ifrrecim Lftefci Europas I^rrcctr. Diese erfarbert ente nad^xrikflidjc •oeur^ilimg urpera eigenen Interessen, bie allein für uns man- gebeno sind.
AuS der Türkei.
Ko n ftan 1 i n o p et, 11. Juni. (WTB.) Ter intrrimistischc ^^.Dey berief gestern die Redakteure der bedeutendstem Blatter zu sich und teilte ihnen mit, das; die politische Zensur der Zeitungen aufgehoben und nur die militärische Zensur aufrecht erhalten werde.
Einer Zeitungsmeldung zufolge geht aus den vom Justiz- mrmstcr Halil Bey dem ersten T-elegierlen für die Friedens-
rh a u d l u n g e n mit dem Süd-Kaukasus emgegangenen ycaajnajten hervor, daß der Frieden sver trag zwischen der osmaustchen Regierung und den. Vertretern des Südkaukasus unterzeichnet wurde.
Die Parlamentarische Lage in Oesterreich.
Wien, 12. Juni. (Pr.-Tel.) Meldung des Wiener Kvrre-- sppnoenzbureaus. Die Blchter stellen fest, daß durch die gestern J? 5T a v* u einstimmig gefaßten Beschlüsse des parlamentarischen Ausrchilstes des Volenklubs, die sich in scharfer Weise gegen die Regierung Seidlcr wenden nnd deren Entfernung fordecki, die parlamentarische Lage eine jäjlje Wendung erfahret Habe. Wäliwnd gestern noch die Äiissicksten für einen baldigen Zu- sammcjntrltt des Reichsrats in parlamentarischen Kreisen gün- stt.g beurteilt wurdcü, wird nunmehr die Einberufung des Rcichsrats als sehr rn Frage gestellt betrachtet. Die Entscheidung wird nichts vvr Eiche der Wache erwartet. Von polnischr Seite wird betont, daß dw gestrigen Beschlüsse des parlamentarischen Aussll-usses des Bvlenllubs das Bekenntnis zum Staate bedeuten, sich für die StaaLsnot Wendigkeiten imb für eine Verständigung mit den deutschen Parteiar zu erklären. Auf deutscher Seite erblickt man dagegen in dar gestrigen Beschlüssen des Bolenklubs eine Spitze gegar^ die national-politischen Jrttaessen der Tentschcn, wodurch) ein günstiges Ergebnis der ziemlich weit gediehenen Verhandlungen) Wer eine Annäherung zwischen den Tauschen und dar Polen srag- lrch erscheint.
Wien, 12. Juni. (WTB.) Meldung des Wiener Korrespondenzbureaus. Ter Kaiser erlies; ein Rundschreiben an den Ministerpräsidenten v. Seidla, wonach er in Genehmigung der Anträge des Ministrrpräsiderrtcn die vom Minister des Innern Grafen Poggenburg erbetene Ent Hebung vom Amte gewährt imb gleichzeitig dar Präsidenten des AmLes für Volksernährung Paul unter Betramnrg mit der Leitung dieses Amtes zum Mi- Ever und den Präsidenten der Polizeidirektion in Wien Ritter v. Bayer zum Minister des Innern ernennt.
Der Aufenthalt Buriau- in Berlin.
Berlin, 12. Juni. (WTB.) Der österveichisch-mtga- rische Minister des Aeußern Gras Burian hat heut-e äbenD 7.04 Uhr die Rückreise nach Wien angetreten.
Deutscher Reichstag.
L173. Sitzung vom 12. Juni.
Dm Bundesratsttsch: Kriegsminister von Stern.
Präsidart Febrenback crüssuet die Schöna um 1 Uhr 20 Minuten.
Die Beratung des Heeresetats wird fortgesetzt. r . Schulenburg (natl.): Wir becrcüßen die drei vor- aotegten Gesetzmtwürse, be^ondas den auf Milderung des Militär- itra^gejetzbuch?s. Daß den alten Maimsck-asle.i, die im viavn Jahre cm tfetoe 1 riehen, ein Aeguivlleitt, vielt acht in Form einer Z n- mgo,^ gawten wich, ist uns sehr sympathische Ein dunkles Kapitel der Beförderung da Mmrn'chaften. Die altai Fcld- soN^n zu ^eldivebellautnartts befördert Waden. Das Gleiche trrst tür dro Ossiziersstellleickreter zu. Die Reierveofsiziae klagen über Zurücksehiarg gegenliber den aktiven Ofsizierar.
ttpi 1 itrO-o-r* v-. fcX t- n . erv^t s. _ 3 rtr-
Der Seekrieg.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 12. Juni. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer wurden durch unsere U-Boote sechs Dampfer von zusammen 22 000 Brnttorcgistertonnen versenkt.
Der Chef des AdmiralftabS der Marine.
*
Aieri, 12. Jmn. (WTB.) Bom Krisg'srn'rnisterimn der Wartm>S^ktton wird rnirgeteilt, dich Seiner Majestät Schiff „6ftcnt Jftvan" bei ettrer Nachtfahrt in der Adria torpediert lnutde und gesunken ist. W werden der SruierkschiffSleutnant Max öc Röivch, der Maschinenbettiebs- leiter Sarnch, der Seekadett %iiyn MNer und etwa 80 MamrsclUrftÄperfvnen vermißt. Der Seeaspiranr Joseph von Serba ist tot. Der Rest der Bescchuntz ist gerettet
lich
habt, als eine Anzahl __ ^ wnu ,
E?^ rtc 2 v daß sie auf das Eiserne Kreuz nicht veczich-
teten. Das Eiserne Kreuz ist und blttbt ein lyolyel Ehrenzeichen, aa.ne Armee, auch keine d.änokratische Armee kann am Ehrenzeichen vazichtcm. Die größten Heldattaten werde-n im Stillen ohne Än- erknnnrng geleistet Ich mich lyter da allsten Ossiziere l>bend ge- d^e. außerordentliche Pflichttreue der Resaveofsiziere Die aktiven -Offiziere haben aba unser Heer haan-
gedudet.
Mg. von Gräfe (kons.): Wir haben volles Batraucn zu dem nt i eg smiin fber , daß er den Ktzrgen nach gehen mrd M Hilfe M'stien Nnrd. Tie . Gesep-entwürfe begrüßar wir. Auf den ffcrmgai ru-j^ n <x ^ 1 W verzichtet tverden. Die Beförderung zum uberzahugen Untovoffizia ist eine sehr gute Ans'eüchinng. Einmal bamlllgte Zulagen sollten nücht weder znrückgczvgen werden.
ttrlücmtrvlle auf dem Lande sollte rüässichtsvolla cnnAchgrfuhtt werden. Sonst valiett da Landwirt die Freudigkell, .'rahrmcgsmittel zu liefern. In Rumänien geht man viel zarter gegen die Bauern vor. Baheiratete aktive Untevvffiziae sollten nrch zwölstahaga ^.ienstgeit zu Feldwebellartnants befördett wer- Aerzte und Schvestzern haben wir für ihre auf- ouernde Tätigest bewmrdande TmikbarS.-it. Braiw!) Mißstände .werden. Ten Schsvestern gebührt eine bessere stmstchrwigung. Tie Besudlung mrserer Kriegs gefangenen im. Aus I f ? 1 JHnt Öintmef. Ta mich Dirchgreifades gescliehar, iane ..ltossalrepreffalia. Trotz alla Magen haben kvir allen Grund, Iiotz zu unsere L>eaesveru>altnng in da Organi-
fatwn da ganzen Armee geleistet hat.
w b - W r isberg: Ein allgemeines Babot, sich mit
Ra ck-Stagsabgeordneten in Verbindung zu setzen, besteht nicht Unter den Dahnlw'SlommandMstai ist nur ein Gcnaal. Den stoaraiter hat er vor leinigat Tagen abalten De Heaen be-> kommen aber nur ibreir Gehalt für die Stelle. Wann der Jahrgang
Da Antrag Heydebrand wird angenommai. Der Rest deS Gesetzes wird unvaäildat angenommm.
Ter Ge,etzentwurf üba die Zusammensetzung da Ersten Komma wird ohne Erörterung nach den Beschlüssen da dritten Leinng angenommen. Es folgt die Beratung des Gesetzentwurfs bar. die Abänderung da Vaiagnngsurkunde.
de l l (Zentt.) be'ürw?r:et den Anttag Deydebrand 2udicke (irkons.). Bell (Zentr.) und Fuhmaim (riatl.) auf Efipsügung eines neuen Artikels in die Bafassung. Danach sollen *!?? bcr Otttenden rech.lichm Ordnmng der Bahältnrsse des E4aate^ zur evangell, d)en und zur katholischen Kärch- die diesen Zcirchen zupel^merl ^ugniise und Einkünfte gewäl-rleista werden, no wirb m namentlicher Abstimmung mir 315 gegen
b2 stimmen bei einer Sttmmenentl-altung an-renommai. p tu r-5 (Saitr.'i, wonach die ev>angelische und die
katholi, che Kirche in Besitz und Genuß von Sri tun gar und Fonds blabar wllcn und der öon efsionelle Cl-arakter da Volks'chlpe gewährleistet bleiben soll, wird angenommen. Rach deir Beschüssen ^ britten Leiung rft zur Abänderung da Va,oi'sung eine Zwei- drittelmefirl^it rn bada Kamman ersottalich
^\e Kbq Lüdicke (frCortf.), von L>eydebrand (tons.) und D. stohmann (natb) beantragen, daß eine Versassnngsäridanng mrr niit einer Draviatelmelwhttt be'chlossen werden kann De Abstimmung ist nanbttillich. Da Antrag wird mit 207 gegen 162 - n J a,: Stimmenentlmltnng angawmma. Da Rest des Gesetzes wird nach den Beschlüssen da 3. Lesung angenommen.
on da Ge s am tab stim mu n g tvctteu alle drei Gc-'etz- artnmre gegen die Stimmen einiger Zentrums-Abgeordnela, änes Tastv der ^atronallibaalen, da Volkspartei, der Polar und da Sozualdemokrata angarommen
KuttLta?°TiL°5°Lst *»”*>*** 12 UK.
1.870 entlassen waoen kann, kann nick-t gestat'Waden.' Successive
Fälle, daß Untaofsiziae
Aus dem Reiche.
Tvr Brrtmg Rosicke vom Ausschuß abgrlcHnt.
Berlin, 12. Juni. Im Ernährungsausschnß des Rerchstvges barchtete da Undaausschnß üba die Anträge R ö s i ck e (vons.), H e l d (natl.), F e g 1 1 r .(Vp.) „zur Aendaung da Or- gmnftttwn . Ter Untaansschuß empfahl die Uebarveisung da baden letztgenannten Anttäge zur Erwägung und die ?lbänderuna des Anttages Rösicke. Ta Ausschuß kam zur Ablehnung sämtlicher Anträge.
In der da Wstrmmung vorangehenden Aussprache führte Staats,ekretar v. Waldow aus: Eine össattllche Bewirtschafttma der LÄens- und Futtamittel ist bei den jetzt gm Bahältäsen not- wendig. Jedes System einer solchen Bewirtschaftung bleibt aba unvollkommen, solange die Vorräte hinter dem Bedarf bleiben, m m lietzt da Fall ii-'i Ich bin nallirliich auf Babesserungien vDacht, kann aba das gegcirwärtige Stzstem so lange nicht auf- «F- ore Knappheit besteht, weil es bisl^r uns in
vv a ^ Kr iegswhren ^ leidlich durchgehalten hat imd weil die Abändaungsvorschläge einaseits zu mrztttgemäst^i Erpai- menten führen und anderaseits sehr unerwünschte Härten tzevade für den Erzeuger mit , sich bttngen. Das wageschlagene der Landum lagen iit sür die allgemeine Vollsvajortmng unncher, weil die notwendige Sicherung für die nnvermstdliö)en. mcht vorgefeyen-en VtuS alle in ein^lnen Landesteilen mich bei im allgemai«n guter Ernte und für Nachfvrderungen von ein- z«nai Banrrssstellen, wie namentlich da Äeaesverwaltung. nicht befteyt. Eine solche liegt lediglich in da allgemeinen Beschlagnahme der gesamten Ernte, weil nur dami noch späta da Rück- ^iff auf bessa vaiorgte Gebiete möglich ist, während bei dem Grundsatz da Landumlage da freigelassene Ernteteil vei braucht sein würde.
Der bayerische KrirgSmiuister und die unabhängigen Sozialdemokraten.
München, 11. Juni. In der Kammer der Abgeordneten erklärte der Kriegsminister von Helting- rath in Beanttvortung eina Interpellation des unoh- häncffgen SoKiakdemokraten Simon betreffend die Ausweisung politisch mißliediger Personen aus Bcllfam oder deren Berdringung in einen Zwcrngscrnfenthalt in Bayern ll. a..- Angesichts der den vaterländischen Interessen zu- widerla-ufaiden Destrebnngen der unabhängigen sozialdemokratischen Partei eraclche ich es für geboten, der Stärkung oresa Partei während des Krieges mit allen durch, das Gesetz mrr Knr Verfügung gestellten Mitteln entgegenzuar- beitOn. Als wirksames Mittel den: weiteren Umsich^reifeii verderblichen Einflusses der unadhängigeii sozialdemokratischen Partei vorziubeugeii, eriv-ies es sich, jene Partei- cnrgehörigen, die sich durch agitatorische Umtriebe besonders hervortun, ans ihrem bisherigen Wirkungskreis zu entfernen. Es ist ganz natürlich und unvermeidlich, daß die Msw-eisungen und der Zrvangscmfenthalt für oie Betroffener! eine Härte bedeuten und mit .nateriellen Schädi gütigen verbunderi sein tonnen. Wenn wir aber solche Maßnahmen anordneii, so handeln wir rmr in berechtigter Notwehr und pflichtgemäß. Wir schützen uns gegen' die MackZenschaften von Leuten, die das Vataland und dir Kriegsfuhrung mit alleir Mitteln gefährden und bestrebt sind, da geht es hart auf hart, weichticlie Rücksicht aus ein-elne wäre ein Verbrechen gegen die Allgemeinhert.
Fleischlose Wochen?
A u g s b u r g , 13. Juni. (B. T.) In der Sitzung des Ministeriums des Jnneril wurde mitgetcilt, daß vom August ab lvegen Viehmau^s gänzlich f le i s ch l o se W o che n ein- treten würden. Auch sonst seien die Lebensuiittel knapp.
wird die Entlassung möglich sein. Die
zn Offiz-aen befördat wader. hänla^sich. Feld nnd Heimat feste Kßle '^(Bellstl ^ oi t tittcn 91itcJT Klang und draußen
Generalobe-ast Dr. Schul Ken: De beim Etat des Jmian vorg brachten st'h m ü f tx die Gescl/ech'skrankheiten im Feldheer waren um mehr als das Dop Ate übettrieben. 15 pro Mllle ist me Durchschnittszahl. Wem: Abge-vrbneter Tr. Wirth über die Lazarettranspmte llagte. so ist dazu festznftellen. daß wir die Lazarette im Westen freimachen mußten, um aus dcn Lsfensiv-
kämpsm neue Vawmidete crusuehma zu können." JnUgeineina ist dre Verpflegung gut, gegen Mißftände wird magisch eirr- ge,chrllta.
Aög. Werner--HerAfeld sTartsHe Fr.): Mt allem Nach- das Los Unsaer .Kriegsgefangenen im Auslmtde ge- Dmu Kri^stmlcha muß enagffch zu Leibe gegangen wecken (Brzeprasidart Dove amahnt den Redna, beim Heeres- et«r zu bleiben. > Itwaen KttegSgeftmgrnen muß die Sorge um ihre Zullmst aleulstett Waden.
Genaal von Ovcn: Wenn Mßgriffe bei da Nochsuche aus venr Xarix vvrgckommen sind, so bitte ich um Mitteilung, damit telegraphisch angeschritten waden kaum Es muß unta Umständen sofort eingeschritten Waden.
^dg. lft Y s s e l lU.Coz.): Daß die BehmililungdevSvldaten bessa geworden rft, haben wir nicht feststellen können. Dian sollte devi Feldgrauen ihr Bürgar echt auch in da Uniform geben. Das kön- nen Sie und wollen Sie nicht, weil es Ihr System vernichten! würde. Zur Behebung aller Beschwerden ist nur Aenderung des ganzen Systems imstande. Deshalb lehnen nur auch die vorliegenden Gesetzentwürfe ab.
Abg. Sosinskh (Pole): Die Aushebung der Arbeiter gescheht parteiisch. Wer mißliebig wird, kc-mntt auf die schwarze LisA und wird emgezogen. In der Jndusttie aba werden jrmgs Bureanbeamte fälschlich als Arbeita reklamiett und zurückgesttllt
darauf wird die Weitabaatung auf Donnerstag ein Uhr vatagt.
Schluß 7V* Uhr.
preußisches Mgeorönetenhsus.
(157. Sitzung vom 12. Juni.)
Am Ministertilck)k: Tr. Drews.
Präsident Graf Schwer in-Löwitz aöffnet die Sitzung Ur l r 20 Minuten. Die Beratung des Gesetzenttvurfes üba die Wahlen z um A bgco r bncten I>anf e wird fvttgesetzt bei Paragraph 24 (Abgrenzung der Wahlb-ezirkeb Dazu liegt vor an Eintrag Aronsvu (Vpt.), wcmcvck), die Bahältniswahl in den ge- misclül'pracliiigen Bezirken da östlichen Pvovrnzen, in den großai Städten, wie in Balin und Potsdam, und in den Juvusttiegebietai des .Westens angeführt waden soll. Nach dem Anträge von Heydebrand (k.), Tr. Lobmann (nll.) nnd Lktdicke (freik.) soll die Bahältniswahl in den gemischtsprachigen Bezirken da Ostmark angeführt werden. Ta Anttag Brust (Ztr.) ivlll die Bahältnis- wah! m Balin und Potsdam und in den westllichm Industriegebieten ernführen.
Ta Antrag Heydebrand, Lüdicke, Lohmmm wird angenommen, ebenso da KomproTnißantrag zu Paragraph 24 wonach die dlbgrarzung da Wahlbezirke nur bei aua Treiviatel- mehrl>ett in beiden Sttomlrrtan erfolgen farmt. Die übrigen Anträge waoen abgclehnt.
Mit düsen Watberimgat wird der Paragraph 24 angenommen Zu Paragraph 25o boarttragen die Abg. Haidebrand, Lohmann und Lüdicke, daß für die beiden asten Wahla nach dem Inkrafttreten des Ge-etzes die Kriegsteilnehma Zufatzstrmtmen ahalten sollen
Abg. dldolf Hvffmann (U. Svz.): Sie (nack) rerlsts) lwlttn die Entrechtimg .der Vata'landsvaleidiga. £(t Mlclmung d^ Antrages Hcgemeista bedeuLck eine Pvor^kation des Volkes. Sst erweren den Kriegsteilnehmern die größte Wohlfahtt, nxnn Sic dar Krieg beenden.
Abg. Arendt (freik.): Angesichs des V an ichtung sw illens unsaer Fände müssen wir den Krieg sottsctzen. Ter Antrag Hagemafta war in einer Form gestellt, die die Aimahme mu- möglich maclste. Jedenfalls nrüssen die Kreigstalnehr.i-rr bei dem Wahlrecht zu ihrem vvllen Rechte kommen.
Abg. v. Plehwe (kons.s: An da Front haben wir nur eine Bitte an dre Haren Hirsch und Hossmonn: Halten Sie nicht .lck-e Reden, die nur dem Feinde nützen? (Großer Lärm TH den
Abg. Tr Lohmann (natl.): Auch ich muß den Vorwurf -uruckwerfntt daß der Antrag Hagcmeista aus taktischen Gründa, gestellt worden ist.
Abg. D ch bebranb (tortf.l: Ter ?%. Soffmann und ;;ne Freunde stellen sich als die besondaeu Freunde dn Kriegs clluchma hin. Wir aba wollen im Interesse der Kriegsteil- Schmer die gai*e Angelegenheit solange hinausschieben. bis de^ Kn eg zu Ende ist.
. Abm Hirsch (Soz.): Wenn der Abg. v. Plehwe behauptet unsere Reden nützten den Feinden, so ,oar das eine Unverschämt- hak (Ta Redna wird zur Ordnung gaufen.) Es war eine Frechheit. (Da Redna wird zum zweüen Male zur Ordnung gerufen,)
Ans Stadt nnd Canft,
Gießen, den 13. Juni 1918. Die Verwendung der Brenneffel.
^ viele verkannte Freunde der Land-
wntschaft und des Gartens gibt, die durch die Unkenntnis und den Unverstand der Menschen vielfach mißac^rt, verfolgt und va- ^ auch snne große Anzahl von Pflanzen. Mt ls lästige Unkräuter gelten, obivohl sie in vielen Fällen Maschen nna. Steren zur Nahrung, häufig sogar al§ Arzneimittel oder sonst e r? c . T1 l b^neu können.So ergeht es auch daDrennesscl,
cnc sä-ou gesurartet wird wegen ilna eigentümlich gebauten Brenn-» haare, daar paft an brennendes Jucken auf der Haut oaursacht.
wurde bis letzt als lästiges Unkraut allenthalben verabscheut mch ^urteilt, ist aber in vielfacher Beziehung doch recht watvvll. Vor der EriifÜhrung der Baumwolle war die Nessel als Gesvinft- pflanze von^^edartung. Schon im ?llterrum hat nttm aus den ^ 0^01 bey Stengels an seines Gewebe, das sogenannte Ne'seltuch verfertigt, und :wch bis auf den heutigen T-ag hat man in Frankreich aus den S^'.gelwsern der Nessel ein feines Papia bereitet und in Thüringen die Loc^n gür Puppenköpfe. Jetzt in da schvaen Kriegs- zeit i!t dupch den Mängel an Baumrvolle, an Hanf und Flachs glich ’ >i: Brann;scl wieder zu Ehren gekommen. Auf rlnvrdnuna Kncgswwtsc.^-.t.amtes iverden die hol>cn Stengel der Brennessel letzt alle vrls gesammelt, von den Blättern befreit, getrocknet und eiiier Zentralstelle zugeführt, um dann vaarbüttt zu lverdai. Da sie gut bez^ihlt werden, so ist das Sammeln lohirend, und es ist zu hoffen, daß c-nrch eut allgemeines Sa mm. in größere Mengen zusammen kommen, als im voriFähre. In manchen Gegenden) ^ C9 ä tu - ^ Frühlings die jungen, zarten Blatter der Bramesiel als Ganüse, lvie Spinat zubereitet, gern gex messen ^etzt hat man bei dem Mangel ausländischa Frübgemüft sich dessen errrniert und. mit diesem Gemüse-Ersatz vielfach Versuch« gemacht. Es gilt aba, wie bei allem Wildgemüse, das allgemein» Boairtal zu übawrudai, bis der Verbrauch allgemeina vabreittt wird. De getrvckntten Blatta da Brennessel waden vielfach als Öalmttte^ und als Hausmittel gebraucht und sollen als Tee, mit Homg und Wern zu bereitet, heilsam sein bei Brust- mrd Änyen-- Verschleimung ba Af'thma und Ruhr. Früher hat man den Nrssel- laft zur Frülstahrskräuterkur als blut- und magenreinigerrd gv- trimkem^ Fische und Krebse werden im Somtmer öftas in frisch« Dreunesseln verpackt zum Versand gebracht. Fein geschnttten geben! ^ F^ühiahr die jungen Nesseln, unter Kleie mit etwas Milch gemischt, cd? gutes, ausgezeickmetes Futta für junge Gänse. Der ^>amen der Bveimessel unta das Hühnafutta gemischt, reizt bis .Hühner gegen En,dc des Wintas, zum frühtzeitigen Galegen. Nessebl als Heu venvendet oder geschnitten unta das Kurzfutta gemischt, geben ein gutes, nahrhaftes Biehfutta. das lei Kühen dar Mrlchettrag Ueigat, den Schtverneu recht zuträglich ist und dev! Pferden glatte, glänzawe Haare valeiht. So sehen wir, une rtm| verachtete Pflanze doch van mehr Nutzen und> Bedeutung sein kann, als der Unkundige weiß und glaubt. Es ist kcinestvcgS unsere Absicht, 'nun z-um Anbau der Bremressel Veranlassung geben oder dazu raten zu wollen: wir wollar vielmehr mir dazm. Ajnregung geben, die Pflanze an den Hecken und Zäunar, hiitta da Scheua nnd am Raine, auf Schutthaufen und an Wäl'dungen nicht mehr achtlos zur 'Seite zu 'werfen, sondern sie jetzt allgemein fleißig zu sammel» und zum Nutzen da Allgemeinheit zu vaweuden.
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** Am tliche Persionalnnchrichten. Der Gro^» Herzog empfing zmm Vortrag den Minister des Innere Dr. v. Homber^k zu Vach, den Finanzminister Dr. Becker^ den Geh. Legattonsrat Dr. Neidhart, den Generaladj-utt General der Kavallerie v>n Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirckt. Geh. Rat Vnr Rvmheld nnd den Intendanten Dr. Gger.
** Aus dem Militär-Wochenblatt. Besördat: » Haüpklatten: von Dewall, Oblt. a. D. (Drisburg), pck St. i. Jns.-Regt. 116; zum Oberleutnant: Wester, 2t. d Sfei b. Jns.-Regt. 116 (Andernach); zum Leutnant d. Res.: Rheinfurth, Vizewachtmasla (Friedbag), d. Feldart.: Moeller, FLHnrick- im Inf.-Regt. 168, zum.Leutnant, vvrl. ohne Patent.
** Kapitänleutnant Schmehl, 1. Offizia dc-S „Wolf", erzählte gestern abend im Fürsbenhof im Kreise von Milikärvanneni und geladenen Gästen ausführlich von den Fahrten dieses Hilfskreuzers. Wi>e nicht anders zu awarten, war dcn ergangsren Einladungen zahlreich Folge geleistet worden. Beigeordnet« Krenzien begrüßte den kühnen Seenrann und stattete ihm arnl Schluß auch in herzlichen Worten Dank ab sür seine fesselndes Schildermrgen, denen die Ktwesenden mit größta Spannung und Interesse folgten.
** G utschriftsanzeigen als bares Geld. Di^ öffentlichen Sparöassicn cm Zahlimgs Statt sollen mehr als bisha zur Fördenmg des bargeldlosen Backehrs haangezogen waden. Aus Antrag des Teutsclpn Zattral-Givo-Vabandes sind die strutt- lick)Ln Kassen ermäclstigt worden, Gutschriftsanzeigen öffentlicher Sparkassen an Stelle des baren Geldes anzunehmen. In den An-, zeigen bescheinigen die Spuikasscn amtlich, daß sie den Betrag! auf das Reick-Zbank-Giw- vda Postsckieckkonto da slaatlichen Kasse übawiesen haben. Schm bei Ida Annahme da Gutschriftsanzeige ist die zu tilgende Forderung als bezahlt arrzusehen. De Cinnalmvs wird wie jede Barenrnahrne endgültig gebucht. Es wird auch da Empfang ordnuiigsmatzig bestättgt. De Wrzeige wird im Kassen- beftande als bares (^elb gefühtt, bis da Betrag von da NeiickSbank oder dem Pvstsich'ckkvnto gutgeschrieben ist De Vordrucke für diese Anzagcu. sind P»),irrten, um Papia und Pvstiebühr zu sparen * S ck-! frohrund Ko l benfchil f. Schilfrohr Ercitig ^«rbcn >md als &ai gotrvcknct, im Futteno-rtr audmi Wiesahai völlig gleich. Es muß aber m grünem Zustand vor da Blüte geerntet werden. Awch in diesem Jahre ist für eine nvögli« vestlose Ernte Sorge getragen. De Eigattmna oder Nutzungsbe- cecküigten wmdm zur Epnte anfgefordett. Gescheht dies nich, so karm sie durch die Genia.idc oder den Komuitunalvaband vorgenommen werdem Iw Notfälle sorgt da .Kriegsausschß für Ersatz- sutter für die Nutzung. Kami das Schlfwhr nickst grün geerntet norden, so nuiß es später in verliolK!em Zustande geschhen. Etz wird dann lme Stroh durch Auffchließmig mit ßaiige in cru brauch bares Futta umgewandelt, luerat es nicht zu anderen Ziveckm, dtintt. Much das Kvlbarschilf wird Mir Fasagewir.nmtg gcerutet.


