** Amtliche Pe rs on aln ach rich, te n. Der 'Grvß- hat am 22. Mai dem Königlich. Spanisck-cn Vizekow- iul Wilhelm Le yd Hecker zu Frankfurt a. M. die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Noten Adlerordens 4. Klasse erteilt, und hat am 27. April dem Lehrer an der Volksschule zu Worms, Samson Rothschild, anläßlich seines 50jährigen Dienst lubiläums das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerweha-en wurde vom Großherzog verliehen: Karl Schrnahl zu Worms.
** Städtischer Spargelverkauf. Heute nachmittag und die folgenden Tage findet Spargelverlauf in den städtischen Marktlauben statt.
** Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs Hilfe. Seit der letzten Veröffentlichung (Januar 1918) sind bei dem Kreiskomitee aus folgenden Gemeinden die beige fügten Beträge eingegangcn und durch den Kreiskassenrechner Herrn Kautz überwiesen worden.. A. An die Mitteldeutsche Crcditbank, Filiale Gießen, auf Konto des Kreiskomitees: Ober-Bessingen (Lehrer Jakob) 40 Mk., Queckborn (Pfarramt) 59.38 Mk., Villingen (Pfarrer Köhler) 20 Ml., Liudenstrnth (Kriogerverein) 20 Mk., Laug- Göns (Pfarrer Weber) 47 Mk., Münster und Ober-Bessin- gen (Psaurer Ahlheim) 32.50 Mk., Reiskirchen (Schule) 1.20 Mk., Lang-Göns (Schule) 25 Mk. B. Für die dent- sckien Balten in den Ostseeproviuz,en: Queckborn (Pfarrer Schick) 103.50 Mk.
** Hausbriefkästen. Bei dem crußerordentlichen Umfange, den der Driefvterkehr seit Jahren angenommen l-at, wird die Briefbestellung besonders in den Städten iznmer schiwieriger. Die Briefträger sind häufig nicht im- stcnrde, die Bestellung mit der rvünschenswerten Schnelligkeit ^auszuführen, uni) die Postverwaltung ist meist nicht in der Lage, Abhilfe zu schaffen, weil eine Vermehrung der Zahl der Briefträger allein die Schwierigkeiten nicht beseitet. Das wirksamste Mittel zur Beschleunigung der Bries- besteckung hat das Publikum selbst in der Hand: es besteht in der Anbringung von Hausbriefkästen an den Eingängen der WohN'.nrgen. Denn nicht nur das Warten des Briefträgers aus das Oeffnen der Tür, das wiederholte Schellen usw. fallt da weg^ wo ein Hausbriefkasten angebracht ist, sondern cs sind auch in den Fällen, wo niemand zu Hause angetroffen wird, keine wiederholten Gänge zu machen.
** Va te rl ändische r Hilfsdienst. Die vorgeschriebenen Meldungen bei Hilfsdienstpflichtigen werden noch häufig versäumt und mjrfen deshalb Geldstrafen von den Einberufungs- Lusschiissen verhängt werden. Zur H i l f s d i e n st st a m m r v l l c meldcpstichttg sind alle männlichen Deutschen, die das 17. Lebensjahr vollendet, das 60. noch nicht erreicht haben, soweit sic nicht n) den: Heere oder der Marine angehörem. auf Reklamation vom .Heeresdienst zurückgestrllt sind. Meldepftich'ig sind auch die Angehörigen der österreichisch-m:gariechen Monarchie, die in Deutschland ihren Wvhnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Dersr.ieir, welche bereits in einem kriegsrvichtigen Betrieb im vaterländischen Hilfsdienst tätig sind, sind nicht von rer Meldepflicht befreit. Die Näheren Bestimmungen über, die Mcl-vwstichbar. insbesondere auch beim Wohnungs- oder Arbeitswechsel sind bei den Polizeibehörden oder dem Etnberrrfungsausschnß zu erfalTren. Man achte auch auf die Aushär^ge, die von den Gemeindebehörden über die Melde- pflichten erivlgen. Unter!asjung der v,irgeschrieb-enmr Meldungen werden vom Einbernsungsansschuß bestraft. In Zweifelfällen ist beider eint überflüssige Ntoldung der Unterlassung vorzuziehen, wissentlich unrichtige oder unvollständige Meldung wird besonders streng bestraft. '
** Lichtspielhaus. Bahnhofstrafte 34. „Ter tanzende Tor". Tie Tragödie eines Pierrots in vier Akten. (Siebe Anzeige.) Bajazzos Schichal ist auch dem Film kein fremder Stoff mehr. Nirgends aber ist seine tragische Laufbahn mit soviel Kunst und Lebenswärme dar gestellt nxnben, wie in dein'Bilde „Ter tanzende Tor". Hier erst erreicht Waldemar Psilander den höchster Gipfel seines^ aus allen öZebieten mimischen Schaffens erprobten Könnens. Fast ist «es, als spiele er sein eigenes Geschick, als führe er uns die steile Bahn seines eigenen Ruhmes ein vor, so ganz persönlich mutet er uns an als dieser Tor. der dennoch ein Sieger ist. Angefeuert durch Psibanders leidenschaftlich beseeckcs Spiel, steigern auch die übrigen Darstekber ihr Spiel zu immer größerer Wirkung, und ein kluger Regisseur hat de:: Film in einen Nahmen ge schlossen, der sich seinem Stimmungsgehalt eindrucksvoll an- rjlicbert. Tie, Titel wurden von einem Künstler entworfen, das ihnetl zugrimbe gelegte „Lied vom tanzenden Toren" durch eine, begabten Komponisten vertont. Es ist nichts bei diesem künstlerisch wertvollen Film unterlassen, worden.
Krcis Friedberg.
Q. Bad-Nauheim, 27. Mai. Ter im hiesigen Hot Angusta Viktoria ausgeführte Diebstahl an Stiefeln — es Handel sick, um 14 Paar — ist schon aufgstktärt. Ter durchgeganger
Hausdiener Wenzel Becker wurde in Homburg v. d. H.
haftet und gestand, daß er, die Stiefel in einem Gebüsch des Hotc gartens versteckt habe, wo sie heute früh austzefunden wurden. B. g- bei seiner Verhaftung an, er leide an Verfolgnngslvahnsinn u: habe im TämmerMstand gehandelt.
** Bi'tzba.ch 27. Vtcri Seit 15. Mai verkehrt aus d Main-Wescr-Dohn zwisichrn Gießen und Frankfurt ein bcschle nigter PersonenMg, der gegen hüb 1 Uhr mittags merkwürdige weise die hiesige Station dnrchlsilhr :md nur in Bad-NnulMm m Friedberg hielt Aus .Eingaben des hiesigen Det.nllislien-, d Verkehrs- und be-s Gewerbevereins m:d aus Bewenden arrde'? Instanzen hm hat die Königl. Eisenbahndir^ktion Frankfurt ve stgt, daß ab 1. Juni dieser sehr wichtige Zug auch auf Statir Butzback) hält.
Starkenburg und Nheinhessen.
I D-armstadt, 27. Mai. Eine falsche Lauffrau, d sich als Kciegerwitwe ausgab und besonders bei Witte,: ei, Stellung anvahm, :cm nach einigen Tagen nach Verübrrng \x Diebstählen zu r-erfck-wmden. hatte hier ihr Umoefer getriebe Als sic am.Samstag nach Mannheim verdaten wollte. wur^ sic.auf Veranlass!mg der hiesigen Kriminalpolizei' von der dortig, Polizei am Bahnhof in EmiFcmg genommen.
ch V o m M i t t e l r h e i n, 27. Mai. Seit eririger Zeit ninrr der Rhem ständig langsam vom Oberrh-in aus zu. Ter Bodens steigt in Konstanz Tag für Tag um einige Zentimtter und ist trotz des heißen Wetters der Wasftrstand des Rlieiues aus ehti benierkeuswerten Höhe geblieben, die über die das Wasser zehrend. Tage des Sommers hinweghelfen wird. Tie VerftackZtungen w-arc
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bergwärts auch iS, der lebten Zeit durchaus ansehnlich. Tie Fine
>ake s!^l ( fart ffrfii hnrrr Jvit fvrfvt aus rrsisf* Mittelrl'0
fa^e st«llten sich von deir Ruhrhiisen aus nach dem lMamz, Mannheim) auf ^,25 Mark, dem untererr Main ! vransfurt auf 2.50 Mark, den: Oberrh.nn bis Lauterburg. Kar Nlhe »md Sttaßburg auf 2,55 — 3,25 Mark für die Ton Sr U 5!?: 31 er Schkepplohn bezifferte sich für die Tonne Lidu 320 MaA ^ ^ ^ ^ itl * Mannheim aus 3,00
. u s dem Rheingau, 27. Mai. Die erste Besvritzu
im gectm die Pevonospvra ist b.-re
■?' n vvn Bingen in Rheinhgsien wird !
n ' ie im Laufe der kommenden Woche oorg-enonnni
ht<> 7 • Mai. f Infolge riesigen Angebotes, b
sttg tibcrflic-i, wurde auf dein letzten Wockcnma « bLÄ-rn im ir.-.. San.cl .
^ r H^ss^n Nassau.
in 9 hft\- 0t c \ u f r j g v d. H., 27. Mai. Bei einem Einbn
„Biktona--.Hv.tel wurde in der vergangenen Nacht t Wenzel M za l aus Ostmwitz i. S i'ibc ^'1 seinem Besitz faitb mau 69 Tust
* 30 ^ 5010 «, Oie der Bursche eirttvendet batte.
ra. D i eben ko Pf, 27. Mlai. Wie in den Vorjahren, soll auch lUi^nfe des diesjährigen Sommers ein sechstägiger Kursus zur Ausvrldung und Fortbildung von zur Jugerrdpflege geeigneten ^^..d^^eiten Perswien in rmserer Kreisstadt slattsinden. Auch werbliche -Personen köiineu an diesem KNrsus tcil-nehmen. — Schwester .Klara, Gräfin S ch m i s i n g - K e r st e n b r o ck, die von Beginn des Krieges an in einem Kriegslazarett tätig ist, hat die lnilgarische Verdienstanedaille 1. Klasse mit der Krone am Kriegs- barrde, sowe das bulgarische Chrenzeick>en des Roten Kreuzes erlwlten.
, — Tie z a. L., 27. Mai. Auf der Rchbockpirsch im Lohr- -heimer Gcmeindelvald hat am Soirutag ein Jäger den Landwirt Ohl .aus Lohrheim, den er in der Entsenrung für ein Stück Wild hielt, erschossen. Der Täter stellte sich sofort dem Gericht.
Wer ein Herz hat -
hat auch Geld für einen Beitrag zur
Lisdendorff-Zpeude!
Ten Kriegsbeschädigten zu helfen, ans unglücklichen Opfern des Mieges freudige und arbeitsfähige Vlänncr zu machen ist auch in Deine Hand gegeben.
Drr sollst ja nur Geld opfern — sie haben für Dich Gesundheit und Leben anss Spiel gesetzt!
ra. Eckelshausen (Kr. Viedeukops), 27. Mai. Tie Wicder- bcsetznng unserer Psarrsttlle geschieht durch Gemeinderoahl. Dekan C h r i st i a n tritt am 1. Juni in den Dienst der Stadt Biedenkopf.
mr. Frankfurt a .M., .27. Mai. Wegen der erhöhterr Fliegerge'ahr dürstm die übtiä-en FrmileichnamSt>rozessiouen auch in Fvank^urt a. M. nicht abgehaltm iverd-n.
^ Frankfurt a. M., 27. Mai. Sonntag früh erschoß ai!s der ^SackienHäuser Höhe der 40ja7)-rige Kaufmmrn Karl Fuß die 22 iährj ge Margarete Jung manu und dami sich selbst. Das Paar, dessen Verbindung sich erhebliche Hindernisse eutgegengio stellt hatten, hatte sich durch, Riemen fest aneiriander gebunden und gemeinsam den Tod gesuckzt und gefunden.
Frankfurt a. M., 27. Mai. Aus einem Herrengarde- roberrgeschäft in der Trierpchen Gasse stahlen Einbrecher siir 5000 Mark Hgmenkleider und aus einem Geschäft in der Rei- nccksttaße für 15 000 Mk. Seidenstoffe. Ueber den Verbleib des Tiebsgrits konnte rwch nichts ermittelt tverden.
** Kassel, 27. 9Rai. Aus dem Zuchthaus in Kassel sind sieben Strafetesangcne, schwere Verbrecher, die auf dem Hofe beschäftigt wurden, entsprungen und trotz sofort auf- genommencr Verfolgung nach den Nu-bbarorten und von da in die angrenzenden Waldungen enttommen.
jl Kirchhain, 27. Mai. Ter Kreistag setzte den Haushaltsvoranschlag mit 1 110 900 Mk. fest. Zur Teckimg der Kriegs- familienunterstützimg wurden wieder 200 000 Mk. ausgenommen: insgesamt sind es jetzt 960 000 Mk. Tie Kreissteuern bettagen einschließlich 12 Prozent Bezirks steuern 50 Prozent. Im Vorjahre wurden an Umlagen erhoben in 5 Gemeinden unter 100 Prozent, in 7 von 120—150 Prozent, in 15 von 150—200 Prozent, in 5 von 200—250 Prozent und in einer Gemeinde 300 Prozent.
ch. Von der Mosel, 27. Mai. Ein schweres Unwetter mit Hagel und wvlkenbruchartigeni Regen ging in der Gegend von Enkirch nieder. Tie Gemeinde Burg hatte darunter am meisten zu leiden. Stellenweise wurde oberhalb Burg bis zur Girfircta Grenze die gesamte Ernte vernichtet. Die Wiesen sind mit Geröll ülierschüttet, die RvgaenseUx'r sind glatt, toie gewalzt, und in den Karloffeläckern sind die gepslanz'en, keimende.i Kartoffeln mit der CiT'fv weg geschwemmt worden. An der Provinzralsttaße Burg— Enkirch wurden große Bäume entivurzelt. Groß ist auch der Schaden weiterhin, ivo das Gewitter niedergirrg.
(ßcridi^iaal.
I. Tarmstad t, 27. Mai. Im Anschluß an eine frühere Verhandlung gegen Ossenbachr Arbeiter rvegen Diebstahls verurteilte heute die Strafkacnwer die Mutter des einen, die Mlh. Tudine Ehefrau wegen Hehlerei zu 1 Woche G längnis. Sie hatte Stearinkerzen, die aus einem erbrochenen Güterwagen stammten, sich geben lassen und z. T. als Gräber'chmnck an Allerseelen venrendet. — Wogen T r e i b r i e m e n d i e b st a h l s in einem Sägewerk in Griesheim, tvodnrch dieses zwei Wochn stülgelegt wurde, erhielt der Gelegenlieitsarbeiter Ludwig Löser von hier 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, seine Ehcttan Ovcgen Beihilfe) 2 Jalpe Gefängnis, deren Schwiegersohn, der Schnhmachr Heinrich Krng, 2'/r Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust, dessen Bruder. Otto Krug, 1 Jalw Gefäiignis und der Schlosser Ystorg Roth, sämtlich in Tarmstadt, 2 Jahre Gefängnis. Das Ehepaar Löser hatte an dem sraglict-en Sonntag einen Besuch iu dem Sägewerk gemacht, wo ihr lljähriger Sohn nntergebracht war, und waren freundlich bewirtet worden. Sie hatten die Gelegenheit ausfindig gemach und in dersell)en Nacht die drei anderen hinaus ge schickt. Eigentlich wollten sie ein fettes Schwein ans dem Räucherkasipn des Sägewerks holen, da dieses über Nacht wdoch iis HauS gebracht rvorden war, hielten sie sich an den Treibriemen sck-adlos.
Nürnberg, 27. Mai. (W. B ) In gemeinschaftlicher Sitzung beschlossen heute die stäütischu Kollegien die Gründung einer freien 5) och schule für Handel, Industrie und allgemeine Volksbildung und bewilligten zu diesem Zwecke einftijur.in den Betrag von einer Million Mark, wozu noch 615 000 Mar^Stiflnngen aus Nürnberger Bürgerkreisen kommen. Hieran schloß sich im althistvrischen großen NathniSsaale ein Festakt. Kultusminister v. Knilling verlas ein Handschreiben des Königs, wvrin er der Stiftung Nürnbergs den Namen ..König Ludwigs Stiftung" erteilt und der Stadt den königlichen' Dank dafür ausspricht.
Spidplfit, der vereinigten Srartffartcr Stadtttze-uer
(Upersiljaus.
Mittwoch 29. Mai. 7: Letztes Gastsp. v. Rob. Hutt. .Die HugeEen". Donnerstag 30., 7: ^en einstud. „Don Juan" Freitag 31., 7Ist: Volksvorst. „Der Fvetschütz". Samstag 1. Juni: Unbestimmt. Sonntag 2., 7: Prolog v. .Herb. Eulenburg f. d Licdeiüwrsf-Spende. ,,Don Juan". Montag 3., 7V 2 : Sondervvrst f- d. kriegsbeschäft. Arbeitersch. „Das Glöckck^n des Eremiten".' l.Kein Zbartenv.) Dienstag 4., 7: „Der Freischütz". Mittwoch 5 7: Mozart-Zyklus. 1. Abend. „Figaros Hochzeit"
Schausplelhanr.
Mittnwch 29. Mai, 7i»: „Ter Urfaust". Donnerstag 30. 7- Achtes Gastsp. v. Alex. Mo-isft. „Der lebende Leichnam". Freitag 31., 71 / 2 : „Jugend". Samstag 1. Juni, 7: Prolog p. .Herb. Eulenburg f. d. Ludendorff-Spende. „Will-elm Teil". Sonntag 2., lli, • Vortrag p. Prof. Dr. Heuser. '„Goethe und Frankfurt". 3y,: Vorst 1 . b. kriegsbeschäft. Arbeitersch. (Kein Kurtenv.) „Jan der Wunderbare". 71 / 2 : Prolog v. Herbett Eulenbilrg f.d. Lndendorff-Spende „Der Ursmrst". Montag 3., 7: „Liliom". Dienstag 4., 1 %: „Trau- mulus". Mittwoch 5., 71 / 2 : Zum 1. Mal. „Kammermusik".
Vviefkaften der Nedaktton«
Muouvttie Attsragcn blctt»en ttuberüikslchttgl«»
M. 8ck». Berufungen gegen die Veranlagung der Staatssilwer müssen, sofern die Frist nicht verlängert wird, innerhalb der ersten zwei Monate des LlteueriahreS (Ap-rü, NLai) bei dem Fiwiiirantt vorgebrackirt werden.
Ocrmäfc&tci*
* Hundertjährige Gedächtnisfeier der Hanauer Union. Am gestrigen Tage waren 100 JÄhre dcr- 6on<zen, seitdem ür Hanau eine Schaode tagte, auf der die kirchliche Vereinigung der Reformierttm und Lutheraner in dom Fürstentum Hanau, dem knrhesiischeu Anteil an dom Fürsteattum Isenburg und dem Groß Herzogtum Frida beschlosistn tvurde. Die Verhandlungen fanden vom 27. Mai bis 1. Juni in dcc Hoheit Landes- schule (reformiertes ^Gymnasium) statt, ihr Ergebnis wurde m 9 Synodelattikein festgelegt, die a>n 4. Juli die Bestätigung durch den 5kurfüttteu Wilhelm I. von Hessen erhielten und die das Grundgesetz der uniü'rteu 5lirck)engemeinscl-afL bilden.
^ Hirschberg, 27. .Mai. Nock, sck)weren C>>ewrttern am Donnerstag ttat in dem Niesengebirge ein gewaltiger Tem- P e r a t u r st u r z ein. Auf dem H,xhgeLirge sckmeite es ür de» 1m.cht zum Sonnabcird und am Tage selbst mehrmals. Der Sckpre« lag am Svnartag noch bis auf etwa 800 Nieter hinab. Auf der Lkvppe erreichte die Schneehöhe 1/4 VJhctcr. Tie Temperatur jaul im Xate bis auf drei Grad Wärme, während auf dem Gebirg» mehrere Kältegrade herrschben.
Letzte Nachrtchteki.
Dcr tmtefte Bericht Her ßccreilcihtttg
(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Mai (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Am Kemmel und an der Lys, auf dem Schlachtfeld zu beiden Seiten der Somme und an der Avre halren sich die Artilleriekämpfe gestern morgen verschärft. Zwischen Vor- \myctlt und Lokcr sftcßen wir in die ftanzösischen Linien vor und brachten mehr als 300 Gefangene ein.
Der Angriff des Deutschen Knonprinzm südlich von L^an ftitnte m tollem Erkosize Die j^ortstehenden französischen und n li^ e r D iv sioue . bt t v lständig gefckl gen.
Tie Arntte des Gencra.ls von TöhkU hat drn Chemin des Dames eisttirmt. Der langgestreckte Bergrücken, an dem der große Turckchruchsversuch der Fran.zosen im Frühjahr 1917 zersthellte, mr- den wir aus strategischen Gründen im Herbst vorigen Jahres räumten, ist wieder in uv/firtx Hand.
Nach gewaltig r Ar'illrrievarle.esiung erzwang un'ere unvergleichli-'.he Infanterie im Morgeugraum zwisck'xn Er».- onne und Vauraillon den Uebergang über die Aileteirr und drang weiter östlick) Misck^u Ec-rbcnp und der Aisn-e in die englischen Linien ein. Völlig überrascht, leistete die Besatzung der ersten Linien meist nur geringen Widerstand. Schon in den fnifrn Morgenstunden waren Pinon, Ehavig- non, vor Malmasion. Eourte^olr, E-erny, der Wiuteroerg und Eraonne. der Viller-Berg und die ausgebauten Werke bei und nördlick, von Verry au Bac erstürmt.
Gegen Mittag war unttr steten Kümpfen zwischen VaiUy und Berry au Bae die Aisue erreicht. Vailly wurde genommen. Das Trichterfeld der vorzährisen Frühjahrs- und Herbstkämpft lvard in unaufhaltsamem Angriffsdrang über- wmiden.
Am Nachmittag ging der Angriff weiter. Zwischen Bauraillon ulld Vaitly stehen wir auf den Höhen bei Neu^ ville, Laffaux und nördlich min Eoudö. Zwischen Bailly und Berry au Bac haben wir die Ajsne r'rberschritten und den Kampf in das seit 1914 Kriege unberührt geblieben? Gebiet hineingetragen. Von den besistiglen Waldhiheu auf dem Südufer des Flusse." wurde der Feind erneut geworfen. Wir hiben ztvis<5>en Vaitly uno Vcauricux die Höhen t>alb- nordlich der Beste erreicht.
Die Armee des Generals von Drlow (Fritz) warf den Feind aus seinen stark." n Stellungen zwilchen Sapigneul und Brimout über den Aisne—Marne-Kanal zurück und erstürmte auf dem Westufer des Kanals die Orte Eormicy. Eauroy mrd Lvivre.
Bicher wurden 15 609 Gefangene ge-neldet.
Zwisckicn Maas und Achsel und an der Lothringer Front lebte die Gcfcchtstätigkl-it auf. Vorstöße in die feindlichen Linien brachten mdjr als 150 Gefangene französischer und amerilani^cr Regimenter.
Der Erste Generalguartiermeister Ludenoorff.
Das Anfftammen der Offensive.
Berlin >28. Mai. Die „Voss. Ztg." sck^'bt: Keine neue Offensive, ne'n. eine absolut planmäßige und systematisch' F-ott- setzung der seit dem 21. Mä-.-z emgeleiteten deutsa^.-. Erttcheibungs.' offensive. Gleil^citig aber sollen die K.nwueu an allen Fronten Iber beiden alten Angrifsskeile diese aus Amiens und Hazeprvuk vortteiben. Arras, das Ervon Böthune nnd Bpenr sind nach wie vor aufs schwerste bedroht. Wird die Sckjlacht auch an dieser o^er einer' anderen Stelle errreut ausbrechm? Das ist die bVrge Frage, die heute die feindlichen Heere bewogt. Wahrlich, eine neue genxrttige Leisttmg hat unsere Oberste Heeresleitting twll- bracht. Während die Entente seit Wochen von Siegen redet uub betont, daß der Generalissimus Fvch. nach Lloyd Georges Angaben ein Maml tvn überragende,: Fähigkeiten, die ne-gelsildetc französische Reservearmee Mm Siege führen n^rde, schwelgt die dcutsae Presse, mrd Hindmburg hrntclt, unbemerkt von den Vst len franz-öuschen eng- IiK[:*en und amcntinti(i,cu Fliegern, die angeblich AngrisiSvvr» beicihmn bis aufs kleinste verfolgt hrben iüü>, wi»? der „Petü Parisien"- imter dem .19. Atoi nritteilt, sogar festgesrellt haben solle,:, daß die deut'-chm Tnrpven.für den vorbereiteten mact^igen Angriff mit Lebensncktteln für seckIZ Tage oursgestattet nvrden seien, ist dw Armee des deutschen Kronprinzen der liberraschende Einbruch gelungen.
Tie „Deutsche Tageszeitung" urteilt: Mit stolzer Freude vrrnimint das dvttfche Volk die neuen Erfolge der Truppen d<S deu.tsck)en Kronprinzen. Der Ehenrin des DameS, der im Jahre 1917 vielunckmnvcsie Bergttirto,:. ist in semer ganzen Ansdehnuug erstürmt. Tos will ettr»rs hsisim. An der Äisne freist unsere nacTcrcn Truppe,: im Kanrpfe, sind also eine ganze stieihs von Kilometer,: ticr in die feindliche Stellungslmie rnrgebrochm.
Der Papst mrd die Fli-egemtrgrlffe auf Köln.
i. K ö l n, 28. Mai. Laut „Köln. VolkSztg." ist bei dem Herrn Htarren Kardinal von H a r t m a n n folgeitoes Telegramm des Herrn Kardinol-Staatsseftr-tärs Gasgarri eingetroffen: ..Der Wilige Vater hat mit lebl>aftem Schmerze vcriwmmen, daß die jüngsten Fliegerangriffe aus Köln Sck>merz wü) Tod in zahlreiche fricdliche Familien ^bracht hat. Der heilige Vater vettrout, daß ^ alle Kriegsübrrndei: besoitoere Rücft'icht cmf deu FwnleickmamStag nehinen Werden und hat sich deshalb mrf alle:: Seiten bemüht, damit die-- Prozessionen am Fronleichnamsfeste sich ruhig entfalten Sömrenst' Luder wird, so meint das Blatt, die Fronckeichnams- prozession vom Dome ans nicht mehr gehalten werde,: föitrtOL selbst ioem: die Vemühmigen des heiligen Vaters bei den Ktte-- fülirelchcn Erfolg haben sollten, da die Zeit nicht mehr auSreickL. die erforderlichen Vorbereittmgm für die Prozession ji» treffen Mexiko und Kuba.
i. Köln, 28. Mai. Tie „Kliln Dolkszeittmg" meldet aus Genf: Die Verroicklimg zwiscbei: Mexiko und ^stnlxr errtch in P a r i - großes Unbehagen. U„.abhängige Blätter meinen, daß dies den Ansgmuvspunft der Mixten Kvnflikte mit den Vereinigten Staaten abgeben komrte. .Wilsou müßte sofort vermitteln Ter „Eclair" sowie Lyoner Blätter erfahven, Mexiko wäre von Kubr. in den letzten Dwnatcn brüskiert ivorden, wobei alle Proteste erfolglos geblieben sei«: Die Sozialisten siagO^ aus wessen Gebcik Kick» handele.


