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Amt» brr in einem Zuge i lack-drängenden vordersten deutschen Divisionen. Damit ist die Ausnutzung der für die französischen Truppen versck-iebnngett entsckxudeird wichtigen und darum auch im Lause des Krieges zur erhöhten Leistungsfähigkeil ausgebauten Marne-Bahn, der stark.reu Frontweck-sellinie des Gegner-, zwisck-en der Champagne mp der Nordfront, praktisch ausgescl-altct. Die Bahn liegt aus dem wichtigen Südufer der Marne, zivei Kilo­meter twr den Mündungen unserer Geschütze wie aus dem Prä sentierteller. Sie ist damit, selbst wenn wir darauf verzichten. die Schienenspur zu besetzen, praktisch gesperrt. Das 0^ewick-t dieses mit beispielloser Schnelligkeit cingebrachten Erfolges kann nicht hoch genug veranschlagt werden. Der Erfolg, der sich in der mit der Er­reichung Montdidiers gegebenen Avre-Tal-Berbindung Paris Amiens zeigte, hat im Marnetal eine glückliche Abrundung er­fahren.

Auf den Spuren der Schlachten.

Berlin. 3. Juni. (WTB.) Zwischen A i s n e und Marne zeigen kilometernxit die breiten Straßen und ihr Nacht» argelände keine Spur des Kampfes. Am schärfsten tritt das zwischen Aisne und Vcsle zutage. Hier wandelte sich der Rückzug der Fran­zosen in eiligste Flucht. Erst an der Vesle, wo sich l-erangeeiltt Reserven des Feütdes zu stellen suchten, mehren' sich die Anzeichcui des Kampfes. Hier liegen die toten Franzosen in Haufen. Weiter südlich sprechen Pferdeleichen, zusammrngestürzte Wagen und zer­schossene Autokolonnen von neuem von einer verwirrten Flucht des Feindes. Je näher man an die Marne kommt, desto mehr Käufen ljsich ,dcnm wiedcr die Spuren verzweifelten Gegenwehr. Aul der letzten Höhe vor dem Marnrtal bei Lc Charmel mußte der zähe Gegner von im Galopp auffahrenden deutsck-mi Batterien erst völlig zusammengeschossen werden, ehe die Infanterie die ins Tal führende Straße erreichen konnte.

Die französrschen Flüchtlinge.

Haag, 4. Jimi. sB. T.) DieDaily News" erfahren ans Paris: Die Flüchtlinge aus dem Kampfgebiete an der Aisne u nd a n der Marne sind gestern in imnwr größerer!« Maße in Paris angekommen. An vierzehn Tagen lwttägt die Zall >er Flüchtlinge mm mehr 12000t). Sie werden nach der Normandie, Bretagne, Touraine. Burgnnd nnd anderen Gegenden weiter- geschickt.

Franzönscher Bericht

vom 2. Juni, nachmittags

ter deutsche Druck dauerte mit großer Stärke an der Front zwischen Oise mrd Marne an. Tie änßerst hefttgen Versuche am Nordraitd des Waldes von Carlepont und Mvnlms-sous« Tonvent wurden aufgehalten. Die französischen Truppen haben >en Feind nördlich von diesen Orten zurückgeworfen. Mont de Choisy wurde viermal von den De^rtschen Mi. 7 e> 7 riffen. Bon ihnen getrommen, wnrde es von neuem durch die Bajonette französischer Soldaten zurückerobert, welche es bel-aupteten. Zwischen Bierzy und Ourctz^ bemächtigten sich die Deutschen der Orte Longpont, Eo r c h, Faver olles und T r o e n e s, aber durch einen ener­gischen Gegenangriff eroberten die französischen Truppen biefd Ortschaften neuerdings zurück. An der Marne erreichen die Tent- sthen die Hohen westlich VE Chateau-Thierrv. Die Franzosen halten den am linken ltter gelegenen S.adtteil Hn'tige Kämpfe fanden an der Straße D o r m a u s Reims st>att, welche die Deutschen südlich Olissp, Bivlastes und Bille-en-Tardenois ein wenig überschritten. An der Front von Reims keine Veränderung.

Deutsche Flieger über Paris.

Paris, 3. Juni. l'WTB. Meldung der Agence Hanns £>"*Matin" meldet i lieber der Banumeile entspann sich nachts ein heißer K a m p s gegen deutsche Geschwa­der. Einem einzigen Flugzeug gelang es durchzubrechen: es warf eiligst sei,re Bomben ab Bier Personen wurden schtver verletzt.

Englische Plünderer.

Berlin, 3. Juni. (WTB.) Die zurückflutenden rück­wärtigen Staffeln und Bagagemanuschaften der Englän­der ließen sich nach Berichten der Ortseinwohner im Bürgen- blick der schleunigen unsrettvilligmr Abreise nach rückwärts in einer Reihe von Läden urrd Häusern der verbündeten Franzosen schwere Gewaltsamkeiten und Plünde­rungen zu schulden kommen. Das führte zu sehr erregten ^enen, stellenweise sogar zur Selbsthilfe der Ortseinwoh­ner, die schließlich in Küche und Keller eingedrungeuen Engländer gehörig verprügelten und an die Lust setzten.

Tie Kritik in Frankreich.

ä 3nnt. Unter der UeberschriftDunkle

L.age stellt Renaudel in derHumanite" fest, daß die sran- zonschm Heeresberichte nicht vollständig der Wahrheit entsprechen. Er nlmntt sodann Stellung zu der Erklärung, daß die Regierung keine Mltte.lung machen wolle, die zu verlangen das Parlament em Recht i-abe, und jagt, daß.selbst für den Fall der Wieverl-er- Äellung der Lage die Regierung nicht von der Pflicht zur Beant­wortung der Interpellationen entbunden sei. Wenn es sein müsse werde man eben eine Geheimsitzung abhallen. Aus jeden Fall seren Fehler begangen worden, die aügestellt werden müßten. Renaudel wundert sich vor allem, daß bei allen Offensiven der Entente das Ueberraschungs- moment nie eine Rolle gespielt habe, während bei der jetzigen Osienstoe die Ueberraschung rviel-er vollständig geglückt sei Er wagt, ob die Kriegsräte in Versailles und Paris Uveck-.näßig seien k-a durch ste die Entscheidung bei schnell sich entwickelnden Ereig- n V [ en , Emer verzögert werde. Das Parlament müsse über alle vceie Fragen Bescheid wissen, denn sie ständen mil dem Heil und der Zukuntt des Landes in unmittelbarem Zusammenhang

Lord Cecil über die Lage.

, 2 - 3«ni. (WTB., Reuter. Der Parlamcntsunler-

sekretar ^Mr^ a uswärtige An gelegen heilen Lord Robert Ce

cil, führte in einer Rgde, die er gestern in Hitchin hielt, aus: Wtmn das auswärtige Amt unseres Landes unfähig gewesen wäre oder in Handelt von übereilt uird unbedachtsam handelnden Leuten, so würden wir nach meiner Meinung nicht die Berbün- öeten l-aben, die letzt in diestnn Kantpfe auf unserer Seite stehen. Auf die militärische Lage in Frankreich eingehend, sagte Lord Eecil: Mcmarrd kaim die Telegrainmc lesen, ohne zu seben, daß die Lage besorgniserregend ist. Es ist ganz sicher, je j größer die Gefahr ist, um so größer wird die Entschlossenheit un- , seres Landes sein, mit allen Mitteln durchzuhalten. Es besteht fein Zweifel über unseren schließlick>en Sieg. Aber ich fühlte im- . mer, seitdem Rußland sich selbst nxhrlos machte, das; wir eine sehr j ernste, schwierige Zeit haben würden, bis das volle Gewicht i unserer amerikanischen Verbündeten fühlbar wäre.

! Wir befinden uns jetzt mitten in dieser Zwischenzeit. Ich leugne , ihren Ernst und ihre Sorgen nicht, ich habe aber das äulßerste Zutrauen zu bex Tapferkeit unserer Verbündeten und unserer eigenen Soldaten. .

Tic Ukraine.

Kiew, 2. Jnni. (WTB.) Der deutsche Botschaf­ter Freiherr v. Mumm und der österreüi)isch-ungarisckie Botschafter Graf Forgach überreichten heule dem Hetman Skoropadsk i im Aufträge ihrer Negierungen ein Schrei­ben, durch das sic die derzeitige ukrainische Negie­rung anerkennen und in amtlichen Verkehr mit ihr treten zu wollen erklären. Der Hetinan Skoropadski dankte in deutscher Sprache .Er schloß daran die Versicherung, daß es nach wie vor sein Bestreben sein werde, die von ihm über­nommene Regierung der Ukraine in engster Anlehnung an die Mittelmächte zu führen.

Die Wahlen zum rumänischen Parlament.

Bukarest, 3. Jnui. Die Wahlen zum rumänischen Parlament, dem Senat und der Kammer, finden vom 1. bis 0. Juni statt. Die Parteien B-aticmus und Take Jonescus, die einen großen Teil ihrer Anhänger, unter ihnen viele bisherige Abgeordnete, verloren hal>en und gewissermaßen in der Auslösung begriffen sind, haben in Voraussicht einer zu erwarttntdert nieeei- schmetternden Niederlage keine Kandidaten ausgestellt und Wahl­enthaltung als Parole ausgegeben. Außer den Mitgliedern der Partei Marglstlomans kandidieren die Anhänger Carps und Sreres, des Generals Averes n und einige aus den Parteien Brattanus und Take Jonescne' ans getitene Mckgliedec, die sich als Unabhängige haben ansstellen lassecr, unter ihnen der ehemalige Minister Orloanu. Gestern, am ersten Wahltage, fand die Wahl für das erste Kollegium des Senates statt. Gewählt rourden u. a. Ministerpräsident Marghiloman in Turiru Magurele, der jetzige Justizminister in Bukarest mrd der Minister für öffentliche Arbertcn in Bakau.

Tie Epidemie in Spanien.

London, 2. Juni. lWTB.'t Das Reutersche Bureau meldet aus Madrid vo?n 2. Juni: Die unbekannte Epidemie, die vor etwa 14 Tagen in Madrid auftauchte, hat sich mit riesiger Schnelligkeit au s g e 6 re i t e t. In Med id allein erkrankten ü'er 1<X)000 Personen daran und die Zahl der Kranken nimmt noch täglich zu. Die Epidemie h-at bereits nach den meisten Provinz-' Hauptstädten und nach Marokko übergegrisfe n," wo die >p.misck>e Garnison dvavon betrosseil nmrde. Sie verbreitete sich nammtlich in den dicht bevölkerten Distrikten so rasch, daß die öffentlichen Dienste dadurct- entstlich in Frage gestellt werden Gestern Narben an der Kranthnt 11t Menftchen, ivährend der letzten Tage ungefähr 700. In allen Fällen mit tödlickw'm Auc>- gang handelt es sich um Kompli^rionen. Gesuride Personen genesen in vier bis fünf Tagen. Für Menschen mit schwacher Gesundheit, vor allem für Kehlkopf- und Lungenleidende, ist die Kranlheit gefährlich.

Der Seekrieg.

Neue U-Doot-Erfolge.

Berlin, 3. Juni. (Amtlich.) Eines unserer U-Bo-te unter der Jüh-rung des Kapitänleuttrmrts Werner hat im östlichen Teil des Aermetkanals und an der Mste Westenglands fünf Dampfer mit über 29 000BRT. vernichtet.

Von den versenkten Schiffen wurden namentlich festge­stellt der beivaffnete englische Trcmsportdampfer Dcnbigh Hall (4943 BRT.), der aus stark gesichertem Geleitszuge hercnrsgeschossen wurde, und das französische bewaffnete Mvwrtailkschifs Motricine (4074 BRT ), dessen Kapitän ge­fangen eingebracht wurve. Bei der Versenkung eines minde- sterrs 7500 BRT. großen beioäffneteu, tiesbeladenen Fracht- dampfers aus stark gesichertem Gelcitszug wurde infolge der entstairdeiren Verivirrnug eilt tvoiterer etwa 6000 BRT. ssroßer Daurpfer durch Zusammenstoß mit einem andern zum Sinken gebracht.

Der Chef des Admiratstabes der Marine.

Versenkung von 12 englischen Fischerfahrzeugen.

London, 3. Juni. iReuter.! 9lus Belfast wird gedrahtet daß ein deutsches U-Boot am Donnerstag abend an der Mftc der Grafschaft Down eine Flotte von kleinen Fischer­lahrzeugen angegriffen l>abe. Der Besatzung wurde der Befehl gegeben, in ihre Boote zu gehen. Darauf ging ein Regen von Ge lckwssen auf die Fisck^ersahrzeuge nieder. Bon der aus 30 bis 40 Schüfen bestehendetl Flotte wurden zwölf v e c f c n 1 1,' beit Res. rettete der Umstartd, daß das U-Boot bei seiner Arbeit gestört wurde und rasch tauche.

Ares Stadt nnd CanA.

Gießen, den 4. Juni 1918.

Gib für die Lndendorsf-Lpende!

Unvergänglich wie Hindenburgs und Ludendorsfs Name sind die hcrrltü>en Taten unserer tapferen Hcldenfohne. Nur oenige Woche«- und wieder fährt sich der Tcrg, an dem 'Ae fred^e Herausforderung unserer Feinde sie in dett Kampf rief, und mu kurze Zeit noch so hoffen wir werden Me Feiertagsgloiteu sie »Meder an den t-eimarlick)eu Herd locken. Ruhmbekräuzte Sieger! Schon liegen unsere Feinde am Boden, die uns unterjochen und zerschnrettern ipollten, fnrd selbst zum Raub ihres 5)vchmuts, ihrer Medrigtoit ge- rvordeir. Alt dcutsd)«er Heimats.ie'be sind ihre Austünne zer­schellt. Die freie Heimat rüstet sich, seinen Heldensöhuen. Hort und Schirmstätte zu sein. Jeder Krieger soll sein Glück zu Hause fiubeat. Dazu wollen lvir, die nftr ihnen alles: dankest, Gesundheit, 'Freiheit auch Loden, helfen. In L u d e n d o r f f s Z e i ch c n muß auch diese Spende siegen, die den Kriegsdescl-ädigten neueo Leben geben rmll. Keiner bars zurückbieibetl, jeder muß dazu beitragen, daß unsere rapfereu Heiden Gesundheit und Arbeit tvieder erlauben. Das ist die Ehrcmpfticht jedes Deutschen!

Wie überack ist auch hier eilt allgemeiner Opfertag für den 9. Juni vorgesehen, all dem Abzeick^n, Postkarten nnd Blumen zum Verkauf gelangen. Mit der Durchführung der Ha«i*sammluligerc sino 12 Frauen betraut lvorden, die die Sammellisten zur Eiuzeichtiung vortegeu lverdeu und dre mit einem entsprechenden p VlizelLickien Ansrvais verseilen srnd.

, c l | u . t v . t v i vi/ ». v 11. hsi. v vw. v \y

Herzog empftng zaun Vortrag ben Staatssel'retär des Reich^- poitamts Wirlg. Geh. Rat Rüdlin. Der Großherzog hat am l . Jnm den Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheirn, Profestor Gustav Spiegel, auf sein Na-ck>suchcn wcgcn ge- sch.vtichter Gesnichhett in de>l Rlll)estand versetzt nrch den Lehramtsassessor Franz Kiefser ans Mainz zum Oberlehrer ernannt. Der Großherzog hat ain 17. April d I. den Regier nl igslmumeister in der Hessisch-Preitßi scheu Eisenbabu- gemetnichaft, .Hermann Wickmairn, Vorstand des Betriebs­amts zu Mainz, Dr -Jirg. August Walloth, Vorstand des Betriebsamts 1 zu Gießeit, August ^i^^ebr^ 7 ^^, Vorstand des Bctriebsamts zu Bingen, Wilhelm Kahser, Vorstand des Maschnrenamts zu Worins, Fritz Hartmann, Vorstand eines Betriebsamts, zur Zeit bei der Eisenbahndirettion zu Köln, Wilhelm sieben, Vorstand eines Betriebsamts, zur Zeit bei der Erseubahudirektion zu Saarbrücken, Emil Moeller, Vorstand eines Werkstätteamts bei der Eisenbahn-Hanpt- wercstatte zu Paderborn, unb Ernst Kraft, Vorstand des Be- trrebsamt'ö 2 zu Dortmund den Eharakter alsRegierungs- urch Bailrntt' mit Wirkung voin 20. März d. I. an verliehen.

Beförderung. Vizeseldwebel nnd Offiziers-Aspirant Karl W a l l b o t t wurde zum Leutnanl befördert

Dieb st ah >. In der Nacht zum 2. Juni wurden aus einem -wfc eine Kiste mit 50 Liter Nordhauser entwendet. Dre flasch,eu tragen ein lveiße^ Etikett mir sch.mrHer ^chrrstNordhäuser", oben links Vertrag M S. 151, unten rechts R. Oppercheimer Sohn, Gießen Vor Ankauf wirv geiparnt. Sachdienliche Mttteilungen niinmt die hiesige Krrm rna labteilung entgegen .

^ *1 ^ ^ ^ sür gewerbl. Verbraucher

von Kohle, Koks und Briketts im Juni. Zu der gestern veröffentlichten Meldung sei noch nackmetragen, daß die ^Verordnung nur solck>e Verbraucher betrim, die min - Tonnen --- 200 Ztr. nvonatlich verbrauchen.

** Obftmns nicht .in verzinkten Eisenkesscln etnrvchen! Es ist vielfach beobachtet worden, daß beim Ein- kockjen von Obst in verzinkten Eiseickesseln, vomehmlich in schad- basten, durch die Orvdafton des Zülküberzilges die Bildung von Obstsänren und Zinksalzen l)evvvrgc rufen wird. Durch diese Zink- salze wird das Obstmus vergiftet und für die menschliche Eniährung (übrigens auch für die tierifcbe) mrbrauchbar. Da in vielen Gegenden! ^eutlchlands die Bevölkerung nach der Beschlagnahme der Küpser- und Messingkessel zu der Denvendun'g verzinkcer Eisen keslel l^eim Ciittforf>en bc* Obsttnuses übergegangen ist, sei hiermit erneut ans die großen ( Gefahren hin ge wiesen .und dringend davor geivarnt, verzinkte Eisenkessel zn benutzen. Es halben sich leider vielfach Ge- sundheitsschädigungeit durch die hier gesclstlderte Unsitte eingestellt.

** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Sein bester Freund" betttett sich das neueste Detektiv ')cben- teuer des Joe Deebs, das im neuen Spielplan zu sehen ist. Außerdem wero das DramaDas Geheünuis der Fürstin" mit Wauda Treirmann mid Big) Larsen in deu .Hauptrollen gegeben. Siehe Anzeige.

** Zur freiwilligen Klciderabgabe Auf wiederholte Anfragen sei erneut mitgeteilt, daß für Gießen ein Abgabetermin, Sammelstellen usw. noch nicht bestimmt sind. Auch die gestern ver­öffentlichte Mitteilung bett. Abgabepft'icht der 'Militärper- fonen dient vor allem zur Unterrichtung. Wir werden nicht verfehlen, sobald über die freiwillige Klciderabgabe in Gießen Näheres bekannt ist, unsere Leser zu unterrichten.

LhäieM-Thicrrr).

Der Hauptort des Telles des Marne-Tales, den der Vormarsch oer deittscheu Truppen erreicht hat, ist ChLteml-Thierry. Er hat senken Namen von dem berühmten Schlosse, das Karl Martell im Jahre 720 für den König Thicrry IV. erbaut hat und das im Laufe von elf Jahrhunderten schier unzählige Male belagert nnd erobett, wieder genommmt, zerstört und neu ausgebaut worden ist. Noch fcnl bel)errscht es von seinem Hügel die Stadt, noch heut bildet es ihre größte Sel)enswürdigkeit aber das einst so mächtige nnd feste Adelsschloß ist jetzt nur noch eine Trümmerstä.te. Richftger vielleicht gesagt: ein Park, den man auf einer schönen, von Rathause der Stadt ausgehendeil Treppe erreicht oder hübscher noch ans dem malerischeri Wege, der aus d-em alttn gotisck^n Stad tore von Sankt Peter zum Schloßt)ügel hinaussü.-rt. In diesem Parke sind iveit- lauftge Reste verttreut: Mauern ohne Zinnen, Bruchstücke alter Türme, Fundamente von Toren und GemächTrn, aber längst hat Me unermüdliche Natur das Mauerwerk in sich ausgenommen und freurrdltch umspoimen, nnd wo einst hercisckie Barone hausten, da genießt man letzt von schöner Terrasse das hübsche Bild der zu Fützeti liegenden Staot und Landschaft. Breit und ruhig fließt die Marne, nnd iften Lauf begleitet ein sreundlichTr Kai, der durch eine Baumreihe zu einem angenehmen Spaziergänge ausgeftaltet vwrden ist.

und die Haupt- und Geschäftsstraße van Cküteau-Thterrv: das sind die beiden Berkchrsadern und der Lieblingsansentl«lt der Bürger der stillcm Stadt. Denn still ist Chutenn-Thterrn, obgleich es an einer der wick 'igsten sranzö,'isck>en Bahnstrecken urcd cruem verkehrsp.Kitisch sehr bedeutenden Wasser- lauh liegt. Es umdafp nur gegen 8009 Mem'ck.m, es hat teilte Industrie und nährt «ich allein als der natürliche Mittelpunkt des Handels der umliegertbekc Lan'Mchtften.'Ter still te Teil der stillen ^todt pt das Kivckumviettct, das sich am Fuße des Schloscherges ausdeh ü -n,^ wo k.österlich sriebliche Si'-aßen und Plätze sich nm cme enr »- <rnwvtereir, dce ein anziehendes Werk üppiger Svät- sotck tst. In oiefer Gegend har EHLtemr-Tierry ruich ganz das

Gepräge des 17. Jahrhuitderts bewahtt, kvährend ein Belfnod in der Nähe des Eigens modernen stiathauses noch bem 16. Jahrhundert angehött. Er gehätte einmal zu dem iuzwischm ver- lcktwuudenen Hotel Balhan und ist ein wuchtiger Aufbau, der in lemem oberen Teile an lallen vier Ecken nockZ von kleineren Türm- ck>cn umringt ist uitd heut, wo das alle Baronenschlvß sich längst unter den Bäumen seines Parkes, versteckt hat, als das eigentlich: Wahrzeichen von Chätcau-Thierrl) zn bezeickmen ist.

Aber ine Stadt hat nicht nur ihr Schloß und ihre reich­bewegte mtlitärisch: Geschickte (es sei nur an die bedeutsame Rolle ermncrt, die sie im Februar 1814 in der Schlacht lvtm Mantmirail spielte), ibttbent sie hat auch ihrert literarischen Rühm. Und der heißt Lasontairre. Frankreich) großer Fabeldichter ist nämlich tn CNtean-Thierry geboren, wo sein VaterMeister der Forsten nnd der Gewässer" war. Noch zeigt man sein Geburts­haus: es liegt zwischen dem Schlvßberge und dem Kirchmvierlel und ist ein kleines Gebäude vvn vontehiner Haltung, beffeu Hof vurch ein Gitter von der Sttaße abgeschlossen ist. Im Hintergründe rieles Hofes befindet sich La'nttaines E ternlTeim, das man jetzt zu einem flictneit Museum eingerichtet hat. Als er hier seine Jn- geiw verlebte, nug Ehütoau-Threrry freilich noch ein ganz ^an- deres Gepräge als heute, und vor allem stand damals noch das mäck-tige Schloß mit feirem zahllosen Gängen, :Hallen und Sälen m der^gan-,en K^rast seiner Mauern und Türme. Mehr als andert­halb Jahrhuitderte später reiste Arthur Poung durch Chateau- Thierry, und in seiner berühmtenSentimentalen Reise" hat er auch des Marnestädtck-ens Erwähnung getan, (^fallen hat es ihm eben nich, ja er war unhöflich geitiig. ihr eine Atmosphäre der Verdummung nackWisa^. Das machte, es hatte ihn ver­drossen, daß er hter keine einzige Zeitung und kein einziges Kaffee­haus anttaf. In dieser Beziehung würden seine Ansprüch heut leicht ju besriedigeit sem, aber noch heut, nne damals lebt Chäteau- Tliierrv das begneme, aber auch ttäge und im ganzen vedyt sttumpfsilmige Leben einer französischen Kleinstadt.

X Kurmvinz gegen Hanau. Airs Hanau wird rms geschrieben: Die Beschlagnahme der (Äockcn hvt das Interesse für

" 1 hcjuuu. oh witii.luuerituie

lstnaus relcht das Zehunhrläuteu ani ?kbend. ES ist die alt?We giocke", mcd hter wie allerots. it den Bürger mahnte, sich in ! Heim und zur Ruhe zu begeben. Für Hanau knüpft sich an die Zeh'imhrlauten, das früher um 9 Uhr geschah, eine ganz bes-om^ Merkwürdigkeit, ,etzt doch alljährlich am 10. Notxnnber, d trabend Marttw das Geläute in der Altstadt aus und z.var .Jahre 1419. Es wrrd also im nächsten Jahre das 500jähr Gedachtms tneses Sch.vetgens der Zehnuhralacke gefeiert rver kvitneu, mit dein cs kitrz folgende Beiv-andttlis hat: Amt und Si Hanau waren rims Jahr J 400 als PsanUchaft in Besil» Kurftmleittums Mainz gekommen und, obivobl die Pfandfun Lüerte Kurmainz mi^ der Heraus,mbe StaiK Hanau, traf sogar ?1nstallen, um sich dauernd in deren ! g.,T n kämren. Bon dem benachbarten Kurmamzisc ^tädtcheit ^lenihetm auS it-ar ein Uebersall am Borabettd Mar ans Hanatk geplant, das Läuten der Neunulyrgtocke sollte die Losi zum Uebersall sem. Doch der Plan wurde -verraten, und die Gl ichwteg an imem' Albend, die Mainzisckxm setzten den Uebersall die Stadt Hanau aus Der von der ,Burg Win decken, sein rgmaligeit Wobufttz, rasch herbeigeeilt? Herr von Hanau es 1 erste Reichsgras (f 1451 vertagte die Man

in Hanau und nahm Besitz vvn seiner Stadt. a aii baefc Begebenhüt unterließ num fernerhin das Lät am Verabmd Marttm. Rtnnhard II. aber lvar über die Anhängl kett und Trnie der Hanauer Einwohner tief lgerüh.wt, er \ oronete, daß tälwlich aus Martinizu ewigen Zeiten" jeder Büi uud Cmwohner der Stadt Hanmz, d. tz. der dlltstadt, denn tteustadt tmirde erst 1597 gegründet, eiiie Maß Wein Marti wem genannt -- aus dem herrschaftlichen Schloßkeller erha uK. Diese für elmge Zmteil" gemachte - Verordnung ist i ansgesuhrt nwrden, derMärteÄveiti" wiirde im 1830 zum letzten Male verabreicht und die ,Spe,tde dann i otnote abgelöst, indem jährlich 220 (W-ulbeu 377 D

14 Pfg. an die Stadttasse bezahlt tvcrdsn^