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mahm nichts gegen sie. Sie grmg auch bei den getroffenen Matz- twnmm mit großer Sichommg vor uub bittet die Abgeordneten, nicht Del ins Feuer zu gießen. (Beifall rechts, Lärm links.) Die Beraurwvrttcng für fcje Folgen trifft nicht die Regierung, sondern diestnigen, die die Bavsguns.fördern. Der Ministerpräsi­dent schloß.' Ich fasse mich nach keiner Richtung bin terrorisieren. (Beifall rechts.) Ich habe ruhig auf die Einstellimg der Bewegung gewartet: Sie aber sind cs auf die Linke lversend - welche eine friedlrche Lösung verhindern. (Beifall rechts. Lärm links.)

Der Kabiuettswechsel in Oesterreich.

Dien, 27. Juni. (B.T.) Im Laufe des gestrigen Tages hat der Kaiser die Vertreter der deutschen Sog-tzr! d emo Ina ten Dr. Renner irrst) Seitz, ferner die Vertreter der Tschechen, Süd­slaven, Italiener uist> Rumänen empfangen. Es steht bisher noch nicht fest, für welchen Zeitpunkt man die Entscheidung zu erwarten hat.

Eine Intervention Spaniens?

Rotterdam, 27. Juni. (L. A.) Reuter meldet aus Madrid: Wie verlautet, wünscht die spanische Regierung das Parlamentzuvertagen, um Zeit und Gelegenheit zu finden, in internationalen Angelegenheiten von größter Wichtigkeitzu intervenieren.

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Tie Haltung Chinas.

London, 2v. Imn. WTB. Nichtamtlich. Wie dieDaily Mall" von ihrem Rundceiseausfrvger aus Peking erfahrt, sagte der chinesische Minister des Neustern Lu-Ehen- 2rang in einem Gespräch: China muß in seinem eigenen Interene und im Jnteresst der 2ttln-erten den Vormarsch der Deutschen nach dem fernen Osten verhüten. Da China keinen territorialen Ehrgeiz hat. fcnnr es feilten Verdacht erwecken. Wir werden die Inürnitionen der Alliierten abirmrten. wenn nicht die äußerste Gefahr jeden Verzug verbietet. Die Intervention würde ihren em*tgcjt Zweck haben, den Vormarsch des gemein­samen Feindes auizuhatten. Die würde ein für alle Umstände 'entsprechend moralischer und politischer Vorteil sein. Das ckinesrjch- 7 avairische Abkommen ist kein Offensiv-' oder Defensivbündnis. Es Lsurde Ai einem bestimrrtten Zweck für eine bestimnrte Operations­sphäre abgeschlosten und -würde nur wirksam nrerden, falls es in Sibirien zu einem Käriegszustande käme und würde außer Kraft treten, sobald die Feindselrgkaiteit auchörten. Ich betone ausdrück­lich, daß China keine heimlichen Absichten.bat und daß das Vor­geben nur eine Fol Ae der Tatsaclie ist, daß es sich mit Deutsch­land im Kriege befindet. Obwohl das gegen China

stets angristslustig rvcrr. sind wir der Ansicht, daß Rußland als Großmacht für das Gleichgewicht der Welt notwendig ist. Ein starkes dc^NLkratisches Rußland würde sowohl' für Asien nüe für .Eurem gut sein. Chinas.Entschluß, Deutschland den Krieg zu er­klären, war ein Beweis seines Vertrauens in den Erfolg der Schwankungen, denen das Glück der Alliierten ausgesetzt !var.

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Tic Herabsetzung der Arbeitszeit in Norwegen.

K r i st i ö it i ö , 26. Juni. (WTB.) Im gestrigen Staats- rat wurde die Einbringung eines Gesetzentwurfes beschlossen, der die Regierung ermächtigt, die Arbeitszeit in den industriellen Betrieben. chwstt die Verhältnisse es nwglich machen, auf 48 Stunden wöchentlich he r a b z u s e tz e n.

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Unavhängiskeitserkkärung Armeniens.

Kiew, 26. Juni. (WTBZ Kaukasisch-Armenien hat vor einigen Tagen senie staatliche Unabhängigkeit erklärt, Ministerpräsident ist O. R. Katschcnnuni, Minister rür auswärtige Angelegenheiten Dr. Ä. Chatiffiark. Eine armenische Delegation, an deren Spitze der Präsident des armenischen Nationalrates A. Morvmirn steht und zu deren Mitgliedern auch der Minister für auswärtige Angelegenheiten Dr. Ä. Chatissian irnd der srühero Dumaabgcordnete Dr. Papadianian zählen., ist zur Besprechung der schwebenden transkaukasischen Fragen am 19. Juni in Kon- sinnllnvpel emgetbDff-en.

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Rußland und die Entente.

Stockholm, 27. Juni. WieSvenska Tagbladet" aus Mos­kau erfährt, berichtigt die englische Gesandtschaft in Moskau, daß England ein bewaffnetes Eingreifen in Rußland beschlossen habe, während die Vereinigten Staaten eine friedliche Einwirkung wünsch­ten. Das Blatt der russischen Negierung zZswestiia" behandelt die englischen Pläne. Rußland aufs neuern den Welt- krieg hinein zu ziehen, und erklärt, selbst wenn Japaner und Engländer den Kamps gegen die Deutschen auf russischem Boden aufnehmen mürben, so könne Rußland doch reicht die Grundlage einer neuen Front bilden.

Die ukrainisch-russischen Frieden-verhiZndlungen.

Kiew, 25. Juni. (WTB.) In den ukrainisch-russischen Frie­densverhandlungen ist Uebereinstimmung über den Grund satz für di? Grenzen dahin erhielt worden, alle nach Friedens-

Durch vie Krim nach Zewastopal.

Aus Sewastopol schreibt ein Leser unseres Blattes, Leut­nant Sch. aus Grebenhain, <m seinen Vater:

Am 29. 4. erblickte ich. als ich mich pan nteinem Lager im Viehwagen erhoben l-atte, links und rechts por uns das Meer, aber besser gesagt Wasser, denn daß es das A so wische Meer war, stellten wir erst noch langer Debatte fest. Die Wertersahrt brachte uns übe? Brücken. Mr>len und Instlchen in die Krim, die ganz ilack, und langivertig aussah. Am Naä-mittag erkannten wir zuerst unklar und von oeu Wolken kaum zu unterstchüden, barm, immer deutlickIr einen bedeutendst Gebirgszug im Südosten. Tort saßen nach unserer Mernnng rwch dve Bolschewiki. Abends kamen wir nach Simserovol. Am Morgen .-wurde:!, wir durch die neue bergig werdende Landschaft weitergerolit bis nach Buchisarei. Dort toxü0 unsere Division Leuwant Redenz fuhr mit dem ^fttillerie-Komurando vor; ich lud die Batterie aus und führte sie durch das reifende, srüAingsgrüne, blühende Bielbecktäl- chen nach Duvanhoz, einem tartarischerr Dorf mit vielen Mi- narets urrd anderer! Türmchm. Hier biwakierten lvir. Am nächsten Morgen um 4 Uhr rückte ich mlt dem Beabachtrmgswagen los. Erst war's bitter kalt, aber als die Sonne hoch kam. nrurde es wärmer, fast zu üwrm. Das TälctLn war ein einziger Garten und die Bielbach stetst unseremSckiwLrzen Fluß" an Lebhaftigkeit und klarem Waiser nich: nach. Ms dann nicht ohne große Mühe sestgeßrttt wurde, daß heute der 1. Mai rvar, hallten die steilen Felsen hänge vomMui ist geionrmen" wiÄer. Nach l l /-> Weg- svmden sahen wir an einer- Biegung has weite, tiefblaue Meer vor uns, dasselbe, das Tenophms Soldaten vor 2000 Jahren mll ihremTh-rlatta" begrüßten. Auf einem Fort südlick), der Biel- bek'Münbrmq, fast am Meer, sollte die Hauptbeobachtmu? ein­gerichtet werden. Ich ging mit 2 Fernsprechern vor, nn, möglichst weit vorn eine vorgeschobene Beobachtung einzurichten. Unsere Aufgabe war. den Ausgang der Buckst von Sewastopol zu sperren, da dir russische Flotte im Hafen lag und man deren Entireicken besürckcketc.

')>. rch etwa 2 l h Kilometer .komme ich an den Rand der L«chftäche, die zienilich steil .zur Bucht hin abfällt. Vier hätte ich dich gerne einmal dabeigehaüt. llnchr ims die lange Bucht und de? Hafen mit den vielen Kriegsschiffen, die unaufhörlich qualmten. Ta'rr:Zsgen ilinse Motorboote und Dampfpinassen durch, Killm-: unk Segrlboore ziehen ihre Bahn«! durch die grüne, glitzernde Ducht. Die Bucht ist so^nahe. daß man fast mit einem Stein \f- nvnz*v <m kann Am Südrand d«r Bucht liegt die schöne.

Stadt Iremlick iah steigt sie vom Dasst? aus terrassenförmig pxh Am Ufer schöne Bauten und in allen Farben blüliende An- tagLn E,ne Unmenge Lürm^ uns Kirchen mit glerßend«r Gold- kupvel» l!eg.n vor um, so daß rdi Mühe bade. m*men Smfri

Muß eirtsteheTtden Streitigkekden durch ein Schiedsgericht zu

schlichten. Beide Delegationen sind bereit, bei der Grenzfest- setzung jeden Gedanken an Annexionen und Vergewaltigungen^ auszuschließen. Daher ist unter Berücksichtigung politischer, wirt­schaftlicher und sonstiger Fnteressen das ethnographische Prinzip für die Grenz.se stfetzung maßgebend. Nur in einzelnen im Friedensverll'ag aufzuführenden strittigen Gebieten soll zu einer unbeeinflussten Befrasung der Bevölkerung geschritten werden.

Das neue Sibirien.

Moskau, 26. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung der Presse soll sich der entflohene Großfürst Michael Ale- x a n d r o w i t s ch an die Spitze der neuen sibiriMn Re­gierung gestellt und ein Manifest an das russische Volk er­lassen haben.

In der Stadt T a in b o w jst die Ruhe wieder her- gestellt. Zahlreiche tschechische Kvsatenkräfte sind längs der Bahn SysranWiasma festgestellt worden.

Die Z a r e n f a m i l i e soll nach Perm gebracht wor­den sein. Der Kerb leib des früheren Zaren selbst ist nach Berichten der Blätter unbekannt. Die Nachrichten über seine in Jekaterinburg erfolgte Ermordung mehren sich.'

Stockholm, 26. Juni. Nach einer Mitteilung aus Petersburg erhält sich.dort hartnäckig das Gerücht, daß der E xz a r in einem Zuge, der von. dem durch die Tschecho- slovaken eroberten Jekaterinburg abging, ermordet wor­den sei. Sein Sohn Alexej soll nach langer Krankheit ge­storben sein. Die Regierung erklärt, das Gerücht von der Errnordung des Zaren bedürfe erst noch der Bestätigung. Großfürst Michael Romanow soll in Omsk die Gegenrevo­lution leiten und dort einen Aufruf gegen den Bokschewis- nrus erlassen haben. Er soll sich weigern, den Thron anzu­nehmen und statt dessen die Eirrberufung einer allrussischen Volksversammlung befürworten.

Der Seekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 26. Juni. (Amtlich.) Auf dem nörd­lichen Kriegsschauplatz wurden durch unsere U-Boote wiederum 16 000 Br.-N.-T. feindlichen Handels­schiffsraumes vernichtet. Zwei Dampfer wurden im Westausgang des Kanals aus stark gesichertem Geleitszuge herausgeschossen.

Der Chef des Mmiralstabs der Marine.

AU 8 dem Neiche.

Der ArheitskaulmerLUsfchnß des Reichstags.

Berlin, 26. Juni. Der Arbeitskammeraus­schuß des Reichstages hat beschlossen, die Landwirt­schaft in das Gesetz einzubeziehen und für sie besondere Kammern aus sachlicher Grundlage zu errichten.

Mb. Deutscher UeichZtag.

Am Bandersratstische: v. Payer, v. .Kühlmann und Wallmf.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 2*4 llhr.

Das 5?cms setzt die Beratung hes

Etat des Reichskanzlers

und des Auswärtigen Amtes fort.

Abg. Hauß (Elf.): Das Bersasfungsgesetz für Elsaß-Loth­ringen wird dauernd durchOrvchen. Ter Volksvertretung werden dauernd Fesseln angelegt. VCrt den militärischen Maßnahmen darf nur in vertraulichen Sitzu-ngen Kritik geübt werden. Trotzdem die Abgeordneten sick) allen Verordnungen siezen, l-at das A. O. K. später den Zusammentritt des Lwrdtages überhaupt verboten. Der Landtag hat sich -in den letzten Jahren mustergültrg verhalten. Kein anderes ParlMnent hätte sich so behandeln lassen. Während man alle Erörterungen über die Schaffung der Autonomie über­haupt verbietet, läßt man solch?, die auf eine Angliedermrg an Preußen hinarbeiten, zu. Dies ist eine benmßte Irreführung der öffentlichen Meinung Deutschlands, da vier Fünftel der Bevölke­rung Anhänger der Autonomie sind oder höchstens für die An­gliederung an Bayern eintveten.

Staatssekretär Walltaf: Nicht weit von der 'Hauptstadt Elsaß-Lothringens steht die dcutsckx Wesifrorrt auf elsaß-loth­ringischem Gebiet und die Grenze kann seden T^g wieder der Schauplatz ernster Kämpfe werden. Deshalb ist die Zeit noch nicht gekommen, wo über die zukünftige Gestaltung des L an- des össeilllichc Erörterungen Mgelassen werden können. Tie ver­bündeten Regierungen haben ynen Beschluß noch nillü gefaßt. Ta der Reichstag dabei ullttvrrken wird, werden auch die In­teressen der elsa^-lothringischen Bevölkerung Berücksichtigung fin­den. Die Vlamenfrage berührt den ganzen Komplex der Westfragen, sie findet aber bei uns volle Würdigung und Sympathie. In den

umrrjmBsv mmiL

richtungsturm herauszusuchen. Die Buckst schätze ich 800 Meter breit. Sie hat eine Mwensperve quer durch, mit nur einer schmalen Fahrstraße. Daraus lasse ich für alle Fälle die Batterie einrichten. I« der vorigen stacht sind uns leider 2 Kreuzer ent­wischt. Aus den Schisser? wcht Die ukrainische Flagge, blau-weiß. Auf der Strandyromensda sind viel Menschen, die Frauen alte in .Hellen und weißen Kleidern. Vvn Bolsä»twikis und Krieg ist nichts zu merken. Tie Jorts sind alle kampflos in unsere Hände gefallen. Nacktem ich mich in einem .Häuschen, das zu einem Fort gel)ürt, eingerickjtet habe, unternehme ich mit meinem Photoapparal sund Revolver einen t-'öang durch die diesseitige. Sbück an die Bucht. Ich war 'wohl der ersre Genu ans kv und man staunt mich gewaltig an. An der Bucht mache ich eine ?Lumahme von dem Sch ff Romania. Auf denn Rtellveg will mir ein Zivilist etwas erzählen, was ich nickst verstehe. Er nimmt mich mit in feilt Haus und zeigt mir eine Menge Gewehre, die von de»r Bokstch'wili stanimen sollten. ^Jch halte weitere Hanssuchuirg ab .und finde noch mehr Mititärmcksen. Sckttel,^TeckLN. Unisormen, Patronen njw. Außerdem requiriere ich einen Sack Zucker. Ten schönsten ^Handel mache ich rm Stall mit ihm. Da stand ein wmrd-erbarer Fuchs- tvalloch, der auch einem B^lsck^chkiosffzier gewesen sein sollte. Ich lasse ihn mir satteln, tekivü mich mit meinen Schätzen und reite aufs Fort. An hem (Mrul hatte ich meine helle Freude. Ter Mann wollte nur o Rubel für sein Futter; ich gab ihm 5. Nun kann ch meine 24jährige T^ni eMich pensionieren.

Als ich ans dem Fort macksten alle große Kindeaaugerr.

ob meiner Beute, und alles zog los. Unzählige Dinge wurden aus Magazinen herausgeschleppt, >bis endlich! alles unter Wache gestellt wurde. Ein Pferd hat aber keme-r mehr bekommen.

Nachmittags um 3 Uhr waren auch vom Süden her unsere Truppen an chie'Stadt herangelommen und stiegen in dieselbe nieder. Ohrte Widerstand fiel die schöne starke Festung. Nicht lange dauerte,es, da kam schon Feldgrau cm den Südstrmrd, und die Niilitärmusik .spielle im .Pavillon, ivährend liorks' und rechts davon leichte Feldhaubitzen miffuüjren, die ihre Mündungen auf die im Hafen li-egenoen Schiffe richteten. Meinen Fr^chs hatte ich zur Batterie bringeor lassen. Vorher war er mir noch einmal durchgegangen und wir mußten eine geschlagene Stunde auf der Halbinsel ^Krim I^-ruimreirnen. bis wir ihn 'wieder halten.

Gegen Abend tvar auf den Schiffen auffallend viel Leben. Man schaffte an den (tzesckühen, entfernte Mündungskappen, so daß wir bestrimnU mit einem Ausfall rechnete!!. Es blieb aber ruhig.

Am nächst«! Morg«r fuhr ich nur einem Offi^ier-Stellvertret-rr und einEn mn Heka terinoLla w mitgeschkeppten Dolmetscher in die Stabt. S!e macht auch innen einen sehr girten Eindruck. Ich wurde mehrfach aus Deutsch anqejprocheu. Man ist froh, daß die Bolsthewisten.weg sind. Aus dem Rückweg pchc ich an eines der .^riegsschitst btmn und itm» b- mich ebt, es Pr S«llckttgkn

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besetzten Gebieten kann die militärische Verwaltung nicht entbehrt

werden. Die litauische Beoöliecung wird allmählick) zur Verwaltu^ her au gezogen werden. Das Ziel, oas uns dort v orscktwelst, ist nr cht die Vergewaltigung der dortigen Bewohner, sondern die Lichter-' stellung ihrer Ordnung und Freiheit. , , _

Abg. Noske (SvzI: Wir betrachten es als beschämend, daß die Regierung ans die Anklagen des Herrn Hauß so wenig zu er­widern weiß Bei dem leisten Kauzterwechscl hatten nur einen ge­wissen polnischen. Fvrtschrrtt, aber wegen der Behandlung der WaU- rcchtssrage durch die Kraut iunk er und Schlotbarone herrscht große Erbitterring im Lande, i Präsident Fehr^nbach bittet, nicht eine* selche Kvitik an einem anderen Parlament zu üben.) Ter Vernich­tungswille besteht bei unseren Feinden fort. Das veranlaßt uns^ in den Fragen der inneren Politik eine l^ewisse Zurückhaltung zu üben. Die Reichstagsmehrheit will einen Berständi gnng^frieden, Durch die Ereignisse der letzten Zeit sind wir dem Frieden näher gebimmen. Daß es sich hier um eine Kraftprobe handelt, um ein Kesseltreiben, die Mgierung zu beseitigen, di.' nicht großspreche­risch genug auftritt und eiirem Frieden zuskrebt, der den Msichtent gerviffer .Kreise des Hauses nicht entspricht, Nüssen wir. Auch Herr Sttesemann glaubt zuweilen nicht an eine Entscheidrrng durch das' Schwert. Wir sind jederzeit tzum Berstcnrdigungsfriedeu bereits Es ist närrisch, zu beha.upteu, daß das Heer allein die besitzendem Klassen beschützt, überall haben durch eine Niederlage die Prole­tarier am meistpn gelitten. Wir uwllen aber, daß die deutsche Re­gierung sich über ihre Kriegsziele klar und deutlich ausspricht, so« « deutlich nne denkbar. Nienrand verlangt, daß imsere Regierung chra Trümpfe vorzeitig aus der Hand geben soll. Ter Kanzler nmrde der Welt einen Dienst erweisen, wenn er eine klare und unzwei­deutige Erklärung über Belgien abgäbe. Ich ztoeifle mcht daraus daß, wenn einmal die Arbeiter sich geeinigt haben, hier ein Schritt zum allgemeinen Friedep getan ist. Das dentsckie Volk läßt sich wicht nntcrkriegen, aber' die militärische Aktion soll verbunden sein nxit einer Politik strengster Ehrlich terc und Qiseuheit. (Dev Reichskanzler hat inzwischen den Saal betreten.)

Abg. Freik)err v. Richthofen mat.-lib. : Ilch bedaure, daß es bisher noch nicht möglich war, die Frage des pveußtschsn Wahlrecksts aus der Welt zu schaffen, zumal ich ein unbedingter« Anhänger des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts bin.

Der Glanbe an den Sieg unserer Waffen wird im* doftentikb nicht verlassen, sonst kämmen wir überhaupt Jtictit zn einem Friedensfchlnß.

Abg. Graf Pos ado wsky-We hner (D . Fra Lt.) . Auch ich teile einen Teil der Bedenken, die gegen den Staatssekretär geäußert worden.find. Es gibt Dinge, die inan wohl in engen Kreisen erörtert, che man nicht öffentlich von der RiKmeitribüne res Hauses verkünden darf. Bezüglich der Schuw Rußlands am Ka«ge bin ich jedoclz der Meinung des Staatssekretärs v. Kublmann. In Italien st and che Monarchie vor dem Kriege auf ziemlich schwachen Füßen. Die Irredenta trieb schließlich das Land zu dem schänd- liefen Berrot. Dadurch, daß gegenüber den Berlenmdkmgen unserer Gegner unsere Regierung nicht immer .pronrp: gearttworret hat, hat sich der Aberglaube bei unseren Feinden festgesetzt/ daß wrr die Schänder der Kultur ßüen. Darrk der deutschen Siege haben sich die Rcnidvölker befreit. Man sollte es diesen Völkern über­laden, ans eigeirer Kraft ihre Zukunft auizubauen.^ sonst über­nehmen wir eine schwere Veramworcumz. Die au stro-pol nische Lösung kann für uns schwere Folgen haben. Aber der Ausgang der Verhandlungcnr hängt von den Waffen ab. Das deutsche Volk l-at den Glauben an den Endsieg und muß an ihn glauben, sonst kann es die Opfer nicht ertragen. Diese Siegeszuversicht im Volke darf die Regierung nicht zerstören.

Abg. Graf v. Westarp ikons.) : Herrn Noskes .Kritik an der Person des Kaisers müssen wir zurücbveiselu Unsere Meirnrng ist, daß wir eine Politik nicht für richtig hatten können, die dazu be­stimmt ist, die Sozialdemokratie unter allen Umständen an der Stange zu halten. Mit den gestrigen Ausführungen des Reichs­kanzlers sind wir völlig einverstanden. Wir haben nie ein HehL daraus gemacht, daß wir die Friedensresolution bekämpfen müssen. Tie militärischen Erfolge haben die Lage so verändert, daß wir! Von dieser Resolution frei geworden sind. Wir haben die Zuver-f sicht im deutsck-en Volke zu erhalten.

Präsident Fehrenbach: Früher war es üblich, die Persoft des Kaisers nicht in die Telwtte zu ziehen, allmählich ist man aber davon abgegangen. Ich will hier keine Aendernng eintreten lassen­werde aber darauf sehen, daß eine solche Bespcechnng dem An­sehen der Krone und der Würde des Hauses entspricht.

Abg. Haase (U. Soz.): Das Aiuftreten des Herrn Nosü: be­weist, daß die Politik der Regierungssoziakisttn vollständig zu- sammen gebrochen ist.

Abg. Sche i d e m an n { Soz.) : Den Wahlrechtsgegnern haben wir rächt den Vorwurf macki-en wollen, daß sie Geldmtere'ff.en ver­folgen. Gras Westarp ärgert sich darüber, daß fttzt der infamen Verleumdung die Spitze abgcbrock) 2 a ist, die (Sozialdemokratie setze sich, aus vater!andslosen Gesellen zusammen, mit der man früher so beguem gegen uns arbeiten tonnte. Ter Reichskanzler hat gestern nichts gesagt, was mit seinen ftüheren Aeußermigerc im Widerspruch ) steht. Solange die Regier:mg zu dem »'rchi, ivas >w versprochen lwt, \ haben wir keinen Cwund, ihr entgeqenzutveten. Es handett sich hier ? nicht um den Glaicken an den Sieg, sondern darum, ob es möglich ! ist, daß es der einen MäckKegruppe gelingt, die andere ganz zu Boden zu schlagen. Da halte ich unseren srülieren Standpunkt völlig aufrecht. 1

'Aus naheliegend«! Gründen unterließ ich es. NackMittags ging täl zur Feuerstellung zurück, um den Batterie-Offizier (Leutnant Gehe) auch einmal iwc Stadt und Motte sehen zu lasten.

Große Zelte und Feuer tauchen mitten in der Batterie auf. Der.Krieg, (wenn man es.überhaupt Krieg nennen darf, ich hatte es für eine schöne Reist) erinnert viel an September-Dezember 1914. Unsere jtfijwnint haben .feste geschlachtet 1 Rind,

3 Schweine, mehrere Gänse nsw.); alles brät, bäckt und freut ^ sich. Unser Quartier ist wunderbar. Eine Billa mit schönem Park, ^ in dem unsere Reitpferde weiden. Die Toni behalte ich noch 8 Tage, >. bis ich den Fuchs eingeritten habe. Dann kommt sie zur Bagage , oder an den Wassettvagen.

Gegen.Abend kamen 2 türkische Kreuzer ^Goeben und Hwmö- dis?) und legten sich in die BuchtmÄndung. Nachts ^ mußten wir nock« wachen, da die Flotte noch nicht twn mis besetzt war. Ich hatte die erste Wachse. Aus der Bucht stehQi tausend und aber­tausend Lichter. Die Sttandlampen werfen zitternd Reflexe, die roten und grünen Lichiter der Pinassen und Trajekte husck?en an den. ^ langen, dunklen RiesenL-eibern der Gwßschffst vorbei. Gveben läßt ! plötzlich seine Sckzeinwerser spielen und die ganze Bucht ist taghell erleuchtet. Ein mit G. und H. nütgo kommen es Torpedoboot fa^rt gegen die Minensperre (vor. Das Bug- und Heckwasser ist im Scheinwersorlicht selbUeucktend und hinter dem Schiff ziehen lange grün-weiße Streifen. Dazu kommt noch, daß die Russen irgend­einen Fiäertag haben müssen, cm dem^ es Brauch ist^ offene Licker vr?n der KirrlL heimzutragen, beim allenthalben läuten die 6'ckocken (und aus den Kirchien ziehen lange Lrct-terreihen durch die Stvaßen. Sv schnell ist mir noch! nie eine Woche herumgegangen.

Heute am 3.5. bat unsere Flotte gewattigen Zmvachs bekvmrnen. k Der Kreuzer H. ist durch die Sperre gefahren: ein Boot mit hohen Marineoffizieren fuhr an die russischen Schiffe heran, au denen bald daraus Witter Hurra die deutsche Kriegs flagge hocl^ ; ging. Auch die Handelsschiffe nnrrden beschlaifnahmt. Für uns bleibt nun eigentlich, nichts mehr zu tun übrig. Äne der Fotts- batterien haben wir in Stand gesetzt. Vielleicht dürfen wir einmal damft (Versuchs-) schießen.

Wie ich höre, sollen wir bei der Divis von bleiben. Wir smd - nicht entzückt davon.

Von den drei S-oldaten rmserer Familie habe ich wohl doch das beste Los gezogen. Erstens habe ich mm schon % Jahr keinen Krieg mehr nr.itgenw.cht, und dann besehe ich nrir in aller Must ein sck)ön Stück Welt. Vom Westen Horen wir wenig. In eine! russischen Zsitemg stvnd heute, Calais wäre gefallen, das müßten nnr aber doch eher wissen.

Was gibt'Z in Gr. Neues? Seit Braila habe ich keine mehr l>etonnnen. iverde auch so bald keine ntekv erhottmr. Am Urlaub rechne ich vor FeiedeiwschLnß mcht mehr.

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