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Nr. M Awettez Vlatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen)

Dienstag, 25.3:;.;' M8

Aus 5taöt rin-

Gießen, den 25. Juni 1918.

Klcidcrabgabe

Im Anschluß an die Bekanntmachung des Stadt. Lebensmittel- am^s über die Sammlung getragener Männeroberklcidimg im Gießener Anzeiger von Samstag weisen wir noch auf folgendes hin:

Aur teilweiscn Deckung des Bedarfs der in den zur Aufrecht­erhaltung unterer Kriegswirtschaft notwendigen Betrieben bcüchäf.- trgten Arbeiter ist für das ganze Deutsche Reich eine Sammlung getragener Mämrcroberkleidcr ungeordnet worden. Insgesamt sollen 1000 000 Anzüge aufgebracht werden. Diese Menge ist a :i die einzelnen Bundesstaaten und von diesen auf die einzelnen Kommu­nalverbände verteilt worden. Jur Ablieferung haben brauchbare Anzüge (Rock, Dose und Westei zu komrnen. Hochgeschlossene Joppe wrd Hose werden als Anzug angesehen. Fracks, Smokings und Uni- ivrmen, ferner Leinen-, Lüster- und leichte Flanellsachen sind je­doch von der Ablieferung ausgeschlossen. Es muß verlangt werden, daß jedermann ,eine Kleiderbestandc nachprüft, utrd daß jeder, der einen Anzug entbehren kann, diesen in Erfüllung einer vaterländi tchen Pflicht zur Ablieferung bringt.

Wer innerhalb der vorgeschriebenen Frist einen brauchbaren Anzug zur Ablieferung bringt, erhält eine Bescheinigung, daß der vpn ihm abgelieferte Anzug bei einer etwa später notwendig wer­denden anderweitigen Anforderung getragener Oberkleider in An rechnung gebracht wird. Diese Bescheinigung erhält jedoch derjenige mchl, der aus Grund der Abgabe des Anzugs die Ausstellung eines Bezugsscheins für einen neuen Anzug ohne Prüfung der Notwen­digkeit haben will.

Tie Kommunalverbände sind ermächtigt, von solchen Personen, Vjon denen angenommen werden kann, daß sie eine größere Anzahl Oberkleider besitzen, die Vorlegung eines Verzeichnisses über ihre Bestände an Oberkleidern mrd Anzugsstoffen zu verlangen, falls MM ein Anzug aügeliefert wird. Auch sind sie ermächtigt, die Rich- tigkeit des Verzeichnisses durch Nachprüfung festzustellen. Wer amt- llche Maßnahmen vermeiden will, liefere eilten entbehrlichen An­zug ab.

Tie Annahmestelle befindet sich Mühlstraße 3 und ist von Dienstag den 25. ab täglich außer Samstags vormittags von 8 V 2 bis 12 und nachmittags von 2 bis 4 Uhr geöffnet. Ueber die Abgabe eines Anzuges wird dort ein Ausweis ausgestellt. Durch eine aus Sachverständigen bestehende Schätzungskommission tmdet eine Ablchätzung des Anzugs nach Maßgabe der von dev Reichsbekleidungsstelle aufgestellten Richtlinien statt. Es rvird dazu bemerkt, daß bei Anzügen, die innerhalb 3 Wochen nach der Be­kanntmachung zur Ablieferung kommen, ein Zuschlag von 10 Proz. zu dem Schätzungswert .ungeschlagen wird.

«r ^ dcchrw in jcbermaimä Interesse, den abzugebendeir Anzug alsbald zur Ablleferung zu brtttgen.

Nach Ablauf von 14 Tagen wird die Mnahmeftelle eine An­merkung zur Zahlung des festgestellten Betrags ausgeben. Ter Be­trag ist auf der StadtLasse zu erheben. Es ist von dem v-ater- Andäschen Mchstgefühl der Bevölkerung zu erhoffen, daß die der Stadt Gtzetzen auserlegte Älnzahl Anzüge baldigst zur Ablieferung kommt.

werden die Straßen verunreinigt und Gefahren für die Passanten hervor gerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können. (Siehe amt­liche Bekanntmachung^

, /"^ch^.^^kWelß-LLchtspiele, Seltersweg 81. Bon heute ab brs emschließlich Freitag tritt Sibhl Smvlowa vom Ber­ber, Leisrng-Theater in dem GefellschaftsdramaDas Stärkste ist die Liebe "auf. Außerdem tvird das ZirkasdramaEntfeffelte Bestien" gegeben. Für,den heiteren Teil ist das Lustspiel , Harro als Badeengel" vorgesehen. Siehe Anzeige, a- ,.,^chtspielhaus, Bahnhofstr. 34. Die Fllmwerke "Tu bist mein Leben, mein Lieben, mein Alles" oderTuberosen" uiü) ,,^>as Eskimo-Baby" stehen auf dem neuen Spielplan Siebe Anzeige.

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Denk an die

freuen und verdienen sie auch, denn solche vaterländisch denkend^ lunge Leute brauchen wir in dieser ernsten Zeit."

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Landkreis Gießen.

Gr-b erhielt das

Aus dem Militär Wochen bl alt. Befördert Arefsel, Oberltt d. Res. des Feldart.-Rwts. 61 (I Dortmund) z D^el, Fähnrick, im Ins.-Regt. 168, zum Lt., vorl.' ohne Patent, ton, A Durmstadt) im Inf.-Regt

166, zum Lt d. Re,. d. Regrs.: :oiü, Oöerlt. b. Res. d. =tnr- (Wiesbaden '-m Haupt,nann: Vizefeldw. Telp (N Tarmstadt) zum Lt. d. last, ter Inf.: Nikolaus, Unteroff. im ^znf.-Letv-Regt. 11c, zum mihnrich und gleichzeitig zUm Lt gfcSfäßV } a 06«("iöa-!t8:>!c Lts. d. Res. Dewitz LI, ..«i«, letzt i. R v. Eynern des

letzt int Jnl-Leib-Regt. 117, SS* (Fnrdbcrg, des Lnbn.'Jt.-R«gtS. 115: »MN Ltabsvcll-' rmar: .Vberve^mrar Water .Gießen),- »um Obervetermär: Veterinär Tr. Blum I Tarmstadt).

dahier. Fr üch t e, O b st re sie und s-mstige Mfällc man nicht aus Burgersteige und Straßen wvrseri, Hierdurch

, ** Großen-Buseck, 24 Juur Ter Gefreite Wilhelm

L«rba..-. welcher mit dem tzrsemeu Kreuz imd der Hessen Tapst mettsmedallle ausgezeichnet ist, wurde zum llntevofffzier be-

Großen-Linden, 25. Juni. Eisenbahner Ludwig Großer, Sohn des verstorbenen Erserrbahners Ludivig Größer IV S^ dt M!n«rwerfer-HnnP-lgtrie im Westen das Eiserne

^>«L^Kla»e. h.,e Seijrsche TEerkeitsmedaille besitzt er schon - l» he, m, 24. Inn Gefreiter Heinrich I un g ® Von Eüerneu Kreuz dtc Hessiscye Tapscrteitsiriedallle.

Vermischte»,

^ Tum.. Im HotelRose" nahm dieser

Tage eru ^mgeklecheter .und ,ehr vornehm auftretönder Herr Wohnung Ms man ihn am nächsten Morgen wechni mollte war er unter Mitnahme der Betten sanit F-edern, Gardinen. Teppiche Borlagen, Homckucher ufw. verschwunden. Feststellungen crqaben' daß der vorimhme T«d morge-vs gegen 4 Wr ,ts-ch Binqen 'abge- reift war. ^

Kai, erliche An e rkenn u n g f ür e ine n N e u k öll- t** 1 Se k u n da n e r. ^cr Oberstkund-rrrer F. von der Albrecht- Durer-Oberealschule m Neukölln hatte einenOperationsplan für eme neue putsche Offen,we m Flandern" entworfen und fstst nebst emer die Tiwppenbewegung veranschaulicheichen .Mrtenffi'ze an beit Chef des Generalstabs der 4. Armee, Generalmajor ^on Lvsberg, gesandt. Dieser Tage erhielt der Ol^rsekundaner von. General v. L. ern ausführliches, eigenhändiges Schreil>en, aus welchen: herv'vrgeht, daß der junge Stratege sogar die Anerkenn''na des ober,len KänegsHerrn gesunden hat. J'n dem Schreiben heißt es unter anderem:Um Ihnen eine besondere Freude zu wacchu.' habe uh ^zhren Brief mtt und Erläutenrng au den Kaffer

öc,d}tcii. Bon entern der Flügeladjutanten habe ich heute folgende Antwort erhalten:Ter Kaiser habe sich über die Vorlage des Briefes sehr gefreut. Er habe eine Kopie des Briefes und der Skizze amertigen lassen und an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg. gesandt. An oie,e Kopie hal der Kaiser eigenhändig hinzugeschrieben:

e '^ 7 . liw ' ner gehörte in die Operattonsadteiiung." Sie werden' Nch über diese besondere Anerkemiung des Kaffers ganz besonders

Letzte NcrdlirrcLiten.

Dse neueste Beriet -ev ^eerea lertuirg.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz R upprecht.

Das tagsüber mäßige Artilleriefeuer tim :b am Adend m einzelnen Mfchnitten lebhafter. Dil Eriurw ' igsrätigfeil blreb rege, südlich der Scarp< und auf dem westlichen Avre- uftr machten wir Gefangene.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Nach starrer Feuerwirkung griff der Feind mit meh­reren Kompagnien auf dem Nordufer der Aism au im Ge- genstoß wurde der Angriff abgewrestn.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

, . >re Zahl der gestern früh L)n brandenburgicher und thunnsrcher Landwehr östlich vmr Dadonvillers eirgebrach­ten sefangenen Amerikaner und. FrLN^fen hat sich auf mehr als 60 eryoht.

Leutrmnt Billik errang seimn 20. Luftsieg.

Der Erste Generalcruartrermeister L u d e n d o r f f.

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Presfestiunrnn zu Kützlmanns Rede.

25^ Jwn. Zur Rede v. Kühlmanns schreibt die Köln. Ztg. : ,,'Jtvx Verband hat i eine Anttvort, hat sie in ruirüer, knapper Form, ohne Pathos und große Oteffce, aber mtt genügenter ^eutlichlett. Will er verhandeln, braucht er es uur zu sagen; wrr werden ihm aber nicht weiter na chlauf en."

,Fkbln. ^olks->Ztg." sagt:.,Nicht zu Friede nsverhandlungLN wdet iMhlMann ein, sondern zu Lvrbespvechirng'en Wer den ffrie.. u. Wrr ivarten ab, ob diese Form des Friedensangebotes mein Erfolg hat, als dre früheren Ter Reich>tag nahm die Worte Küw>nonns up-gewöhnlich kühl auf. Tie ganze 'Art, wie Kuchilmann spcaih, konntg nicht fesseln und nicht begeistern. Er sprach >vie einer, der selber, nicht an den 'Dingen interessiert fft, über die er redet und zu derren er nichts eigenes hinzuzugeben hat. Er sprach, als ob ihnr am Reichstag nichts mehr liege. Das ist allgemein im Reichstage aus­gefallen. Beachtenswert aber blieb, daß auch Kühlmamr im Gegensatz zu fort deutschen Pazifisten es ablehrrte, vorweg Versprechungen ^und. Angebote über Belgien zrr machen. Airch Kühlmmm ivill den

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längst .den offenen rückhaltUosen Verzicht auf Belgien von der Regierung gefordert und von Kühlmann erwartet haben" Berlin, 25, Juni. DasBerl. Tageblatt^ sagt:Ter Reichstag hatte gestern einen großen Tag. Mail taut nicht fageit, daß der Staatssekretär des Aoußeren Herr v. Kühlmamt, der die Aussprache mit einer ausftchrlichen Rede ernlcttete, die so ziem­lich aus alle Probleme der auswärtigen Politik eingrng. rein rhe­torisch eirren starken Eindruck machte, aber das Haus folgte ihm mtt starker Aufmerksamkett, denn er brachte in gedrängter Zusammen­fassung so wrgemern viel vor, daß sich an seine Tarleguiw.n. voraussichtlich lange Erönerung-en im In- und AuSlande fnüpMr werden." ^

2kGermania" hebt hervor, daß der Staatssekretär vor allem jvc Urwer,ehrthett der deutschen Grenze a!e Grundbedin­gung einen kommenden ^Frieden für noi.oen .' erklärt fyiiTv daß a. nbgeeh.m von diesem Punkte alle Mit? Streitttag.eiz mit d. hsegner erörtert iverden könnten. Tos ! großzügige Politik eiender Reick^sleitung alle Ehre mack' E. eröffnet sich damit für die Fnedenserörternng ein neues weites Feld und man bann geipannt sein, was die Alliierten auf den Vorschlag antworten werden."