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nIdftint täglich. cur&er SoitnlaqS. - Beilagen: Hießt»« r z'omll tenblütte?; KitifbUtt

\Hx Id HrtU U|flL vizn-rprelr: monatl. 'Uir. l SO. oiertrl- iakrl'ch M. 3.60; durch rlohole- «. Zn»eigstellerr monstt. Mk. 1.10: durch die Post Mr.3.«0oienel- jährt. auöjchl. Beile Ng. Yernsprech - Anschlüsse: für ix« Schrittlkitu'-.fi112 Ber1«a,Gcichättss1eÜe51 Aitschriil für Drahtnach­richten: Lkzei-er Sieze«.

Erstes Blatt

lb8. Jahrgang

Samstag, 2v. April blS

yrfifcheEkmtt»: $rmtffurt*.EL U<&6

SeKsral-Mzeiger für Gbechchm

ftmtocrfctf: Sewerdevank Sletzen

AwMnsrrunSdntS ».Verlag: vrühl'sch« llniv.-Such- u. Steir.örnrfcref R. Lange. Schriftlritung. SeschLftrstelle u. Druckerei - Schulstr.

Annahme »an »LzetgrA

i. die LageSnununer dis zum Nachmittag wttytX ohne jedeVerbindlichkelt Seilenpreije: für örtliche Anzeige« 2b Pf., füir a u S w ä r t l g tz 30 Pf^ Är Reklamen Mk. 1. ; bei Pto For­schrift 20*/, Ausschlag. Hauptschristleiter: Au,. Goekz. Verantwortlich für Politik u. t^euillelan: Auq. Goetz; vtadt und Land, BermischteS n.Äe- richtsfaal: W. Meger; Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

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Zeindliche Gegenangriffe übgewiesen.

VechenrSSliS.

Säte Mrfmr «NS heute eingestcl-en, daß ver private DeLMittüm^rversilch. den Kaffer Karl in Paris angeknüpft hat, wirf# gerat»« eine angenehme Ueberraschung für uns g^vesen ist. Die düste« Stimmung, die bei den deutschen Parteien Oesterrerck-s in den letzten Tagen zum Ausdruck geLonirnen ist, hat gleichmäßig, wie eine Sonnenfinsd^nrs, auch das Deutsche Reich beschattet. Auch die eifrigsten Frie­densfreunde konnten in solchen dynastischen Sonderbemuhun- gen kein ersprießliches- Mttrel erblicken, einen dauerhaften Frühen berzustellen. Kaiser Karl weiß vielleicht den Cha­rakter fernes Freundes und Schwagers, des an entschei­dender Stelle nicht maßgeblichen Prinzen Sixtus von Bour­bon, richtig Ar beurteilen die Seelenversaffnng der politi­schen Bel^errscher Franckveichs hat er zweifellos nicht zu­treffend eingeschätzl. Diese glarrbten vielmehr nach der ihnen bekurrrrt gewordenen kaiserlicl^cn Aeuherung eine schwache Stelle in dein Bündnis der Mittelmächte erkannt zu haberr, ihr Mut und ihre Hoffnungen schwollen, und demgemäß schrumpfte die Möglichkeit fralbigen Friedens zusammen. Die amtliche Politik unseres verbürrdeteu Nachbarstaates, vom Grafen Czernin nach außen hin aller Zwerfel ent­kleidet, schob die agößenwah7ffinrägeri Gelüste Frankreichs zurück, und die Folge war mm, daß das enttäuschte, an einer cnrdern Ausivertung des kaiserlichen Schreibens verzwei­felnde Kabimtt Clemeneeau sich dieser fkrilpellosen Fäl­schung bediente, um Zwietracht z-vffchen Berlin und Wien zu säen. Wer die folgenden Eneianffse, auch der Minister­wechsel in Wien, lehrten alsbalo, daß Porncarä und Cle- menceau sich verrechntet haben. Wenn die unzweideutigen Delegranrme des Eifers Karl an Kaiser Wilhelm noch nicht vMIg überzeugt haben sovvm, so hat die ehrenwoetliche Versickerung des Gcafen Ezernin, daß in dem Konzept des kaiserliche Handschreibens nichts anderes gestanderr habe, als der vsn den amtlichen Wiener Stellen öffentlich berich­tigte Text, allen Kveiftl und Argwohn beseitigt. Wenn Kaffer Karl tu kritischen Tagen-und Anwandlungen von Kampfesüberdruß ein weichherziger Friedenssucher gelvesen sein sollte, so ist er es heüte^ nach der für ihn und uns weit aussichLKreicheren Lage offcnsicl) klick nicht mehr. Die groben Pariser Lügenhelden haben auch ihn den einzig gangbaven Weg xun Frieden weiterschreiten lassen. Die Berufung des Bcräms Burien, der sich schon als ern in den Bahren unseres BündnffftS und unserer gemeinsamert Kriegführung erprobter Leiter der österreichisch-ungarischen Politik bewährt hat, der als ein intimer Freund des Grafen TiSza keinen Extratouren geneigt sein wird, spricht ebenso deutlich für die Bundestreue des jungen Kaisers wie seine WschtedÄiwrte an Czernin, worin die Darrerb arkeit urrd Beibchaltund der bisl-r-cigen Politik besonders nachdrück­lich urtterstrrchen wird.

Alle Unschlüssigkeiten unserer politischen Faktoren er­halten immer wieder eine daS Ziel eines würdigen Friedens ausricktende Stütze durch die gewaltigen Leisturrgen unserer VottSkräfte, besonders der Massen tragenden im Felde. Hier wird ein wahres Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes verwirklicht, und wenn sonst von unseren Gegnern über denpreußischen Militarismus" so wacker geschmäht worden ist, so sollten sie doch jetzt endlich erkennen, daß kein Zwangssystem jemals zu solchen Erfolgen führen könnte, wie sie auch nach beinahe vier Kriegsjahren noch durch innerliche Eigenschaften der Deutschen errungen werden. Das Rechts­und Pflichtgefühl ist eben mit uns; alle urnvahre und un­lautere Propaganda der Feinde hat deutschen Mut und Willen nur gestärkt, und das Uebrige tut die unvergleichliche Führung unserer Feldherren. Der mit mathematischer Sicher­heit wachsende Fortschritt an unserer Westfront muß den Geist unserer Truppen immer aufs neue beschwingen, wahrend der Engländer und Franzosen infolge ihrer be­ständigen Schlappen sich allmählich eine tiefe Verzagtheit bemächtigen muß. Wenn die großen Prahlhänse in Lolidon schon auf den sck-weren Ernst der Lac^e verlveifen, wieviel mehr wird der einfache Tommy, der die Vergeblichkeit aller seiner harten Bemühungen und die Unzulänglichkeiten in ben rigipai Reihen immer vor Augen hat, am Siege ver­zweifeln ! Die ruhige Planmäßigkeit des deutschen Vor- geheris, sein täglicher Geländegewinn, der in einem so imposanten Verhältnis zu den vorjährigenSiegen" der Engländer steht, all dies läßt keinen Zweifel mehr am Aus- gang dieses Festlandkrieges. Nach Annentiöres ist auch Ipern reif zum Falle; Haig und Foch zittern außerdem prr Arras, und die Militärkritiker sehen das englische Heer schon in einem letzten Verzweiflungskampf um die sran- zösischen Kanalhafenstädte.

Wie mager ist der Trost, den Lloyd George den englisch- französischen Käanpfern durch seine neue Heeresvorlage zu spenden verrnag! Abgesehen davon, daß die Erhöhung des Dienstpftichtalters die Qu a l i t der britischen Wehrmacht nicht gerade heben mag, geht das Gesetz auch aus Kosten blühender Industriezweige. Die Politik, die das Kabinett den Iren gegenüber verfolgt, läßt sich auch nach den letzten dürftigen Reuterberichten noch nicyt Nar durckschcmen. So viel ist slck>cr, daß die Aicsdehnilng der Wehrpflicht aus Irland dort eine tiefgehende Erregung und Opposition wachgerufen hat. Werden die Iren zum Frouidienst gepreßt, bevor die khncnr zu ihrer Beruhigung in Aussicht gestellte Selbstver­waltung verwirklicht ist? Neuerdings hei^zt es, die englische Negiernng habe einem Gesctzeszusatz zugestimmt, wonach der Einspruch eirres der beiden Häuser des Parlaments die An- wenduug des Gesetzes über die Drenstpfticht in Jrlcuck

verhindern kann. DaS bedeutet eine bemerkenswerte Nnerrt-

schlossenheit des Kabinetts Lwyd George angesichts der vie­len Möglichkeiten, mit denen Englmck zu rechnen hat, die teils von imren, teils von außer: her beunruhigend wirken Die durch daS Ergebnis der achten Kriegsanleihe er­neut bekundete Bereitschaft beS deutschen Volkes, bis zum Siege im Kampfe auszuharren, wird auch im Ausbrnd die deutsche Sache mächtig fördern. Die Lage im Reichstag hat sich seit dem Jul: des letzten Jahres ersichtlich geändert; die Neigung gewinnt Raum, den Gegnern ihre kriegsver- längerrcke Haltung beim Friedensschlüsse anzurechnen. Or­gane des Zentrurns und der fortschrittlichcm Bolkspartci kündigen die Zicrücknahme oder 'Außerkraftsetzung der vieb besprochenen Friederrsentschließung an, und es zeigt sich, daß der Ruf Hindenburgs an den Reichstag bereits eine gewisse Wirkung gehabt hat. Das wird auch die Erledigung der neuen Steuervorlagen erleichtern, die eine Deckung schassen sollen für die ansehnliche Sumrne von 2,875 Milliar­den Mark. Wir wollen wünschen, daß die Volksvertreter sich bei der Kritik der einzelnen Steuerpläne eine gewisje Mäßigung auferlegen. Das Geld ist nun einmal nötig, es muß auch bald herbei, und wenn auch Verbesserungen der Vorlagen erstrebt werben kötrnen urrd müssen, so muß man sich doch davor hüten, schon heute, wo oer Geldbedarf des Reiches für die Friedensjahre sich noch nicht annähernd übersehen läßt, die großen grundsätzlichen Fragen in aller Breite aufzurollen, die späterhin ein Hauptinhalt unseres politischen Lebens sein werden.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 19. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Aus dem flandrischen Trichterfeld entsvännen sich mchr- fach klemerr Gefehlte unserer Erkundungstckteilungen mit belgischen rmd englischen Posten. Starke Angrifft, die dcr Feind von Norden mrd Nordwrsten gegen Wytfchaete stlhrte, wurden abgewiesen. Schon bei seiner Bereitstellung erlitt der Feind in unserem Vernichtungsfeuer schwerste Verluste.

Zwischen Vailleul und La Dassse stärkere Kampftätig frit der Artillerie. Nordwestlich von Bnh-.me streß unsere Infanterie gegen feindliche Linien nördlich vom La Basste- Kana! vor rmd eroberte einige Geschütze. Bei Festubert und Givenchy wurde wcchselvoll gekämpft. Wir machten vlchr als 600 Gefangene.

Der seit einigen Tagen um der Avre gesteigerten Fener- tätigteit folgten gestern starke, tiefgegliederte, französische Angriffe gegen Dtorisel und Moreuil. Auf beiden Avre-

Uftrn, duütz den Seneea-Mald und zu bewm Griten der

Straße Aitty M-reuU stürmkm

mehrfach vergeblich an. In erbittertem Kampf wurde der Feircd unter blutigen Verlusten zurückgeworfeu. Starkes Artillerieftuer hielt in diesem 5kampfabschnitt auch währen­der Siacht an.

Oste«.

Ukraine: Ju Tannen hrrÄA wir TM^llura rrnd Melttopol besetzt.

' Mazedonische Front.

StotzMUlPs-Unternehnmngen im Eernabogeu brachtrI einige Engländer als Gefangene ein.

Der Erste Genera l gnartiermrifte?

Ludeudorjf.

*

Der Vbeudderlcht.

Berlin, 19. April, abends. (WTV. AmtlM)

Don den Schlachtfwntcn nichts Neues. Nordwestlich wn Moreuil hat der Frmlzose nach den Mißerfolgen deS gesttigen Tages seine Angriffe nicht erneuert.

m

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 19. April. (WTB.) Amtlich wird verlantZÄrt:

Zwischen Etsch und Piave ist die Kampstätiüiril an­dauernd lcbhtft. Auf der Hochfläche der Sieben GemeucheU wurden mehrere itaUmifd>e Vorstöße abgeschlagen.

Der Ehes des GeiceralstaöeS.

Die Loge Im Westen.

Bvrn, 18. April. (WTB.) Die Prvklamativn Generals Haig an die englischen Truppen scheirrt in Frank-« reich Nachdenken erweckt zu haben. ,Lunrmre Libre" erklärt, wahrscheinlich sei der Augenblick nickä ft> tragisck wie inr September 1914, aber wie bmnalS die französische Arm« an der Marne, sei jetzt die englische Armee an dem Punkt« anaelangi, wv sie um jeden Preis halten müsse und nicht michtr Zurück dürft. Die Proklamation HaigS sei der letzte Aufruf zürn äußersten Widerstand. Der findet,

daß Hazebrouk, der wichtigste Eiftnbahrrkrwtenpun.kh> von dem die garrze Verbindung der englischen Arnrren bei Aspern nrit England abhärrge, jtark bedrobt sei. ES sei von höchster Wuchtigkeit, dag die Schlacht stabrlisiert werde.

^Humanite" schreibt, daß .Hindenburg seinr Offen-' sive außerordentlich gut organisiert habe. -Er habe beabsichtigt, den englischen Arrneen eine Niederlage wie die der lüüssen in Masuren beizubringen. Hindercburg fführe wirklich die strategische Sck)LachthQndlung in ihren ganzen Folgen bis ins Einzelste durch.

B e rn , 19. April. Die Berichlerstatter tax der fran­zösischen Front melden, daß die deutsche Artillerie, die bisher nur die Eisenbahnlinien in der Nähe von Amiens beschoß, nunmehr auch die Fabrikvororte von Amiens beschieße. Zahlreiche Arbeiter seien getötet oder verwmrdet worden.

Berlin, 19. Llpril. Nördlich und nordtvestlich W y t- schaete wurden um 10.10 Uhr vormittags feindliche Be­reitstellungen zum Angriff erkannt. Sofort nahin die deutsche Artillerie die dichtmassierten feindlichen Kolon­nen unter Vernichtungsfeuer, so daß der geplante Angriff erst eineinhalb Slirnden später einsetzen konnte. Dann wurde er restlos ab^ewieftn. Die Verluste des Feindes sind hior außergewöhnlich schwer. Während auf unseren Stellun­gen von Bailleul bis La Bafföe lebhaftes feindliches Artil­leriefeuer lag, das besonders westlich Merville sich erheblich! steigerte und zeitweilig größte Heftigkeit annahm, brachen deutsche Slurmtruppen bei Riez-de Vinage in die feindliche Stellung ein und brachten als Beute 4 Geschütze und 40 Gefangene ein. Außer den 600 Gefangenen aus' den Orts­kämpfen in Gegend Festubert und Givenchy wurden 19 Ofsi- ziere eingebracht und eine größere Anzahl Maschinengewehrs erbeutet.

Berlin, 19. April. Ar: der flandrischen Front verstärkte sich der ftiirdliche Widerstand von Stunde zu Stunde. In dem fisch inriner mehr vei'engenden Ipern-« bogen gervairn der deutsck)«e Angriff gegenüber Engländern und Belgiern Raum. Hirrter dem Steenbach leiftet-?n die vereirrigten englisch-belgischerc Truppen starten Widerstarck. Nachdem Haigs Armee drei blutig erkärnpfte Gelandege- tviime der Flandernschlacht größtenteils yat wiederauf­geben muffen, erfordert es nicht rncr die strategische Lage, jondern der Rest militärischeic Drsohens, der Ercgland dank der Aufopferung und Tapferkeit seiner SvLdgtru noch ge» blieben ist, wenigstens den Besitz von Ipern zu sick-ern. Diese Ansicht wurde durch Gefangene bestätigt. Bei Wrt- schaete versuchte der Engländer mit .Hilfe französischer Divisionen, den verlorerien Höhenrücken wioderzuerobern. Den am Vormittag des 18. gcg-lanten Sttrrm vereitelt« das deutsche Verrcichtungsfttrer. Eine zum Angriff bc-nnt» gestellte englisck>e KompaMrie wurde durch den kühnen Vorstoß unter Führung eirres in vorderer Linie crfmi» bcnbeu Generalstabsofsiziers versprengt. Die schvache deut- sck>e Erkundu-rigsabteilung, die nur aus 3 Offizieren mchi eimgen Begleitnrannsckafben bestand, nalM 46 Tfenm ge­fangen und verjagte oen Rest Um mittag verfu.ch.e -)av Gegner einen neuen Angriff, der im deutschen Feuer völlig zicsammeickrach. Auch von der frisch e i n g e t r o f f e n e n 2 8. französischen Division machten wir einige Ge­fangene. Aus den Kämpfen um Wytfchaete ivird nach­träglich die Erbeutung mehrerer schverer Geschiitze gemeldet, darunter ein 40,5-Zentimeter- und Mai-ZentimetLr-, Mörser. *