ttuterfkoitöjcfret&rö Schisser gegen bre TwrchMrbackttt solcher Be- stffninrmgell an(iciri>ium«n.
Bei Ltzeiterberalung im HanpLarteschuß des Reiäiötages lvurdc v 1 des Umsatzstruergesttzes (Steuer auf Lieferrmg und Leistung) wkgcrwmmem. Zu tz 2 (Ausnahme von der Besteuerullg) wird ein Antrag Wald 1 dein (VPt.) auf gle-ichsteuerliche Behandlurca der Händler und der Ostrwslenschaffen angenommen. Bei § 3 (Steuerbefrei- tmrd auf Antrag 5g rold die Negierungsvorlage wieder her- grgk".llt. tz 6 wird auwnvmmen mit der Aenderung, daß die Steuer- , *5* Do ^L- uach unten abzurunden sind. Bei ^ 7
(erhöhte Steuer für üi i vilsgegenstände) werden von der erhöhten Steuer ausgenommen doublierte, tftattierfce und echte plattierte, vereidete oder vcrfrlberle Gegenstände, sofern der (Entgelt für die L^est-ncng.100 -Racknicht überscfprcitet und Fassungen von Augen- gläsernr Btt § < (Werke der Plastik) erklärt ein Regienmgsver- treter, daß hrer nur eine einmalige Steuerpflicht in Furage komnte ILttter wird beschloisen: Flügel, Klaviere, Harmoriien und Vorrichtungen zur mechanischen Wiedergabe musikalischer Stücke nebst oubehvr unterliegen der erhöhten Steuer, ebenso Teppicte, ein- tchlietznch Wandteppiche, sofern der Entgelt 30 Mark für den Lmadratmeter übersteigt. So wird § 7 angenommen.
Aus- Sta-t und Lau».
Gießen, den 3. Juli 1918. Lar,bheA?animSung.
Me im ganzen Deutschen Reich, so wird zurzeit auch im Be- zick de.' Stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps Lmteheu gesammelt. Vielfach ist mm die Meinung verlweitet, daß der Volks- und kriegswirtschaftlich: Wert der auf die Laubheusamm- Lang gerichteten Tätigkeit, welche in erster Linie von den Schuten vns^Wt wird, nur -wring sei, mrd in stinckn Verhältnis zu der von Lehrern und Schülern ausgewendeten Rdühc stehe, sicherlich aoer? deo. Ausfall dr? Schulunterrichts nickst reckstferllgen könne. Diese Llnsichr verkennt durchaus die Lage unserer Futtermittelversorguna wnd deren unmittekbrre Bedeutung snr Heer und Heimat. Es ist bekannt, daß das Deutsche Mich im Frieden sehr große Mengen Futtermittel aus dem Ausland einführte, für welche es nunmehr ik^lnr größten Teil Ersaß zu schassen gilt, Alls eures der wertvollsten Ersatzfutter mitte! Eommt das Laubheu in Betracht, das in berc ausgedehnten deutschen Wäldern leicht zn gewinnen ist und, in k^stumnter Weise zu Futterküchen verarbeitet, einen vollwertigen Erfaß mr 5>afer gewäl^rt. Es macht uns ^mithin non den ausländischen Zufuhren. Äums-o wie von dem Ausfall der Futtermittelerntjc bis zu einem gewissen Grude mralchängig. Schon ans diesem allgemein Volkswirtset ritlichen Grunde erfährt die Lanbheusammlung Ühwe volle Recht ^eck^gI^ng. In noch viel höherem Grade gilt dies im Hinblick aut die Unmittellwoen Erfordernisse der Kr'iegsührung. Für die erfolgreiche Fortführung der militärischen Oper-ationen ist es ritemfa erforderlich, nufere tapferen Truppen ansreichend zu er- Ewen, ww es irotwenvig ist, die Pferde des Feldheeres im vollen Dtefftze ihrer .Kräfte zu erhalten. Nur darm. wenn die Bespannungen der Batterien. Kolonnen und aller sonstigen Formationen, Morn die Pferde unserer Kavalleristen voll leistungsfähig sind, ist jauch die ungern in derte Schl agserll gleit des Heeres gesichert, und nrcr dann ist es möglich, der kämp: enden Truppe alle die unzähli-wn Tinge zuzutühren, deren sie zur Erstillung ihrer hohen und schweren Aufgaben bedarf. Dazu soll und muß uns das 2turnten verhelfen, p§ soll Um> vor .allem chas nötige FsPkttr Me daZ Heer sichern. TLn' Laubhgn sammelt, arbeitet daher für die Schlagfertigkeit unteres Heeres, fite die siegreiche Beendigung des Krieges. Tie Lauö- httrstrmmLung ist von unmittelbarstem vaterländischen Interesse und von größter Wichtigkeit für die Landesverteidigung. Wem! unsere Sr^ilen, wenn Lehrer und Schüler sich iw den Dienst dieser Sache gestellt hlü en. in arbeiten: sie nicht für eine gleichgültige und N'.ltz- lose Spielerei, sondern sie haben in der Front -fc Hermatheeres ecvvr wichtigen und vevcrnLwortungsvollen Posten, mit dessen Aus- svDrnA. sie nicht minder wie der Munitionsarbeiter an der Drehbank sich den Dank des Vaterlandes verdienen.
U
* Auszeichnung. Der Musketier Ludwig Junker von hier jerchielt das Werne Ksteuz 2. Klasse.
L-ll. Von der Lan desu ni ve r s'i t ä t hören wir, daß ^ wertvolle Bibliothek des jüngst versroirbenen Geheinrrats< vvchard Aß mann von einem hochherzigen Gönner der Universität augel-ruft und der Universität überwiesen worden ist. Sie tenfc in der Hauptsache in der Universitäts-Bibliothek, zum kleuteven Teil in dem physikalischen Institute Aufstellung finden.
Kein Gießener darf sich von der Abfall- A^^^serung ansschließen. Vielfack> sieht man in dejtz vofallsammlimg der Schulkinder nur eine Spielerei. Die Familien, die wine Kinder in der Schule haben, werfen ihre Abfälle einfach vr den iNülleimer. Das darf unter keinen Umständen so bleiben. 8« den großen wirtschaftlichen Schmeck gkellen, mit denen wir tejt in steigendem Maße zn kämpfen haben, muß auch der'kleinste Abfall (Papier, Weißblech, Lumpen, Metallgegenstände und Kno- Hcn) der Kriegswirtschaft zngeführt werde::, damit neue Stoffe daraus «eworrnen werden können. Bei der vielseitigen Jnanspruch nähme der Schulkinder durch die Laubheu-, Vrennesstlsammlnng vsw ist es nicht möglich, dafür zu sorgen, daß die kinderlosen! vwrser regelmäßig von Kindern zrrr Abholung der Mfälle auf- arswht werden, wie dies im Winter geschehen ist. Alle kinder-i lasen Familien werden deshalld inachdrücklichst gebeten, ihre Abfälle Kind<>rn aus bekannten oder benachbarten Familien wit Hnr Schule zp geben, oder durch Vermittlung des Rote?i Kreu- es, Alte Klinik (Tel. 2025) sich Schulkinder aus der ^ b a r s ch a f t z n w e i s e n zu las s e n. Es ist der dringende
Die Zichte.
Bon Wilhelm Sicharrelmann.
Es cs nur ein Baum, aber rc hat seine Geschichte, wie selbst das unschcr.,barste Ding seine Geschichte ihat. . .
Dvr bale 50 Jahren, im Herbst, als der Krieg über Frankreich «mmgging, trieb der Wmd das winzige Samenblättchien, aus tetn er erwachen tollte, wie ein Kornckien Staub in die Luft. »Utk weite, wiebelnde Fahrt war es, bis zur Höhe der Wolkör hmam Uilt endlich tetrch staubfeinen, kalten Regen niederwärts, dis es rn einer ickjmalen Spalte im Fels zur Ruhe kam.
Im re.ldenen Teil der Vogesen lag der Platz, so Iwch mid steil (u, nur l er Falk dort horstete, imd die ransckAmde Einsamkeit vor Wälder unter ihm blieb wie ein leise brausendes Meer untep l)oyen^ Felwn.
^ann im Frühling begann es zn teimcn und trieb seine Wurzeln m i.-en steinigen Grund, hob den ersten zagen Trieb ans uri ^ ^uchs, Jahr um Jahr, jammerte sich an nut^ Wurzeln, die zuerst wie ein Netz von Adern den tarrtigen »Ws inniivnincn, bis sie stark und unzerreißbar geworden nxiren vne Tauwerk
g-h ^) c . a[ jf einem Mtan ftiartb- der junge Baum, sah in drei , ' 1 '’’ J ' .^Örte lies unter sich das Wässer des Langelbaches £r,^!r € sah in den Hellen Mondnächten das Hochwild
auf ven Wie,ni am Lmzenkopf äsen, horchte denk Winde, reckte sich ..jjjjr W')er, trug die Tannenmeise und den Bergfinken und ni nähre schm den .Häher, breitete seine Zkveige über den lri ' jMntejüie eine dunkle Säule im Sommer mit) wie ^ '^^htes Gebairde aus Zweigen und Nadelir iu manck>er rroftNrrienden Wurternackst. Der Wind Harste in seinen Zweigen, bog ferne Spitze, als wolle er den Stamm und mmU n u^bt Und der Baum stand und wuchs
^ n ' r ^ 1 der Weg, gewaltiger denn je, ließ die Felsen ?7T’'. sich mit Pulverdämpfen erfüllen, «Ute
»Ä.-b.octe und Bergkuppen zu Tal, als tobten Riesen auf den m™. äerteMe die Wälder und knickte die Stämme, daß sie «ttplkttert die Abhange bedeckten. Wenn der Mvnd .schien, sah dev am finsteren Mann drüberr wie ein Gräberfeld ans, und das der zerrisseneir Rinde leuchtete wie Tvtengebeite Back-e tranken Blut, und der Wind hatte deir Atem der Ber-
Wunsch unserer Heeresleitung, jederlei Abfall für Kriegszwecke; wieder zu verwerten. Mit der Sammlimg und Abgabe des Abfalls erfüllt daher jeder Gießeiier eine errffte vaterländische Pflicht!
** B utter milch-Verteilung. Die Ausgabe der Buttermilchkarten erfolgt von Donnerstag dem 4. bis 6. d. M. in dem Butteiimilchveckaufsstellen, in denen die Anmeldung erfolgt ist. Näheres siehe Anzeigenteil.
** V ersa ndkontrvll e für bestimmte Gem üseil nd Obstsorten. Durch die Verordnungen der Michsstelle für Gemüse und Obst vom 5. April, lind 24. Juni d. I. wird mit Wirkung vom 1. JE ab der Versand von sogenannten Kmr- trollgemüse (Weißkohl, Rotkohl, Wirsmgiohl, Aiarrüben, Möh ren imd Karotten) sowie von .Wutrolliobsi (Aepsetn, Kirschen oder smtstigen gemäß besonderer Anordnkcng als Koni rollobst zu hf hakidelnden Obstarten) mit der Eisenbahn .oder mit dem Kahn von der Ganehmignug des für den Versandort zuständigen Kominn- nalverbandes abhängig gemocht. Die Genehmigung darf mir in besonders foftimmten Fällen mit Rücksicht aus das tzfemeinwohl verweigert werden. T-ie Bestimmungen bezwecken led'iglick>, eine Verkehrs ko nttolle für die betreffenden Gemüse- kmd Obstarten zit sckteffen, um Anhaltspimkte über ihren Verbleib zu gewinnet urtd damit lveiter dem Schleichhan.del entgMnzuwitkert itnd die Beschickung der Märkte und der^ Verkaufsstellen des regnlärerr Handels zu fördern. Es wird .Sorge daftrr getragen, daß die Kontrolle weder ^u Akksffck?rverbote>r (ober -beschränckungen führt, noch den ordetttllchen Handel und Verkehr ltehrndert. Ter Post- versand wird von den Borschristern rffcht betroffttt.
** Kvhlrabiin der Küche. Gar zn gerne reißt man oder schneiet mmt den jungen Kählrabi ab, ehe er sich voll eutiuictelt hat. Sv kommt es, daß man eine gute Blätterernte, aber nur wenig Knollen erhält. In Schtl/eswig-.Holstein und in manchen an deren Gegenden verwendet man aber die Blätter gar nicht. Natürlich ist. das, besonders lkenttgentags, Verschwendung, denn alles, ivas uns zuwächst,,svll und rmiß ausgenutzt 'werden. Kohlrabiblätter sind von Matur zart und können als Gemüse für sich, wie Kohl bereitet aber auch mit den Scheiben der Knollen zusammen..gekocht, prächtig, scstnecken. Die alleren Blätter, die meistens schm ein wemg hart sind, lasse man zurück, die ganz zarten nehme mmt zum Trocknen..imd die mittleren Blätter benutze man zum Gemüse. Auch die Blattstiele und Blattnspen schneidet man m ferne kleine Stücke, lasse sie mit den ebenfalls zerkleinerten Blattstücken in wenig Salzittxrsser ankyichen und gebe zuletzt seine Kohlrabi scheiben oder Streifen dazu. Das Gericht wird mit Kartoffeln ein- göweft; eine Mehlschwitze schmeckt freilich besser.
Landkreis Gießen.
e. Lich, 2. Juli. Oberlentttant Heß wurde zum Hauptmanu in einem Feldart.-Rgt. befördert. — Leutnant Karl Petry starb den Held-eirtod fürs Vaterland.
Kreis Büdingen.
= Büdingen, 2. Juli. Durchs Entschließung des Groß- hcrzogs Wurde der Braut des 1916 gefallenen Oberleutnants Hans Kühn, Frätckein Anna Mohr, gestattet, an Stelle des bisherigen Namens deit Familiennamen Kühn mit der Bezeichnung „Frau" zn führen.
Kreis AlSkeld.
** Hvmberg a. Ohm, 3. Juli. Ter Ers.-Res. .Heiurich Mensdvrf erhiell das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Tie Hessische Tapserkeitsmedaille besitzt er bereits.
e. Romrod, 2. Juli. Ans unmittelbare Veranlassung der Großherzogin waren seither hier eure Atrzahl hilfsbedürftiger Stadtkinder auf die Dauer von vier Wochen unter- gebracht. Gestern sind sie wieder in die Heimat zrrrlickgekehrt, nachdem sie sich hier unter sorgsamer Pflege vorzüglich erholt haben. Auch in dem Großherz-oglichen Schlosse in Mönchs- brnch sowie in Bad-Nauheim sind durch die Großherzogin derartige Kinder ans der Stadt untergebracht.
Kreis Lanterbach.
rr. Schlitz, 2. Juli. Das diesjährige Schlitzerländer Mis- sionsfest wurde am Sonntag im nahm Hntzdors gefeiert, nnd war sehr stark besucht. Die Festpvedigt wurde von Professor D. Paul, dem . Direktor der Leipziger Missionsyesellschaft, gehalten. In der Nachversammlung, die im nahegelegenen Walde stattfand, sprachen noch verschiedene Redner zu Hunderten von Missions freunden^ die sich zusamittengefunden hatten.
Kreis Friedberg.
Fc. Friedberg. 2. Juli. Ter Bau einer neuen katholischen Kirche wurde besckstvssen, da die por einigen Jahren erbaute^ katholische Kirck)e nickst mehr für ihre Zwecke ausveickst. Sie erhält chren Platz am „dRainzer Dor".
e. Ob er- Nosbach. 3. Juli Ter Gefreite Geisel wurde mit der Heffischm Dap'erkeilsmÄXlilte ansgezeick-net.
Starkenburg und Rheinhessen.
** Darmstadt, 2. Juli. Ter Großherzvg bat der am letzten SamS ag gegrilltdu n Ernst-Ludwi, -Hochschul,c!el'schaü aus seiner Privaffchrtulle 5000 Mk. gespendet.
Fc. Aus dem Odenwald, 2. Juli. Hier wird in den nächsten Tagen die Heidelbeever-nte ein setzen. Das Mücken ist frei- gegeben.
Hessen-Nassau.
-- Bad Ems, 2. Juli Unter dem Vorsitz des Bergrats Grvebler- Wetzlar trat im chelrgen Kurhause der Lahn-Kanal- Verecn zu seiner diesjährigen .iwuptversammlwrvg zusammen Tem Jahresbericht zufolge konnte sich die Tätigkeit des Vereins infolge des Krieges nur. auf die Erfassung statistischst Materials erstrecken. Im Mittellmtikt der Verhandlungen stand ein Bortrag des LandeSgevlogen Dr. Ahlburger über Die nutzbaren Mini- ralien des Lähngebietes als Grmrdlage des' Lahnkanals". Berg rat
Grvebler sprach über den geplanten Lahnkanal. Das Ve - snchsschisf habe .ein ruhniloses Ende gesunden. Die Hegieru:- \ müsse nebctt der Kanalisierung von Aiosel und Saar zugleich die Lahn schiffbar machen. Als Normalfchifs sei das 1000-Tonnen schiff zu fordern. Ferner müsst oer Fluß für die Schlepp- schiffal)rt eingerichtet werden. Tie^ Ausarbeitmtg der neuen Kanal- pläne soll der Regiermrg überlasseit hleiben. Eine Entschließung! mit deu genaunten Forderungen fand Annahme. Reichstagseckg. Tr. T a h l c m -Niederlahicstein üb-erilahm die persönliche Uebcr- gabe tec Wünsche des Vereins beim Minister. — Tie nächstjährige Hauptversammlung findet in Weilburg statt.
^ Frankfurt a. M., 2. Juli. In der heutigen Staotvcr- ocdnctenversaminlung wurde bei der Magistratsvorlage über Beteiligung der Stadt an der Milchbeschaffung festgestelll, daß die gesamte stadlfeitige Milchversoratmg bisher 'vähvend des Krieges eineri. Fehlbetrag von 5 Millionen Mark ergedm hat. Die Hälfte des gesmnten Milckstvdarfs bezieht nach den Anssührun- gen des .Stadtrats Woell die Stadt nunmehr mw den kleinen Bauernlvirffchafteu der Umgegend, bei ihnen städtische Küh-e eingestellt sind. Trotz des hohen Fehlbetrags sprachen sich die Redner aller Fraktionen für die unbedingte Wripersührimg der Milch- 3te g i e'w i r 1 s ch a f t aus, da allein auf diese Weist der Mischnot Einhalt geboten werden könne. Die Stadtverordnetenver- sammllmg genehmigte sodann die Errichtung eines städtischetr Wohlfahrtsamtes.
]\ Marburg, 2. Juli. Heute wurde ivstder unter großen, Zustrom der ländlichen Jugend der althergebrachte „Kirschnmarkt" abgehalten. ,Leider fehlten wieder, wie im vorigen Jahre, die Kirschn. Mit allerhand Tand, der ja auf dem Marktplatz massenhaft angeboten wurde, mußten sich die kleinen Hesstnkindec ttösten.
W. Z. Wiesbaden. 2. Juli. Vergangene Nacht waren! feindliche Flieger mit Richttmg ans Adainz gemeldet. Durch das abgegebene Sperrfeuer gelang es diesen nicht, die Stadt zu erreichen; sie sind alsdann in der Richtung Bingen abgeflogen, urrd kmben in Geisenheim mehrere Bomben ohne wesentliche Erfolge abgeivorfen.
Keri<chc»wa!.
I T a r m st a d t, 2. Juli. Wegen Schleichhandels wurde der 48 Jalne alte Landwirt Alöys Schulte aus Rüssel lei Osnabrück, z. Z. m Kelsterbach lvolmhaft, zu 9 Monate." Gefängnis vencrteill. Ter feststellbare Gewinn in Höhe vvn 400 Mack rvurde eingezogen. Der 68 Jahve alte Metzger Peter Wen z e l ans^ E d d e r s h e i m erhielt wegen Beihilfe 200 Mack ($c?> - strafe. Es handelt sich um imbereckstigten Ankauf und Geheim- schlackstung von Schweinen, deren Fleisch unter Ueberschreiwng der Höchstpreise nach Frankfurt verkauft wurde.
vesmisehteK.
Die spanische Krankheit
Nahm in Süddenffchlaird einen großen Umfang cm Sie tritt in den meislteic Städten auf und erreicht ywi Zeit in Karlsruhe, M>annheim und Lvdwigshafen den Höhepmrkt. wo ein Drittel oder noch höherer Prozettsatz der Bevölkerung von ihr ergriffen wurde. Soweit bis jetzt bekarrnt geworden ist, nimmt die Krankheit einen gutartigen Verlauf. Im Sttaßenbahn- und Postwesen sind seit gestern infolge der Masseneckrankmrgen Störn.ngen zu verzeichnen. DesgleickMi in München, uw auch von der Schutz- mannschaft 65 Mann sich in Behandlung befinden. Ueberha^mt sffrd am meisten jene Leute erkrankt, die der Beruf in größere Zahl vereinigt. Auch im Saar gebiet, in Bonnuiü> Koblenz sind viele Personen von der Epidemie ergriffen, desgleichen in Thüringen, im Regi-erungsbezirk Frankfurt a. O. Nnd G örli tz. Nach einer Meldung aus Bern tritt die Krankheit nenerdinE auch in Bern auf. In Berlin sind im Rudolf- Mrchow-Kvcmkerchaus eine größere ATtz-ahll neuer Fälle gemeldet, doch tritt die Krankheit in Beckin westnttich leichter auf als in Süddeutschland, z. B. fehlt hier die arte Süddeuffchtand allgemein gemeldete Anfangs form, das Erbrechen.
Wie die „Bayerische Staatszeitung" schreibt, ergriff die Kvank- heit woht^ mehr als 1500 Personen. Ziemlich hoch ist der Kranken- sdand beim Fahrpersonal dor Straßenbahn. Im Telephona.nt erkranllm 30 Beanrtrnnen. Eine weitere Ausdehmmg der Üvank- heit würde die Durchführung dos Telephmüüenstes beeinträchtigen. Bon der Schutzmann schaff beffnden sich 65 Mann wegen der Jnfluenz-a in Behandlmig. Auch der Postbestelldienft leidet infolge von Erkrankungen des Postpersonals.
*
* Gegen dic Drei klasson-Einteilirrrg der
Ve rw u ndeten-Abzeichen. Ter Reichsbuitd der Kckegsc'e- schädigten und ehemaligen Kriegsteillvehmer nahm gegen die Drei- klaffen-Einteilung der Vettoundeten-M zeick^en Stellung. Er erblictt ein Unrecht darin, daß ,nnmol, aber Schwerverletzte imd vielleicht dauernd kriegsimbrauck>bar Gewordene in die niederste Klaffe eingereiht werden, rvährend andere, die durch mehrmalige Kriegsunfälle mit leichten Verletzungen davonkancen, das Abzeichen einrr lwheren Klasst erhalten. Er verlangt daher die völlige Be seitigung der Klassifizierung.
* Handschuhe aus Walfischdarm. In 3iortocgen uffrd der Ledermangel von Tag zu Tag einschneidender Man hat deshalb der Herstellung von Handscknrhm aus Walflschdarm ernst- Haffe Ausnverksamteit zugewarrdt, rncd ein Sachverl'tändiger Hot kürzlich ecklärt, >daß dieser Lederersatz in jeder Hinsicht ausgezeichnet sei: chmiegswlc, weich und tfcxe allen, erstmmlich stark. Seitens des Staates werden bereits Versuche mit der Handschuhiabrikation aus Walfischdarm gemacht.
wesung, und die gualzerrissene Erde schien zu stöhnen unter der Satt des Todes.
Unbewegt staird die Fichte auf chrer Höhe, sah nicht das Leid der Sterbenden unten tm Tal nnd wußte nicht, wie schwer es ist, diese Erde zu verlassen. Sie gehörte dem Tage und dem jvucten, stacken. Leben, das in ihr war, ließ die Smrne auf ihrrn 'Radeln ruher, und warf im Herbst wie sonst ihre Zapfe,: von ihrey schwindelrcden Höhe herab.
‘ Im Sommer vor dem Kriege hatte zum erstenmal ein Faltenpaar in ihr gehorstet, und drei junge Falten hatte sie ans ihre,: Zivttgen ge'wiegt und über deM Tale kreisen sehen.
Nun horstet ein Ääensch im Asttveck der Fichte! Tamren^weige um Brust und Beine gebunden, das Geivehr über den Knien, m:t bremienden Anger: wie ein Falke zu Tale spähend.
Unten im Tale Ml der Krieg nicht weichm, här:gt wie mit Suetten -au ben Hängen, fegt Bergrücken kahler als die nackte, Hnde, steht wie .eiu kläffender Hvllenhund mit tausendfachen: -Mw auf den Höhen und in den Gründen, rvochnckang, monatelarig. Und bellt nch picht heiser und rcht nicht. Ter Regen löscht seine Fenecbrände nicht, der Fwst vertreibt ihn nicht, der Schnee deckt rhn n:cht zu, die Hitze des Sommers macht ihrr nicht müde imd der Platz in der Tanne wird nicht leer.
Eines Tages, bei der Ablösung, klinunt ein Achtzehn;äl/riger herauf, schlank und sehnig, ans den Lippen das Lächeln der Jugend sorglos sitzt er auf der luftigen Höhe, späht und scharte, ein Menig neugieckg und zugleich erstamte über den Fernblick, den mm: von der Frchte lmt, rückt, als er sich satt gesehen, unruhig hin und her, daß der Wipfel leist schwankt und begiim: dam: eins S:eb zu summen, ein kleines, »ag-es Lied, bei dem- es sich träunren und srnneil und an die Heimial deuten läßt: „Ah, . ma petitej Cecile . . das Gesicht noch barttos, die Hände noch schmal und das Haar schwarz wie Rabengeffeder, .funtmt und stuszt, larw- werlt ):ch zuletzt, zielst die Feldflasche, mehr zur 'Zerstreuung als aus Durst, verliert ein Stück von seinen: Brot, klein luiie cm Leus, das die Wühllmrus sich holt, die unter den Wurzeln der Fichte ihr Loch hat, ißt ein lvctrig zum Zeiweckreib, summt wieder sein Lied, verstummt von neuem und ergibt sich seuszcmd darem, die langsam schleicktendei: Stunden auf die Patrouille zn wartet:, die schließlich einmal temmen muß. ihn abznldsen
Aber bit Stunden dckmen sich zn Ewigteiten, Und nieniarch läßt s:ch sck^n.
Freilich, es ist ein gefahrvoller Weg hier herauf, und mm: muß mit allem rechnen . . .
Wieder späht er, ob man nicht kommt . . . Jtckes oder Fron oois . . . Aber die Zweige unter ihn: verdecken ihn die Sickst auf den Pfad, der chnnuffühtt.
Nur das leist Wiegen der Fichtenkwlvcn über ihm und das sanfte ^oirstn des Wirwes . . . und die Wolllrn, sttrmm und feierlich, wie Troumgchichte. Eine konmtt über da: Berg, weiß Ime eine .Handvoll Schriee, nein, lvie eine .Insel der Seligen^ so unberührt wie ein Segel aus blauem Meer, rwr-m die Btittag^- sonne darüber stelst. Nur unten im Tal ist es lcbhiffec als sonst, und Flintenwuec prasselt wie Hagel uns glas-hartem Ms, und GesMtze grollen wie well ertefernte Gervitter.
Nein, cs d.rueck ihm zu lange zu sitzerr. Bvckichtig kletteck er. abwärts, teiecht über den Fels rmd späht den Hang hinab. Mch rmmer läßt sch memand sehen. Wer weiß, ivvrmr es liegt? Jraem^ e:n Aufenthalt. Da snrd so viele MpglickKnten . . . Er- bleibt eine Zeitlang liegen, sonnt sich und streckt die Gllechw, die steif geworden sind vor: dem langen Sitzen auf dem Baum. .Hier ober: ist ntan ja sicher wie in Abrahams Schoß . . . imd lwemte sich eine Ztgar-ette an.
„Mi . . . ma pellte C6cile ..."
Und stockt imd wirft die Zigarette we,; und will auf und davon und fleht, daß er nickst tera: . . nnd im näckstter: Angorckstiäl
ffti es schon da, ichlägt aus die Bergkuppe, daß der Fels erbe-t und Ranch und Feuer hermnspritzen, als spränge die Welt in Scherten, zerbreckte mit einem Sckstage wie eine hoble Kugel ans Glas.
Als der Wirte pan Ranch verweht, i|t es eine innere Bera - kuppe . . . Ter Baum ist r:icht mehr da . . . uite der kleine Zranzost'. Dt nickst mehr da .. . Fels stücke polterten nock, zn Tal, sprrngen ersckKeckt gns mlntmffendalter Ruhe.
Eut paar Tage später schreibt Jules Lammte eine Karte nach Hans:
, -Es geht mir gut. Mer denkt Euch — Pierw- ist gefallen' Auf Vorposten. -Er -muß ein wenig leichffmnig genaden sein lind dm Preußen schießen gut. Eff:e zerschossene Fichte tert ihn er schlagen Grüßt die klrme Cecile Fernnte von ihn E: l>te rnich frstter einmal darum gebeten."
„Ah . . . ma pellte Cäcile ..."


