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Nr. M Swettes Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Dienstag. tf. Juli (9(8

Englands Gewaltherrschaft in Indien.

-m. Gießen, den 16. Juli 1918.

W! upr ein äußerst interessanter Abend, den die Gießener Ortsgruppe derDeutschen Vaterlandspartei" gestern veranstaltet hatte: Ein geborener Inder, Herr Ingenieur Chempakara- manPillai sprach überEnglands O-cwaltherrschaft in Indien". Man nruß gestehen, einen besseren Verfechter ihrer Sache hätten die unter Englairds drückender Herrschaft lebenden Inder kann: finden Löirnen als den Redner des gestrigen Abends. Herr Geh. Rat Sie vers, der den Vortrag mit einigen kurzen Worten einleitete, begrüßte es, daß man aus berufenem Münde etwas über das tzdaLt wichtige Thema uird über ein Land vernehmen könne, von dem inan in Deutschland in weiten Kreisen nur sehr unklare Bor stellungen habe.

Herr PiNäi, dessen Erscheinung und frische Art, zu reden, sofort sehr mrgen-ehm aufftelen, entwarf zunächst in kurzen Zügen bftr Wlld des alten Indien, dessen hochstehende Kultur ja hin- rerchend bekannt ist. Als nach der Einnahme K^onstantinopels durch dw Durren Europa vom indischen Handel -bgeschmtten worden war, und man darauf den Seeweg nach Ostindien entdeckt hatte, kamen, nach den Portugiesen Und Holländern, die Engländer an die Küste Indiens. Tre englisch-ostindische Handelskompagiiie wurde gegrün­det mrd ergwift Besch von dem Land. Seit dem beginnenden 17. Jahrhundert hat man, von Beiigalen ausgehend, das Land unterworfen wobei Verrat imd Treubruch, Hinterlist und Gewalt die ^hn kennzeichnen, auf der England seinem Ziel nachging. 1857 brach der große Freiheitskampf der Inder aus. der nach drei­jährigem Mngen von England niedergeschlagen wurde. Zwar wurde die ostrndlsche Kompagnie aufgelöst und das Land unmittel- Reick)« unterstellt, aber die Lage der Inder besserte sich keineswegs.

Nicht die Ueberlegenheit des britischen Geistes war es, wie mau

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gemeinhin angenommen hat, die Indien unterworfen hat, sondern die von England angewandten Regierungsmethoden waren es, die bog -mrd ^I"or mehr unter englische Herrschaft brachten. Welcher Mt nun diese Methoden waren, weiß der Redner uns in klarer Weise zu veranschaulichen.

^ '^Jktner madn gefährdet, hatte s'ch England in den Besitz des Welthandels gesetzt und es benutzte diesen Umstand, uw den gesamten mdischeu Handel und die hoch-entwickelte indische Industrie systematisch M unterdrücken. Indiens Schätze wurden bem! Mutter- taube Mgefuhrt imb eben dieser Rei,chtuw Indiens ist.es. dem England seine Macht verdankt. Indien ist die Stelle, an der England verwundbar t|t. England ist durch JNdien groß geworden wobei aber me Indier niemals daran dachten, ihre Schätze srei- mllig ai^znliesern. Diese mußten mit allen möglichen Mitteln aus dem Lande herausgepreßt werden.

Sxmfr in Hand mit der Unterdrückung von Handel und Industrie grng die Niederhaltung jeder geistigen Regung.Eng- Indien keine Offiziere und Beamten, sondern fleißige Arbetter." Dies Wort eines englischen Ministers kenn-! ^rchnktds" .Geist, der für die Verwaltung Indiens maßgebend, war. ^ Absichtlich wurde das indische Schulwesen von England unterdrückt. Der Erfolg ist eine große Unwissenheit der indischen Bevölkerung, von der 90°/o Analphabeten sind ^ M der Regierung haben die Inder so gut wie keinen Anteil '^e Vrzekonige repräsentieren die englische Autokratie und es gibt über fteemen Aussprml- Lord Salisbury's:Tie britische Re­gierung in Jrldren ist der Despotismus einer Reihe von Königen, dre aus klimatischen Gründen nur 5 Jahre regieren," der nur zu wahr ist.

Auf^dem Jüder lastet eine schwere Besteuerung. Er zahlt im Verhältnis zu seinem! Einkommen 4mal mehr Steuern als der Schotte und 3mal wehr als der Engländer. Außerdem fließen! jährlich ungeheure Summen an Beamtengehältern u. a. nach England. Die Folgen dieser maßlosen Ausbeutung sind die Hrmgersnöte, die schwere Opfer fordern in den Jahren 18911 1900 z. B. 19 Millionen Menschen und die nur auf die Armut t>er von ihr betroffenen Provinzen zurückzu führen sind. Diese Hungersnöte sind jetzt chronisch geworden in einem Land, das man ernst zu den blühendsten zählte. V

etwa sind die Methoden, mft denen England in Jüdien regiert und aus den Indern ein Volk vonHolzhauern rmd Wassertrgern" machte.

, Diese unerträglichen Zustände bewirkten, daß man bei Kriegs Ä Deutschland starke Sympathien hegte. In Deutschland selbst erwartete man damals eben infolge der all-

S m Unkenntnis Indiens den sofortigen Ausbruch eines rdes. Der Kenner wußte, daß ein solcher unmöglich war, denn ernimfl kam der Ausbruch des Krieges zu überraschend, sodann wir dre Hilflosigkeit, m die Indien von.England gebracht worden mar Mreßlrch -fehlte nicht zuletzt die Moralische Unter stMmgvvn deutiMkr Sette, die für eine Erhebung die unumgäng lrchste Voraussetzung gewesen wäre.

, . der schärrsien englischen Maßnahmen zur Unterdrückung freihertlscher Regungen nimmt die nationalistisch Bewegung in .; 7 «>ren ständig zu. ^re: Parteien: Die 6 semäßigten, die Ertremrsren und die Homeruleliga suchen, teils auf gesetzlichem, tells auf ge waltsamem Wege, nnt allen Mitteln ihrem Vaterlande die Frei PP* ^.bringen. Indien ist erwacht mrd es betrachtet Teutsch- lE als sernen natürlichen Bundesgenossen in dein Kampfe um Me Freiheit, ^ede Schwächung Englands durch die Erfolge deutsche-. WaftOi bedeutet Mich ernen Sieg Indiens.

Ter R^n^: schloß seine glänzenden Ansführungen, für die , lohnte, mit dem Wunsche für erneu Sieg der d^ctschen Waffen, der ja auch Indien bie längstersehnte Frei he ü ormgen wird.

o ^uschluß an seinen Vortrag führte .Herr Pallai feine ? Lichtbilder in ftin Vaterland

bre Ansichten indischer Städte und Landschafteii, sowie Bilder **£ V)rtrag^^^ Zudien s bildeten eine interessante Illustration

Aus Studt rinv Cand.

Gießen, den 16. Juli 1918.

Lupinen als Nahrungsmittel.

die Lupinen, die der Bauer als Gründüngung Mlanzt' ern jeder hat wohl jchon eirrmal im Sommer zur Blüte- ruJ 1 mit den wohlriechenden Blumen gesehem

- biefc fügsame Pflanze, die mit leicknem ^Ä^^r^orlreb mmmt, Nicht zur menschlichen Ernährung aus? tSfjj l & rc Amchte einen Bitterstoff enthalten, wegen 5 ur mewchlichen Nahrung noch als Viehfutter ge- ^° T Ä u° fahren hat der Apotheker Simpson in i*m « n ^fahren ersonnen, durch das die Lupine von

werden kann, so daß ein wohlschmeckendes, Ni^^E^r^ung geeignetes Mehl daraus getvonnen werden kaiin.

"Vergessenheit geraten, da anderes Brot ltand, jetzt aber hat inan sich seiner

'chemikers P^of^r^^T^.^ ?'ekannten Nabrnngsmittel-- Aofbaus, der eindnngttch ans die Lupine als bc^is^ie Volksimhrungs- und Futtermittel hingewiesen.

Mai stab? Volksnahrungsmittel in großem

im nwln ÄÄ' Ungst ist, wie Lr. Ludwig Staby a?rt rfc&incnb putschen Verlagsanstalt in Stutt-

^llc'satze über di^"inw!?^^'^ber Land und Meer" in einem eine Attie^esellscbn ^^ ^.^^rungsmittel mitteilt, in Chemnitz

SiSS®«SS.- Ä'Ä Ra». ,» ÄsasÄgsa-tatf

einigermaßen guter Kultur und günstiger MtterUng kann man auf eine Ernte von 40 Zentiiern Körner und 80 Zentnern Stroh vom Hektar rechnen: bei den heutigen Preisen würde diese Fläche also an Lupinen 800 Mark, an Stroh 200 dRark. im ganzen also 1000 Mark einbringen, ein Ertrag, der durch kerne andere Pflanze auf leichtem Boden erzielt werden kann, und der um so mehr gilt, als der Anbau, der Lupinen wenig Arbeit erfordert uird keine Düngung mit Stallmist oder anderen stickstoffhaltigen Stoffen nötig ist. Im Gegenteil, obwohl Körner und Stroh geerntet werden, be­reichern die Wurzeln der Lupine den Acker noch in reichem Maße mit Stickstoff, so daß unter Zufügung von Kunstdünger mit Vorteil die Nachfrucht, meistens Roggen, angebaut werden kann. Vor we­nigen Jahrzehnten wurden in Deutschland ungefähr 400 000 Hektar mit Lupinen bestellt. Diese Anbaufläche ist während des Krieges ans die Hälfte vermindert worden, allein die Reichsgetoeidestelle! hat sich jetzt dieser Frage wegeir ihrer Wichtigkeit angenommen, sie hat den freien Verkauf der Lupinen verboten, die Ernten müssen) an sie angeliefert werden, und sie gibt das Saatgut an die Land­leute ab, meistens unter der Bedftrgung, daß eine ganz bestimmte Fläche mit Lupinen angebaut werden muß, von deren Ernte ein festgesetzter Teil wieder abgeliefert wird. Hierdurch und durch diel hohen Preise wird die Landwirtschaft veranlaßt, wieder größere Gebiete mit Lupinen anznbauen. So könnerr bedeutende Mengen einer Frucht gewonnen werden, die ein wertvolles Kraftfutter­mittel ergibt und infolge des reichen Gehaltes an Eiweiß und Fett zur Brotbereitung und besonders zur Brvtstreckung an Stelle dev Kartoffeln geeignet ist.

** Auszeichnung. Musketier Karl Wolf, Sohn des sGlasermeisters Bernhard Wolf, evhiell int Westen das Eiserne Kreuz 2 . Klasse.

** Nährmittel-Ausgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellten Waren für Juli 1918 können von Mittwoch den 17. d. M. ab gegen Vorlage des Bestellausiveises zur Nährmittelkarte und Abgabe der Nährmittelmarte für Juli (7) in Empfang genommen werden. Siehe Anzeigenteil.

** Vorverkauf von Oelpflanzen. Es tarcchen bei BDgftttr der Oelfruchternte Zweifel auf, ob die Frucht auf denr Halme vorverkauft werden darf. Nun ist zwar in diesen: Jahre nicht, wie 1915, ein Verbot des Vorverkaufs solcher Früchte aus dem Halme erlassen; es würde jedoch ein großer Irrtum sein, im Vertrauen darauf anzunehmen, daß diese Vorverkäufe rechtlich gül­tig oder gestattet sind. Alle derartigen Kaufverträge sind, woraus wir zur Vermeidung von Schwierigkeiten besonders Hinweisen möch- fce::, lnichitg; solche Verträge sind .auf eine rechtlich! unmögliche Lerstung gerichtet, weil ihre Erfüllung der gesetzlich vorqeschrübenn: Äblreferungspflicht widersprochen würde. Dementtprechend treffen die Strafbestimmungen auch die Lieferung von Vorräten, die an andere als den Kriegsausschuß geliefert iverden (Verordnung vom 23. Juli 1917).

-p* Festsetzung des Kaufpreises getragener Klerdungs- und Wäschestücke sowie Unifomen. Die Reichsbekleidungsstelle hat, um zahlreichjen Beschwerden abzuhel­fen, das Schätzungsverfahren bei von getragenen Klei-

dungs- und Wäschestücken sowie llniformen im Interesse der Ab- lleferer geändert Während bisher keine Möglichkeit bestand, den abgelieserten Gegenstand nach erfolgter Schätzung zurückzuer- langen, kann jetzt der Schätzungswert nur dann als für beide Telle bmdender Kaufpreis angesehen werden, wenn sich der Ab­lieferer m:t rhm einverstanden «Märt. Ter .Kommunalverband muß auf Verlangen das angebotene Stück zurückgeben. Voraussetzung :st jedoch, daß eine etwa erteilte Empfangs- oder Abgabebescheini­gung zurückgegeben wird.

** E r s a tz v e r b a n d st o f f e. Die zunehmende Knappheit an Baumtoollfaser hat es nötig gemacht, den Verkauf von Verband- stoffen m:s baumwollener Wed-, Wirk- und Strickmare auf die Apotheknr und solche Kleinhandlungen, die an Krankenkassen lie­fen^ zu beschrmrken und dem Rezeptzwang zu unterwerfen. Dadurch imrd zwar eine weitgehende Ersparnis im Verbrauche erzielt, inoeflen muß der Verbrauch noch erl-eblich stärker eingeschränkt und durch dre Anwendung von Ersatzverbandstoffen ersetzt werden, da [S- to^rce behördliche Maßnahmen erforderlich werden.

T:e Kleinhändler mit Verbandstoffen sollten es sich angelegen r « 5 :- bte sowie die Verbraucher auf die Ersatzvu-

vanojtofte hinzuweisen, zumal diese ohne Beschränkungen im freien .Handel zu beziehen sind. Auch in den Krankenanstalten finden die ^rjatzverbandstofte vielfach noch nicht die genügende BeacÄung Mf Kr^p^nbrbinden, die als Ersatz für Mullbinden dienen,

^ Tür Verbände an bettlägerigen Kranken ohne weiteres verwenoen und bewähren sich in Krankenanstalten und Lazaretten cL Ubiern es sich um ambulante Verbände handelt, genügt es, den Inepp-Paprerverband einmal mit einem Teil einer Papier garngewebebiiche zu umwickeln und diese durch eine Sicherheits­nadel zu befesttgen. Dadurch erhält der Verband einen Schutz nach außen rmd bekommt eine ausreichende Festigkeit. Tic Papiergarn- s«°ebeblnden sind teurer^ Da sie aber fast /.urchwea

nur als Umhullungsbrnden Verweirdung finden, genügt für sie 0011 ^ Meter, wodrirch der Preisunterschied gegenüber 4 Meter langen Mull- oder Eambricbinderi nicht mehr so erbeb Zellstofswatte eignet sich besonders als Ersatz für Verbandwatte und kann fast in allei: Fällen an deren Stelle ver- weiidet tverdeu Als Ersatz für imprägnierte Gazen und im­prägnierte Watten kommen solche ans .Krevpstoff- und Zellstoft- watte :n den verschiedenen Imprägnierungen wie Jodosvrni

cpdXerosorm usw m den Handel. Diese Stoffe werden in der gleichen Weise wie die imprägnierten Gazen und Watten an­gewandt. Da die vorhandene Baumwollfaser für eine Reibe

der Heeresverwaltung drin bat b ^se dw für Verbandstoffe dev Reichs beNeidunEstelle bisher treigegebene Menge an Bcnimwolle bereits um nn ^Viertel gekürzt und wird sie roeitev stark hevabsetzen. Es liegt deshalb :m eigeneii unteres,e aller beteiligten Kreise, aus K allgemeine Verwendung der Ersatzixwbandstoffe hinznwirken u lt Streckung der Vorräte Mi baumwollenen Verband- tossen beizutragen.

Die WemgroWwiblMa Gebr. Schivan Gesc^st rcrÄ ?linwesin. ganz dnrch .>bauf m den Besitz von Hoflieferant Ernst N i e m a n n über.

**.?sHlspielhaus, Bahnhvfstr 34 Von moraen ab Freitag tritt Lisa Weise in ibrem nenestcn^au

' wL^ fm Ahmten Roman von Dorrrt , ans. Ferner gelangt der Fllm Feodora Weiße Nächte" zur Vorsülmrng. Siehe Anzeige- 0ÖCL

Schwär z-Weiß-Licht spiele Scltersv»^ 81 gin»

ÄL? einschließlich Freitag wird das Wild-WesEckMiswel ..D-c Todesreiter" ge^bm^ Mherbem steht ix^Krimsimk!

'' Xer Erbe von Rieülnn^- auf txm eÄtfkm.

Landkreis Gießen

«?' SK 'JÄSrsÄ's-s

Ernten bejordert und init dem Eisenlei: Kreuz 2 Klasse aus- ^ichnet. Die Hessische Tapserkeftsmedmlle echL n

^r deck, 15. Juli. Ter Sergeant Peter Svobr zum Vizeseldwebel befördert mrd der Gefrnte (^eora^ft- 7 -?, '

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wnrde zum Ncfrriten beföröcrt. Älaffe Ed

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eme %etbftfx'imc mit 2000 Zentnern Rapsstrvb dtze «Ci

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® m m, Starkenburg und Rheinhessen.

A..ftLn?ooiLm UmÄC'ÄÄj*

«uf dem ScrnKfa« W stM $

gedehnte): Waldungen zum freiivilligen Verians. Das Schloß ist unbewohnt. Die Erbauung, die mit der Eirtziehuiig großer, seither der Allgemeinheit zugänglickM Waldstrecken, dei: einzigen in der Nahe von Mainz, verbunden war, hat seinerzeit in der Mainzer V^ölkerung^großcn Unwillen h.roorgerusen. Es wird nun vor­geschlagen, Schloß und Wald für ein Soldatcnheim nutzbar zu machen.

Hessen-Nassau.

Limburg, 16. Juli. Ans dem hiesigen Bahnhof wurde J*? 1 * der Polizei eine Jagd auf Hamster veranstaltet, die reichen Erfolg brachte. Von morgens früh bis abends spät unterzog man m sämtlichen ein- und auslanfenden Zügen alle Gepäckstücke aller Reisenden einer Durchsicht. Es kamen große Mengen Eier, Wurst, Fleisch ans Geheimschlachtungen, 150 Pfund Mehl, Militär-Aus- rustnngsgegenftände nsw. zum Vorschein. Die Beschlagnahmungen haben :n allen Kreisen insofern eine erregte Stimmung hervor- gerufen, als davon gerade arme Leute, sog. kleine Hamstelr, be­troffen wurden.

r ^Limburg, 15. Juli. Der Papst hat den Domdekan Prä- taten Tr. Dilp:sch aus Anlaß seines goldenen Priesteriubiläums zum Apostolllchen Protonotar ernannt, eine Äüszeichnung, die sert Bestehen des Bistums Limburg bisher nur drei Priestern der Trozeje zuteil geworden ist.

vermischtes.

K P. Kaiserslautern, 15. Juli. Ter Sergeant Valentin Weigel aus Mannheim feuerte in einer Wirtschaft, kurz uach- dem die Feicrabend-Polizei die Wrrtsckiaft verlassen hatte, auf die Witwe Sauer und die Stieftochter der Wirtin Schweuder uacheinmider aus seinem Revolver inehrere Schüsse ab und ttaf fte :n den Mund und in die linke Brustseite. Die Verletzungen waren sehr schwer, denn Frau Witwe Sauer ist bald nach der Einlieferung in das Kran'keiihaus gestorben. Er brachte sich selbst mehrere Schüsse in die Schläfe bei und stürzte tot zusammen. ü:e Tat geschah aus verschmähter Liebe. Die Wirtin Schwender wurde lebensgefährlich verletzt. Sergeant Weigel ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

. * Würzburg, 15. Juli. Bon dem 25 Meter hohen Lud­wigsturm bei Bad Kissingen ist die als Kurgast dort weilende Privattere HirsÄorn aus Berlin, herabgestürzt. Ter Tod trat sofort e:n.

*

* Reichspost und Lebensmittelpakete. Das Reichspostamt hat den Postanstalten eine schoneiide Behandlung der Pakete mit lebenden Tieren, Obst, Eiern, Zigarren usw. zur dringenden Pflicht gemacht. Die Vorsteher der Postanstalten sind angewiesen, darüber zu wachen, daß die Pakete nicht geworfen werden. Sie sollen von Hand zu Hand gegeben und stets so ver­laden und gelagert werden, daß sie nicht zur Erde fallen können und keinem Druck ausgesetzt sind.

Letzte Nachrichten.

Der Kaiser an die Kolonisten der Westukraine.

K 7 SA MTB. Nichtamtlich.) Ter Kongreß der

Kvlmnsten der Westukraine richtete an den Kaiser folgende Drahtung: Der Kongreß der aus der Verbannung zurückgekehrbm Kolonisten der Westtckraine Jegt Euer kaiserlichen N^jestat in tteptn Ehrfurcht seinen unauslöschlichen Tank zu Füßen für die Befreiung aus schwerer Not und gibt allermtter- tlNngst der Hoffnung Ausdruck, daß es Euer Majestät und aller­höchst dew weisen Reichsregierung unter Gottes Beistand' qe- lingen möge, dcn: deutschen Kolonisten der Ukraine auch ferner zu gavahren. Gez. Präsident Pastor R. Derrnger. Vize- pra)ident Pastor E. Toriens. I. Rosenbaum Darauf erging fvlgeudes Antworttelegramm:

. Hauptguartier, 11. Juli. Dem.Kongreß der Kolonisten

der Wejtukraine lDrasident Paflvr R. Devinger). Seme Majestät off 1 l ^.baben die Tankeskundgebimg ans der Verbannung glücklich.zurückgekehrten deutichen .Kolomsten der Westtckraine mll Freuden eMgegen^mmen und werden Jhuen auch fernerhin

bewahr *4 Otto

Zufluchtsschützengräben im Umkreis von Paris.

- ^ r l i n, 16. Juli. Nach einer Meldung aus Bern meldet ^ Vesser ^vunull", daß der Seine-Präfekt angeordnet ^tt, daß Z ujluchts) chutzengräben in der Peripherie vm: Paris geschiNMl werden solleu_ :'Nan wird im Laufe der nächsten Woche mit den Arbeiten beginnen.

Die deutW^ltglischie Krirssgefmigenen-Kvnferenz

m . ^o?E>on^15 Juli. Unterhaus. Bonar Law teilte !A ^ zwischen den Delegierten im Haag über den Austausch ^lwiaemm eme Ern:gung erzielt wurde, die aber noch ^ Radierungen bedürfe. Sobald du

britischen Delegierten zuructtehren, werde die Frage des Aus-

britischen rmd indischen Gefangenen in Angriff genommen werden.

föeötn bei der Feier des französischen Nationalfestrs.

* ^ L n c5' 16 - ^A Nach einer Meldung des L.-A. aus Genf verzichten Pvincarß be: der Feier des franzöfischTu

n q? ^ L e ^ C 'r lTt !c . Stadthanssaal auf jede An-

ch o n sprach über die im Gemeinderat bestehende ,z-riedenÄreiguug. Er erllarte, Frankreich werde nicht kapitu- E der Ehre der Verbündeten zu vereiirbarerü- Anipruche befriedigenden Früpensvorschlag ^Gesandte erwiderte nameiis des E^Eischen Korps, alle Verbündeten seien für Fortsetzung des

g' ^ Chiasso zufolge wurde das frairzöftsche

Rattonaljest m ganz Italien mit E n t h u sia s m n sg?^ ^ ^r tt B^on^E doch gingen dre Wogen der Begeisterung in Däuser waren in den ftmizösischen Farb.m beflaggt, «den Platz^m wurden Taufende von Flugblättern ver- YU rn denen dre ftanzösssch-iralienischc- Fremrdschaft ^ cht " ^Uiph der Zivilisation gegen die Barbarei gepriesen wurde.

Aus einem Brief des Exzaren.

^ Zuli-. (L.-A.) Die Petersburger Slododa' veröffentlicht emen Brief des Zaren Di einen Frernid rr Petersburg, indem es heißt: Als wir aus Jekateri^bur^ abrersten, ver.uchtt eine Gruppe Banditen, ur^ zu L seittgerr Dem Zareimtsch wurde dadurch ein gi'oßer ScAeck^ cm gesagt, von dem er sich noch .nicht völlig erholt ^tt foK 22125«.^ Bttt hüten muß. Es ist uur der Pers^llichfl'il einZ itEwissars iU ocrbanten, Dag mir mit bam Leben bSmÄS

Aus Sibirien.

u HA (Reuter.) Tailp Mall meldet aW Cha r.

L 1 "; J n<> . Neuerung des ff^enevals Horvat aus flirdett-n

kübrenden MünE be8 Mci& Brmdes für Handel, Jiidusttie und Ackerbau bestehe Horvats Re. giermig darf mcht.Vettveckffett ^werden mit der merung des autonomen Sibiriens die die auseinauderschließt :md deren Letter fern Elsenbahmvagen aufgescliilageu hat Eine andere Sozialisten- r-S'-run«^ in Nikolsk <mtst«nbcii >mb v^l(iaix-li n» d«: Tschechv-^lmvccken Hottxtt hu sich im Kriege als Organisator der TrutUx-utnmspotte auf Eisenbahn «men Muren **