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Nr. 1 H 2 SVetter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Vrss Sfafct und Cand*

Gießen, den 20. Juni 1918.

** Auszeichnung. Der Gefreite H. Heß erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Fliege ran griffe. Tie erhöhte Kampftättgkeir im Westen und die häufigen Airgriffe feindlicher Flugzeuggeschwader auf offene Städte lassen es ratsam erschinen, sich für alle Fälle auf einen Fliegerangriff auch aus unsere Süadt vorzubeveiten. Tie Bevölkerung sei deshalb auf die Bekanntmachung Großherzoglichen Polizeiamts Gießen vom 18. d. M. über die Alarmsigiiale de sonders hingewiesen.

** Stadttheater. Anläßlich der Gastspiele von Herrn

Albert mals Nur an

zu richten sind. Ta der Sitz der Direktion im Somnrer in Bad- Naufeim ist, so gehen alle Postsachen ttacfy Bad-Nauteim mtb postalische Billettbestellungen tverden durch diese Verzögerung leicht illusorisch. Anr Sonntag wird bekanntlichGewitter", em neues Schauspiel von Alexander Zinn, am Montag Strindbergs Totentanz" von .Herrn Steinrück und seinein Ensemble gegeben.

** Bezirk Gießen, Gabelsberg ersche r Steno graphen. Am Sonntag den 16. Juni fand in Gießen, das Bezirkswetts-chreiben.statt, das 130 Wettschreibt>eilnehmer aufzu weisen hatte; geschrieben wurde in den Abteilmrgen 60 bis 200 'Silben in der Minute, das Ergebnis uxtr günstig. Verbunden mit dieser Veranstaltung war eine Gesstffftssdenogrchchenprüfnng (10- Mftiuten-Tiktat, je 150 Silben i. Es erhielren bei 140 Sillen 1. Preis: Frieda Keil, Elli Bingel, Ges. Gießen. 120 Silben 1. Preis: Berta Forbach, Else Keil, Therese Schnwll, Elisabclb Weydemeier, D.-B., Will). Benzler, Heinr. H-eckroth, Emil Grobe, V. 1861, Tillh Hofmann, Anni Rahrbach, Ges. 2. Preis: Else Hettler, Margar. Hübner, Minna SäMidt, T.-V. 100 Silben 1. Preis: Kätha Becker, Sofie Bepler-, Melitta Cliarak, TlM Faber, D.-V., Karl Hergenröther, Ges., Karl Kolbe, V. 1861

** Reg eln für den Verkchr au f d e r Po st. Ter immer mehr zunehmende Mangel an geschulten Bsamve:r erheischt, den Pvstschalterdienst nicht selten von. sachlich nicht vorgebildeten Per­sonen wch n hmen zu lassen. Bat' länd sch Pslchi ist es. di? glatte kund rasche Äwrncklnng des Schalterveuvehrs zu erleichtern. Dazu trägt viel bei, wenn nachistehende Regeln beachtet lverden. Fertige Aufschriften, Telegramme usw. recht deutlich aus. Wähle für deine Postgeschäfte inöglichst nicht die H o. u p t v e r k e h r s st u n- den. Tritt an den richtigen, durch Inschriften bezeich- neten Schalter von ir-echts heran. Kaufe Marken, Postkarten usw. nicht in ehrzelnsn Stücken, sondern in deinem Verbrauch angemessenen Mengen, liameittlich cyrch in. Markenlreft- chen oder Kartenblöcken. Für kleinen Bedan bediene dich! der Pvstwertzevchugeber. Klebe ans alle sveizumackMDerr Sendungen die Marken vorher ans, Mich auf Postauwnsungen. .Halte das Geldabgezählt bereit. lieber gib größere Meiigen Papier gelb stets geordnet. Lege bei gleichzeitiger Ei.r- oder Aus zahlung von 3 und mehr PostaMveisungs- und Zckhlkartcnbeträgen sowie beim Einkauf von 3 oder mehr verschiedenen Dar teil von Wertzeichen im Betrage von mehr als 5 Aöark eine ausgerechnet? Zusammenstellung der zul zahlenden Beträge vor. Vermeide Unnötige Fragen an die Beamten, belehre weniger ge­wandte Personen und hilf ihnen. Lege gewöhnliche Brief sendungen in Briefkasten, Brieffendnngm. in größerer Zahl gib geordnet am Schalter ab. Fördere den bargeldlosen Zahlungsausgleich durch Llnschluß an den Postscheck- und Bantverkehr. Benutze bei eigenen: stärkeren Verkehr die be- s o n. d e r e n E i n r i ch t u n g e rc (Pvsteinlieferungsbücher und Ver­zeichnisse, Selbstvorbeveitung von Paketen nnd Einschreibbriefen.)

Landkreis Gießen.

** ANendorf a. Lda., 18. Juni. Der Ober-Briefträger Heinrich Wallenfels tritt am l. Juli in den Ruhestand. Aus diesem Anlaß wurde ihm vom Großherzog das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" ver­liehen.

i. Ettingshausen, 18. Juni. Heinrich Kühn, Sohn des Heinrich Kühn I.. erhielt das Eiserne .Kreuz und wurde zum Ge­freiten befördert. Seiner V'rivuiwung erlag iu einem Feld­lazarett der Leutnant d. Res. Apotheker Heinrich K n ö l l, Sohn Hes hiesigen Lehrers Knölt. Der Verstorbene besaß das Eiserne Kreuz. die Tapse rkeitsmedaille und das baherische Milil ärverdienst- kreuz.

** Ga rbenteich, 19. Iuni. Der Pionier Ludwig Schnei­der, welchem früher die Hessische Tapferkeits Medaille verliehen! wurde, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

z. Gei lshausen, 18. Juni. Zum Vizeseldwebel befördert wurde der Sergeant Konrad Schomber.

G roß en-Li n de n, 18. Juni. Photograph Kar! Weber, gebürtig aus Allendorf a. L., wurde im Westen mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Er besitzt bereits die Hessische^Tapferkeitsmedaille.

1t. Trais a. Ä., 18. Juni. Die Hessische Tapferkeitsmedaille» erhielt Musketier Siegmund Ziegelstein, das Eiserne Kreuz 'Gefreiter H. Rabenau II.

** Wa tzen born- Ste in berg , 18. Juni. Otto Heß, Fahrer tu einem Fuß-Artillcrie-Megiment im! Westen, Sohn des

Landwirts Georg Heß II. von Steinberg, wurde mit dem Eisernen! Kreuz 2. Klasse .ausgezeichnet.

Kreis Büdingen.

# B üdin gen, 18. Juni. Tie Rvte-Kreuz-Medaille, früher das Hessische Sanitälskreuz, erhielt die Schwester Hedwig A n d r a e, das Allgenieine, Ehrenzeichen für Knegsverdianste am Bande der Hessischen Tapferkeitsmedaille der Ersatzreservift Heinrich Glanz.

Kreis Lauterbach.

§ Grebenhain, 18. Juni. Bei der gestrigen Heugrasver­steigerung der fiskalischen. Wiesen in der Oberförsterei Grebenhain

wurden Preise erzielt, wie sie wohl noch selten dagewesen sind. Ein gleich großes Stück Gras galt im- Durchschnitt das Acht- bis Zehnfache mehr wie rm Vorjahre.

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[tudendodftSpende

ift der Dank=HUar des deuddien Volkes 1

Du haft Opfer über Opfer

empfangen nun opfere felbff und gib!

Kreis Friedberg.

tt Friedberg, 18. Juni.^Tas Eiserne Kreuz erhielt der Grenadier Georg Rausch. Zu Stadtsekretären wnrden ernannt die Assisleuten Vöttner und Völker. Das Erinnecunas-eichen für 40jährige Tienstzeit erhielt der Güterbodenarbeiter Valentin Georg Ei'1)il er.

4t Melbach, 18. Juni. Der Jäger Rla benn u erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

st Ma rburg, 19. Juni. Das Schwurgericht verurteilte nach einer sich bis in die Abeirdstunden hiuziehenden Sitzung den 52 Jahre alten Gärtirer Joh. Reuser laus Erdhansen bei Gladenbach, der zugunsten seiner ftüher-en HaushjUterin, einler jetzt in Gießen wohnenden Fran Ml, die mit ihrem früheren Ehentann Sch. einen Ehesck-eidungsprozaß hatte, einen falschen Eid leistete, zu 6 Monaten Gefängnis. Mildernd kam in Betracht, daß er ohne jede ander­weitige Veranlassung sich selbst bezichbet hatte. Die wegen Ver­leitung Mitangeklagte Frau '$R. wurde zu l Jahr Zuchthaus, 5 Jahren Ehrverlust und dauernder Unfähigkeit, als Zeuge zu erscheinen, verurteilt. Ein ohne Entschuldigung ausgebliebener Ge- schn.«reirer wurde in eine Geldstrafe von 50 Mark genommen.

UttiveksiiLts-Nachrichte«.

Deutsche Doktor urkunden. Deutsche Doktor- urLunden hat jetzt auch Leipzig eingeführt, nachdem Gießen^ Zürich, Rostock, Heünüöerg und Bonn vorangegangen waren. Leidig hat gleichzeittg für seine Studenten die deutsche Matrikel eingerichtet. Das lateinische ' Doktcnoiplom ist aber durck) das deiitsche nur in der theologischen nick» philosophischen Fakultät ersetzt.Die juristische .und die m-edizinische Fakultät haben vorläufig das herkömmlich lcheinische Toltordiplom beibehalten. Tie Gottesgelahrtheit und die allgemeine Weltweisheit ko inmen demnach mit Deutsch aus, die Fachgelehrten der Rechts- und der Heillünde glauben die alte Fach- und Zunstiprache noch nicht entbehren zu können.

VtrmiufyU».

* Eine neue Idee. Die Idee, in Leutnantsimiform Requi­sitionen vorzunehmcn, ist schon zu abgebraucht. Darum hat es ein schlauer Feldgrauer einmal auf andere Art versucht, bei den Larrd- wirten die für die Behörden unerreichbaren Eier hevauszulocken. Er vertausckste seine Uniform mit der Kutte eines Franziskaner- bruders und ging bei den Landwirten in der Umgegend des als Wattfahrlsorr und S-rm-merfrische bekannten Klosters Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz terminieren, in der Hoffnung, daß die frommen Banersfvcmen die armen Franziskaner nicht hungern, lassen würden. Er hatte sich auch ittcht getäuscht, und seine Eier- sammllung hatte bereits einen recht guten Erfolg gehabt, c ' Polizei mit rauher Hand eingriff uird den falschen Franzi entlarvte.

* Ein Jeaune d

Donnerstag, 20 . Zm ( 9(8

Orleans bekanntlich eingehende Studien und ein eigenes Buch ge­widmet hat. Es wird berichtet, daß France auch bereits einigs Kunsttoerke aus der Zeit der Jeanne d'Arc, die sich in seinem Besitze befinden, dem Museum überwiesen hat.

Letzte NachrichLeR.

Dce nenestc Ucvid)t der HeeVeLlektung.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Juni. (Amtlich.)

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Fast an der ganzen Front nahm die Tätigkeit des Fein­des abends zu. Das Artiuerrefeucr lebte auf. Starke Jnfan^ terierrliteUungen stießm in zahlreichen Abschnitterr gegen un­sere Linien vor. Sie wurden abgewiesen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Erneute Versuche des Feindes, nordwestlich von Eha- teau-Threrry über den Clignon-Abschnitt vorzudringen, schei­terten in mtferem Feuer. An der übrigen Front blieb Gefechtstätigkeit in mäßigen Grenzen.

Heeresgruppe von Gallwitz.

Südwestlich von Ornes wurden kräftige Vvrstiitze des Feindes abgetoiesen. Zwischm Maas und Aloftl drangen eigene Sturmttuppen tief in die amerikallifckien Stellungen bei Scicheprey^in und fügten dem Feinde schwere Verlustt zu.

* 9

Hauptmann BertholÄ errang seinen 36. Luftsieg. '

Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.

Der Hauptaussthuß des Mittags und die Steuerentwürfe.

als die anziskaner

rc-Museum. Wie derTemps" meldet, soll Paris ein eigenes Jeairne d.Aoc-iMuseum erhalten,.! Es soll eine oiätte finden im Hiotel de Sens, der alben mtb male­rischen Residenz der Bischöfe von Paris. Ter erste, der diesen Plmr befürwortet hat, war Anatole France, der der Jnngfrair von

Lesung

- \ ~v- i ^-am r.ij\ \xjui tj ijJlÜ dem

8 1 Abs- 1 folgende Fassung:Angehörige des derttsckM Reiches blerben, wenn sie ihren danerndeir Anfenthalt im Inland aufgeben der inländischen Stenerpflicht in Beziehung ans die Personalstenern svwvlst des Revchics wie der Bundesstaaten mrterworfen. Tie bun­desstaatlichen Steuern sind in einen: 2 l /2\a&ieu Betrage zu erheben. Drei Fünftel dieses Betrages sind nach näherer Bestimmung der Land?sregderu^ für die Gemeinden (Geinemdeverbchlde) -mrd Schul­gemeinden zu verwenden; soweit in den Gebietsteilen einzelner Bimdesstaaten eine besonder Gemeiudevecfajsirng nicht vorhanden ist, nn-rden die bundesstaatlichen Stenern nur zum einfachen Betrag nhoban Bisherige ivertergchende und künftige landesgesetzliche Bvri.chrFten jeder Art bleiben nnberül>rt.

§ 21 erhielt nach.steh.mden Wortlaut: Auf Antrag erfolgt Frei­stellung von der nach § 1 begründeten Verpflichtung, wenn die Auswanderung im deutschen Interesse liegt, oder wenn die Mlehnmrg des Antrags eine anßergewöhnlist>e Härte dar­stellen würde. Tie Freistellung kann zunächst für einen kürzeren Zettraum als den der Geltungsdauer dieses Gesetzes (die Vorlage sagte:als den ftmfjährigen Zeitraum") ^erfolgen: eine BerMich^ tung zur Sicherheftsleistung besteht in diesem Falle nickst. Tie Landesregierung bestimmt die Behörden, die über den Antrag zu entscheiden l-aben, und die zulässigen Rechtsmittel.'Tie Vorschrift des 8 II Satz 2 findet etttsprvchmde Anwendung. Tie Reichsbevoll- mäclstigtert stft Wle nnd Steuern sind zur EinLegung von Recksts- mrtteln befugt urrd in jedem Rechtszug vor der Entscheidung zu hören. Tie endgültige Erttscheidirrrg erfolgt durch den Reichsfimmz- hof.

Eine Mwrhr Wiener Vorwürfe.

^ Berlin, 19. Juni (WTB. Nichtamtlich,.) TieNorddeutsche Allgemerne Zettung" schreibt:> In der österreichischLr Presst wird als Uriache der Kürzung der Brotration in Wien mehrfach migegeben, daß sich Deutschland verpslickstete, die Röehlversorgmrg Oesterrcrchs bis zur neuen Ernte zu übernehmen, 'aber seinen vertraglichen,Verpslick)itungen nicht nachkam. Tas beruht ans einer völlig falschen Anffaftung. Bei den Verhandlungen, die unmittelbar vor Pfingsten m Berlin mft den Vertretern Oesterreich-Ungarns über die Getreideeinfuhr aus der Ukraine stattfanden, ergab sich die Notwendigkeft, eine einlEche und straffe Leftung der Organi- pation des Gelneideaufkanfes in der Ukraine herbeizuführen, ba ES dem _ nicht immer ganz einheftlichen Neberieinariderarbeftei- der verschiedenen -Organisationen sich RtißstMide ergeben hätten, die für die Gesamtetfolge iiachteilig waren. Die Vertreter Oesterreich Ungarns erklärten sich bereft, die Fiihrung der' ganzen Anga- legenhctt deii deutschen Stellen zu überlassm, wenn die Gewähr ge­boten inerte, daß Oesterreich-Ungarn dann aus der Ukraine oter wenn die,e versagte, ans Rumäiften oder Bessarabien die Mindest­menge erhalte, die notwendig ist, um die Versorg mag des .Heeres und der Bevölkerung Oesterreichs pis zur neuen Ernte anfrechd zuerhalten. Auf dieser Grundlage Könne efti Aböoinmen al»gL- sckstossen werden.

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