ist tvcr 56n^ctcTt Max Dirk, b-er Held dieser Komödie, eine höchst dankbare Virtiioseiurufgabe. Snne machtvolle Persönlichkeit, die ftiniev.'i.r> immer unc rit t g 'fährli bsten Spreng'.-o ff?» gelabeit scheint, tarnt si - l-ier großartig auswirten. Pieisterhttft, wie Sremrück in dein Charaktergemülde Brutalität und Sentimentalität mischt, wie er katzeugleich, tückisch und mit dem Unter on einer falschen Biederkeit und Herzlichkeit mit den Menschen spielt, und ^erschütternd, ,me er in den einsamen Augenblicken die Jämmerlichkeit und Hilflosigkeit der reirren Kreatur in diesem künstlerisch gesteigerten UeberWenschen aufdeckt. . . . Sehr groß ivar gestern mit Recht der Beifall nach dieser schauspielerisch intorck anten und faszinierenden Leistung." Die Kpmödie „Gewitter", die ihre Uraufführung am Dresdener Hostl-ealer erlebte, ist inzwischen von einer Reihe erster Bühnen, z. V. dem Münchner Hoftheater, angenommen bzw. ausge- 'ührt worden. .. ^,
**TieOperim Film. Im Lichtspielhaus, Bahnhosstr. 3 sieht von Samstag den 22. d. M. ab ein eigeimrtigec vienutz bevor. Die Oper Martha gelangt mit persönlicher Gesangs reale i- tung von 15 Op nr-Gesangslünsilern und -kimstlerinnen zur^ Ausführung. Nach den großen Erfolgen der Süddentsck>en Lrchtspwl Opern-Gesellschafl München mit dieser Oper glauben nur Ul)cm heute die reäU-eUige Besorgung von Eintrittskarten empienleu zu können. Die bisherigen Aufsübruugeu waren stets ausvenauft und die Opern cketlschast kann Vrrläugeruugen ihrer Gastspiele nicht einrret-en La sen, da sie anderweitig schon zu festen Terminen i' .'bunden ist. Siehe die Anzeige.
Landkreis Gießen.
** L e i h g e st e r n, 19. Juni. Der Großh. Finanzamtsgeh ilfe eldwebelleutncm/ Will). Schäfer, Führer einer Mmenwerser- abteilung, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse.
Kreis Büdingen.
c. Wenings, 20. Juni. Von dein hiesigen Zweigverein des Vogelsbcrger Höhenklubs wurden bio jetzt folgende Mitglieder mit Kriegsauszeichnungen bedacht: Otto Graf und Konrad Oechler nrit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und der HAsischeu Tapserlcits- mcdaille, Heinrich Hern und Karl 5 )erchenröder mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, Philipp Oechler mit der Hessischen Tapferkeitsmed-aille.
Kreis Lautcrbach.
e. H e r b st e i n, 20. Juni. Der Gefreite Heinrich F riedrich, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapfer- i ritsmedaille, starb den Heldentod fürs Vaterland.
Kreis Schotten.
O Gedern, 20. Juni. Ten Heldentod fürs Vaterland Itarb der Mnsketter Wilhelm Die!hl, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaillc. — Aus russischer Kriegsgefangenschaft entkam der Musketier Karl Mehring, Sohn des Landwirts Jakob Mehring II.
Slarkenburg und Nheinhessen.
R. M. K. T a r m st a d t, 20. Juni. Zum Abschied des General- nrerldanten des Großh. Hoftheaters Tr. Eger hatten sich gestern vormittag im Musiksaal die Vorstände des Theaters und versclne- dene Ehrengäste versammelt, wobei das Ehrenmitglied der Hvs- buhnje, Regisseur H. Hacker, im Namen des ganzen Personals >einc zu Herzen gehende Ansprache hielt und die Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung für den Ausscheidenden zum Ausdruck üraclste. Als dauerndes Andenken überreichte er dem Scheidenden Un hüb ft ■ - olles Bild^ des Malers E. Bracht (Entenjagd).
In herzlicher Wck.se dankte D'r. Eger für die treue Mitarbeit und! ,prach die Ueberzeugung aus, das; das Hoftheater auch unter der' neuen Leitung von Dr. Krätzer, der ebenfalls erschienen war, blühen, wachsen uird gedeihen werde. Sein Hoch galt dem erl>abenen Förderer und Protektor Großherzog Ernst Ludwig.
ch. Bin gerh rück, 20. Juni. Eine Jagd auf Schleichhändler fand irr einer der letzten Nächte hier statt. Auf der Stromberger Straße sah ein Pvlizeibeamter du mit Säcken beladenes Fuhrwerk, auf dem mehrere Männer sich befanden. Ec wollte dieses Fuhnverk zum Stehen bringen, doch gelang dieses nicht, weil das Fichrwerk sich sofort in rasende Fahrt setzte und so ins zur Eiscnbahnbrücke über die Nahe gelangte. Ter' Beamte eilte hinterher. An der Nahe warfen die Männer die Säcke über die Uferböschung, wo andere dort wartende Männer sie in Empfang nehmen sollten. Ter Wagen fuhr in seiner eilig-en Fahrt weiter nach Bingen. Mehrere der Männer flüchteten in einem am Nahe- ufer liegenden Nachen, mit dem sie davonfuhren. Ter Nachen lag dort bereit. An der Bösckxung fand der Beamte dann vier Säcke mit Fleisch, das von einer srischgeschlach'eten Kuh war. Tie hiesige Polizei stellte nun gemeinsam mit der sofort verständigten Biirger Polizei Ermittlungen^ an, woran vier Leute — ein als Schleich- händler bekannter Schveinehündler, ein Fuhrunternehmer, -ein Metzger und ^ein Eisenbahnbeamter — festgenommen wurden. Tie geheimen Schlachtungen waren bei einem Witt in Weier vo- genommen worden. Auch der Wirt wurde festgenommen. Schon mehrfach sollen Küpe in der Wirtschaft in Weiler geschlachtet wor- b it, das Fl is dann nach der Nah? und weiter mit Nachen über den Rhein gebracht worden sein, wo es vertäust wurde. Ti? Verhafteten wurden nach ihrer Vernehmung und den entsprechenden Feststellungen auf freien Fuß gesetzt, bis die Verhandlung statt- finden wird.
ch. Bingerbrück, 20. Juni. Ter Vaterländische Franen- vdrein hat für erholungsbedürftige Kinder des Kreises Kreuznach (ein Walderholungsheim eröffnet. Dieses befindet sich in dem'nicht weit von hier am Fuße des Binger Waldes gelegenen Schloß Wald-Erbach. Das Heim wurde von Kommerzienrat Dr. Esch in Waldalgesheim eingerichtet.. Es macht einen vorzüglichen Eindruck. 30 Kinder sind in dem bis in den Spätherbst geöffneten Heim schon eingetroffen.
K. P. Buden heim, 20. Juni. In der Aufregung erschossen hat sich die ,64 Jahre alte Ehefrau eines hiesigen angesehenen Bürgers. Wie verlautet, wurde die Familie durch das eigene Dienstmädchen um 1000 Mt. bestohlen, was die Frau derartig ausregte, daß sie das Jagdgewehr ihre- Mannes ergriff und sich eine starke Schrotladung in die Brust schoß. Von ihrem Manne vasch nach dem Stäüüscken Krankenhaus zu Mainz verbracht, starb die Fvau alsbald nach ihrer Einlieferung.
— Eltville a. Rh., 20. Juni. Der Kdmmnnalförster O r - l opp des Schutzbezirks Mapper Schiftenhcr/s bei Hallgatten wurde in seinein Revier erschossen mifgeftmden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde er von Wilderern, die er überraschte, erschossen.
H. E. Offenbach, 20. Juni. Die Ludendorff- Spende zeitigte in Stadt imd Kreis -Offenbach mit vorläufig 520000 Mark, wovon etwa 486 000 Mark aut die Stadt Offenbach und 34 000 Mark auf die Sammlung im Kreitz entfallen, ein außerordentliches Ergebnis. Einige der Gemeinden des Kreises treten in besorchers erfreulicher Weise hervor; so spendete Neu-Isenburg allein 22 400 Mark, während andere Orte mit zum Teil -echt vielen ortsansässigem Kriegsbeschädigten dem Aufruf Luden- dirffs zur Sammlung für unsere verstümmelten Hessen nicht in wün)ftenswertsr Weise nachgekommen sind. Das vorläufige Er- gelnis von Gcoß-Mainz ist ebenfalls sehr günstig und bttäust sich Mlf 425 UOO Mark, das von Stadt und Kreis Worms ans 270 000 Mart. Nun ist die Ludendorff-Spende im Lande ja noch nicht abgeschlossen: tua n che r Da he i m g eb l i e ben e niird nod) geben wollen und sicher wird' auchmanck-em noch die Pflicht zur S)>ende tzurst, dos opferfreudige Beispiel seiner Mitbürger klar. Auf jeden kommt an, viele Wenig machen .ein Viel. Tue jeder seine Pflpck.t, dann werbest imserc hessischen Kriegsbeschädigter, das Empsindm haben können, die Heimat würdigt unser im Feld gebrculck es Opfer.
^ d, S/l-ierstein, 20. Juni. Das Kuperdach der Sektkellerei venkel l Jz Eo. in Brebrich wird soeben abgedeckt. Tie durch ine Eilftech-ng der Gebwad' zu entn.hmende Kup'ermen-e lezifiert 'rch au) 3 0 0 0 0 Kilogramm.
Hess n Nassau.
--Bad Dom bürg v. d. H., 20. Juni. Die Kurverwaltung N durch gütliches Uebereinkommen den Vertrag nrit Direktor Malbert ^>te)fter gelöst und vom 15. September ds Is. ab die Direktoren Arthnr'Hellmer und Map Reimann vom Neueii ttl-oater in Frankfurt a. M. mit der Leitung des hiesigen Kurtheaters beauftragt.
= Höchst a. M., 20. Juni. Tie Untersuchmg des von der gesamten Bürger säurst cmstiniinig für ungenießbar erklärten Leitungswassers durch den Chemiker Tr. P o p p - Frankfurt hat ergeben, daß das Wasser so geringe Bestandteile an UFiuisäM Stoffen enthält, daß es nicht als g e s u n d h e i t s g e s ä h r l i ch an * Zusehen ist. Trotzdem hat sich die Stadt zur sofortigen Besck-affting wirklich einwandfreien Wassers entschlossen, indem sie das städtische Le tungsnetz dem Sosscnh imer Gruppenw cs erwcrke cm chließt und eine Anzahl Brumreii auf Privatgruuv,rücken dem Verkehr, ftei- gibt. Tie verunreinigten Brumreii rviivden geschlosseii. Jnzwisck-eni traf auch die telegraphische Erlaubnis zur Turchsührupg eines Wasserkanals vom neuerbolirten Tiefbrimnen durch bcn Eisenbahn- damm.nach der Stadt ein. Jrmerhalb eines Monats hofft maii den Turch,stich uird den Kanal vollendet zu haben. Falls der neue Brunnen sich beivährt, sollen yvch iveitere größere Brmttien erschlossen werden.
)[ Marburg, 20. Juni. Der Senior der hiesigen juristischen Fakultät, Geh. Jnstizrat Professor Dr., Ludwig E n n, e c c e r u s begeht ani nächsten Sonntag sein 50jühriges Doktorjuüiläum. Ter Gelehrte, der im 75. Lebensjahre steht, gehört seit 45 Jahren dem Lehrkörper der hiesigen Univlersität an. Neben seiner Lchr- tä tigkc.it niid seiner regen Wirksamkeit als juristischer Schriftsteller,, war er auch lange Jahre als Mitglied der nationalliberalen Partei politisch tätig. Er war Mitglied des Provinzialausschnsses. Mitglied oes, Mgoordnetenhauses und von 1887—1890 und 1893—1898 Reichsttagsabgeovdneter des Wahlkreises Kassel. Trotz seines hohen Alters ist der sich bester Gesundheit erfteuende Gelehrte noch eifrig wissenschaftlich taug. , „ '
ra. Oberscheld bei Tillcnbnrg, 20. Juni. Die zwei Söhne des Haupllehrers Müller, Ernst und^ Wilhelm Müller (St. d .Res.) wurden beide mit dem Eisemen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
ra. Bon deo Till, 20. Juni. Älus der Dill, im Schelde-, Aar- und Rehbachtal hat die Heuernte ihren Anfang genommen. Sie verspncht eine Mittelemte zu werden, die Gräser,sind ziemlich kurz geblieben. Erstaunlich hoch sind die Preise bei dtn diesjährigen Grasversteigernngen. Aus der Herrenwiese bei Tillen- burg kam der Morgen Heu gras durchschnittliche 360—400 M., eine Parzelle sogar 422 Mr. Vor dem Kriege kostete ein Morgen Heugras höchstens 90—100 Mk.
<Bcri dyt&Saal.
I. Tarlmstadt, 20. Juni. (Slraslammcr.) Die Tochter des Daglöhners Philipp Beutel drang in verschiedene Schul Häuser ciu und stahl die auf den Gängen hängenden Mäntel. Trotz lebhaften Leugirens überführt imd zu Gefängnis verurteilt, wird sie lvcko-ckngt begnadigt und der Fürsorgeerziehimg überwiesen. Ihr widersetzte sich der Vater und bevrohte die städtische Fürsorgedame. Er lvird desl)alb von der Strafkammer zu fünf 9Ronaten Gefängnis verurteilt.
G. A. Frankfurt a. M., 21. Juni. Ms zwei Wochen nach der Ermordung des ^Kriminalschuhumnnes Stärr am Acorgen des 30. Dezember der Schutzmann Ertl auf der Oppen Heinis Straße ein Opfer seines. Berufs geworben war, erfuhr man, daß auch am Tage vorher, am 29. Dezember, Schüsse aus einen Schntz- wann abgegeben tvorden waren. An diesen: Tage, morgens zwischen 5 und 6 Uhr, sielen^dein S-ctzntzmann Zorn auf seinem Patvouillcngange auf der Schweizer-Straße zwei Gestalten auf, die einm Drücktarren schaben. Als er nahe an sie herantrat, ließen die Männer den Karren stehen und nahmen Reißaus. Der eine, längere, war bald im Timckel der Nach v-ersch'wrmden, dem anderen, kleineren, yestete sich Zoen an Sic Fers n. Um ihn abzu- schüttelii, ließ-sich der Kort plötzlich fallen, so daß der Schntzmann über ihn wegstürzte. Beide rafften sich loieder ans, und die Jagd ging weiter. Plötzlich drehte sich der Verfolgte um und schlug mit der Pistole auf den Schutzmann cm. Dieser tat einen zur Seite, so daß von den zwei scharfen Schüssen, die per andere aitt ihn abfenerte, einer an der Seite vorbei durch das Cape und der andere durch die .Hand ging. Im nächsten Augenblick rvar der Schütze verschwunden. Schutzniam: Zorn erkennt ihn inst aller Bestimmtheit in destt 41jährigen, aus L)eßlach in Württemberg gebürtigen Dreher oder Schhvsser Karl Margua rdt ivieder, der sichl, nun gestern tvegen versuchten Totschlags vor dem Schwur- gerichlt zu verantworten latie. Es ist derselbe Marquardt/ der indirekt auch den Tod des Sckjlutzmanns Ertl aus dem Gewissen hat, weil er es war. der dem jngendlichn Mörder Ertls die Waffe mit der giften Lelire übergeben l-atte, wenn ihm jemand in die Quere komme, solle er drmtsknallen. Vor einigen Wochen ist er wegen EinbrOlcher-eien, die er zusammen mit dem Mörder Ertls verübt hatte, von der. Strafkammer zu fünfzehn Jahren Zi-chth-aus verurteilt worden. Seine Gemeingefahrli-hleit ist übrigens älteren Datums, denn schon einmal, im Jahre 1906, hat er zwei Schüsse aus einen Schutzmann abgegeben, von denen der eine dem Beamten ins Bein drang, loährend sich der andere, der auk die Brust gezielt )var. glücklicherweise in der .Kleidung verfing. Damals ist das Perfahren gegen den Verbrecher auf Grund ärztlicher Gutachten über seinen Geisteszustand eingestellt worden. Tie Mntmaßuirg, daß in ihm auch der Mörder des Kriminalschutzmanns Stärr zu suchen ist, erschcint durch? is nicht abwegig. In dem Karren, den er und sein unbekannt gebliebener Begleiter aus der Schweizer-Straße im Stich gelassen hatten, fanden sich zwei tote Schiveine, die der. Firma OKldsckmidt und' Loe/oevick aus dem Stalle gestohlen waren. Trotz seines beharrlichen Lengnens sprachen ihn die Geschworenen unter Versagung rnildernder Umstände des v^ersachten Totschlags und des settveren Tiebstjahls stchnldig. DaS U^eil lautete auf zeh u I ahre Z ucht ha u s, zehn Jahre Ehrverlust und Stellrmg unter Polizeiaufsicht. Tie Gesamtsftase, die später mit den er)oäHirten 15 Jahren Zuchthaus zu bilden ist, darf mftürlich auch nur 15 Jahre Zuchthaus betragen.
K. P. Homburg (Pfalz), 20. Juni. Wegen fahrlässiger Tötung der eigenen Tochter stand gesterir der Waldivärter Peter T h e i s aus dem nahen Reiskirchen als Angeklagter vor der Strafkammer Zweio.'ücken. Am Abend des 16. März d. I. saß der Beschuldigte mit seiner 22 Jahre alten Tochter Katharina und deren Bräutigam am häuslichen Tisch. Zum Dieustgang am darauffolgenden Morgen reinigte er seincnr mit 6 Patronen geladener! Revolver, nachdem er fünf Patronen heransgenommen hatte. Durch Abdtticken des vermeintlich leeren Revolvers probierte er sodann dessen Zustand, als plötzlich ein Schuß krachte mrd die Tochter mi .mmenbrach. Tie letzte noch steckengebliebene Patrone der Sckmßwasse )var losgegmigen. Dem Mädchen drang die Krtgel von vorne in die linke Stirnseite, durchschlug den Stirnknockwn und blieb im Gehirn stecken. Morgens gegen 5 Uhr trat der Tod ein. Wie die Beweisaufnahme ergab, war die Getötete die Lieblingstochter des unglücklichen Vaters, der als hervorragend tüchttger Beamter und braver Mensch geschildert wird, dessen Familienleben vorbildlich war. Seine Verzweiflung am Grabe des Kindes war erschütternd. Entsprechend dein Antrag des Staatsanwalts wurd? der Angeklagte zur geringst zulässigen Strafe von einem Tag Oöefängnis verurteilt, wobei die Urteilsbegründung hervorhob, daß der Beschuldigte die Vorsicht, die er besonders als Waffen vertrauter Waldhüter zu beachten hatte, nicht an den Tag gelegt habe.
vermischtes.
* Berlin, 20. Juni. Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Mülheim (Ruhr): Ein vollbesetzter Straßenbahnwagen entgleiste und stürzte die Böschung herunter. 37 Personen wurden verletzt, viele davon schwer.
* Berlin, 20. Juni. (WTB.) Im Entmündigungsprozeß des Prinzen Friedrich Leopold (Sohn) ist heute vom Oiammergericht das Urteil gesprochen worden. Die gegen den Minister Königliche^ Hauses erhobene Klage wird, soweit sie nicht durch das Teilurteil vom 17. Ottober entscksteden ist abgewiesen. Die Kvstm des Rechtsstreites werden den: Kläger auferlegt .
*
* Weinflaschen aus Papier kommen jetzt in den Handel. Sie sind laußerordenttich LMg. Weiter wird ilZurn vorerst, nichts G»ttes uachgesagt-
Letzte Nachrichten.
Der neueste Bericht der Heeresleitung.
(WTV.) Großes Hauptquartier, 21. Juui (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht.
Der Feind setzte an der ganzen Front heftige Er- kundntigsvorftöße fürt. Sie wurden überall abgewiesen. Nordöstlich von Merry und nördlich von Albert brachen englische Teilangriffe blutig zusammen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Oertliche Angriffe d-r Franzo'en südwestlich von Noyon, der Amerikaner nordwestlich von Ehätcau-Dhi rry scheiterten. Franzosen und Anrerikaner erlitten hierbei schwere Verluste. Gefangerre blieben in unserer Hand. Südwestlich von Reims wurden Italiener gefangen.
Die großen, ehemals von Franzosen bett.utzten, deutlich kenntlich gemachten Lazarettanlagen im Vesle-Tal zwischen Vreuil und Alontdigny waren in letzter Zeit zweimal das Ziel feindlick>er Bombenangriffe.
Ter Erste Generalauartiermeister L u d e n d o r f s.
* *
*
Neue U-Boot Erfolge.
Paris, 20. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agerrce Havas. Der Trausportdampser „Santa Amia", der unter der Bedeckttng von „Biserta" nach Malta fuhr, und Soldaten sowie eingeborene Arbeiter an Bord hatte, wurde in der Nacht zum 11. Juni, ohne daß der Feiird bemerkt worden war, torpediert mrd versenkt. Von den 2150 an Bord beftndlichen Personen wurden 1513 gerettet.
Englische Not und Stimmung.
Berlin, 20. Juni. (WTB. Nickstamtlich.) Eine vor orer Tagen aus England zurückgekehrte Dame schreibt an einen Seeoffizier u. a.: In Eirgland.geht es rapid bergab. Nahrungsmittel und Rohmaterialien smd seit Ihrer Mreisc unenülich viel knapper gttvorden. Frisches Fleisch gibt es während des Sommers überhaupt nicht, nur etwa ein halbes Pfund (englisch, 227 Gramms höchst minderwertiges Gefriersleisch per Woche. Ein liliputanisches Hühnchen kostet 25 Shilling; vor drei Monaten kostete ein sckwnes Huhn noch 7 1 / 2 Shilling, wie Sie ja wissen. Die Kriegsstimmung wird künstlich durch eine riesenhafte Plakatpropaganda ausrechterhalten, mit der unter Zuhilfenahme der niedrigsten Mittel der Haß gegen Deutschland geschürt wird. Z. B. zeigt ein Plakat eine deutsche R o t c - K r e u z - S ch w e st^e r, die von einem verwunfttt-n c.: I fa>:n O fizier nge l.hr wird, ihm Wasser zu rcick>en. Statt dessen läßt die Pjlegerin das köstliche Naß vor seinen Augen in den Sand träufeln, höhnisch dazu^ lachend. Zwei deutsche Offiziere freuen sich deo teuflischen Tat. Die Moral lautet ungefähr: „Gegen einen solchen Geist müssen wir Krieg führen. Zeichnet National War Bonds."
Deutschenhaß in Amerika.
London, 20. Juni. (WTB. Nichtanttlich Panter. In einer Rede in Jndianarokis vor der dcmokratist, Ltaatskonventüm sprang der' Bizepräsiderit der Bereinigten Sta>uen Mars hal auf die Abschaffung des Deutschen als Unterrichts^ fach in den StaatssckMlen.
Die transkaukasischen Republiten und die Türkei.
Ko n sta n t i no p c l, 20. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Tie Delegierter! dar drei transkaukasischen Republiken ttessen haute in Konstantinopel ein.
TürkiM Gäste in Berlin.
Berlin, 20. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Tie türkischen Gäste besichtigten Mitttvoch vornrittag des Karnmergericht. Sie wurden vom Kammergerichtspräsidertten Winkl. Geh. Rat Heinvoth mit einer Ansp-rack-e begrüßt und wohnten sodann näl-eren Verhandlungen des 3. Zivilsenates bei.' Nach einem Rnndgang durch das Gerickttsgebäude begaben sie sich in ixts Auswärtige Amt, um einer Einladung des Staatssekretärs Dr. von Kühlmann Folge zu leisten. Am Nachmittag wurden die wissensck)aftlichen Verhandlungen fortgesetzt. Der türkische Berichterstatter gab^ einen Ueberblick üb?'' die Entwicklung des geltenden, türkischen Schuld- rechts. Ueber inteMationales Sttasreckft sprachen Pros. Tr. Neudecker mrd Pros. Selak-Ediir-Bey. Tie nächste Verhandlung findet ani Freitag Nachmittag statt.
Die Reform der direkten Stenern in Bayern.
München, 20. Juni. lWTB. Nichtanttlich.) Tie Kammer der' Abgeordne ten nahm nach dreitägiger Debatte säst einstimmig die von der R-.^gierung rorgstchagon? Reform der direkten Steuern in der Fassung der Ausschußbeschlüsse an. Neu eingesühtt werden soll damit in Bcuwwn eine eigene Vermögenssteuer, bv& entgegen dem Willen des Finanzministers auch aus Liftusgegen^ stände ausgedehnt werden soll. Tie Resormvorlage geht nuumehr an die Kammer der Reichsräte.
Ein Zyklon in Oberbmiern.
Berlin, 21. Juni. Bei Taching im Bezirk Laufen cm der Salzbach in Ober-Bavern hat, wie dem „Bert. Lokalanzeigett^ berichtet ivird, ein Zyklon große Verwüstungen cmgerichtet. Bäume wurden entwurzelt, Dächer ?bgedeckt mrd weit svrtge- ttagen. Das Unwetter dauerte nur ivenrge Minuten.
Vricfkaftesr der Redaktion.
(Für die erteilten Auskünfte übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.)
C. h. in K. Wir raten Ihnen, dafür zu sorgen, daß die von Ihrem Nachbar gerügten Mißstände nach Möglichkeit gemildert werden. Insbesondere ivollen Sie darauf bedacht sein, daß die Maschine nicht zu außergeivöhnlicher Zeft in Betrieb gesetzt wird. Im übrigen empfehlen wir Ihnen, der Angelegenheit ihren Lauf zu lassen.
p. 6. Wir sind nicht befugt, über militärärztliche Angelegenheiten Auskunft zu erteilen.
Weltkrieg I 9 J 8 . Anonyme Anfragen können grundsätzlich nicht beantwortet werden.
w. * 00 . Für die Laufbahn eines Polizeikommissärs ist in Hessen die Berechtigung zum einjähr.-fteiw. MLitärdienft, außerdem der militärische Rang eines Vizefeldwebels nottvendig. Weiter wird gefordert eine dreijährige Vorbereitungsdienstzeit, sowie genaue Kenntnis der in Frage kommenden gesetzlichen Bestimmungen. Für Polizeisekretäre bestehen rm allgemebum keine besonderen Vestimnrimgen, doch iverden in vielen Fällen die Bedingungen für Polizeikommrssö»? zugrunde gelegt. Tie Aussichten auf Anstellung sind in Hiesseu nicht besonders aut. Für Preußen sind die Verhältnisse bezüglich der Zulassu n g z.ir Prüftmg günstiger.
Amtlicher Teil.
Be kr.: Lchrerversammlrmg .
An di-? Schulvorständl' des Kreises.
Es sollen folgende Lehrerversammlungen statt finden:
1. Für den Bezirk Lich-Hnngen am 24. Juni \; I., vor» mittags 9 Uhr, in Lich (Schicklians);
2. für den Bezirk Grünberg am 24 .Juni l. I., nachmittags 4 Mn, in Grünberg;
3. für den Bezirk Gießen-Larrd am 26. Jimi l. I., vormittags 9 Uhr, in Giesen Sckxnlhaus Schillersttaße).
Wir ersuchen Sic, die Lehrer umgehend von Vorstchendevtz in Kenrttnis zu setzen.
Gießen, den 20. Juni 1918.
Großherzogliche Krei -schnlkommission Gieße».
I. A.: Dr. Alles.


