Deuts che M alrikel und deutsches Dvkt^or- diplom. Die Universität Leipzig hat beschlossen, cm Stelle der bisherigen tateiilüschen MatriLl die deutsche Matrikel em^ Ausührew gleichzeitig haberr die theologisch? imb philosophisch^ Fakultät das lateinische Tokiordiplom durch das deutjche Doktor- 'oiploin erseht. Die juristische und medizinische Fakultät haben vorlaut das traditionelle lateinische Tottordiplom beibehalten.
was plant die Rrlchsbei-ridnügssteite?
Tie Reichsbekleidungsstelle schreibt wrs:
Turch die gesteigerten Bedürfnisse der Rüstungsindustrie, der Eisenbahnen, des Bergba:res und der Landwirtschaft wurde die Reichsbetleibungsstelle vor die Ausgabe gestellt, nebeir der üblichen Versorgung der bürgerlichen Be.ölldnmg für das kommende .Halbjahr dreieinhalb Millionen Ärb.'fter mit Llrbeitskleidung auszu- statten. Seit fast vier Jahren zehre i mit von unseren Vorräten, der Verschleiß wird von Dag zu Ta; stärker, brauchbare Ersatzstoffe fallen noch nicht tu ausreichender Menge zu und knappste .Haushaltung kann wohl die Bestände sttc.ffnr) sie aber nicht ersetzen. Es gibt nocks viele in der Svodt und au, dem Lande, deren Schränke «gefüllt sind, die einen, ja mehrere Anzüge entbehren könnten. An die wendet sich die Reichsbelieidungsstelste mir ihrer neum Anordnung; sie plant lediglich eine Sammlung von getragener Männerkleidung im ganzen Reiche. Alle Gegenötw unseres Vaterlandes sollen daran ihren gleichen Anteil haben. Für jeden Kvmmunal- Verband wird durch die Landesz-rutralbehörde d e Zahl der zu be- schafseichen Anzüge fcsttrestellt. Tie Kommunalverbände sind von der Reichs bekleidungsstelle ermächtigt Worden, von den wirtschaftlich bessergestelltcn Derionen, von der.en au^ulnebmen i , daß sie Ober- Leidung in größerer Anzahl besitzen, die VI:zeige«iT'rrs Beiitzstandes 'cm Oberkleidung ernzürsordern, wenn diese den Ausruf zur frei- nülligen Abgabe rrnbeachtet lassen. Von dieser Bestandsanzeige deiner OberÜeidung wird jeoer von vornherein befreit, der min.de- s«ens einen Anzug freiwillig ablieftrt, Dem Abliefernden wird eine Bescheinigrmg mit der amtlichen Züsichcrung erteilt, daß bei einer rm weiteren Verlauf des Krieges etwa notwendigen Einforde- rimg getragener Oberkleidung die jetzt abgerrommenen Stücke in Anrechnung kommen. Tiefe Enitffangsbescheffrigwtg wi^d nur dann iricht ausgestellt, weim der Aiblie'erer eine Abgabeste cheinigung zur Erlangung eines Bezugsscheines ohne Betzaris Prüfung fordert. Weiter betont die Reichsbr^lcidungsstelle ausdrücklich, daß die ab- gelieserten Anzüge nach einem geordneten Schätzungsversahren angemessen bezahlt werden und daß sie selbst unbedingten Wert auf -me >ausreichende Entschädigung legt. Das lind die Grundzüge der xeuen Bercwdrnmg. Ihre sachliche Wiedergabe sollte genügen, um endlich alles 'Gerede von Zwangsenteignung, vom Eingriife in den Kleiderbestand des Privatmannes zu widerlegen Tie Hauptt ungriffe gegen die Reich--elleidmtgs stelle richteten' ixdy mm gegen bte Bezahlung der ab gelieferten Altkleidungsstücke durch die Mtbekleidungssrelleir der Kvmmuiralverbärrde. Hierbei setzte die Kritik in allen Donarten .ein. Aber zart waren diese nie und mrgendNN. Ter Schrei nach dem logenannten „angemessenen" Preise wurde immer lauter und wohlmeinende Propheten, verhießen der Reickrsbekleidu-ngsstelle. daß sie sicher und geioiß freiwillig genügend Anzüge Wem der Bevpllterung bekommen würde, wenn erst endlich der „angemesseire" Preis allgemein bezahlt würde. Was ist denn eigentlich „angemessener" Preis? Jedenfalls ein sehr dehnbarer Begriff. Ter Verkäufer wird in den allerseltenst.m ivällen die Br. ahlmrg angemessen falben. Irgendeine feste Grenze iistr du Abskftätzing nrnß aber grzogerr werden, sonst kann es dahin iomtnen, daß für die alten abgetragenen Sachm Preise gezahlt werden sollen, die den.Fried, nswlschaffnngspreis um ein Mehrfaches übersteigen uns es unmöglich machen, daß die Altsachen nach kostspieliger Wiederi-nftandsetzung der minderbemittelten Bevölke- rung zu einem halbwegs annol/mbateu Preis zugeführt werden können. Wer bei der Abgabe seiner Altsachen an die Mtbekleidungsstelle ein Geschäft macken null. wer glaubt, daß ihm heute für einen alten Anzug mehr bezahlt werden muß, als er selbst vvr Jahren dafür bezahlt hat. der wiich auch bei keinem noch so hohen „angemessenen" Preise zufriedengestellt sein. Ihm ist alles Kn wenig. (Äktmnn aber soll bei der Mtkleiderbewürtschaftung« niemand ernstr.ichen. Tem gleichen Plane einer freiwilligen Sammlung von Mtkleidern wollen aber andere gleich den Garaus' machen und eine Beschlagnahme aller Kleider- und Stoffbestände m den Geschäften fdyicit ilmen das einzig erwünschte Mittel.
Einfach lväve die Sache, wenn ihre Durchführung nicht zu schwer wäre. Die Reich^bekleidungsstelle konnte suh aber zu einem solchen radikalen Vorgehen glicht entschließen, mcü dadurch Handel und Industrie auf das Schwerste schädigt und einer weiteren Kom- mimisierung des Wirischnftslebens ohne zwingende Nvtivcndigkcit Borschub geleistet worden iväre. Tie Reichsbelleidungsstelle hat aber nicht nur die Verpflichtung einseitig nur bestimmte Bevölkerungsschichten zu bev!orzugen, sie muß für die ganze Bevölkerung tu ihrer Gesamtheit sorgen. Aus diesem Grunde schon konnte sie eil rer so eins cht- ieiden.de il Maßnahme und allgemeinen Beschlagnahme nicht zustimmen. Es blieb daher der ReichsbelleidungHz stelle klftu anderer Weg offen, als durch freiwillige Beschaffung rion Atämreranzügen oder Stoffen die angeforderten Mengen ein- zudecken.
Letzte 2iczchrichten.
Der neneste Bericht -er Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 30. dlpril. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Auf dem Schlachtfelde in Flandern entwickelten sich in einzelnen Mschnitten h flig? Jnfanleriekänrpse. Nördlich von Doormezeele und Groote Vierstraat nahmen wir mehrere englische Gräben. Bei Loker in die feindlichen Linien einst.'drungene S Nirm-Abteilungen stießen mit starken französischen Gfgeüa stlisfen zusammen. Im Verlaufe dieser Kämpfe konnte sich der Feind in Loker sests-tzen. Seim Versuche, über den Ort hinaus rwrzudriugen, scheiterten. Die tagsüber starke ArtjlLenetütigk'tt dehnte süh auf das ganze Gebiet des K-ennnel aus und hielt bis zur Dunkelheit an.
An der übr gen Front blieb die Geftchtstätigkeit auf Erkundungen und zeitweilig auflebendes ANilleriefeuer beschränkt.
Mazedonische Front: Am Wardar und Doiran- See brach ein nach nnhrtägiger Artiltcrier-orbereitung erfolgter feindlicher Vorstoß vor im seren Linien zusammen.
Der Erste Generalquartiermcister
L u d e n d o r f f.
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Die Ratio naUiberalen und das Wahlrecht.
B e r l i n, 30. April. Tie Lage yu Begimr der z weit e n L e - slung der W a tz t r e ch t s v o r l a g e ist insofern ungeklärt, als man nicht zu übrrsehen vernurg, ob die Aussprache bereits heute ihr Emde findet. Tie it a t i o it alt i b e r a I e Fra kt i o n trat gestern, zu einer Sitzung zusammen, die bis in die späten Nachmit- tagssttmden dauerte. Tie Erörterungen brachten eine positive Klä- rimg noch nicht. Die Probeabstimmun.gcrgab3 7 Stimmen für uild 35 Stimmen gegen das gleiche Wahlrecht. Tie Fre itonscrv ati ven sollen mit 5 Stimmert für das ^gleiche Wahlrecht rechnen, die sich bei der dritten Lesung auf 15 Stimmen erhöhen könnte. In der Fraktion der Tentschkonser- valiven soll, wie die Blätter hören, in der letzten Zeit eine kleine Gruppe bereit fern, sich für das gleiche Wahlrecht auszusprechen. Man glaubt, wie die „Börsenzeituntst" schreibt, daß sich fünf oder sechs Abgeordnete finden vverden, die ihre Stimme ftir die Regierungsvorlage äogeben würden. Mau rechnet aber trotz alledem mit der Ablehmnig in der zweiten Lesung. Tie Ansichten gmen mir darin, so heißt es weiter, auseinander, ob irgendeine Möglichkeit besteht, bis zur dritten Lesung eine Verständigung zwischen der Sfeiienmg und den Mehrhcitsparteien herbeizusühreii, um das Ergebnis der zweiten Abstimmung zu berichtigen. Tie Linkspar- teierr, besonders die Sozialdemokratie, wollen von einem Verstärv- dignngsversnche nichts wissen.
Neue U-Boot-Erfolgl'.
Berlin, ?9. Llpril. iWiTB. Amttich..' Deutsche und öster- rexchisch--tmgarische U-Boote rersent'ten inr Sperrgebiet im Mittel- meer 5 Dampfer und 2 Segler von zusammen rund 23000 Brutvoregiwwtonn-en. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der französische bewassnete Dampfer „Liberia" (1942 Brnttv- registert'mmen, ein pvoher beivaffneter Dvailsporter mit zwei SchorMteinen sowie ein italienischer Segler mit 700 Tonnen Eisen für Genna.
Ter Chef des Admiralstabs der Marine.
ör&SiiK, HB -.Ci W?SBSJ^!f'AiSjaaH3*!^".J2dZE2K«mK>‘'3
Ein ösrerreichisly-englischjer Kampf im Adrialischen Vlerr.
London. 29. April. /MTB. Nichtamtlich.) Reuter. Admiralität teilt mit: Äm 22. 4. um 9 Uhr 30 abends, stießen im A d r i a t i s ch e nt LM e e r zwei lmferer Zerstörer auf s ü n f österreichische Zerstörer und venoickelten sie in ein Gefecht. Ter Feind floh nach dem befestigten Hafen Dura z z ü, wobei.er von den britischen Zerstörers die durch fünf weitere britische und einen frMrzösischen vecslürl't waren, verfolgt wurde. Tie Jagd dauerte bis nach Mitternacht, bartu ging die Fühlrrng! mit dem Feinde verloren. Unsere baimt Zerstörer, die diese sehr überlegenen feindlichen Scefirertfräfte aitgrinen, erlitten nur unerheblichen Sckmden. Unsere Gesamtverluste sind 7 Tote und 19 Verwundete. Ter dem Feind zugefügte Schaden ist mrbekannt. Unruhen in Petersburg?
Berlin, 30. April. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Rotterdam.' Der „Echange Telegraph meld-tt aus Kopen-, Hagen: Während der letzten Tage sins keine TelegrainmS aus Petersb urg ^mgetilvssen. Rach Berichten auS Finnland sind in Petersburg 'Unruhen ausgebrockten im Zusammenhang mit einer Gegenrev>olution. Es stehe fest, daß die Transporte russischer Saütateu nach Finnland ani 23. April eingestellt wurden als Folge der Zustände in Petersburg.
Ein Marsch gegm Rostow.
Petersburg, 29. Asdril- (WTB. Nichtamtlich) Meldung des Ncuterschen Bureaus. Der Aufmarsch der Deutschen und Ukrainer gegen Rostow am Ton wird fortgesetzt. ES wiird berichtet, daß bei A l e x a nd r o w s k i im Gouver.^mtent Jekaterilroslaw Kämpfe stattgefunden haben. Die Stadt soll geräumt sein.
Die englische Stimmung.
Berlin, 29. April. (WTB. Nichtamtlich.) „Tally Mail"' vom 18. 2l!pril enthält folgende bemerkensrverte Aeußerung zu den Verlusten durch -den U-Bvottrieg: -Es wird vorgeschlagen. Tausende von Arbeitern für die Werften nnd die Schiss^rau- industtie z^rückzul-alten. Es ist klar, daß nur junge und kräftige Leute hierfür in Frage ftmtmen, denn alte Leute kimuen die durch die U-Bootsrätigkeit veru.rsachten bedenllichen schweren Verluste nirlft wicder gut machen. Man kann aber nicht zugleich ein großesi Schiffbcmprogramm durchführen und eine große neue Armee auf- stcllen. Hierzu kommt noch, daß die englischen Truppen in der ganzen Welt von Archangelsk oiis Hiong-Kong verstreut stehen und überall mit Nachschüben und Proviant versehen loerden müssm. So werde Englands nationale Kraft.auf das ärrßerste angespannte Sie gleicht einem Licht, das von beiden Seiten an gezündet wurde, doch> bei der drohenden Niederlage der gegenwärtigen Gewalthaber ist jedes Mlittel Recht. Doch wird die Stunde kommen, daß ein zweiter Lord Chatham, der 1778 im Unterhause die Unmöglichkeit, Amerika Au besiegen bewies, den jetzigen Beherrschern Englands sagen wird: Man kann D ent schlaui> nicht besiegen.
Jtalim und die Entente.
Stockholm!, 29. Uprll. (WTB. Nichbcrmtlich.) Zn der Nachricht, das der König von Italien bei seinem nächste:c Besuch in Paris ein Bündnis zwischen Italien, Frankreich ttnid England zu dem Abschluß zu^brin-gcnr beabsichtige, der ihm im p-ovember vorigen Jahres renoeigert wurde, und oaß nur unter y.. *r BedinguM Italien bereit sei, den Krieg fortzusetzen, be-, r _n‘r „Aftoubladet", daß sie ein grelles Licht aus den tiefem •inneren (Gegensatz im Lager der AlliLerten werfe, nämliick!» auf der^ Gegenfatz zwischen Jtalicm -und Frankreich. Das Blatt schreibt, man brauch bl'vs daran zu oenkan, Mß man vor nify: allzu tanger Zeit hinter Italiens Rücken in Frankreii-ch'zusammen mit England einen Plan für die 'Auftellung der Türkei vereinbarte, in dem Großbritcnrnien dem Bundesgenossen erst dann ?kntcil an der Beute versprach als er zufällig davon Wind bekam. Das Blatt bringt Damit die Berner Meldung mit den bekannten Enthüllungen Clemenceaus in bezug aus den Brief Kaiser Karls in Zusammen-, Hang und sagt, es- sei unzweifelhaft, daß der ftanzösische Minister des Aeußern, um ferne AnsprückZe auf Elsaß-Lotliriugni zu stützen als Eittgelt Italien das Trentino ai'llrot. MS aber Clemerrcaau au 3 Aerger über das Mißlingen seines Tausch Geschäftes sich dazu verleiten ließ, auS der Schule zu schwätzen, begriffen die Italiener, um was es sich handelte und ftcchten jetzt durch ein festes Bündnis den Winkelzügen der französischen Politik auf Kosten Italiens ein 'Ende zu mofat. _
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