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Erster Blatt

168 . Jahrgang

5 amrtag. 29 . Znni 1918

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sämtlich iu (Äiefecn.

heftige Teilangriffe des Kindes nördlich der Lys und südlich der Ifftte.

roodjtnrüdbHd.

Nachdem in den erften Junitagen die deutschen Heere zwischen Oise und Marne ihre in den großen Schlachten er­rungenen Fortschritte ausgebaut und gegenüber blutig ge­scheiterten Gegenangriffen der Franzosen befestigt hatten, ist in diesem Monat im Westen keine weitere überragende Ent­scheidung gefolgt. Llber unsere Feinde täuschen sich über die Bedeutung der kurzen Kampfpause nicht. Nachdem A s g u i t h im englischen Unterhause bereits am 18. Juni, wie wir durch nachträgliche Berichte erfuhren, eine auffallend düster und ernst gestimmte Rede gehalten hatte, kündigte am Dienstag auch Lloyd George für die nächsten Stunden,sicher aber für die nächsten Tage", eine große Schiacht an, und zwar, tute aus. seinen unteren Ausführungen hervorging, eine neue deutsche Offensive. Die Heerführer der Entente blickten, so fügte er hinzu, vertrauensvoll in die Zukunft. Einige Stun­den später trafen dann in England die Kunde vom Rückzug unserer Bundesgenossen über den Piave, über die Räumung des Montello, und ferner die Nachrichten über die Rede un­seres Staatssekretärs v. Kühlmann ein. Die Wirkung des Satzes, daß militärische Entscheidungen allein den Frieden nicht bringen könnten, daß vielmehr diplomatische Verhand­lungen die Vorbedingung seien, kann man sich ausmalen. Die bevorstehenden neuen Waftenschäge die Italiener sind ja neuerdings selbst so klug, zuzugeben, daß die österreichisch­ungarischen Truppen keineswegs enrpsindlich getroffen seien, sondern voraussichtlich neue Angriffe ansetzen würden sind durch Herrn v. Kühlmann eines guten Teils ihrer politischen Wirkung entkleidet worden. Der ursprüngliche Sinn des Wortesckekairs" (auflösen, auftrennen) wäre also in diesem Punkte praktisch erreicht, wenn nicht die nachträgliche Korrek­tur des Reichskanzlers eine Umkehr zum Besseren bewirkt habe» sollte. Wie wenig indessen die deutsche Staatskunst für das Fallen des englischen Siegesbarometers getan hat, beweist der Verlauf der Jahresversammlung der englischen Arbeiterpartei, in der (nicht etwa Verhandlung und Verständi­gung, sondern entschiedener Sieg über die Mittelmächte als Parole ausgegeben worden ist.

Staatssekretär v. Kühlmann ist in England und überall da, wo er an gegnerischen Tischen durch seine diplomatische Kunst Friedensbrünnlein erbohren wollte, ebenso gründlich mißverstanden worden als in Deutschland. Daß einige Wie­ner Denwkratenblätter ihm zugenickt haben, besagt nichts. DieWeftminster Gazette", das Blatt, das dem düsteren Sprecher Asguith gesinnungsverwandt ist, atmet auf und sagt lautFrankfurter Zeitung":Die Bedeutung dieser Er­klärung, daß eine rein militärische Entscheidung kaum mehr zu erwarten sei, dürfe man nicht unterschätzen- denn diese Erklärung komme in dein Augenblick, in dem Deutschland auf dem Höhepunkt seiner Offensive stehe."Daily News" erklärt:Falls Kühlmanns Rede die gegenwärtige Auf­fassung in Deutschland widerspiegelt, ist sie ein Beweis da­für, daß das Stadium erreicht ist, in dem Deutschland zu­gibt, daß eine militärische Entscheidung den Krieg nicht be­enden kann."Daily Teloggnp-h":In dem Ton seiner Aus­führungen über diese Angelegenheit lag das E i n g e st ä n d- t nisder Schwäche, trotzdem er sich weigerte, den Entente­mächten Zugeständnisse zu machen." Im übrigen ist Kühl­mannsAppell an dchr guten Willen", wie es Graf Westarp ausgedrückt hat, von allen englischen Blättern schroff ahgewiesen worden.Daily Chronicle" schlägt den Staats­sekretär mit dem Völkerrecht: Der Standpunkt eines Faust­pfandes in der belgischen Frage sei ganz unhaltbar.Der Angriff auf Belgien," so erklärt das Blatt,der Ueberfall auf einen friedlichen und harmlosen Nachbar war ein Verbrech-en, bas aus die Völkergemeinschaft zerstörend wirkt. Es muß bedingungslos ungeschehen gemacht und gebüßt werden." Einige Organe der Reichstagsmehrheit, d. h. der Mehrheit des 19. Juli vergangenen Jahres, suchen die Kühlmann-Krise" auf ein anderes Geleise zu schieben. Nicht Tat, Wirkung und Zweck spielen bei ihnen die Rolle, sondern Rechthaberei, Theorie und Prinzip. So meint Die Franks. Zeitung", der Reichskanzler müsse im Namen der Regierung nochmals in aller Form feststellen, daß die Regierung nach wie vor bereit sei, denk Kriege durch eine unferni Lebe ns no twend igkeitei c gerecht werdende Verständi­gung ein Ende zu machen, oder die Träger der Einflüsse, deren Wortführer im Reichstage erklärten, die Negierung wolle und könne keine Verständigungspo litik machen, hätten selbst die Verantwortung für Deutschlands Politik zu über­nehmen. Das Blatt schlägt in dieselbe Kerbe wie derVor- wärtS^^, der erklärte, die Mhlmann-.Krise sei auch eine Reichs'ftruzfer krise. DreNationallibevale Korre­spondenz" zieht daraus die richtige Schlußfolgerung, diese Krerse beabsichtigten , die Resolution des 19. Juli wrEr als Popanz rm Reichstage zju errichten. Es wird nicht darnach gefragt, daß Kühlmann bei seinem nutz- loien, unzweckmäßigen und schädlichen Vorgehen das not­wendige Einvernehmen mit der Gesamtregierung, dem Reichskanzler und der Obersten Heeresleitung außer acht ge- w.Ktt hat, sondern seinFall" soll dazu benutzt werden, Einen Vor,boß zur einseitigen Vorherrschaft eines Teiles des deutschen Parlamentes zu machen. Das nennt man dann noch wirksame äußere Politik und Förderung baldigen Friedens! In Wahrheit werden durch ein solches Vorgehen alle diplomatischen Messer gestumpft und den staats,männlichen Aufgaben, auf die Erfordernisse der Zeitlage ernzugchen, die Köp^ abgeschlagen.

Daß Kühlmann augenblicklich aus seinem Amte ent­fernt werden soll, hat kein Mensch zu fordern sich erkühnt. Seine Handlungen an der Hand ihrer Wirkungen sachlich zu kritisieren, ist doch wohl erlaubt. Im übrigen vertrauen wir auf das redliche Zusammenwirken des Grafen Herl­ing, dessen Geschick und Begabung sich wieder erwiesen haben, mit der Obersten Heeresleitung, die, weil alle Freunde von Unterhandlung und Verständigung, einschließlich des Herrn Troelstra, drüben abgewiesen werden, den Frieden 'türm reis zu macken hat.. Die nächsten unumgänglichen Aufgaben unserer Diplomatie hat Staatssekretär v. Kühl­mann in seiner Rede skizziert. Ob seine Mitwirkung bei der Lösung der Dobrudscha-Frage, der, Besprechung der Selb- 'tändigkeitswünsche Estlands und Livlands sowie der Unter- uchung der von den kaukasischen Böllern aufgeworfenen Fragen entbehrt werden kann oder nicht, das mögen die zw kündigen Stellen entscheiden.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Zum. (Amtlich.)

W e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Rege Tätigkeit der Engländer und Franzosen beider­seits der Somme. Airch in anderen Abschnitten, zwiMn Yser und Marne, nahm das Artilleriefeuer am Abend zu.

Heute früh steigerte sich das Feuer des Feindes beider­seits der Lys, zwischen Bailleul und Bethuns und süvlich der Aisne zu größerer Stärke. Unsere Artillerie nahm den Kampf kräftig auf. In einzelnen Abschnitten haben sich Jn- fanteriegefechte entwickelt.

Starker Fliegereinsah führte zu heftigen Lustkämpfen. Unsere Flieger säwsstn gestern 25 feindlich« Flugzeuge und einen Fesselballon, unsere FtUgabwehrgcschütze 5 feindliche Flugzeuge ab. ^ 0 . , 0

Hauptu ann Berthold errang seinen 37., Leutnant Loe- wenhardt seinen 29., Leutnant Rumey seinen 26. und 27. Lustsieg. .

Ter Erste Generalguartrcrmeister Ludendorff.

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Der Abendbericht.

Berlin, 28. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Nördlich der L p s und südlich der A i s n e kämpfen wir in der Abwehr heftiger Teilaugrifft des Feindes.

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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 28. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: In Judicarien, im Arro-Vecken und im Etstlftal rich­tete der Italiener fein wirkungsloses Zerstürungsseuer bis weit hinter unsere Linien. Im Presema-Raum scheiterten mehrere feindliche Erkundungsversuche an der Wachsamkeit unserer Besatzungstrrlppen.

An der venezianischen Gebirgsfront stand der am 26. heldenmüttg bcharchtete Col del Ros so, der westlich da­von gelegene Alante de Val Bella, sowie der Raum west­lich Asiago unter starkem anhaltendem Artillerie- und Minenferrer. Ein unter Ausnutzung dieses Feuers südlich Eanove angefetzter feindlicher Vorstoß wurde durch Abtei­lungen des Infanterieregiments 72 blutig abgewiesen.

An der Pi ave front wurde ein neuerlicher Ucber- gangsversuch der Italiener bei Fossalta vereitelt. Der Piave führt anhaltend Hochwasser.

Der Chef des Generalstabes.

Bom Kamps an der italienischen Front.

_ Wien, 28. Juni. (WTB.) Die Agenzia Stefani behmtptet daß die im österreichisck^ungarischen Generolstal>sberickilt von: 22. Juni veröffentliche Gesamtzahl von 40 000 Gefangenen deit Ge samtverlust der italienischen Armee an Toten, Verwundeten uitd Vermißten ausryach. TemgegeTtLber weist das Wiener K. K. Tele- gvaphen-Korrespoitdeiizbureciu darauf hin, daß die Zahl der seit dem 15. Juni gemachten Gefangenen mif Grund genauer Zählung stuf über 30 000 gestiegen ist, wobei die den: Kinde zugefügten blutigen Verluste nicht mitgerechnet ftvtb. Wie bereits amtlich ver­lautbart wurde, berechnet selbst die vorsichtigste Schätzung der öfter reichisch-ungarischen Heeresleitung den italienischen Ge samtverlust auf 150 000 Mann.

Ungar!! und das Bündnis mit veutjchland.

Budapest, 28. Juni. (WTB.) DerPester Lloyd" ver­öffentlicht eim interessante Unterredung mit dem Grafen T i s z a über die Kommentare der deuffchen Presse zu seinen Ausführungen über die Vertiefung des Bürrdnisses mit Deutsch l a n d. Im weseirttichen sagte Graf Tisza: Ohne mich in eine Po­lemik mit den Ausführungen des Vizekanzlers v. Payer eiiüassen zu wollen, möchte ich nochnals aus die Darlegungen meiner ersten Rede Hinweisen und sveziell den wirtschaftlichen Teil derselbeit dahin zusammenfassen, daß auch ich sehr wohl ein weites Feld für eine nnrtschaftliche Annäherung vor uns sehe. Dabei wird sowohl! der allgemeine Verkehr zwischen den wirtschaftlickien Mitglieder::) des Bündnisses, als auch im Besorideren die Liste der zollfreien Waren wesentlich vermehrt werden können. Ferner wird es mög-> lich sein, den Zollsatz bei ioenigstens dem größten Teil der übrigen Waren lvesenttich herabzusetzen. Tagegml halte ich eine voll ständige Zollunion auch für die fernere Zukunft kaum für möglich. ^Andererseits muß vom oyvcrrischen Standpunkt allerdings das Hauptgewicht barmst gelegt wischen, daß anderen Staates gegenüber der gesick-erte Zollschutz effektiv bleiben ivird, rmd daß da her das Gebiet des Wirtschaftsbivwnisses für die wichtigsten in Frage komuiLvde« Artikel nicht W einem Expartgcbiet wftL. m wetz-

'(firm Falle der Zollsatz stinen Wert sclbstvedend «enz ernbügen würde.

Dieser Gesichtspilntt soll bei der Entschndmrg der Frage, ob dre außerhalb der beiden mitteleuropäischen Grotzmachtrfliegenden ge­biete und wenn ja, welcl-e, zum Zoübiuünns zugelasten werden, me -mbnacht gelassen werden. Es m«: lebeuter&etajigtra SaaM bezüglich inner neuen Teilnahme an dem Wlrtschafisbünbud» das Vetorecht eingeräumt n-erde:!. Ich würde mich unerrdlrch sreuen., wenn sowohl meine früheren Erörterungen über den rern, r.rprr- nationalen defensiven Charakter der politischen ^-luidniste als auch die jetzt eru-ähnteu Gesichtspunkte sich mit der Austastung des Vizekanzlers decken würden. Wich dies wider Erwar.cn . mdyt der Fall feilt, so glaube ich mit der -offenen Betonung der mch mir am Herzen lienenÄen Sache der Vertiefung mfferes VerhÄtnpses zu Deutschland gedient zu haben. Die, berufenen ^vccra beä Deutschen Reiches wevdeit ja ganz gewiß auch em sol.nes Bünd­nis dem jetzigen Zustande vorziehen, der chren Wu;iscyen nicht vollständig entspricht. Durch eine von ab,olut bundesfreluiiürchar Gesnrnung getragene offene Darlegimg der etwa bejtehendeu ^sto- renzen glaube ich zu einer rechtzeitigen Beseitigung vvit Muzver- 'liäuduissen beigetvagen zu haben, welche, falls sre etwa in der öffentlichen Meinung der verbürrdeten Mächte weiter greifen und tiefe Wurzeln fchilagen sollten, das Zusürirdekommen des Blutdurst^ erschweren und dasselbe jedenfalls^ seiner edelsten Frucht, nanilch des s^enbringenden Gefühls gegenseitiger Zufriedenheit und Ueber- einslimmung, berauben würden.

Budapest, 28. Juni. (WTB.) In der heutigeil Sitzung des Magnatenhauses sprach im Verlaufe der Verhandlungen über das Budgetprvvi'orium -Graf Mail ah über die Vertiefung des deutschen Bündnisses und erklärte, er ltzüte es für notwendig, daß auch das Magnatenhaus der Ueberzeugung Auf­druck gebe, daß das Bündnis mit dem Deutschen Reche srüf auch in diesen schweren Zeiten vollauf bewährt habe. Dies Ier jetzt besonders zu beachten, wo eine Vertiefung dieses Bundnstses auf der Tagesordnung: stehe. Die ungarische Nation biete hierzu mit Freuden ihre hilfreiche Hand (Lebhafter Verfall), doch werde sie auch eine Bürgschaft dafür verlangen, dast ihre wirstchastliche Unabhängigleit mtch in Zukunft voll gcroahrt und gesichert wurden. (Zustimmung.) Die Hauttausgabe der Rsgtc- rung während der bevorstehenden Verhandlungen wnde sein, dahrn zrt streben, auf tvirst-ckZaftlichem Gebiete foefe Hand zur Wahrung unserer Interessen sich vvrzu.behalden, auf staatsreck>tlick)em und pvlistichem Gebiet, aber tmsere Verfassung und Unabha-ngigLeüj zu sichern. Mit Freude tarnte er fessttellen, daß die im Abgeord­neten Hause erklungenen wütistgen Kundgebungen wie auch die och denstck>er Seite hierauf erteilten Antworten etwaigen Zweifel vollkommen zu zerstreuen geeignet seien, .lim so weniger vermochtcm wir daher die Angriffe zit billigen, welche einzelne Personett imtee dem Mantel der Jmnnmität bei dieser Gelegen heit ohne jeden Grund, und er könne sogar sagen, ohne eirstpvechende Envagungj im Abgeordneten Hause gegen Teittschttand und unser Bündnis mit DcutWand gerickftet hätten. Es sei für ihn unmöglich, diesen Wor­ten gegenüber zu schweigen und die imgarische Nation mrd ihre Berttetung in einem Lickte ersck^emen zu lassen, als waren sie nicht erfüllt von dankbarer Anerkennung für die treuen Ver­bündeten. Das Magnaten Haus möge ihm daher gestatten, auch in seinem Namen der unerschütterlichen Anhänglichkeit für dieses! Bündnis, wie dem Wunsch und der Hofsmmg Ausdruck zu ver­leihet:, seine Erneuerung, Festigung und Vertiefung werde zum 5>eil beider Verbündeten und zum Wähle beider Länder gelingen, ohne daß dadurch die verfassungsveckchiche. polittsckx rmd Wirt- sckxifttiche Selbständigkeit und Unabhängigkeit der ungarischen Na- tiou auch nur die geringste Einbuße erleiden werde. (Lebhafter Beifall.)

Graf Julius KarolyA erklärte, er unterschi^ibe icdes Wort der Ausführungen des Grafen Mailah bezüglich unseres Bündnisies mit Deutschland. Er ftchr dann fort: Die Gehässig­keit unserer Feinde wird dafür sorgen, daß der Kamps, wenn auch auf anderen Gebieten, noch lange nach Friedensschluß sottdauert. In diesem Kampfe iverden wir ebenso den deutschen Verbündeten nicht entbehren können, wie dies in militärischer Hinsicht der Fall war. Deustchland ist der einzige Staat, für den ein mäch- stger, einheitlicher ungarischer Staat ein Lebensinteresse lckldet. Wir sind auf allen Seiten von Feinden umgeben. Für uns ist das Bündnis mit Deutsckstarrd gleichfalls ein Lebensbedürfnis. Die Entente n>eiß sehr wohl, daß dieses Bündnis das größte Hindernis dafür bildet, ihre gegen mis gerichteten Bestrebungen: zit verwirklichen. Eben deshalb sieht der Redner mit Befriedigung und Beruhigung, daß die Regierurrg bestrebt ist, dieses für Ungarn so wichstge Bündnis dauernder und sicherer gestalten. (Leb­hafter Beifall.) Deshalb ist es nicht zu verliehen, warum die Regierung den gegen dieses Bündnis gerichteten Umtrieben gegenM über eine solche Reserve bekundet.

Agenten der Entente sind bemüht, auch in Ungarn Unruhen hervorziurufen. Es ist eilte unverschämte Verhetzung, des Volkes, zu sagen, die Sstüaten seien bei der Wahlreform über- vvrteitt wordeit. Das sagt aber gerade jene Partei, die durch ihr Verhalten die Minierarl*eit der Entertte unterstützt tmd die Feinde zum Ausharren ermutigt. Ich hoffe, die Regierung wird alles tun, nur das Land vor den von dieser Partei ausgeheirden Umsllrrz- idoen zu retten.

Das Ende des Autzftandes in Budapest.

Budapest, 28. Juni. (WTB.) Die sozialdeuwkratische Par­teileitung veröffentlicht einen Aufruf, in dem gesagt »vird, daß die Arbeiter seit einer Woche im- Kampfe steheir, sie seien jedock, nicht imstande gewesen, ihre Forderung durchzusetzen. Auf allen Seiten des Parlaments sei mit Ausnahme einiger Ehrlichen die Arbeiter­schaft im Sstche gelassen worden. Die Parteilcitmtg fordere nun­mehr auf, in kürzester Zeit die Arbeit wieder anfzuneh- m e n, nachdem in der gegenwärtigen Lage und im gegenwärtigen Augenblick der Kampf kern Ergebnis bringet könne. Di>- Fort­setzung des Kampfes Erde mrr zwecklos die Kraft der Arbeiten schaft brechen. ^ ,

Budapest, 27. Juni . (WTB.) In dem Arl'etterltverk. ba übrigens mrr partiell geroesen ist, ist auch der SetzerstreiI beendet.

Die parlamentarische Lage in Oesterreich.

Wien, 28. Juni. (WTB.) Wie die Korrespondenz Austria meldet, erllärtett die Vertreter der Ukrainer in Besprechungen mit dein Ackerbaimiinister Gvafelt Sylva Taw-va, daß die itjEcft*