Nr. 153 Sweller MM SieFener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen) Mttwoch, 3. Mi (918
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Line Kernfrage des baltischen Hationalltätenproblems.
Ü3*rt einem gewissen Teile unserer Presse wird mit steigender Schärfe darauf hingewiesen, daß der von der jetzigen Landesver- tretung Estlands imd Livlands gewünschte enge Anschluß des Gebiets an Deutschlands nicht der Stimmnug der Bevölkerungsmehr- heit entspreche. Die meisten Letten und Esten wünschten tatsächlich ihre volle Unabhängigkeit, und da sie gegenüber den Teutschbalten in erdrilckender Mehrheit feiert, müßte man bei loyaler Dnrchsüh- rung des Selbstbestimmungsrechts ihren Wünschen Rechnung tragen. Aber selbst wenn diese Voraussetzung richtig wäre, müsste dre praktische Durchführbar Kit eines solchen Wunsches ernstlich ge-! prüft werden, und selbstverständlich, haben wir auch von unserem Standpunkt ans das politische Interesse des Deutschen Reiches der neuen Staatsbildungxn an der Oftgrenze zu erwägen
Diesen Kernpunkt der ganzen Frage hat der sozialdemokratische Schriftsteller Ernst Heil mann in der von chm geleiteteltz „Internationaler Korrespondenz" mit nüchterner Sachlichkeit untersucht. und er kommt dabei zu einem durchaus klaren, eindeutigen. Ergebnis. Heil manu hat vor einiger Zeit, zusammen mit änderest deutschen Pressevertretern, Estland und Livland besucht und dabei. Gelegenheit zu offener Aussprache mit der estnischen Führern deck Unabhängigkeitsrichtung gehabt. Als ihr Ideal bezeichnet er die Gründung einer Republik Estland unter internationaler Garantie, wie Belgien oder die Schweiz, und unter rein estnischer politischer Leitung. Gro^ Vorteile versprächen sie sich dami von ihrer wirtschaftlichen Zwischenstellung zwischen Deutschland, dem skandinavischen Norden imd Rußland, und sie hofften einen erheblichen, Teil der russischen Ein- und Ausfuhr über Reval zu lenken. Vom Deutschen Reich erwarteten sie zunächst, daß es Estland mit Zucker, Brotgetreide, Saatgut und Düngemitteln versorge; des deutschen! „Schutzes" glaubtei sie aber schon entraten zu tonnen und ver^ langten daher das baldige Verschwinden der deutschen Militär-/ Verwaltung.
In sichtliche Verlegenheit brachte sie dagegen die Frage, wie sie sich die zukünftige Sicherung ihres neuei Staatswesens vorstellten, wenn nach dem Abzug der deutschen Truppen eine neue bolschewistische Welle vop Rußland her angewälzt käme. „Nach vielem Wenn und Aber gaben sie zu, daß sie dann nötigenfalls wieder an Teutschlands Hilfe appellierei niüßten. Wir fragten sie weiter, ob die paar Hunderttausend Menschen in Estland jemals in der Lage sein würden, ihr Land zu verteidigen; ein auch nur halbwegs Wiede' erstarktes Rußland wtstrde den herrlichen Hafen von Reval wieder zurückzugewinnen suchen; es könne vielleicht vor ein^m neuen Krieg mit Deutschland um dieses Ziel zurückschrecken, abey niemals vor der ganz ohnmächtigen estnischen Republik. Tie Esten/ ewiderten uns, sie würden sich aus den Schutz de internationalen Verträge verlassen. Außerdem aber habe Deutschland ein Lebens- inteesse daran, Reval nicht wieder in russische Hände fallen zul lassen. Es kommt also im Tönnisson-Programm letzten. Endes alles darauf heraus, daß hinter der estnischen Bourgeois-Republik ständig der Schutz der deutschen Weltmacht als latente Drohung! stehen soll, indes Deutschland in Estland nichts zu sagen hätte und die Esten selbst die Freiheit behielten, je nach Parteiung und Stimmung zfvischen Deutschland und Rußlmrd hin und her zu schaukeln. Eine solche Lösung können sich die naiv-kindlichen estnischen Politiker vorstellen, die über keinerlei praktische Erfahrung verftigen. Sie können auch, mit heiligem Ernst die Forderung vertreten, daß Torpat eine estnische Uuiversitätsstadt werden soll, obwohl noch kein einziges wissenschaftliches Originallverk in estnischer Sprache vorliegt. Jede verständige Deutsche wird sich abe für die Rolle! bedanken, daß wir jederzeit auf einen Hilferuf hin den Esten', vielleicht wenn es schon $u spät ist, zu Hjilfe kommen sollen, sie im übrigen aber nach Belieben schalten und walten lassen."
Nachdem Heitmann so mit schlagenden Gründen nachgewiesen hat, daß für die Gründung eines selbständigen Estenstaates alle politischen und kulturellen Voraussetzungen fehlen, kommt er zu! dem zwingenden Schluß, daß das Larrd sich nur unter deutscher Schutzherrschaft gedeihlich entwickeln könne, denn seine Aussprachen! mit den deutschgegnerischen estnischen Politikern haben ihn davon überzeugt, daß auch sie durchweg mit aller Entschiedenheit die Wiederkehr der russischen Herrschaft in ihrem Lande ablehnen. „Uebernimmt aber das Deutsche Reich in irgendeiner Form militärisch außerpolitisch die Schtitzherrschaft über das Baltikum, dann muß es sich auch den maßgebenden Einfluß auf die innere Entwicklung sichern."
Werks. Dias Mädchen verlor das Uebergewicht imd stürzte in den Hof, üD es mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb.
]f Mnr bürg, 2. Juli. Vor etwa 14 Tagen besagte eine landrätliche Bekanntmachung, daß mit Ausnahme von sieben Ortschaften sämtliche Gemeinden mit ihrer Milch- und Butteclieserung! im RüdsUande seien und eine Schließung der Zentrifugen in Au6- stchlt (stände. In einer neuerlichen Bekanntmachung wird darauf hingewiesen, daß der Fettgehalt der angelieserten Milch stark zu- rückgegangen sei. Eine Molkerei habe berichtet, daß zur Herstellung eines Pfundes Butter jetzt 14 Liter Vollmilch benötigt würden. Es liege die Vermutung nahe, daß mit Wasser over Magermilch vermischte Milch angeliesert würde. Tie Kgl. Gendannerie sei zur Entnahme von Proben angewiesen. Ferner ,verden die Bürger- meffter angewiesen, den Hühnerhaltern, ivelche ihrer Eierabliese- rung nicht genügt haben, die Zuckerkarten zu entziehen.
R Mtzarbu r g , 2. Juli. Ter bei einem Jäger bataillvn die- neirde und bei Kriegsbeginn als Gefreiter der Resecve eingez-ogene ^chiriftsetzer Heinrich Komb ächer von hier, der bereits das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt, wurde unter Ernennung zum Ofsizierstellvertreter mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet.
Provinzmr-Ausschutz der Provinz Oberhefien.
Sitzung am 29. Juni 1918.
1. Die Errichtung des Bahndammes der Nebenbahn Bad-Salzschlirf — Schlitz hatte in der Gemarkung Nieder-Stoll eine Ablenkung des Wasserablaufs zur Folge, so daß die angrenzenden Wiesen bei jedem stärkeren Regen überflutet und dadurch versandet und verschlammt wurden. Die dagegen von der Eisenbahnverwaltung getroffene Vorkehrungen hatten keine wesentliche Besserung des Zustandes bringen können. Ende 1914 wurde deshalb von der Eisenbahnverwaltung ein neues Projekt ausgestellt. Da hierüber eine Einigung mit den Grunde eigentümern nicht erzielt werden konnte, stellte die Eisenbahnverwaltung Antrag auf Enteignung in der Form, daß zugunsten der dem Großh. Hessen Landeseigentum gehörigen Parzelle als Grunddienstbarkeit eingetragen werden solle, die Verpflichtung der jeweiligen Eigentümer der betreffenden Grundstücke, das von dem Bahngrnndstück kommende Wasser aufzunehmen, zur Schlitz weiterzuleiten und die eisenbahnseilig neu hergestellten Gräben innerhalb ihres Eigentums .zu erhalten, zu unterhalten und zu reinigen, und zwar gegen eine einmalige Entschädigung. — Der Provinzialausschuß hat den Antrag aus Durchführung dieses Enteignungsverfahrens aus versckstedenen Gründen als unzulässig erklärt und demgemäß abgewiesen.
2. Die Stadt Bad-Nauheim hatte die Geschwister Will zur Zahlung von Beiträgen für die Herstellung der Mittelstraße längs ihres Hauses herangezogen. Hiergegen haben die Genannten Beschwerde erhoben und diese in der Hauptsache damit begründet, daß das fragliche Haus ein Eckhaus sei und seinen Eingang von der Hamburger Straße habe. Auch würden die Abwässer nach dieser Straße geleitet. Der Provinzialausschuß hat die Beschwerde als unbegründet znrückgewiesen, da die Heranziehung der Anlieger zu den Straßenherftellungs-, Trottoir- und Kanalisattonskosten auf Grund des Art. 21 der allgemeinen Bauordnung und des § 5 des Ortsbaustatuts für die Stadt Bad-Nauheim vom 19. Juni 1890 nicht zu beanstanden ist.
3. Durch die Mfnahme des Robert'Ehrig von Brücken in das Bürgerhospital zu Friedberg waren der Armenverwaltung Pflegekosten entstanden, die für die ersten 13 Wochen von der Allgemeinen. Ortskrankenkasse für den .Kreis Friedberg ersetzt wurden. Für meitere 13 Wochen hielt die ArmenVerwaltung Friedberg die Gemeinde Bauernhcim auf Gruud des § 29 des Unterstützungswohnsitzgesetzes für verpflichtet. Diese lehnte jeden Erstattungsanspruch mit der Begründung ab, daß Ehrig länger wie nötig in der Anstalt behalten tvorden sei. um dort Dienste als! Krankenwärter zu verachten. Da sich diese Annahme der Gemeinde Bauernheim als nicht stichhaltig l)erausstellLe, erkaintte der Vertreter der genannten Gemeinde den gegnerischen Anspruch an.
Briefkasten -er Ue-nktion.
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MM Wir treten grundsätzlich einer anonymen Anfrage nicht üAer. Falls Sie Wert auf Beantwortung legen, wiederholen Sie Ihre Auftage mit voller Namensnennung.
Aus Stadt rrird Land.
Gießen, den 3. Juli 1918.
** Rotes Kreuz. Von der Verband- und Kranken- Erfrischnngsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof Gießen wurden iin Monat Juni 847 durchreisende Soldaten und Verwundete mit Kaffee erfrischt; die Sanitätswache führte 1193 Transporte aus und hat in 248 sonstigen Fällen Hilfe geleistet.
**Großherzog-Ernst-Ludwig-Jubiläums- Stiftung. Auf die heutiLe Veröffentlichung zur Groß- Herzog-Ernst-Ludwig-Jubiläums-Stiftnng im Anzeigenteil 'wird hier besonders aufmerksam gemacht.
** Bauernregel n für den Monat Juli. Im Juli nruß vor Hitze braten, was im Herbste svll geraten. — Ein tüchtiges Juligewitter iflj >gut für Winzer und Schnitter. — Baut die Ameis große Haufen auf, folgt langer, strenger Winter draus.
Reißet die Spinne ihr Netz entzwei, kommt ein Regen bald J-eebei. ;— (Sankt Kilian (8.) [ fcetXt Schnitter an. — Sieben Brüdeo- Regen (10.) bringt nicht Nutzen irych Segen. — Wjenn der Kohl gerät, verdirbt das Heu. — Julitage hell und klar, zeigen an ein gutes Jahr. — Am Margaretentage (13.) Regen, brrngt den Nüssen reüren Segen. — Wie die Hundstage anfangen, so gehen sie aus.
- Nach Jakobi gehen die Störch^.
** Die Aus sühru n g s bestimmun gen über die Höchstpreise für Getreide und Hülsenfrüchte. Der Staatssekretär des Kriegsernährnngsamts hat die ersorderlichen Aussül)rungs bestimnrmcgeu über die Höchstpreise für die von der Reichsgetreidestelle bewirtschafteten .Früchte (Getreide, Hülsen- Trüchte, ^Buchveizen imd Hirse- erlassen. (Reichs-Gesetzbl. Nr. 84.) T-^re Beittinmuugen ldhmm sich an die bisherige Regelung an und bringen Vorschriften 'über die Höhe der Trvcknuugslöhne, über die für die Belvertung der FrückKe geltenden Grundsätze, über Sackleihe, Kommissions- uüd ähnlichje Gebühren. In den Bestimmungen sind cuvch die Höchstpreise für Saatgut geregelt. Originalsaaten sind ^ wce^bisher^preisftei gelassen, während^ für anerkannte Saaten imd! 'Kanittges Saatgut entsprechende Zuschläge festgesetzt wurden, or c n, Die Saat gu tvero r dnung für die Ernte 1918.
,, er Reichsgetreidevrdnung für die Ernste 1918 hat der Staats!erretädes Kriegsernährungsamts Bestinunungen über den Verkehr mit Saatgut erlassen. (Reichs-Gesetzbl. Nr. 84.) Tste bisherige Regeliciig ist in ihren Grundzügeir beibehalten ivordeii. Tie Neuerungen gegenüber dem Vorjahre bezwecken zunächst eilte Be- lLUi> größere Ordnungs Mäßigkeit in der Ausstelluirg und damit eine Förderung der landioirtschaftlichen stivdiillron. Außerdem.lallen Licl>iebungen mit Getreide und Hül- uitter dem Deäinantel des Saatgutes in den .^chleichlhandel gebracht wurden, tuiitrchK vlerhiitdert und der metfcen ^veckmäßiger und wirksamer üb'eriva'cht
Q L ü r iI. Hinsichtlich der Vergütung,
ov- .?,-!!>> , wr das aus seinem Grundstück nach der
Verordnung über ^chrls vmn .26. Februar 1918 geerntete Schilf imra daraus chin gewiesen, daß diese Vergütung für ^chrl s i ic l ii fit rocken em Zustande gilt. Sie beträgt bei grünem, d. h vor der Blute geworbenenr Schiss 1 Marck für 100 Kilmp-amm ÄÄ heittrocken so ist die Vergütimg im Ver- '■ Eisern Zllslaitd-.' zu dem OKM'ickt in
lufttrocleueni Zustande herabzusetzen.
Hessen Nassau.
" 1 ^ hEsu - t a. BlD 2 Juli. Bei Ui Abnehinen von Wäschie
Oilqte die ach.jahnge Tochter des Schlossers Franz, Hein-
rrchitr. 1/, zu wett über Pas Balkoirgeländer. des dritten Stock-
Letzte rzaLt-vscvtett.
Dcp neueste der Äceresleitrnrg
™ Großes Hauptquartier, 8. Juli
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rn pp recht.
Ersvlgreiche Erkundungsgeftchle. Stärkere Vorstöße de Engländer bei Merris mrd Aloyenneville und südlich vo! Arras scheiterten. In örtlichen Kümpfen nördlich von Al bert machten wir Gefangene.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Aisne haben fidu heute früh örtliche Kampf entwickelt. Zwischen Aisne und Marne hielt rege Tätigkci des Feindes an. Teilangriffe bei St. Pierre-Aigle und west lrch von Chateali-TIhierry wurden abgewiesen.
*
Aus einem amerikanischen Geschwader von neun Ein heiten wurden vier Flugzeuge abgeschossen. Leutnant Ilde errang hrerbei seinen 89., Leutnant Löwenhardt seinen 88 und 34 Luftsieg. Leutnant Friedrich imd Vizeftldwebe Lhorn schossen ihren 29. Gegner ab.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.
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England und die Murnmn-Kilste.
B e r l i n, 2. Juli. Die Anfrage des Mg. King im Unter ??us berührte etne der schwebenden Fragen des englischen Ver h^tmsses zu Nordrrtßlmw und Finnland. Me die „N o r d d e u t st ch/. A l l gemeine Zeitung" schreibt, ist an ihr auch da deutsche Interesse stark beteiligt. Die Arttwort Lord Robert Cecill sagt bte „Norddeutsche", ist nicht geeignet, .Aarheit in die Auge legenhect zu bringen. Mail erkennt aus ihr höchsteiw, daß bi F^age einer großen Aktion Englands vom nördlichen Eismeer au noch nicht entschieden ist. In dem Tatbestand, ben Cecil als in wesentlichen richttg bezeichnete, ist „vergessen" worden zu erwähnet ratz die rufsische L^owjetregierung formell Prote^ eingelegt hat gegen die Landung mid Awoesenheit englische Triippen an der Murmanküste. England hat sich jedoch um bm ^?^ip der Unversehrtheit russischen O^ebietes iiicht bekümmert uni imirbe sich auch bei weitergehenden Entschlüssen nicht darinn küni mern, wenn diese Vorteile versprechen. Es ist also wohl kann richttg, daß England nur aus-das Signal ans Moskau wartete, un gegen Finnland M marschiereir. Daß ein solches von der heutige] Regierung in Nord-Rußland nicht zu erwarten ist, weiß man woh in London. Aber die Tinge dort können sich wenden und für diesei Fall hat sich England die nördliche Jnfallspforte offen gc'halteu Aber in Finnland kennt man die Gefahren und wird ifrr auch mi deutscher Hilfe zu begegnen wissen.
EugliMe Aluuufchastsiwt.
, Rotterdam, 2. Juli. Im Unterhaus gab Prother eine Erklärung über die Einbernfung von Feldarbettern zum Vii litärdienst ab. Abg. Roch erklärte, daß er eine Unmenge Briefe an• allen Teilen des Landes von den Bauern erhalten hübe ganz ungeheuerliche Berichte über die Zustande mtthalten' bi ciltstehen könnten, wenn die Regierung mit der Eintuwufung voi Landarbeitern so vorgeht, wie bisher. In einzelnen Fällen bleib das Heu auf den Fellxwi'. weil die Bauern erklärten, daß sie ge zwangen sein würden, m Mch apf die Hecher m tvechou, au
denen die Ernte, selbst die Getreideernte, noch hock) siehe. In dev Debatte sprach Lambert über bie traurigen Zustände bei der ^Ausbildung. So käme eo vor, daß Wcänner, die erst drei Monate geübt hatten, nach Frankreich gesckstckt würden. Dal ziel betonte, daß Jungen von 19 —21 Jahren aus Schottland nach sechsipöchiger, Uebung in die Feuerlinic kämen. Bathurst warnte die Regierung, daß sie unverantwortlich l-andele, wenn sie nicket für eine gute ^Ernährung der Nation sorge. Bei diesem Punkt griff jBou-ar Law mit einer türz-en Rede in die Tebittte ein und scsgte, es sei die erste Pflicht der Regierung, solche Aiasnahmen zu treffen, daß England in diesem Feldzug keine Nickderlage erleide. Was die Einübung der Mann schäften angehe, so setzte er auseinander, daß alle Mannschaften in England drei Monate ein- geübt werden, aber im Falle äußerstier N?)tWendigkeit zehn Wo-ckZoi, und daß eine zweite Uebung von einem Niionat in Frankreich folge.
Die „interalliierte parlamentarische T.lftrenz" in London.
London, 2. Juli. (WTB. Nichtau.ttich.) Rewer. Die interalliierte parlamentarische Konferenz wurde heute in der Royal Gallery des P ar la mente gebivnde-- eröffnet. Es sind vertreten: England, Frankreich. Belgien, Griechenland, Italien, Rumänien, Portugal, Elch-a, Japan und die VereinigtMs L tauten.^ Das Programm umfaßt die 'Erörterungen der deutschen Wirtschaftsmethoden, um die Vorherrschaft in der Welt zu erlangen, die Tonau-iSchlissahrt, den Kanal-Tunnel und zahlreiche andere Fragen von kommerziellem Interesse. Unter den bei dev Eröffnung Anwesenden waren Mitglieder des Kriegskabinetts ltnil andere Minister, die alliierten Botschafter und Gesandten, die gegenwärtig in London weilenden R i inisterpväsidenten der überseeischen Xominien 5 und offizielle Abgeordnete der Alliierten Re- gierungen zugegen. Tie Konferenz sandte eine Kundgebung mr König Georg, worin sie den unabänderlichen Beschluß der vertretenen Nationen bekräftigt, alle ihre Anstvengungen fäer kräftigen; und erfolgreichen Fortsetzung des Krieges zu widmen.
Die angeblichen Bombenabwürfe auf englische Feldlazarette.
Berlin, 30. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) (gegenüber den Ende Mai und Anfang Juni mehrfach von englischen Frontberichterstattern gemeldeten und von der Zensur zugelassenrn Nachrichten über angebliche deutsche Bombenabwürfe auf englische Feldlazarette, bei denen ausdrücklich betont wurde, daß die Angriffe keinerlei militärischen Zielen, sondern; lediglich den Feldlazaretten gegolten haben können, stellt „Man- ch e fte r G u a r d i a n" vom 15. Juni fest, daß nach der Ansicht der Militärbehörden kein ausreichender Beweis dafür vorhanden sei, daß es sich^ rum geflissentliche Angriffe ans Hospitäler ,ge- handelt habe. Tie Zettung schreibt: Tic militärische Anffasftmg! sei die, daß gelegentlich auf beiden Seiten 5)ospitäler in der Nähe von Oertlichkeiten von militärischer Bedeutung, wie Effenbahnen, Truppenlagern und Munittonsniederlagen errichtet werden müssen und daß bei^ nächtlichen Luftangriffen diese Hospitäler Gefahr laufen, getroffeir zu werden, wenn die militärischen Ziele um sie herum angegriffen werden. Die Zeitung ist entrüstet, daß trotz dieser gegenteiligen Auffassung den Berichterstattern gestattet wurde, die fraglichen verhetzenden Berichte zu senden und daß keine spateren Schritte unternommen wurden, den dadurch hervor- gerujenen schlechten Eindruck zu beseittgen.
Das japanische Flottenprogramm.
ÜlotUrbüiii, 2. Juli. Die „Times" melden unter dem 29. Juni Es Tokio, daß der japanische Landtag das F l o 1 1 enprogr a mm, wonach bis zum Jahre 1923acht Schlachtschiffe und sechs Kreuzer gebaut werden sollen, genehmigt hat. Tie Vorlage wurde sehr abfällig kritisiert, weil -sowohl die Anhänger des Ministerium^' als ihre Widersacher das Programm Zür unzureichend betrachteten. Der Mariveminister - betmtte, daß Japan wegen seiner industriellen und finanziellen Beschrünruiig nicht imstande sei, ein größeres Programm aus)>i- sühren. Auch habe inan mit Schwierigkeften in der Materialbeschaf- fuirg zu rechnen, namentlich was den Bedarf anbetresse, jjen man vor dem (Kriege aus England bezogen habe.
Die türkische Anleihe.
K o n sta nt in o p e l, 1. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Eingang der Provinzzeichnungen beträgt nunmehr das Ergebnis der neuesten inneren Anleihe insgesamt J4 Millionen türkische Pfund.
Die 9Uüle Oesterreich--UngLrns.
Wien, 2. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Fremvenbl-att^ führt ungefähr folgendes aus: Nach der vom Reuterbureaft verbreiteten Antwort der -englisck-en Regierung aus die erste Rede des Staatssekretäi's v. Kühl mann sieht die Entente O e st e r r e i ch> -Ungar n als militärisch und tiolittsch erledigt an und lieltt es als eine Belastung sür den Bundesgenossen hm. Die Entente stellt den Rüc^ug an der Piave, ohne sich ihrer vielen- Niederlagen aus allen Schlachtfeldern zu eriuneru, einen RückMg, der nur von den Elemeuteu erzwungen war, als die grüßte Niedere läge aller Zeiten hin und teilt Oesterreich-Ungarn auf dem Papier mit einer Uuverfforenheit auf, -die den über das Ausland schleckst unterrichteten Völkern den ganz sal schien Glauben beibringen muß, es sei um dir Monarchie ein sür allemal geschehen. Damit erreicht sie den Zweck, den einzigen, den sie mit ihrer Aktion verfolgt, dev Mut der ihrigen mifzupntschen.
Der Kühlmann-Prozeß.
Berlin, 2. Juli. Zn d-em am Donnerstag beginnenden Prozeß Kühlmann gegen die „Deutsche Zeitung" wird nur eine beschränkte Zahl Zuhörer zu gelassen werden, da der Sitzungssaal nur etwa 20 Zuhörer faßt.
Brotmarkcnfälschungen in Hannover.
Hannover, 2. Juli. (Pr.-Tel.) Hier sind 30 Personen^ darunter Bäckermeister ans Hannover und Linden, wegen Brot- k a r 1 e n f ä l s ch u n g verhaftet worden. _ •
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Der P rov inzi alans schuß hält während der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien.
Während dieser Ferieir können in öffentlicher Sitzimg mir ftlsteunige Sachen zur Verhandlmig gelangen.
Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß.
Gießen, den 28. Jmii 1918.
Der Vorsitzende des Provinzialausschnsses der Provinz OverlMeir Dr. U singer.
B e t r.: Lailbheugeivinnnng.
An dir Schulvorstände des Kreises
Auch diejenigen Lehrer und Lehrerinnen, die nicht Sammet- leider sind, können an bem am 5. Juli 1918, nachnuttags 3> - Uvr in der großen Aula der Universität stattsindenden Vortrag des Herrn Hanptmanns Emmerling vom stell vor trettndeit (Verweal- komniiando des 18. ^Armeekorps teilnehmen. Sie wollen die Lelm- kräftc darauf aufmerksam nmcheu.
Gießen, den 2. Juli 1918.
Großherzvgliche Kreisschulkoinntissivn Gießen.
I. V.: L an g er mann.
Betr.: Enleigunng und Mliefmung voir Einrich-ttmgsliegen'
ständen aus Metall.
An Die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Unsere Umdruckverfügung vom 10. Mai lf. Jö. ist erst von 69 Blürgermeistereieu erledigt worden, obwohl damals nur eine Frist von 14 Tagen festgesetzt worden war. Von allen rück ständi-um Bürgerineistereien erwarten wir nunmehr die Erledigung iunerlmll» 3 Tagen.
Gießen, den 2. Juli 1918
Grvßlvrzoglich» är^iwutt Gießen.
I. V.: v. G r o 1 nt a u.


