***- Awettez Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag. (5. April (9(8
Ans Stadt stufe Laufe.
Gießen, den 15. April 1918.
** Amtliche P c r s o n alnachrichte n. Der Groß- Herzog hat am 9. Marz. d. I. bcm Eisenüahn-O b e r s e kr e t ä r in dor -1>essisch.Preußischen Eisenbahngemeinschaft, Rech- rmngsrat Karl Schulz? zu Mainz, aus Anlaß der am 6. April d I. vollendeten 50jährig-en Dienstzeit die Krone zum Mttertrcuz 2. Klasse d-es Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen
** 8. Kriegsanleihe Bis 18. Aprtt 1 Uhr mittags nehnren alle Postanstalten Zeichnungen aus die 8. Kriegsanleihe entgegen.
** Unser V o l k s h e l d u rt b „D i e Ta t". Dieses stolze eiserne Wort, keinem anderen kommt eine Erläuterung darüber mehr' zu als unserem Hindenburg, der den Begriff „Tat" in seiner vollen Tragweite erkannt hat. Aus beim Zenith des Lebens stehend, vollbrachte er weltgeschichtlich große Taten, wie kaum ein Feldherr zuvor. Nur auserwählte Männer sind zu solchen großen Taten berufen, die gewaltige Entscheidungen bringen. Aber die Gelegenh^t zur Tat nnrd jedem Deutschen geboten, Gelegenheit zu einer Tat, die mithelfen soll die Ent- scheidimg zu bringen. Wie L>indenburg mit seinem Heer siegreiche Feldschlachten schlug, so soll das .Heimatheer sich in der Geldschlacht bewähren, Und wenn Him denburg uns Deutsche jetzt zur Tat anffordert, dann darf kein Deutscher zögern, dein Paterlande zu helfen. Die Pflicht ruft zur Zeichnung ans die Kriegsanleihe. Und Kriegsanleihe zeichnen, ist Ehrenpflicht.
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fragen I# t)eute Mm fkrite; Iduc Ehre- >aö Eoiö dtitfv VMLrZLM^el
feie Gold- und SübetantaMfsfteüe
in den Räumen der öezirkspattasse Gießen ist morgen nachmittag von 2 bis 4 Uhr geöffnet!
Kreis Schotten.
B. Bürkhards. 14. April. Gefreiter Wilhielm Knoblauch, der schon mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet ist, und Fahrer Adolph erhielten die Hessische Tapfer^eitsmedaille. — Johannes Bissel wurde zum Obergefveiten befördert.
vesseN'Nassa».
Fc. Vom Main, 14. April. Ter jüngste Miller des Bay- rftck«:. M<rx-IvjepOrdens ist der Solm des Postboten Reichert in Grocboch bei Wiesenfeld, der 'Leutnarrt v. R. Josef Reichert.
EistMühlluniglück.
X Hünfeld, 14. April. Das schwere Eisenbahnunglück, das sich anr 9. April, gegen 1 Uhr mittags, auf der Strecke Hünfeld—Vacha ereignet hat, ist Nach den angeftellten amtlichen Ermittelungen nicht auf Eingriffe von dritter Hand znrück- znführen. Vielmehr ist die Ursache des Unfalls offensichtlich die, paß die vordere, anscheinend ausgeleierte Achse der schweren Maschine Mischen den Stationen. Großentaft wib Eiterfeld aus dem UÜbergang über einen Feldweg, der gleichzeitig eine Kurve bildet, aus dem Geleise gesprungen ist. Dadurch entgleiste die Masckßne künd stürzte die ettoa 3 Meter hohe Böschung hirrunter. Die drei nachfolgenden Personewvegen sind dann durch ihren eigenen Druck nach vorne geschoben worden und ebenfalls abgestürzt, während der vierte Wägen zur Hälfte auf dem Geleise hängen geblieben ist. Aöehrere von den rn dem Wagen befindlichen Personen, die in ihrer Angst vermutlich versucht haben, durch die Fenster ins Freie zu gelangen, sind hinausgefallen und so unter die umstürzenden Wagen geraten, von denen sie erdrückt wurden. Ms diese Weise fanden die 50 Jahre alte Ehefrau Adelheid .Hufnagel, die ledige 24 Jahre täte .Mari-e Held, beide aus Oberwiesenborn und die. 35 Jahre alle Ehefrau Anna Seibold von Großentaft den. Tod, während der Zugführer Anton .Kitz von Hüufeld in dem Post- und Gepäckwagen durch einen airffcchrenden Wagen vierter Klasse eingeklemmt und getötet wurde. Außerdem wurden noch 12 Personeir vorletzt, darunter 8 schwer.
Spielplait des Gießener Stadttheaters.
Montag 15. April, 7 (in Marburg): „Sah ein Knäb' ein Rös- lein stehn". Freitag 19., 71 / 2 : Erh. Pr. 2. Gastsp. d. Tanzkünstlerin Hianuelore Ziegler. Dazu: „Ich heirate meine Tochter". Sonntag A.., 3p/b': Gew. Pr. (erm.). „Gin unbeschriebenes Blatt". 7 l / s : Gew. Pr. „Das Dreimäderlhaus".
Spielplan der vereinigten .^raMutter Staöttsteater.
Opernhaus.
Montag 15. April: Geschlossen. Dienstag 16., 7: Prolog von W. v. Scholz, gespr. v. Waith. Reymer. „Utchine". Mittwoch 17., 7 ^/ 2 : Prolog von W. v. Scholz, gespr. von W Reymer. „Das Drei- mÄerlhauT^. Donnerstag 18., 7HZ: „Hoffmanns Erzählungen". Freitag 19., 7y 2 : „Mona Lim". Samstag 20., 7: „Das Glöckchen des Eremiten". Sonntag 21., 7' •.: „Der Barbier von Sevilla".
Schauspielhaus.
ZNontag 15. April, ?r/ 2 : Prollg von W. v. Scholz, gespr. von Alexander Engels. „Traumulüs". Dienstag 16., 7: Prolog ovu W. v. Scholz, gespr. von A. Engels. Zum 1. Mal. „Der lebende Leichnam". Mitttvoch 17., 7: Prolog von Wilhelm von
Scholz, gesprochen von Robert Taube. „Der lebende Leichnam". Donnerstag 18., 7y 2 : Sondervorst. f. b. Rüstuugs- i.7Ü>ustrie. (Kein Kartenverkauf. „Will-elm Dell". Freitag 19, 1 ' 2 : Jahrmarkt in Pulsnitz". 7H 2 : Im Saal d. Zool. Gartcns. Sondervorst. s. d. kriegsbeschäft. Arbettersch. (Kein Kardenvertänf.» ^„Jo- htcmnisfener'^. Samstag 20., 7. „Der lebende Leichnam". Sonntag 21, 31 / 2 : Volksvorst. Kl. Pr. „Tranmulus". 7: „Der lebende Leichnam".
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 15. April. (Amtlich.)
W e ft l i ch e r Kriegsschauplatz.
Auf dem Schlachtfelde an der Lys kam es mclfach zu erbitterten Nahkämpfen. Westlich von Nienwkerrc, sowie zwischen Bailleul und Merris wurden englische Ntaschinen- gemehrnester gesäubert, deren Besatzung gefangen. Gegenangriffe, die der Feind auf Bailleul und nordwestlich von Bethune führten, brachen verlustreich zusammen. An der
Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme blieb der Artilleriekampf bei regnerischem Wetter in mäßigen Grenzen.
Osten.
Nach heftigem Kampf mit bewaffneten Banden sind unsere in Finnland gelandeten Truppen, tatkräftig unterstützt durch Teile unserer Seestreitkräste, in Helsingfors ein- gedrungen.
Der Erste Generalauartiermeister L ll d e n d o r f s. *
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Die Beschießung von Paris.
Paris, 14. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich itncb gemeldet : Das weittragende Geächütz beschießt weiterhin das Pariser Gebiet. Am 13. April keine Bntuste.
Die Stimmung in Lille.
Berlin, 14 April (W.B Dü Sitter Einwohner atmen auf. In auffallendem Gegensatz zunr Mmpfgetöse steht bk Ruhe im Rücken der fechtenden deutschen Truppmr Trotz schwieriger Wegverhältnisse hat sich der Verkehr sofort eingespielt und vollzieh sich mit der Regel Mäßigkeit eines Uhrloeröes. Diese Ruhe wirkt tvoh'ltueird auf die Landeseinwohiner. Während noch am 9. April die Einwol-ner der Sttadt Lille uird der Vorstädte m Angst und Sorge lebten, lvar diese Stimmimg bereits am 11. April twllig gewichen' Das anhaltende Vordringen der Deutschen rückt die von englischen Granaten und Fliegerboinbeu stündlich drohende Gefahr in immer toeitere Ferne. Bez-nchnend ist, daß die Einwohner der zerschossenen Dörfer und Städtchen sich nunmehr hinaustoagen und sich wieder der Bestellung der Gärten und Felder widmen. Nur wie ein abziehendes Gewitter klingt noch) der Schlacht ent arm zu ihnen: herüber, aber der grollende'Kanonendonner entfernt sich von Stunde zu Stunde weiter nach Norden, und Westen.
Schwierigkeiten beim Uebcrlvinden der Sumpfniederung.
Berlin, 14. dlpril. WTB. Nichiamttich.) Am ersten Tage der Schlacht bei Armentieres nach 'Einbruch in die senrötichm Stell ungen galt es, ein 2 1 /2 Kilometer breites Sumpfgel ä n d e zu Überdrücke t, um das Nach;iel)-en der Arttllerie und Kolonnen, zli ermoglichMr. Bis am Abend des erstell Knnrpftages gelang es bereits, aus neu angelegten Faschinendämmen, Bohlen und Ähotterwegen zahlreick-e schwere Batterien und Trains hin-, überzusch-afsen. Nach 46 Stunden hatten zwei vollstmrdige Divisionen, sowie große Teile zweier weiterr Divisionen die sumpfige Enge passiert. 30 Kompanien Ratten int rastloser Tag- und Nachtarbeit Zehntaui.nde von verschieLcaien. FclsckKnen und Bohlen von dem mehr re Kckogleter entfernten Stapelplatz herangeschafft und eingebaut. Wo kurz vorher noch GesckKtze und Pferde buchstäblich versanken, rollten nach, wenigen Stunden schon Lastautomobile, schwere Kanonen uird voll beladeire Kolonnen. Diese schwierigen Arbeiten mußten im feindlichen Störungsfeuer und bei wiederholten Fliegerangriffen durchgeftihrr Iverden.
Der Reichstag.
Berlin, 14. April. (WTB. Nichtanttlich) Ter Aeltesten- ausjchnß des ReickFtages tritt am Dienstag den 16. April 1 Uhr nachmittags zu einer Besprechung der Geschäftslage zusammen.
Etrgland und die beschlagnahinten holländischen Schiffe.
Haag, 14. dlpril. (WTB. dttchtamtlich.) Das Korrespondenz- Bureau teilt folgende amtliche Bekanrttgabe der englischen Gesandtschaft mit: Für die Beschlagnahme niederländischer Schiffe wttL vom Tage der Beschlagnahme an Miete gezahlt werden. Die S'chiffe werden an die Eigentümer in den Häfen, in denen sie beschlagnahmt wurden oder in noch zu vereinbarenden Häfen in demselben guten Zustande, abgesehen von gewöhnlicher Abnutzung zurückgegebeir werden, sowie die gegenwärttgen Verhältnisse sich ändern, in keinem Falle später, als nach Abschluß der Reise, auf der sie sich am Tage der Unterzeichnung des Friedens Vertrages befinden.
*19*18 18. SfprK Letzter Tag der Zeichnungsstist. Vis mittags i Uhr werden Ieich.
52H nungen entgegengenommen. Wer bis dahin, obwohl er dazu in der Lage ist, nicht gezeichnet hat, handelt pstichtvergeffen gegen das Vaterland und schädigt sich selbst, indem er stch die wertvollen Vorteste entgehen läßt, die die 8. Kriegs» anleihe durch hohen Zinsgenuß, hohe HückzahtungS' und Auelofungsgewinne bietet.
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22 . Bpnl Einziger psiichtzahltag für die postzeichner, erster pstichtzahttag für alle anderen Zeichner. Oie bei einer Postanstalt angemeldeten Zeich. nungen können in der Zeit vom 28. März bis 27. April voll bezahlt werden, es werden dann Stückzinsen für 63 Tage vergütet. Die Postzeichnungen müssen spätestens am 27. April bezahlt werden. Auf alle übrigen Zeichnungen müssen bis spätestens 27. April 30 Prozent des zugeieitten Betrages eingezahlt werden, sofern die Summe der am 27. April fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 400 M ergibt.
24 . Zweiter Pflichtzahltag. Spätestens bis zu diesem Tage sind weitere
20 Prozent des zugeteilten Betrages zu bezahlen, sofern die gezeichnete Summe 200 M oder darüber beträgt. Wer 200M und ebenso wer 300 M gezeichnet hat, mu^ am 24. Mai, da insgesamt 50 Prozent des gezeichneten Betrages fällig sind, 400 M bezahlen. Dagegen hat, wer 400 M gezeichnet hat, am 24. Mai noch nichts zu zahlen.
24 . 3t3tli Dritter Zahltag. Von dem zugeteilten Betrag find weitere 25 Prozent zu bezahlen. Auch ietzt Hot, wer 400 M zeichnet, noch nichts zu zahlen, da der am 24. Juni fällige Teilbetrag, insgesamt 75 Prozent, noch nicht 400 M ergibt. Wer 200 M gezeichnet hat, ist am 21. Juni zur Bezahlung der zweiten Hälfte des Betrages noch nicht verpsiichtet, da an diesem Tage insgesamt erst 75 Prozent des Zeichnungsbetrages fällig sind. Wer dagegen 300 M gezeichnet hat, bezahlt am 24. Juni weitere 400 M.
4. lufi 3e # {nn des Zinsenlaufes der 5. Kriegsanleihe. Bei Zahlungen vor oder nach dem 30. Juni werden Stückzinsen wie herkömmlich verrechnet.
18. 3u(i vierter und letzter psiichtzahltag, bis zu dem die restlichen 25 Prozent zu bezahlen sind. Erst an diesem Tage ist, wer 400 M gezeichnei hat, zur Bezahlung verpflichtet. Diejenigen, die 200 M oder 300 M gezeichnet haben,
bezahlen am 43. Juli die letzten 400 M.
*1 ^ 1 'S) 2.3änUäf 3"NI ersten Male werden die Zinsscheine der 8. Kriegs.
anleihe fällig. Die Halbjahresz/ttsen der Schuld. Verschreibungen betragen für 4000 M Nennwert 25 M, die der Schatz. anweisungen für 4000 M Nennwert 22,50 M.
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18. Ablauf der Sperrfrist für Schuldbuchzeichnungen.
1.924 1. Offober Dis zu diesem Tage müssen unter allen Umständen auf
die Schuldverschreibungen der 8. Kriegsanleihe 5 v. H. Zinsen gewährt werden. Bei etwaiger Ermäßigung des Zinsfußes nach dem 4. Oktober 4924 muß das 48eich den Inhabern der 5zinfigen Schuldverschreibungen die Rückzahlung zum vollen Nennwert anbteten.
4932 1. 3vli frühestens auf diesen Tag kann das Gleich die in der
Zeit vom Januar 4949 bis Juli 4927 nicht ousgelosten 4Vs zinstgen Schatzanweisungen der 3. Kriegsanleihe zur Rückzahlung zum Nennwert kündigen. Die Inhaber der ausgelosten Schatz, anweisungen können statt der Barzahlung neue Schatzanweisungen fordern, die vom Juli 4927 ob 4zinsig und bei der späteren Auslosung mit 445 M für je 400 M Nennwert rückzahlbar sind.
19^2 1. 3uW frühestens auf diesen Tag kann das ireich die
in der Zeit vom Juli 4927 bis Juli 4937 nicht ausgclosten 4 zinsigen Schatzanweisungen zur Nück.ahlung zum Nenn, wert ttindtgen. Die Inhaber der ausgelosten Schatzanweisungen könne« statt der Barzahlung neue Schatzanweisungen fordern, die vom 4. Juli 4937 ab 392zinsig und bei der späteren Auslosung mit 420 M für fe>400 M Nennwert rückzahlbar sind.
4962 1. 3uli diesem Tage werden die bis dahin etwa nicht aus.
gelosten Schatzanweisungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der ausgelosten Schahanweiftmgen maßgebenden Betrage (440 v. H., 445 v. H. oder 420 v. H.) zurückgezahlt.
Es gibt nichts Sichreres als deutsche Kriegsanleihe!


