulturträger Amerika.

Berlin, 5. ?ürg. Wie ein Telegramm aus Kristiania der Bossischen Zeitung", berichtet, ist in Amerikä eine Organisation: begründet worden, die sich gegen die Flcrimiack w. die dort als gelbst» Hunde bezeichnet werden, rick>tet. Tie neue Organisation umfaßt Knaben, die überall herumstreifen sollen, um Gespräche zu vo- lauschen und dann schleunig^ zur PoliZei zu lQcfen, um dre bebackch-' ten Leute zu denunzieren. Ter Staatssekretär des Staates Nanyock gibt dieser land-umfassenden Bewegimg seine Enn^Mima .-.it..

Laß man jetzt in Amerika Kinder, deren Zeugenaussagen : r*t Gericht in einem anderen Lande vvll bewertet, mit der llel*-r- wachung Erwachsener, betraut, läßt Art und Stärke der twrwya KrisgsdegeistQANg in enuent vechst Li chte erscheinen^