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L oitbcu, 21. Llprrl. DieAdmiralität meldet: Leichte e n o . i s ch e S t r e i 1 1 x ä f t c , bk in 6er Nacht des 20. April hei Helgoland operierten, gelangten mit leichten feind­lichen Strcitkräften in Fühlung, die sich hinter die Minen- fclbcr fjunkJ^Kjcit AF ckrrherste Entfernung wurden einige Schüsse gewechselt und es wurde beobachtet, daß ein feind­licher Zerstörer getroffen wurde» Alle unsere Fahrzeuge sind zurückgekehrt. Wir hatten keinen Verlust.

Ei« englischer Flottenangriff aus Ostende und Zccdrüggc

Haag, 23. April. Reuter meldet aus London amtlich: Heute früh wurde ein Ucbcrfall der Flotte auf O st ende und Zecbrügge unternommen, die vom Feinde als Basis für Tov- pedoiagcr und U-Boote benützt iverden. Unser Geschwader ist im Bqgriss znrüüzukehre;:, und aus den knappen Mitteilungen, die bis jetzt Vorlieben, ist m entnehmen, bnfj der Angriff einen guten Er­folg gehabt Hit. Mit Ausnahme der Decktrngsschiffe besdand das Geschwader aus Hilfskreuzern und fcrfö veralteten Kreuzern. Fünf Mn tiefen Kreuzern waren mit Beton gefüllt und wurden als Sperrschisfc benutzt, Nachdem man, sic aus Grund hatte lausen Lassen, verlies; die Besatzung den Befehlen entspreckrend die Schisse, Und die Schisse wurden in die Lust gesprengt. Nähere Mitteilungen ttterden veröffentlicht, sobald Berichte vm: den Schiffen,^ die jetzt pürf der Rücki'ehr nach ihrer Bfisis sind, eingetroffen sind. Be­richte über Berluste an Menschenleben sind noch nicht eingetroffen.

Washington. 21. April. (WM.) Meldung des Ateuterschen Bureaus. Das Marrneamt teilt mit, daß der amerikanische Dampfer ,^ake Moor" am 11. Llpril torpediert und zum Sinken gebracht worden ist. Bon den 62 Personen, die sich an Barch befanden, lvurden 17 in England gelandet. <

Aus dem Reiche.

Deutsche Auslan-SfÄrderunyen und Kriegsgefangene.

Die Frage « »t Verluste, die den deutschen Gläubigern in 8te:ßl.and und der Ukraine durch das Sinken des Rubeln kurses entstehen, wird bei Gelegenheit der Verhandlungen über die am Schlüsse der Zusatzverträge vorgesehenen Ergänzmigsab- kommen Erörtert weichen. U-öber die zu ergreifenden Schritte schweben noch Erivägim«7en zwischen deii beteiligten Ressorts.

" Dir Anfragen der Herren Neuser und Beichele aus Gießen sind der zuständigen Stelle wntergegeben morde». Tie Sorge der Gencninten um das Schicksal ihrer Söhn-' ist wohl begreiflich, es wird Urnen aber entgegen zu halten sein, daß bei der Auf­hebung jeder Ordnung in Rußland mich der stärkste Truck >cmf einzelne Delegierte keine Gewähr dafür bietet, daß die von ihnen erwirkten. Zusagen gehalten werden können." Sv laute, die Antwort, die der Unterstaatssekretär im Aus­wärtigen Amt, Freiherr von dem Busschc-.Haddeiihausen, dein Abgeordneten Dr. Werner dieser Tage auf zwei Eingaben hin gegeben hat.

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Berlin, 23. April. (WTB.) In der heutigen Sitzung des kleltestenvusschnsscs des' Abgeordnetenhauses jvurde be° sck<ossen, abgesehen von kleineren Vorlagen der laufenden Wiochie, feen Etat bes Landwirts chaftsministeriums. den Etat des Staatsministerrums und damit in Verbindung die Ernährung^rragen, den Etat der Domänen- mrd Forstverwaltuwg, forme des Landeswasseramtes zu erledigen. Ter Montag den 29. April soll für FraknouSsitzimgen frei bleiben. Dienstag den ß0. beginnt, wie bereits gemeldet, die Mette Lesung der Wahl- rechtsv>o rläge. Tie Psingssserien sollen so geregelt werden, daß Mitttvock: den 15. 9Nai die letzte Sitzung stattfindet. Dienstag den 4. Juni sollen die Sitzungen wieder beginnen. Diese Rege­lung ist getroffen im Interesse der Tvppclmandatare, damit die Ferien dec- Reichstags und Landtags möglichst zusammenfallen.

Berlin, 23. Dlpril Wegen der beleidigenden Angriffe gegen den Staatssekretär des Aus- toSrtiqen Amtes in dem heutigen ArtikelAlldeutsche Sittenrichter in 3dr. 204 der Deutschen Zeitung

hat der Reichskanzler Strafantrag gestellt.

Berlin, 23. April. (WTB.) Im Kriegsamt hat heute die dritte Tagung des nationalen Ausschusses für Frauenarbeit im Kriege, der unter der Schirmlierr- schaft de Kaiserin steht, stattgefunden. Die Kronprinzessin beehrte bk Bwsammlung nrtt ihrer Gegenwart. Zur Verhandlung stan­ken die Famikpstege, die Wohmrugsfra^e. die Beschäftigung weib­liche c Arbcitslräste im besetzten Gebiet und in der Etappe. Tie Kronprinzessin verfolgte die Verhandlungen mit lebhaftem Interesse, dem sie in einem persönlichen Gespräch mit den Ver­tretern der. großen Wohlftihttso rganisationett und den Neferm- tinnen bei den .KriegsmntMellen Ausdruck gab.

Berlin, 23. April. (W.B.) In den letzten Wochen fanden zwischen dem Bund der technisch-industriellen Be­amten und dem aus der Oppvsitvonsgruppe her vorge gang eneiß Bund der technischen 'Unbestellten Einigungs­verhandlungen statt, die in einer gen»einsamen Sitzung der beide-.: Gesamtvorstämde M einem erfolgreichen Abschluß am 21. April führten. Es war möglich, ivach etwa zehnstündiger Beratung iw alten für eine Wiedewerviwigung des B. T. A. mit der alten Stammorganisation wesentlichen Frage-? volle llebereür- Wmmuna ioiederher-nstellen und die Grundlagen füc_ eine sofortige Berschnolzimg der beiden Milrchirdschaften zu schaffen. Die noch etsorderlickeic Durchfü'hrungsmaßnahmen zur Verschmelzung werden von der daM eingesetzten Kommission mtv-nHsüglrch in die Wege geinte r.

Stuttgart, 23. April. (WTB.) Tie Regierung hat den ©ttfnheu ben neuen Haus haltsplan für 1918 vorgelegt. Er schliefst mit 260107 149 Mr. Ausgaben und 248 234 972 Mark Ein:.ahmen und einem Fehlllntrag von 11829177 Mk., äti dessen D eckung rund 20 Miktionen Rest Verwaltung Z ur Ber- Mgung stehen. In außerordentlichen Ausgaben werden 26 758 600 Mark gefordert.wovon 16 Million«: auf eine Anleihe zuZwecken dos Berkel-rswesens entfalten.

i^b. Deutscher Reichstag.

151. Sitzung. Dienstag, 23. April, .nachmittags 1 Uhr. Anfragen.

Abg. Leube (F. Bp.j fragt, was geschehen wird, um den Bestrebungen der .Kriegsgesellschaften, sich noch lange Zeit nach dem Kriege zum Schaden des freien Verkehrs zu betätigen, ent- -egenZn treten.

Ein Regierungsvertreter erklärt, über Bestrebungen der Kriegsgesellschaften, ihve Tätigkeit über den Krieg hinaus iauszudcfnen, sei nichts bekannt.

Aus eine Anfrage dies Abg. Hoff (F. Bp.) wegen der ungleich­mäßigen Belieferung der Landwirte mit stickstoffhaltigen Tünge-

E eln erklärt ein Regierungsvertreter, daß die Ueberwachungs- : für Amrnoniakdünger den Bezug nur den Wirtschaften zu- ct, die schon in Friedenszeiben .auf schwefelsmiren Ammoniak Ovaren. Ausnahmsweise kann auch an andere Ver- }mtxbn gelies-ert werden.

Abg Noske (Soz.) weist auf das Zensurverbot betreffend NerSffenklichuuaeic über die Sieuerhinterziehungen bei den Wk««smaim-W affen- und Mlnitionswerken und bei arideren Ifcmrn hin und verlangt Mitteilungen über die vvrgekonu- menen Ungehörig ketten

Oberst Woitz: Die Urttersuchung gegen die Leitung der MMM^smainr-Wasten- und Munitronswerle Westhoveu hat nur «rächen, daß ein beveits entlasseirer Heeresangchöriger sich hat »Mech ^ >> lassen Nähne Angaben können nicht gemacht werden, k« de Verfahren iwch schwebt Volt einem Verschleiernngsversuch Uvn ff an* Rede sein. Das Verbot rourde erlassen, um zu ver- Wüten daß ett»aige Täter gewarnt würderr.

Am eiLe Anfrage des Abg We in hausen (F. Bp.- erwidert VN Leglerui^svertveber, daß Kstüegsteiluehmer, d«e sreipnÄig eirr-

getreten sind oder LinaesteLt wurden, betwr sie das 20. Lebensjahr erreicht hatten, lediglich ihve gesetzlick-e Dienstpflicht zu erfüllen haben und damc entlassen werden.

Abg. Wein Hausen (F. Dp.) weist auf eine Bekannt- machmrg des Stellverlr. Generalkommandos des 2. Arnwekorps hin, tvv'nach die Becichterstattuirg ,1ber Mitglicderverßm,mlungen zu befchrünkeu ist unl^ Reden über Versammlungm, in denen politische Fragen erörtert werden, nur unvollständig wiederge- geben werdcnr dürfen. DieOstsecz^eitung" ist verwarnt und mit Verweisung an das Miegsgeruht bedroht rvorden, weil sie eine ausführliche Wiedergabe einer >Rede des Stettiner Landtagsab- geordneteii Lippmann getwacht hatte.

General v. Wriesberg: Die Angelegenheit unterliegt zur Zeit näherer Prüfung.

Erste Lesrrns der Steueroorlagcn.

Auf der Tagesordnukcg stehen die elf Steucrgesetze, und zwar die Bierfteuer, die Weinstvuer, die Aenderung des Schaumwein- Steuergesetzes, die Steuer auf Mineralwässer, das Branntivcin- monopol, die Umsatzstencr, der Zuschlag zu den Post- und Telc- graphercgebül/ren, d.e Asenderung des Reichsstempel- und des Wechsel!dempelgesetzes. die Kriogssteuer der Gesellschaften und das Gesetz gegen die Steuerflucht. Zunächst soll eine Aussprache über die Besitz-, Umsatz-- und Verkehrsstcuern stattftnderc. Daran wird sich die Aussprache über die Getränkesteuer schließen.

Staatssekretär deö Reichsschatzamts Graf Roedern leitet die .Beratungen ein und dankt zirnächst den Abgeordneten, den Presse, der ßteichsbank, den Sparkassen und Genosseniscl-aften und allen, die mitgel)vlstm haben zu dem Erfolg der 8. Kriegsanleihe. Von den mehr als 14V 2 Milliarden sind bereits annähernd 12 Mil­liarden bar eingczahlt word«r. (Lebl-aftetr Beifall.) Die Anleihe- polittk. ist nur ein Teil der Kriegsmranzpolrttk, den zweiten Teil bildet die Ausgabenwirtschaft, de,st dritten Test die Steuerpolitik. Gegenüber den Vorwürfen, daß wir auf steuerlick>em Gebiete nicht genug getair hätteir, sei gesagt: Kann man zugleich gute Anleihe­politik und heroische Steuerpolitik treiben? Tie im Jahre 1916 vorgenamniene Neubelasdung mit indirekten Steuern beträgt in den Jahreir 1916 bis 1918 zusammen 1625 Millionen Mark. Tie jetzt vorgeschlagenen Steirern werden 1180 Millionen Mark er­geben. Das ergibt für die Jahre 1916 bis 1918 rund 4 Milliarden Mark an indirekten Steuern. Wird zu den diretten Steuern der Wehrbeitrag gerechnet, so haben wir hier rund eine Milliarde. Tie Kriegssterrer des Jahres 1916 mit dem Zuschlag von 1917 ergibt zusammen mit der Treuen Kriegssteuer der Gesellschaften einen Betrag von 7,5 Milliarden Mgrk an erhobenen direkten: Steuern für das Reich. Mit den für den gleichen Zeitraum von .den Ein>zetstmrttLr und ^Kmeiinhem erhobenen direkten Steuern kommt man auf eine direkte Gesamtbelaftung von 9*/, Milliarden Mark. Die Notwendigkeit einer gesunden Misclmug von indirekten und direkten Steuern kann als Binsenwahrheit der modernen Fi- nanzwissenschaft gelten. Voraussichtlich ist im Herbst eine Neu­auflage der Besteuerung des Kriegsgervinnes der physischen Per- svrre>tt. und eine NDtter ausgebaute Reick-serbschaftssteuer zu er­warten. Eine grundsätzliche FesttegmTg der Belastungsverteilung mit direkten und indirekten Steuern wäre jetzt verfrüht. Jetzt können wir mix das in Angriff nehmen, abschließen und erledigen was unter allen Umständen ein Teil der späteren Gesamtreform sein würde. Das muß mit fester Hand geschehen, wollen wir nicht Stückwerk und Flickwerk leisten. Tie heutigen Vorlagen sind kein Flickwerk. Enron Vergleich mit dem Auslande braucht diese Steuer­gesetzgebung nicht zu scheue». Die neuen Steuern werden letzt noch nicht volle Erträge bringen. Wir werden daher die Gefellsckafts- steuer fnni Ausgleich brauchen. Außerdem steht noch der Ertrag der Kriegssteuer zur Verfügung. Wird er für die Deckung des De­fizits au.f 1917 und 1916 so verwendet wie für die des Jahres 1916, dann können wir hoffen, die fünf Kxiegsetatsjabre von 1914 ibis 1918 ohne Rechnurrgsdesizit ab-rcschließen. Ter Staatssekretär «ging dann zur B^ründung der einzelnen Steuervorlagen über und führte zum Schluß seiner Rede aus, der Erfolg der bisherigen An- leihepolitik sei in erster Linie darauf zurückzu führen, daß Bundes­rat imb Reichstag stets gewis-senbaft geholfen hätten, für die ZmseN- dÄung der Reichsanleihar und die Bilanzierung der Etats zu sorgen. Er hoffe, daß auck) diosesmal der Ncichstag bereit sein, werde, die Voraussetzungen dafür zu sck^rfsen, daß der deutsche Kredit nach jeder Richtung hin mit mrerschiltterlicher Festtgkert dastehen werde. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Dr. Meyer- Kaarfbeuren (Ztt.): Wir haben den größten Steuerstvauß, der je dem Reichstag vorgrlegt wurde. Die Steuer­belastung d^s deutschen Volkes ist ein unvergängliches Wahrzeichen seiner wirtschaftlichen Zkraft, aber auch seines ungebrochenen Sttges- ipillerrs. Tic alte Sparsamkeit scheint ttt letzter- Zeit etwas ab­handen gebomnren zu sein. Der Rüstungsindustrie muß mehr auf die Finger gesehen werdear. Einer großzügigen Stnrerreforrn tvlrfim wir nicht durch zu große Freigebigkeit während des Krieges vorgreifen. Eine Vermehrung der Belastung des Besitzes wird not­wendig sein, da es sich in der Hauptsache um Verbrauchssteuern hier handelt. Hoffentlich wird es gelingen, den Reichstag auch hier sguschlossen zu haloen. Der Redner unterzog dann die einzelnen Stcuein einer Angehenden Prüfung und kündigte Verbesserungs- Vorschläge an. Der Begriff deS Luxus soll noch erweitert werden. Die erhöhten Postgebühren sind durchaus beoechttgt. Ganz unbe­denklich ist die Talon steuer. Die Tantrömensteuer ist durck-aus volks­tümlich. Bei der Steuerflucht müßte die Recherung noch ml schär­fte Mfasser-. Der Redner bewrtragte die Verweisung der Umfatz- sllIwr und der Verkehrssteuer au den Hauptansschuß, der Ge- ttcnrkesteuier <r.i eilten besonderen Ausschuß.

Mg. Kcil (Soz.,): Wir brauchen naive Steuern, aber in erste,- Lttne urüssen sie mtf die starken Schuster»: gehegt wn:den. Mm: soLtt das Volk nicht mit der Hoffnung auf Kriogseutschädi-' gung verttösten. Jed.w Ntomrt, UM fr-'n der Krieg fortgesetzt wird, rau eine Krtegdattfchädigumr zu erreiche::, kus!rt u:rs weitere vier MMiardeu. Wer den Kamps fortsetzen will, bis die Feinde zal/ei^ daß sie schwarz nierben, der möge diese Parole an der Spitze eiires Sturnttr;^ips perSündair, nicht aber von der sicheren Tri­büne des preußischen Heeremhruses aus. Tie TwrUeffettben Sttuep- gefetz entwürfe find irur Flickwerk. Die ganze Krieg-ssteitergefetz- gemmg ist von Ans-mt-g! au verpftucht. Fit i'/rer jetzigen Mischuttg darf der Reichstag die neuen Sbeueri: nie imd itimmer mr- nehmen. VüÄchchL ist der Zeitptmkt zirr Emiührnng einer Divi- dendensteuar gekommen.

Abg. Graf v. Pof adows ky (T. Fr.^: In fünf Tagen kmrn man diese schwierigen Gesetze nicht durcharbeitert und geistig verdauen. Wem: in d-reser Weise wcnbergearbeitet wird, dann gerät der deutsche DarlameittariSinus tu die Gefahr, immer mehr zu verflachen. Den .Vorschlägen des Schatzsekrctärs wird troem im aklgeuueirMt Wohitwollend g-egenüberstehen. Ob das Brannt- weinnronvpol die erwarteteit Erträge bringen wird, wird von der Art seiner Verwaltung aLHLngM. Tre Verwaltung eines Monopols dnrck) deit Staat ist immer teuer. Wir werden die Steuervorschläge des Schatzselvetärs mrterstützen.

Das Haus vertage sich. Mittwvch 1 Uhr: Wciterberatnng.

Schluß 6 Uhr.

Berlin, 23. April. (W.Bi.) Der Aeltestenrat des Reichstags ist vor Beginn der l-euttgeit Vollversammlung zusmmnengetverert und hat sich dahin geeinigt: Mit ÄLücksicht at£f die schlecksten VervchrsvephUtniffe soll die für das Ende dicseo Woche viorgeseheu.e Pause von: Samstag bis Dienstag einschließ­lich verlängert werden. Fortm: soll eine Pause von der gleiches Dauer alle vierzehn Tage eingelegt werden. Die © tc u e r i >'0 r=i lagen sollen zur Vorberatung Win Teil dem Hanptausschuß, zum Teil zwei besonderen ?lusschüsseit überwiesen werden und zwar sollen überwiesen wexdm Umsatzsteuer, Post- und Tele- graphicgebühren, Reichsslempel, Wechselstempel, die Besteuerung der Gesellschaftmt mtfo die Steuerflucht dem Hauptausschuß, das Bramttweinnwnopol eruetn brsmideren Ausschuß, und Biersteuer, Bierzoll, Wem-, Schaumwein- und Mnevalivassersteiier einem zweiten Aussck-. ^

Aus dem tzauptausschutz des Reichstags.

Berlin, 23. Llprtt. MDB.) HanptauSschuß des Reichstage s gab zu Boginn der Berattmg des Haushalts der HaeraÄZerwaLtuny der Krieysmintster «auf Ersuchen von tmch- vevort Seit«: Auskunft über tne fßiorg&nqc att den Fronie«.

Er stltirte ans' D ie Welt steht unter Dem Eindruck der gwßuu» Erj-olge im Westen. Dttxc Erfolge wäret: nur möglich dnnh d-ir jahrelangen opservvllen Kampf mrserer Truppen i»n Westen ^egen die feiudlirlAe Ueberumck^t an ManickZen nnd Miatextai. Diese pci: leistetet: das Höchfkc, was von Soldaten gefordert :oerX.» kaun. Tic Ausbildung d.er Truppen für oic große Offenjive freLIx ernc gewaltige Arbeitsletshmg dar. Sie verbürgte «ns aber den Er-, ftüg. Tie Trtwpe -mrhtn mit ^ Begeisterung Und mit der alten; deutschen Hingabe den lTngriff auf. Die Offiziere bewiesen die altbewährte Treue brS ,Kim: Tode auch hier tvieder. Einzeln^' Tt7Uppenteile°verloren bis zwei Drtttel ihrer KompamcsAnex. Die Verluste sind du rchams normal und an einzelner Stellen auffallend^ ger in g. fSie sind meistens durch ixrs Infanterie- und Mafck-inengewclnsener hervorgeru.fen urvd dementsprechend letcht. Eli: großer Teil der Verwun.de ten kourrtc der Front schon wieder zuacsührt tvcrden, darrt der atrsopfernden TÄttgkett der' LanUülsvsfiziere. T4c Erfolge rm Westen sind als ein. großer L::eg anzu,eh.m. Von südtvestili-'h» Arras bis La Fare sind wir ite 5 it erner Tiefe von 60 Kilometern durch die cirglischen Stellungen- burchgelnocheu. Etwa 100000 Gefangene nnd 1500 Geschütze- wurden dort unsere Beute. Danach warfen ivrr die Frintzosen ans: starken Stellungen über den Otfe-AistwItzanal und schlugen die gl ander aufs neUie dt der Schlacht von Armen tio res, machten! 20 000 Gefangene und erbenteten prehr als 250 Geschütze. Paris wird seit Begim: der Offensive von unseren tveittragMden Gc- ichützet: (..geschossen. Der Kriegsurinister schilderte sodann die L- ch w t e r i g k e i t e n des Nachschubs ft'ir die schtell vo.'- orlugende Artuae. Uttterktruile -nrd in den zerstörten Orsschastetr mich- wehr vorhmrden. Die V'-c e und Stege sind unpassierbar. Den.-» noä^i ist es gelungen, die Verpflegung sicherzustellen, was erreichbar wurde durch die großen Vorräte der Eirgländer, die in unsere Hände fielen. Tu och die Kämpw sind im allgemein etr jene Linien erreicht, an denen der Feind früher stand. Er fand da nieder Ltt'itzpunkte, die er sich zunutze machte. Um diese zu überwach«^ lst.die Fortsetznrtg des Kampfes wotwettdig. denn die Schlachck. wird fortgeführt. An den Erfolgen haben auch die Kv»> können der Armierungsbataillone ehrenvollen Anteil. Tie Schlacht rst noch tnr votlei: Gange. Wir müsse,: im Berttauen auf die Oberste Heeresleitung mit Gedttld!aluvartem welche Erfolge uns noch be- schiedeu sein werden.

Ju F in n l a n d und der Ukraine wchmen die Operattvnen den geplanten Verlauf. An der italieitischkn ttnd mazedonischen Front tftjne Kampslage unverändert. BeträchtlickM Te8e wenden, kort im Schach gehalten. An der Kaukasusfront ssnd m?>ere türkischen Bunbesgt"nossNt in die ihnen im Frieden- verttxrg zu.- m'spMch^rwn Gebieie eingerückt. In Palästina ist der ewstifchc Votttoß, der die Verbindung der türttfchen Heeresgruppen be­drohte, aufgehalten und die Engländer sind über den Jordatr zu.- rückgeworfen worden.

Abg. Dr. M üller-Vieittingen (Fortsckir. Bolkspst stellte nun­mehr eine Anzahl strategisch-taktischer, sowie kriegstcclmischer Fra- gen, vor allem über die Anwendung vou Gas, sowie über die Sühne für Greuettateii gegenüber deutschen Gefangenen, weiter über die hohen Lebensmittel preise in der Ukraine. Ist nicht ein Abkommen miöglich, um oste ne Städte hinter der Front vor Fliegerangriffen zu bewahren?

Kriegsminister von Stein erwiderte, die Zahl der Ameri- kalter an der Westfront nicht genau zu keimen. In bemerkenswerter r a *Y seien sie aber bisher nicht anfgetreten. Die in Ansffckn gestellte große Zahl amerikanischer Flieger aber müsse für unwahr- schÄickich^ gelten. Zirzngeben seien die hohen Lebensmittelpreise in per Ukraine. Nach langem: teckrrifchen Ausführtrngen Kriege- nntnstevs über das zur Vertoendnwt kommende Gas machte Hte.neral von W ri cSb e r g vertocuckiche Mitteilungen Ü'?er die Tanks, un­tere Flugapparate und anderes mehr. Eine Vereinbarung über du Einstellung mt Fliegerangriffen auf offene Städte hinter der Front sei bisher noch iricht 'in die Wege gesteitet.

Mg. Noske (Soz.) wachte zunächst Aiesfühnmgen, die ftir vertvauttch erklävt wurden, und betmtte weiter, daß der .Hanp:- ausschuß keine Anskunst erhatter habe Über die Ziele der militäri- \6ytw Operattoneln in der Ukraine., in Estland und in Finnland. Dir Zahl der Amariteirsr an der Westfront scheine nach den neuesten Heeresberichten dock/ nicht so geemg zu sein, .wie es 5er t-krtegS- trtiniftef ltzngesteM habe.

Geneval v. Wrisberg gab dem Ausschuß vertrauLÄ: Kenntms über unsere Verluste bis Eltde März 1918, Getrercck Oschmann über den LuftücmkfF «und die Fortschrttte im Flug­wesen.

Im weiteren Verlauf der BerhatEurgen des Hauptaus- s ch u s seStüber de:: Heeresetat führte der Abg. v. G raefe (vons.) Mts, daß die BelfandliOrg unserer Gefangenen noch immer zu Klaget: AtiLafr gibt. Leider ist die Anskmrft, die der Reichstag bterstcher bisher bekommen habe, nicht genügend. Es fehle on- \d)emnb tut ausreichenden Gegetnnaßnahmen., und französische EinffMe trügen an dtesen scheuMck-e,: Zuständen dir Schuld.

Llbg. Tr. Müller-Meiningen (Vp.) hielt die Antwort des Krrcgsministers auf die von ihm gestellten Fraget: für nicht aus- rerchend Ter Redner slpvach sodann dem Kriegsministerium das herzlrchg Beiteid aus xmn Heldentod des erfolgreichsten deut­schen Flvgers, Rittmeister von Richthofen. Das ganze deutsche Volk trauert diesem Helden nach. Dr. MMer bemängelte, daß nicht Vertreter des Großen Hauptquartiers anwcs-ctck» feien, die auf drc gestellten Fragen besser Auskunft geben könnten, da sie füber die Eiitzehheiten, insbesvnderc über die Verhältnisse in der UVvaine in Finnlmch, in der Türkei utld in Rtunäniea bessere KemrtNlsse besäßen. Der Rechter stellte in Aussicht, daß er ans alle diese militärislhQi Pr4ittsck-et: Iwagen -urückkoinmen loerde, wenn das Kpieirsmimstcrium nicht dafür sorge, daß das Pattament übe: die ^militärische Lage hinreichetch unterrichtet werde.

Abg. Gothein (Vp.): Die Entwiclltmg der Flngtechnik ist staunenswert und erinnert mis dar au, wie lange das Zlistegs Mini­sterium sich yogen diese neue Waffe gesträubt hat. Die Hoeirsver- waltetng hatte ein zu geriirgeS Vertrauen zu den Leistungen der deutsche!? Technik. Ueber die amerikmnscher. Truppc.n kann man nicht mit einer leichten 64este ltzuweggehen. Der Rechter ging atrs- Mh^lich ckn auf die Verhältnisse in der Nkraitre ut:b auf die Aus- sichtcN, v07l dort Lel>ensmittel zu bekomineu, sowie mtf die Vor­gänge in Estland. Er brachte der: Brief eines Esten zur Verlesung und rickstete im Anschluß daran cm die Heeresverwal'tmrg die Frage, ob sie glaube, daß sie wirklich auf diese Wesse Rul)e und Owmmgi süwsfen und der deutschen Sackst Sympatlsten gewtturen lassen.

Der Vorsitzende Aba. Fehrenbach schloß die Sitzung mit dem Ausdruck des Wunsche, daß am Mittwoch Vertreter der Re­gierung anwesertd sein werden, um dem Ausschuß die Ansbünfto gebet: zu können, die der Kriegsmittister noch nicht habe erteileit kötrnen.

Nächste Sitzung: Mittwoch.

Ans Stadt nnd £and.

Gießen, den 24. ylpril 1918. Frühjahrssröste.

Der Wettersturz nach den Gewittern der vorigen Woche brachte uns einige kalte Nächte mit 56 Gvad Kalte, die bereits einigen Schaden verursacht l?at. Es war eilt Glück, ditß die kalten Nächte von Freitag zu Samstag >und von Samstag ^u Sonutag ttockn: n-arcu, sonst wäre der Sch.aden ganz bettäcbtltch g'tevesen. Es bat sich lvieder gezeigt, daß man mit den Pflanzarbeiten im Garten nicht vorzeitig beginnen, daß itwn sich durch einige schöne Tage nicht verleiten lassen soll, den Samen zu frühe der Erde anzuvertrauen; -alles hat feilte Zcktt, alles vorzeitige Säeti und Pslauzen bringt keinen Vorteil. Wenn die Erde rickstig erlvärmt ist, keiml und sproßt alles cum so rascher. Da wir in der Vegetation gegen das Vor­jahr ettva 14 früher sind, so tvar anzamehmen, daß der Frost der Baumblüte den größten Schaden gebracht habe. Feststellungen haben aber eögebeti, daß dies nur strichivcise der Fall ist. Man kann nach einer Frül-jahrssrostnacht beim Nachsehen am Morgen meist noch nicht bestimmt sagen, nnc groß der dtlrch den Frost ver-- ttrsachte Schaden ist. Wem: man ein gesrorenes junges Blatt zu- sammetidrückt. so hört n:an ein knisterndes Geräusch, .nie beim Brechen köringen Eises, und in der Tat ist cs auch kristallinischeei. Eis, das dttrch beit Druck zerbrochen wird und dabei das Kuirschen hören Mt. Grlchht sich dam: geget: Mittag die Tempemtur, so