** Laubheu. Es wird dmtauf vufinerksalnl getnUcht, daß jrmq« Weidenschößlrnge bei der Laubheuscmvnckung nicht abgeerntet Mttfrot Dürfen. Da die Weiden Kur Herstellung von Geschoß- körben dienen, muß jede Schädigung chrer Kulturen, auch der wildwachsenden, vermieden -jverden. Andernfalls ist die Deckung des Heeresbedcrrss gefährdet. — Das Kriegsamt teilt mit, daß durch Fremdkörper (Eisenteile, Steine und dergl.) schwere Störungen hei der Verntahlung des Laubheus eingetreten sind, und daß sogar mehrere Fabriken durch Entzündung des MMgnts und hierdurch hervorgerufene Brände vernickM wurden. Es lvird deshalb wiederholt, gebeten, die Orissammelleiter über die große Feuersgefahr aufzullären, welche dadurch entsteht, daß Fremdkörpr der aenaimten Art sich unter dem gesamtmielteir Laubheu befinden. Es ist mit allen Mitteln darauf hinz-uwirken, daß das Sammelgut pon ihnen sreigehalten wird.
Kreis Schotten.
O Gedern, 29. Juli. Hier hat sich eine Ortsgruppe des ,Verbands .der Wirtschaftliche»: Vereinigungen Kriegsbeschädigter für das Deutsche Reich mit dem Ditz in Essen gebildet. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe »mcrde der Fürstliche Forstbeamte Bernhard Bauer gewählt. Geplant ist ein Ausbau der Organisation in den sämtlichen Gemeinden des Bezirks Gedern.
Kreis Wetzlar.
ra. Braunfels, 29. Juli. Mit Genehmigung des Kreis- ausschusses und Zustimmung des Regierungspräsidenten werden im neuen Rechrmngsjahr in den Gemeinden der Landbürgermeiswrei Braunfels nachstehende Gemeiudenmlagen erbeben'
..'»um und Oberbiel 175 Prozent, Burgsolms, Tiefenbach imd Niederbiel 200 Prozent, Steindorf 230 Prozent und Ooernrors 250 Prozent.
ra. Erda, 29. Juli. Hauptlehrer Küster wurde mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet.
ra. R a u n h e i m, 29. Juli. Sergeant Wilhelm Schmehl starb nach 46monatiger treuer Pflichterfüllung den Ehrentod. Hessen-Nnssnn.
r- Ober-Ros ba ch v. d. H., 29. Juli. Hier brachte ein 14j übriger Schiller mit einer Vogelslinte eine Handgranate zur Explosion. Durch die umherlliegenden Spreugstücke erlitt der Junge io schwere Verletzungen, daß er dem Friedberger Krankenhause zugeführt werden mußte, wo -er fast hoffnungslos darniederliegt.
= Wiesbaden, 29. Juli. Ein Soldat, der in einer Villa bei einen, Einbruch überrascht wurde, setzte sich der Polizei zur Wehr, so daß diese von der Waffe Gebrauch und den Einbrecher durch einen Schuß unschädlich machen mußte. Ter Versetzte kam vorerst ins Krankenhaus.
^ ----- Vom Westerwald, 29. Juli. Ueber den irordwestlichen Teil des Westerwaldes brauste am Samstag ein schweres Unwetter, das besonders im Kreise Oberwesterwald großen Schaden angerichtet hat. In der Kroppacher Gegend und bei Altenkirchen vernichtete der Hagel einen Teil der Ernte. Am schlimmsten litt das Dörfchen Borod unter der zerstörenden Gewalt einer Windhose, die zahlreiche Dächer abdecktc und viele Bäume entwurzelte. In einein Hanse fiel eine Wand auf ein kleines Kind, das »vite durch ein Wunder mit dem Leben davon kam. Tie Verwüstungen? der Windhose sind bis Mudersbach deirtlich erkennbar.
(ßcricb^jaal.
R. M. K Dar m st adt. 29. Juli. Eine vielfach vorbestrafte ^ogisschtvindler in ist die erst 21 Jahre alte Dorothea Schäfer aus Hanau. Sie hat vot einiger Zeit sich wieder in Offenba'ch einlogiert und ist am nächsten Tage unter Mitnahme einer Partie Wäsche, Kleider und sonstiger Gegenstände verschwunden. Sie wurde deshalb von der Strafkammer wieder zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. — Die Elise Die hl aus Langen hat gemeinsam mit ihrer Tochter in ihrer Nachbarschaft verschiedene Bretter und allderes Holz entwendet; sie wird daher wegen Diebstahls zu 4 Monaten, die Tochter zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. — In skandalöser Werse haben sich fortgesetzt eine Anzahl längerer Personen beiderlei Geschlechts durch Verletzung des Scham- uud Sitllichkeitsgesühls gegen das Gesetz vergangen, so daß ^ ährend der Verhandlung, die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Eine Anzahl diesiger Kellnerinnen und Kontoristinnen haben sich von ihren Verehrern in unbekleideter, nicht näher zu bezeichnender Weise photo-gravhieren lassen. Wegen Verbreitung dieser Bilder wird der Hofmusiker Paul Fichtemüller zu 2 Monaten, der Photograph Wilh. Peter B r ü ck m a n n, jetzt in Dresden, zu 3 Monaten Gefängnis verurtellt. Ein dritter Angeklagter wurde frei gesprochen.
Sport.
Das Feldbergfeft.
Auch das 63. Feldbergfest am Sonntag war von dem schon zur Tradition gewordenen Regcnwetter begleitet. Trotzdem hatten sich ungezählte Tausende von Turnern und Turn freunden,
auf der Kuppe emgefunden. Die beiden Feldgottesdienste mußten wiegen des Regens ausfallen. Der Vorsitzende des Feldberglms-
schusses Phll. Röbig, Rödell-eim. eröffnete gegen 11 Uhr, als (ich das Wetter zu klären begann, das Fest durch eine Ansprache.
Zu dem Vierkampf, bestehend aus Schnellaufen, Weitspringen, Kugelstoßen und einer Pfiichtfreiübung, traten die Turner im 10 Ober- und 20 Uatterriegen an. In der Unterstufe errang den
1. Sieg mit 68 Punkten Michael Schaffner Turngesellschaft Walldorf i. H., den 2.Sieg mit 67 Punkten Hans Hüter Turnverein Köln, den 3. Sieg mit 66 Punkten Fritz Sünder Turnverein Wiesbaden. In der Oberstufe erhielt den 1. Sieg mit 76 Punkten Friedrich Gerstnng Turn gesell, chaft Koblenz, den
2. Sieg mit 68 Punkten W. Lindstadt Turnverein Nürnberg, den 3. Sieg mit 67 Punkten E. Schmidt Turnverein Idar, den 4.Sieg mit 65 Punkten Lorenz Fink Männer-Turn-Verein Wiesbaden. Wegen des schlechten Wetters mußten die Mcmnschaftskämpfe abgebrochen werden.
Den Völsungenpreis errang der Turnverein.Mannheim vom 1846 mit l63*/4 Punkten gegen die Turngesellschaft Koblenz mfit 155 3 A Punkten. Der gleiche Verein blieb auch im Jahnschild mit 68 3 A Sekunden gegen den Turnverein Köln mit 69V2 Sekunden Sieger.
r)schsch«lnc>ch«'?<Ätsn.
dz. Darmstadt, 29. Juli. Fabrikbesitzer Eduard Staffel in Witzenhausen hat an der Technischen Hochschccke Darmstadt eine Stiftung im namhaften Betrage vom 10 000 Mk. mit der Bestimmung errichtet, das; die Zinsen des Kapitals zur Unterstützung bedürftiger, aber fleißiger und würdiger reichsderrtscher Studierender! der Technischen Hochschule aus dem Gebiete des Papieringenieur-, Wesens Verwendung finden sollen.
Letzte Aachrichte,,.
Dev ncneste Aericht dev L)ee^e§le§tttng.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 30. Juli. (Amtlich.)
W e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Rege nächtliche Erkundungstäti kftt. Teilangnsfe der Engländer in Gestand Merris (nördlich der Lys) und beider- feits von Vyette (südlich von Arras) wurden abgewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Kunrpffmnt griff der Feind unsere neuen Linien nördlich des Oureg und unsere Stellungen auf den Wäldchen südwestlich von Reims mit starken Kräften an. Franzosen. Engländer und Amerikaner wurden unter schwersten Verlusten für den Feind auf seiner ganzen Angriffsfront zurückgeworftn.
Der Schwerpunkt des feindlichen Angriffes war gegen die Front Hartennes—Före-en-Tardrnois gerichtet. Hier stürmten dichte AngriffÄrellen des Gegners am Vor- und Nachmittage immer wieder von n."uem an. Vor und an unseren Linien, teilweise in unseren Gegenstößen, brach der Ansturm zusammen. Am Nachmittag dehnte der Feind seine Angriffe über Före-en-Tardenois nach Osten bis zum Walde von Menniere aus. Sie hatten eben'olsenig Erfolg, wie Teilangriffe, die er am Morgen am Walde von Menmerh. in den Abendstunden in breiter Front westlich von Ville- en-Tardenois führte.
Südwestlich von Reims wiederholte der Feind zwischen Chamürecy und Vrigny an einzelmn Stellen bis zu fünf Malen seine Angriffe und setzte sie bis zum späten Abend in heftigen Teilangriffen fort. Er wurde überall blutig abgewiesen.
In der Champagne vertrieben wir südlich vom Fichtel- berge den Feind aus Gräben, die er seit seinem Vorstoß am 27. Juli noch besetzt hielt und nahmen einen feindlichen Stützpunkt nordöstlich von Perthes.
*
Leutnant Löwenhardt errang seinen 46. Lustsieg.
Der Erste Generalanartiermeister Ludendorff.
* *
Neue N-Voot-Erfolge.
Berlin, 29. Juli. (WTB. Amtlich.) Jml Sperrgebiet u m England wurden 15 000 B.-R.-T. versenkt.
Der Chef des Admiral stabes der Marine
Die Rückverlegung der Marne-Front.
Berlin, ^9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die in der Nacht vom 26. zum 27. Jul» nach sorgfältiger Vorbereitung durchgeführte.
Aus baltischer Zagenzeit.
.Auch im Baltenlande gab es eine Zeit, wo Bär und Ur noch die undurchdringlichen Forsten dem fellbekleideten menschlichen Nack>- bar strittig machten, wo noch Taara, der estnisch redende Himmcls- vrtter, oder Perkohn, der dem Letten heilige oberste Gott, sich herabließ, den Menschen ganz persönlich je nach Verdienst zu züchtigen oder zu belohnen. In dieser geheimnisvollen Vorzeit bildet auch bei den Esten und Letten die Sage den Niederschlag des unbewußten künstlerischen Sinnens der Volksseele.
Viele Sagen bringen, wie sich das in einem wasserreichen .Lüsten lau de von selbst versteht, das Entstehen oder Versump'en von Seen in Zusammenhang mit rettenden oder zerstörenden Eingriffen der mächtigen Gottlxnt. Der Karujärw (Bärensee) und die Pädasquelle aus Oeb'l z. B. find dadurch entstanden, das; Taara die Bären und Ure ertränkt, die einen: armen Bauern seine einzige Kuh geraubt haben. Zur selben Zeit und „als noch Eder Kaufherren mit ihren Schiften noch Klriegsheere mit scharfen Schwertern aus fernem Lande gekommen waren, um das Kreuz des Christen- gotteS unter den Esten aufzurichten", herrschte der König Karkus; zu dieser Zeit entstand auch der große P ei pus s ee. Damals entfloh Rannanuura, die nach Jngermannland verwunschene schöne Tochter des Königs, aus der Gewalt d-er Hexe Peipa: um'ihr er Ver- akguug zu entgehen, warf sie ern großes Linnen von sich, das sich alsbald in einen schäumenden See verwandelte, in dessen gurgelnden Finten Peipa Jjeufmb versank. In einem ander.'n "Falte strafte Allvater seine entarteten Kinder, indem er den Lee. an dem sie wllmnn, in einer gewaltigen Gewitterwolke, die sich faulen artig n Sn? ; iicoBftrccße, an eine liioeie Stelle versetzte, wo er den .'llimen W i r t s 1 ä r w (Pfützenle?) bekam. Deutlich llingt in dieser rtu-Cert anderen Sagcr» die Ennnerunc» an eine Wasserhose nach, lnne^deutscln Sage erklärt aus ganz ähnliche Weise di? Entstehung £, f* ?"eburgec Sees bei Güttingen. Auch eine die Fischer betörende ruichae Lorelei — „Uhdemite am Wesserbach" — besingt die lettvch' L-age.
pets in den Sagen primitiver Völker, birgt die Tiefe so ..:ain^en <vees ennstige Städte und Burgen; redende Irrlichter auf , verborgene Schätze an, die von bösen Hurrden
^ Lsvt weroen Die vielen erratischen Blöcke )verden von der ^.vl^p.)antafie als Bruchstücke von Te-ufelsbauten gedeutet. Sogar Er ist ut Livland bei OdeMPä gewesen. Auch der viel-
fieuichte ^te:n der Weisen, der einst im Kopfe eines klugen Emneolers war, :st in der Schädelguelle beim Schwarzbach zu bre.Herren (die Deutsclrenl nach Livland kamen, da X?'» ^ \ iC Ouelle nach Deutschland versetzen, doch
28 ? ^^.E>bckkcaft und ihr Wasser unterschied sich von der
Zett ab (.mehr vom gewöhnlichen Wasser."
«ine Ruhe finden, aber auch gute Geister b« .waldbAvchenen,Hügrt, — „Pilskalns" iHeiden- bereit Gipfel einst die primitiven, hölzernes 1 Erinnerung an den jetzt in G-e-
lreui.m^E Enttourfe wiedevauflebenden, schon zur Römerz-eit toSL,? cal * n j!< l nt>et$)ueci aus dem fernen Süden über in ^ ^L'ksläriv auf einstmals schiffbaren Fiißen nach U kl l: >n Kaufmann Wooru Andres wach, der,
... .bedrängt, im Peipus den letzten,
Schlummer schläp. Eure duhterrsch sehr reizvolle.Sage von einem
ftmgen Estenführer und einer schwedischen Königstochter führt dre Entstehung des Johannistages auf die Hochzeit dieser beiden zurück
Die Zeit der Erschließung des Landes durch die deutschen Kreuz- und Handelsfahrer bedeutet in gewissem Umfange das Ende des naiven Naturdaseins der Letten rrnd Esten Neue, stärkere, vielfach blutige Eindrücke aus .der Zeit der ..eisernen Männer" geben den Aagen von nun an bas Gepräge In der Nähe einer uralten Eich- beim Torfe Lehtepae, auf deren. Wurzeln noch 1869 den Gorthnten geheime Opfer dargebracht sem sollen, ruht der Estenheld „Sohn eines Gottes", von seinem ^ödestampf gegen die „Saksad" (Teutschm) aus Das Mindenken an den mächtigen Livenhäliptling Kau Po, der als einer der ersten das Kreuz nahm, hält die Magdalenenkirckie in Sissegal wach d:e zum Gedächtnis der Tochter des deutschen freundlichen Fürsten gebaut nmrbe. Da der Bari nicht vorwärts schreiten »rollte, mußte em Mädchen lebendig in die Kirche emgemauert werden Dasselbe merkwürdige Motiv — die Einmauerung keuscher Jungfrauen oder -stummer in die Kirche»:mauern — kehrt in einer großen Reihe v>on Ortssagen wieder. Auchj die Marienburg in Liv- tand birgt, nach sagenhafter lettischer Uebertiefenrnq, in einer ihrer. Wände em eingemauertes Mädchen. Die Kirche zu Peude mif auf Oe»'el, wo der deutsche Dichter Walter Flex im vorigen' verbst :ns Grab gesenkt wurde, ist gleichfalls eine sagenumtoobene^ 'Ltatte.
Au rauhe Kriegszeiten, deren die Baltenlaude so viele gesehen haben, ernrnern zahllose Sagen von vergrabenen Kriegskassckn, Ki ra-en sch ätzen und Reich tümorn verschiedener Gebieter in den »etzt als trotzige Ruinen dastehenden einstigen Burgen, betracht von dosen Hunden oder sonstwie rmter dem Schutze gcheimer pachte stehend. Der M 0 s k 0 »v i t e v »wird stets als roher Plünderer, Mörder und schamloser Schänder dargeftellt. Auch die P e st, ine stete Begleiterin der Kriege von einst, nimmt eine breite Stelle m allen Ueberlieferungen ein. Bald erscheint sie als graues oder M-warzes Männchen, bald als weißes Böglein, dessen Anbllck den Tod brachte.
Berhaltmsmäßig weniger zaUreich, aber interessant sind «n einzelne nock> gegenwärtig blühende deutsche Adelsg »chl echter des Landes an knüpf enden Sage»:. Ta ziehen Tiesenhausen, Tödwen, Rosen, wild im Lieben 11 OTVen, me die Zeit es mit sich brachte, an uns vorbei; aus ei» bvchvoetiichen Sage über Schloß Dondangen in Kurland ( d»e Mottve einer Sage über Schloß Rcnlheneck in Oesterreich c klmgeiid) erfahren »oir. daß das Ertöschen des freiherrlichen C schlechtes der M a x d e l l in Kurland auf einen Fluck des bei sei» Hochzeit belauschten Elfenkönigs zurückgeht. Die „grüne Jungst bildete noch lange nachher den gespenstisch untgel-enden Schloßgl l>er alten deutsckxm Feste. Ten Pahlen imd Belxr sagen stimmte gebeimnisvoNe Boten den Tod voraus; insbesondere t eiikre Geschlecht ist von einem reichen Kranz estnischer Sagen u woben, aus denen eine tiefe Liebe der Bauen: voil Palens (ix P-'scheu Stammgut in Estland) zu chven stets gütigen Herren spric Im allgemeinen lassen aber die die deutsichm Herren schilde den lettich-estnischm Sagen das Gefühl der Unterlegenheit gegi über den ,.c:,errang Män»»-ern" durchblicken. Besoiiders bezeichr.^ tritt dies in der Lage über Riga,s Grstndpng hervor, do»
vom Feinds zurrächst Unbemerkte Verlegung unseres Kampfgeländes in der Gegend bei Före-en-Tarde-
nois und Ville-en-Tardenois erfolgte erst nach gründlicher Zerstörung aller dem Fciride nutzbringenden.Anlagen. Die Meldung, daß vst- und »restpreußisck-e Regimenter, die bereit- seit Wochen auf den Höhen iwrdioestlich von Chateau-Thierry eingesetzt »raren und am 20. Juli hervorragenden Anteil bei der siegreichen Ab»rehr starker feindlicher Teilangriffe bei und südöstlich Före-en-Tardenois hatten, zeigt am deutlichsten die Lügen- haftigkeit der französisck)en Meldungen über die angeblich imgo heuren deutschen Verluste. Diese französischen Ersinbungen verfolgen lediglich den Ztveck, die eigene Oeffenllichkeit über dir infolge des rücksichtslosen Masseneinsatzes selbst erlittenen außere- gewöhnlich hohen Opfer hin»wegzutäusck)en und die eigene, über das Ausbleiben eines entscheidenden Erfolges beunruhigte Volks- sttmmung zu beschwichtigen.
Poincars an der Front.
Paris, 29. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Präsident Poin- c a x 6 ist gestern nachmittag zur Front abgereist.
Ein italienischer Kriegshetzer.
Berlin, 30. Jnli. Laut „Bert. Lokalauzeiger" aus.Lugmw^i wurde einer der uNverschimtesten Kriegshetzer Italiens, Gründer und Präsident der Antideutschen Liga, Professor B 0 s s i, nach längerer Untcrsuchimg vom Oberste»» Rat des italienischen Unter, richtsministeriums wegen schwerer Verfehlungen aus ztvei Jahre vom Amt und Gehall zurückgesetzt.
Die Differenzen zwischen Griechenland und Italien.
R 01 t e r d q m , 29. Juli. (Privattel.) Der ,.Nieuwe Rotter- damsck)e Courant" meldet aus Athen: In einem Jitterview mit einem Vertreter der Zeitung „Pattis" erllärte der Minister des Aeußern Pelitis, daß die Differenzen zwischen Griechenland und Italien auf der Gncudlage des Natio- nalitätenpriirzips geschlichtet werden würden. Grieck>enland werde Italien als Mittelmeer-Großmacht in jeder Hinsicht anerkeimrn. Getreideüberfluh und .Kohlenmangel in Argentinien.
Berlin, 30. Juli. Der „Berl. Lokalanzeiger" »neidet auI hem Haag: Tie „Times" berichtet aus Buenos Aires, Nach, dem 'wieder zwei Millionen Donnen Getreide durch die arglentinisck^i Komniission nach Europa verschifft worden siiid, fehll es auf 'dem Maikt an weiteren Käufern. 2 V 2 Millionen Tonnen bliebsni übrig und da es gl eichzett ig überall in Argenttnien an BrenU-, Nialerial fehlte, hat man jetzt einen großen Teil des Malzübev^ schusses als Kohlen verbranrtt, mit einem Verlust von 100 Millionen! Dollars am Nationalvermögen.
Hakki Pascha f.
Berlin, 30. Juli. (WTB. Niichtamtlich.) Der türkische Bot-, schifter'H a k k i P a s cha ist gestern abend nach achttägigem \dytvam Leiden gestorben.
Kühlmann Reichstagskandidat?
Berlin, 30. Juli. Tie „Vossische Zeitung" und „Berliner Morgenposll' behaupten, es verlaute, der ehernalige StaatssekretL - v. Kühl mann habe sich der Wahlkreisleitung des erftenBer- liner Reichstagswahlkreises für die aus Mitte Oktober angesetzte Ersatzwahl für den verstorbenen Reichs tags Präsidenten Kämpf zur Verfügung gestellt. Ta Dr. v. Kühlnrann bisher, soweit bekannt, keine Beziehungen zur Fortschrittlichen Volks-, Partei unterhielt, so .gibt die Presse die Nachricht »nit allein Vorbehllt wie er.
Todes-Anzeige.
Gestern mittag gegen 4 Nhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwiegeruiutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Elisabethe Hinkler
acb. Häuser
im 71. Lebensjahre, »vas »vir Freunden und Verwandten hierdurch schmerzlich bewegt mitteilen.
. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie L. Hinkler B. Hinkler Familie K. Hinkler Familie K. Buü Familie G. L. Schmaudt Familie I. Blank Familie G. Buir.
Watzenborn, Cöln, Stuttgart, den 30. Juli 1918.
Die Beerdigung findet Mittwoch den 31. Juli, nachmittags
3 Uhr. statt.
Inhaltsangabe diese ftüchtige Skizze besMießei: »nöge. Darnach beitrilligteri die Liven den Bremische»» Kausleuten an der Düna so viel Boden, als sie mit einer Ochsen haitt zu umgreifen vermöchteir. Groß war aber das Staunen der Liven, als die Deutschen die Haut in feine Riemen zerschnitten und so einen großen Bezirk um- spauitten, denselben, wo jetzt des Baltenlandes Hauptstadt steht.
*
— Bilde r, die Kassel zurückhaben möchte. AuS Kassel schreibt ein Mttarbeiter einem Hanauer Blatte: Im.Herrenhause hat jüngst .Kultusminister Dr. Schmidt auf eine Anfrage geantwortet, daß die Regierung Schritte unternommen habe, um die Gemälde zurückzuerlmigen, die während der fraiizösischen Fremdherrschaft in Kassel vor mehr als hmidert Jahren geraubt und dann aus Frankreich in die Eremitage nach Petersburg gekommen und. Ueber die Künst»oerke, um die es sich handelt, gingen durch d:e Presse bereits einige Mitteilungen, die jedoch nur zum Teü zutreffend surd. Namentlich wurde die Zahl der geraubten Bilder übertrieben hoch angegeben. Die Kasseler Galerie hat zweimal erheblick>e Einbußeir zu verzeichnen gehabt. 1807 wurden auS ihren Beständen für das Musöe Napoleon m Paris etrva 300 Bilder aus-gewählt", diese sind jedoch mit einigen wenige»: Ausnahmen, für die zum Teil Ersatz geleistet wurde, nach dem zweiten Pariser Frieden im Jahre 1815 zurückgeliefert worden und bilden heute den »oertvollsten Bestandteil der Kasseler Sammlung. Erliebliä>e und dauernde Verluste hatte dagegen die kurfürstliche Galerie 1806 erlitten. Im Oktober jenes Jahres, einige Wochen vor dem Einrticken der Franzosen, ließ der Kurfürst die 48 besten Bilder der Sammlung in sechs Kisteir verpacken, um sie baldigst außer Landes zu schassen. Bedauerlrcherwefie aber blieben sie — angeblich, weil die Hofhaltung sich mtt den <n»hrleuten nicht über die Transportkosten einigen konnte — im Residenzschloß in Kassel und lrmrden twi: dem französisck)en General Lagrange beschlagnahmt imd als Krtegsbeute nach Schloß Malmaison geschickt. Nur 3 vor: diesen 38 Bildern, u::d z»va»- die unbedeutendsten — haben später die hessischen Bevollmächtigten zurückerlangen können. Im Jahre 1815 hatten die Erben ber stets verschuldeten imb geldbedürftigen Kaiserin Josefine di? 38 letzten der gestohlenen Gemälde an .Kaiser Merander 1. von Rußland verkaiift. Ter amlliche Katalog der Eremttage in Petersburg gilt als Kaufpreis 940000 Frauken an. 21 der entführten Bilder'befinden sich, »nie der gegenwärttge Direktor der Kasseler (Valerie, Dr. Gronau, nachgQviesen hat, noch in der Eremitage, darunter die „Große Kreuzabnahme" vor: Renibraiidt, die sogenannten „Bier- Jahreszeiten" von Claude Lorrain, der „Meierhof" von Potter eine Amsterdamer Ansicht von vm: der Hepden, „Das Frühstack'' von Metau, „Der Schützenaufzug" und die „Wachtstube" von Teurers imd die „Heilige Famllie" von Andrea del Sarto. Ein Gerücht will »mssen, daß mehrere dieser kostbaren Werke »oäbrenb des Weltkrieges bei den wiederhol teir Unruhen in Petersburg schwer beschädigt »oordei: seien, doch ist dieses Gerücht, »vie der Oberbürgerm eitler von Kafiel vor einigen Tagen in der Stadtvev- ordneteiiversammllmg erllärt hat, bislang mcht bestätigt worden Man hegt hier große Hofinuiig, daß es den im Gange befindlickien Verhandlungen, fi'jr die liuch der Kaiser ein lebhaftes Interesse bekundet hat, gelingen wird, das einst geraut Knnstgut nach i&dje? zurück zuMreii.


