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abfkÄttgt fein Mandat cnrs s^surchheitsrückAchten nieder ZA legen. Als sein Nachfolger ist von der Christ- ^ch^Sozialen Partei der Direktor des Keplerbundes, Direktor Teud t in Godesberg, in Aussicht genommen.

Berlin, 29. April. (WTÄ.) EerReichsauzeiger" ver- Sffentlrcht die Ernennung des Präsidenten der Generaldirektiott der Eilenbahnen in Elsaß-Lothringen Wirklichen Geheimen Ober- rogvwungsrLts Frisch -um PräfidentenoesReichseisen- d-a h namtcs wrier Verlcihmrg des Chavallers als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz.

Gießener hochschulgesellschaft.

-m. Gießen, den 30. At-ril 1918.

Tie Reihe der von der Gießener Hochschulgesellschuft angekün- bigten Vorträge wurde gestern abend in dem großen .swrsaale der Universität durch euren Vortrag des Herrn Geh. Hofrats Professor Dir. Sievers eröffnet, -der überDie Entwicklung des britischen Weltreichs" fpvach.

Namens des Borstandes der Gießecer Hochschu(g:s"lisch'. : t be­grüßte zunächst Justiz rat Grünewald mit herzlichen Worten die Anwesenden. S-Hann ergriff .Herr Geh. Hofrat Professor Dr. Sie Vers das Wort, wies daraus hin, daß gerade heute cs von Wert und Bedeutung sein dürste, das Wachstum eures Volkes Sur Weltmachtsstellung zu verfolgen, und führte u. a. unge,'ähr fol­gendes aus:

England soll das Beispiel sein, an dem ich vom Standpunkte der pÄitisch-historisck>eu Geographie aus die Entwicktrmg zur Welt- nvmht verfolge:: will.

Das Jnselreich zerfällt bekcurnllich in drei Teile, England, Schottlarrd, Irland. Völkisch weist es ebenfalls Kelter, Germanen und Romanen auf. Ms die Jns-Än zuerst in der Geschichte auf- ^vateu , beherrscht cm dir Miner bereits die Kelten: drom folgte die Ginwarrderirng germanischer Völkerschaften, die das KeLmdmr zu- rüickdräugten. Im 11. Jahrhundert wurde als nächste Stufe das normüirnisch-^rngelsächsiscl>e Königtum in England erriclMt. Die Er- werbrmg Irlands, das bisher abseits gestanden, setzte 1171 ein. Im 12. Jahrhundert begann das Uebergreisen nach denr Festland, in­dem sich Englaird in Frankreich feftfcfcte, bis im 15. u:rd 16. Jahr- hundert die Wirren .'und Käiupfe der Roscnkriege den Besitz wieder -entgleiten ließen. (Calais ging 1558 als letzter Stützpunkt ver­loren«. Heinrich VII. und Heinrich VIII. schassten innere Ruhe wrd Ordnmrg, stärkten die englische Äkacht und ermöglichten es ihrer Nachfolgerin, der Königin Elisabeth, zum ?tnariff gegen die Welt­macht Spanien vorzugehen ui£> mit der Vernichtung der spanischen Armada (1568) den Grundstock zur englischen Wcltnmchtstälung zu Logen. Aber noch inurrer waren die einzeLnerr Gebietsteile innerlich getvemvt, und erst vmr der ThvonbesLigung des Schollen Jakob I. an kann man von demurtiteb k ugdom" sprechen. Seit 1607 be­gann nun England nach einem besmrnllen System seine Machtstel­lung lauszubanten und vor allem in anderen Erdteile Gebiete zu erwerben. Die Richtlinien waren hierbei in erster Lins" No^Äameri'.b und Indien. Das sparrische Weltreich, das damals bestand, mußte ebenso sicher weichen, ivie England in seinen Erwerbungen ftcher vorging. So brachte z. B. der Abschluß des Siebenjährige Krieges England den Ausgleich des Gegensatzes mit Frankreich, unO mit ihm bedeutende Erwerbungen, darunter vor allem Kanada. Auch das wichtige Gibraltar lvurde im 18. Jahrhundert besetzt. Zn der Zeit kurz vor Ausbruch der französischen Revolution ging aLlerdirrgs Nordancerika durch die L-osreißmrg der Kolonien vom Mutterl-ande verloren. Der Verlust sporrrtc zu neuen Erwerbungen in Indien, Südafrika und Australier: an. Nach den neprlaenischm Kriegen dehnte sich der UmsMvg des ^üotvuiabreiches immer mehr aus; u. a. kamen Malta, Mauritius, brill 5)onduras, brit. Guayana, Geyüvn und DLckliaga an Gigland. Ms 1886 auch das Deutsche Reich in die Roche der Kolonial machte eintvat, nah.neu die britischen Er­werbungen förmliches ScharÄlxugstempo <ni Von 18101910 D so das britische Weltreich von 3000 000 Quadratkilometer auf 30000000 Quadratkilometer gestiegen, in der Volkszahl von 100 Mill. Einwohner auf 400 MM. Enttvv-Hnor.

Bei -einem solchen Rieseubesitz, dessen größtF' diachteil vor allem in dem Auseincmderliegen der eirrzclnen Teile besteht, ist es rratürlich erforderlich, taugliche Verbuchungen hec-zuftellen, so daß die einzelnen Teile stztts m Berührung mitsinauder bleiben. England hat auch versucht solche Bekundungen m schaffen urib sie dnvch Stützpunkte xu Land und zur See zu stärken. 4 Haupt­straßen st-ehcn dem englisckxn VvrkÄrr offen und eine jede von ihnen beherffcht. Es snH dillA die Semooge rrach Afrika, Indien, » Austraüeg und der Weg duvch den Suez-Kanal, den England verstand, sv ziemlich vollständia in seine Geri-all zu bekommen. Es wußte wohl, warum es die Ärez-Mtieu aufkaufte, wußte, tvas die BeseMmg von 6/ibvaltar, Malta, Eypern usw. »vert war. Auch den Landweg über Aegypten wußte sich England zu sichern, ebenso wie es durch grosnügüre Bahrrpvofekte seine Besitzungen zu verbinden trackftcte. (Aegualiorialbah:: durch Arabien).

Der Weltkrieg, in dem wir heute noch stehen, sollte England die Vervollrommung seiner Macht bringen, sollte ihm Saloniki, die Dardanellen, Mesopotamien und vor allem Arabien in die Hände spielen, so daß nach der Erobermrg von Deutsch-Osb-Afrika, der iirdische Ozean ganz mi englischen Kolonien umgeben, zum mare clausum" würde. Indien und Afrika waren aus dem Land-

Alle die Erfordernisse zum Eniprrkommen, wie Flotte, Heer, -Geld, Bolkszahl, Volkskraft, Einigkeit, llave, zielbewußte Politik, Berbreitnng der Spracl>e usw., hat England auf gewiesen und man kann ruhig sagen, daß neben dem alten Rom England wirklich d^r einzige Staat war, der sich zu einer wahren Weltmacht empor)chasfte. Deshalb wolterr wir auch von ihm lernen, zumal, wo wir wissen, was uns droht, weirn England einen nur einigermaßer: günstigen Frieden erhält: Einschnürung Erdrosselung. Die deut­sche Jdealpolitik rnuß verschwinden, eine kräftige Realpolitik ge­hört an ihre Stelle.

Aus rund Lanv.

G i e h e n, den 30. Avril 1918.

** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzog hat am 27. April dem Oberarzt an der Landcs-H?il°- urrd Pslege- mrstaltPhilippshospital" bei Goddelau, Tr. August Tmrnenberger den Charakter als Medizinalrat erteilt, und bat den Lehramts­assessor Heinrich Schuster aus Bensheim zum Oberlehrer ernannt.

** 100j ä hri ges-Gesch ä ftsju biläu m. Das Speng­ler-, Installation^- und BeleullstungsartiSelgeschäft von Carl August Faber am Marktplatz kann am 1. Mai auf ein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Vom Vater des jetzigen In­habers gegerüichet, ging das Geschäft am 1. Mai 1868 an Herrn Carl August Faber über, der somit sein 50jähriges> Meifteriubiläum feiern kann und sich im Hirchlick auf seinen in dieses Jahr fallenden 75. Geburtstag einer erfreulickien geistigen und körperlicken Frische erfreut. Herr Faber ist seit 1893 Stadtverordneter, versieht dieses Ehrenamt also volle 25 Jahre. Er errichtete mr Stelle des alten Geschäftshauses vor Jahren einen stattlichen Neubau. Herr Faber gedenkt am Jnbilaumstage das Geschäft senrem ältesten Sohn Earl Faber zu übergeben.

** Aus dem Militärwochenblatt. Loerbroks, Oberst­leutnant ff. D. mp Kommandeur des Landwehrbezirks Neuwied, der Mchied mit seiner Pension und der Erla«bn!s zsrm Trag«: der Utnwnn des Jnf.-Regts. Nr. 116 bewilligt. Befördert: Bizc- seldn>eüel Usrnger (Gießen) zum Lt. d. Res. des Kraftf.-Batls.

** Krie g sPatenschaft. In Nummer 97 dieses Blattes l>at die städtische amtliche Fürsorge stelle für Kriegs­hinterbliebene daraus aufmerksam gemischt, daß sie für die Snfkung wnr Kriegspotenschafte\i zuständig ist, nnd hat um ivcitere Zuwendungen gebeten. Eine nochmalige Anfktärmrq über den Zweck der Krie^.spatensck^ft ist wo'hl vielen erwünscht und sei hiermst ge­geben. Wenn waise oder Halbwaise thiabai oder Mädchen, deren; Väter im aogeanvartigan Kriege gefallen oder an den Folgen von Diensweschädigungen gestorben sind, nach der Kon- ftrmatwn eirren Beruf wählen, so soll ihnen! im Falle der Bedürftig­keit ein Beitrag W 'oen 5tiosten ihrer Ausbildung gewährt

werden. Dre HSye vvper BeWlfe richtet sich nach dem Grade der; Bedürftigkeit, beträgt aber in der Regel 500 Mark. Die obenge- naimte Stelle vergibt die Patenschaften auf Grund genauer Prüfung dar Verhältnisse und überwacht die Verwendung des zuerkannten Betrags. Ist nach Beeirdigung der Lehrzeit oder der Ausbildung das kleine Kiapital rricht aufgebraucht, so nürt» der Rest in Gestalt eines Sparkassenbuches dem Paten übergeben und dient somit als Anreiz f/u werterem Sparen. Stiftungen von Kriegspaten schäften formten in beliebiger Höhe gemacht roerden; eine Spende von 500 Mk. gilt als sog. Villpatcuschast, ihr Stifter kann in bezug truf ihre Verwendung Wünsche äußern, die von der Fürsorgestelle berück­sichtigt werden. Ter Name des Patenschaftsstisters tvird nur auf seinen Wunsch dem Patmkind mitgeteill, das im übrigen durch «einen Vertreter der Fürsorgestelle überwacht und bedient wird. Schließlich sei besorrders daraus hingetoiesen, daß es im Interesse einer gerechten und gleichmäßigen Verteilung der Kriegs Paten­schaften dringend gebotm ist, Patenschaften nur durch Verniittlung der Fürsorgestelle zu stiften und zu übernehmen, jedenfalls aber der Fürsorgestelle unveriveilt Mitteilung zu machen, falls es auf anderem Wege geschehen soll oder geschehen ist. Nur so kann un- iwtige Häusuirg Von Gaben an ein und dasselbe Kind vermieden nterden. Zu Auskünften sirw Professor Helm und der Leiter der Fürsorgestelle, Professor Ebel, jederzeit bereit.

** Das Backen von Weißbrot für Kranke ist für den Monat B^oi b. I. bea Bäckernreistern August Deibel, Neuen- >reg 50 ^inÄ Will^lm Flackc-nstem, Walltorstraße 31 übertragen morden. Siehe Bakanntnrachimg.

** Au sw echs l ung von Fenstergriffen. Tie Be- kanntmack^mg M. 8/1. 18. K. R. A, vom 26. März 1918, be- trefpmd Ernrifttnngsge^rnstände <m§> .Kwyfer, Messing, Nickel, Alu­minium,^ Zimc usw. verlcmgt den Ausbau und die Ablieferung aller Stücke, die eutbehrlvll oder leicht ersetzbar sind. Dabei wurder« die Griffe von BaskülversMüssen an Fenstern zwlächst ausgerwm- men. Inzwischen ^ lyat sich jedoch, die llüottoeudigkeit stnausgestellt, auch diese Griffe jn dir lÄrtoi-gnung einzubezieheu. Sie sind deshalb den mit der DuEührung der Bekanntmachurrg beauftragten Be­hörden mit zu melden. Es empftehlt sich, den Ausbau rrnd die Ablieft-rung aller abnehrnbaven Fenstergriffe nicht aufzuschieben.

** Meldepsli chtfür Pl atin. Für Platin besteht reeben der allgemeinen Beschlagrmhme eine Verpstichtu'ng zur fortlarifen- den Bestandsmeldung auf Grurrd der Bekanntmachclna Nr. HL. 1/9. 16. K. R. A. von! 1. September 1916. Nach dieser Bekanntmachung ivaren bisher die Bestände an Platin der Klassen 5156 fort­laufend alle 2 Däonate unter Jnnehaltung einer Einreichungsfrist bis zum 15. des betreffenden Monats arr die Metall-Gcobil- machungsstelle zu melderr. Durch die 1. Nachtragsbekarmtmachung Nr. LI. 971/3. 18. K. R. A. vorn 30. .April 1918 Mr Bekannt­machung Nr. Ick. 1/9. 16. K. R. A. sind die Meldebestinunungeu dahin abgeändert worden, daß künftig die Bestände an Platin rrur noch alle 6 Monate z-u nrelden sind und die nächste Bestands­meldung demzufolge nach dem Stande vom 1. Septenrber 1916 mit einer Einreichungsfrist bis zum 15. September 1918 fällig ist. Im übrigen bleiben die Bestimmungen der Bekanntmackmng Nr. M. 1/9. 16. K. N. A. durch die NachtragsbeLanntmachung unberührt. Der Wortlaut der NachtragsbEmutmachung ist in der heutigen Nummer dieses Blattes ein zu sehen.

** Der Zirkus Altyoff hatte bei der gestrigen Abend- Vorstellung wieder ein vollbesetztes Haus. Direktor Althoff hrt in arrerkennensloerlier Weise!den in den hiesigen Lazaretten besindlicheu Vcnvunideten freien Eintritt gewährt, tvovon natürlich unsere Feldgrauen gern Gebrauch machen. Auch sonst ist der Besuch der Boriücklungert lebhaft. Näheres siehe Llnzeige.

** Schont das alte-uhwerk! Diese ernste Mah­nung muß angesichts der wachsenden Lederknappheit mit ganz besonderem Nachdruck gestellt werden. Das alte Schuhwerk ist ein Lostbarer Besitz, der entsprechend behandelt werden muß. Zur Erhaltung seiner Stichel kann jeder dadurch außerordentlich viel beitragen, daß er das Schuhwerk nicht so stark abructzt. Dann kann er auch den Anspruch erheben, die Besohlung billig, rasch und dauerhaft ausgeführt zu sehen. Je stäiker die Stiefel abgenutzt ftnd, desto mehr HilDm-aterial muß der Schuhmacher verwenden, festo Nvchr Zeit geht ihnr verloren, und eine desto höhere Rech­nung muß er n-aturgevcäß ausstellen.. Ferner ist es für jedermamr nützlich, selbst zu überlegen, roelche Ersatz fob leirart fiir seinen Berus und für feine Person am zweckmäßigsten ist. Dafür geben die bereits in vielen Städten vevansialleten Ausstellungen der Srsatz- sohlcai-Geseilschaft, der vom RerckM>irtschaftsamt zur Sohlcn-- beschaffung und Sohlenerprobung bestzllleil Kriegsbchörde, wert­volle Anl-altspuukt-?. Selbstverständlich empfiehlt es sich, Aus­besserungen mit Ersatzsv-Hlen einem Schuhmacher anMvertrauen, der sich mit der besonderen Becarbeitungstzoeise der Ersatzsohlm bekänntgemacht hat.

** Lohntrocknnng von Gemüse. Nach § 3 der- Ver­ordnung für die Verarbeitung von Gemüse und Obst vonr 23. Ja­nuar 1918 (Reichs-Gesetzbl. S. 46) ist der Erwerb von Genrüse z.rr Herstellung von TSrrgenlüse mrr mit Genehmigrurg der Kriegs- ^ gesellschast für Törrgemüse zulässig. Vielfach -crolgt die Herstellung des Dörrgemüses im Wege der sogenannten Lohntrocknung in der Weise, daß nicht der Erwmber ^er Frischware, sondern ein Dritter für diesen die Ware gege-.l Entgelt trocknet. In diesem Falle muß der Austr-agggeber als Erwarber im M^sitz der geitcrrenlien Gevehmi- frung sein, wann er sich nicht nach ß 9 Abs. 1 Ziffer 3 der Ver- ordnnng strafbar machen rvill. Tie genamlwl Bestimmungen ver­sagen hedoch gegenüber demjenigen Lahntrockner, der für einen Dritten trocknet, der die Genehmigung der Kriegsgeselllchaft nicht besitzt, da der Lohittrockner nicht d'.r Erwerber der Frischware ist. An der Beseitigung dieser Gesetzeslücke besteht ein lebhaftes Inter­esse, da gwade die Herstellung von Törrgemüse im Lohore für einen rricht kontmgentierlen Austvaggeber die Haarptursache der Herstel­lung mmcgcklbaster Ware ist frrjt/xmf diese Weise das ordnungsmäßig hergestellte Tvrrgenllise in einen unrvrdient schlich len Rm bringt. Außerdem bildet das durch die lvilde Lohrrtvocknung hergestellte Törrgemüse eine Quelle des Schleichhandels. Schließlich bedeutet die tvilde Lohntvocknung eine lunerwünschbe Konkurrenz der kontin- geirtierten Betriebe, deren Erzengrrisse ffnrer AbsatzbeschränKur g stehen. Aus diesen Grürrden hat sich die Reichsstelle veranlaßt ge­sehen, «ans Grund oorc Z 1 der Verordnung Über die Verarbeitung von 5!emüse und Obst dom 23. Januar 1918 die Lolmtrocknung von Gemüse einer Genehm igungspflicht durch die Kriegsgei ellschaft für Törrgemüse zu unterwerfen mit der Maßgabe, daß die vec'botS-- nsllrige Lohntagckmmg "unter der gleichen Stra'e steht wie der im- genehmigte Elwerb von Frischgemüse zu Törcz-wecken. (Reichs- anzeiger Nr. 94 vom 22. AlTril 1918.)'

Verbvt des privaten Seifensiebens. Noch immer ist in Ivetten Kreisen der Bevölkerung insbesondere auf dem Lande das private Seifensiaben in Hebung, wobei große Mengen Butter und Msailfette, wie solche in den Haushalllmgen sich ansammcln. verarbeitet und den Zwecken der Voskscimahrung entM'.um rverden. Die Herstellung von Saft aus pflanzlichen und tierisck?en Oden im > Fetten ist durch die Bekanntmachung über das Verbot der Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten für technisck-c Zwecke vom 6. Januar 1916 (Neick)sgesetzbl. S. 3) in der Fassmrg der Bekamrtmachung vom 21. Juli 1916 (Reichsgesetzbl. S. 765) mit Strafe 'bedroht. Die Verbote beziehen sich nicht nur auf die geiverbliche 5xrslLllun.g, sondern aus jede L>ersiellutng Überhaupt. Ferner ist durch die Bckanntmachutrg über die Errichtung einer Herstellungs - und Bertriebsgesellschaff in der Seiienindustrie vom 9. Jmu 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 485) allen nicht der genamckeu Gesellschaft angehörenden Personen die Her­stellung fctthalttger Waschinittel bei Strafe verboten. Es scheinen diese Bestimmungen der Bevölkerung nicht genügend bekannt zu sein, weslMkb auf rhre Beachtrrng erneut tzmgewiesen wird. Die Orts­und Polizeibehörden sind angewiese.l worden, nachdrücksichst darauf hinzuwirken, daß die gesetzlichen Vorsckwisten auch tatsächlich befolgt werden.

Lstudkreis Gießen.

** Inheiden, 29.April. Die Sammlung derHeirwLt- dankspende" ergab in der Gemeinde Inheiden den Betvag von 95 Mark.

** Klein- L i nd en, 28. April. Dem Sergeairten Heinrich May, zurzeit bei einem (Äsenbahn-Rregimentz wurde bas Eiserne Kreuz Upeitec äklasse verliehen.

0 Watzenborn-Steinberg, 29. Apoll. Friedrich Brückel, Sohn von Balthasar Brückel VI. in Stcinberg, hat im Westen den Helderrtod erlitren.

ff Watzenborn, 29. April. Tie gestern in nnsevcr Gr- mteinde erhovene HausVollekte für die heim keimenden gefangenes deutschen Krieger ergab den ansehnlichen Betrag truz 202,20 Uli Kreis Büvingen.

# Usenborn, 29. April. Auf dem Felde der Ehre stmK der Leutnant d. R. und Kompagnieftihrer Richard Luccus, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klaffe, des Hessischen Kriegs- ehreuzeichens in Eisen, der Hessischen Tapferkeitsmevaille und deS Hamburger HansoaÄmkreuzes. Büdingen. Fürs Vaterland starben der Gefreite Willy Koch, Inhaber des Eiseriren -tzreu-eS und der Hessischen TaprerÜeitÄnedaille, und der Schütze Albert Nestle. Düdelsheim. Den Heldentod starb der Gefreite Wilhelm Preußer, Inhaber des Eiserueic Kreuzes ^rnd der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Burgbracht. 97ach 41mo>no^ tiger treuer Pflicküerfüllung starb den Heldentod der Füsilia, Fridnich Krieg. Ortenberg. Fürs Varerland starb der Musketier Kurt Böhm. Bergheim. Das Kriegsd/rrn»- Zeichen in Eisen erlftelt Otto Hensel, Inhaber des Eisernen Kfteuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedaille, das Efferne Kreuz, irüher die Hessische Tapserkeitsmedackle, der Wehrmonn Philipp Th eis. N i d da. Das Eiserne Kreuze früher die Hessische Tapserteitsmedaille. erhielt der Gefreite Wilhelm Ulrich. Bors­dorf. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefreite Wckhelm Michel, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessische» Tapferleitsmedaille. Leidhecken. Grenodtzw Karl Heutzen- r ö d t x wurde zum Gefreiten befördert.

Starkenburg und Nßeinhessen.

I. Darm stadt, 29. April. Das von der Hofmusik am Svrru- tag vorniittag zu gunsten der Kriegsfürsorge der Grvßherzvgtt^ veranstaltete Hessen-Konzert" war ein musibalisches Er> ^gnrs. Zuerst kam zum Vortrag eine Symphonie für großes Or- ck-esttn von Johanna Senfter, betitelt1914". Sie zeugt von einer erstaunlichen Behcrrschamg der Technik, doch sind die Themen oft verichwommen, auch fehlt es an der notwendigen poctischett Vertteftiug, die wirklich der gewaltigen Stimrmmg des Jahres 1914 gerecht Ivürde. Doch fand das Stück bei vorzüglickier Wieder­gabe eine ehrenvolle Au Mali mc, für die die anwesende Kffnstlerm» danken konnte. Tie drei Stücke aus der Klaviersuite des Groß­herzogsTraußeick' sind von F. Kausmamr für großes Orchester emgeriichtet. Die betiteln sich,^>c»mweh",Sehnsucht" undHoff» mmg". Im Felde entstanden, sind sie voll loalwen Stimnnmgs- gehalres und hervorragender Klangschönl)eit. Des auf dem Felde der Ehre gebliebenen jungen Wormser Künstlers tlrudolf Ste­phaniMusik für Orchester" gemahrrt in ihren erhabenen feier- ll.ck)en Ernfte an Beethoven und Brahms. Welche Zukunftshoff­nungen wurden hier zu Grabe getragen! Am Schlüsse sangeft 400 Sckncker Darmslädter Schulen hetzische Volkslieder und Lieder Tarmstädter Komponisren -Abt, Vogeler, C. A. Wangvld, A. Mendelsohn und Heinrich Müller). Tie frischen Knabenchöre fan­den den gleichen lebhaften Beifall wie bei srül-eren Vorträgeich

I Darmstadt, 29. April. Der erste hessische Lazarettzugll 1, der im Dezember 1914 in Dienst gestellt wurde, vollendete dieser Tage seine hundertste Fahrt. Außer einigen Fahrten nach Italien war er immer an der Westftont tätig. Er l)at durchschnittlich 270 Mann bei jeder Fahrt befördert und im ganzen 70000 Kilo­meter zurückgelegt.

I D a r m stadt, 29. Apffl. Die Chorschule der Hof­kirche beging gestern, am SonntagCantate", ihr 200jähriges Bestehen durch einen Festgottesdienst.

m Dessen-Nalicm.

Bad-Homburg v.d. H., 29. April. Im Kreashmrs trat mn Lamstag der ^Kreistag für den. Obertaunuskreis zu seiner dies- i^h^gnn FrühftchrssitzuM Zusammen. Der Haushaltc-plan für 1918/1919 wurde im Hairpletat in Einnahmen und Ausgaben, auf 3 223 000 Mark (i. V. 2 359 400 Mark«, im Sondevetat arg

9 000000 M«ck (i. V. 2 000 000 Mark) sestgasctzt Die Kreis- stauerM-ckLäge mit 10Vs Vw-zant bmntan für 1918 beibehalten werden. Das umLagefühige S-teuersoll hat sich ^egen das Vorjahr um 224174 Mart erljöht. Für die Säuglttvgsfürforge und zur Becämpfung^der Tuberkulose wurden 6000 Mark Ausgaben ein­gesetzt, die Schvesternschaft zum Roben Kreuz in Hamburg erhvcll einen außerordentlichen Bettrog von 5000 Dlark. An Ausgaben für Klffsgswo^snlwtsangelq^nl-etten stellte der Kreistag ein für FamckienmttersbütznTEn 2394 000 Mark, ,für Kriegswvchenhilß:

10 000 Mark, für KriegsbOchDigteufürforge (und Fonds für die Uebergangswirtschaft) 15 000 Mark und für Hmterblieberienfürso'vgis 25 000 Mark. Der Sonderetat für kriegswirts'chaftlickM Maßnah­men sieht beim Kreis-Lebensmittelantt 2000 000 Mark und bei sonstigen kri^sswirtsck>afttichcn Ataßnahmen 7 000000 Mark in EinnalM-en und Ausgaben vor. An der Nassauischeu Siedlurrgs- ge-Wss'e.ffchaft beteiligt firlji der Kreis nttt 10 OM Mark. An dev Nassauijchen Möbelvertriebsgesettschaft zu Frankfurt a. M., beteiligt sick- der Kreis mit 50M Mark. T-er Kreistag beschloß sodamr die Errichtung ettces Kr eis wohl f a hr t sa m t es zur Mil­derung der sozialen Schaden und ungünstigen Wirkungen, die der Krieg bringt.

X H a n a u, 30. April. Die Kriminalpolizei tft umfangreichen Diebstählen beim hiesigen Reserve-Bekleidungsamt auf die Spur gekommen. Bisher sind 10 Personen in Haft gerunnmen worden.

Fc. Kirchhain, 29. April. Durch dio starkerr RogenfLLe sind die Flüsse sehr im Steigen ^begriffen und es ist Hochwasser zu befürchten.

= Biedenkopf, 29. April. Auf der Battenberger Land­straße hielt ein Polizeibeamter neulich abends zwei in Mäntel eingemummte Gestalten an, die sich als Bonner Studenten arcs- gaben mtb einen Ausflug ins Siegerland machen wollten. Als die Männer ihren Ausweis vorzeigen sollten, entpuppten sie sich als englische Fliegeroffiziere, die während ihres Transportes von der Westfront in ein mitteldeutsches Gesarigerrenlager entwichen loaren und Hie holländisckie Grenze zu erreich«! suchten. Tie Offt' ziere wurden dem S^rfSfammanbo Marburg Mgeführt.

= Vom Main, 29. April. Die Gemeinde Flörsheim hat sich schon wiederholt in jahrzehntelangen Prozessen und mrter Llufwendung gewaltiger Kosterc ihr altes Recht der Fischerei- ausübung von Hattersheim bis zur Kvstheimer Grenze erstritten. Jetzt scheint der Streit eure Neuauflage erleben zu sollen. Die Höchster Fischereigerrossenfchaft sowohl als auch das Groß-Gerauer Kreisamt ftelten nämlich Erlaubnisscheine zur Ausübung der Fisck>erei im Main aus und verletzen damit nach der Meinung der Flörshcimer die alten Gerechtsame dieser Gemeinde. Ta alle schrift- lick-en Einsprüche in Höchst und Groß-Gerau ol-ne Erfolg bleiben, beschloß der Flörsheim«: Gemeiuderat, wiederum die Gericht» Mrzurufen.

Hundel.

G i e ß e n,^ 30. April. Der Reochsbankverrebr bei der Reichst bankslelle in Gießen einschließlich der Nebensdelum in Marburg, Wetzlar lmd Friedberg gestaltete sich im Verivaltungsjahre 1917 folgeirdermaßen: G i ro v e r k e h r: Bestand am 1. Januar 1917 5 021085 Mark. Auf Givok)7tto sind vereinnahmt durch Bar- Zahlungen 117 269 078 Vöark, durch VerreckMrng mit den Konto­inhabern 124 885 441 Mark, durch Platzübertvagungen 169 613 983 Mark, dnvckj Ueberlragurrgen von anderen Bankanstalten 299 391 175 Mark, zusarnmen 711359 679 Aiark. Auf Girokonto sind verausgabt durch Barzahlungen 95 843 637 Mark, durch Berreckjiirung mit den Korilvinhadern 190 939 795 Mark, durch Platz-Übertragungen 169 813 983 Mark, durch llebertraMmgen rrach anderen Bankanstalten 251790293 Mark, zusarrrmen 708 387 709 Mark. Bestand am 31. Dezember 1917 13 794 218 Mark. Giro­übertragungen: Zugang duvck) Uebertragungen zwischen Giroq kimden an verschiedenen Orten 251796 293 Mark, durch Zah-, llmgen von Belwrdim inri> Personen, welche kein Glrokvntv haben, 70 601911 Mark, Msmnmeir 322 392 204 Vdark. Abgang bßvU Uebertragungen aus GiwLurten 299 391175 Mark.