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Nr \U Swetter Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesjen) Dsuuerstag, 25. Zuli (9(8

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Aus SL^dL und Land,

Größen, den 25. Juli 1918.

** K ä se - Ver t ei l u n g. Von Freitag den 26. bis Dienstag Heu 30. Juli einschließlich gelangt in zwölf Geschäften Käse zur Verteilung. Liehe Anzeigenteil.

** Dieb st ah l. In bn Nacht zum 23. b. M. wurde aus- der Veterinär-Klinik unter erschwerenden Umständen ein ketten- loses Fahrrad, MarkeDurrlöp", mit schwarzem' Rahmen bau, gelben Felgen, schwarzen Zelluloidgrissen und der Pvlrzeinummer schwarz 0. 314 enttveudet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizc'i entgegen.

** Bon der Eisenbahn. In der Bekanntmachung der Kgl. Eisenb .»-Direktion Frankfurt a. M.,.' Nr. 170 des Gießener Anzeigers vom 23. Juli d. I., ist ein Fehler unter­laufen: Der zweite Satz muß lauten: Sein Gegenzug D 126 wird erstmalig am '25. Juli von Berlin Fr. Str. um 7.00 nach m. ab gelassen und wie folgt befördert werden: Gießen an am 26. Juli 5.16 v o r m., ab 5.36 vorm., Coblenz an 7.55 vor m. , ab 8.10 b o r m. , Trier an 10.37 vorm.

** Vorsicht bei Eisenbahnfahrten. Gestern mit dem Mittagszuge fuhren ans der Richtung Fulda der etwa neun­jährige Knabe und das 2 Jahre ältere Schwesterchen, Kinder der Witwe Bernges. in dem letzten 4.-Klasse-Wagen des Zuges heim­wärts. Das Abteil war vollgepfropft, so daß die Kinder unmittelbar an der Tür des Wageits stehen mußten. Der Knabe hat sich wohl an dem Türdrücker gehalten, dieser gab nach und in voller Fahrt, etwa bei Hehligenstaedts Fabrik, flog die Tür des Wagens auf. 'Der Knabe stürzte MM Zuge hinaus und fand dabei seinen Tod. Das Schwesterchen'wäre immittelbar hinterhergestürzt, wenn nicht ein Mitreisender das Kind zurückgerrssen hätte. Die bedauerns-- werte Mutter des Verunglückte ist die Lanffrau Bernges im Katholischen. Vereinshaus.

** Beglaubigung der Unterschriften und Ab­gabe einer Lebens- oder W'itwens chaftsbeschei-, nigung bei monatlichen Zahlungetn an Renten­empfänger aus der In validen - und Hinterblie­be n e n V e r s i ch e r u n g. Zum Zwecke (der gebotenen Entlaftllng der Gemeinde-Pvli'Z'eibehörden usw. ist von dem Reichsversiche­rungsamt tu Berlin durch Runderlaß vom 7. Juni 1918 ver­suchsweise an geordnet worden, daß bei allen Renten guittnngen über monatliche Zahlungen nur einmal alle Viertelj ahre eine Beglaubigung der Unterschriften, eine Lebens- oder Witwen- schoftsbesckeimgimg gefordert werden darf, und zwar für den letzten Monat eines jeden Vierteljahres. Das Verfahren tritt vom 1. Juli 1918 ab in Kraft. Das Gleiche gilt von der die Beglaubigung ersetzenden Stempelung der Quittungen über Zu­lagen zu den Invalidenrenten und Witwenrenten. Tie Renten-, empfängcr haben daher nicht Mehr nötig, ihre Quittungen jeden Monat dein zur Beglaubigung berechtigten Beamten zur Amts­handlung r.-.zuiegen, sondern es hat dies nur viermal im Jührg alfojrc ietzte-.i stonat eines jeden Kalendervierteljahres (1. März, l. Juni, 1. September und 1. Dezember), zu geschehen.

Kreis Schotten.

§ Hercheu hain, 24. Juli. Auf dem Felde der Ehre fiel der Wehrmann Otto Ho f man n. Er war im Besitze des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedaille.

Bia d Salzschlirf, 24. Juli. In der Nähe des Bahn- kiosS geriet in einchn GüterMge ein Heu wagen in Brand. Der 'Ing wurde schleunigst nach hier zurückgeführt und abgeköscht, ehe die benachbarten Wagen von den Flammen ergriffen werden konnten.

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 24. Juli. Ein ungenannter Bürger übereignere der Stadt eine Stiftung von 9000 Mark, aus deren Zinsen teils' -kranken evangelischen Kindern die Mittel zu einer Kur gewährt und teils bedürftige Leute über ✓O Jahve ohne Unterschied dep Konfession unterstützt werden sollen.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 24. Juli. Professor Dr. Wilhelm Weber von der hiesigen Universität hat einen Ruf auf die durch den Weggang des Professors Kornemcmn nach Breslau erledigte/

Professur für alte Geschichte an der Universität Tübingen er­halten. Pros. Weber, der 1882 in Heidelberg gelwren wurde, be­kleidet seit 1916 die außerordentliche Professur für alte Ge­schichte an der Universität Frankfurt.. Seine Sonderfächer sind Hellenismus, römische Kaiserzeit und antike Religionsgeschichte.

X Hanau, 24. Juli. Interessant ist ein Schreiben, das die Würzburger BczirksobWelle als Antwort auf das Ersuchen um Belieferung mit Heidelbeeren, an die Stadt Hanau gerichtet hat. In der Sitzung der städtischen Notstandskonrmission ist das Schreiben .zur Verlesung gebracht worden. ' Es lautet:

Ihre Belieferung mit Heidelbeeren ist ans dem Grunde nicht wie gewünscht möglich, weil Fvmikfnrter und Hanauer Perbrauchlgr unsere Erzeugungsgebiede int Spessart dauernd überschwemmen, .in den Wäldern bettächtlichen Schaden anrichten und die Er- fassungsmöglichikeit durch! Unsere Erfassungsstellen derart er­schweren, daß wir nicht i mstand e sind, auch nur annähernd den Ntotbedarf der fränkischen KomMunalverbände zu decken. Wenn die Städte Hanau und Frankfurt diesem Hamsterwesen nicht zu steuern vernrögen und die Bevölkerung sich^ schwarz, zium Teil unter wesentlicher Ueberschreituug des Höchstpreises, versorgt, dann ist jede Belieferung inr Wiege der öffentlichen Versorgung unmöglich, zum Schaden derjenigen, die davon absehen, im Wege, uner-, laubter Selbsthilfe sich einzudecken."

Ger'schtssasrl.

Fveisprochpng Prof. Henkels.

Jena, 24. Juli. In dem Disziplinär -rozeß gegen den Prof. Dr. Max Henkel, dem Leiter der Universitäts- srauenklinik in Jena, ist heute mittag das Urteil verkündet worden. Es lautet auf Aufhebung des Urteils der ersten Instanz. Der Beschuldigte wird frei ge sp rochen. Die baren Auslagen des Verfahrens fallen der grvßherzoglichen Staatskasse zur Last.

verniifchteA.

* Deranständige" Mord. In einem Kreise, der der englische Regierung nahe stxhl, erzählte kürzlich, wie ein fran­zösische Zeitschrift berichtet, jemmrd die Gesuchte vom Grafen Leicester: In dem Augenblick, wo die Minister der Königin Elisabech wickllich überzeugt waren, daß sie ihrer eifersüchtigen und grausamen Herrscherin einen Gefallen .damit erwiesen, wenn sie ihr den Dod der Maria Stuart als unbedingt notwendig für ihre eigene Ruhe wie für die ihrer Untertanen hinstellten, suchte der Graf Leicester, der durchlaus nicht gewissenhafter oder weniger grausam, wohl aber feiner in seinen Mitteln und politisches war, die Königin auf, und beschwor sie, doch! ja nicht eine Tat zu wagen, deren Ruchlosigkeit auf sie zurückfall-äi konnte, weil sie für die Majestät aller gekrönt«! Häupter gefährlich war.Aber, wie kann ich Mich dann ihrer entledigen?" ries die unversöhnliche Elisabeth ärgerlich aus.Indem Sie ihren Tod anständig herbei- führen," erwiderte der Höfling.Anständig?" sagte die Königin verwundert.Indem Sie ihr einen ApotHeber und nicht eineirj Henker schicken," erllärte der Loch . . Elisabeth soll es eines Tages bitter bereut haben, daß sie diesen Rat nicht befolgt hat. Aber was mag sich die ftanzösische Zeitschrift dabei gedacht haben, als sie diese Geschichte zur Kennzeichnung der lieben Bundes­genossen gerade jetzt erzählte?

* Pariser Amulette gegen deutsche Bomben. Tie Schrecken und Gefahren der deutschen Fliegerangriffe und der deutschen Fernbeschießung haben nicht nur eine Massenflucht der wohlhabenden Pariser aus der Seinestadt zur Folge gehabt, sonderu sie haben auch eine neue Industrie hervorgerufen, die ein voll­gültiges Zeugnis für die A engste der Pariser abgibt, lleberall in Paris .jverden gegenwärtig Talismane feilgehalten, die eine schützende Zauberkraft gegen die Granaten der deutschen Fern­geschütze, die Bomben der Flieger entwickeln sollen, und sie werdenj besonders von Frauen eifrigst gekauft. Es sind die wunderlichsten Puppen und Attrappen, die man sich denken kann. Wie maN äus einer Abbildung verschiedener dieser Talismane inJ'aivu" ersieht, sind sie zuin Teil dem Kinderspiel zeug nachtzebildet und sehen aus wie Hampelmänner. Doch auch zu Tierbildern nimmt man seine Zuflucht, und die ,,AMi-Gotha-Katze"' erfreut sich besondswri Beliebtheit als Schutz gegen die bösen deutschen Llieger.

Letzte

Der» neneste Bericht der L^eeresleLtung.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kro nprinz Rupprech t.

Zwischen Bucqrloy und Hebuterne griff der Feind am Abend unter starkem Feuerschutz an, er wurde abgewiesen, ebenso scheiterten Vorstöße, die der Feind westlich von Albert und aus Mailly heraus führte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Schlachtfront zwischen Soissons und Reims ließ die Kanrpftätigkeit gestern irach. Kleinere Jnfanteriegcfechte im DorgeLLnde unserer Stellungen. Südlich des Ourcq und südwestlich von Reims führte der Feind heftige Teilaugriffe^ die wir in Gegenstößen zurückschlugcn.

Heeresgruppe Herzog ALbrecht.

In den Vogesen brachte bayerische Landwehr von einem schneidig durchgeführten Unternehmen Gefangene zurück.

Der Erste Geueralauartiermeister

Ludendorff.

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Don der Abwehrschlacht im Westen.

Berlin, 24/Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Mulde von- , Ploisv wurde zu esnem ungeheuren Friedhof für die feindlichen Angriffs truppen. An jedem einzelnem Kampftage konnten die Deutschen hier wiederholt feindliche Ka­vallerie- und Jnfanteriebereitstellungen feststellen nnd mit dem zusammengesaßten Feuer ihrer Batterien vernichtend fassen. Auch am 23. Juli flutete der Gegner nach dem abgetvieseyen Angriff süd­lich Noyant in Unordnung bis in die Mulde von Ploisy zurück, wo er,sich zu sammeln hoffte. Hier schlug-jedoch in seine dichten An- grcffskolo^rnen unser wirksames Feuer und richtete tviedernm eins großes Blutbad an. Große Verluste erlitt der Gegner besonders auch bei seinen Tankformationen, auf die er die größten Hoff­nungen gesetzt hatte. Von einem einzigen schmalen Frontabschnitt werden allein 43 zusammeirgeschossene feindliche Panzerwagen ge­meldet.

Französischler Heeresbericht

vom 24. Juli, nachmittags.

Die Rcacht war gekennzeichnet durchs starke ArtillerietätigLeit zwischen Marne und Asne unid im Courton- und Königswald Wesllich Reims machten die Deutschen gestern gegen 9 Uhr abends' einen Gegenangriff in der Gegend von Vrigny. Tie französffch«r Truppen brachen alle Angriffe und hiellen ihre Stellungen un­versehrt. ,An den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis.

Konstituierung einer Republik Turkestan.

Moskau, 22. Juli. (WTB. Nichtanttlich.) Nach einer Mel­dung derJswestija" versammeln die Tschechen an der Bahn JekalerinburgTschljetjabinsk starke Kräfte, vor denen die Räte- truppen zurückgehen. Ter Strang der West-Ural-Bahn ist an vielen Stellen zerstört. Tie Rätetruppen stehen bei der Station Araslonow. Im Abschnitt Poworino erreickften die RätetrnppeN in her Verfolgung des Feindes die Station Luiowskaja.

Ter fünfte -Gebiets-Räte-Kongreß erklärte Turkestan als Republik rm Bunde niit Rußland 'mtb wählte in das Zentral- exelntivkomftee elf Mohammedaner. Tie Kommissariate für natio­nale ?lngelegenhllten, Justiz, Gesundheitswesen irnd Inneres sind in mohammedanischen fänden. Tie Republik umfaßt die Ge­biete SemiretsckMsk, Syrdarja, Tergan, Samarkand, Transkaspi, Ohiwa und Buchara. Tie Orte Bucharas mit vorwiegend russi­scher Bevölkerung werden von Räten der Arbeiterdepuüerten ver-; waltet. Beim Enrir befindet sich ein Kommissar der Republik Türkei! an, dessen Ratschlägen der' Emir sein Gehör uick-t versagt Tie Bahn durch Buck)-ara gehört der Republik und wird durch deren ^Mppen bewacht- Tie von der mohammedanischen Bourgeoisie inj Kokand geleimte Bewegung für eine autonome Retmblik wurde unterdrückt. Man ergreift Maßnahmen gegen Tutviv und ander« Gegenmvolittwnäre. Die Tscheckpn sind wegen großer Sntfernunck ohne Emsluß.