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Eichener ArMer (General-Anzeiger sSr Gberhchen-
Zreitag, 26 . April mS
: «JBMnunn
aus Sem yüuplansichir?; des Aeichstützs.
Berlin, 25. 2lpril. (WiTB.) Der .Hau Plansschu ß des Reichstages setzte die Beratung hes 5>aushattS des Reichsheeres fort. 'Man einigte sich .gnttächst dahin, die Behandlung der Bvamtenfragott un> die angeregte Meuiorsanisation des gesamten MilitärbeLlntettwesens einem zeliugliedrigen Ilnteraus schaß zu über» werfen und über die tni Haushalt tuen an geforderten Stellen vvrwrg Beschluß gu fassett.
Ans ehre Anfrage gab Uüttershr-atssekretär Jahre vvm Rei chs- MahLZlcl An-slunst über diel der Türkei gewährten Archühcn.
Generalarzt Schulden äußerte sich wiederholt über Der-» Ach;- rmd Ersatzfragen.
Sodann Ham OberstileuLwant van trai Bergh ans die Bern- shaudurtg zurück, die gesttrn und bei einer früheren Gelegenheit vom !AL>g. Erzberger über das Kriegspresseamt gemachst worden feiert. Iin Häuft des .Krieges habe es sich gezeigt, welche BrÄeutung die Presse al§ wichtigstes Mittel der Kriegführung hat tmd näe dieses Mittel von. unseren Feinden, durch üttc Lage begrd-rfttgt, rüchichtsV»s gpgien uns Misgemrtzt wird. Die Oberste HeereÄeitlmg habe dal-er inr Oktober 1915 das Kriegspresseatnt geschaffen, um eine engere Verbindung mit der Presse herzustellen. Dc^Mckmer schildert die Aufgaben und die Gliederung des Kricx;s- pvesftamLss und erorbert die Slärks-Nachweismtg,die mit der grötz- ten!Spars«inleit aufMsSellt tvorven sei. Im ganzen handle cs sich um' 119 Offiziere, die nur gartti sont-erwendun gs s äbig feien, zum Teil seien sie verwnridet und nicht mehr voll arbeittperwendungstg fähig. 'Debet müsse der Dicietüetrikch Tag und Nacht aufrecht eräjalten werden, .^luch rm'rtztc.t die Offiziere noch >§u Fvontrcisen) nach xu besonderen Ahifftaben verwertet weckden. Las ssftiegs Pressen amt habe in unermüdlllher Tätigkeit wichtige Kriegsarbeit getan, die Assterkennnng und Dank verdiene. Durch sein Wirken seim die gegeuseftig<nl <z-wlnmgrn züoisck-en der Presse und^ den Militär-' behordeu vi-et engere mtd verstätümis^oll er^ gewordan als früher. Wierru bei der Fülle der AjrbeiL einzelne ,F-ehlgriffe vorgeLommen sein solltsu, so fömilen sie abg-estzeM werden, falls sie mitgetellh werden. Allgem-ernc Vsrnaürfe aber, wie sie erhoben worden seien, mützben zurückgetvieftAi werden.
Berlin, 25. April. (WIDB.) J!m Hauptans schütz des Reichstages wandten sich mehrere Redner gegen die vom detrtscheu Mtlitärhesehlshaber tu der Ukraine herausgegeben-enl Schrift .,Zum Dieltshgebrauckx für Offiziorckst in der gegen das MMrecht, den ReichÄrrg und das Zentrum in schärfster Weise Stell «mi genommen wird. Es wurde lMttvagt, daß alle vom MiLtärbefehlshaber in der Ukraine 'heraus regebcnetr Schriften! und Divn^oikweisunAsn dem HmeptisuAsichuß voogelegt werden. Der Vorsitzende ftimrnte dem Vorredner zu. Wenn die Diettstanweiftm-g derartige Angriffe enthalte, rnüsse gegen eine solche politische i'lgi--- tatam im Heere auf das schärfstie Stellung genommen werden. Der AusÄhusc beschloß, zu den sür Mitte nächster. Wvche an^ gesetzten Beratungen herüber den Reichskanzler zu ladett.
unserer Stadt, von der Kreuzfahrt des Hilfskreuzers „Wolf" ein Beutestück in Gestalt einer NiesenkokoS (Eoco de Mer) von den Seychellen aus dem Indischen Ozean als Andenken zugesandt. Das Prachtstück ist einige Tage im Schaufenster des Blumen Hauses Dich. Seltersweg, artsgestellt. Herr Kapitänleutnant d. R. S ch mehl war währemd der langen Kreuzfahrt 1. Ofsizier des Hilfskreuzers „Wolf" und wird voraussichtlich seine Vaterstadt etwa Mitte Mai d. I. besucheir.
** Zirkus A l t hv f f. Mit einem ausgesuchten Pro- grarmn erössnete gestern Abend der Zirkus Älthosf seine Vorstellungen und wies, zumal unter Anrechnung dek sür Unternehmen dieser Art vorliegenden schwierigen Verhältnisse, recht anerkennenswerte Leistungen aus. Die Geschwister Althoff zeigten sich einzeln und gemeinsam als geschickte Reiterinnen und Künstleriirnen aus dem Drahtseil. Herr Weber führte schöne Freiheitsdressuren mit Pferden und Kamelen vor, Frl. B l u m e n s e l d mit dressierten Hurtden. Besonders gefielen noch ein Leiter-Akt, ansgefül)rt von den drei Geschwistern Dick, sowie die mimischest Darstellungen großer s'Nänner aus großer Zeit von einem ungenannten Künstler. Auch die von Herrn Sandor gerittene hohe Schule rief lebhaften Beifall hervor. Für den Humor sorgten die Spaßmacher Noselli, Zandor, Äunkel und Nappo.
** Im Lichtspielhaus, Bahuhofstr. 34, gelangt von mvrgOt ab >das Filmwerk „Miittvn Geld" mit Clara Ktmball- vJourtg in der Hauptrolle zur Ausführung. Außcrdetn wird das Lust-
„Zwischen zwei Feuern" gegeben. Siehe Anzeige.
Oberhessischer V i c hhande l s ve r b a n d. Auf die BeMuntn m chuug in heutiger Nummer wird besonders verwiesen. . . * dessere Ausnützung der R h a b a r b e r st a u d c !
\] e Rhabarberstaude wird jetzt mehr und mehr als dankbare Nutzpflanze geschätzt. In unserer Küche findeil die kräftigen Blatt- - ^?bl mannigfache Verwendung. Bedauerlich aber ist, daß vielfach nur diese Stengel und nicht auch die Blüten und 'Blätter der Pflanze gewertet sind. Tic eben austreibcuden Blutenkolben, die wegen stärkernt W>a>Wtums der Pflanze attSgebvockmi werden, uefern, wie Blumenkohl zilbereitet, ein roch. ,wohlschmeckendes^ Gertcht, ebenso die jetzt noch zarten Blätter, -aus.den Rippen ansgezupft und wie Spinat gekochjt, entiveder für sich allein oder getnischt mit Spitrat oder Römischkohl.
Der Katfer und die baltischen Provinzen.
Berlin, L4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Rigaer F a b r i k a n t e n v e r e i n l>at folgendes Telegramm an den Kaiser gierichter:
J-n Anlaß des nach glorreichem. Kamps Pott Ew. Kaiserlick-en Ddajestät errungenen Friedens mit Rußland bittet der Rigaer Fa- brikauLenv erein l§w. Adaj estät atkernntert än ig st seinen tief empfundenen Dlnrk für die dam deutschen Balteuckande geschenkte Freiheit iausspvechert zu dü'csen. Möge tyrsere geliebte baltische Heimat un- g-eteil-t, unter Ew. Majestät ruhmvollem Szepter mit dem Tentschen Reiche verbundert, einer lichten, glücklichen Zukunft entgegengeftihrt werden. In unwand-cilbarer Treue Rigaer Fabrikantettvereiu. ^ Tavauf ist folgendes An 1 wo rtt el c g r a m m eingelmisen: Se. Msaj. lassen für den treuen. Gruß des Rigaer Fabrikanten-- Vereins h»erzlich danken. Se. Maj. erwarten bestimmt, daß aus der Mutsaat dieser schweren Jahre ein starkes Reich ein stolzeselbst- lKtcmtztes Volk hervorgeht, rmter dessen Schtrtz auch die schwer ge- prüften OtHcttslan.de auf eine sichere, glückliche ZulNuft rechten dürsett. Auf Allerhöchsten Befehl.
Geheimer Kabinetts rat von Berg.
Die Sankt Marien -Gilde hat <m den Kaiser telegraphiert: ^Gelegentlich der Annahme des durch Euere Majestät ge- schassenen Friedens seitetrs des Reichstages erlaubt sich die Äeltesten- 4 bank und Bürgerschaft der Sank!
Majestät ihren beißm, alleruntertänigsten <ans verzweifelter Lage mrsznsprechen die zuversichtliche ^KpsNung, daß die drei baltischen 'Pvodmzen uu- lgeteilt dem Deutschen Reiche angegliedert werden und einer lichteir Zuttrnft unter dcinr Schutze voti Kaiser rmd Reich eutgegensebett.
. Der Aelbertnwnn: (gez.) Paul Schwartz.
Darauf traf folgerrdcs An twvrttelegram m ein: Seine Näajesrat lassen sür den freundlichen Trahtgruß vielmals danken u,rd hoffen, daß die ehrwürdige Han.sastsdt mit den Orde-.tSlanden unter dem' Schutz des Deutschen .Kaiseraars mrd in Älnknüpfung an di« großen Traüftionen ihrer geschichtlichett Vergangenheit einer glücklichen Zukmrft entgegen aclft. Auf Allerhöchsten Befehl.
Geheimer Kabinetts rat von Vcrg.
HM amm
Die GM- und SiieranfcrnfsSklie
in den Räumen der vezirkssp^ttasie Eichen ist morgen vormittag vor: \0 Ins \v , Uhr geöffnet!
UZrs SrcsHt LernN.
(55 leisen, den 26. April 1918.
** Auslands-Eier. In den nächsten Wochen kommen kn den Verkaufsstellen der Firma Gebrüdac Grieb bulgarische Eier znnt Preise votr 41 Pfemrigett für das Stück zur Ausgabe. Tie Eier sind twm der hessischen Bersorgungsstelle für Auslandseier überwiesen. Es ist bedauerlich, f»atz die Verkaufspreise sür das Stück so hoch festgesetzt werden mutzten. Es war dies jedoch nicht zu vermüden, da Auslandseier zu höherent Preise als die In- landseier überwiesen tverden, und da außerdem die während des langen Transportes eittscandetien Verluste g et raget t werden müssen.
** Margarine. In der Woche vom 29. April bis 4. Mai wird in den Verkaussstellert der Molkerei Gebrüder Grieb auf die Buttermarke Nr. 18 anstatt Butter Margarine verteilt. Siehe Bekanntmachung.
** D e r M a r in e - V e r e i n Gießen erhielt durch sein Ehrenmitglied Herrn Kapitänleutnant d. R. Schmehl, einem Sohn
Landtrrr- Gießen.
** Beltershain, 2b. Apul. Der Gefreite Hrch. Sauer, Inhaber des Eisernen Kreuz s, wurde zum Unter ofsizier befördert. Zum .Gefreiten befördert lourde der Füsilier Karl K r u g, Inhaber d^-s Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. sowie der Kanonier Karl Schmitt, Inhaber der Hessischen Tapsstrkeitö- medail!,'. Dem Minenwerfer Karl Hart man n wurde das Eiserne Kreu^ verliehen. . ^
**,' L i ch, 2o.' April. Wie mir er fahr ou, wird die Leiche des Erbprinzen zu Solms-Lich in eitrigen Tagen in Lich einlresfen,
werde-n. Nach afte ereilte den djirixt herattgekoM- menen Ueberwacht uns chereitrte durch Kopfschutz dem jmrgcn, blühende:: Leben enr sofortiges Drde.
Kreis Aksfelö.
up. Ruppertenrod 24. April. In unseren beiden Sch::l- Aasseu wurden zur 8. Kriegsanleihe 67o7 Mark gezeichnet. Die hiesige S^-ar- und Darlchnslasse zeichnete 50 000 Mark; bei ihr wurden M.tßerdem an 10 000 Mark gezeichnet.
Krris Lauterb-tch.
rr. Schlitz, 24. April. Bis dahin war hier nur die Gräfl. Oekouomievecwaltttng im Besitz einer größeren Schafherde. Infolge des empfürdlicheai Mangels an Wolle haben sich aber jetzt toi oder zahlreiche hiesige Bürger der Schafzucht zu gewandt. So konnte dieser Tage die neue Sck-asheröe in einer Stärke von annähernd 70 Stück zum ersten Mal ihrert Werdegang antveten.
rr. Ni eder-Stoll, 24. April. Dem Ersatzreservisten Jakob Weber ist, wie ^er seiner Mutter tnitteilt, die Flucht aus russischer Gesäugen schaßt gelungen, in der er sich seit 1915 befand.
Kreis Schütten
up. Ans dem Vogelsberg, 24. April. Allgenteiu. hegte man die. Befürchtung, die kaltm Nächte der seitherigen Tage hätten das Frühobst veritichtet. Dem ist aber nicht so, das Frühobst ist erhalten geblieben. Das Thernrouceter stand ztvar in der Näft' von
Die Gezeichneten.
Uraufsühmng im Frankfurter Opernhaus.
Tie Uransführrrirg votr Franz Schrekers' treuester Oper ^,Die Gezeichnetetr" am gestrigen Drmnersrag im Frankfurter Opernhaus gestaltete sich zu einem künstlerischen Ereignis, denr außer zahlreichen auswärtigen Kapellmeistern auch die. Ge'.verEntendattten der Hoftheater in Aäünchen uuo Stuttgart, Aa-! ron zu Franckenstein Mcd Bauotr zu Putlitz, anwohnten. Franz Schreker führt deu^ Zuhörer in das Gerraa des 16. Jahrhrmderts. Der Held der Oper ist ein „Elezeichneter", der buckelige, häßliche Edelmann ^llviano Salvago. Aetttzerlich häßlich, ist sein Inneres tzdol und hochgebildet. Er besrtzt irr der Nähe der Stadt ein. herrliches Besitztum, die Insel Eüstinm, die ev itzenna verntacheu. will. Dieser Plan stößt auf den W dm stand seiner Freunde, die den herrlichen Lustgarten für ihr unsauberes Liebeoüben anszunutzen wün- fckien.. Desto größer ist die Freude der Bürger an dem Geschenk, me durch einen Tropfen Wermut getrübt wird, da iwm A'loiano S'iloago im gerechterweise des Mädchenhandels bezichtigt' er wird geächtet und Elpsium soll zerstört werdet: Doch tticht gemm damit, Alviano Salvago leidet stärker. Er glaubt feine innige heiße Liebe §u (Satfotfca, der Tochter des Ge.nrcesec Podesta, erwidert. Dieses M«ädchen, das der Atalorck ergeben imb tvelcktes der Künst alles zu opsertr bereit ist, liebt Mviano nur seiner Kicnstschätze ivegeir und wirft sich in brtlnstiger Liebe dem Graseic Vitelozz.ui Tamare an den Hals der ein Frenrrd Alviatrios ist, ivas ilm aber keineswegs htrüml, den Meer, kunstsiuTrigen Mnrn zu perdächtigen tmd zu tfflnntjiereu, denn die Acht ioegeit angeblichec Sitten schön derer ist Iw. FrLge. Tge Oper führt zum Schluste auf das herrliche Eiland Elh.rum, wo iii einer Grotte die Mädchenschänder, darunter Tama:e.
halten geblieben. Das Thermo',neter stand ztoar in der Nähe von Null, doch tticht darunter. Wohl haben die {alten Tage das Wachstum etwas gehemmt, sie haben aber auch das Urrgezieser rticht auf- kommen lassert. Gerade dem Wiittersanten drohten die schwarzen Erdilüle; jetzt vermag er bei wärmerem. Wetter zu blühen. Die Wintersaat zeigt einen Stand, wie er seit Beginn des Weltkrieges noch nicht dagewesen, -nch die Frühjahrsbestellung geht bei so gün- _ Ugen. BodenverhältnissQi vor sich, nne sie der Landmantt nur
vor! dos Herzogs Soldaten gefesselt, ihrvr Abttansport erwarten. Auch Earückta 'mrd A'lviauo besfttden sich in der Grotte. Graf Ta
wünscht. Tie Kartoffeln lassem sich bei den: lockeren Boden nach Wunsch setzen.
n'/are bringt seinen überlegene',! Liebesl-anoel init Earlotta dem zu Tote betrübten Alvicmo übermütig zum Bewußtsein, da stürzt ?ll- viano auf Tamare und ersticht ihn. Earlotta aus Herzeleid über den Tod des Qkliebten gibt e en Geist auf. dllvicmo eilt Ivahnsimi- umnQ chlet davott.
Fvattz- Schrekers Musik, dur.l-aus tiroderu und manchtnal att die ftühcren Werke des Meisters erinnernd, schwelgt in Harmonien buntester Art, ein mächtiges Orchester mutz ihttt zur Vermittlung dienen. Unter Dc. Rottenbe.rgs schwungvoller Leitutig fand das Wierk eine einwattdfteie, guotzzügtM ttttd in allen Teilen gelungene Wiedergabe. Unter den Darstellern ragte vor allem Kürl Ziegler als Moiano Salvogo und Else Gentner-Fischer in der Rolle der C-arlotta hervor, wcchrend der Graf Tamare von Rvbert vom Scheidt, dessen mäckftiger Bariton das HauS erfüllte, tadellos dargeftellt wurde. Die Oper verlangt eine Inszenierung, die au unsere heutige fortgeschrittene Technik ungeheure An- fordermvgen stellt, rvurden sie restlos geLöst. Man glaubte sich im letzten Män ent Märchenland ersetzt. Das vollkommmt ausver- lwuste Haus spendete brausendetr Beifall urrd rief den auwesettdett Komponisten mit den Hauptdarstellern und den Kapellmetster oft vör die Rampe. - mx,
weryrr Schuch f
Pvosessvr Werner Schuch, der feformte HGoriettntaler, ist int 75. Lebensjahr in Berlin gestorben.
Mit Werner Schn ch ist wieder ein Großer aus dem Reiche der ävunst von uns geschieden. Kein Babttbrechcr im Sinne der
LDermrschtes.
* Berlin, 25. Llpcil. (Prio.-Tel.) Das „Verl. Tgbl." nvel- det aus Z lvei b r ü cke n: Ter Schuhfabrilaut Otto Gebhardt ans Pirntasens, der vom Standgericht Zw./il rücke. i^egetr RauV- m o x des an dem Kattsmann Löwentbal-Berttn zum Tode .wcurtekkt wurde, ist heute früh 6 Uhr nach Ahlehnrnrg seiner BegnadiguncB- gesuches in Zweibrückem st a n d r e ch t l i ch erschossen worden.
*
* Ein neuer akademischer Ehrentitel? In,akademischen Kreisen wird es vielfach als ein arger Mißstand empfunden, daß die höchste Würde, die unsere Universitäten und Hochschulen zu vergeben haben, der Dr. honoris causa, hättsig in letzter Zeit au PeWuut verlieft tmrd, die sich nicht selbst wissenschaftlich ans- gezeichnet, sondern dttrch Sttftutlg größerer Hilfsmittel einen gewissen wissenschaftlichen Idealismus an den Tag gelegt haben. G. Bredig macht nun im „Karlsrtther Tageblatt" den Borsa-lag, Nr solche sinanzielle Gönner und Förderer akademischer Ziele einen neuen Titel zu sck-affcn, nämlich „Maecenas" (maec., Phil., für. usw.).
* Fischfang nrit elektrischem Lichte. Daß sich Fische nnd mrdere Wässertiere durch Fackeln oder Laternen anlocken lassen, ist seit langem bekannt mrd lvird in ntanchen Ländern ausgemitzt. Tie Italiener haben den. Fischfang mit künstlicher Beleuchtung nun neuerdings in ganz modernen Fovmor ansgeübt, indem sie stacke elektrische Glühbirnen ins Wasser verse.:kteu und ringsherum Netze anfstellten. Nach den Berichten italienischer Blätter, auf die sich eine Witteiluttg des „Prometheus" stützt, sollen sich bei solchetl Versuchen an verjck>iedc 2 ton Stellen ber ckalre- uischen Küste große Scharen von Fischen attgesammelt !>aben, so daß bedeutend mehr Fische erbeutet wurden, als gewöhnlich. Eine Steigerung der Fischerei er träge durch Anwendung des clekttckschen Lichtes unter Wasser erscheint jedenfalls durchaus glaubhaft. Ol» alle Fisckiarten sich drtrch das Licht anbocken lassen, oder nur bestimmte, tnützteu gmauere Untersuchungen ergeben.
(In einem Teil der Llliflage wiederholt.)
Dcr Kaiser in Zeebrügge.
Berlin, 24. April. Der Berichterstatter des Berliner„LoLü-- an-eigers" Karl Rvsner berichtet aus Zeebrügge: Mn frühen Morgen hatte dcr Kaiser die erste Nachricht ixm dem b» Laufe der Nacht erfolgten Handstreich der Engländer cmf die Mvke und dm Kanal vmt Zeebrügge erhalten. Nach dem Bortrag bergab sich der Kaiser ruf die Mole, wo er sich davon überzeug^ daß der durch die Sprengung der Eisenhrücke verursachte Schaden seine vorläufige. Behebung schon gefirNideni b a t und daß eine endgültige Ucberbrückimg der Lücke in wenigen Tagen erfolgt sein kann. Ebenso überzeugte er sich von dem voll- kommen guten Zuftmrde aller mrserer Anlagm und Einrichtungen auf frem äußeren, dem Angriff als Ziel gesteckten Vdolenteil. MS der gefangene englische Marine-Infanterie-Ka-' pitän etrett vorübergeführt wurde, ließ der Maser ihn zu kommen, uM auch die Darstellung des Kampfes von einer gegnerischen Seite zu hören. Der Hattplmann gab> zu, daß die VernichtaMg tmserer Einrichtungen aus der Mole tmd die Abklmtmung imserer U-Boote von der Attsfallstellung in Zeebrügge und Ostende das Ziel des lange vorbereiteten und mit großen Mitteln ausgeführten- Unternehmetts toar. Der Uebersall war bereits vicrntal angesehck und eingeleitet geivesen, jedoch jedesmal an der Wachsamkeit tcnserer Vorposten boote gescheitert. Erst in dieser vergangenen Nacht haKen die dichtt?t Nebel den „Raid" ernaöglicht, leider ohne daß shm der erstrebte Erfolg beschieden gewesen wäre.
Der Gesmrdhütszuftand des deutfthrm Heeres.
Berlin, 24. April. (WTA. Nüchtanttlich) Im HanchttmÄ schuß des Reichstages äußerte sich Gmeralarzt Schultzen über beta Gesnndheitszustand hes Heeres. Trotz der be-; dauerlichen Schädigungen der Gesundheit infolge des Krieges ist dcr allgemeine Gesundheitszustand der Tritppm sehr gut. Gegenüber dem ersten Kriegsjahr gingen die Krankhcitszugänge um 25:5 Prozent zurück. Tie Gerüchte über eine Mehrung der venerifcherc Krankheiteu sind übertrieben. Im Feldheer hielten sie sich rund einige Prozent niedriger, als in den letzten fünf Jahren des Friedens. Itn letzten Jahre nahmen sie weiter ab, ebenso im .Heimatheer, bei dmt sie um geringen Prozentsatz höher sind als im Frieden. Tie Tubeckttlose^Erkvaukungen jrnb im Heimathevr etwas lwher als im Feldheere, aber meist niedriger, als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre des Friedens. Wir entließet! naegenf Tnberkulose-Erkrank?mgm etwas über 37 (XX): die Fran>»sen dagegen haben im gleichien Zeitraum 88 000 Mann entlassen. Die durch Gas erkrankten leiden zunächst unter etwa zwei Nävi rate dauernden Nachwirkungeu, dagegen tritt ehre dauernde Gesundhftts- Schädigung selten ein. Tie aus den Lazaretten Entlassenen wurde« rund zu 90 Prozent wieder kanegSverwcndungsfähiw darunter 70 Prozent wieder fvontdienstfühig. Bon den Entlassenen färben. etwa 1 Prozwitt. Die Selbstmorde nahmen itn Heere bedeutend ab Im ganzen zeigt die Truppe große körperliche und seelische Wde rstaudssähigkeit.
Kriegserklärung Amerikas an die Türkei und Bulgarim?
Washington, 24. Llprll. (WTB. Nichtanttlich.) Reuter- meld:mg. Im Senat entwickelte sich eine leidenschafttache Debatte über Hie Kriegserklärung der Vereinigten! Staaten an die Türkei und Bulgarien. Smator Brandegas brachte eine Resolution ein, in der das Senatskomrtee für auswärtige Angelegenheiten aufgefordert wird, rechtzeitig ixn Antrag des Senators Kfttg über die Ktiogserklärung itt Erwügmrs zu ziehen. Ein >cmderer Senator brachte.eine zweite Resolution cm, in der vorgcftliilogen wird, Wilson auszufordern, im Senat, es mit den! Staatsinteresse vereinbar sei, Mitteilung y/_ rnncherr, ob irgendwelche Gründe gegen die KriegScrkläruarg bestünden Beide Resolutionen wurden bis 24. April versthol-en. Bvcmdcaes, ba Mitglied des Senatskonritees für auÄvärtige Mgeleinnheiten K, erklärte, es !vürde läckterlich mü> tragisch zugleich für dAmvrika einem Lande dm Krieg zu erklären und gleichzeitig in freii»b4 schaftlick)en Beziehungen zu einem meberen zu stehen, da? mit be*rt ersteren verbündet sei.
Modernen, aber ein Meister der Farbe, der plastischen Tiefe, des gewaltigen historischen Tafelbildes, das durch den Bi löge gen stand und seine Durchführung schon allein Wirkung hitt!
1843 in Hildesheim geboren, studierte Schuch zmd«h,'l <mr der upechnischen Hochschule zu .Hannover und widmete sich unter H«se'S Leitung der Ärckchücktur, 18i>6 mackfte er sich feto ständig, trat 1808 m len Eisenbahndienst, kehrte aber bereits 1870 als Privatmant; wieder nach .Hatmover zurück, wo er als Professor der Architekttrr tattg wiar. Erst von nun ab begauu Schuch sich der Malerei m rolbancrt. 1878 entstand setu erstes Gemälde: „Die Ueberführnng
beiche Oftlltav Adolfs rtach Wolgast". Bon Hatmover .tedelbe der Met,ter erst nach München, dann Berlin und sckstietzlich nach ^.^resdett über. 1899 kehrte er nach Berlin zurück und blieb bis zu seinem Tooe der Reichs Hauptstadt treu.
Eine große Atrzahl bedeutender Werke sind aus dem Pinsel Schuchs eutstauden. Der Geschichte galt seine Liebe, mtd es frrti> wst ausfthlteßlich historische Szienen. die er dar stellte. Vmr seinen hervorragenden Gemälden seien vor allem gerratmt' Aus der Zeit der tomeren Not (Berlin, Nativnalgalerie). Buschllepvcr (hn Besitz «s Deutschen Kaisers), Seydlitz auf lXekognoszieruntt (Muse«», BreÄ-au), -Steten bei Kathvltsch-.Heuuersdors, Seydlitz bei Roßbach (Berlttt, Nationalgalerie,, Neiterbilddr de-' Orofem Kurfürsten. Frtedrtchs des Großen, Kaiser Wichelms II. Auch das Ward- gemälde ui der Berliiter RulmteShalle: „Dir drei Mmmrckien vor Letpztg" ist eine Scktöpftmg Sck>uchz. Erst tu den letzteit Iakm« wMtdte stch Schuch auch der landscha'tlicktou Malerei zu I««V erretchte er mit diesen Werkelt — Lattdschafteit aus Sizilien »rd der Bretagne — bei nwitem nicht die Höhe seiner historisclRm mäldc.


