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'Möglich sei, die äußere Stütze zu bekommen, die Finn­land brauche. Könne die Frage der Regierungsftrm nicht in nächster Zukunst entschieden werden, so halte die Regierung ihre weitere Arbeit für nutzlos. Am Montag abend besprach die Regierung mit den Landtagsgruppen in einer geheimen Konferenz die Regierungsform. Dabei teilte der Regierungs­chef Paasikivi mit, daß die Regierung beschlossen habe, die Annahme der m o n a r ch i s ch e n S t a a t s f o r m zu einer Kabinettsfrage zu machen. Die Republikaner betonen, dies sei illoyal, und verlangen eine Volksabstimmung, vor der sich jedermann beugen werde.

Finnische Auszeichnungen für Hindenburg und Lndendorff

Berlin, 11. Juli. Dem Generalftldmarschall v. Hinden­burg Und dem Ersten Generalguarttermeister v Ludendorff ist durch den Reichsverweser Finnlands Svinhufvud das Groß­kreuz des finnischen Freiheitskreuzes verliehen tvorden.

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Ans der russischen Republik.

Moskau, 9. Juli. Tie Presse meldet: In den nächsten Ta­gen wird die Ankunst des englischen Botschafters Bucha n an in Wo log da erwartet.

Am 5. Juli hat hier eine Bersammlimg aller Kriegs kommis- sare und Leiter der Militärabteilungen der Sowjets stattgefunden. Ter oberste Kriegssvwjet wird nach M u r o n übersiedeln.

Die Reise nach Simbirsk und Kaluga, ebenso nach Archangelsk und dem Gouvernement Pskow ist aus wirtschaftlichen Gründen verboten.

Trotz k i soll in dem allrussischen Kongreß der Sowjets er­wart haben, er habe Nachrichten, daß an der Front die Einigkeit der Sowiettruppen durch englische und französische Propaganda ge- tttteit habe. Emzelr« Teile der Truppen seien zum Feinde über" gegangen.

Der Kriegs zu st aird wurde über dir Murmmtküste und die Bahn bis Swanka verhängt.

Das Gerücht von der Ermordung des Zaren.

Kopenhagen, 11. Juli. Berlingske Tidende meldet aus Stockholm: Ein schwedischer Geschäftsmann, der dieser Dage aus Perm zurückgekehrt ist, teilt mit, daß der Zar noch am Leben sei und daß das Gerücht von seiner Er­mordung wahrscheinlich dadurch entstanden sei, daß eine Bombe gegen das Haus des Zaren geworfen wurde. (Er selkbst sei unverletzt geblieben, jedoch soll sein Sohn getötet worden sein.

Die Mörder des Grasen Mirbach.

M o s k a u , 9. Juli. Nach xiner amtlichen Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur sind die Mörder des Grafen Mirbach die Mitglieder der linken sozialrevo- lutionären Partei A n d r e j e w u:rd Blumkin.

Amerikanische Vorschüsse an Italien.

Haag, 12. Juli. (L.-A.) Das amerikanische Finanz­amt bewilligte der italienischen Regierung einen weiteren Kredit von 10 Millionen Dollars. Damit^st die Summe aller amerikanischen Vorschüsse an Italien auf 660 Millionen Dollars gestiegen.

Ungarn und das Wirtschaftsbüudnis mit Deutschland.

Budapest, 11. Juli. (WTBst Im Abgeordneten-, hause beantwortete gestern der Ministerpräsident Wekerle eine am 26. Juni eingebrachte Interpellation des Abgeordneten Hugo Lehne von der Karolyipartri in der Angelegenheit des Ver­trages mit DeutscUand über die landwirtschaftlichen Zolle. Auf die Frage des Interpellanten, ob die Regierung ein Wirtschaftsbündnis mit Deutschland derart wünsche, dass darin die landtvirtschaftlichen Zölle .nicht aufrechttrhalten werden- sollen, erklärte der Ministerpräsident, daß darüber bis jetzt nur Vorbe­sprechungen stattgefmrden haben. Es besteht jedoch die Absicht, daß. wenn wir mit Deutschland ein Zollbürünris schließen, für die landwirtschaftlichen Zölle gegenseitige Zollfreiheit be­stehen soll. Aus die Frage des Interpellanten nach den Indu­strie z ö l l e n, ob der Ministerpräsident Anhänger deK vollkommen freien Verkehrs sei, erklärte der Ministerpräsident, daß für die Jndustriezölle niemals vollkommene Verkchrsfreiheit geplant war, vielmehr soll für jene Industriezweige, für welche unsere Pro­duktionsverhältnisse Schutz erheischen, dieser Schutz auch zukünftig aufrechterhalten rverden. Auf die Frage, welche Stellung die Re­gierung zu den bekannten Aeußerungen des Vizekanzlers v. P a y c r einnehme, verwies der MinisterpräsideM aus seine in dieser Air- gelegenhert bereits abgegebene Erklärung, daß diese Journalisten gegenüber gemachten privaten Aeußerungen des ^Vizekanzlers nicket als offizielle Kundgebung betrachtet werdet: können. Uebrigens harchelte es sich in dieser Erklärung nicht um eine aktuelle Politik, sondern um ein Endziel, das angestrebt werden soll. ,.Wir können," sagte Wekerle,nicht auf diesem Standpunkt stehen. Der Absckstuß der Verträge ist ausschließlich zwischen Deutschland, Ungarn und Oesterreich geplant. Ueber Modalitäten, nne andere Staaten einbezogen werden könnten, fanden bisher keine Verhandlungen statt. Im übrige:: verweise ich auf meine seinerzeit gemacksten Darlegungen, daß die landwirtschaftlichen Zölle bei den heutigen Getreidepreisen und insbesondere an- gesichts der außerordentlichen Beschränkungen des Getreideveckehrs und des Transportes sozusagen keinerlei Bedeutung haben. Wenn auch mchere Staaten in das Bündnis ernbezogen werden sollten, müßte dafür gesorgt werden, daß für unsere landwirtschaftlichen Erzeugnisse das Absatzgebiet unter allen Umständen gewahrt bleibt." Schließlich erklärte der Ministerpräsident, daß er die von dem Interpellanten gewünschte Entsendung einer parlamentari­schen Kommission, die über den Verlauf der Verhmwlungen mit Deutschland berichten soll, nicht für zweckmäßig halte. Er ver­sichere neuerlich^ daß, wenn die Frage zur Entscheidung gelang« ,-und endgültig Stellung genommen werden solle, die Mei:rungs- äußerungen der Fachkreise eingeholt würden. Die Antwort des 1 Ministerpräsidenten wurde zur Kenntnis genommen.

Der Seefneg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 11. Juli. Von unseren U-Booten sind im Kanal neuerdings 4 bewaffnete Dampfer mit zusam­men 20 000 Br. - R. - T. versenkt worden.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Aus dem Kelche.

Fliegermlgriff auf Offenburg.

Karlsruhe, 11. Juli. Amtlich wird gemeldet: Ein cheute erfolgter Angriff mehrere feindlicher Flieger auf Offenburg, bei dem eine beschränkte Anzahl Bomben ab­geworfen worden ist, hat einigen Sach- und Gebäude- scherden verursacht. Personen sind nicht verletzt.

Die fleischlosen Wochen.

Nach neueren Meldungen beginnen die fleischlose:: Wochen am 19. August. In jÄem Mv:mt soll in einer Woche die Fleisch­lieferung cmssallen. Das ,Lechz. Tagbl." teilt mit. daß die Fest­setzung für das ganze Reich gleichmäßig erfolgt. Als fleischlos sind vorgesehen die Wochen 19.25. August, 9.15. September, 29.

, September bis 6. OLober und 20.-^27. Oktober. Tie Floisch- ^ration soll von 250 auf 200 Gramm für alle Städte von *100000 Einwohnern ab festgesetzt werden für die 50 Gramm Fleisch wird ein entsprechendes Quantum Mehl gewährt.

Die Preise für Frühkartoffeln.

Berlin, 11. Juli. (WTB.) Auf mehrfache Anfragen teilt das Kriegsernährungsamt mit, daß eine Er­höhung der Preise für Frühkartoffeln über die in der Verordnung vom 9. März 1918 vorgesehene Höchstgrenze von 10 Mark hinaus nicht beabsichtigt ist, zumal in wenigen Tagen mit einer reichlicheren Anfuhr vvllausgereister Früh­kartoffeln gerechnet werden kann.

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Hamburg, 11. Juli. (WTB.) Der Senat ließ der Bürgerschaft die Antworten auf ihre Beschlüsse über die wei­teren Friedensschlüsse, die Neugestaltung des d e u t - s ch e it Auslandsdienstes und die Wiedereinsetzung des freienHandelsin seine Rechte zugehen. Von dem ersten Beschluß, in dessen Sinne er getreu seinem bis^rigen Stand­punkt weiter wirken werde, gab der Senat dem Reichskanzler Kenntnis. Zu dem zweiten Beschluß erklärt der Senat, daß auch er überzeugt sei, daß eine wirksame Vertretung der deutschen Interessen im Auslande wünschenswert sei, und daß er in diesem Sinne wirken werde. Auf das Ersuchen der Bürgerschaft, im Bündesrat mit allem Nachdruck dafür ein- zutreten, daß mit Friedensschluß der freie Handel als das erprobte, allein wirksame Mittel für die Wiederherstellung der deutschen Auslands- utiö Jnlandswirtschast wieder in seine Rechte eingesetzt wird, erwiderte der Senat, daß dieses Ersuchen _ durchaus dem von ihm eingenommenen Stand­punkt entspreche, und daß auch er dafür eintreten werde, daß der freie Handel mit dem Friedensschluß wieder in seine Rechte eingesetzt rverde.

Ans Stabt nnban&.

Gießen, den 12. Juli 1918.

** Auszeichnung. Ter Leutnant Eduard Senßfelder, Adjutant bei einem Artillerie-Parkkommaudo erhielt dos Eisente Kreuz 1. .Klasse. Das (Äserne Krerrz 2. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille wurden ihm bereits früher verliehen.

** Beförderung. Walter Mank wurde zum Gefreiten befördert und erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse.

L. U. Landes-Universität Gießen. Tem Oberarzt au der hiesigen Universitäts-Fraumklinik Tr. Paul WM Siegel, seither Privatdozent an der Universität Freiburg i. B., wurde die venia legend' für das Fach der Geburtshilfe und Frauenheilkunde an unserer Universität erteilt.

** Freibank: Samstag, 13. Juli 1918, 24 Uhr. von Nr. 721930.

** Bronzcglocken und Orgelpfeifen. Vom Kriegsministerium Krieg samt in Berlin ist cnne noch- malige Durchprüsnng der Bronzeg-^cken und Orgelpfeifen auf ihre Zugehörigkeit zu mi einzelnen Gruppen unge­ordnet worden, da es notwendig ist, daß noch w-eiteres! Glockenmetalt und Orgelzinn Zur Ablieferung gelangt. Näl)-e- res hierüber suchen die Betmigten in der hierüber heute erscheinenden crinttichei: Bekanntmachung.

** Gießener Waldb ich n e. Es ist chic alte Tatsache, daß das Freilichttheater stets mit Schuften gkeiten in den Wittc- rungsverhältnissen zu kämpfen Hatte. Tie erste Vorstellung wurde sicher ein- bis zweimal verregne: imd so der Beginn der Spielzeit mitunter bis in den Hvchsomme: hinaus verzögert. Dasselbe Bild rollte sich auch dieses Jahr auf. Tie feuchte, kalte Wiitterung ver­hinderte immer wieder die längt geplante Eröffnungsvorstellung. Zweimal festgesetzt kamen Regerschauer, die den Waldboden tüch­tig answeichten, und vorbei wares mit der Spielmöglichkeit. Abett alter guten Tinge sind drei! Oeftent war die Vorstellung zum drittenmal angesetzt u-ni> jetzt Ijattp öcr Htrnmel endlich ein Ein­sehen. Fast wolkenlos wölbte sich der Himmel und die Sonne schuf zwischen der: Bäumen die schönsten Lichtefsekte. In Szene ging Björustjerne Björnsons altes irrrd >och ervig mnges, geistvolles LustspielWenn der junge Wein btht", das auch hier nicht un­bekannt ist. Tie Tiarsteller, Mitgjeder des Kurtheaters Bad- Nauheim, spielten flott und paßtensich der Umgebung sicher an. Karl V olck, der auch die Spielleitwg irrne hatte, die bei der Frei­lichtbühne noch größere Schwierigkeien bietet und mitunter große Ansprüche an die Erfirchungsfirnst Spielleiters stellt, löste seine Ausgaben prächtig. Sein Aroik war dll stillem, feinem Humor, ohne trottelhaft zu werden, imd seine Sielleitung bewahrte sich auss: beste. Würdig stand ihm Adolf T e l ck h als Probst Hall zur Seite, bestimmt und doch zurückhaltend. Fiu Arvik wurde durch Auguste M a r ck s. fein verkörpert. Sie wrste stets den rechten Ton zu treffen. Tie drei Töchter Arviks g-en Mice Poetsch, Hermine W o s s i d l o mrd Helerre K a l l na r voll Anmut und Frische wieder. Auch Morgat Werner al Mvilde :md Oskar F e i g e l als Torming paßten sich gut an. % kleineren Rollen waren ent­sprechend besetzt. Man hat seit tu Wiederau stauchen der Frei­lichtbühnen stets darüber gestritter welche Stücke geeignet seien und welche nicht. Die einen wollte nur das klassische Schauspiel, oder die historische Revue, nicht öt das nwderne Drama oder! Lustspiel, die anderen hielte-n die ltoderne geeigireter u. a. m. Wir wollen nicht darüber rechten Grundbedinmmg, ob klassisch oder modern, ist ja cnrch immer die ünheit des Ortes und wie der Spielleiter es fertig bekommt, dasf>crnze nach dem unverändert lichen Szenerrrahmen zu gestalten. Ran kann sehr gut, das sah nran gestern, auch Björnson aus d Freilichtbühne bringen, und bei geschickter Spielleitturg Erfolg zielen. Nur auf eirien Zlveig der darstellenden Kunst sei rwch v niesen, auf Vvlksftück, Sing­spiel :md Schäferspiel. Hier könen die Freilickstbühnen doch sicherlich in der Natur Schöneres nd künstlerisch Bedeutetrdere^ Hervorbringen, als die Bühne mi Leinivand und Latten. Wie! reizend müßte ein Singspiel von Ä zart oder Wjolff-Ferrar: hier wirke::, wie annmtig in der grün, stimmungvollen Umgebung! ein altes Schäferspiel. Die akustrscl Wirkung muß nur gut sein, und die hat sich bei der hiesigen Fr ichtüühne entschieden vervoll­kommnet. W>enn tvir an 1914, die ee Zeit der Waldbühnp zurück- denken, so läßt sich der Fortschritt hon rein äußerlich feststellcn. Tie kleinen Bäume sind gewachsen ne Laub- und Nadelwaud ist dichter geworden, der Raum gesch sener. Wenn, was zu Höffes ist, es nun endlich wärmer tvird in das gute Witter anhätt, so wird ja wohl auch die Freilichtbül, wie wir hören, n:ehr durch ihre Tarbietungen erfteuen können.

** Gastspiel im Stadt^eaLer. Am Mittwpch den 17. Juli, aberlds 8 Uhr, versn l'tet das Wandertheater des steklv. Generalkommandos 'des ^ A.-K. im Stadttheater ein Gastspiel zarm Besten der mm kehr enden Kriegs­gefangenen, toebcl-Ts durch st graue Bühnm lün stler airsge- führt wird. Das Prvgvcnnm bittet u der ersten Hälfte ein«: sehr reichhalügen bunten Teil mit verglichen und deklamatorischen Vorträgen ernsten und heiteren F.: tts, im zwintcn: Teil kommt ein Theaterstück zur Aufführung:X ue um Treue", ein Spiel laus der Gegenwart. Ter Vorvmia findet an der Kasse des SLaöt- Ehvaters statt. Um das Liebes^ für die vielen Tausende, die' das traurige Los der Gefangetstch lange ertragen mußten, ans- zubauen, bedarf es der Opferi.nl feit unseres Volkes. Es darf wohl in Anbetracht dieses guten Iveckes eine starke Beteiligung an dieser Veranstaltung erwarttt wden.

** Wohltätigkeitskvrert. Im Dtadttheater ftndet am Freitag den 19. Juli ein 'ltätigtcitsvonzert zu:n Besten der Hinterbliebene:: der Gefalle:re des Jnf.-Regts.Kaiser Wil­helm" (2. Großh. Hess.) Nr. Illixrtt. Die Garnisonkapelle, die auf 50 Mitglieder Streick^rchestw rstärkt ist, loird unter Leittmg von B. Herrmmm spielen. Als Solist tritt F. Kaufmann (Violine) auf. Bei dem guten Z k der Veranstaltung rann der Besuch nur empfohlen loeckcn. fiel^e Anzeige.

** Lichtspielhaus, B< nho fstr. 34. Von Samstag bis einschließlich DstmStag tritt my Porten in ihrem Lustspiel Probe ,gestellp' auf. Arno! ftkrf inDer unwiderstkUiche Theodor". Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

** Saasen 11. Juli. Am 10. Juli fand hier oie Synode des evangelischen Dekanats Grünberg statt. NM erner Andacht und nach den Wahlprüfungen erstattete Herr Tekan Röschen-Freren-« seen den Jahresbericht für 1917. Ter gleichfalls von Dekan Röschen erstattete Bericht über den Erziehungsverein gab ein Bild von den Schiöierigkeiten, aber auch von dem Segen der Unters bringung und Beaufsichtigung von 150 Zöglingen. Herr Schulrat Tr. Eck-Worms (ftüher in Alsfeld) sprach der Versammlung aus dem .Herzen, als er, zugleich im Namen des Kreisamts Worms. Herrn Dekan Röschen für seine nun 25jährige Mühewaltung im Erziehungsverein dankte. Pfarrer Siebert-M'erlau erstattete den Bericht über die Dekanatskranketrpflege; der Wunsch der Synode ging dahin, möglichst bald einen Ersatz für die aus de:ßArbeit des Dekanats geschiedene Schwester zu erhallen. Bei den folgenden Wahlen wurde:: wiedergewäht: Zum Dekan Dekan Röschen, zum Vertreter Pfarrer Georgi-Ermerrrod, zu Mitgliedern des Tekanctts- ausschuss-es Bürgermeister Rcnrft-Grünberg. Bürgermeister Sckmridt- Oueckborn, Pfarrer Scriba-Wetterfeld, Matthäus Lein-Bkeiden- rod, neugewählt Pfarrer Schick-Oueckborn. lieberdas Wohirungs- und Siedltmgswesen "mit besonderer Berücksichtigung der Frage der Kriegerheimstätten, sprach dann Herr Pfarrer Margnth-Winnrod.

Kreis Schotten.

t. Nidda, 11. Juli. Gestern wurde hier Schweinemarkt abge'halten, der nrit Ferelnk gut befahren war. 2lber es hatten sich auch sehr viele Kauflustige eingefunden. Trotzdem war der Handel! anfangs gedrückt, weck die Züchter die bisherigen unerhört hohen Preise verlangten, die Käufer aber auf einen Abschlag hassten. Viele von ihnen unterließen den Ankauf. Gegen Ende des Marktes! wurde der Handel lebhafter: die Preise gingen nur wenig zurück. Ein Paar 5 Wochen alte Fe^k'ck kostete durchsckmittlich 200 Mk., 6 bis 7 Wochen alt 250 Mk., ältere Ferkel 400 Mk. Starknwurg und Rheinhessen.

K. P. Mainz, 11. Juli. Eine aussehetterregende Verhaftung wurde in hiesiger Stadt vorgenommen. Bei der städtischen Hafen- und Lagcrhausverwaltung wurde die Unterschlagung größeres Summen fcstaestellt. Im Zusammenhang damit ist nun der Hafen­einnehmer Hugo Kirchheim verhaftet worden. Um seine Betrüge­reien zu verdecken, verbrannte der ungetreue Beamte eine:: Teil der Geschäftsbücher. Aus diesem Grimde war es bis jetzt noch nicht möglich, die Höhe der unterschlagenen Summen genau fest- znstelleu Zur Sichertmg hat die Stadt das gesamte Vermögeur Kirchheims mit Beschlag belegt, darunter m:ch eirren in Kriegs­anleihe angelegten Barbetrag von 14 000 Mark.

HessnMassau.

X. Hanau, 11. Jüli. Bei einer Fahrt auf der Kinzig kippte der mit 'zwei junger: Burschen besetzte Nachen um. Einer der sJusassen .der 15 Jahre alte Sohn des Diamantschleifers Stern, ertrank, der andere Insasse konnte sich rette::.

Sport.

Zweite Regatta des Snddentschen Ruderverbands.

Ter hiesige R.-Kt.Hassia" hat zu der Sonntag 21. Juli ut Fechenheim a.M. stat sück-enden 2. diesjährigen Regatta des S.R.-Vl. zu dem Anfänger-, Ehrenpreis- und Gesellschrfts-Vierer genreldet. IN: Anfänger trifftHafsia" mit Mannl-einver Wassersporwerein! Vorivärts" Ofsenbacher R.-Kl.Germania", Franks. R.-Kl.Ale­mannia" undUndine", sowie Fochercheimer R.-G. 1910 zusamman.^ Offenbach und Fechenheim bilden im Gesellschafts-Vierer die Kon­kurrenten, während in: Eh. rnpreis-Vierer neben Fechenheim die Hauptkonkitrrencü: derHasjia", die FrankfurterAmicina", an: Start erscheinen wird. Ten Achter bestreiten außer derAmicitia" noch Offenbach :md Fechenheim. Wchrend der Ennunterungseü:ey Meldlmgen von Mannl-cim, Offenbach, FrcaiksirrterAlemmrma" und Fechenheim auftvcist, iverden im Main-Vierer 2 Boote der Fechenheimer R.--G. 1910 starten. Ta nur 4 Boote gleichzeitig starten können, finden im Arfänger-sVierer vormittags 10 Uhr Vor- remren statt.

* Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. B. Das Schicker-Wettruder:: um den Herausforderungspreis findet Sonn­tag den 14. Juli, nachm. 4 Uhr, am Boothaus aus der Woog statt.

Gau Vorturner st und e. Sonntag nachmittag, 2 Uhr, findet in der Turnhalle des Turnvereins Gieße.: 1846 eine Gau­vorturnerstunde des Gaues Hessen statt. Der erste Teil des Uebungsplans umfaßt die militärische Ausbildung unserer Turner nach den Richtlinien des Kriegsministeriums. Für den zweiten Teil kommt Geräteturnen am Reck, Barren und Pferd, sowie volks­tümliches Turnen zur Durchführung.

,* Fußball. Am letzten Sonntag trafen sich zum Rück­verbandsspiel die beiden ersten Mannschaften des W. B. C. und V. f. R. 0). auf dem Sportplatz an der Hardt. Gießen, verstärkt durch den Mittelläufer Wenzel, kam vor HaUizeit nicht recht zu­sammen und konnte Wetzlar bis zur Pause Zweimal einsenden, während Gießen ein Tor durch Vieler aufholte. Nach Halbzeit war das Zusammenspicl von 1900 recht gut und konnten durch den Mittelstürmer Vieler drei Tore und eins durch den Rechtsaußen verwandelt werden. ObwM Wetzlar aufopfernd und fair spielte, konnte Gießen der wohlverdiente Sieg von 5:3 nicht genommen werden.

F Marburg, 11. Juli. Nachdem kürzlich in einer öffent­lichen Versammlung Marburger Frauen die dringende Mahnung znm Ausdruck gebracht, wurde, nach Möglichkeit Beschäftigung als Munitionsarbeitcrin:n Kassel anzunehmen, fordert jetzt der Rektor der Universität die Studenttrmen, deren Zahl über 400 bettägt^ in einem Anschlag am schwarzen Brett auf. sich währetü) der Ferien zur Mrmitionsarbeit zu melden.

Israelitische Religionsgemernde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Awlage). Samstag 13. Juli. Vorabd.: 8.30: morg.: 8.30: abds.: 9.50 u. 10.30 Israelitische Religionrgefellschaft. Sabbat- fever am 13. Jtcki. Fveitag abd.: 8.20: Samstag vorm.: 8.30; nachm.: 4.30: Sabbatausg.: 10.30. Wochengottesd.: morg. 7.00. obds.: 8.00. Mitttvoch aüd.: 10.20. Donnerstag abd.: 8.45.

Müller fche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 12. Juli 17° R.

Mb. Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 11. Juli.

Präsident Fehrenbachi eröffnet die Sitzung um 2 Uhr Ä Die

zweite Lesung der Steuerwirlagkn

ivird mit der Umsatzsteuer fortgesetzt.

2lbg. Meerfeld j'Soz.): Tie Umsatzsteuer ist bte su schneidendste aller neuen Steuern. Jede Ware, die sechsmal un gesetzt wird, wird um 3 Prozent erhöht. Daraus ist die trt geheuere Verteuerung aller Waren zu ersehen. Die Prodtrktic vürd verteuert, der Handel erschwert und das ganze Wirtschaft leben belastet. Ta das Gesetz der Anfang einer allgemeinen Prvdu tionsbesteuermcg ist, find tvir gezwungen, dieses O^esetz abzulehne Abg. Waldstein ^F. Vpt.): Entweder sollte man jei Erwerbstätigkeit, also auch die der Angestellten u:ü> Beamte::, dnr die Steuer erfa)fen, oder aber man sollte sich auf den ivitklich Wareimmsatz befihränkeir Ta mir gewerblickie Leistttngen erfa werden, so bleiben die freien Berufe unberücksvckstigt.

Abg. Bernstein Al. Soz.): Dieses Gesetz ist wieder eil Besteuerung des Verbrauches, es ist für uns daher unannehmba Tic Freilassung der ftetm Beruft müßte ausdrücklich festgel« fiieüden. Ich beantrage daher einen besonderen Paragraphen 1: Ter gewerblichen Tätigkeit wird nicht zugerechivet, die An^übiv der fteien Berufe der Aerzte, Erzieher. Gelehrten, Kiinstler, Pr vatl-ckhrer, Rechlsanivalte, Notare iiub Schriftsteller

LUV : s -> f ° r cF. Bpt.): Kn Dell mein Fveunde bedauert die Llbänderung des Paragraphen 1 d-inch h Abschuß.