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Vasel, 28. Mai. (L.-A.) Pariser Blätter melden aus Stockholm: Aus Nikolajew werden schwere Un ruhen gemeldet. Die Volkskommissare der Donrepu blik und der Republik von Tauris sind angeblich er­schossen worden.

Haag, 28. Mai (L.-A.) Das Exchangebüro meldet aus Moskau: In verschiedenen Städten in der Provinz kam es am Donnerstag zu ernsten Unruhen infolge der Nahrungsmittel not. In Nishni-Nowgorod faßten 10000 Arbeiter eine Entschließung, die sich gegen die Sow­jetregierung wendet. Sie fordern darin sofortige Einberu­fung der Konstituante und dwhen mit einem eintägigen Streik.

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Deutsch-russische Verhandlungen.

Moskau, 25. Mai. (WTB.) Nach einer Meldung der Peters­burger Telegraphen-(Agentur überreichte das Volkskommissariat für artswärtige Angelegenheiten am 22. Mai dem deutschen Bot­schafter Gträfen Mirbach eine Note, in der cs als Sitz deS Sonderausschusses ztrr Regelung cirriger sich aus dem Friedens­vertrag von Brest-Litowsk ergebender Punkte Moskau vorschlägt «und folgende Fragen als Verhandlungsgcgenstände in Vorschlag bringt:

1. Tie Lage im Kaukasus. 2. Die Lage in der Krim. 3. Die int Artikel 3 des Friedensvertrages vorbehaltene Grenzführnngj 'und die Fragen des zeit tvcili gen Besatztmgsrechles Deutschlands. 4. Tie politische Lage Estlands und Livlands. 5. Kwiegsgefaugenen - fragen. 6. Tie Grundlagen der wirtschaftlichen Beziehimgenf zwischen Deutschland und Rußland.

Die Entente und Rußland.

London, 26. Mai. (WTB.) Reutermeldung. Die Blätter melden aus Washington: Die Alliierten und die Unionstaaten haben sich über eine Politik des N i ch t e i n - greisens in Rußland geeinigt. Gleichzeitig haben sie Rußland Lufuhren und jede mögliche Hilfe angeboren. Augenblicklich findet also kein Eingreifen statt. England und die Unionstaaten haben der japanischen Regierung mid- geteilt, daß ihr neuer Kurs nicht von einem Verdacht gegen Japan eingegcbcn sei, sondern daß es sich dabei nur um eine politische Frage handle.

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Die SelSftäudigkeitSbestrebungcn Transkan-asienS.

Stockholm, 26. Mai. (WTB.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur aus Moskau sprach las Ko ni­mm ariat für auswärtige Angelegenheiten dem Minister des Aus­wärtigen in Tiflis durch Funkspruch seine Befriedigung aus, durch den deutschen Botschafter Grafen Mirbach gehört zu haben, das; die transkaukasische Regierung durch einen Verirrter über die Trennung Transvankasiens von Rußland und dir Slbstäudiglell zu verhandeln wüu'sche. Sie schlägt, ohne die U.iabhäitgi ckftt Traus- kaukasiens schon anerkennen zu wollen, die von der Mehrheit der tvansöaukasischm Bevölkerung nicht gewünscht wird, als Ver­handlungsort die Stadt Wladikawkas vor, da Kiew mi- günchg «legen sei. Sie teilt den Wunsch der deutschen Regierung, daß die BeM-andlungen möglichst bald ausgenommen und zu Ende geführt werden. Zugleich überreichte das Volkskommissariat für auswärtige Angelegetrheitcn am 23. Mai dem deutschen Bot­schafter Grafet: Mirbach eine Note, aus der sich folgender Verlauf der Dinge ergibt.

13. Mac hatte das Volkskommissariat das Angebot des Grasen Mirbach angenommen, die Beziehungen zwischen der russi­schen Regierung und der ,/mgeblichen" transkaukasischen Regie­rung zu vermitteln. Am 14. Mar schlug der deutsche Botschafter vor, die russisch Regierung möchte ihre Wünsche in dieser Be­gehung schriftlich Mitteilen. Diese hatte geatttwortet, daß ihrer Meinung mich ein Bevollmächtigter- Rußlands an den Verhand­lungen m Battlm zwischen Deutschland und der Türkei einersftts und Transkau kästen andererseits teünehmcn müßte, da Rußland andern; ans den dort zustcnrde kommenden Vertrag nicht würde anerkennen können. Am 22. Mai teilte der deutsche Swtscbajter dem Volkskommissariat mit, daß die transkaulasiscl-e Regicwmg derr Burger Matsclxrbeli zu ihrem Vertreter bei den Verhand­lungen über die Unabhängigkeit Transkaukasicns ernannt und zugleich Kiew als Ort der Verhandlungen vorgeschlagen und eine schnelle (Simenmg empfohlen habe. Diesen Vorschlag nimmt die ru,fische Regierung an.

3nm Tode des Reichstagspräsidenten Römps.

Berlin, 27. Mai. (WTB.) Anläßlich des Hinscheidens des Präsidenten beä ReichZtages Dr. Kämpf sind bei dem Vize­präsidenten TovL folgende Telegramme eingvgangen:

Vom Kaiser:Die Ateldung vom Heimgang des hochge- sthätzten Präsidetwen des Reicktstages, Wrttl. (Äeh. Rates Tr. Kämpf empfing ich mit lebhafter Teilnahm«. Das HinsäZeiden dieses porttesfltchm Dlannes, welclier seine Arbeit, solange Gott ihm .Kraft gab, dem Vaterlande weihte, bedeutet für den Reichß- bag iiird weit darüber hinaus einen herben Verlust. Seine Verdienste werden unvergessen sein."

1 Vom Generalfcldmars>chall v. Hindenbnrg:Die Nach­richt von dem Hinscl-etden Seiner Exzellenz des von mir auf­richtig verehrten Herr:: Ibeicktstagspräsidenten bewegte mich tief. Zurückblickend aus ein arbeits- urrd segensreich-s Leben hat er, auf der Fülle seiner Erfahrungen und der ihm eigenen Würde gestützt, die Berl-andlungen des Reichstages toährend der jetzigen schoeren, aber auch großen Zeit sicher geleitet und sich damit um die Lösung der vom Reichstag im Kriege bewältigten Aufgaben ein hohes # Verdienst erworlunr Ich bitte, dem Reichstag meine warme Teilnahme gütigst übermitteln zu wollen."

Der Seekrieg.

Neue 1l-Boot-Erfolge.

B V r i Tt, 27. Mai. (WTB. Amtlich.) Neue U-Boot-Er- folge im Sperrgebiet um England: 15 000 Brutto­reg ist et tonnen. Zlvet tief beladene Dampfer wurden an der Ostküste Englands aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen.

Der Chef des Äbmiralstabes der Marine.

Der Bruch zwischen Meriko und Cuba.

w i? er I' n (. ^7. Mai. (WTB.) lieber die Vorgeschichte des Abbruchs der dtplomatisä-en Beziehungen zwisckZen Mexiko uird Kuba wtrd uns vmr gut unterricksteter privater Seite mit- geterlt:

Carranza, der Präsident des neuen Mexiko, bewährte sich brsher allen Treibereien Wilstms gegenüber als fester .Hort ge­rechter und wahrer Unparteilichkeit. Er hielt mit Kraft und Blut 2? Emschüchtcrungsversuchm der flaues stand. Von diesem Geiste zeugt auch die neue Verfügung, die seine Regierung Schwarzen Listen" erassen hat, um den Wühlereien der amerikwiischen Konsulatsvertteter behws Aus­schaltung des deutschen Handels eiiien wirksame!: Damm eutge^etr- zu letzen. Die mexikanische Remc-rung betont eingangs dieser Ver­fügung Äisdrücklich, daß das Verhallen der Amerikaner, wenn ihnen frere Hand gelassen würde, nicht mir eine Verletzung der mexikani- schen Neutralität, sondern auch eilten Eingriff in die Oberhoheit

mc £ nT,c ^ cl1 Regierirng int eigenen Laude bedeuteu würde Laher sokkteu, nach dein Geietzc von: 8. Marz, die Kapitäne 'amt­licher Schüfe, welche mexakamsche Hüten artlaufen, verpstultet sein, alle Waren für dre Enrpsänger, die aus der nordamerikani- En sazwarzeu Liste twheu, an diese auszitliefern, Dudwmu ihnen bi's von der uv damenk mischen Konsulat, v rtrttuug w. tcrs.'gt wird wturigenwllS der Kayttäu eine Geldstrafe vm: 50 Pesos für jedes mätt ausgene;erte Kollo zu gewärtigen hat und ihm die Weiter­reise aus Mexiko verweigert würde.

A«r dem Reiche.

Der Kaiser an den Osttnarkenvernn.

B r o m b e r g , 27. Mai. (WTB.) Der aus Anlaß der Tag-inm des Gesamtausschusses des deutschen Ostmarkenverein^ hier abgehaltene Deutschentag hatte an deii Kai sc r ein Dulbigungstelegramm gerichtet, m dem um Schutz für die Ostmark in^der schweren Sorge um die Zukunft gebeten nmrde. Der Kaiser möge eine Schädigung und eine Verdrängung der Deutschen nicht zjulassen, auf dag die Ostniark bleibe, tvas sie war und immerdar fern solle, ein deutsches Land.

~ folgendes Antworttelegramm eingegangen:

Seme Maiestüt der Kaiser und König haben mit Freude und Dank Cxm ^rcugruß der zum Deutscl-entag versammelten Vereine ent- gegengenommen. Deutsches Land soll deutscher Art und deutschem Geist erhalten bleiben. Darauf kann sich die treubewährte Wacht im Osten verlassen.

gez.: Im Allerhöchsten Aufträge der Geheime Kabinettsrat von Berg.

- Derlin, 27. Mai. (WTB) Das Befinden des Staats- ,erretars Dr. Solf ist besser und iitZwtschen so weit, daß eine bet chm befindliche Gat in die Rückreise nach Deutsch- la tw an treten konnte. Mit der votTgen Wiederlierstellntia des Staatssekretärs nttD seiner Rückkehr in den Dienst irftrd Ende Juni gerechnet.

Eine rätselhafte Epidemie in Spanien.

Madrid, 27. Mai. (Reuter.) Der König, der M tnr sterpr a s tv e nt und die anderen Minister sürd Unter rätselhaften Erscheinungen an einer Krankheit erkrankt, oie sich über ganz- Spanien ver- brettet und 30 Prozent der Bevölkerung befallen hat. Die Krankhert wird mcht als ernst angesehen.

Beobachtungen deutscher Hcimgekehrter. '

27. Mai. Heimgekehrte Deutsche, der fran- zostschen Gefangenschaft entflohene Solda­ten,, dre in drei Gefattgenentaaern und auf den Arbeits­stätten dre Augen offen gehalten haben, machten recht bemerkenÄverte Aussagen. Täglich sittd lange Züge mit amcrtkanrsen Soldaten zur Arbeit an ihnen vor- beigefahven, oie sich aelvergert hatten, bei Verdun in Stel­lung zu gehen und dafür zur Strafe als Arbeitssoldatett ber geringerer Verpflegung und Besoldung verivendet lmtr- den. Gbetrso sahen sie jeden Dag, wie Trupps von weckftelnder Stärke, meist 15 bis 20 sNann, und immer Franzosen, mit kreuzweise gefesselten Händen nach rück­wärts transportiert wurden.Aussi Prisonnier"' sagten die frarrzöslschen B^vachungsmannschaften und lach­ten dabei. Dieses so selbstverständlich klingendeAussi Prrsotnner" wirft ein bezeichnendes Licht auf die 5)öhe der frauzöjischen Soldatennroral.

Arbcitsziele für dre deutsche Landwirtschaft nach dem Rriege.

L«mi?gkgÄrn von Edler von Braun, UnterstaatssekretLr. Professor Tr. D o d e, Hauptgeschäftsführer des deutschen Land- Wirts chaftsrates, unter Mitwirkuttg einer ganzen Reihe theoreti­scher und praktischer Lmtd- und Volkswirte, ll.

Tie sozraten GeunLlagen der Latidwirtschaft werden von den Herren Prosessor Dr. Ballod, Berlin, Dr. Dade, Berlin, und Tr. A. Ho.'nt-eister, Posen, bearbeitet.

, Als Leitsatz für die Aussülwung Ballods, der die Wechsel- oezrehungen zwischm Stadt und Land nach den Gruitdsätzen der Bevölftrnngst>olitik behandelt, kann seine Ans ühnmg über die landwiitschastliche Produktion als Grundlage der Bevöikerungs- polttik getten, in der er sagt:Kamt die Produktion gesteigert werden, so kann im Jnlande eine größere Beoöllerungszahl untergebracht werden, und dieft größere Kopfzahl ist die Trägerin einer körperlichen Macht und die A'mehntlwin für die industtielleit Produkte." Mit andern Worten: Tie Hebung bet' landwirtschafl- Ua^u Produktion im Jnlande vergrößert die Bevölkerung an Kopfzahl und stärkt den Inlands markt. Die Maßnahmen, dir er zunächst zur Hebung^ und Sicherung der Laitdbevöldnntitg als ^zungbritttnen der deutschen Gesamtbevöld'rung vorschlägt, siitd t>er>chteden. ^nt wesentlickieit lausen sie darauf hinaus, bieLebens- verhaltmsse auf dem Lande soviel als möglich zu bessern und zu t-eben, bte lattdwirtschaftftchen Arbeiter soweit als möglich seßhaft zu machen und die städtische Bevölkenmg in.kdlichcn-.Kolonien. Gartenstädten usw. rmterzubringen. Außerordentlich roertvvll ist es, htcr von einem ganz objckttven Sachverständigen den Rachivcis der größeren Ueberlegenheit der ländlichst Bevölkerung hmsicht- Ilch Fruchtbarkeit,^ Lebendgeburten und A^ilitärtauglichkeit übet dre städtisa-e Bevölkerung erbracht M selben.

Möchtet! unsere tzscsctzgeber und auch tmsere Politiker, ganz einerlet, Nxstckier politischen Richtung sie angehoreit, gerade dieses Moment niemals außer .acht lasset:.

,Ueber die ÄuSjührungcn Tabes über Erbrecht, Besitz- Wechsel, Besttzverteilung und Besiedelung kann man mohl feigen Saß sttzen:Tie Unversel/rthüt des BauertilandeS ist die wiä>- tigste agrtpvlitisä)e Forderung vor den: Kriege gewesen, im Kriege geblieben, und wird sie nach den: Kriege sein." Zur Sicherung dtcses Bauernlandes, oder vielleicht deutlicher gesagt, zur Siche­rung fines kräftigen, seßl-aftett, fleißigen und zuveckässigeu Bauernstandes schlägt Dade verschiedette Wege vor, die viel­leicht nicht allenthalben, besonders bei uns in Mitteldetrtschtand, denc vollen Beisall der Berufskollegen find-m. Als wertvollstes Mittel ersck-eint ihm in der .Hauptsache das Au erben recht, bei dem der Bauernhof ungeteilt sbets auf sin Kmd vererbt wird, während dte übrigen Miterben nach bestimmten Taren abgestmden tverden Ohne den großen Vorzug dieser Unteilbarkeit des väteckict>en Erbes zu verkennen, wird gerade bei uns in 5>esseu die Bevölke­rung vielfach diese Form, des Erbganges aus Billigkeit^gründeit verwerfen. Immerhin hat sich gezeigt, daß sich die .Härtest dieses Ver>ahrens durch etne entsprechende Ta;e bis zu einem gewissen Grade mildern lasset:, und es ist nicht unmöglich, daß früher ober spater auch in Mitteldeutschland in manchen Kreisen der Wunsch rege wird, dieses Verfahren des landwirtschaftlichett Erbganaes etnzui uhren. *

Bemerkenswert sind die Ausfül>rungen Dades über die Be-

rJ U cM n -^ c i ^ riü<ltci9Iltum ^ für die landwirt - s ch a f t l: che Bodennutzung. Seine Ausführungen über das Gesanttetgentum und seitte Wirktmg am die russische Üaudwirlschast dürsten allen Schwärmert: für das Gesamte:gentttm zum Studium empsohlen werden. Wem: D. trotzdem den großen Wert der Mi­mende für die soziale Gliederung der Bevölkerung betont, so ist hier etn Moment gegeben, daß auch für unsere mitteldeutschen Verhält- n:>se dte größte Boachttntg verdient.

Von der größten Bedeutung sind schließlich die Ausführungen ^^adeä über dte Ergebnisse der inneren Koloni- satton, über dte Rentengutsbildung usw. Es liegt in der Natur der Sache,^ daß ein Mann, der den oben augestellteit Leitsatz vertritt, jeglicher Ansamnrllmg von Lattftmdieu mit allen Mtttelt: entgegenzurreten wünscht, und auch sein Mittel gegen spekulativen Bodenaufkauf in der Kriegszeit, das darin besteht von jedem Käufer landwirtsck>aftlich betmtzter Grundstücke einen Besahigungsnachroeis zt: verlangen, kattn dem Gesetzgeber nur warm zur Berücksiclftigung empfohlen werden.

Eins der schwierigsten .fl>apitel in den sozialen Grundlagen unserer Lanowtrtscßaft bearbeitet Hofmeister, indem er die Lsindarbeitertrage bespvicht. Sein Leitsatz:^«ter de»

Arbeitszielen der deutschen Landwirtschaft nach dem Kriege ist die Hauptfrage die Arbeiterfrage, die bei Fortsail der vorkommenden Wanderarbeiter aus eine ganz neue Grundlage gestellt norden muß" beweist, daß er die Notlage der Landwirtschtst auf difiem Gebiete voll erkannt hat. Zniecks Vermehrirng oer ständigen Landarbcfter will er die Vcrtneh-ruug mW Seßhaftmachmtg der Tagelöhner uttter Bereilstetltrng von zweckmäßigen Wohnungen. Katts- und Packftland empsel/leu. H. glaubt, durch Rückwanderung! deutsck)er Kräfte aus dem Auslande? durch .Heranziehung früher abg-ewanderter Latrdarbciter aus der Stadt und durch Beschäftigung und Ansiedlung Jugetwlickser diesem Ziele nahe zu kommet:. Tie Renterigutsbildung hat in dieser Hinsicht versagt. Ob sich dieser Optimismus H.s in Zukunft als berechtigt erioeisen wird, scheint sehr ftaglich, unp doch werden m:s wohl kaum andere PiftteL zur Veriügmtg stehen.

Eine Besserung der Gesindeordnung und der sonstigen rechtlichen Verhalmisse der Landarbeiter, Ausnahme der Land­arbeiter in die Lairdwirtschastskammer, össetttlickier amtlickZer Arbeitsnachweis für Landarbeiter, össentliche amtlick>e Rechtsaus­künste für Lmrdarbeitec und össentliche Fortbildungssckiulen siitd weitere Mittel, die H. zur Besserung der Laitdarbeiterverhäktnisse vorschlägt und die teilweise zweiiellos eine gewisse Berücksichlirmtg verdienen, wenn mlch nie zu verkennen ist,'daß der große Bar­lohn der Jndtisttie,^ das leichte und ungebundene Leben in dev Stadt und die große persönliche Freiheit des Industriearbeiters stets geeignet sind, den Landarbeiter, besonders den jugendlichen Arbeiter, in die Stadt zu locken, trotz aller angebotenen Ver­günstigungen, Rechte und Pflichten. Ob die ErrickZtung von öffent­lichen Bibliotl-eken, Unterhaltungsräumen und Fortbildungs­anstalten hier großen Eütsluß ausüben wird, scheint imntcrhm« fraglich.

Es sind schwierige tiefgehende Probleme, die hier von berufener Seite behandelt werden mtd bereu Lösungen teils aus ganz neuem Wege vorgeschlagen toerden. Erst jahrelange praktische Ersah- rung tniuß uns lehren, ob und in welchem Umfange sich diese ein-« zelnen Vorschläge in den verschiedenen wirtschaftlichen Gebiete» als möglich und durchführbar erweisen.

Kleberger.

An» SeaSt nn- Canv.

Gießen, den 28. Mai 1918.

Das Feldheer braruht dringend Hafer, Heu und Strohs Landwirte k-rlft dem Heere!"

** Beförderung. Der ©efeeite Ludwig Well­hausen von hier wurde zum Unteroffizier befördert.

** Silberne Ho chzeit. Oberbriesträger Peter Guns und Fruu geb. Snnon feiern heute das Fest der Silbernen Hochzeit.

** Lebensmüde. Gestern abend gegen 9 Uhr wurde eri: 19jähriger, elternloser junger Matnr, der bisher in der Klinik tätig war, in der Nähe der Stadtmädck)ettsck/nle von epileptischen Krämpfen befallen. Als er sich von denr Anfall hatte, häugte er sich aus Verzweiflung über

ie.lnen Zn stand in dem in der 'Nähe befindlichen Bedürf- nishäusck/en auf, konnte jedoch troch rechtzeitig von Leuten, die iht: vorher umstanvett hattet:, abgeschnttten worden .

** Dieb st ah l. Am 25. Mai 1918 ivurde ein vor einem Hause crtrsgestelltes ZahVrad, MarreViktoria" mit der Iabrrckuummer 251357 uttd per Polizeinummer G. 808, im Werte von 70 Mark ertttveirdet. Sachdiettticho Mit­teilung eit nnntnt die hiesige Krintinal-Abteilmtg entgegen.

** VII. Kriegsanleihe. Die Stücke der VII. Kriegs­anleihe sind erschienen und können in Empfang genommen lverden. Näheres siehe Anzeigettreil.

** Das Großh. Hessische Regierungsblatt N r. 13, ausgegebcn den 24. Mai 1918, hat folgenden Jn- yalt: 1. Bekanntmachung über den Teuerungszuschlag der Deutschen Arzncitaxe (S. 129). 2. Bclauntmachung über den Anbau von Tabak im Jahre 1918 (S. 130). 3. Be­kanntmachung über die Festsetzung von Preisen für Cüsz- wasscrsischc (S. 130). 4. Bekanntmackiuna über Milch- und ^peisesrttversorgung (S. 132). 5. Bekanntmachung, Obstverjorgung betreffend (S. 136). 6. Bekanntmachung lioer bte Zuteilung von neuem Schuhiverk für die Behörden, ösfcntltchen An)talten und Wohlsahrtseinrichtungen, sowie für die Wohlfahrtspflege (S. 136).

** Beamte und Lehrer für das Rote Kreuz, ^cit Kriegslteginn h<tben hessische Staatsbeamte und Lehrer durch monatlulwn Abzug an ihrem Gehalt dem Hessischen Landesvercin vom Roten Kreuz durch Bermittlung der Htaitplstaatskasse bis jetzt mehr wie 180 000 Mark zugeführt.

** Leinennäh zwirn- und Baumwollnühsäden- V e r te i l u n g. Aut zohlreiit)e Anftngm Ivitd hiermft darauf hin-, gennesen, daß die am 29. April 1913 vorgenvntmette Verteilung! tVn Lernennähzwirn pur eine entmatige Verteüung darsdellt. Ta der Reichs bckteidungsstelle irgeubtrelchie weiteren Mengen an Lei- nennähzwirt: niäft zur Verfügung stehen, kattn eine Verteilung von Lemetmähztvirn in absehbarer Zeft nicht > nieder erfolgen. Die ttäckLle Vertznluttg vvn Bautnwollnähfäden durch die Koinnrtmal- verbände wird berQl^nungstnäßig evv>t im Juli d. I. vorgettonnnen tverden, die Belteferuttg der Kleinhättdler durch die Bezittsstiell«, wird desl-alb voraussiä-tlich im Scptentber erchlgett.

** Gegen den wilden P a Pi e r h a n d e l. Gegen de» wtlden Papierbandel richten sich neue Anordntrngcn des RcichS- mnzlers. Ter Handel mit unbedrucktem uud unbeschriebertem Pa- picr, Karton und Pappe ist vom 24. Mai an nur Personen ge­stattet, dte damit schon vor dem 1. Januar 1916 Hattdel getriebe» haben. Unzuverlässtgen Personen kamt die Hattdelsbesugttis cnt-^ zogen werden. Tie Erlatrbnis kann auch ausnahmsweise erteilt werden. Gegen dte Versagung, derett Widerruf und die Entziehung der .Handelsbesugtns ist Beschwerde ohne attfschiebem-e Wirkung zuläp'ig. Wur den Papierhandel nicht fottsetzen darf, darf die Waren mcht mehr verkaufen oder sonstwie weitergebcn Die Be­stände unb binnen 48 Stunden der Kriegswirtschaitsstelle für daS Deutsche Zettutigsgetverbe in Berlin mit eingeschriebetiem Brief anzuzetgen. Ttese verwertet die Maren aus Rcckmtmg und.Koste» des Händlers. Das Eigentum katm von der Kriegswtttschastsstellü auf eine andere Stelle übertragen rwrden. Tic Kriegstvirtschafts- sdelle kann nnbedrucktes und mcheschriebcnes Papier,' Karton und Pappe lteschlagnahmen.

** Wie spare ich Farbbänder für die Schreib­maschine? Farbbänder für Sckweibntaschirren tverden in der Regel mfolge Austtvcknens und unrichtiger Behandlung nicht völlig ausgetrupt. Bie.'e Bäirder trwrden weggeworfen, ehe das Geivebe schadhafte Stellen hat. Für alle die, die mit Schreib­maschinen zu tm: haben, ist deshalb eine Berftigmtg der Kriegs- RoWvsf-Meil'.'Ng des Kriegsamtes von Interesse. Wen:: daL Getvebe noch mckft wesentlich beschädigt ist. heißt es darin datm können dre Bättder durch Neueitttränken mit verhlftttrismäßia geringen Mstei: in Stand gesetzt werdet:. Es irürd dazu die te- sorcders wertvolle Baumwolle verwendet. Die Ernertenttta ttebrmirf». ter Farbbänder ist dcslMlb zur Rohiwssersparnis unbeipLtgtge- boten. Dre Baunupoll-Abrochrungssdolle in Bremen hat es i'ibet* ttJonrnnen, die Erireuerung gebrauichter Bänder in die Weae m leiten Bei den Amts stellen des BereickM werden deShalbbii Ausgabe El«^Bänder di- alkm ALndcr abg«>,rdcrt, Mummelt und wi, Wweltl^ dcr zur em^chiikt. Tr,

Stelle rst ledi'ÜAl, Tveu^rirderm der S«n-SvWwnltmra- Ein ctwoi, ger Gennirn flicht dem Rerche zu Eine Menge von Bändern wird dur-chunsachgemaße BelMrdlniui vor >md wcihrenv des Ge- bmnchS verdorben Trc AbreG-.mnssiellc hat deshE, ein blatt über deren Behandlung ausgearbeitet.

L chw a r \ * 933i c t & - Li ch tspi ele, Seltersweg 81,. Vor emsMeßltch Fretdag tritt Fern Anlna in ihrem

el l ichftt ^ drama nach Gluck und Liebe suchet:" auf. Für der

L ^LustspieleEr und der Andere"' ßouch Lottchm W Tb das hoheffi" vorgesehen. Siehe Mt^ei^ ^