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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Freitag. (9. Juli (9(8

Beschlagnahme und Enteignung von getragenen Zchuhwaren und Altleder.

Mit Bekanntmackfung voni 15. Juli 1918 hat die Reichsftelle für Sclwh Versorgung Bestimmungen über die Beschlagnahme und Entsigmmg getragener Schuhmaren, Mt ledert und gebrauchter Waren aus Leder erlasset!. Diese Bestimmungen schließen sich an die Bekanntmachung der Neichsstelle für Schuh Versorgung über den Verkehr mit getragenen Schuhtvaren, Altleder und gebrauchten Waren aus Leder vom 30. März 1918 an. .

Der Kreis der in Betracht kommenden Waren ist rn beibcit Bekcmntmachungen der gleiche. Er umfaßt getragene Schuhwaren, Mtleder, d. h. gebrauchte Leder, sonne eine Reihe besonders ge­nannter, gebrauchter fertiger Waren aus Leder, wie Koffer, Ledertaschen, Mappen, Riemen, Zaumzeug und dergleichen. Die Bekanntmachung vom 30. März 1918 hatte für diese Waren bereits eine Verkehrsbeschränkung nach der Richtung getroffen, daß sie entgeltlich nur an die von den Kommunalverbänden zugelassenen Annahmestellen veräußert werden dürfen. Diese Vorschrift gilt sowohl für Privatpersonen wie für Gewerbetreibende und Händler Der Zweck der Vorschrift ist, sämtliche getragenen Schuhwaren und Mtleder, die von ihrem Besitzer nicht mehr verwendet werden, einheitlich bei den Kommunal verbänden zu sammeln.

Die neue Bekanntmachung der Reichsstelle für ^chuhver, or- gung hat diese Verkehrsbeschränkung zur förmlichen Bei chlag- nähme erweitert und hiervon, abgesehen von einz-elnen sonder- fällen, nur die im Privatbesitz befindlichen Sachen ausgenommen. Diese dürfen aber, wenn ihr Besitzer sie veräußern will, auch ferner­hin nur an die von den Kommunalverbänden zugelassenen Stellen abgegeben werden. Beschlagnahmt sind in der Hauptsache dre im Besitze von Händlern und Gelverbetreibenden einschließlich der lairdwirtschaftlick)-en Betriebe befindlichen getragenen Schuhwarcn uud Mtleder, die nicht mehr ihrer Zweckbestimmunggemäß genutzt ioerden. 2ln Stelle der bisherigen Berkehrsbcschränkung rritt das absolute Veräußerungsverbot, sowie die positive Ver­pflichtung des Besitzers, die von der Beschlagnahme betroffenen Aachen mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns aufzu­bewahren und zu behandeln. Trotz der BZchlagnahme dürfen alier die in gewerblichen und landwirffcliaftliäien Betrieben vor- inrndenen und anfallenden Sachen für die Zwecke dieser Betriebe verwendet und verarbeitet werden.

Zur freihändigen Uebereignung der beschlagnahmten Saä>en an die Annahmestellen der Kommunalverbände ist eine tfrift bis zum 30. September 1918 gesetzt. Erst mit dem 1. Oktober 1918 setzt die Meldepflicht der Eigentümer und Besitzer ein. Wer is dahin noch beschlagnahmte Sachen im Eigentum oder Besitz hat, :& er nicht freihändig abgeliefert hat. muß die Bestände melden, -7>enn die Gesamtmenge 10 kg übersteigt. Mit der Durchführung - es Meldeverfahrens sind die Kommunatverbände betraut. Tie Eut- igrmng erfolgt alsdann durch die Reichsstelle für Schuhversorgung ngunsten der Kriegswirtschafts-Aktiengesellschaft.

Reue Anfälle, die nach dem 1. Oktober 1918 eintreten, sind bei einer Menge von mindestens 10 kg in gleicher Weise jeweils zum 15. des Monats zu melden, wenn sie nicht vorher freiwillig an die Kommunal verbände abgegeben werden. Lassen es die Eigentümer oder Besitzer zur Enteignung kommen, so sind die Uebernahme- preise zwischen dem Enteigneleu und der Kriegswirtschafts-Aktien­gesellschaft zu verellibaren oder im Streitfälle durch das Reichs- Schiedsgericht für Kriegswirtschaft festzusetzen: für freihändig bei den Kommunal verbänden abgelieserte Sachen wird die Vergütung im Wege der Abschätzung durch Sachverständige festgesetzt, die von den Kommunal verbänden bestellt und amtlich verpflichtet sind. Tie Reichsstelle wird hierfür noch Richtpreise veröffentlichen.

Wer den Förmlichkeiten des Melde- und Enteignnngsverfah- rens sich nicht unterziehen will, wird gut daran tun. die beschlag­nahmten Sackten in der Zeit bis zum 1. Oktober 1918 freihändig an die Annahmestellen der Kommnnalverbände abzuliefern. Ge­werbliche ober landwirtschast liche Betriebe, die für ihre eigenen Betriebszwecke ausnahmsweise eine Menge von mehr als 10 kg Mtleder benötigen, können auf besonderen Antrag, der mit der seinerzeitigen Meldung zu verbinden ist, im Falle nachgewiesenen BÄmrsnisses auch Mengen über 10 kg Altleder freigegeben erhalten. ^ Ter Zweck der getroffenen Regelung ist, alle getragenen schuhtvaren, Mtleder und die angeführten gebrauchten fertigen Waren aus Leder, die von dem Eigentümer nicht mehr verwendet werden, schleunigst einer rationellen Verwertung im Interesse der Versorgung der bürgerlichen Bevölkerung mit Schuhwaren zuzu­führen. In erster Linie sollen diese Mtleder den Kommunalver­bänden zur eigenen Bedarfsdeckung zugeführt werden, so daß jeder Kommunalverband es sich angelegen sein lassen wird, die freihändige Abgabe der beschlagnahmten Sachen tatkräftig zu fördern.

Aus Stadt nrrd Land.

Gießen, den 19. Juli 1918.

Der deutsch-französische Gefangenenaustausch.

Das Berner Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich über den GefMigenenaüstausch ist nunmehr in Kraft getreten, nach­dem die Voraussetzung, die Auslieferung von 800 seit dem Fahre 1914 nach Frankreich verschleppten Elsässern, zür Tat geworden ist Am 15 ds Mts ftnd diese 800 verschleppten Elsässer, unter ihnen zahlreiche Mt-Elsas,^, rn chre Heimat zurückgekehrt. Inzwischen ftnd auch 438 deutsche Offiziere m der Schweiz eingetroffen, die den Vereinbarungen entsprechend -dort interniert werden Die Weiche Zahl wird am 17. ds. Mts. erwartet. Am 20. werden die ^°bn Untewfnziere und Mannschaften in Konstanz erwartet, und ctrrt_ Mrd einer der ersten Transporte der Zivil inter- merten rn Singen eintreffen. Von da an wird mit regelmäßigen Austausch gerechnet, und zwar sollen !!S? at 3 mn ^259? Unteroffiziere und Mannsckxiften ausgetauscht oV2°- Bxmlmtmuerte m die Hermat enllassen werden 4JO Offijteie sollen monatlich in der Schweiz interniert werden * Uebergangszeit in Kmrstanz werden die ^^? 0 ^ekehvten Mllttarpersonen ihren Ersatztruppenteilen zu ge­rührt werden und dann aus vier Wochen unter Gewährung ihrer x* 9 % Angehörigen beurlaubt. Me Unteroffiziere

und Manns chm ten »uerden ensprechend dem Abkommen weder in ?? u 3 S (5t ^ e beschäftigt werden, fontem sollen ^e 7 E^^Elaffenen französischen Gefangenen der deutsck>en Krreg^wirtsch^t zu ge fuhrt werden. Das Hmrpt verdien st an diesem großen und schonen Humcmttätswerk gebührt dein General Fried-

v-on

rich, der im Verein mit seinen Helfern in schwieriger Arbeit alle Hindernisse für diesen Gefangenenaustausch beseitigt hat. Das Berner Abkommen ist in der Geschichte aller Kriege vollkommen neu, mrd neben seinem Hauptergebnis, ^em Gefangenenaustausch, sind in ihm auch dyr »veiterhin in Frankreich Zurückbleibeuden deutschen Kriegsgefangenen wesentlick-e Verbesserungen ihrer Lage verschafft worden. Die deutsche Heimat begrüßt freudigen Herzens die nach so langer Gefangensckiaft, in die sie nach ehrenvollen. Kämpfen geraten waren, zurückkchrenden deutschen Soldaten.

*

** Amtliche Personalnachri chten. Am 15. Juli wmde der Tomänenauffeher Philipp Willig zu Bodenheim mit Wirkung vom 1. Juli 1918 zum Wingertwart bei der Weinban­domänenverwaltung zu Mainz ernamtt.

** (Auszeichnung. Dem Leutnant der Reserve Hans Roth, Führer einer Miuenwerf er-Abteilung, wurde das Hessische Kriegs-Ehrenzeichen in Eisen verliehen.

** Die Bücherei für Verwundete hat seit langem die Hilfe der Gießener Bürgerschaft nicht mehr in Anspruchs genommen. Aber nunmehr sind ihre Mittel und ihre Vorräte erschöpft. Sie bittet daher um freundliche Geldspenden und um erneute Zuivendung voni Büchern, womöglich gebunden. Es wird erbeten: erzählende Litera­tur jeder Art. Volksschflüften (Gotihelf, Frommel, Horn, Nieritz, usw.), Jndianecgeschichten, Kriegsbücher, Klassiker, Geschichtliches, Naturgeslchichtliches (z. B. Kosnrvs). Besonders danWar wäre die Büchercü für Schriften von Bloem, Dahn, Ebers, Freytag, .Herzog, Löns, Skowronnek, Horn, für Hauffs Lichteustein, Scheffels Ecke- hard. Zeitschiriften dagegen sind noch in genügender Zahl vorhanden« Geldspenden bittet man an Fräulein E. Behaghel, Hof mannstraße 10, zu richten, Bücher bei Prof. Dr. Horn, wigstraße 32, abzugeben.

** O öffentlicher Vortrag. Leutnant Krümmer der Kriegsamtstelle Frankfurt a. M. spricht am Mitt.vock-, den 24. Juli im Fürstenhof überMe deutsche Faserstossindustrie". Näheres siche Anzeige.

** Kündigung der Mietverträge. Den Ausfüh­rungen in Nr. 165 vom 17. d. M. wird nachgetragen: Me vielfach verbreitete Anschauung als ob die Kündigung vom Mieterange­nommen" werden muffe, um eine Wirkung zu haben, ist irrig. Tie Kündigung muß dem Mieter nur zugegangeu sein, d. h. sie muß zu, seiner Kenntnis gelangt sein: ihre Nichtannahme seitens des Mieters hat gar keine Bedeutung. Will der Mieter die Kündigung nicht gellen lassen, weil er anderweit eine Wohnung nicht findet, so muß er unverzüglich das Einigungsamt anrnfen, das nach billigem Ermessen über die Fortsetzung des Mietverhältnisses und ihre Tauer, gegebenenfalls auch über die Höhe der Miete entscheidet. Nun fragt es sich, innerhalb welcher Zeit der Mieter den Antrag auf Entscheidung beim Mieteinigungsamt stellen muß. Unverzüg­lich heißt §121 B.G.B. ohne schuldhafte Verzögerung. Einen bestimmten Maßstab (eine bestimmte Zahl von Tagen) gibt es nicht für die Beurteilung, ob ein Antrag rechtzeitig, d. h. unverzüglich, gestellt ist. Tas hängt von den Umständen des einzelnen Falles ab. Immerhin wird dabei ein gewisser Turchschuittsmaßstab nach sach­lichen Gesichtspunkten zugrunde zu legen sein. Als solcher Maß­stab wird man im allgemeinen mehrere Tage bis zu einer Woche, in besonderen Fallen (z. B. Abwesenheit des Mieters als Kriegs­tellnehmer) auch länger annchmen dürfen.

** Stadttheater. Auch an dieser Stelle sei darauf hin­gewiesen, daß die zugkräftige OperetteDrei alte Schachteln" am Sonntag den 21. Juli letztmalig zur Aufführung gelangt. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Werner, Wossidlo, Delosea, Frenzel sowie die Herren Frvneck und Goll.

Landkreis Gießen.

z. Geilsha usen, 18. Juli. Einen jähen 'Tod fand gestern eine auswärtige Karussellbesitzerin auf unserem Bahnhof. Sie wollte nach Verladen ihres Karussells und ihrer Wohnwagen diese besteigen und wurde dabei auf unaufgellärte Weise durch den Puffer eines hercrnrollenden Wagens des rangierenden Güterzuges er­drückt.

^ Kreis Lauterbach.

xx. 17. Juli. Eine ausgezeichnete Ernte aller Frucht­

arten ift dieses Jahr im Schlitzerland zu erwarten, sowohl was den Kornerertrag als auch die Menge des Strohs anlangt. Stand die Winterfrucht, Korn und Weizen, schon von Anfang an ganz hervorragend, so ließ andererseits lange Zeit infolge der an- dauernden Trockenheit die Sommerfrucht viel zu wünschen übrig. Mucklrchierweise haben kräftige Regengüsse, die noch zur rechten Zeit ftch em, teilten, alle Befürchtungen in dieser Hinsicht zerstreut, so daß auch bei Hafer und Gerstp mll einer reiche,! Ernte ge­rechnet werden darf. Tler Kornschnitt hat in einzelnen Dörfern, bereits begonnen und wird bei der warmen Wllterung nächste Woche allgemein fernen Anfang nehmen.

Starkenburg und Rbeinhessen.

ß* r?' ^arm-st"^ ig Juli. Für über 15 000 Mark

Kleider. Blusen und Mäntel rourden in der vergangenen Nacht ^das Mantelgeschäst der Firma Berger, Ecke der Ernst-Ludwlg-^traße und der Schuchard-Passage, gestohlen

Hessen-Nassau.

-- Frankfurt a. M., 18. Juli. Auf dem Hofe der Haupt- post wurden am Mittwoch einer hiesigen Firma mehrere Pakete mit Seidenftonen, Bändern und Sammetwaren im Werte von 20 000 Mark gestohlen Auf die Ermittlung der Diebe hat die bestohlene Firma eine Belohnung von 1000 ?Nk. ausgesetzt ^ 5 1 ^ n J l'u rt a. M., 18. Juli. Da die Militärkraftwagen,

die seither bei Versorgung der Stadt mit Lebensmlltelu beschäftigt waren, nunmehr anderweitig gebraucht werden, beschafft der Ma- gfftrat einen Tampskraftzug, besteh.md aus 6 Wagen und einer >Zkomotive. Me Tragfähigkeit soll 5 Tonnen betragen, bei einer Ltundengeschiwrndigkcit von 5 Kllometern. Die katholiscke Gemeinde Frankfun-Bockenheiiu beabsichtigt den Ankauf eines a i dn Zepvelin-Mlee, wo die von den deutsck>en katholischen Jaauen gesttftete Friedenskirche hingebaut werden lE. Der Kaufpreis des Platzes beträgt 360 000 Mk. Ein schon vorhandmer Kirchenbauplatz, der für eine hochkünstlerische Kirche ni.cht ausreicht, wird von der Ltadt mit 56 000 Mk. in Zahftmq Milderung der bestehenden Wohnungsnot laßt der Magistrat die schon längere Zeit leerstehende Annaschule ^nwohnnngen umbauen. Außerdem sollen aus augenblicklich leerstehenden Wirtschaften Kleinwohnungen beschafft werden Die Kosten belaufen sich auf 110 000 Mk.

Aus dem linken Marne-Ufer.

bi i Generalobersten von Boehn nach dem

^^>^c^;?br ^arne das linke Flußufer geivonnen hat, liegt Franzose alsLausebrie" lBirie Pouil- Ehrend an der Mrdseite des Flusses^ die gün- schauenden Häiige dem Weinbau dienen, findet der Marne 3 ^ Cm ^wellten Hügellande zwischen

^ SLv Kleinen Monn vorwiegend Acker, Wiese und febrs^"x!^ ck aber stelleniveise viel Obstbau. Ter Hauptver- bL bic uach Süden durchzieht, ist die Eisen-

ab^at 0011 Jaulgonne voll der Marnetalbahn, wärt^wen^t man sich von Jaulgomie aus süd-

litbi iSvon Crezancy: hier beginnt die eigent-

SKa« E Crözarrcy ist einer ilyrer Hauptorte Es ist ein d^^landichNsckaftsSn Ms ^inerkenswerteo ist, abgesehen von MdSin^is für die ganze Landschaft vons ba Wc£ne trZenbe ^ erreicht die von

Sttick wlw Es^iS»auch^n Surmelin, dessen Tal sie ein ^r ^rchelin MttlickMs Flüßchen, denn

L^iftbSnack. N7rwS^-^ alle Wafferläufe auf, die aus der © Wtzchen mir

unbedeutenden '? kommt man an wenigen

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Letzte NachricLiten.

Dev neueste Bericht dev Keevesleitung«

(WTB.) Großes Hauptquartier, 19. Juli. (Amtlich.)

W e st l i ch t r Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nuppr echt.

Die Kampslätigkeit lebte an( Abend auf. Bei Erkun­dungen machlen wir mehrfach Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Aisne und Marne ist die Schürcht von neuem entbrannt. Der Franzose hat dort seine längst erwartete Gegenoffensive begonnen.

Nach Verweisung stärkster Geschwoder von Vanzer- krastwagen gelang es ihm zunächst überraschend an einzelnen Stellen in unsere vorderste Infanterie- u»rd Artillericlinie einzubrechen und unsere Linie zurückzudrängen. Weiterhin haben unsere SLelltmgsdivisionen im Verein mit bereitstchcu- den Reserven einen feindlichen Durchbruch vereitelt, (tzegen Mittag waren die französM-en Angriffe in Linie südwestlich SoiffonsNeuilly und nordwestlich von CHLleau^Thierrv zum Scheitern gebracht. Am Nachmittag brachen an der ganzeil Angriffsfront sehr starke Teilangriffe des Feindes an unseren neuen Linien zusaminen.

Die dem Kampffelde zustrebenden feindlichen Kolonnen waren das Ziel unserer erfolgreichen Schlachtflieger. Unsere Jagdflieger schossen 32 Flugzeuge des Gegners ab. Leut­nant Loewerihardt errang seinen 38. und 39., Leutnant Volle seinen 23. und 24., Leutnant Goehring seinen 22. Luftsieg.

Gegen die Südftont der Marne hat der Franzose nach fernen Mißerfolgm am 16. und 17. Juli nur noch Teil- angriffc südöstlich von Mareuil geführt. Sie wurden ab­gewiesen.

Zwischen Marne und Reims und östlich von Reims blieb die Ge ech stäti k it aus i rtliche Kampfhar dlu gen beschränkt. Feindliche Angriffe im Königswulde und beiderleits von Pourcy scheiterten. Bei erfolgreichem Vorstoß nordwestlich von Prosnes und bei Abwehr feindlicher Teilangriffe an der Suippes und beiderseits von Perthes machten wir (befangene. Die Zahl der seit dem 15. Juli eingebrachten Gefangenen hat 20000 überschritten.

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

* *r *

Die vergeblichen Gegenangriffe der Feinde.

Berlin, 18. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Am. 17. Juli er. litt der Feind südlich der Marne bei seinen massierten Gegenan­griffen eine schivere blutige Niederlage. Schon am Morgen des 17. lag das feindliche Feuer auf unseren Stellungen <m der Marne- Tront in großer Stärke. Es steigerte sich im wetteren Verlaus des Tages vor allein in der Gegend der Straße JgnyTormans zu größter Heftigkeit, worauf ein starker Angriff mit Einsatz vonl Panzerwagen gegen unsere Linien am St. Jgnan-Grunde erfolgte.

Abstoß des Feindes wurde blutig abgewiesen. Auch nordwest­lich Venteull scheiterten feindliche Angrisssverfuche. Ter Mittag und Nachmittag des Tages brachten erneut stark massierte franzö­sische Angriffe. Mit großer Wucht griff der Feind in erbittertem Ringen hier an, ohne jedoch einen Erfolg zu erzielen. Me ttefge- glrederten Stunntruppen, die der Feind immer wieder gegen un­sere Stellungen südlich der Marne ohne Rücksicht auf Verluste Vor­trieb, hatten ungeheuere Verluste und fluteten nach dem nutzlosen' Anlaus, verfolgt von dem derckschen Feuer, zurück. Dasselbe Schick­sal erlitten starke feindlich.- Vorstöße gegen den Chateigniore-Wald wwie awrdlrch der Mariie in der Gegend von Venteull und gegen den Königswald. Auch hier brachte der Feind ebenso fruchtlose wie hohe Blutopfer. Während nach wechselvollen Kämpfen cm verschie­denen Frontabschnitten alle Angriffe des Feindes zusammenbrachen, vermochten unsere Sturmtruppen einen Bergrücken südlich vonl Pourcy zu nehmen und dabei zahlreiche Gefangene zu ma.ä)en und eine Batterie zu erbeuten.

Oestlich Reims richtete der Feind lediglich Tellangriffe gegen unsere Stellungen nördlich Perkhes sowie nördlich und west­lich von Massiges. Sie hatten keinerlei Erfolg. Ter 17. Juli ist ern besonders schwerer bluttger Tag für unsere Gegner, die trotz aller ihrer gewaltigen Anstrengungen die gesttüge Schlacht ver­loren haben.

Die amerikanischenHelden"

Berlin. 18. Juni. (WTB. Nichtamllich.) Der englische Funkspruch Horsea vom 16. Juli 1918, 3 Uhr 3 nachmittags erwähnt den amerikanischen Bericht, wonach die Amerikanev in einem Gegenungriff unsere Truppen über die Marne Mrückgeworfeii und 500, später sogar 1000 bis 1500 Gefangene bonntter einen vollständigen Brigadestab, eingebracht haben Der Bericht ist eine dreiste Lüge, zu dem offechichtlichen Zweck ut die Welt gefunkt, die ersehMe und so notwendige amerikaniscke Hilfe durch erdichtete .Erfolge in das richtige Licht zu rücken L-ckwn die schwankende Zahlenanga.be von 500 bis 1500 muß den urteilsfähigen Leser stutzig macheu.

Englische Schäedsgerichtsverträge

A m st e r d a m, 18. Juli. (WTB. Nicht-amtlich.) Einem hiesigen Blatt zufolge erfährt dieTimes" mrs Lima, daß zwischen Groß- b r i t a n n i e n und Peru ein Wkommen unterzeichnet worden ist, durch das eine dauernde Schiedsgerichtskommission eingerichtet wrrd. Brasilien. Chile und Argentinien schoben die Unterzeichnung eines derartigen Vertrages mit der Begrüiwung aus, daß die Sache näherer Erwägung bedürfe.

Erledigtes Reichstagsmandat.

Verl tu, J.9: Juli. Wie die Blätter melden, legte der Reichstegsabgeordnete von Bon in - Ba hren b u s ch k) sein Mandat nieder, weil der Rnchstag die 0)enehinigimg zu semer Ltrafverfolgung wegen angeblicher Steuerhinter­ziehung versagte In einer öffentlicken Erklärung sagte Bonin. tue Lchuld an der Belästigung der Wähler treffe die Mehrheit des Retichstages, die auf den guten Ruf der Mitglieder keinen Wert zu legen scheine.

nicht selten. Er bedeutet dasselbe, wie das deutsche .Koblenz, näm- ^ Uimmt der Surmeliu den Thuis und

xst ein schnruckes, recht altes Städt- dxxxchzr.eht es: unmittelbar an seinem Harn# 3 ^it einem reizenden Park: allenthalben wird

MaüüÄ^.^^lMis kuiistlich verteilt denn Eonde baut in großem ^Ebedre Kresse an. die vieles Wasser bedarf. ?luch der Thuis M wer verhältnismäßig ,vas,erreich, denn die Flüßchen, die nicht dem Surmelin selbst zchtrümen, vereinigen sich mit ihm Er fließt mememBette mit zahlreichen Windungen durch eine Wieseiiland memg weiter aufwärts aber fiiidet man wohl nioch ^5?Aubbett, aber es imrd daun erstaunlich wasserarnt, und iver ben tTf £1&**?*/ fragt sich verwundert, wie es möglich J5k U + ? te ^? lfe J ö breiter und wasserreicher ist,

Oberlaufe entspricht. Des Rätsels Lösung ftndet n,a,i bei SD £33 ?Äe: der Dhuis ist es, der die Stadt Pa-

^^rforgt verne Wasser aus den Hügeln deü Ejebrre wird gesammelt und m einer kunstvollen Wasserleitung die im ganzen eme Länge von 131 Kllometern hat nach Vari^ r x 2^st 1865 ist diese Wasserleitung niBe- trceb. So wett es sich uni dre Wassermengen handelte, hat sie nie

iSEtt^^bn'?2 ltrömt von Parguy aus nordwärts

^ ?es Thuis der Marne zu und nur ein Teil loird nall)

Sw^Sgs>,-SS?cSx^^!!^Fraiizösischen Krieges muß- ten dxe Pariser das Wasser der Laujebrie srellich entbehren Iw

September 1870 leiteten die deutschen Truppen das Wasser aus

dem Sammelbecken in das eigentliche Bett des Thuis, uud bi zum 18 April des nächsten Jahres ftthrte der Bach die Wasser menge, dre ihm von Naürr zugemessen ist.

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Deutsche Musik in Belgien. Aus Gent schreib man uns: Wiederum hat deichche Tonkunst einen Sieg in Feindes land dav on getragen, unter begeisteiter Zustimmung und Beifal >der emhinmisclMi Bevölkerung. Auf besonderen Wunsch der mufif n e6 ? ,l S der Genter Blamen braclüe unser feldgraue-

OrÜIester diesmal das hehre Vor,piel zumP a r s i v aff" *i GehE Zn dem 7. ,ympl)onischen Konzert, das am 9. Juli statt fand, bildete der große, hinreißeirde, tm Stil der Wagner-Lisztsckxv OEeruistrumentteruug durch Hector B e r l i o z' verton te un garische (Rakoczi,-Marsch den Höhepunkt des ersttm "eile- De ^ Teil brachte dann nur Richard Wagners Werke in' aus- gesucken Teilstuckiw, emgelettet durch das weiheiwll getragen! Parsiml-Vorlpieft Tiefem folgte:Wotans Mfchied und SlN' zauber (aus ,^ie Walküre"), gesungen von Herrn Bing § für den abwesenden nrngen Baritonisten Weyrauch eingeftwmmei war. ^egsneds Waldlveben". dieRheinfahn" .md au?^ ^Tannhauser , Wolfram von Esä^enbackis Ansmuck^c und Lied a! den Abeildstern vervollftäirdigten diis reiche Prowiinni des s>lbmds den Musikern wtter ihres gemalen Führers Richard Hege

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