Erlebnisse einer deutschen Frau während der Belagerung von Tsingtau.
—h. Gießen, 1.Mai 1918.
Man schreibt uns: Vor einigen Tagen hielt in der großen Universitäts-Aula Frau Fregattenkapitän ILa Boetbke einen LLchckbilder-Vorttag über ihre Erlebnisse während bn Belagerung von Tsingtau. Wegen des kurz vor Beginn einsetzenden starken Gewitterregens rvar der .Vortrag nicht io besucht, wie er es nach jeder Richtting verdient Hütte. Die Vorirageude, deren Gatte Artillerie-Offizier vom Platt ibar. sprach in kvarmer, zu Herzen gehend? r Weise. Ueber die militärischen Ereignisse selbst brachte sie n «nicht viel, das toar ihr nicht gechattet, aber lvas sie schilderte, war äußerst interessant; von den Barbeveitungen. bei denen man zunächst rmr mit Russen und Franzosen gerechnet hatte, bis zu ihrer Rückkehr nach Europa. Au eine Beteiligung der Japmrer hatte man zunächst Nicht gedacht, als jedoch das Ultimatum bekannt wurde, luchte man sich. auä> auf die,e ernsthafteste Gchahc vorzuber-eiten,, so «Ntt es ging. Der schöne Wald, der mit vieler Mühe ausgeforsktt war, mußte fallen, ebenso ein nuehrhundertjähriger Bannt, der ttinen Tempel beschattete, da er eine zu gute Richtmarke von weither abgegeben hätte, ßin großer Teil der Franen und Kinderl gingen weg, nur eine kleinere Anzahl blieb. Äe Bortragende war' Zuerst Apotl-eken-Sckiiweslier, dann in den Lazaretten tätig; ihre Kinder waren mit anderen in einem sicheren Keller-Kindethorh inttergebrach,! und besuchten sie nur'hie und da, wie auch ihrGrtttj ganz von seinem Dienst im .Anspruch. Fenommeu rvar. Einmal, lvahrend sie krank zu Hause lag, entging sie mit knapper Not dem Tode. Jln Gatte chatte seinen Burschien geschickt, um sie in den Keller zu drill gen, da das Haus mehr und mehr in die Schußlinie !mrf. Während sie sich fertig machte, schlug ein Gchchoß gerade vor dem Keller ein; gleich darauf ein anderes in das Dachgesclioß. Etwa drei Monate dauerte die Belagerung, .dann war die Artillerien Munition zu Ende. Tie Ges-cklitze trugen übrigens nicht tveit gemüg, um den japanischen Schiffen schien -zn können, und da auch die Be- fesligmigen zum Teil zerstört waren, blieb nichts übrig, als die weiße Tabue ziu hissen, nuchaem die Kanonenboote, die bei der Ver- teidigung sich beteiligt hatten, gesprengt worden waren und der Tlieger van Tsingtau entkommen war. Im allgemeinen betrugen sich die Japanar grtt, doch), nur im allgemeinen. Frau Boethke selbst ivurde einmal, als sie zu einer Haüssuchmg ans d.r Deuts ck>e ^ Pension, wohin sie übergesiedelt war, .ihre Schlüssel abli.ierH musste, von zioei Soldaten mit ^ufgepflanzteu Seiteng en-ehr er.1 eskortiert; ging sie den kleinen Japanern zu rasch, so wurde sie am. Arm zurückgerissen. Auch? nachdem ihr Gatte in das japanische Gefangenenlager gebracht worden rvar, blieb sie noch eine Weile itt Tsingtau: später aber siedelte sie nach Schanghai über, bis sie des Klimas wegen auch von dort fvrtgehen mcd nach Europa zurückkehren mußte. Da iwch andere Frauen und Kinder sie begleiteten, wurde Frau Boethke zur Transportftlhoerin bestellt. Sie fuhr über Honolulu nach.'öttnericka, >as damals noch neutral war. In Honolulu verbrachte sie einen schönen Tag, die Klänge der Kapelle eines dort internierten deutschen Kanonenbootes begleiteten sie bei der Weiterfahrt. In San Franziska war die Stinnnnng nicht übel, sehr feindlich dagegen in Neu York, wo noch. Oblegen heit war, inneren Dampfer ..Vaterland" zu besich igeir. Auf der Weiterfahrl mußten sie natürlich nach .Kiri'.vall. Dort wurde alles gründlich durchgesuckst. Neun Koffer roaren schon geöffnet gewesen, im zehnten waren eine ganze Anzahl Briefe v>on Znrückgebliebeneui nach Deutschland, die sie abznliefern versprockien hatte. Auch ein Dienstbries des Generalkonsuls in Schaugl>ai war darunter. Da, rpie sie schweren Herzens dabei loar, auch diesen Koffer zu öffnech hieß eö, es sei genug. Wie sie aufattnete!
Am Schlüsse ihres Bvrttages brachte die Vortragende noch eine Reihe rocke guter Lichtbilder, die meisten aus Tsingtau, welche zeigten, »nie sehr sich, die Stadt unter der deutschen Verwaltung entwickelt hatte. Reicher, wohlverdienter Beifall zeigte, wie die wann-, herzigen, von wahrer BaterlandSliebe getragenen Worte gepackt hatten Prof Heuser, der namens der veranstaltenden vier Vereine die Vortra.rend. zu Anfang begrüßt hatte, verlieh dem Tank der Versammelten Ausdruck.
Aus Stadt unv Crtwft.
Gietzen, den 2. Mai 1918.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Grvß- herzog empfing zum Vortxag: den Staatsminister Dr. von Ewald, den Minister des Innern Dr. von Hombergk zu Vach, den Finanzminister Dr. Becker, den Generaladjutanten General der Kavallerie von Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat von Römheld; außerdem den Generalmajor Freise, den Major Bischofs und den Professor Dr. Eger. — Der Großherzog hat am 27. Llpril l. Js. dem Pfarrer Georg Bernbeck zu Wieseck die evangelische Pfarr- ftelle zu Dortelweil und dem Pfarrverwalter Karl Job zu Burkhards die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen. — Uebertragen wurde am 27. April den Schulamtsaspiran- tinnen Sophie Becker aus Roßdorf und Ella Sommer aus Mannheim mit Wirkung vom 1. Mai 1918 ab Lchrerinnen- stellen an den höheren Bürgerschule zu Buchschlag.
^Auszeichnung. Landsturmmann Ferdinand Klotz wurde mit der Hessischen Tcrpserteitsmedaille ausgezeichnet.
** Jubiläum. Am 1 Mai waren 25 Jahre verflossen, daß Herr Georg Bichl er die damalige Textorsche Brauerei übernahm. Daß )H»err Bichler später die Aktienbrauerei dazu gekauft und das Gescljäft zu hoher Blüte gebrackst hat, dürste noch in aller Erinnerung sein.
** Von der Universität. Bon allgemeinem Interesse dürfte sein, daß Herr Professor Dr. Hamann aus Marburg in diesem Semester die Vorlesungen über Kunstgeschichte- und Archäologie hält, und zwar: Rom und Ravenna, spütannke und frühchristliche Kunst, Graphisch).: Kunst, Einführung in die Betrachtung von Radierungen, Kupferstichs usw., Hebungen über Rembrandts Radierungen. Nähe- wns dem Airschlag am schwarzen Brett im Kollegien- ' )u ersehen.
üra erverein. Der Bürgerverein Gießen hat schalle am Neittveger Dor wieder eine Reihe von "gemein interessierenden Inhalts aufstellen las- hi genannt: Kampffunger, Die Gartenstadtbe- Kalbschmidt, Aus der Miettaferne ins eigene Heim: Howard, Gartenstädte in Sicht; Neue Aufgaben in der Baurordnunas- und Ansiedlungsfrage: Genossenschaften und Ge::-o-ssenschaftsstädte; Schultze-Naumbura, K'ullurar- betten Band I—V; Brix und Genzmer, Städtebaulich? Vortrüge. Die Bande sind mit den früher schon aufgestellten. Kn einer Sonderbücherei des Bürgerveoeins vereinigt und sind für jedermann &ur Benutzung oder Entleihung erhältlich.
** Schuhwerk mit C h rom le d e r s o h l e n. Wer-, Mue dcF^ -er zwei Paar getragene Schuhe abgibt, einen ^»chuhbedarfsfchein ausgefertigt haben will, muß die schrift- ncp 7 Bersicher::ng abgeben, da.ß er nicht mehr als ein £ a 2y gebrauchsfähige Schuhe oder Stiesel besitzt, deren Mindestens im Gelenk oder in der BorderfWclre ganz aus Leder besteht. Dabei sind nun Zweifel aufae- tauckst vb auch) Hausschuhe oder Turnschsthe mit Chrom- leoersoNe daM gerechnet lverdeli sollen. Wie die Neichs- ste.le für Schuhoersorgung erläuternd bekanitt gibt, ist derartiges Schiihlverk nicht mitzuzählen. In Betracht kommt nur Schuhwerk, das sich zum Straßeugebrauch eig- uet. Dagegen sind auch Haus- und Turnschuhe mit Chrom- ledcrsoh,^ int teMr b e d ar fsschei np f li chti g Die Borschrrft, daß ,eder iirnerhatb eines Zeitraumes von 12 Monaten nur auf einen ^ckMhbedarfsschein Anspruch hat , (sofern er nicht mindestens Awler Paur getragene Schuhe
oder Stiefel abgibt), soll sich aber nicht auf Bedarssscheinc erstrecken, die ausdrücklich auf Haus- und Turnschuhe mit Chromledersohle ausgestellt siird. Es karm also jemand iw nerhalb eines J-ahres außer einem auf ein Paar, ausgestellten Bedarfsschein für Schuhkverk mit Ledersvhle auch noch einen Bedarfsschein erhalten, der auf ein Paar Haus- oder Turiischuhe mit Chromledersohle lautet.
** Höchstpreise für Zichvrienwurzeln. Ter Anbau von Zichoriemvurzeln ist «während der KriegSzeit sehr erheblich zurückgegangen. Tie Zufuhr aus dem Auslande hat ganz aufc-.el-ört. Andererseits muß im Interesse der Versorgung der Bevölkerung mit Kiaffoe-Ersatz bes^ondereS Covicht darauf gelegt werden, daß ein Wester er Rückgang im Zichorienanbau nach Möglichkeit ver- mndert wird. Durch, eine Verordnung des Staatssekretärs des K eg er ähriirg a n s ist dcs.alb der l.e e.i a mehlchfpr is für gie- oarrte Zichoriemonrzeln aus der Ernte des Jahres 1918 au 60 Mk. für 190 Kilogramm festgesetzt worden. Im übrigen haben die bisher geltenden Bestimmungen über den Verkehr mit Zickiorienwurzeln Leine Aenderung erfaliren. In dieser Hinsicht gilt namentlich folgendes: Das Venüttern von Zichorienwnrzeln, grün oder gedarrt, m verboten; auch dürfen sie nicht gewerbsmäßig zu anderen Zwecken als zur Herstellung von Kaffee-Ersatzmitteln verwmidt werden. Wer gedarrte Zichorienwurzeln in Ceioahrsam hat, hat die Menge dem Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel G. m. b. H. in Berlin anzuzeigen und auf Abruf zu verladen. Bis zur Wnahme sind die Wurzeln au'znbl-wahren und pfleglich zu behandeln. Auf Autvag des zur Ueberlassuug Verpflichteten hat der .Kriegsausschiß bimieu vier Wochm nach Eingang ves Antrages zu erkläreii, welche besttmmt zu bezeichnenden Mengen er übernehmen will. Fist die Menge, deren Abnahme der KriegsMlsschuß ablehnt, erlischt hiermit die Absatzbeschränümg. Das gleiche gilt, soioeit der Kriegsausschß binnen der Frist von vier Wochen keine Erklärung abgibt. Lllle Mengen, die l/iernach dem Absatz durch den Kriegsaussckmß Vorbehalten sind, müssen von ihm abgenommen werden.
** Feld PostPäckchen wieder gestattet. T>as Reichs- Postamt gibt bekannt: Neben den Privalpaketen weiden auch nichtamtliche^ Feldpostlniefe über 60 Gramm (Päckckien) an die Truppenangehörigen der Wesstov-nt und des Großen Hauptgliartiers sowie an Heeresangehörige im Generalgouvernement Belgien und in Luxemburg von jetzt ab wieder angenomm«en. Im Eiiwerstänonis mit der Heeresverioaltuug wird indes dringend davor geivarnt, mit diesen Päckchen und Paketen leich verderblich Nahrungs- nrittel ins Feld zu schicken. — Paketen an Kriegsgefangene in Italien brauchen die bisher vorgeschriebenen Zollinhaltserklärungen nickst mech beigesügt zu werden.
** Keine Reisen an Himmelfahrt und Pfingsten. Ter Perfouenverckehr der Eisenbahn pflegt bekanntlich am Himmelfahrts- und Pfmgstseft sonst seiner: größten Umfang wohl im ganzen Jahr zn errevchn. Wegen der hohen Anforderungen! des kriegswvch.igm Verkehrs ist es aber in diesem Jalw dringend «geboten, diesen Verkehr nach Möglichst einzuschäntm. Der Minister der öflentlickien Arbsttierr hat sich deshalb an die Zentral- belstirdea drs Reichs gewandt. Die Beainben, Unter beamten und die Personen inr prstmtrechflichn DsenstverhÄttris werden von neuem darauf hingewiesen, drß es vaterländisch Psliclst eines seden ist, die Eisenbahner besonders während der Festtag».' nur in den allerdringlickxttm Fällen zn bennyen. Es dürfen nur selch Ausflüge untenwmm-en roerden, die ohne Bahnfahrten ausg-eführt tverden könnm. Diese Mahrruna gilt vor allem denen, die Wand er- vereinigungim und ahnlichn Vereinen an-gehooen. Eine derartige Mahnung wird ebenso an alle Privatpersonen ergehen.
Landkreis Gießen.
** B e l 1 e rs hai n, 1. Mast Der Schütze Wilhelm M a g e l bei einer Mtskfch.-Gero.-'Komlp., ein Sohn des Bürgermeisters Mägel, stand in den letzten schweren Kämpfen im Westen den Heldentod.
** Münster, 30. April. Gefreiter Otto H e ß erhielt das KriegsehrenHeickien in Eisen.
Kreis Büdingen.
# Büding em, 1. Mai. Ten Charakter als Regiorungsrat erhielt der Kreisauttmann Dr. Wilhelm Wehn er. Das Eiserne
^urmstt aus dieser niedrigen Höhe bleiben. Der Ueberschuß aus denk Itechnungsjahr beläuft sich auf 12 000 Mk.
— Frankfurt a. M., 30. April. Die ersten Cronbergev Treibhaus-Ecdbeeren sind in den hiesigen Delikatessengeschästertz ausgestellt, sehr lecker und npvetttl'ch an^lschuen, aber auch sehr b'ttter im Preise. Das Psmü) kostet vorläuftg noch 2 0 Mark, lind trotz des „Ueoerpveises" fanden die Beeren schon ihre Liel>- Haber. Im Jahre 1917 konnte man die ersten Erdbeeren noch für 6 Mark das Pfund kaufen.
X Hanau, 2. Mai. Nachen: die Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Hünseld über die Entnahme elektrischer Kraft ans dem durch Nutzbarmachung der Mainwasserkräfte zu erbauenden Mcrinkraftiverie mit dem preußi chen Staate Verträge abgeschlossen haben und die Inangriffnahme dieses großzügigen WerLs alsbald nach Friedensschluß zu er- warten steht, ist die Bildung eines Zweckverbandes der genannten Ktterie für die Ausführung der Arbetten innerhalb ihres Um- l*aTLGö und für die Verwaltungsarbeiten in die Wege geleitete
js Kirchhain, 30. April. Zwischn den Stationen Nechmdt und Treysa stieß durch Hinauslehnen aus der Eisen bah: ein Soldat namens Kupinsky aus Stettin mit dem Kopf so unglücklich gegen * t1K ,r£?i Lier ' der Dod alsbald einttat.
jc M a r bu r g, 30. April. Wie im vorigen Jahre, soll mich in diesem Lvmmer die in'einem herrlichen Waldtale in den Lahn» bergen hinter der Landesheflanstalt errichtete zukünftige Lungen- m-llstatte wieder als Erholungsort für etwa 70—80 bedürftige j nn&cr der lnescgen Bolkcckchnlen erngerickstet werden. Tie Leitung übernimmt der vaterländische .Franenverein. c- Me er Holz, 1. Mai. Prinzessin Ortend zu Schleswig- Hol [tem-z. onderburg-Glücksburg, Gemahlin des Prinzen Albert Zm Schleswig-Holstein, eine geborene Gräfin zu Bsenburg und -oudingen in Meerholz, ist im 40. Lebensjahre einer Lungenentzündung erlegen.
Gericl-tssaat.
^^ nkfurt a. M., 2. Mai. Das Schöffengericht ver- urteilte ben Kauf wann Alexander Metger. der sich „Metger von Osternfelde" nmnt, wegen unberechttgter Führung eines Ädclsprä- droat^. zu oO Mark Geldstrafe. Metger ist in Emden geboren, l>at aber später die Schweizer Staatsangehörigkeit erworben, und behauptet mm, er habe mit Zustimmung der Schweizer Behörden zur ^ ckbri cheidung von anderen Metgers den Namen Metger von OsternieÜ>e, nach dem Heimatort seiner Vorfahren, angenommen, jP^L^cf) der Dichter Hoffmann zur Unterscheidung von anderen VoNmanns nach seinem Geburtsort Hoffmann von Fallersleben genannt habe. Einen „Adel" habe er sich damit nicht beilegen wollen^ Das Gericht war aber der Meinung, daß etz die Allgemeinheit als ^ldelsprädikat aufsasse, und danach müsse entschieden werden.
er-. I r r ‘ Frankfurt a. M., 1. Mai. Me 26jährige Ehefrau Bartel mann hat ihre drei Kinder vollkommen verna ch- 1a,sigt. Die armen Kleinen mußten nackend in einem eisigkalteü ungeheizten Zimmer zubringen, außerdem bekamen sie nicht zn men und konnten tagelang nicht in Betten schlafen, da die Rabenmutter sich mit Männern herum trieb und die Schlafzimmer abgeichuoiien hatte. Das Schöffengericht erkannte unter dem Be- Auern, daß das Gesetz keine härtere Strafe zulasse, auf sechs rochen Hast. Außerdem erhält die Bartelmann wegen qc)ixxb&' mäßiger Unzucht vier Wochen Hast.
selbe Ehrenzeiä-en der Kawonier Joseph Rvtya. — Berg- Heim. Tie H-essische TapferkeitsmedaÜle, früher das Eiserne Kreuz, erhielt der Gefreite Georg Franz. — Ortenberg. Auf dem Felde der Ehre starb Heinrich Steffan: Pas Eiserne Kreuz, früher die «Hessische TapserkeitsUve^daille, erhiell der Untewssizier Otto Hebbel. — N iede r - Mo ckstad t. Nach 23monattger treuer Pflichterfüllung starb fürs Vaterland der Musketter Hermann Brett hau er. — Echzell. Das Eiserne Kreuz erhielt der Grenadier. Heinrich Bin d ing. — Bvrsdorf. Tie Hessische Tapserkeitsmodaille erhiell der Kanonier Karl Stein. — Gettenau. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische TapserkeitS- medaille, erhielt der Fahrer Otto Bau mann.
Kreis Schotten •
0 Gedern, 30. April. Aus russischer Kriegsgefangenschaft kehrten gestern Unrück Ludwig Buß, Besitzer des Gasthruses zur Trmibe, und Heinrch Schrempf, Maurer. Mit dem kürzlich lster eingetvoffcnen Karl Noll konnttn bisher 3 Krieger nach beinahe Zjäh-riger Gefangensck>aft in die Heinmt zurückkehren.
KretS Friedberg.
** Bad-Nauheim, I.Mai. Wegen Betrug und Unterschlagung von etwa 20 000 Mk. rourde der F i n a n z a s v i r a n t (nicht Bnregugelnlfe, wie irrtümlich gemeldet) M>. aus Gamlwa verhaftet.
# Griedel, 1. Mai. Fürs Vaterland starb der Gefteite Erwin Fenchel. — Ober-Erlenbach Tei: Heldentod starb nach 3Vsjäbriger treuer Pflicksterfüllung der Vizewvckstmerster und Offiziers-Aspir-cmt Paul Brenne mann, Juhiaber des Eisernen Kreuzes und der Hesft;>chen Tapfe rkeitsmedackle.
Starkenburg und WfjriüfKffen.
1 Tarmstadt, 30. April. Vom 1. Mri an ist die durch gehende Arbeitszeit bei den Darmstadter Gerichten nüeder aufgehoben.
I .Darmstadt, 30. April. Die Landwirtschaft« kämm er hat an einer Vorstandsck^ftssitznng den Landtagsab geordneten Bähr von den ihm bisher übertragenen Tienstäuf- gaben enthoben. Bähr l-atte hauptsächlich die Leittnrg der Versteigerung der dien!tunbrmickchar geuwrdenen Mälitärpferde für das Gvoßherzogttkm Hessen rrnter siclx Der Militärfiskus hat um jeden Zwischenhandel mrd jeden Preistvucher mit an6 rangierten^ Milrtärpserden anSzusÄießen, die Abgabe au Landwirte und Genarbetteibende für den eigenen Bedarf den LaudwirtscknftSkam- mern übertrag-en. Diese gute Absicht der Militlirbehördc wurde jedoch trotzdem nmgaiigen, indem es doch Zwisck-en Händlern gelang sich ein zu schieben uttd die für billiges Geld von der Militärbehörde erstandenen Pferde uwsi einigen Tagen nnt 100 und meln Pwzent Nutzen weiter zu veräußern. Mes wurde erst vor kurzem in einer Sträfkammerverhandlung in Dannstadt gegen den Oberveterinär der Res. Tr. Peter Schäfer festgestellt. Auch dem nun seit Monaten rosgen umsangreichier Gehn m sch,lacht imgen in Unter- snck)tungshaft besindlickpen Darurstädter Landnürt Mittendorf werden große Schiebungen bei Pferdeo-erkäufen vorgeioorfeik.
--- Kelsterbach, 1. Mai. Tie dreijährige Tochter des Arbeiters Jol-annes Rein wurde Tieuslag nachmittag aut der Dvrsstraße von einem Kraftwagen überfahren nnd g-ttötet.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 1. Mai. Da der Schleichhandel mit Kartoffeln im Kreise Wetzlar erneut großen Umfang angenommen hat, erläßt der Landrat abermals eine ernste Mahnimg an die Landwirte diesem Treiben Einhalt zu ttm, weil dadurch die Aufbringung der abzulresernden Kartoffelmewten gefährdet tfil.
Vessen-Nnssnu.
— Eronberg, 30. April. Der Haushaltsplan der Stadtgemeinde Cronberg für das Nechmingsjahr 1918 sckilveßt in Einnahmen und Ausgaben mit 296 400 Mk. in ordentlicher und mit 1 237 300 in außerordentlicher Rechnung ab. Die Gnneindesteuer- zuschläge zur staatlichen Einkommensteuer und die Realsteuern betragen wie bischer nur 100°/a und werdgn voivauAsichlü.ch auch in
Briefkasten der AeSaktio»^
^ h. 5ch. L. Nach den uitter B-erücksichttgtmg der Kriegsvechält- mfle erlassenen Vorschriiten können Unterbrechungen in der Lehrzeit, die ans militärische Maßnahmen, Einziehung des Meisters zum Heere oder Hilfsdienst, zeitweilige Schließung des Betriebs usw. auf die Lehre angerechuet werden, wenn der Lehrling sich während dieser Zett mit Arbeiten seines Berufs betättgte. Liegen andere Ursachen vor, daun ist die versäumte Zeit nachzubolen, wenn nicht unter Berücksichttgung der jeweiligen Berbältnisf« die Genehmigung der Handwertstckmmer besonders eingehott wird.
vermssehtes.
* Elt. Als Verdeittschung für Elekttizität hat man bekanitt-» lich das Wort Elt vocgesckstagen. Ein na hm Hafter Fachmann erklärt jetzt in der Zeitschckst des SprackMereins dieses Lehnwort als das allerbe,te. Insbesondere wird das Eigenschaftswort elttsch für elektrisch bald Wurzel fassen: man fährt mit der „Ellisck>en". Dazu kamen folgende, ebenso kurze wie d-eittsche Ausdrücke: Elektrizität = Elt, elekttifth = elttsch, elektrisieren = elten, Elektriker- Elektnotackxttker. Eltser, Elekttviugenicnr = Eltingner. elettri» siz ercu -- eltigen: Mit Elt, altkraft oder elttsch bttrel.ben, raS Elektron *= das Elt< oder Eltthn. Wie Dampfroß für Lokomotive körrne das Wort Blitzkraft für Elektrizität dichterisch an^ gewandt werden.
Letzte AüchrrchLeK.
T>cv neueste 2Zerrcht öcr Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 2. Mai (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Deutscher Kronprinz.
An den Schlachtfronten ist die Lage unverändert. Der Artilleriekamps war im Mschnitt des Kemmelbcrges ge- fteig'rt. Auch zwischen Somme und Lucetzach, bei Montdidier, Lassigny und Noyon letzte er vielfach auf. Im übrigen blieb die Gcfechtstätigkeit auf Erkundungen beschränkt.
Heeresgruppe Herzog Altzrecht.
An der lothringischen Front war die französische Artillerie in den Nachmittagsstunden rege. Kleinere Vorstöße des Feindes wurden abgewiesen.
Osten.
Ukraine: Vor Setastopol brachen wir feindliclren Widerstand. Die Stadt wurde am 1. Mai kampflos von ur?S
besetzt.
Der Erste Generalauartiermcister L u d c n d o r f f.
Graf Keyserlingk als Kommissar ftir die besetzten Ostgebiet« zurückgetreten.
Berlin, 2. ?)Lai. Der frühere Ministerialdirektor im poeußi» scheu Landlvirtschaftsmintttcrium Graf K e y s e r l i n g k, der bis jetzt als Komininar des ReiMkauzlers für die besetzten Ostgebiete befouders des Baltiknms und Litanens, tättg war, ist von dieser Stelle zurückgetteten. Ueber die Gründe seines Mckttitts ver^ lautet nach verschiedenen Blättern, daß die unklare Llbgrcnzunv des Arbeitsgebietes den Graser: Keyserlingk zu dieser EntsMießnna« veranlaßt habe.
Zu Frkih.'itSstrcifrn «rurtkilte Driitsche in Amerika.
^ J, 01 ' 30- , April. (ißriDatMegmmm.) Ar
Deutsck-en, der frühere Generalkonsul Bo pp und Schack wnrdett jeder zu einer Höchststrafe von 2 Jahren Zuchthaus und. 10000 Dollars Geldstrafe verurteilt wegen Verl^. tzung der Neutralität der Vereinigten Staaten durck, Gebeimbündelei zwecks Ansttstung einer Verschwör'ng in Indien. Der ftühere deuffche Militärattachee von Vrin'ken wurde zu 2 Jahren, der Agent des döorddeutschim Llot,^ Eapelle zu,15 Monaten Gefängnis und die anderen Angeklagterr m germvercn Strafen verurteilt.


