** Als-emischer Hil fSbund. Im Frühjahr 1917 bildete sich fruul) fetgerm Verchanöllcusan ein ,-Ortscmsschuh ©ieüen" des Maixunischeir HllfsbundeS.Jm seinem ersten Geschäfts- jahr ist es diesem Ortsausschuß grhntg.tn, 224 Mitglieder, die über) das ganze Großherzvgttrm Hessen vettstteut nwhu.m, ^n gewinnen. Außer den regelmäßigen Jahreslttträgm: sü:d ihm einige gröbere) etnmoriige Beiträge zngeflossen. Tennvch bleiben die Mittel, ttbin' die er bisher verfügen ttKfyt bescheiden. Der Mnbemisechs
Hfässbund will krie«isl>eschädigten Äkademitern Rat und 5)ilfe jeder Art zntttl werden lassen: der Ortscuesschuß Gießen erftreeft feirua Tätigkeit auf solckne kriegSbeschädigte Alademiter mit llnwersitäts- 'bildung, die im Großherzogttlm D<'ssen ihrer: Wohnsitz haben, besonders auch auf kr io gsbe schädigte Sttcdenten der Universität Gieren. In einigen Fällen koimte er bereits hilfreich eingreifen: doch ist die Zahl dieser Fülle bisher begrenzt. Sollte er künftig stärker rn Anspruch gerwmmen werden, so würde eine Erhöhung der Zahl seiner Mitglieder drängend zr: wünsclzei: sein. Tie Jahresvcrsamm- liung des Ortsausschusses, die im Mai gehallen wurde, ergab die Wiederwahl des geschäftssührenden Ausschusses; er besteht z. Z. Mls dem Rektor der Universität Geh. .Hosrat Professor Dr. Gifte--' viuls. Landgerichtsdirektvr a. T. Bücking, Geh. Medizi ualrat Professor Tr. Strahl und Professor Dr. Schiaw Geschäfts- stttle ist das Universitäts-Sekretariat, Bisurarckstr. 22, Zahlstelle die Filiale Gießen der Wttttttdcutsckien Creditban.k.
** Tie 35. Versammlung der oberhesi,ischen evangelischen Geistlichkeit wurde mul) gemernfaunm Gesang und von Dekan S ch ä s er - Büdingen gespwä^nunn Gebet von Geh. Oberkonsistvrialrat D. Petersen - Darmstadt in dem Kvnsirmandensaal der Jol)anneskirche nüt kurzer Begrüßung der zahlreich Versammelten erössnot. Sodann gedachte der Vorsicht de der im letzten Jahre vcrstvrbeinm Mitglieder, denen Ainderrken in der Mi chm Weise geehrt wurd'. chaie des Zllj äh ägen Negierun-gs- jubiläums des Kaisers. Weiter lchlt Pfarrer Au s fr l d-^llei^n einen Vortrag über den Eiwluß der Kriogszeit ans das Gemcinde- lelieu irr religiös-sittlicher Hinsicht und wie tmgünstigcn Einwirkungen zu k^egnen ist. Er besprach eingeheird die verschiedenen günstigen uiü> imgünstigen Einwirllmgen des .Ktt^esans das Famill^- leben, die Stellung zum irdischen Gut, die SilllichZttt rn engeren Snnue, die ALvnal rnü» den GLcmbar. Als Mittel zur Bekämpn.'g der ungünstig«: EinNärtangen ersck>eint die Seelsorge. Bibekt>crbrtt- Dmg, reich ich Vm-kündigung des göttliche, 'Wales in Prangt Bibel stunden und Jugendunterwttftnig, Teilung der großen Stadtt gemeindmr, Vermehrung der Psarrfeilen in beu Städten, kirchliche Erziehung der künsttgen Diener der Kirch. Aehnlich Y>ä)anke7)i ftntb Forderungen brachte der zweite Redner, Pfarrer Sicbeck - M?arlau über dasselbe Thema; er emp ahil u. a. Aufteilung der gwßen Kirchschle, EinsMrung der Haitsaidachm, Berbreittn-.g von Ändachtsbüchern, Ingendvereirugunaen u a. m. An den sehr crus- Whrlichen Vortrag schloß sich eine eingehende ylüssprwhe, die für die Arbeit der Anwesenden noch maiic^e brauchbaren Gesichtspunkte obgab.
** Sammelt die alten Lumpen? Die Lumpen sind dicrch den Krieg zu großer wirtschaftlicher Bedeutung gelangt, auch sie werden vorwiegend für militärische Zwecke, aber auch zu Kleiderstoffen, wollenen Decken ufw. verarbeitet. Leider werdest immer noch Lumpen in die Kohttch'ttmer geworfen oder wandern auf den MüHH-rnsen. Werft keine Lumpen fort! Jeder, auch der unscheinbarste Stoffrest, ist heute wertvoll. Suchet die Lwnpen in eurer: Dachbi<«n. Kammern mrd Schippen zusammen und iühtt sie der KriegÄvirtschaft zri_ Alles! ist willkommen: Flicklappen, Piltzlnmnen. Packleinen, Kragen, Manschetten, alte Stücke, Hüte usw. Mies ist wertvoll. Gebt die Lumpen euren Kindern mit zur Schule oder gebt sie den Lumpensammlern atz! Diese sind neuerdings angewiesnr worden, in allen Häuserin sich mit Nach- nach Knochen, Lumpen und sonstigen Abfallstofsen ein zu- t. Laßt sie nicht mit leereir Händen abziehen! Siehe auch die heutige Anzeige.
** Der Zusatz von Buchenlaub zu Rauchtabak für HeereÄiesm'ungcn ist nicht verboten worden, weil sich diese Mischung als! ungettgntt erwiesen habe und vm: den Soldaten abgelehnt worden sei, sondern vorläufig eingestellt worden, well einzelne Licfv- r urlgen^ tue nicht voischtti smäßig eriolgt sind, zu Beanstandungen
Vavomlasfung geboten haben. Diese Beanstandungen werden von
der 'Zenttale aus Grund ihver Stmfbestimmungen weiter verfolgt. _ ** Pädagogium. Airs verschedemm Gründen mußten die
Sommerfetterl vom 20. Juli bis 5. August auf den 20. Juni bis 6. Juli verlegt werden.
** Lichtspielhaus, Bahnhofstr. Von Samstag ab gelangt die Lichtspiel-Oper „Martha" oder „Ter Markt zu Riichmvnd" imicr pettörllick-er Mittvirkung von 15 erstklassigen O'pec, ,-Gesang skünslleni bei vettlätttem AtnsiL^Stvttchorchester zur Aufsühruirg. Siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
** Bcltershai n, 19. Juni. Ter Musketier Karl Petri Ivnrde znm Gesreillm urrd der Gefreite Karl Krug zum Unter- o-ssizier befördert. Beide sind schon längere Zeit im Besitz des Eisernen Kreuzes uird der Hessisck-en TapierktttsMedaille.
** Großen-Bus eck, 19. Jrnü. Gefrttler Karl Henkel tvurde mit der Hess!sä>en Tapsnk-tt'smedaille ausgezttchnet, nachdem er das Eiserne Kreuz 2. Klasse berttts erhalten hat.
Kreis Schotten.
e Ober-Seibertenrod, 19. Juni. Da unter dem Rind- ttehbestand des L<77idlvirts Johs. Liehr hier die Tollwut aus- gebrocheil ist, so würbe von dem Kreisamte in Schotten Gehöft-- sp.r re an geordnet.
e. U l r i ch st e i n, 19. Jrmi. Der Vorstand des Vogels- berger Höhen-Clubs lV. H. C.) erließ an sttne sämtlichen Mitglieder und Zn.'eigvereine ttnen Ansruf, dem hessischen Lan- desverein für Kriegerheim st alten beizutreten, der sich bekannllich zum Ziele gesetzt hat, für unsere heimkehrenden Ktteger im Lande geeignete Heimstätten zu schaffen. Hierauf sind aus ben Rtthnl des B. H. C. eine ganze Anzahl Einzelm itglieber soivie auch verschiedene Zweiglx'reine dem genannten Verrine bttgetretrn. Die Kttcaerhttmstäiten-Bewegrmg verdient im ganzen Lande die wtttgehnchste U.ntetttütz7ing.
Starkenburg und Rheinhesfen.
** Darm stadt. l£. Jum. Die von dem Ernst-Ludwig- Verein mranstattete Möbelausstellung wiid nunmehr noch i l-is xum 15. Juli im Gewerbeimiscum, Nvckarstt. 3, geöffnet bleiben.
\ Es lvevden mehrere neue Einttchtungen vorgeführt werden.
R. M. K. Dar m st a d t, 19. Juni. Der mit dem gestern statt- ! igehabten Thcaterschluß verbmwen gewesene Mbschiedsabend des ttach Berlin berilsenen Tenors I. M a :1 n gesmltete sich bei dem außerordentlicl)en Andrang des Prlblikums zu einer unerhörten^ nahezu krankhasteil Huldigung für ben hervorragenden Sänger, der sich allerdings einer großen Zahl von Vertt-rern erfreut, der auch zwttfellos einer der bester: Sänger ist, über dessen Spiel und irrnere Gestalttcng der Rollen aber ganz entgegengesetzte Meinimgen herttchen. stttrr mit polizeilicher Hilfe koinlle die Ordnung im Theater aufrecht erhalten werden. Jlnübersehbar war die Zahl der Kränze, Blumen usw., inan Halle sich sogar zu der geschmackvollen Idee verstieger:, Butter, Eier, ein Beefsteak urcd ähnliches überreichen zu lasseru
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 19. Juni. Zur Herbttsührnng einer lttchmäßigen Verteilung von Obst an die Bürgerschaft hat die tadt infolge der schlechten Obftemfce die Ob st karte eingeführt. Gegen Abgabe eines Adschrrtts der Hauslialrslarte werden heute zun: erstenmal Kirschen ansugeben. und zwar an Familien mit fl —10 Personen, also mit großer .Anl erzähl. Zur Ausgabe gelangen 2 Pftmd für den Haus.falt. Ferner wird m Zukunft in den städtischen Verkansläden Gemüse mrd Obs: nur gegen Vorzeigung d.s städtischen Öebensmittttaustveises abgegeben.
--- Frankfurt a. M., 19.^ Juni. Der Metzgermttster Balg, Schiveizerstraße 69, ttaf st.m dtttten Stock seines Hauses einen ^ausgesucht elegant gekleideten ,jäugen Herrn, der Augab, ttnen Dtteter besucht zu haben, bei näherem Nachsehen sich jedock) als ein) Einbrecher entpieppte, der cm Hai'.se bereits einen Einbruch vettibt hatte mid das Tiebsgut abholen wollte. Ter Dieb im Gehrock und Lackschulzen wurde verhaftet.
---- Frankfurt a. M'., 19. Juni. I:: den ersten Tagen der Jtnoelen- und Goldankauss voche wurden btt der hiesigen Änkaufs- sdelle bereits für 200 000 Mark Juwelen jiun Verkauf gegeben.
I
--- Frankfurt a. M., 19. Juni. Zwtt Vockenhttmer Fruwar haben der Stadt 200 000 Mk. zur Verfügung gestellt, mll der ‘ite
dingung, daß die Zinsen dieses Kapitals für bedürftige Frauen über 45 Jal/re aus dem Stadttttl Bocttnrl^im Vettvendung finde:: sollen,
— Vom We sterwald, 19. Juni. (Sine große Wildscrujagh in der Gemar5:ng Stttiv-Nen-firch hcack/te statt der ersehnten Vforstientt-ere ttnen anderen Fang, nänllich zwtt Russen, die aus ilcher Arbtttsstätte btt Gitßen e>:twick>en waren und sich in einem fast unzugänglichen Fichtendickicht ein wetterfc-stes Lager mit rttchan Lebensmittelvorräten eingerichtet hatten. Tie Russen l>atten frier sck-on zehn Tage gehaust !und wrEen später nach der Schivttz cn:s- wancderi:. Tie Lebensmittel rührten von näästlichen Einbrüchen in den Nackchavorten her.
Gericl)t»saal.
= Wiesbaden, 20. Juni. Der Prozeß gegen den mutmaß-« lichen Raubmöcder Liünvig Renuo aus Münster i. T. kommt am 26. d. M. vor dem hiesigen Schwurgettcht zur Verharüilung. Renuo steht im dttngendstei: Verdacht, in der Nacht zum Ostersonntag in Höchst a. M. den Httzer Leonhard Fuchs vom dottigen Brauhause ermordet und beraubt zu haben. Zu der Verhandlung find etwa 40 Zeugen imb Sachverständige aus Frankfurt und Höchst geladern
Alls Feld und Garten.
** Der Wert des Hackens. Das Hacken der Gemüsepflanzen ist eine der wichttgsten Arbttten in: Garten. Zweimal Hacken kommt, wie ttn laird)virtschajtlick-er Fachmann sagte, einec Salpeterdüngung glttch Das Hacken lZat den Zweck, den Boden! M lockern und die Feuchttgvttt zu erhalten, weiter wird die Durchlüftung gefordert, durch die das Gedechen der Bodenballetten, be- sorrders der salpeterbildenden, errttcht wird. Durch das Hacken wird aber auch die Unkrautblldung gel>einmt und vorhcnrdenes Unkraut vernichtet. Es empfiehlt sich, 'das Hacken des Bodens rückwärts gehend vorzunehmen, da sonst die behackten Stellen wieder fest- ^llreten werde:: und der ttgentliche Ztveck des Hackens, Lockerung des Bodens, vevtttett wird. Das Hacken erspvgt am besten während ttnes leichten Regens. Sonst muß nach dem Hacken gegossen werden^ Man hackt die einzelnen Beete etwa alle zwtt Wochen.
vermischte»,
K. P. L u dwi gsha fe n a. Rh., 16. Juni. Vor ttrriqen Tagen ist der 42 Jahre alte Zuchthäusler Kanzler aus Sachsen ttner Sttxrsabvellung in Lachen bei Neustadt entflohen. Inzwischen hat er in (Rnmnersheim und in Mtdorf mehrere schwere Eirchrüche verübt. Bei einmn verwegenen (ttnbruch btt dem Landwirt 2lppel in Gttnsl)ttm wurde er von dttsen Sohn überrascht, der sich zurzeit in Urlaub befindet. Der Verbrecher überfiel mit ttnem in Gom- mershttm gtttohlenen Säbel den Soldaten und versetzte ihm mehrere lebensgefährliche Stiche, auch der auf Hilferufe sttnes Sohnes herbttgettlte Vater wurde von dem Zuchthäusler schwer verletzt. Erst mehrere herbttgettlte Hausbewohner konnten ihn überwältigen,' wobei er im Kampfe übel zugerichtet wurde.
* Einen Preis-Wettbewerb zur Erlangung vaterländischer Lichtbildervorträge veranstaltet die Teutfck>e Vorttagsbühne, Verttniguip) zur Förderung des fstonzett- lund Vottragswesens e. V. in Berlin. Diese Vorträge, deren dis Vortragsbühne währeill) des Ktteges bereits über 7000 veranstaltet hat, sollen in erster Linie dem Kniegserleben entnommen werdensich daher, wenn möglich, ans persönliche Kttegserlebnisse vor dem Fttnd, in Kttegsgefangenschaft, Etappe oder Heimat stützen. Daneben sind auch andere. Vortrags ge gen stände erwünscht, z. B. auä den Gebieten der Uebergangswittfchaft, des technischen Fortschritts, strner solche unterhaltendtt: Charakters, i::sbesondere aus dem, Gebiete der Dichtung und Musik, der blldenden Künste, der Ge- sckMackskulttu usw. Ter Umsang der Arbeit soll etwa 20—35 1 Schcttbmaschinensttten und 30—100 Bilder umfassen. Die drei beften Arbeiten werden prttsgekrönt mit Prttse:: von 2000, 1000 und 500 Mk. Tie Mlieserung hat spätestens am 1. August 1918 an die Geschäftsstelle, Berlin W. 57, Billorvstr. 104, zi: erfolgen.
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